Axel Ballreich https://www.tiefgang.net Mon, 31 May 2021 10:37:30 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1 75% des Personals ist weg https://www.tiefgang.net/75-des-personals-ist-weg/ Fri, 04 Jun 2021 22:30:34 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=7980 [...]]]> Nachher wird nicht wie vorher: das steht für die Landschaft der Ms8kiclubs in Deutschland fest. Eine Studie zeigt nun wichtige Indizien auf.

Die LiveKomm sieht sich in den am Freitag, 28. Mai veröffentlichten Ergebnissen der ersten bundesweiten Clubstudie in ihren aktuellen Forderungen an die Politik bestätigt. Der Bundesverband der Musikspielstätten in Deutschland begrüßt die aufschlussreichen Ergebnisse und unterstützt die daraus formulierten Handlungsempfehlungen der Initiative Musik.

So ist beispielsweise die Sicherung des Substanzerhalts der Spielstättenlandschaft nach der Pandemie zwingend notwendig. Die Ergebnisse belegen, dass im Jahr 2020 ein Umsatzrückgang von mehr als 90% verzeichnet wurde, da die Kulturbetriebe bis heute, seit mehr als 14 Monaten geschlossen sind. Auch die Personalsituation ist bis zu 75% rückläufig. Zwar konnte der Bundesverband bisher nur eine geringe Anzahl von corona-bedingten Betriebsaufgaben verzeichnen, aber ob das Fach- und das Gastropersonal wieder so schnell zurückkommen, bleibt ungewiss. Die Ergebnisse zeigen auf, dass trotz der nun bereitgestellten Förderprogramme des Bundes und der Länder, Musikclubs auch nach der Krise vor erheblichen Problemen stehen.

Daher befürwortet der Verband auch die Empfehlung, die bestehenden Förderprogramme beizubehalten und weiter auszubauen, um einen Neustart der Kultur und ein wirtschaftliches Arbeiten zu ermöglichen.

Alarmierend ist jedoch der bevorstehende Generationswechsel, der einem Mangel an Nachwuchs innerhalb der Branche gegenübersteht. Wenn hier nicht seitens der Politik Anreize geschaffen werden, dass jüngere Menschen sich trauen, in die Branche einzusteigen und Musikclubs übernehmen, gehen diese Kulturorte verloren. Die ökonomischen Langzeitschäden werden nach der Corona -Krise immens sein. Das Interesse sich als Kreativschaffende:r selbstständig zu machen, neue Kulturbetriebe zu gründen oder zu übernehmen ist durch die Krise bereits jetzt belegbar rückläufig

Axel Ballreich, Vorstandsvorsitzender der LiveKomm: „Wir sind äußerst zufrieden über die Ergebnisse der nun veröffentlichte Studie. Die Anzahl an teilnehmenden Musikclubs ist überwältigend. Unser Dank gilt dem Projektteam um Heiko Rühl, dem Team der Initiative Musik sowie den LiveKomm Netzwerken, die bei der Erhebung der Daten tatkräftig unterstützt haben. Für uns als Verband war die Initiierung dieser Studie auf Bundesebene ein hartes Stück Arbeit, weshalb wir auch der Beauftragten für Kultur und Medien Monika Grütters unseren Dank aussprechen möchten.“

Julia von Wild, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der LiveKomm: „Die Zahlen sind ein Segen für uns und unsere Mitglieder. In einem Superwahljahr wie diesem, bietet die Studie viele Argumentationshilfen gegenüber der Politik. Die erhobenen Daten machen die Branche greifbar und unterstreichen die kürzlich vom Bundestag verabschiedeten Entscheidung, Musikclubs baurechtlich nun offiziell als Anlagen kultureller Zwecke einzuordnen.“

Die LiveKomm hatte sich seit 2017 für eine Erhebung der deutschen Clublandschaft eingesetzt und das Konzept erarbeiten. Der Verband war neben Vertreter:innen der Deutschen Jazz Föderation, der Bundeskonferenz Jazz, des BDKV, der Popakademie Baden-Württemberg und der Initiative Musik Mitglied in dem Berater:innengremium der Clubstudie.

Quelle: www.livemusikkommission.de

Vollständiger Studienbericht der bundesweiten Clubstudie:

Die bundesweite Online-Umfrage zur Situation der Livemusikspielstätten wurde vom 28. September bis zum 31. Oktober 2020 durchgeführt. Dank einer sehr großen Teilnahmebereitschaft unter den Betreiber:innen und der Unterstützung von regionalen und bundesweiten Verbänden können wir nun auf einen sehr aussagekräftigen Datensatz schauen. Die Ergebnisse der Clubstudie geben erstmals bundesweit einen Überblick zur Situation der Musikspielstätten. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die gesamte Szene bildeten dabei einen besonderen Schwerpunkt der Umfrage. Durch die Studie bekommt der Verband Livemusikkommission ein ganzheitliches Bild davon, wie genau die Musikspielstätten aufgestellt sind und was sie kulturell, sozial und ökonomisch ausmacht. Die Clubstudie liefert somit eine wichtige Grundlage für die weitere kulturpolitische Diskussion. Die Handlungsempfehlungen, welche sich aus der Studie ergeben, sollen Impulse bilden, um die Musikspielstätten in Zukunft noch besser zu erhalten und zu unterstützen.

Hier zum Download: www.initiative-musik.de

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Größer und stärker https://www.tiefgang.net/groesser-und-staerker/ Thu, 24 Dec 2020 09:54:17 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=7474 [...]]]> Live-Clubs und –veranstalter stehen vor größten Herausforderungen. Doch statt in die Knie zu gehen, formatiert sich die Lobbyarbeit nun stärker …

In der Pressemitteilung des Bundesverbandes LiveKomm heißt es:

„Am 16.Dezember rief die Live Musik Kommission, der Verband der Musikspielstätten in Deutschland e.V. (kurz LiveKomm) ihre Mitglieder auf, einen neuen Vorstand zu wählen. Knapp 60 Delegierte aus allen Bundesländern, in denen der Bundesverband vertreten ist, waren aufgerufen, auf der digital durchgeführten Mitgliederversammlung die Weichen für die nächsten Jahre zu stellen.

Als erster Vorsitzendender wurde Axel Ballreich (HIRSCH Nürnberg & Concertbuero Franken) von den Delegierten wiedergewählt. Neu in der Position der stellvertretenden Vorsitzenden ist Julia von Wild (freie Kulturmanagerin und Vorstand des Clubverstärkers Bremen). Nach acht Jahren wechselt Olaf Möller nun in den erweiterten Vorstand der LiveKomm und übergibt das Amt des politischen Sprechers an die Berliner Kollegin Pamela Schobeß, (Clubcommission Berlin e.V. & Club GRETCHEN). Im Amt bestätigt wurde Steffen Kache (Distillery Leipzig), der seit 2018 das Amt des Kassenwarts im geschäftsführenden Vorstand ausübt.

In der Abstimmung zur Wahl des erweiterten Vorstands entschieden sich die Delegierten für eine Vergrößerung des erweiterten Vorstands auf bis zu 16 Positionen. Bereits im Vorfeld hatten sich mehrere Kandidat:innen beworben und sich zur Wahl aufstellen lassen.Die Delegierten wählten den 13-köpfigen erweiterten Vorstand aus Katharin Ahrend (Clubcommission Berlin e.V.), Mankel Brinkmann (Vorstand KLUBKOMM e.V., Club Bahnhof Ehrenfeld, Köln), Klaus Bossert (Vorstand Clubs am Main e.V., Tanzhaus West Frankfurt), Felix Grädler (halle02 Heidelberg), Gunnar Gessner (Klubnetz Niedersachsen, MusikZentrum Hannover), Olaf Möller (OM Consult & Event GmbH, Berlin),Daniel Nitsch (PopKW, Rostock), Franziska Pollin (ImPuls Brandenburg e.V., ehemals LAG Soziokultur Brandenburg e.V.), Bernd Strieder (Verband für Popularkultur in Bayern e.V.), Lars Templin (LiveInitiative NRW, Musikbunker Aachen), Johanna Treppmann (Kulturwerk MV, Rostock), Marc Wohlrabe(Clubcommission Berlin e.V. & KOnferenz STADT NACH ACHT) und Mats Wollny (Clubkombinat Hamburg e.V. & Stellwerk Hamburg).

Noch vor der Wahl eines neuen Vorstands, wurden die Delegierten von den noch amtierenden Vorstandsmitgliedern über die geleistete Arbeit des Verbands informiert. Den Ausblick gab Karsten Schölermann, der mit seinem 10-Punkte-Papier „Future Love“ den Mitgliedern einen Strategieplan vorlegte. Dieser sieht neben der Bearbeitung der aktuellen Problemlagen, wie dem Schutz und Erhalt von kulturellen Räumen auch das Thema Diversität auf und hinter den Bühnen vor. Als Grundlage führte Schölermann hier die Kampagne „Road to Diversity“ an, welche der Schweizer Spielstättenverband PETZI 2019 initiiert hatte. Hieraus leiteten die Delegierten den Wunsch zu Einrichtung einer Arbeitsgruppe ab, die das Thema stärker auf Bundesebene bearbeiten möge.

Mit diesem Ausblick in die Zukunft gab Schölermann nach nunmehr acht Jahren an der Spitze des Verbands seinen Rückzug bekannt. Er, der den Verband als geschäftsführender Vorstand maßgeblich prägte, will „den Übergang zu der neuen Generation von Club- und Festivallobbyist:innen schaffen“.

Der ehemalige geschäftsführende Vorstand will die Arbeit innerhalb der LiveKomm jedoch nicht komplett aufgeben. So möchte er nach wie vor beratend tätig sein und als Sprecher der LiveKomm innerhalb der Foren Musik- und Veranstaltungswirtschaft tätig sein.

Zu den beschlossenen Anträgen gehörte auch der Vorschlag des Arbeitskreises Festival Kombinat, die Besucher:innenobergrenze von 10.000 Besucher:innen auf 30.000 Besucher:innen (pro Tag) zu erweitern. Grund hierfür war das im Vorfeld ausgesprochene Interesse von unabhängigen Festivals, die den Aufnahmekriterien bisher nicht entsprachen. Diesem Antrag entsprachen auch die Delegierten.

Quelle: LiveMusikKommission e.V.

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