Musik – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Wed, 14 Jan 2026 15:35:09 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.3 Eine Hommage an den Mut https://www.tiefgang.net/eine-hommage-an-den-mut/ Sat, 17 Jan 2026 15:24:47 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13126 [...]]]> Es gibt Momente in der Geschichte einer Stadt, in denen ein Funke überspringt, der weit über die Jahrzehnte hinaus leuchtet. Für Hamburg war ein solcher Moment das Jahr 1926, als Ida Dehmel die GEDOK ins Leben rief.

Heute, 100 Jahre später, blicken wir auf ein Jahrhundert geballter weiblicher Kreativität und politischer Durchsetzungskraft zurück. Die „Gemeinschaft Deutscher und Oesterreichischer Künstlerinnen und Kunstfreundinnen“, kurz Gedok, ist nicht weniger als das europaweit älteste und größte Netzwerk für Künstlerinnen aller Sparten. Und wo ließe sich dieses Jubiläum besser feiern als an seinem Geburtsort?

Ida Dehmel war eine Visionärin mit einem untrüglichen Gespür für Synergien. In einer Zeit, in der Frauen in der Kunstwelt oft noch als schmückendes Beiwerk oder bestenfalls als talentierte Dilettantinnen belächelt wurden, schuf sie eine Struktur, die Professionalität und Solidarität verband. Ihr Hamburger Wohnhaus wurde zum Epizentrum eines interdisziplinären Austauschs, der Musik, Literatur und Bildende Kunst zusammenführte. Es ging nie nur um Ästhetik, es ging um Existenzsicherung und Sichtbarkeit.

Das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG) widmet diesem Jahrhundertprojekt nun die große Schau Künste, Frauen, Netzwerk. 100 Jahre GEDOK. Wer durch die Räume geht, spürt sofort die Energie, die von diesem Aufbruch ausging. Die Ausstellung ist weit mehr als eine historische Rückschau; sie ist eine Analyse von Machtstrukturen und der Kraft der Gemeinschaft. Besonders faszinierend ist, wie hier die Gründungsjahre in Hamburg lebendig werden. Namen wie Anita Rée oder die Textilkünstlerin Maria Brinckmann tauchen auf – Frauen, die das Gesicht der Hamburger Moderne prägten und in der GEDOK eine Heimat fanden.

Was man sich bei diesem Jubiläumsprogramm unbedingt merken sollte, ist die Vielschichtigkeit der Exponate. Es sind nicht nur Gemälde oder Skulpturen zu sehen, sondern auch Dokumente, die den zähen Kampf um Anerkennung belegen. Ein absolutes Highlight im MKG ist die Aufarbeitung der spartenübergreifenden Zusammenarbeit. Die GEDOK verstand sich von Anfang an als Brücke: Komponistinnen trafen auf Schriftstellerinnen, Fotografinnen auf Kunstgewerblerinnen. Diese Offenheit ist bis heute der Kern der Organisation.

Ein weiterer Programmpunkt, der aus der Masse heraussticht, ist die Veröffentlichung des Jubiläumsbuchs. Es ist kein klassischer Wälzer, der nur im Regal verstaubt, sondern ein lebendiges Zeugnis einer Bewegung, die sich auch durch die dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte nicht gänzlich unterkriegen ließ. Die Texte beleuchten kritisch die Rolle der GEDOK während der NS-Zeit, die Vertreibung jüdischer Mitglieder – darunter auch die Gründerin Ida Dehmel selbst – und den mühsamen Wiederaufbau nach 1945. Diese Ehrlichkeit in der Aufarbeitung macht das Jubiläum erst wirklich würdig.

Hamburg feiert in diesem Jahr also nicht nur einen Verein, sondern eine Idee, die heute so aktuell ist wie eh und je. In Zeiten, in denen über Gender-Pay-Gap in der Kultur und die Repräsentanz von Frauen in großen Museen gestritten wird, wirkt das Vermächtnis von Ida Dehmel wie ein Kompass. Die GEDOK ist kein museales Relikt, sondern ein pulsierendes Netzwerk, das heute über 20 Regionalgruppen umfasst.

Wer sich für die Kulturpolitik der Hansestadt und die Rolle der Frau in der Kunst interessiert, kommt an dieser Jubiläumsschau nicht vorbei. Sie fordert uns heraus, neugierig zu bleiben und den Blick für jene Strukturen zu schärfen, die Kunst erst möglich machen. Die Ausstellung im MKG läuft als zentraler Ankerpunkt und bietet neben den visuellen Genüssen auch Raum für Diskussionen und Konzerte, die den Geist der Gründerzeit in die Gegenwart holen.

Es ist eine Hommage an den Mut, sich zusammenzuschließen, und eine Einladung, die künstlerische Qualität zu entdecken, die oft erst durch ein starkes Netzwerk im Rücken zur vollen Entfaltung kommen kann. 100 Jahre GEDOK – das ist ein verdammt guter Grund, in die Hamburger Kunstgeschichte einzutauchen und gleichzeitig die Weichen für die nächsten 100 Jahre zu stellen.

Künste, Frauen, Netzwerk. 100 Jahre GEDOK bis zum 30. August 2026 im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG) Steintorplatz, 20099 Hamburg Telefon: 040 428134880 www.mkg-hamburg.de

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Ein Club ist mehr als seine Dezibelzahl https://www.tiefgang.net/ein-club-ist-mehr-als-seine-dezibelzahl/ Fri, 16 Jan 2026 15:18:47 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13122 [...]]]> Die Stadt ist ein empfindliches Ökosystem, ein Geflecht aus Sehnsüchten, die oft diametral entgegengesetzt verlaufen. Und so wird oft gefragt: Lärm oder laut?

Während die einen das pulsierende Leben, den Bass in der Magengrube und die ekstatische Gemeinschaft der Clubkultur suchen, fordern die anderen das Recht auf nächtliche Ruhe in ihren immer teurer werdenden Eigentumswohnungen. In diesem Spannungsfeld zwischen Kulturgenuss und Ruhebedürfnis setzt nun ein neues Förderprogramm des Bundesbauministeriums an, das die Koexistenz von Clubkultur und Wohnen technisch untermauern soll.

Das Bundesprogramm Schallschutz, kurz BSSP, zielt darauf ab, die bauliche Resilienz der Livemusikspielstätten zu stärken. Es ist ein spätes Eingeständnis der Politik, dass Clubs nicht bloße Vergnügungsstätten, sondern schützenswerte Kulturorte sind. Über die Initiative Musik werden Mittel bereitgestellt, um Clubbetreiber*innen bei kostspieligen Schallschutzmaßnahmen zu unterstützen. Das Spektrum reicht von baulichen Veränderungen an Fassaden und Dächern bis hin zur Installation hochmoderner, limitergesteuerter Soundsysteme. Es geht darum, den Schall dort zu halten, wo er hingehört: im Inneren des Clubs, weg von den Ohren der Nachbar*innen.

Hamburg ist für diese Problematik ein historisch gewachsenes Laboratorium. Die Hansestadt hat in der Vergangenheit schmerzhaft erfahren müssen, was passiert, wenn die Verdrängung durch Lärmbeschwerden und Gentrifizierung ungebremst voranschreitet. Man denke an das Molotow, das bereits mehrfach seinen Standort wechseln musste, oder an die langwierigen Debatten rund um die Sternbrücke. Hier kollidieren die Interessen der Stadtentwicklung massiv mit der gewachsenen Subkultur. Oft reichte die Beschwerde einer einzelnen Person aus der neu zugezogenen Nachbarschaft, um traditionsreiche Orte an den Rand des Abgrunds zu treiben. Die Schließung des Golem am Fischmarkt oder die Konflikte um die Clubnutzung auf der Elbinsel Wilhelmsburg sind weitere Mahnmale einer Stadtplanung, die den Schallschutz zu lange als Privatvergnügen der Veranstalter*innen begriffen hat.

Mit dem neuen Förderprogramm wird die technische Aufrüstung nun zur kulturpolitischen Strategie. Es ist ein Versuch, den Gordischen Knoten aus Lärmschutzverordnung und Kulturerhalt zu durchschlagen. Dass dies notwendig ist, zeigt der Blick in die Praxis: Bauliche Maßnahmen zur Schalldämmung sind für die meisten Betreiber*innen kleinerer Läden ohne staatliche Hilfe schlicht nicht finanzierbar. Die Initiative Musik übernimmt hier eine zentrale Rolle bei der Verteilung der Gelder, um sicherzustellen, dass nicht nur die großen Player, sondern auch die für das Stadtklima so wichtigen Nischenorte profitieren.

Dennoch bleibt abzuwarten, ob die bauliche Trennung von Innen und Außen ausreicht, um den sozialen Frieden im Quartier zu sichern. Ein Club ist mehr als seine Dezibelzahl; er ist ein Ort der Begegnung, der auch vor der Tür stattfindet. Schallschutzfenster helfen gegen den Bass, aber kaum gegen die angeregten Gespräche der Besucher*innen auf dem Gehweg. Das Förderprogramm ist daher ein wichtiger Schritt, doch die eigentliche Aufgabe für die Stadtplaner*innen und Kulturschaffenden bleibt die Moderation zwischen den verschiedenen Lebensentwürfen in einer immer enger werdenden Stadt.

Aber auch für Hamburgs Clublandschaft könnte dieses Programm eine Atempause bedeuten. Es gibt den Betreiber*innen die Möglichkeit, proaktiv zu handeln, bevor das erste Ordnungsgeld fällig wird. In einer Zeit, in der jeder Quadratmeter umkämpft ist, ist die Investition in Stein, Wolle und Glas letztlich eine Investition in die Freiheit der Kunst. Denn nur wenn der Lärm draußen bleibt, darf es drinnen weiterhin laut und lebendig zugehen.

Alle Infos zum Förderprogramm hier: www.initiative-musik.de

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Club-Hoffnung im Oberhafen-Dschungel https://www.tiefgang.net/club-hoffnung-im-oberhafen-dschungel/ Fri, 19 Dec 2025 23:15:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13011 [...]]]> Der Hamburger Oberhafen, einst ein raues Areal aus Gleisen und Güterhallen, pulsiert längst als Herzschlag der Kreativszene. Bald wird es um einen Club reicher.

Doch jede pulsierende Metropole braucht ihre Dunkelkammern, ihre Echokammern, in denen der gesellschaftliche Takt neu justiert wird: die Clubs. Und genau in diese Bresche springt nun ein neuer Player mit einem vielversprechenden Namen – das glimmer.

Wo früher der Club Moloch tobte, kehrt nun, nach einem transparenten Interessensbekundungsverfahren, die Nachtkultur zurück. Die Sanierung der Flächen im ehemaligen Lokschuppen läuft bereits, um für die Saison 2026/2027 ein neues Juwel der Clublandschaft zu enthüllen. Es ist ein entschlossenes Signal in einer Zeit, in der die Existenz vielerorts leider nicht sonderlich gut geht, aber in Hamburg das Potenzial der Szene sicherlich noch nicht erschöpft ist.

Die Entscheidung für das glimmer ist eine Bestätigung des Kurses, den die HafenCity und die Kulturbehörde seit Jahren im Oberhafen fahren. Senator Dr. Carsten Brosda sieht in dieser Entwicklung die Stärkung jener kulturellen Herzkammern, die für die Stadt so essenziell sind. „Der neue Club glimmer wird, gemeinsam mit den Clubs an den Deichtorkasematten, die Vielfalt der Musikstadt Hamburg bereichern“, sagt er. Die Vision ist klar: Die Gegend vom Klosterwall bis zum Oberhafenquartier entwickelt sich zur „kreativen Meile aus Musik, bildender Kunst, Fotografie und Kreativwirtschaft, die viel Platz für Kunst und Kultur bietet. Wir brauchen diese kreativen Herzkammern, in denen Kultur und gesellschaftlicher Zusammenhalt entstehen können.“

Diese kulturelle Verankerung wird von der HafenCity Hamburg GmbH aktiv vorangetrieben. Geschäftsführerin Christina Geib freut sich besonders, dass nun ein „ganz neuer Player die Hamburger Club-Szene bereichern wird“, an einem Ort, der mit der Halle 424 schon lange Pionierarbeit für Jazz und Klassik geleistet hat.

Mehr als nur Bässe: Das Kulturzentrum glimmer

Was Anton Burmester, Johann Kipping und Luke Mehrhoff vom Team glimmer in den Lokschuppen bringen, ist bewusst mehr als ein reiner Nachtclub. Ihr Konzept ist ambitioniert und tief in der Community verwurzelt. Das glimmer soll ein „Ort der Begegnung“ sein, ein Kulturzentrum, das den Namen verdient.

Die Basis bilden kuratierte Clubnächte und Veranstaltungen externer Kollektive, aber die wahre Innovation liegt in der Erweiterung des Spektrums. Die 548 Quadratmeter große Mietfläche, von denen 296 Quadratmeter der Veranstaltungsraum sein werden, wird durch Konzerte, Lesungen, Flohmärkte und Theater ergänzt. Zudem entstehen durch die Angliederung eines Studios und einer Werkstatt Räume, die der Bildung und Förderung der Community zugutekommen sollen.

Die Gründer des Clubs fassen ihre Motivation energisch zusammen: „Unseren Teil dazu beizutragen, dass die Szene wächst, ist eine herausfordernde Aufgabe, die wir mit viel Freude angehen.“

Der Erfolg des Projekts basiert auch auf einer wichtigen Lektion aus der Vergangenheit: dem ehemaligen Club Moloch. Egbert Rühl, Geschäftsführer der Hamburg Kreativ Gesellschaft, betont, dass die „wertvollen Erfahrungen aus dieser Testnutzung die Sanierung der Fläche entscheidend geprägt“ haben.

Das Resultat ist eine Lösung, die das Feiern in der HafenCity zukunftsfähig macht: Die neue Veranstaltungsfläche wird alle baurechtlichen Vorgaben, inklusive der Lärmanforderungen, erfüllen. Dies gewährleistet optimale Rahmenbedingungen für einen Clubbetrieb für bis zu 600 Personen und macht die Fläche zu einem „echten Juwel für Betreiber*innen“, die nun eine Genehmigung für lärmintensive Nutzungen wie Live-Musik erhalten.

Das glimmer ist somit nicht nur ein neues Ziel für die Musikstadt Hamburg, sondern vor allem ein strategischer Sieg für die Clubkultur. Es zeigt, dass die Stadt bereit ist, die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit die Szene auf einem tragfähigen Fundament wachsen kann. Der Name ist Programm: Im Oberhafen erscheint ein neuer, heller Schimmer, der die Nacht erobern wird. Nun liegt es an den Betreibern, das Schiff aus dem Hafen in die offene See zu leiten.

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Raus auf die Bühnen! https://www.tiefgang.net/raus-auf-die-buehnen/ Fri, 19 Dec 2025 23:02:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13030 [...]]]> Buxtehude hat einen Puls, und der schlägt im Takt von Bassdrums und Synthesizern. Wer glaubt, dass die große Musik-Karriere nur in den schummrigen Clubs der Reeperbahn startet, sollte den Blick Richtung Süden wenden.

Seit über einem Jahrzehnt beweist die Konzertreihe „My Six Stages“, dass die wahre Energie oft direkt vor der Haustür entsteht – im Freizeithaus Buxtehude.

Jetzt geht der Ruf wieder raus: Bis zum 5. Januar 2026 können sich Bands und Solokünstler*innen für die kommende Staffel bewerben. Es ist die Chance, den Proberaum-Muff gegen das Rampenlicht einer professionellen Arena zu tauschen.

Was „My Six Stages“ so besonders macht, ist das kompromisslose Bekenntnis zur Qualität. Hier wird kein „Jugendzentrum-Sound“ serviert. Wer hier auf die Bühne tritt, bekommt das volle Paket: Eine erstklassige PA-Anlage, professionelle Mikrofone und eine Lichtshow, die auch gestandene Festival-Acts blass aussehen lässt.

Für viele Newcomer*innen aus dem Landkreis Stade und Umgebung ist das der Moment der Wahrheit. Wenn der Sound perfekt ist, zählt nur noch die Musik – und der Mut, sie einem echten Publikum zu präsentieren.

Das Konzept der Veranstalter*innen von Buxte Sounds und der Stadtjugendpflege Buxtehude ist so simpel wie genial: Zwischen dem 2. Februar und dem 14. März 2026 verwandelt sich die Arena an sechs Abenden in einen Schmelztiegel der Genres. Pro Abend teilen sich bis zu drei Acts die Bühne.

Dabei gibt es keine Berührungsängste. In der Vergangenheit traf hier Metalcore auf sanftes Liedermaching, Hip Hop auf Indie-Pop. Es ist genau diese Unvorhersehbarkeit, die das Publikum seit Jahren anlockt. Es geht nicht darum, in eine Schublade zu passen, sondern darum, die eigene Nische mit Leidenschaft auszufüllen.

Die Macher*innen betonen: Bewerben kann sich jede*r! Zwar liegt der Fokus auf Talenten aus der Region Stade, Harburg und Umgebung, doch gute Musik kennt keine Grenzen. Wer den nächsten Schritt wagen will, muss jetzt liefern.

Der Fahrplan:

  • Bewerbungsschluss: 5. Januar 2026 online unter www.mysixstages.de
  • Was: Infos, Audio-Files oder Videos einreichen.

Reihen wei Six Stages wie diese sind das Rückgrat unserer Szene. Sie sind der Ort, an dem aus „Vielleicht-Musiker*innen“ echte Performer*innen werden. Man darf gespannt sein, wer 2026 die Arena zum Beben bringt. Meldet euch an – Buxtehude wartet auf euren Sound!

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Jenseits des Metronoms https://www.tiefgang.net/jenseits-des-metronoms/ Fri, 28 Nov 2025 23:40:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=12927 [...]]]> Die Spitze des deutschen Jazz-Nachwuchses erhält neue Impulse: Mit der Berufung von Jörn Marcussen-Wulff zum Künstlerischen Leiter des Bundesjazzorchesters (BuJazzO) festigt sich eine bemerkenswerte Verbindung zur norddeutschen Musikszene.

Ab Januar 2026 wird Marcussen-Wulff, bekannt als Komponist, Arrangeur und Posaunist, das renommierte Ensemble in einer Doppelspitze gemeinsam mit Theresia Philipp leiten.

Was die Personalie besonders hervorhebt, ist die gemeinsame Schnittmenge in der Jugendförderung: Beide Künstlerpersönlichkeiten haben eine enge Bindung zum Landesjugendjazzorchester Hamburg (LJJO HH). Marcussen-Wulff steht dem LJJO HH derzeit als Künstlerischer Leiter vor, während Theresia Philipp, die bereits seit Anfang 2025 Teil des BuJazzO-Leitungsteams ist, ebenfalls eng mit der Hamburger Kaderschmiede verbunden war. Die Kontinuität an der Spitze des BuJazzO wird damit von Persönlichkeiten geprägt, die die Entwicklung von Talenten aus der anspruchsvollen Arbeit des Landesjugendjazzorchesters kennen.

Vom NDR bis zur Grammy-Nominierung

Jörn Marcussen-Wulff, der seinen Lebensmittelpunkt in Hannover hat, bringt eine außergewöhnliche Bandbreite an Erfahrung mit ins BuJazzO. Er ist Dozent für Komposition, Arrangement, Jazz-Theorie und Bigband an den Hochschulen in Weimar und Hannover. Darüber hinaus arbeitet er regelmäßig für führende Large Ensembles wie die NDR Bigband, das Metropole Orkest oder das Cologne Contemporary Jazz Orchestra.

Seine Musik steht für den neuen Zeitgeist europäischer Bigband-Arrangeure, die Konventionen aus dem Weg gehen und ihre eigene musikalische Sprache und ihren Ausdruck im Format Jazzorchester suchen und finden. Ein deutlicher Beleg für seine internationale Relevanz ist seine Beteiligung an erfolgreichen Veröffentlichungen, wie dem Album „If you really want“ von Raul Midón & dem Metropole Orkest, das sogar für einen Grammy nominiert wurde. Diese Vita, ergänzt durch Engagements wie die Teilnahme am renommierten Metropole Orkest Arrangers Workshop, belegt die kreative und professionelle Tiefe, die er nun in das BuJazzO einbringen wird.

Die Jury zeigte sich in ihrer Entscheidung überzeugt von den Konzepten Marcussen-Wulffs. Henning Vetter, Projektleiter des Bundesjazzorchesters, betonte, man freue sich sehr, mit Marcussen-Wulff eine „kreative, engagierte Persönlichkeit für die Künstlerische Leitung gewonnen“ zu haben, die zusammen mit Theresia Philipp „neue Impulse setzen [wird], die das BuJazzO für die Zukunft stärken.“

Dabei geht es dem neuen Leiter um mehr als nur um musikalische Exzellenz. Jörn Marcussen-Wulff legt Wert auf eine ganzheitliche Ausbildung der jungen Musiker*innen. Er äußerte sich dazu wie folgt: „Ich empfinde es als große Ehre, zusammen mit Theresia Philipp die Künstlerische Leitung des Bundesjazzorchesters zu übernehmen und die Entwicklung dieses Ausnahmeensembles in Zukunft mit prägen zu dürfen. Es ist eine große Bereicherung für mich, diese jungen Menschen ein Stück weit auf ihrem musikalischen Weg zu begleiten und mit ihnen gemeinsam in und an diesem besonderen Jazzorchester zu arbeiten.“

Besonders wichtig sei ihm dabei die Vermittlung erweiterter Kompetenzen: „Ich hoffe, dass ich den jungen Talenten mit meinen Erfahrungen und Ideen nicht nur künstlerisch weiterhelfen werde, sondern ihnen vermitteln kann, dass aus meiner Sicht noch viele weitere Themen wie zum Beispiel eine zeitgemäße Musikvermittlung oder ‚der Blick über den eigenen Tellerrand‘ zum Selbstverständnis eines/einer professionellen Musikschaffenden gehören“, führte Marcussen-Wulff aus. Dieses Engagement für die Jazz-Kultur zeigt sich auch in seinem ehrenamtlichen Wirken als 1. Vorsitzender der Jazzmusiker Initiative Hannover e.V. und als Preisträger des „Leinestern 2021“.

Mit Marcussen-Wulff und Philipp, zwei profilierten Köpfen, die die Herausforderungen der Jugendförderung und die Ansprüche der professionellen Szene aus erster Hand kennen, scheint das BuJazzO bestens gerüstet, um seine Rolle als wichtigste Nachwuchsschmiede des deutschen Jazz erfolgreich fortzusetzen.

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Musikunterricht adieu! https://www.tiefgang.net/musikunterricht-adieu/ Fri, 28 Nov 2025 23:08:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=12920 [...]]]> Die Zahl ist ein Schock: Mindestens 500.000 Kinder und Jugendliche in Deutschland drohen in den kommenden Jahren ihren Platz in der Musikschule zu verlieren. Diese dramatische Prognose ist das greifbare Ergebnis der sogenannten „MiKADO-Musik“-Studie.

Das kommt einem stillen Erdbeben in den Fundamenten der Kultur gleich: „Mangel an Nachwuchs im Künstlerisch-Pädagogischen Bereich an Ausbildungsinstituten in Deutschland und Österreich“, lautet die Prognose der Studie, die nun vom Deutschen Musikrat in Berlin vorgestellt wurde. Was sich hier auftut, ist keine Krise der Nachfrage, sondern eine des Angebots, eine existenzielle Bedrohung für die musikalische Breitenbildung.

Die MiKADO-Studie liefert erstmals eine breit empirisch abgesicherte Datenbasis, die das Problem unbarmherzig quantifiziert. Bis zum Jahr 2035 müssen in Deutschland Stellen bzw. Stellenanteile neu besetzt werden, die derzeit von rund 14.700 Musikschullehrer*innen ausgefüllt werden. Demgegenüber stehen lediglich rund 4.000 erwartete Absolvent*innen künstlerisch-pädagogischer Bachelor- und Masterstudiengänge.

Selbst unter günstigsten Annahmen können damit rund 73% der freien Stellen nicht mit entsprechend qualifizierten Nachwuchskräften besetzt werden. Die Ursachen für dieses Ungleichgewicht sind tief in den Strukturen des Kulturbetriebs verwurzelt und reichen weit über die bloße Demografie hinaus. Die Studienergebnisse zeigen exemplarisch den Abwärtstrend: Die Zahl der weiblichen Studienanfänger*innen im künstlerisch-pädagogischen Bereich etwa sank von über 600 im Jahr 2010 auf nur noch rund 350 im Jahr 2022.

Die zentrale Erkenntnis der Studie ist, dass es sich hier nicht nur um einen Mangel an Talent, sondern um ein massives Attraktivitätsproblem des Berufs handelt. Der Beruf der Musikschullehrer*in leidet unter einem doppelten Malus: schlechte strukturelle Bedingungen und ein tief verwurzeltes Imageproblem.

Einerseits beklagen die Befragten die häufig unzureichende Vergütung, unsichere Verträge und die hohe Arbeitsbelastung, die das widersprüchliche Berufsbild prägen. Viele lieben ihre Arbeit als Pädagog*innen – und ringen gleichzeitig mit den Bedingungen, unter denen sie stattfindet.

Andererseits enthüllt die Studie ein erschreckendes Hierarchieproblem in der Ausbildung: Der künstlerisch-pädagogische Studiengang (Instrumental-/Gesangspädagogik, IGP) wird oft als zweite Wahl wahrgenommen. Eine zitierte Teilstudie bringt das zynische Credo auf den Punkt: „Die Besten, die wirklich was können, studieren künstlerisch, die nicht so gut sind, studieren dann halt IP [Instrumentalpädagogik]“. Wenn die Musikpädagogik als „Plan B“ oder gar als „Verschwendung von Potenzial“ abgewertet wird, ist es kaum verwunderlich, dass junge, glühend motivierte Künstler*innen lieber ihr Glück in anderen, wenn auch unsicheren, aber prestigeträchtigeren Berufsfeldern suchen.

Die Studierenden, so ein weiteres Ergebnis, können ihre künstlerischen Fähigkeiten in anderen Berufen oft besser einbringen. Diese Abwanderung der kreativen Talente zugunsten von Selbstverwirklichung und besserer Bezahlung ist das stille Geständnis eines Scheiterns der aktuellen Förder- und Vergütungssysteme.

Die absehbare Katastrophe

Dabei kommt die MiKADO-Diagnose nicht aus heiterem Himmel. Die Ergebnisse bestätigen vielmehr „zahlreiche Erfahrungen der Musikschulen“ in den Landesverbänden, wie aus Nordrhein-Westfalen gemeldet wird. Die Probleme um prekäre Honorarverträge, das fehlende Image und die mangelnde Wertschätzung sind seit Jahren bekannt und in Fachkreisen diskutiert.

Die Studie liefert nun lediglich die harte empirische Währung für eine Entwicklung, die Musikpädagog*innen und Musikschulleitungen lange kommen sahen. Die Zeit des Zauderns ist damit vorbei. Die Präsidentin des Deutschen Musikrats, Prof. Lydia Grün, betonte bei der Vorstellung der Ergebnisse: „Die Ergebnisse der ‚MiKADO-Musik‘-Studie sind ein deutlicher Weckruf! […] Wir brauchen jetzt eine breite Allianz aus politischen Entscheidungsträger*innen und Ausbildungsinstitutionen. […] Die Zeit drängt.“

Die Forderung nach einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Sicherung der außerschulischen musikalischen Bildung ist die konsequente Antwort auf die Krise. Wenn das Musikland Deutschland nicht riskieren will, dass eine halbe Million Schüler*innen den Zugang zu einer prägenden kulturellen Erfahrung verliert, muss es die Strukturen jetzt neu denken – von der Wertschätzung des Studienfachs an der Hochschule bis hin zum fairen Gehalt für Musikschullehrer*innen in der Praxis. Andernfalls droht das schöne Spiel vom musikalischen Nachwuchs in Deutschland bald verstummt zu sein.

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Hamburger Rockförderung mit KI https://www.tiefgang.net/die-ki-wird-zur-hamburger-rock-und-popfoerderung/ Fri, 31 Oct 2025 23:11:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=12789 [...]]]> Digitale Release-Prozesse gleichen für viele freie Musikschaffende einem unübersichtlichen Labyrinth, in dem das kreative Herz oft von administrativen Hürden erdrückt wird. Doch RockCity Hamburg e.V. hat dieser Überforderung nun ein technologisches Rettungsboot entgegengestellt. Mit Künstlicher Intelligenz.

Der neue Artist Navigator ist ein innovatives, kostenfreies KI-Tool, das seit dem 29. Oktober frei zugänglich ist beispielhaft demonstriert, wie technologische Transformation aktiv im Sinne der Künstler*innen gestaltet werden kann.

Die Veröffentlichung des Artist Navigator ist mehr als eine bloße Produktvorstellung; sie ist ein Meilenstein in der deutschen Popförderung. Während die Branche weiterhin über die Zukunft der KI debattiert, liefert Hamburg eine handfeste, künstler*innenzentrierte Antwort.

Das Herzstück des Navigators ist die strategische Verknüpfung von GPT-Technologie mit sorgfältig kuratiertem Fachwissen von RockCity und Branchenexpert*innen. Dieses „Rückgrat“, wie es Andrea Rothaug, Geschäftsführung RockCity Hamburg, nennt, soll Musikschaffende befähigen, ihren digitalen Release selbst zu organisieren. Sie betont: „Endlich können wir unseren Artists digital und kuratiert, zweisprachig und barrierefrei Hilfe bieten, ohne dass sie bei Anbieter*innen vierstellige Beträge für teure digitale Coachings ausgeben müssen oder an Öffnungszeiten gebunden sind.“

Der Einsatz der KI ersetzt die Kreativität nicht, sondern befreit sie. Senator Dr. Carsten Brosda sieht darin ein ideales Modell: „Der von RockCity vorgestellte Artist Navigator ist ein gutes Beispiel für einen sinnvollen Einsatz von KI, der Kreativität nicht ersetzt, sondern hilft, erfolgreich künstlerisch zu arbeiten.“

Der Live-Test: Was der Navigator wirklich kann

Um die wahre Tiefe des Artist Navigators zu verstehen, muss man ihn in Aktion erleben. Das Tool verspricht, Orientierung im komplexen Prozess von der Studioaufnahme über Social-Media-Bewerbung bis hin zu Vertrieb und psychischer Gesundheit zu bieten. Es ist diese ganzheitliche Perspektive, die den Navigator so wertvoll macht. Wir haben ihn getestet. Wir stellten dem Artist Navigator zwei typische Fragen, die vermutlich im Alltag vieler Musiker*innen auftauchen:

Eingabe: „Ich bin eine Newcomer*in aus Hamburg. Welche Förderungen passen zu mir, um mein erstes Musikvideo zu finanzieren?“

Antwort des Navigators „Basierend auf Deinen Angaben kommen die Film- und Musikförderung der Hamburger Kreativgesellschaft sowie die Projektförderung der BKM in Frage. Den nächsten Stichtag findest Du auf der webseite. Wir stellen Dir hier den direkten Link zum Antragsformular bereit und zeigen, welche Budgetposten Du realistisch ansetzen kannst.“

Eingabe 2: „Mein Song ist fertig gemastert. Was ist der nächste Schritt, um sicherzustellen, dass ich meine GEMA-Anmeldung und meinen Pre-Save-Link rechtzeitig aufsetze?

Antwort des Navigators: „Dein Master ist der Startpunkt für die 8-Wochen-Frist. Schritt 1 ist nun die Anmeldung Deiner Werke bei der GEMA – dies muss vor dem Release-Datum geschehen. Parallel dazu solltest Du bei Deinem Distributor den Pre-Save-Link mindestens 6 Wochen vor dem Release-Tag beantragen, damit die notwendigen Metadaten an Spotify und Apple Music übermittelt werden können. Hier ist eine Checkliste für die kommenden Wochen …“

Immerhin. Man bekommt eine Richtung und einen Austausch, der Schritt für Schritt für Orientierung sorgt.

Der große Unterschied zu allgemeinen KI-Plattformen wird durch Thomas Burhorn, Vorstand RockCity Hamburg und Mitglied der Band MEUTE, auf den Punkt gebracht: „Chat GPT weiß nicht unbedingt, welche Förderstellen in Hamburg zu Dir passen und wo Dir konkret weitergeholfen werden kann. Das Tool verbindet beide Welten und schlägt ganz konkrete Schritte für eine Releaseplanung vor.“

Die Essenz des Artist Navigators liegt genau in dieser Kuratierung: Er verbindet die immense Rechenleistung und Zugänglichkeit der KI mit dem echten Fachwissen der lokalen Szene. Er ist ein Instrument, das die komplexen Prozesse in „einfache, emphatische Nutzer*innenerlebnisse“ übersetzt, wie Dieter Pries von Hyperinteractive, die die App entwickelte, beschreibt. Damit ebnet Hamburg einmal mehr den Weg für eine menschlichere, modernere und vor allem künstler*innenzentrierte Zukunft der Popförderung. Das Hochgebirge bleibt eine Herausforderung, aber jetzt gibt es endlich einen sicheren Pfadweiser auf dem Weg zum Gipfel.

Man darf gespannt sein, ob das Arbeitern mit der KI dann auch zum gewünschten Erfolg führt.

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Stoner Rock und Jazz heben die Schwerkraft auf https://www.tiefgang.net/stoner-rock-und-jazz-heben-die-schwerkraft-auf/ Fri, 17 Oct 2025 22:47:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=12669 [...]]]> Manche Bands passen in keine Schublade. Sylmar aus Cincinnati etwa. Bald im Stellwerk in Harburg.

Die Band gehört in die Kategorie musikalisches Chamäleon – mit einem leichten Hang zum Wahnsinn. Am 16. November landet die US-Band mit ihrem eklektischen Soundmix im Stellwerk in Hamburg-Harburg und verspricht einen der energetischsten Abende des Spätherbstes.

Die Band, die seit 2016 die US-Küsten bereist und sich den Ruf als eine der besten Live-Acts Cincinnatis erspielt hat, kommt nicht nur mit neuer Musik, sondern auch mit einer kompromisslosen Stilrichtung: Indie-Rock, Stoner-Jazz und Dream-Rock – eine Kombination, die so verwirrend wie unwiderstehlich ist. Statt sich in Genregrenzen zu verlieren, drehen Sylmar den Rock-Kanon durch den Fleischwolf, bewaffnet mit lauten Gitarren, dynamischen Vocals und Achterbahn-Rhythmen.

Die dunkle Fabrik und der Social-Media-Einfluss

Das musikalische Resultat klingt, als hätten Queen und Queens Of The Stone Age spontan eine Jam-Session veranstaltet, die heimlich von Radiohead und Jeff Buckley produziert wurde. Es ist ein Sound, der gleichzeitig ansteckende Hooks liefert und gleichzeitig die Zuhörer*innen mit cleveren Haken und progressiven Drum-Parts auf Trab hält.

Ihre neuen Songs vom kommenden Album Matching Caskets sind von der dunklen Atmosphäre einer 150 Jahre alten, ehemaligen Lederfabrik geprägt, in der die Platte aufgenommen wurde. Dieser intensive Sound spiegelt sich in den Texten wider, die sich der Polarität der Welt widmen: Liebe trifft auf Angst, Größenwahn auf Weltflucht.

Ein perfektes Beispiel für diesen kreativen Wahnsinn ist die aktuelle Single Canal. Inspiriert vom düsteren Film-Noir-Klassiker Chinatown (Roman Polanski) dreht sich die Story hier um einen TikTok-Influencer, der sich im kleinen Bildschirm verliert, aber den Erfolg auf der großen Leinwand sucht. Sylmar fangen diese moderne Zerrissenheit in einem Wirbelwind von Song ein – am besten genießt man diese Infektion frisch und live.

Sylmar ist bekannt dafür, stereotype Strophe-Refrain-Strukturen zu sprengen. Das Quintett versteht es, das Publikum nicht nur zum Tanzen zu bringen, sondern auch konstant in Erwartungshaltung zu halten. Wer auf unbändige Energie und musikalische Abenteuerlust steht, sollte sich dieses Harburger Konzert auf keinen Fall entgehen lassen.

Gewinnspiel: Tiefgang bringt dich ins Stellwerk!

Das Feuilleton »Tiefgang« verlost 2 x 2 Freikarten für dieses elektrisierende Konzert im Stellwerk.

So kannst du gewinnen: Schicke eine E-Mail mit dem Betreff „Sylma“ an tiefgang@sued-kultur.de. Einsendeschluss: 30. Oktober 2025 um 12 Uhr. Das Los entscheidet.

Termin: Sylmar, So., 16. Nov. 2025, 19 Uhr, Stellwerk, Bhf. Harburg über Fernzuggleis 3, Hannoversche Straße 85, 21079 Hamburg, Tickets: https://www.tixforgigs.com/Event/67752/sylmar-stellwerk-hamburg

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Hamburgs tonales Kapital https://www.tiefgang.net/hamburgs-tonales-kapital/ Fri, 17 Oct 2025 22:37:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=12665 [...]]]> Musik ist längst kein „Nice-to-have“ in der Freizeit mehr, sondern messbarer Reiseanlass. Für 62 Prozent der befragten Tourist*innen sind Konzerte, Musicals oder Festivals ein Grund für ihre Reise nach Hamburg.

Das gleißende Licht des Reeperbahn Festivals ist kaum erloschen, da rührt Hamburgs Musikwirtschaft bereits den nächsten Trommelwirbel: Eine neue, umfassende Image-Studie belegt, dass die Musikszene der Hansestadt nicht nur ein gewaltiger Wirtschaftsfaktor ist, sondern das emotionalste und wirksamste Kapital der gesamten Metropole.

Nachdem erst im September, im Rahmen des Reeperbahn-Festivals, die prekäre und zugleich kulturell unverzichtbare Rolle der Musikfestivals durch eine tiefgreifende Branchenstudie herausgearbeitet wurde, liegt der Fokus nun auf der Gesamtattraktivität: Musik ist der Herzschlag dieser Stadt und ihr entscheidender Vorteil im globalen Wettbewerb um Köpfe und Gäste.

Die „Musikwirtschaft Hamburg Studie 2025“ – beauftragt von Hamburg Music und der Handelskammer – ergänzt die harten ökonomischen Fakten der Vorjahre (über eine Milliarde Euro Bruttowertschöpfung der Branche) um die entscheidende psychologische Komponente. Das Fazit ist bestechend: Musikangebote sind für 71 Prozent der Hamburger*innen ein direkter, positiver Einfluss auf ihre Lebensqualität.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien, fasst diese identitätsstiftende Kraft daher prägnant zusammen: „Musik gehört untrennbar zur kulturellen Identität Hamburgs.“ Sie reicht eben von der Elbphilharmonie bis hin zur vielfältigen Clubkultur, die gerade wieder beim Reeperbahn Festival Besuch aus der ganzen Welt angezogen hat.

Tourismus-Magnet Musik

Musik ist längst kein „Nice-to-have“ der Freizeitgestaltung mehr, sondern ein messbarer Reiseanlass. Für 62 Prozent der befragten Tourist*innen aus dem In- und Ausland sind Konzerte, Musicals oder Festivals ein ausschlaggebender Grund für ihre Reise nach Hamburg. National wird Hamburg sogar als Stadt mit dem attraktivsten Musikangebot wahrgenommen – ein Spitzenplatz, der Berlin im Städtevergleich hinter sich lässt.

Besonders im Wettbewerb um hochqualifizierte Fachkräfte wirkt das Musikangebot als unsichtbare, aber mächtige Anziehungskraft. Prof. Norbert Aust, Präses der Handelskammer, betont, dass diese lebendige Szene „uns auch einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil im Ringen um dringend benötigte Arbeitskräfte verschafft.“ Musik, so die Quintessenz, macht die Stadt nicht nur liebenswert, sondern wirtschaftlich relevant.

Ebenso interessant ist die Rolle der Clubs. Obwohl Kino, Musicals und Gastronomie als Freizeitmöglichkeit höher bewertet werden, prägen Musikclubs (wie die Große Freiheit 36) das Image der Hamburger Musikszene stark. Sie sind der Ort, wo die vielfältige Clubkultur lebt.

Die Studie zeigt jedoch auch eine klare Herausforderung auf, die einen Handlungsauftrag für die Politik und die Branche selbst formuliert: die demografische Kluft in der Wahrnehmung der Marke „Musikstadt Hamburg“.

Während die älteren Bevölkerungsgruppen (über 50 Jahre) die Musik als tief verwurzelten Teil der Hamburger Identität empfinden (bis zu 72 Prozent Zustimmung), ist diese Verknüpfung bei den unter 35-Jährigen (nur 45 Prozent Zustimmung) noch deutlich schwächer ausgeprägt. Paradoxerweise gilt gerade für diese junge Zielgruppe das Musikangebot aber als am attraktivsten und bindet sie emotional am stärksten an die Stadt.

Alexander Schulz, Vorstandsvorsitzender von Hamburg Music, formuliert daraus die Konsequenz: „Die Zahlen sind aber auch ein klarer Handlungsauftrag: Um unsere Spitzenposition zu halten und international aufzuholen, müssen wir gezielt in die Zukunft investieren.“ Die Musikwirtschaft fordert eine Stärkung des Musikstadt-Marketings, insbesondere bei jüngeren und internationalen Zielgruppen, um diesen unschätzbaren Standortvorteil auch zukünftig voll auszuschöpfen.

Der Blick auf die Zahlen ist nüchtern, die Botschaft aber emotional: Hamburg muss in seine musikalische Seele investieren. Denn diese Seele ist es, die Menschen anzieht, bindet und die Stadt zu dem macht, was sie ist – eine führende Metropole, deren Takt von ihrer einzigartigen Musikszene vorgegeben wird.

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Glitzer, Glamour, Gänsehaut https://www.tiefgang.net/glitzer-glamour-gaensehaut/ Fri, 10 Oct 2025 22:55:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=12646 [...]]]> Mamma Mia, Plateauschuhe raus! Der schwedische Pop-Traum kommt in den Hamburger Süden!

Manche Songs sind mehr als Musik – sie sind ein Lebensgefühl, ein Glitzerhemd-Moment, eine kollektive Erinnerung an die goldenen 70er. Genau dieses Gefühl bringt »Abba – Unforgettable« am 27. November in die Burg Seevetal. Es ist die Chance, »Dancing Queen« nicht nur zu hören, sondern zu erleben, als wäre man zurück in der Disco-Ära.

Diese Tribute-Show ist nicht einfach nur ein Cover-Konzert. Sie ist eine musikalische Zeitmaschine, die den Glamour und die emotionalen Tiefen der schwedischen Pop-Giganten detailgetreu auf die Bühne holt. Die Produzent*innen versprechen eine Performance, die selbst die Originale Agnetha, Anni-Frid, Björn und Benny stolz machen würde.

Das Herzstück der Show sind die vier Hauptdarsteller*innen, die mit beeindruckender Hingabe in ihre Rollen schlüpfen:

  • Agnetha wird von der norddeutschen Musical-Absolventin Janina Stiem verkörpert, die ihre Ausbildung in Hamburg absolvierte.
  • Als Anni-Frid glänzt die gebürtige Berlinerin Jessica Fendler, die ihre Vielseitigkeit bereits in Musicals wie Les Misérables und Jesus Christ Superstar bewiesen hat.
  • Björn wird von Markus Förster dargestellt, einem echten Profi an der Live-Gitarre, den Kenner*innen auch von der »Just Floyd Project«-Tribute-Band schätzen.
  • Und Benny? Er wird von Uwe Morscheck verkörpert, dem Produzenten der Show selbst. Morscheck bringt 50 Jahre Bühnenerfahrung mit und sorgt live am Piano für den authentischen Abba-Sound.

Diese Künstler*innen liefern nicht nur die Töne, sie liefern die Emotionen: Wenn »I Have a Dream« erklingt oder »Fernando« die Halle füllt, bleibt garantiert kein Herz unberührt. Die schrillen Outfits, die mitreißenden Choreografien – alles ist dabei, um das Disco-Fieber wieder zu entfachen. Und das Wichtigste: Mitsingen und Mittanzen ist ausdrücklich erlaubt!

Gewinnspiel: Tiefgang verlost Freikarten!

Sie möchten diesen Abend voller Glitzer, Emotionen und »Super Trouper« live erleben? Das Feuilleton »Tiefgang« verlost exklusiv 3 x 2 Freikarten für dieses unvergessliche Spektakel in Seevetal.

So machen Sie mit: Senden Sie eine E-Mail an tiefgang@sued-kultur.de mit dem Betreff „Abba in Seevetal“. Das Los entscheidet. Einsendeschluss ist der 1. November 2025.

Termin: Do, 27. Nov. 2025, Beginn: 20 Uhr ( Einlass: 19 Uhr) | Burg Seevetal, Am Göhlenbach 11, 21218 Seevetal

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