Ev.-Luth. Kirchengemeinde St. Trinitatis Harburg https://www.tiefgang.net Mon, 17 Sep 2018 09:19:34 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1 Leuchtendes Ausrufezeichen https://www.tiefgang.net/leuchtendes-ausrufezeichen/ Fri, 21 Sep 2018 22:15:01 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=4220 [...]]]> Die St. Johanniskirche der Harburger Trinitatis-Gemeinde an der Bremer Straße ist ein stark frequentierter „Ort der Begegnung“ mit langer Geschichte. Nun sind zumindest dringliche Sanierungsarbeiten am Turm und Kirchendach genehmigt.

In der Mitteilung der Gemeinde hießt es:

„Es gibt grünes Licht für die Rettung von Turm und Dach der denkmalgeschützten St. Johanniskirche. Mit einem ‚leuchtenden Ausrufezeichen‘ macht die Ev.-Luth. Kirchengemeinde St. Trinitatis Harburg auf den baldigen Beginn umfangreicher Baumaßnahmen aufmerksam. In der Harburger ‚Nacht der Lichter‘ am 21. September wird die grüne Turmbeleuchtung zum ersten Mal zu sehen sein.

Gut zwei Millionen Euro werden benötigt, um Turm, Kirche und Gemeindezentrum fit für die Zukunft zu machen. Zur vielfältigen Nutzung dieses mit mehr als 35.000 Besuchern pro Jahr stark frequentierten ‚Ortes der Begegnung‘ in Harburg gehören Konzerte und Ausstellungen genauso wie Sozialberatung, Diakonie-Frühstück, Selbsthilfe-Gruppen und auch interkulturelle Begegnung im Café Refugio.

 Die Schäden am Turm sind teilweise sichtbar. Dramatisch ist aber der Zustand des Kirchendachs. Tragende Bauelemente sind durch eindringende Feuchtigkeit so marode geworden, dass im Winter bei Schneelast das Betreten der Kirche verboten werden muss. Neben dem Austausch der Deckenplatten des Kirchenschiffs und der Neueindeckung des Kupferdaches von Kirche und Nebenräumen sind auch am Kirchturm umfangreiche Maßnahmen notwendig. Uhr, Glocken, Fenster, Beton, Dach und Turmkreuz warten auf ihre Sanierung. Die Planungen sind weitgehend abgeschlossen. Ab Mitte März kommenden Jahres, sobald die Witterung es zulässt, sollen die Handwerker mit der Arbeit beginnen.

Durch einen Zuschuss des Ev.-Luth. Kirchenkreises Hamburg-Ost wurde die Finanzierung der Baumaßnahmen möglich. Doch es müssen noch weitere Mittel eingeworben werden. Die Gemeinde beteiligt sich mit 570.000 Euro aus Baurücklage, bisherigen Spenden und einem Darlehen. Die verbleibende Summe von 1,5 Mio. Euro soll aus dem Zuschuss des Kirchenkreises, aus Drittmitteln der Öffentlichen Hand, von Stiftungen und aus privaten Spenden zusammengetragen werden. Die Zeit-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius hat bereits 20.000 Euro zugesagt.

Die Ev.-Luth. Kirchengemeinde St. Trinitatis bittet um Spenden, damit dieser lebendige Ort der Begegnung im Zentrum von Harburg erhalten bleibt. Spendenkonto von St. Trinitatis Harburg: IBAN: DE28 2075 0000 0000 1249 09 bei der Sparkasse Harburg-Buxtehude BIC NOLADE21HAM mit dem Verwendungszweck „Sanierung St. Johannis“.“

Mehr Infos: www.trinitatis-harburg.de

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3falt: Kunst – Kultur – Kreativität https://www.tiefgang.net/3falt-kunst-kultur-kreativitaet/ Fri, 08 Jun 2018 22:32:17 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=3713 [...]]]> Seit Jahren steht sie ungenutzt obdoch so zentral und fußnah zum Marktplatz oder Lämmertwiete: die  Dreifaltigkeitskirche in der Neuen Straße. Am kommenden Sonnabend, 16. Juni 2018 ist nun der Auftakt zu Erkundung eines neuen und spannenden Kulturorts in Harburg.

In der Pressemitteilung der Initiative SuedKultur heißt es:

„Der Bezirk Harburg hat z.Zt. etwa 160.000 Einwohner, wächst, hat aber immer weniger Platz für Kultur. Seit Jahren weist die Initiative SuedKultur auf den Mangel an Ateliers und Musikproberäumen hin, aber auch größere Veranstaltungsräume werden gesucht. Viele Kulturanbietende verfügen nicht über ausreichend Platz für Events mit mehr als 100 Personen und Ausweichflächen sind rar gesät. Das Stellwerk ist regelmäßig ausgebucht, der Rieckhof mit einer Halle, die erst ab 800 Personen wirtschaftlich sinnvoll ist und die bestuhlte Friedrich-Ebert-Halle mit gut 1.400 Plätzen sind keine adäquaten Ausweichflächen.

Gleichzeitig wird seit einigen Jahren die Dreifaltigkeitskirche in der Neuen Straße 44 von der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde St. Trinitatis wenig genutzt und die Gemeinde sucht nach neuen Nutzungen für Gebäude und Fläche. Seit Herbst 2017 kamen nun Vertreter der Kirchengemeinde St. Trinitatis Harburg, des auf Stadt- und Raumerforschung spezialisierten Vereins StadtKultur Hafen e.V. sowie der Initiative SuedKultur zusammen, um sich über weitere Nutzungsmöglichkeiten auszutauschen.

Das Resultat: Die Ev.-luth. Kirchengemeinde St. Trinitatis Harburg stellt die Dreifaltigkeitskirche in der Neuen Straße für eine begrenzte Zeit als Erprobungsraum für eine Kultur-Initiative zur Verfügung. In einer entsprechenden Vereinbarung ist ein Nutzungszeitraum bis Ende Februar 2019 festgehalten. Während dessen wollen die Kulturschaffenden der Initiative SuedKultur und des Vereins StadtKultur Hafen e.V. das Kirchenschiff und angrenzende Gemeindehaus kulturell erproben. „Das Kirchenschiff selbst verfügt bekannterweise über eine erstaunlich studioreife, gedämpfte Akustik und eine Orgel ist auch noch vorhanden. 300 Besucher könnten dort alle Facetten der im Süden beheimateten Kulturaktiven an einem sehr zentral gelegenen Ort erleben“, so Heiko Langanke von der SuedKultur.

Ob Film, Tanz, Theater, Chöre, BigBands, Rock, Pop oder Lesungen, Diskussionsveranstaltungen oder Tagungen: der Bezirk Harburg verfügt über keinen ähnlich gelegenen Raum. Zudem ist die Lage optimal für einen kulturellen Ort: In Nähe der Harburger City mit Fußgängerzone, S-Bahn und Marktplatz, sowie in Nachbarschaft zur Ausgehmeile Lämmertwiete.

Und, so wie bereits die Vorgängerkirche, mit festen Blick hin zum Harburger Binnenhafen. „Sollte das Projekt Realität werden, wird dies sowohl die Neue Straße als auch die gesamte Harburger City beleben und auch den lang ersehnten Brückenschlag zwischen City und Binnenhafen befördern. Im stadtentwicklungspolitischen Sinn eine famouse Situation und diese einmalige Chance sollte wahrgenommen werden“, so Mathias Lintl, Umweltwissenschaftler und Vorstand von StadtKultur Hafen e.V..

Sakraler Einblick mit erstaunlicher Akustik – das Kirchenschiff.

„Das ist der letzte Versuch, eine neue Nutzung für diese Gebäude zu finden“, sagt Pastorin Sabine Kaiser-Reis, Vorsitzende des Kirchengemeinderates von St. Trinitatis. In den vergangenen zwölf Jahren hat es eine Vielzahl an Gesprächen mit Interessenten und Pläne zur Umnutzung der Dreifaltigkeitskirche gegeben. Letztlich blieben bisher alle ohne ein positives Ergebnis für den Erhalt der Kirche.

Die fusionierte Innenstadtgemeinde St. Trinitatis hat das Gottesdienst- und Gemeindeleben auf den Standort an der Bremer Straße konzentriert, weil schon 2006 absehbar war, dass zwei Standorte mittelfristig nicht finanzierbar sind.

Am Sonnabend, 16. Juni 2018 will die Initiative SuedKultur nun einen ersten Probelauf unternehmen in Form eines 3falt-Kulturtages. Den ganzen Tag über sind Künstler*innen und Kulturschaffende eingeladen, sich dem Gebäude anzunehmen und zu erproben, wofür es besonders gut und wofür vielleicht gar nicht geeignet ist, was geändert, verbessert oder renoviert werden müsste. Und das ist nicht als geschlossene Gesellschaft angedacht, sondern die Harburger wie auch andere Kulturinteressierte können sich gleich mit auf den Weg der Erkundung begeben.

„Bisher hat das Projekt bei uns den Arbeitstitel ´3falt – Kunst – Kultur – Kreativität`“, so Sonja Alphonso von der Initiative SuedKultur. „Damit sind wir uns zum einen der bedeutenden Geschichte und der Dreifaltigkeitskirche bei der Entwicklung des heutigen Harburgs bewusst und würden die auch gerne im historischen Bewusstsein verankern wollen. Zum anderen sind Kunst, Kultur und Kreativität als Dreifalt versus Einfalt unser Ansporn.“

Idee zum Logo

Und in der Tat: im Obergeschoss des Gemeindehauses ist angedacht, dass das länger schon in Arbeit befindliche Projekt einer ersten Hamburger Artothek – einer Kunstleihe regionaler Werke – in Harburg spielerisch und mit realen Kunstobjekten vorgestellt wird. Im Erdgeschoss hingegen erprobt eine sonst bei der Akademie für Musik und Kultur unweit im Hafen Harburgs angesiedelte Gruppe, ob dort etwa Flamenco-Tanzkurse samt Umkleide- Räumen denkbar sind. Chöre, BigBands, Orchester und kleine Ensembles wie auch Bands und Einzelkünstler*innen aus Rock, Pop, Folk oder Jazz wollen die Akustik im eigentlichen Kirchenschiff erproben und laden somit zugleich ganz Harburg zu einem kulturellen Kulturtag der etwas anderen Art ein.

In Kooperation mit dem im Phoenixviertel beheimateten Musikclub Marias Ballroom aber auch dem im Heimfeld beheimateten Kulturverein ContraZt e.V. werden eine kleine Musik und Lichtanlage bereit stehen. Auch für Getränke und Imbiss ist gesorgt. Während des Tages wird es Ideen zu verschiedenen Projekten der SuedKultur-Mitstreiter und zum Projekt „3falt“ selbst geben. Sobald eine Abfolge der kulturellen Erprobungsprojekte steht, wird sie unter www.sued-kultur.de zu finden sein.

Zur Bedeutung des Gebäudes

Die einstige Dreifaltigkeitskirche wurde 1650–1652 als Ersatz für die Marienkirche errichtet, welche im Zuge des Ausbaus der Befestigungsanlagen der Stadt und des Harburger Schlosses weichen musste und an Stelle des heutigen Lotsekanals im Harburger Binnenhafen stand.

Die Kirche wurde im Jahr 1944 durch Bomben zerstört. Von den verbliebenen Außenmauern ist heute noch die Westwand mit dem barocken Eingangsportal und dem Fragment einer Christus-Figur (1652) erhalten. Neben dem Portal sind zudem einige Grabplatten als Zeugnis der ehemaligen Kirchenbeerdigungen erhalten, darunter auch solche der Fürstengruft der herzoglichen Familie.

Der jetzige Kirchbau entstammt der Feder des bekannten Hamburger Architektenehepaars Spengelin und wurde 1963 der Gemeinde übergeben. 1999 erfolgte die Unterschutzstellung als Denkmal durch die Kulturbehörde Hamburg.

Aus dem Gutachten:

„Bemerkenswert ist an der Dreifaltigkeitskirche Harburg der städtebauliche Einfall mit der Hoferschließung, die eine beliebte zeitgenössische Idee von der „Kircheninsel“ in dem „Meer“ der Großstadt widerspiegelt. … Hervorzuheben ist der pietätvolle und gleichzeitig geschickte Umgang mit den Resten des Vorgängerbaues… Es stellt ein Baudenkmal dar als charakteristisches Element des Stadtbildes, das in besonderem Maße den Altstadtbereich Harburgs prägt.

Kirchenarchitektur der Nachkriegsmoderne von den Architekten Spengelin.

Innerhalb der Nachkriegskirchenarchitektur besticht das Ensemble durch die Ausgewogenheit der Zuordnung der Baukörper und Bauteile und stellt ein herausragendes Beispiel für die Kirchenarchitektur der Nachkriegsmoderne in Harburg dar. Der ausgeschriebene Wettbewerb, der auch auf Initiative der Stadt in die Wege geleitet wurde, unterstreicht die Bedeutung, die man diesem Bauvorhaben beimaß. Somit ist sie auch aus architektur- und kirchenbaugeschichtlichen Gründen ein Baudenkmal. An ihrer Erhaltung besteht deswegen ein öffentliches Interesse.“

Der strategischen Bedeutung der Lage wird auch im ´Integrierte Entwicklungskonzept` für das Fördergebiet Harburger Innenstadt / Eißendorf-Ost Rechnung (kurz: RISE) getragen: „Der Handlungsbedarf liegt in der Stärkung der Verbindung zwischen Innenstadt und Binnenhafen, damit die Harburger Innenstadt von der dynamischen Entwicklung des Binnenhafens profitieren kann.“

Zum Projektziel

Der auf Stadt- und Raumerforschung spezialisierte Verein StadtKultur Hafen e.V. sowie die Initiative SuedKultur arbeiten an der Idee, das gesamte Gebäudeensemble in die Nutzung eines Kulturprojektes zu überführen. Ziel ist es bis Februar 2019 ein tragfähiges Nutzungs-, Umbau- und Finanzierungskonzept zu entwickeln. Und die Initiative SuedKultur will es nicht einem einzelnen Betreibendem überlassen, sondern als Ort für alle Kulturschaffenden nutzbar machen.

Ideen von Kulturprojekten und Kreativen für den Sa., 16. Juni sind gefragt, sollten in 1-2 Sätzen skizziert und an fest@dreifalt.info gesandt werden. Bitte ungefähre Zeit für den Tag angeben, damit eine Abfolge erstellt werden kann, wer wann bei der Erkundung zum Zuge kommt. Je Aufführung / Erprobung sollte der Fairness halber gegenüber weiteren Interessenten nicht mehr als eine Stunde inkl. Auf- und Abbau angedacht sein.

Darüber hinaus werden Helfende für Vor- und Nachbereitung gesucht: schleppen, putzen, herrichten, abbauen etc.pp..

Auch hierzu bitte mit kurzer Zeitangabe (also wann verfügbar) mögen sich helfende und unterstützende Hände per Mail unter fest@dreifalt.info melden.

 

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200 Jahre liberales Judentum https://www.tiefgang.net/200-jahre-liberales-judentum/ Fri, 23 Feb 2018 23:17:37 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=3100 [...]]]> In der Wahrnehmung von Religionen stechen die Hardliner-Strömungen meist mehr hervor als die liberalen. Um so wichtiger, dass aber genau diese den gesellschaftlichen Diskurs suchen. Ein Landesrabbiner tut dies nun beim evangelischen Gottesdienst in Harburg.

In der Mitteilung der Ev.-Luth. Kirchengemeinde St. Trinitatis Harburg heißt es:

„Am Sonntag, 25. Februar, 11 Uhr, wird Landesrabbiner Dr. Moshe Navon im Gottesdienst „Harburger Gastkanzel“ in St. Johannis Harburg (Bremer Straße 9) sprechen.

Besonderer Anlass für Dr. Moshe Navon: 200 Jahre Liberales Judentum. Ein Schwerpunkt des Gottesdienstes wird der Friedenswunsch in Gebet und Segen von Juden und Christen sein. Auf Orgel und Flügel spielt Regionalkantor Rainer Schmitz u.a. Felix Mendelssohn Bartholdy.

Dr. Moshe Navon ist seit 2015 Landesrabbiner der liberalen jüdischen Gemeinde in Hamburg, die vor 200 Jahren im Sinne einer liberalen und reformerischen Religionsausübung in der Tradition der philosophischen Aufklärung gegründet wurde. Dr. Navon wurde im Jahre 2002 von der Jerusalemer Universität zum Doktor der Bibelwissenschaft promoviert und beschäftigt sich besonders mit dem jüdischen Verständnis des Vaterunsers (Moshe Navon/Thomas Söding: Gemeinsam zu Gott beten – christlich-jüdische Auslegungen des Vaterunsers).

„Harburger Gastkanzel“ ist ein Reihe thematischer Gottesdienste, zu denen Pröpstin Carolyn Decke seit 2014 Personen des öffentlichen Lebens einlädt, damit diese ihr Verständnis von Religion und Kirche erläutern können, vielleicht auch ihre kritische Sicht auf die Kirche oder deren vordringliche Aufgabe. Zugleich soll das Verhältnis von Kirche, Religion und Gesellschaft, besonders in Harburg, exemplarisch anschaulich werden. Der interreligiöse Dialog ist dabei immer wieder ein besonderer Akzent.

Auf der „Harburger Gastkanzel“ standen schon so unterschiedliche Gäste wie Dr. Mohammed Khalifa vom Asien-Afrika-Institut der Universität Hamburg, Dr. med. Hans-Peter Unger, Chefarzt für Psychiatrie am AK Harburg und Frank-Martin Heise, Chef der Hamburger Wasserschutzpolizei.“

 

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