Fonds Darstellende Künste https://www.tiefgang.net Fri, 09 Aug 2024 09:39:54 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1 „Mittelkürzungen sind alarmierend!“ https://www.tiefgang.net/11082-2/ Fri, 09 Aug 2024 22:24:21 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=11082 [...]]]> Jetzt wird gekürzt! Haushaltsentwurf 2025 der Bundesregierung sieht nur rund die Hälfte der Mittel für den Fonds Soziokultur vor.

Der Bundesfonds Soziokultur e.V. schlägt Alarm:Soziokultur fördert Teilhabe, Zusammenhalt in Vielfalt und belebt unsere Demokratie. Die große Bedeutung der Soziokultur für die Gesellschaft hatte die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien mit einer deutlichen Stärkung des Fonds Soziokultur und aller anderen Bundeskulturfonds im Jahr 2024 unterstrichen. Damit wurde mit der Umsetzung eines wichtigen kulturpolitischen Vorhabens der Koalition begonnen. Dies steht in deutlichem Widerspruch zu den nun geplanten Kürzungen um etwa die Hälfte im Vergleich zu 2024. Konkret sollen die Mittel des Fonds Soziokultur von 5,25 Mio. Euro in diesem auf 2,9 Mio. Euro im kommenden Jahr gekürzt werden.

Die Mittelkürzungen aller sechs Bundeskulturfonds sind vor dem Hintergrund der wachsenden Herausforderungen für die Demokratie und den gesellschaftlichen Zusammenhalt alarmierend. Der Fonds Soziokultur setzt mit der Förderung „Kultureller Teilhabe“ in ganz Deutschland ein zentrales Ziel der Bundeskulturpolitik um. Als wichtiger Innovationstreiber steht der Fonds für innovative Ideen einer zugänglichen Kultur und offenen Gesellschaft, für neue Kooperationen und sozialen Zusammenhalt. Entscheidend ist hierfür eine finanziell verlässliche und starke Impulsförderung, die auch ein wichtiger Hebel für Landes- und kommunale Förderung ist. Dies erreicht insbesondere Kulturschaffende in freien Einrichtungen und jungen Initiativen der Soziokultur, der Kulturellen Bildung, der Medienkultur und der Kulturarbeit. Sie entwickeln die Kultur inmitten einer besonders herausgeforderten Gesellschaft weiter und stellen sich ihren Fragen, Ideen und Sorgen vor Ort. Eine Kürzung der Mittel des Fonds Soziokultur berührt diese wichtige Arbeit an der Demokratie direkt.

Die Folgen

Verstärkung gesellschaftlicher Spaltung: Gesellschaftliche Ausgrenzung und kulturelle Benachteiligung verstärkt sich gerade dort, wo es ohnehin kaum Angebote gibt. Insbesondere junge und ältere, nicht mobile oder ohnehin marginalisierte Menschen können noch schlechter an Kultur und Gesellschaft teilhaben und mitwirken. Sie fühlen sich noch mehr abgehängt.

Rückbau von Innovationspotenzial: Experimentelle und innovative Programme zu großen Herausforderungen wie Technologie, Künstliche Intelligenz, Data Literacy und Diversität in der Kultur können nicht weitergeführt bzw. vertieft werden. Insbesondere junge Kulturschaffende und innovative Organisationen sind davon betroffen. Ihre Arbeit verändert jedoch nachhaltig die Breitenwirkung von Kultur in der Gesellschaft.

Abwärtsspirale: Allein im Jahr 2024 haben den Fonds Soziokultur Förderanträge im Volumen von rund 32 Mio. Euro erreicht. Bei einer annähernden Halbierung des Fonds-Budgets würde die Förderquote auf ein dramatisches Niveau sinken. Mit einem verschärfenden Dominoeffekt: Die Bundesmittel haben eine Hebelwirkung für weitere Drittmittel für die Kulturschaffenden. Entfällt dieser Hebel, entfallen auch weitere Finanzmittel z.B. von Ländern und Kommunen.“

Und auch alle sechs Bundeskulturfonds haben ein gemeinsame Stellungnahme abgegeben:

„Massive Kürzungen bei den Bundeskulturfonds zeugen von keiner konsistenten und nachhaltigen Förderung der freien Kunst- und Kulturszene 

Erst mit dem Bundeshaushalt 2024 hatten die Regierungsparteien das Ziel des Koalitionsvertrags, die Bundeskulturfonds als Innovationstreiber nachhaltig zu stärken, eingelöst. Die deutlichen Erhöhungen der Fördermittel sollten in der Folge des auslaufenden NEUSTART KULTUR-Programms durch verstetigte Regelförderungen sowie neue Fördermodule die freie Kunst- und Kulturszene weiter substanziell unterstützen.

Mit dem neuen Haushaltsentwurf 2025 gefährdet die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien mit drastischen Kürzungen die perspektivische Fortführung dieser Arbeit: den sechs Bundeskulturfonds soll für das Jahr 2025 insgesamt nur rund die Hälfte an Mitteln – im Verhältnis zum Haushalt 2024 – zugestanden werden.

Dies irritiert umso mehr, als gerade erst neue Förderlinien und Programme, teils auch im Zusammenspiel mit Ländern und Kommunen oder Akteuren des kulturellen Lebens, entwickelt und erstmalig ausgeschrieben wurden oder sogar aktuell noch erarbeitet werden. Auch helfen die Bundeskulturfonds aktiv und konstruktiv bei der Einführung und Durchsetzung in der Freien Szene von Honoraruntergrenzen, den Nachhaltigkeits- und Awareness-Empfehlungen der Kulturförderung der BKM bzw. haben daran mitgewirkt, diese zu entwickeln und auszugestalten.

Als unabhängige Einrichtungen zur Förderung der zeitgenössischen Kunst und Kultur leisten die Bundeskulturfonds ihrem Auftrag nach und in ihrer intermediären Rolle zwischen Bund und den Freien Künsten einen wichtigen Beitrag für Innovation und Diskurs in den Künsten, für vielfältige ästhetisch-künstlerische Positionen und für den gesellschaftspolitischen Austausch in Zeiten von multiplen Krisen.

Da der Etat der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien in Summe im Haushalt 2025 erfreulicherweise mit einem Aufwuchs rechnen darf und von Kürzungen verschont bleibt, scheint die Budgetierung der Bundeskulturfonds vor allem eine Frage der Priorisierung zu sein.

Die Vorstände und Geschäftsführenden der Bundeskulturfonds fordern daher die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und die Koalitionsparteien auf, diesen gemeinsam begonnenen Weg durch eine dringend notwendige Korrektur des Haushalts 2025 weiter zum Erfolg zu führen.“

Deutscher Literaturfonds – Deutscher Übersetzerfonds – Fonds Darstellende Künste – Fonds Soziokultur – Musikfonds – Stiftung Kunstfonds 

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„Take Heart“ für Tanz und Theater! https://www.tiefgang.net/take-heart-fuer-tanz-und-theater/ Fri, 24 Dec 2021 23:42:32 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=8660 [...]]]> Der Fonds Darstellende Künste setzt im Rahmen von NEUSTART KULTUR – dem von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) finanzierten Rettungs- und Zukunftspaket für den Kultur- und Medienbereich – mit dem Förderprogramm #TakeHeart seine umfassenden Fördermaßnahmen fort.

Ziel der neuen Programmlinien ist es, die Auswirkungen der Corona-Pandemie im Kulturbereich abzumildern, den Wiederbeginn kulturellen Lebens in Deutschland zu befördern, Künstler*innen Planungssicherheit und zugleich neue zukunftsweisende Perspektiven für die Entwicklung der Freien Darstellenden Künste zu ermöglichen.

Die Rechercheförderung schließt in aktualisierter Form an die bisherigen stipendienartigen Förderprogramme des Fonds an und richtet sich an selbstbeauftragt arbeitende Einzelkünstler*innen als auch Personen die kuratierend in den Freien Darstellenden Künsten tätig sind. Ziel des Programms ist es, die Bedeutung und Praxis der eigenen künstlerischen Arbeit zu reflektieren und in ausführlichen Recherchen zukunftsweisende Formen der Produktion, Aufführung und Vermittlung zu entwickeln.

Gefördert werden ergebnisoffene künstlerische Recherchen und konzeptionelle Entwicklungen künstlerischer Vorhaben, aber auch Vorhaben, die der künstlerischen Fort- und Weiterbildung sowie Qualifizierung dienen.

Gefördert werden Einzelkünstler*innen und Kurator*innen aller Genres und Sparten der Freien Darstellenden Künste. Antragstellende müssen langjährig, d.h. seit mindestens drei Jahren, in den Freien Darstellenden Künsten professionell tätig sein. Ausgeschlossen sind aber Personen, die bereits eine Residenzförderung im Rahmen von #TakeHeart erhalten.

Beantragt werden können Fördermittel an Einzelpersonen in Höhe von 7.500 € für drei aufeinanderfolgende Monate, je 2.500 € pro Monat.

Die Vergabe der Rechercheförderung erfolgt in mehreren Antragsrunden.

Die Antragstellung beim Fonds Darstellende Künste erfolgt ausschließlich online. Hier geht es zur Online-Antragstellung.

Der mögliche Projektzeitraum für bewilligte Vorhaben beginnt mit der positiven Förderzusage und endet bei Vorhaben mit Antragsfrist

– zum 10.10.2021 am 31.05.2022
– zum 01.02.2022 am 30.09.2022
– zum 01.06.2022 am 31.12.2022

Vollständige Verwendungsnachweise sind spätestens zwei Monate nach Ende des jeweiligen Vorhabens einzureichen.
Für alle weiteren Informationen lesen Sie bitte vor einer Antragstellung, bzw. auch vor einer telefonischen Beratung durch die Geschäftsstelle des Fonds Darstellende Künste, die Regularien. Weitere Hilfestellungen bieten die FAQs sowie die Ausfüllhilfe zur Online-Antragstellung. Im Verlauf des Antragszeitraums wird es mehrere Info-Zooms zum Programm geben.

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Gibt es künstliche Kunst? https://www.tiefgang.net/gibt-es-kuenstliche-kunst/ Fri, 26 Jun 2020 22:43:19 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=7042 [...]]]> Sensoren, Social Bots und Algorithmen bestimmen zunehmend unser Tun und Schaffen. Was macht es mit und was können wir mit ihnen machen? Kunst kann Antworten geben.

Der Fonds Darstellende Künste hat daher nun ein Sonderförderprogramm entworfen, das Projektvorhaben in den diversen Feldern der Darstellenden Künste unterstützt, die sich mit eben Künstlicher Intelligenz auseinandersetzen.

Die Zielgruppe des Fonds sind Freie Darstellende Künste: Tanz, Theater, Performance, frei produzierende Künstler*innen und Ensembles, die bundesweit bzw. bundesländerübergreifend agieren sowie langjährige Arbeitserfahrungen mit ästhetischen Formaten vorweisen können und sich 2020/21 mit dem Thema KI im Sinne der Ausschreibung beschäftigen.

Gesucht werden konzeptionell wie ästhetisch bemerkenswerte Vorhaben sowie die Bereitschaft zum Wissenstransfer im Rahmen von Austausch wie auf einem vom Fonds geplanten Symposium.

Die Künste des Theaters und des Tanzes stehen – wie viele andere Bereiche – in der Welt der autonom lernenden und handelnden Dinge vor einer bisher kaum durchdrungenen Erweiterung des Schaffensprozesses: Wahrnehmung durch Sensoren, Narrative durch Social Bots und Entscheidungen durch Algorithmen. Kommt also Kunst ohne Kreation? Leben befreit von Arbeit? Das transhumane Zeitalter?

 

Thematischer Aufriss des Sonderprogramms

Die in Paris lebenden Künstler Hugo Caselles-Dupré, Pierre Fautrel und Gauthier Vernier hatten 2018 ein Computerprogramm mit tausenden Porträts gefüttert und es so die Grundprinzipien von Ästhetik »gelehrt«. Am 25. Oktober 2018 verkaufte das Auktionshaus Christie’s in New York erstmals ein mittels künstlicher Intelligenz (KI) produziertes Kunstwerk – für mehr als 380 000 Euro. Das Gemälde mit dem Titel »Portrait of Edmond Belamy« ist Teil einer neuen Kunstform, die durch maschinelles Lernen entsteht. „Das Gemälde ist nicht das Produkt eines menschlichen Geistes“, stand in der Beschreibung von Christie’s. „Es wurde von künstlicher Intelligenz geschaffen, einem Algorithmus, der durch eine algebraische Formel definiert ist.“ Wenn ein Computerprogramm eigenständig Bilder erzeugt, kann man das Ergebnis dann als Kunst bezeichnen?

Es ist eine der zentralen Fragen der Kunst, die hier unter dem Aspekt der KI neu verhandelt wird: die des künstlerischen Schaffens. Gleichsam ist der Schaffensprozess, genau wie der Werkbegriff, in der Kunst seit jeher dem gesellschaftlichen Wandel unterworfen und immer wieder neu im jeweiligen zeitgenössischen Kontext zu betrachten.

Mit dem autonomen Erschaffen von Kunstwerken verbinden sich, neben der Frage nach der Überwindung oder dem Abschied eines durch die Vernunft – und auch Unvernunft – des Menschen bestimmten Kreationsprozesses, natürlich auch die weit über die Kunst hinausweisenden Fragen nach den Möglichkeiten, der Verantwortlichkeit und damit auch den Grenzen der nicht humanoiden Entwicklungen in Kunst, Technik, Politik, Wirtschaft, Mobilität, Medien und vielen Sektoren mehr: Selbstfahrende Autos, autonome Pflegebots oder [(un-) demokratische] Teilhabe von zigtausenden von Bots in den sozialen Netzwerken – die Liste der bereits gegenwärtigen und kommenden Bereiche, in denen Künstliche Intelligenzen wirken, wird immer umfassender.

Wie beeinflusst aber KI die Kunst – und die Darstellende Kunst im Besonderen? Ist sie Innovationstreiber oder Schreckensbild dystopischer Szenarien? Macht Künstliche Intelligenz Künstler*innen überflüssig? Oder ist das genaue Gegenteil der Fall?

Und vor allem: Beeinflusst die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz unser Verständnis von Autonomie? Wer trifft in Zukunft beispielsweise ästhetische oder politische Entscheidungen – und ist gerade die Frage nach Autonomie nicht seit längerem eine der wesentlichen im Diskurs der Darstellenden Künste? Wer entscheidet im Theaterraum was gezeigt und was gesagt wird? Wie wird der Blick der Zuschauenden gelenkt und von wem? Ist die Kunst frei – und sind Künstler*innen autonom?

Von Künstlicher Intelligenz geprägte Robotik verändert z.B. Puppenspiel und Tanz. Auf den Bühnen regelmäßig verhandelte und die Darstellenden Künste in Theorie und Praxis prägende Literaturstoffe wie „Der Sandmann“ – die immer menschenähnlichere Maschine – erscheinen aktueller denn je. KI’s: Sie komponieren bereits, sie malen, sie gestalten.

Sind also auch die sinnlichen Erfahrungen, die Diskursräume oder die Entscheidung, wann der Vorhang fällt, zukünftig Hoheitsgebiete der Maschinen? Und sind dystopische Szenarien für Gesellschaft wie Kunst in Anbetracht drohenden Autonomieverlusts durch neue digitale Entscheidungsträger überhaupt angebracht? Oder geht es, wie während aller wissenschaftlichen Umbruchsphasen der Geschichte, eben schlicht darum, sich zu und mit den technischen Neuerungen zu verhalten – auch in der Darstellenden Kunst?

Der Fonds Darstellende Künste entwirft ein Sonderförderprogramm gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, das Projektvorhaben in den diversen Feldern der Darstellenden Künste unterstützt, die sich mit Künstlicher Intelligenz auseinandersetzen.

Förderungen durch das Sonderprogramm AUTONOM

ZIELGRUPPE:

Freie Darstellende Künste. Tanz, Theater, Performance, frei produzierende Künstler*innen und Ensembles, die bundesweit bzw. bundesländerübergreifend agieren sowie langjährige Arbeitserfahrungen mit ästhetischen Formaten vorweisen können und sich in den Jahren 2020-2022 mit dem Thema KI im Sinne der Ausschreibung beschäftigen.

VORAUSSETZUNGEN:

Konzeptionell wie ästhetisch bemerkenswerte Vorhaben. Bereitschaft zum Wissenstransfer im Rahmen von Austausch wie auf einem vom Fonds geplanten Symposium. Kofinanzierung von min. 50% der Fördersumme des Fonds aus weiteren öffentlichen Mitteln. Premiere bis Ende März 2022, vier weitere Aufführungen oder Gastspiele. Vorhaben, die Kollaborationen mit anderen Antragstellenden des Sonderprogramms AUTONOM herstellen, sind erwünscht.

FRISTEN:

  • Antragsfristen zum 1. September 2020 und zum 1. Februar 2021
  • Zeitraum für die Realisierung September 2020 bis März 2022

ANTRAGSTELLUNG:

  • ab Mitte Februar über die Online-Antragstellung des Fonds möglich
  • Antragssumme in Höhe von 30.000€ bis 60.000€ (in begründeten Ausnahmen bis 80.000€)
  • Kofinanzierungsanteil: 50% der Antragssumme aus bundesdeutschen öffentlichen Mitteln
  • Gesicherte Gesamtkosten (einschließlich der beantragten Förderung beim Fonds) von 75% des Gesamtvolumens.
  • Beitrag des Fonds als Festbetragsfinanzierung

Für ausführliche Informationen lesen Sie bitte die Regularien.

Anträge in diesem Programm können jetzt hier online eingereicht werden.

Bewerbungsschluss ist am 1. September 2020.

Weiterführende Infos: fonds-daku.de/sonderprogramm

 

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