Anna Herbst https://www.tiefgang.net Fri, 05 Jun 2026 13:47:59 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0.2 Der Unbekannte, den alle kennen https://www.tiefgang.net/der-unbekannte-den-alle-kennen/ Sat, 06 Jun 2026 22:40:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13974 [...]]]> Wer in den 1950er bis 1970er Jahren aufgewachsen ist, hat sie vermutlich im Regal gehabt: Jugendbuch-Klassiker wie „Die Schatzinsel“, „Moby Dick“ oder die legendären Bände der „Fünf Freunde“. Doch hinter den dynamischen, oft mit kräftiger Rohrfeder gezeichneten Bildern steckte meist ein Name, der selbst den treuesten Leser*innen oft kein Begriff war: Kurt Schmischke.

Das Buxtehude Museum holt den Mann hinter den Klassikern nun aus der Anonymität. In Kooperation mit dem Kongress für Kinderbuchillustration „BUNTE HUNTE“ zeigt das Museum vom 13. Juni bis zum 12. Juli 2026 die Pop-up-Ausstellung „Kurt Schmischke – der unbekannte Illustrator, den alle kennen“.

Vom Entwurf zum Abenteuer

Die Ausstellung bietet einen seltenen Einblick in das Schaffen eines Mannes, der seine Karriere als Maler und Grafiker in Berlin begann und ab 1957 in Hamburg lebte. Schmischkes Stil – ein zügiger Strich, ein buntes Figurenrepertoire und eine ausgeprägte Liebe für alles Maritime – prägte das Erscheinungsbild der Jugendbuchkultur jener Jahrzehnte. In Buxtehude werden erstmals ausgewählte Werke aus dem wiederentdeckten Nachlass des Künstlers präsentiert, die den gesamten Prozess vom Erstentwurf bis zum fertigen Buchcover nachvollziehbar machen. Ein Muss für alle, die eine Reise in ihre eigene Kindheit antreten wollen.

Europäische Archäologietage als Bonus

Der Museumsbesuch in Buxtehude lohnt sich im Juni gleich doppelt. Passend zur Ausstellung begeht das Museum am Wochenende vom 13. und 14. Juni 2026 die Europäischen Archäologietage mit einem bunten Programm für die ganze Familie:

  • Samstag, 13. Juni, 15 bis 17 Uhr: „Perlenwerkstatt“ für die ganze Familie.
  • Sonntag, 14. Juni, 14 Uhr: Familienführung durch das Museum.
  • Sonntag, 14. Juni, 14 bis 15 Uhr: Vortrag der Stadtarchäologin Casha Ipach zum Gräberfeld von Immenbeck mit spannenden neuen Forschungsergebnissen.

Die Pop-up-Ausstellung ist bei freiem Eintritt im Veranstaltungsraum des Buxtehude Museums zu sehen: St.-Petri-Platz 11, 21614 Buxtehude | Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 11 bis 18 Uhr

Kontakt: Telefon 04161 50797-0 oder online unter buxtehudemuseum.de

Ob man nun wegen der maritimen Illustrationen von Schmischke kommt oder sich für die archäologische Spurensuche in der Region interessiert: Buxtehude ist in den kommenden Wochen ein lohnendes Ziel für Entdecker*innen.


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Die Stimme bleibt https://www.tiefgang.net/die-stimme-bleibt/ Tue, 02 Jun 2026 22:00:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13934 [...]]]> Man kann Esther Bejarano nicht in Aktenordnern fassen, doch man kann ihr Wirken dokumentieren. Genau das ist nun – fünf Jahr nach Ihrem Tod – in der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg (FZH) geschehen.

Der persönliche Nachlass der 2021 verstorbenen Überlebenden der Shoah, Aktivistin und unermüdlichen Mahnerin wurde erschlossen und öffnet nun – gefördert durch die Behörde für Kultur und Medien – ein Fenster in ein bewegtes Leben.

Was da in den Regalen der FZH am Beim Schlump liegt, ist weit mehr als eine private Sammlung. Es ist ein Destillat deutscher Nachkriegsgeschichte. Neben den amtlichen Dokumenten und den Zeugnissen ihres politischen Engagements im Auschwitz-Komitee birgt der Nachlass einen Schatz, der vielen unbekannt sein dürfte: die Musik.

Es ist eine unterschätzte Facette ihrer Biografie. Esther Bejarano war nicht nur Zeitzeugin; sie war Musikerin durch und durch. Ihre Liedtexte, Noten und Aufnahmen zeugen von einer Frau, die begriff, dass Musik eine Sprache ist, die dort weiterhilft, wo Worte an ihre Grenzen stoßen. Sie nutzte die Melodie als Waffe gegen das Vergessen und als Brücke zum Dialog. Dass diese Noten und persönlichen Aufzeichnungen nun im Archiv liegen, sichert nicht nur ihre politische Hinterlassenschaft, sondern auch ihr künstlerisches Vermächtnis. Es zeigt eine Frau, die das Unfassbare überlebte und daraus eine Lebensaufgabe machte: zu verhindern, dass die Melodie der Menschlichkeit verstummt.

Die Aufarbeitung ist in Zeiten zunehmender geschichtsrevisionistischer Tendenzen ein essenzielles Projekt. Prof. Dr. Kirsten Heinsohn, kommissarische Direktorin der FZH, betont, dass der Nachlass die seit mehr als 20 Jahren bestehenden Interviews der „Werkstatt der Erinnerung“ perfekt ergänzt. Die materielle Ebene – der Kalender, das Plakat, der Liedtext – macht den Weg von der Überlebenden zur streitbaren Aktivistin greifbar.

Kultursenator Dr. Carsten Brosda, der die Erschließung anlässlich einer Veranstaltung in dieser Woche würdigte, unterstrich: „Esther Bejaranos Stimme gegen Antisemitismus, Rassismus und das Vergessen wirkt bis heute weit über Hamburg hinaus.“

Was bleibt?

Dass der Nachlass nun für Forschung und Bildung zugänglich ist, bedeutet, dass das „Handwerkszeug“ ihres Kampfes erhalten bleibt. Esther Bejarano hat uns einen klaren Kompass hinterlassen. Dass ihre Dokumente – ihre Korrespondenzen ebenso wie ihre Partituren – nun der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen, ist ein wichtiger Schritt, um diesen Kompass für künftige Generationen zu bewahren.

Wer sich für die Arbeit des Archivs interessiert oder die Materialien für Bildungszwecke sichten möchte, findet unter zeitgeschichte-hamburg.de alle Informationen zum Zugang. Es ist ein Archiv, das nicht nur bewahrt, sondern das uns aktiv daran erinnert, dass Erinnerungskultur kein abgeschlossenes Kapitel ist, sondern ein Auftrag, der jeden Tag neu mit Leben – und Musik – gefüllt werden muss.

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Fußball, Masse und Macht https://www.tiefgang.net/fussball-masse-und-macht/ Mon, 01 Jun 2026 22:56:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13883 [...]]]> Hamburg bekommt eine neue Adresse für die Kultur, Kunst und Bildung. Und zur WM geht´s mit Schattenseiten des Fußballs los.

Während andernorts Flächen für Kultur oft nur schwer zu finden oder temporäre Provisorien sind, wächst im Johann Kontor am Klosterwall ein Ort heran, der langfristig überzeugen will. Ab Juni 2026 öffnet das „Kultur Kontor Hamburg“ seine Pforten – eine 700 Quadratmeter große Ausstellungs- und Veranstaltungsfläche, die sich mitten im Herzen der Stadt, unweit der Kunstmeile, als neuer kultureller Anlaufpunkt etablieren soll.

Es ist ein ungewöhnliches Konstrukt: Die Stiftung Historische Museen Hamburg (SHMH) agiert hier als Hauptnutzerin, unterstützt von der Kulturbehörde. Dass ein internationaler Logistik-Riese wie Maersk die Fläche als Mieter durch einen Mieterlass fördert, zeigt zudem, wie moderne Stadtentwicklung und Kulturförderung Hand in Hand gehen können.

Kultursenator Dr. Carsten Brosda findet für diese neue Allianz klare Worte: „Mit dem Kultur Kontor bekommt Hamburg eine weitere Kulturfläche in zentraler Lage. Es bietet uns die großartige Möglichkeit, die Fläche flexibel zu bespielen.“ Flexibilität ist hier das Schlagwort. Das Kontor soll keine statische Galerie sein, sondern ein atmender Raum. Die SHMH wird die Fläche nutzen, um Einblicke in ihre Großprojekte zu geben – allen voran das mit Spannung erwartete Deutsche Hafenmuseum.

Was das Projekt besonders macht, ist seine Diversität. Einmal im Jahr gehört die Bühne der Behörde für Kultur und Medien, die hier Arbeiten der Edwin-Scharff-Preisträger*innen präsentiert. Damit schlägt man eine direkte Brücke zur Hamburger Kunstszene und gibt zeitgenössischen Positionen einen Raum, der weit über die Grenzen klassischer Museumswände hinausreicht.

Prof. Dr. Hans-Jörg Czech, Direktor der SHMH, unterstreicht den Anspruch: „Die SHMH möchte diese Fläche im Zentrum der Stadt für Präsentationen und Veranstaltungsformate zu verschiedenen ihrer aktuellen Großprojekte nutzen.“ Es geht um Transparenz, um den Arbeitsprozess hinter der Museumsarbeit und darum, die Stadtgesellschaft teilhaben zu lassen an dem, was hinter den Kulissen entsteht.

Die Eröffnung am 9. Juni markiert den Startschuss. Mit dem Johann Kontor gewinnt Hamburg eine Fläche, die architektonisch in die Moderne passt und inhaltlich genau das bieten will, was die Innenstadt so dringend braucht: einen Ort des Innehaltens, der Information und der ästhetischen Überraschung. Ein Kontor, in dem nicht mit Containern, sondern mit Ideen gehandelt wird.

Architektur trifft auf kulturellen Anspruch

Die architektonische Einbettung des Kultur Kontors ist dabei weit mehr als nur eine gefällige Unterbringung im Erdgeschoss. Von Beginn an war die kulturelle Nutzung als integraler Bestandteil des Johann Kontors fest im städtebaulichen Vertrag verankert. Frank Holst, Geschäftsführer von AUG. PRIEN Immobilien, betont: „Für uns war diese Entscheidung ein zentraler Aspekt unserer Planung und Durchführung.“

Das Ergebnis: eine bestens ausgestattete, barrierefreie Fläche, die durch ihre prominente Lage direkt am Klosterwall eine Brücke zwischen geschäftlichem Treiben und kultureller Reflexion schlägt. Es ist ein Raum, der durch seine moderne Transparenz einlädt – ein „atmender Raum“, wie es Kultursenator Dr. Carsten Brosda treffend formulierte. Dass ein internationaler Logistik-Riese wie Maersk als Hauptmieter den Standort durch einen Mieterlass fördert, unterstreicht die Rolle des Kontors als gesellschaftliches Engagement mitten in der Innenstadt.

Fußball, Masse und Macht

Passend zur anstehenden Fußballweltmeisterschaft der Männer im Sommer 2026 schlägt das Kultur Kontor mit seiner Eröffnungsausstellung ein Kapitel auf, das weit über den Sport hinausgeht. Ab dem 9. Juni 2026 wird die Wanderausstellung „SPORT. MASSE. MACHT. Fußball im Nationalsozialismus“ präsentiert.

Dass der Startschuss gerade in einem so neuen, offen gestalteten Raum erfolgt, ist kein Zufall. Die von der what matters gGmbH und dem Sportmuseum Berlin kuratierte Schau stellt die Frage, wie der Sport – und speziell der Fußball – zur Stabilisierung und Propagierung nationalsozialistischer Ideologie instrumentalisiert wurde. In Hamburg wird diese Ausstellung gemeinsam von der SHMH sowie der Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte realisiert. Sie ist ein dringliches Angebot an das Publikum, die populärste Sportart der Welt einmal nicht nur unter Aspekten von Sieg und Niederlage zu betrachten, sondern als ein gesellschaftliches Feld, in dem Machtansprüche und ideologische Massenmobilisierung eine verheerende Allianz eingingen.

Die Ausstellung ist ein Auftakt, der verdeutlicht, welchen hohen Anspruch das Kultur Kontor Hamburg an sich selbst stellt: Hier soll nicht nur geschaut werden, hier soll diskutiert werden.

Ausstellungsdetails & Führungen

Für Interessierte, die sich tiefergehend mit den Inhalten der Ausstellung „SPORT. MASSE. MACHT.“ auseinandersetzen möchten, werden begleitende Führungen angeboten.

  • Eröffnung: 9. Juni 2026, 14.00 Uhr
  • Öffnungszeiten: Montag sowie Mittwoch bis Freitag von 10.00 bis 17.00 Uhr, Samstag und Sonntag von 10.00 bis 18.00 Uhr, Eintritt: Frei
  • Führungstermine: Informationen zu den aktuellen Terminen finden Interessierte auf der offiziellen Website: www.shmh.de/praesentationen/sport-masse-macht/
  • Vertiefende Infos zum Ausstellungsthema: sport-masse-macht.de

Ein Raum mit vielen Gesichtern

Die SHMH ist organisatorisch für das Programm verantwortlich. Man darf gespannt sein, welche weiteren Perspektiven sich hier in den kommenden Monaten eröffnen werden.

Das Programm des Kultur Kontors scheint klug konzipiert, um verschiedene Facetten der Hamburger Kulturlandschaft sichtbar zu machen. Denn die Stiftung Historische Museen Hamburg nutzt die Fläche künftig nicht nur als Galerie, sondern als aktive Plattform. Besonders spannend ist dabei der Fokus auf das Deutsche Hafenmuseum, das sich hier in einer intensiven Aufbauphase befindet. Besucher*innen erhalten die exklusive Möglichkeit, Einblicke in die Konzeption, die Objektauswahl und die komplexen Arbeitsverfahren dieses Großprojekts zu gewinnen – eine Art „Museum hinter den Kulissen“, das den Transformationsprozess unserer Stadtgeschichte erlebbar macht.

Edwin-Scharff-Preisträger*innen im Fokus

Ein weiterer Höhepunkt im Jahreskalender ist die jährliche Präsentation der Preisträger*innen des Edwin-Scharff-Preises, eine renommierte Auszeichnung Hamburgs, die seit 1955 jährlich an herausragende Künstler*innen für ihr Schaffen vergeben wird. Die Behörde für Kultur und Medien nutzt das Kultur Kontor dann für einen Monat, um diese herausragenden Leistungen in der bildenden Kunst ins Scheinwerferlicht zu rücken. In unmittelbarer Nähe zur Hamburger Kunstmeile entsteht so eine spannende Wechselwirkung: Die unmittelbare Nachbarschaft zu etablierten Institutionen schafft einen Dialog zwischen der arrivierten Kunstwelt und den frischen, preisgekrönten Positionen.

Ausblick:

Das Kultur Kontor versteht sich als „atmender Raum“. Die Mischung aus wechselnden Präsentationen der SHMH zu ihren Großprojekten und Modernisierungsvorhaben, temporären Ausstellungen zeitgenössischer Kunst durch Preisträger*innen und Informationsangeboten zum Deutschen Hafenmuseum sorgt für eine stete Dynamik, die dazu einlädt, öfter am Klosterwall vorbeizuschauen. Es ist diese bewusste Öffnung zur Stadtgesellschaft hin, die den besonderen Reiz ausmacht. „Das Kultur Kontor bietet uns die großartige Möglichkeit, die Fläche flexibel zu bespielen“, betonte Kultursenator Dr. Carsten Brosda – und genau diese Flexibilität scheint der Schlüssel zu sein, um aus einem reinen Ausstellungsort einen Ort der Begegnung zu machen.

Wer sich über das aktuelle Programm auf dem Laufenden halten möchte, findet alle Informationen unter www.shmh.de/kultur-kontor-hamburg. Das Kultur Kontor beweist schon jetzt, dass es nicht nur ein Raum für Exponate ist, sondern ein Ort, an dem die kulturelle Zukunft Hamburgs aktiv mitgestaltet wird.


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Leinen los im Süden https://www.tiefgang.net/leinen-los-im-sueden/ Fri, 29 May 2026 09:27:27 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13925 [...]]]> Wenn Anfang Juni der Duft von Fischbrötchen über den Kanalplatz weht und die ersten Takte Live-Musik die Hafenluft zum Vibrieren bringen, dann wissen wir: Das Harburger Binnenhafenfest läuft!

Es ist wieder soweit. Das Harburger Binnenhafenfest geht in die schon 24. Runde – und wer die vergangenen Jahre kennt, weiß, dass uns hier nicht nur ein Stadtteilfest erwartet, sondern ein maritimes Lebensgefühl, das Harburg so besonders macht.

Drei Tage, drei Bühnen, ein Hafen

Vom 5. bis zum 7. Juni 2026 wird das Gelände rund um den Kanalplatz, das „Wilde Wäldchen“ und den Lotsekai zur großen Bühne für die lokale und überregionale Kreativszene. Über 20 Acts, Bands und DJs sorgen auf drei Bühnen für einen Mix, der vom Blues Brothers Show-Feeling bis hin zu elektronischen Beats am Waggon reicht.

Das erwartet euch auf dem Wasser und an Land:

Das Herzstück des Harburger Binnenhafenfests bleibt natürlich das Element, dem der Stadtteil seinen Charakter verdankt: das Wasser. Wenn am ersten Juni-Wochenende die Leinen losgemacht werden, verwandelt sich das Hafenbecken in eine schwimmende Bühne der maritimen Geschichte.

Das diesjährige Wasserprogramm ist eine Einladung, den Hafen nicht nur als Kulisse, sondern als lebendiges Museum zu begreifen. Im Mittelpunkt steht die traditionelle Einlaufparade, bei der die historischen Schiffe ihre ganze Pracht entfalten und in den Binnenhafen einlaufen – ein Spektakel, das die maritime Tradition Harburgs eindrucksvoll unterstreicht.

  • Open Ships & Zeitreise: Wer wollte nicht schon immer einmal an Bord eines historischen Seglers gehen? Die „Open Ships“ ermöglichen es Besucher*innen, die Decks zu entern, mit den erfahrenen Crews ins Gespräch zu kommen und die Atmosphäre eines echten Fracht- oder Traditionsschiffs zu spüren. Es ist eine seltene Gelegenheit, Technikgeschichte aus nächster Nähe zu erleben.
  • Hafenrundfahrten: Für alle, die den Hafen einmal aus der Froschperspektive betrachten möchten, stehen kostenlose Hafenrundfahrten auf dem Programm. Vom Wasser aus erschließen sich völlig neue Blickwinkel auf die Architektur des Binnenhafens und den Wandel des Quartiers.
  • Maritime Dynamik: Neben den historischen Schätzchen sorgen auch Vorführungen auf dem Wasser für Bewegung im Becken. Ob es sich um kunstvolle Wendemanöver oder maritime Demonstrationen handelt – das Wasser ist an diesen Tagen der Ort, an dem die Hamburger Seemannstradition auf den modernen Harburger Spirit trifft.

„Das Wasser ist unser Markenzeichen“, betonen die Veranstalter immer wieder, und genau diese Verbindung macht den Besuch im Binnenhafen so authentisch. Ob man nun am Kai steht, den Blick über die Masten schweifen lässt oder direkt mit an Bord geht: Das Wasserprogramm ist die Seele des Festes.

Tipp: Besonders am Samstagvormittag, wenn die Parade ihren Höhepunkt erreicht, sollte man sich einen Platz direkt am Lotsekai sichern. Dort hat man die beste Sicht auf das Einlaufen der Schiffe und spürt das maritime Flair am intensivsten.

Programm für Entdecker: Auf Spurensuche im Binnenhafen

Das Harburger Binnenhafenfest ist aber auch für kleine Entdecker*innen ein riesiger Abenteuerspielplatz. Das „Programm für Entdecker“ ist in diesem Jahr besonders vielfältig gestaltet, um Neugier zu wecken und die kleinen Besucher*innen aktiv in das Geschehen einzubinden.

Wer die Welt mit wachen Augen erkundet, kommt am Kanalplatz und Umgebung voll auf seine Kosten. Das diesjährige Fest setzt stark auf das Konzept der aktiven Mitgestaltung:

  • Stempelregatta: Das absolute Highlight für junge Hafenentdecker*innen. Bei der Stempelregatta geht es nicht nur darum, von Station zu Station zu eilen, sondern den Hafen mit ganz neuen Augen zu sehen. An verschiedenen Anlaufpunkten rund um den Binnenhafen können Kinder Aufgaben lösen und sich ihre Stempelkarte füllen. Wer am Ende alle Stationen besucht hat, wird mit einer kleinen Überraschung belohnt.
  • Kreative Mitmach-Angebote: In den verschiedenen Aktionsbereichen können Kinder ihre eigene maritime Kreativität ausleben. Von Bastelstationen, an denen kleine Schiffe aus Naturmaterialien entstehen, bis hin zu spielerischen Elementen, die das Leben im Hafen verständlich machen – hier ist Anfassen und Ausprobieren ausdrücklich erwünscht.
  • Lebendiges Hafenwissen: Warum schwimmen Schiffe eigentlich? Und was machen die großen Kräne da eigentlich den ganzen Tag? Die Kinderprogramm-Partner vor Ort sind darauf eingestellt, solche Fragen nicht trocken zu beantworten, sondern spielerisch zu vermitteln. Das „Wilde Wäldchen“ bietet zudem Raum, um abseits der Bühnen laut zu sein, zu toben und die Natur im Stadtteil zu genießen.
  • Sicherheit und Entspannung: Da das Festgelände bewusst als Familienraum gestaltet ist, gibt es ausreichend Rückzugsmöglichkeiten. Eltern finden hier die nötige Gelassenheit, während die Kinder in betreuten oder gesicherten Bereichen auf Entdeckungstour gehen können.

Das Ziel des Programms ist klar: Das Binnenhafenfest soll nicht nur konsumiert werden, sondern als erlebbarer Raum für die nächste Generation dienen. Wenn die Kinder am Ende des Tages mit einer vollen Stempelkarte und einer Menge neuer Eindrücke nach Hause gehen, dann hat das Fest sein Ziel erreicht – die Stadt als lebendigen Lern- und Erlebnisort zu begreifen.

Tipp für Eltern: Die Stempelkarten sind an den zentralen Info-Points sowie an den gekennzeichneten Mitmach-Stationen erhältlich. Ein kurzer Blick auf die Übersichtskarte am Eingang lohnt sich, um die besten Routen für die „Entdecker-Tour“ zu planen!

Das Fest ist Begegnung pur: Das Fest lebt von den zahlreichen Harburger Vereinen und Institutionen, die hier zeigen, was unseren Stadtteil ausmacht – von interreligiösem Dialog bis hin zu handgemachter Kunst.

Mein Tipp: Nehmt das Fahrrad oder kommt entspannt mit den Öffentlichen (S-Bahn Harburg Rathaus ist nur zehn Minuten entfernt). Wer das Auto wählt, findet am Veritaskai Parkplätze, aber das Hafenflair genießt sich sowieso am besten zu Fuß mit einem Getränk in der Hand, während man den Blick über die Kaimauern schweifen lässt.

Musikalischer Hafen-Mix: Von Rock bis Groove

Das Herz des Binnenhafenfests schlägt natürlich nicht nur im Takt der Gezeiten, sondern vor allem im Rhythmus der Live-Musik. Mit insgesamt 29 Konzerten an drei Tagen wird der Hafen zu einer der größten Open-Air-Bühnen Hamburgs. Das Musikprogramm spiegelt dabei genau das wider, was Harburg ausmacht: Vielfalt, Leidenschaft und ein ordentliches Maß an Energie.

Ob man nun ein Fan von mitreißenden Tribute-Shows ist, sich von Singer-Songwriter-Klängen verzaubern lassen möchte oder den Abend lieber mit einem kühlen Getränk und treibenden Beats am Waggon ausklingen lässt – das Programm auf den diversen Bühnen hält für jeden Geschmack den passenden Soundtrack bereit:

  • Bühnenvielfalt: Über das Festgelände verteilt finden sich verschiedene Spielorte, die jeweils ihren ganz eigenen Charakter haben. Während die Hauptbühne am Kanalplatz für große Momente und die großen Ensembles reserviert ist, bieten die kleineren Bühnen im Lotsekai-Bereich oder im „Wilden Wäldchen“ intime Atmosphäre und Raum für musikalische Experimente.
  • Von Harburg für Harburg: Ein besonderes Augenmerk der Veranstalter liegt darauf, der lokalen Szene eine Plattform zu bieten. Viele der auftretenden Bands und Acts haben einen direkten Bezug zum Hamburger Süden, was den Konzerten eine sehr persönliche, nahbare Note verleiht. Es ist diese Mischung aus lokalen Talenten und erfahrenen Live-Acts, die das Binnenhafenfest so lebendig macht.
  • Elektronik trifft Live-Instrumente: Neben dem klassischen Band-Sound wird auch der elektronische Bereich stark bedient. Besonders am Waggon darf man sich auf Beats freuen, die den Hafen bei Sonnenuntergang in eine stimmungsvolle Tanzfläche verwandeln.

„29 Konzerte – das ist für ein Stadtteilfest eine Ansage“, unterstreicht die Veranstalter-Team, und das Line-up unterstreicht diesen Anspruch. Die Bühnen sind so platziert, dass man beim Schlendern zwischen den Ständen und Schiffen quasi „beim Vorbeigehen“ immer wieder in neue Klangwelten eintauchen kann.

Tipp: Wer kein Konzert verpassen möchte, sollte sich frühzeitig den aktuellen Spielplan an den Info-Points oder auf der offiziellen Fest-Website ansehen. Gerade die Auftritte in den Abendstunden, wenn die Hafenbeleuchtung die Szenerie in warmes Licht taucht, entwickeln eine ganz besondere Magie, die man als Harburg-Besucher*in nicht verpassen sollte.

24. Harburger Binnenhafenfest: 5. bis 7. Juni 2026

Rund um den Kanalplatz, Lotsekai & „Wildes Wäldchen“ | Eintritt: Frei

Mehr Infos: harburger-hafenfest.de


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Rost trifft Kaviar https://www.tiefgang.net/rost-trifft-kaviar/ Fri, 08 May 2026 13:50:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13805 [...]]]> Hamburgs schwimmendes Kulturgut geht wieder auf Reise – allerdings nur ein paar Schiffslängen weiter. Die Kulturbehörde verkündete stolz den neuen Liegeplatz für die MS Stubnitz: Ab Sommer 2026 soll der ehemalige DDR-Kühlschifffrachter am Baakenhöft festmachen.

Doch wer genau hinschaut, erkennt hinter der vermeintlichen Rettung ein altbekanntes Muster, das Kulturschaffenden in dieser Stadt den Angstschweiß auf die Stirn treiben dürfte.

Der neue Platz am Baakenhöft ist nicht irgendein Kai. Es ist das Areal, das sich der Logistik-Milliardär Klaus-Michael Kühne für sein Herzensprojekt ausgesucht hat: die neue Hamburger Staatsoper. Hier prallen Welten aufeinander. Auf der einen Seite die Stubnitz: ein rostiges, charmantes Industriedenkmal, ein Zentrum für experimentelle Musik, Industrial und Subkultur. Auf der anderen Seite die Vision einer Hochglanz-Oper, finanziert durch privates Mäzenatentum, das so gar nicht zum rauen Charme des Kirchenpauers passt.

Kultursenator Dr. Carsten Brosda lässt sich in der Pressemitteilung zitieren: „Mit dem neuen Liegeplatz am Baakenhöft sichern wir der MS Stubnitz eine attraktive und zentrale Perspektive im Hafen.“ Doch man fragt sich: Wie lange wird der Bass der Stubnitz-Anlage wummern dürfen, bevor die ersten Beschwerden über die „Lärmbelästigung“ der feinen Operngäste eintreffen? Es wirkt fast so, als wolle man die Subkultur als cooles Beiwerk behalten, solange sie das Image der HafenCity aufwertet, aber bitte nur so lange, bis die echten Bagger für die Oper anrollen.

Das ewige Provisorium: Ein Déjà-vu zum Molotow

Viel schwerer wiegt jedoch die politische Botschaft hinter dem Umzug. Wieder einmal ist von einer „Zwischenlösung“ die Rede. Die Behörde betont zwar: „Das Baakenhöft bietet ideale Bedingungen für den Weiterbetrieb des Kulturschiffs“, verschweigt aber, dass auch dieser Hafenplatz ein Ablaufdatum hat.

Die Geschichte der Hamburger Clubkultur ist gepflastert mit solchen Versprechen. Wir erinnern uns mit Grausen an das Molotow: Erst die Vertreibung von der Reeperbahn durch die maroden Esso-Häuser, dann die jahrelange Wanderung durch Exile und Provisorien. Jedes Mal hieß es, man suche eine dauerhafte Lösung, und jedes Mal endete es in einer neuen, temporären Notunterkunft. Dass Brosda nun von einer „wichtigen Brücke für die Zukunft“ spricht, klingt in den Ohren derer, die das Molotow-Dilemma miterlebt haben, eher nach einer Vertröstungstaktik.

Dass die Stadt es auch nach Jahrzehnten nicht schafft, einem international renommierten Kulturdenkmal wie der Stubnitz einen festen, unumstößlichen Liegeplatz zu garantieren, ist ein Armutszeugnis. Ein echtes Bekenntnis zum schwimmenden Club sieht anders aus. Stattdessen wird die Stubnitz wie eine Schachfigur auf dem Hafen-Spielbrett hin- und hergeschoben, immer dorthin, wo gerade noch Platz ist, bevor der nächste Investor zuschlägt.

Die Stubnitz am Baakenhöft – das klingt nach Abenteuer, nach Freiheit und nach Hafen. Doch es schmeckt auch nach der nächsten Vertreibung auf Raten. Wer die Kultur einer Stadt nur in Provisorien denkt, riskiert, sie irgendwann ganz zu verlieren. Es wird Zeit, dass die Politik aufhört, schockiert zu sein, wenn ein Provisorium endet, und stattdessen endlich den Mut aufbringt, Räume für Subkultur dauerhaft zu schützen. Auch wenn sie keinen Opernfrack tragen.

„Wir freuen uns auf die kommenden Jahre am Baakenhöft“, lässt das Team der Stubnitz verlauten – ein Zweckoptimismus, den man ihnen kaum verübeln kann. Doch Gehen wir also an Bord, solange wir noch dürfen. Denn in Hamburg weiß man nie, wie lange ein „Sommerplatz“ wirklich hält. Wer einen Konzertbesuch wagen will: https://www.stubnitz.com/


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Wie wollen wir erinnern? https://www.tiefgang.net/wie-wollen-wir-erinnern/ Wed, 29 Apr 2026 22:36:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13737 [...]]]> Hamburg hat gefeiert – und zwar dort, wo die Kultur ihre tiefsten Wurzeln schlägt: in den Stadtteilen. In der Halle 424 im Oberhafen wurde am 27. April der Hamburger Stadtteilkulturpreis 2026 verliehen.

Es war ein Abend voller Emotionen, moderiert von der Slampoetin Mona Harry, bei dem eines klar wurde: Stadtteilkultur ist kein nettes Beiwerk, sondern das Rückgrat unseres gesellschaftlichen Zusammenhalts.

Der mit 10.000 Euro dotierte Hauptpreis ging in diesem Jahr nach Jenfeld an das Projekt „Wie wollen wir erinnern?“ vom Salon International. Das Team rund um den sogenannten Tansania-Park hat etwas geschafft, das oft schwierig ist: Sie haben die schwere Kost der Kolonialgeschichte direkt in die Nachbarschaft geholt.

Das Projekt ist ein offener Dialograum. Hier treffen Künstler*innen auf Expert*innen und Anwohner*innen, um gemeinsam zu verhandeln, wie wir heute mit Denkmälern und Geschichte umgehen. Die Jury war begeistert von der „vieltenstimmigen“ Herangehensweise, die auch die Schwarze Community aktiv einbindet. Erinnerung wird hier nicht von oben verordnet, sondern im Alltag erfahrbar gemacht. Kultursenator Dr. Carsten Brosda brachte es auf den Punkt: Solche Projekte öffnen Räume für Dialog, die wir in Zeiten sich verhärtender Debatten dringender denn je brauchen.

Auch das Publikum durfte mitmischen. Über 57 Projekte waren eingereicht worden, zehn schafften es ins Finale. Der mit 2.000 Euro dotierte Publikumspreis ging schließlich an die „Voices of Bahrenfeld“.

Rund 500 Schüler*innen der Esther-Bejarano-Schule haben ihren Stadtteil in einem Audio-Walk neu erzählt. Es ist ein Projekt der Kulturagent:innen Hamburg, das zeigt, wie viel Kraft darin liegt, wenn die junge Generation ihre eigene Perspektive auf die Stadtgeschichte hörbar macht. Wer diesen Audio-Walk hört, begreift Bahrenfeld durch die Augen derer, die dort aufwachsen – authentisch, innovativ und absolut preiswürdig.

Dass der Preis von Schwergewichten wie der Hamburgischen Kulturstiftung, der Gabriele Fink Stiftung und der Patriotischen Gesellschaft getragen wird, unterstreicht die Relevanz. Stadtteilkultur bringt die Kunst dorthin, wo die Menschen leben. Sie ist nahbar, sie ist relevant und sie ist der Ausdruck einer vielfältigen Stadtgesellschaft.

Herzlichen Glückwunsch an Jenfeld und Bahrenfeld – und an alle zehn Finalist*innen, die Hamburg ein Stück weit bunter und reflektierter machen.



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Ein Date mit dem Nachtwächter https://www.tiefgang.net/ein-date-mit-dem-nachtwaechter/ Mon, 27 Apr 2026 22:58:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13717 [...]]]> Wenn die Sonne langsam hinter den Giebeln der historischen Altstadt versinkt und die Schatten in den Gassen von Buxtehude länger werden, beginnt eine ganz besondere Zeit.

Während die meisten Menschen den Feierabend einläuten, rüstet sich im Buxtehude Museum eine Gruppe von Expert*innen für ihren Einsatz. Es ist die Zeit der Stadtführer*innen, die uns zeigen, dass die Hansestadt weit mehr zu bieten hat als die berühmte Sage von Hase und Igel.

Eines der absoluten Highlights im aktuellen Programm sind die Nachtwächter-Führungen. Wer hat sich nicht schon einmal gefragt, wie es sich anfühlte, als die Stadtmauern noch Schutz und Gefängnis zugleich waren? Wenn der Nachtwächter in seiner traditionellen Tracht, mit Hellebarde und Laterne bewaffnet, durch die Flethe zieht, erwacht das Mittelalter zum Leben.

Es sind diese Momente, in denen die Geschichte greifbar wird – weg von staubigen Jahreszahlen, hin zu echten Schicksalen, dunklen Legenden und den kleinen Anekdoten, die man in keinem Schulbuch findet. Die Teilnehmer*innen werden Teil einer Inszenierung, die Buxtehude in ein völlig neues Licht rückt.

Doch auch für die Tageslicht-Begeisterten gibt es reichlich Futter. Die klassischen Stadtführungen nehmen uns mit auf eine Reise durch die glanzvolle Hansezeit. Man flaniert entlang des Viver, entdeckt versteckte Hinterhöfe und erfährt, warum die Architektur der Stadt so eng mit dem Wasser verwoben ist. Das Schöne daran: Die Führung richtet sich nicht nur an Tourist*innen. Auch eingefleischte Buxtehuder*innen werden überrascht sein, welche Geheimnisse sich hinter Fassaden verbergen, an denen man täglich achtlos vorbeiläuft.

Damit man seinen Ausflug in die Geschichte planen kann, kommen hier die harten Fakten. Das Team des Buxtehude Museums hat die Organisation gewohnt professionell im Griff:

  • Termine & Start: Die Führungen finden regelmäßig statt (meist an den Wochenenden). Der zentrale Treffpunkt ist in der Regel direkt vor dem Buxtehude Museum (St.-Petri-Platz 9). Alle Themen und Temrine hier: www.buxtehude.de/stadtfuehrung
  • Kosten:
    • Klassische Stadtführung: 7,00 Euro pro Person.
    • Nachtwächter-Führung: 9,00 Euro pro Person.
    • Kinder bis 14 Jahre zahlen oft einen ermäßigten Preis oder sind in Begleitung sogar kostenfrei dabei (kurze Rückfrage lohnt sich!).
  • Anmeldung: Ganz wichtig – eine vorherige Anmeldung ist aufgrund der begrenzten Teilnehmer*innenzahl erforderlich. Das geht ganz unkompliziert per E-Mail an buchung@buxtehudemuseum.de oder telefonisch unter 04161 50797-0.

Wer also Lust auf einen Perspektivwechsel hat und Buxtehude einmal mit den Augen derer sehen will, die die Stadt seit Jahrhunderten „bewachen“, sollte sich diesen Frühling einen Platz sichern. Es lohnt sich!

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Ein Künstlerdorf zum Hafenfest https://www.tiefgang.net/ein-kuenstlerdorf-zum-hafenfest/ Sun, 12 Apr 2026 22:45:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13610 [...]]]> Wenn im Juni das 24. Harburger Binnenhafenfest die Segel setzt, geht es längst nicht mehr nur um Schiffe und Schanty-Chöre. Inmitten von Fischbrötchenduft und Takelagengeschnack entsteht 2026 etwas völlig Neues: Ein begehbares Künstlerdorf.

Hinter der Vision des „PORT ART FESTIVAL“ stecken zwei Köpfe, die man im Hamburger Süden kennt wie bunte Hunde: Resi und Bernd Muss.

Resi, die mit ihrer „Resis Art“ normalerweise den Kulturkiosk an der Blohmstraße beim „Art Cornern“ in eine Freiluftgalerie verwandelt, und Bernd Muss, der Meister des maritimen Treibguts und der Street-Art, bündeln ihre Kräfte. Ihr Plan: Eine 100 Quadratmeter große Fläche direkt am Wasser wird zum Epizentrum der lokalen Kreativszene.

„Wir wollen Kunst sichtbar machen – und zwar dort, wo das Leben tobt“, so der Tenor der Initiator*innen. Statt weißer Galeriewände gibt es weiß gestaltete Bauzaunwände, statt steriler Stille herrscht Hafenatmosphäre. Bis zu 15 Kunstschaffende aus Harburg und dem Umland sollen hier ihr Zuhause auf Zeit finden.

Das Besondere an diesem „Künstlerdorf“ ist die Unmittelbarkeit. Wer hier ausstellt, muss auch da sein. Keine anonymen Schilder, sondern echte Gespräche zwischen Pavillons und Kuchengabeln. Besucher*innen werden mit einer Postkarte begrüßt, die wie ein kleiner Kompass durch die Vielfalt der Stile führt – und ein Kuchengutschein sorgt dafür, dass die Verweildauer (und die Gesprächsbereitschaft) steigt.

Es ist dieser typische Harburger Spirit: Man macht es einfach. Man vernetzt sich. Unterstützt durch den Sponsor Schüthe Druck & Verlag, verwandelt sich eine kahle Fläche in einen Ort der Begegnung. Port Art ist dabei mehr als eine einmalige Show; es ist der Versuch, die Erfahrungen des „Art Cornerns“ in den großen, öffentlichen Raum des Hafens zu tragen.

Aufruf an die Szene: „Wir suchen dich!

Noch ist das Dorf nicht voll besetzt. Bernd Muss und Resi rufen die lokale Kunstszene dazu auf, Teil dieser Premiere zu werden. Ob Malerei, Skulptur oder Street-Art – gesucht werden Künstler*innen, die Lust haben, ihren Elfenbeinturm gegen eine Meeresbrise einzutauschen.

Wer dabei sein will, sollte nicht lange fackeln: Die Bewerbungsfrist läuft bis zum 30. April 2026. Es ist die Chance, Teil eines Formats zu werden, das Kunst nicht nur zeigt, sondern sie mitten in das Herz des Harburger Sommers pflanzt.

Der Ruf des Hafens – So seid ihr dabei:

  • PORT ART FESTIVAL im Rahmen des 24. Harburger Binnenhafenfests
  • 5. bis 7. Juni 2026
  • Bewerbung mit Foto der Arbeiten und kurzer Info an info@resis-art.de oder info@berndmuss.de
  • Deadline: 30. April 2026

Gehen wir cornern – diesmal im großen Stil am Kai!

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Crazy Creatures in City Galerie https://www.tiefgang.net/crazy-creatures-in-city-galerie/ Fri, 10 Apr 2026 22:14:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13621 [...]]]> Die KunstPassage im Durchgang der Harburger City Galerie hat seit Ostern einen Neuen Hingucker: Yvonne Lautenschläger stellt als nunmehr dirtte Künstlerin dort aus.

Wer sagt eigentlich, dass der Weg zur Arbeit oder zum Einkaufen grau sein muss? In der Harburger City Galerie wird dieser Mythos gerade Stein für Stein – oder besser: Leinwand für Leinwand – abgebaut. Seit Ostern weht ein neuer, ziemlich verrückter Wind durch die KunstPassage. Yvonne Lautenschläger hat die Glasvitrinen im Durchgang zwischen Lüneburger Straße und Harburger Ring übernommen, und sie hat Gesellschaft mitgebracht: ihre „Crazy Creatures“.

Nach den abstrakten Köpfen von Frank Vaders und der tropischen Farbgewalt von Thomas Behrens schlägt die Kunstleihe Harburg nun das dritte Kapitel ihres einjährigen Projekts auf. Yvonne Lautenschlägers Ausstellung „Crazy Creatures & Patterns“ ist genau das, was der Name verspricht: eine Explosion aus Humor, leuchtenden Pigmenten und Formen, die sich nicht so recht entscheiden wollen, ob sie nun Abstraktion oder Fabelwesen sind.

Lautenschläger, die unter ihrem Künstlernamen „medea“ firmiert, kombiniert großformatige Acrylwerke mit einer fast schon plakativen Hintergrundgestaltung. Ihre Kreaturen blinzeln Passant*innen mit einem Augenzwinkern entgegen – mal verspielt, mal nachdenklich, aber immer mit einer Prise Ironie, die den Alltagstrott für einen Moment unterbricht.

Von der Wissenschaft zur wilden Leinwand

Besonders faszinierend ist die Frau hinter den Pinseln. Geboren 1964 in Bielefeld, führte ihr Weg erst über ein naturwissenschaftliches Studium und Jahre im Beruf, bevor sie sich traute, ihrem lebenslangen Traum Raum zu geben. Heute ist ihre Kunst international gefragt – von der Artfair Beijing bis hin zur Hamburger Bunkerhill Galerie.

Dass sie nun ausgerechnet in der Harburger Innenstadt ausstellt, ist ein Glücksfall für das Quartier. Unterstützt durch den Verfügungsfonds „Mitten in Harburg“, zeigt dieses Projekt einmal mehr, wie man ungenutzte Flächen im öffentlichen Raum mit Leben füllen kann. Die Kunst kommt hier nicht nur zu den Menschen, sie bleibt auch: Wer sich unsterblich in eines der Wesen verliebt, kann die Originalwerke sogar direkt über die Kunstleihe Harburg für das eigene Wohnzimmer entleihen.

Ein Farbtupfer bis zum Sommer

Die „Crazy Creatures“ bleiben uns bis Ende Juni 2026 erhalten. Es ist eine Einladung, den Blick vom Smartphone zu heben und sich von der Freude am Unerwarteten verzaubern zu lassen. Ein kleiner Urlaub für die Augen – mitten im Harburger Ring.

Ausstellung „Crazy Creatures & Patterns“: bis Ende Juni 2026 während der Öffnungszeiten der City Galerie frei zugänglich. Weitere Einblicke in das Schaffen der Künstlerin gibt es auf ihrer Website www.medeas.space. Informationen zum Ausleih-Service finden sich bei der Kunstleihe Harburg unter www.kunstleihe-harburg.de.

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Mehr als Pelz und Pfoten https://www.tiefgang.net/mehr-als-pelz-und-pfoten/ Wed, 04 Mar 2026 23:49:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13455 [...]]]> Wer an Märchen denkt, hat meistens Prinzessinnen, mutige Schneiderlein oder finstere Wälder im Kopf. Doch schauen wir mal genau hin: Wer rettet denn den Helden aus der Patsche? Wer flüstert denn der Müllerstochter die entscheidenden Worte zu? Es sind die Tiere. Und sie sind weit mehr als nur schmückendes Beiwerk. Am 12. März lädt das Buxtehude Museum zu einer Expedition in das tierische Unterholz der Erzählkunst ein – geleitet von einer echten Expertin.

Dr. Hanna Dose, die jahrelang das Deutsche Märchen- und Wesersagenmuseum in Bad Oeynhausen leitete, bringt Licht ins Dunkel der Fabelwesen. Denn im Märchen ist nichts, wie es scheint. Ein Löwe ist hier selten einfach nur ein Raubtier, und ein Krokodil trägt vielleicht die Weisheit der Jahrhunderte in sich.

Tiere im Märchen sind Grenzgänger*innen. Sie sprechen, sie lieben, sie leiden und sie rächen sich. Oft sind sie verzauberte Menschen, die erst durch eine schier unlösbare Aufgabe zu ihrer wahren Gestalt zurückfinden. Diese enge, fast magische Verbindung zwischen Mensch und Tier ist ein radikaler Gegenentwurf zu unserer heutigen, oft rein rationalen oder über-emotionalisierten Sicht auf unsere Mitgeschöpfe.

Warum ist der Fuchs eigentlich schlau und der Wolf böse? Dr. Dose wird in ihrem Vortrag aufzeigen, dass diese Charakterisierungen oft mehr über uns Menschen verraten als über die Tiere selbst. Wir spiegeln unsere eigenen Ängste, Sehnsüchte und Moralvorstellungen in den stummen (oder eben sprechenden) Protagonisten. Die Tiere agieren als Helfer, Ratgeber oder eben als gefährliche Gegenspieler*innen, die uns an unsere Grenzen führen.

Der Abend ist eingebettet in die aktuelle Sonderausstellung „Läuft…! Hase und Igel im Wandel der Zeit“. Vor dem Vortrag, ab 18 Uhr, können die Besucher*innen exklusiv erkunden, warum gerade Buxtehude diese ganz besondere Aura als Märchenstadt genießt. Kuratorin Tanja Gissel gibt dabei spannende Einblicke in die Spurensuche rund um den berühmtesten Wettlauf der Welt.

Es ist diese Mischung aus wissenschaftlicher Tiefe und lokaler Leidenschaft, die den Abend so versprechend macht. Und wer danach noch nicht genug hat, kann am Büchertisch der Buchhandlung „Schwarz auf Weiß“ direkt Nachschub für die eigene Hausbibliothek sichern.

Ein Muss für alle, die wissen wollen, was uns Tiere heute noch zu sagen haben – und warum wir ohne ihre magische Hilfe im Märchenwald wohl ziemlich verloren wären.

auf einen Blick:

Die Veranstaltung findet am Do., 12. März 2026, um 19 Uhr im Buxtehude Museum statt. Für 7,00 Euro ist der exklusive Besuch der Sonderausstellung (ab 18 Uhr) bereits inklusive. Da die Plätze im Märchenkosmos begehrt sind, wird eine Anmeldung unter buchung@buxtehudemuseum.de oder telefonisch unter 04161 50797-0 empfohlen.

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