Der März im Hamburger Süden neigt sich dem Ende zu, aber wer denkt, dass die 11. SuedLese leise ausklingt, hat sich gewaltig getäuscht.
In der Finalwoche vom 23. bis 31. März dreht das Festival noch einmal richtig auf und biegt mit Wucht auf die Zielgerade ein, die von Comic-Welten bis zur politischen Revolution reicht. Es ist dieser Mix aus lokalem Herzblut und globaler Relevanz, der die SuedLese so unentbehrlich macht.
Ein Termin, der ins Auge springt, ist der Dienstagabend (24.3., 19 Uhr) im Harburger Integrationsrat. Die Journalist*innen Hussein Geesey und Sorosh Satari nehmen uns mit auf eine Reise, die unter die Haut geht. Sie berichten vom Ankommen in Harburg, aber auch von den lebensgefährlichen Schatten, die sie in Somalia und Afghanistan hinter sich gelassen haben. Dass die Lesung auf Somali und Deutsch stattfindet, ist ein starkes Zeichen für die Vielstimmigkeit unseres Stadtteils.
Am Mittwoch (25.3., 19 Uhr) wird es im Stellwerk am Harburger Bahnhof emotional. Kea von Garnier präsentiert ihr Romandebüt Restsommer. Es geht um diese eine große Entscheidung zwischen Sicherheit und Risiko, zwischen dem väterlichen Bestattungsinstitut und den eigenen Träumen. Eine feinfühlige Geschichte über den Mut zu springen – genau der richtige Stoff für einen Abend in der besonderen Atmosphäre des Bahnhofs.
Und auch das ist typisch für die SuedLese Literaturtage: Nach Drucklegung des Programmfestes wurde noch die Lesung mit Nina Faecke – Gut, dass du nicht mehr da bist am 27.03. um 19 Uhr in der Skylounge des PHNX Co-Living (Skylounge), Hannoversche Straße 88a (gegenüber des Harburger Bahnhofs) gebucht. Die Hamburger Journalistin und Ghostwriterin Nina Faecke gewährt unterhaltsame und tiefgründige Einblicke in die Welt des Ghostwritings. Sie erzählt von geheimen Treffen und der Kunst, die Lebensgeschichten anderer – wie die der Sängerin Peggy March – zum Leben zu erwecken. Im Zentrum des Abends steht ihr aktueller SPIEGEL-Bestseller Gut, dass du nicht mehr da bist (Co-Autorin von Franziska Hohmann). Ein bewegendes, tabubrechendes Werk über die Befreiung aus einer toxischen Mutter-Tochter-Beziehung.
Aber auch das gehört zu einem Literaturfest, das nun immerhin vier Wochen geht: die von vielen mit Spannung erwartete Lesung am Montag (30.3., 18.30 Uhr) in der legendären Kneipe Zur stumpfen Ecke und mit Olivier David fällt krankheitsbedingt und ersatzlos aus.
Den krönenden Abschluss bildet dafür am Dienstag (31.3., 18.30 Uhr) die Philosophin Olga Shparaga im Kulturhaus Süderelbe. Sie analysiert die belarussische Demokratiebewegung und zeigt, wie Care-Arbeit zum politischen Akt gegen eine Diktatur werden kann. Ein Abend über Zivilcourage, der uns alle mit der Frage entlässt, was wir für unsere eigene Freiheit lernen können.
Ob Krimi-Spannung mit dem ehemaligen Rauschgiftfahnder Ben Westphal auf St. Pauli oder poetische Figurenstücke für die Kleinsten bei Theater Rosenfisch – diese letzte Woche bietet wirklich für jede*n etwas. Also, nutzen Sie die letzten Tage dieses Literaturmarathons und lassen Sie sich von der Begeisterung anstecken!
Die Termine im Überblick:
Di., 24. März, 19 Uhr: Hussein Geesey & Sorosh Satari – Ankommen in Harburg, Harburger Integrationsrat, Hermann-Maul-Str. 5, 21073 Hamburg; Eintritt: frei – Spende erwünscht
Mi., 25. März, 19 Uhr: Kea von Garnier – Restsommer, Stellwerk, Hannoversche Str. 85, 21079 Hamburg; Eintritt: frei – Spende erwünscht
Do., 26. März, 19 Uhr: Bärbel Wegner & Steven Haberland – Harburg. Das Buch, Bücherhalle Harburg, Eddelbüttelstraße 47a, 21073 Hamburg; Eintritt: 5 Euro
Fr., 27. März, 19 Uhr: Ulrich Lubda – In Übersee mit Zungen verschollen, Alles wird schön e.V., Friedrich-Naumann-Str. 27, 21075 Hamburg; Eintritt: frei – Hutspende erwünscht
Do., 27.03. | 19 Uhr: Nina Faecke – Gut, dass du nicht mehr da bist, Eintritt: 5 € | PHNX Co-Living (Skylounge), Hannoversche Straße 88a, 21079 Hamburg
Sa./So., 28./29. März, 10–14 Uhr: Laura Münker – Comics zeichnen (Ferienworkshop), VHS-Zentrum Harburg Carrée, Eddelbüttelstraße 47a, 21073 Hamburg; Kursgebühr: 28 Euro (Anmeldung erforderlich)
Sa., 28. März, 16 Uhr: Regina Denk – Der Fährmann, Buchhandlung am Sand, Hölertwiete 5, 21073 Hamburg; Eintritt: 15 Euro
Sa., 28. März, 18 Uhr: Ben Westphal – Der Bulle auf St. Pauli, Bücherhalle Kirchdorf, Wilhelm-Strauß-Weg 2, 21109 Hamburg; Eintritt: 8 Euro / erm. 5 Euro
Sa., 28. März, 19 Uhr: Maren Osten – Von Doppelgängern und Nachtgeflüster, Schlagzeugstudio Harburg, Heimfelder Str. 43a, 21075 Hamburg; Eintritt: frei – Spende erwünscht
Sa., 28. März, 10–14 Uhr: Bina Noss – Online-Schreibwerkstatt, Online via Zoom; Kursgebühr: 34 Euro (Anmeldung erforderlich)
So., 29. März, 11 & 12.45 Uhr: Theater Rosenfisch – Ich mach dich gesund, sagte der Bär (für Kinder), Bürgerhaus Wilhelmsburg, Mengestraße 20, 21107 Hamburg; Eintritt: 3 Euro (K) / 6 Euro (E)
So., 29. März, 11–16 Uhr: Jutta Martens – Szenisch-kreatives Schreiben (Workshop), VHS-Zentrum Harburg Carrée, Eddelbüttelstraße 47a, 21073 Hamburg; Kursgebühr: 44 Euro (Anmeldung erforderlich)
So., 29. März, 17 Uhr: Ben Westphal – Der Bulle auf St. Pauli, Amtshaus Moisburg, Auf dem Damm 5, 21647 Moisburg; Eintritt: 10 Euro
Mo., 30. März, 18.30 Uhr: Olivier David – Von der namenlosen Menge, Zur stumpfen Ecke, Rieckhoffstraße 14, 21073 Hamburg; Eintritt: frei – Spende erwünscht
Mo., 30. März, 19 Uhr: Abschlusslesung der Schreibwerkstatt (Jörn Waßmund), Treffpunkt HH-Süd, Knoopstraße 1, 21073 Hamburg; Eintritt: frei
Di., 31. März, 18.30 Uhr: Olga Shparaga – Die Revolution hat ein weibliches Gesicht, Kulturhaus Süderelbe (JoLa), Am Johannisland 2, 21147 Hamburg; Eintritt: frei
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