Frank Littek – Sechs Tage im Juli https://www.tiefgang.net Wed, 26 Mar 2025 14:46:42 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1 Vom Wohnzimmer zur Rosentreppe https://www.tiefgang.net/vom-wohnzimmer-zur-rosentreppe/ Fri, 28 Mar 2025 23:40:03 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=11627 [...]]]> Bei den SuedLese Literaturtage 2025 gibt es immer wieder neue „Orte der Worte“ und Literarisches zu entdecken. In der dritten Woche geht´s in ein Wohnzimmer und zur Rosentreppe.

Das Programm der dritten Woche:

So., 30. Mrz, 15 Uhr: Wohnzimmerlesung: Claus-Peter Rathjen liest Hans-Joachim Meyer (platt), Eintritt /Spende erbeten

Claus-Peter Rathjen, Hastedtstraße 34, 21073 Hamburg

Hans-Joachim Meyer schrieb ungewöhnliche Kurzgeschichten auf niederdeutsch oder „platt“. Er lebte in Harburg und nun in einem Pflegeheim in Farmsen. Durch eine Sprachbehinderung konnte er sein schriftstellerisches Werk nie selber vortragen, konzentrierte sich aber – was in der plattdeutschen Literatur einmalig ist – auf Kurzgeschichten in Harburg-Wilhelmsburg und Themen Deutschlands dunkelster Geschichte: dem Leben von Zwangsarbeitern oder Widerständlern oder die ein schwules Comingout von jungen oder älteren Menschen als Inhalt haben. Hier werden „einfache“ Menschen gewürdigt, die sogenannten kleinen Leute, die Dinge taten und Widerstand leisteten, mit denen sie mit dem Tode hätten bestraft werden können.

Rathjen würdigt mit dieser Lesung das Meyersche Werk und die Art, wie mit plattdeutscher Sprache durchaus ernsthafte Themen geschildert werden können.

Nach der etwa einstündigen Lesung, haben die Besucher bei Kaffee, Tee und Kuchen Gelegenheit zu Gesprächen. Um eine angemessene Spende in den Hut wird gebeten.

Die Besucherzahl ist auf 20 Personen begrenzt. Eine Anmeldung per Email info@claus-peter-rathjen.de oder 040 302 34 861 (AB) ist unbedingt erforderlich.

So., 30. Mrz., 12 Uhr: Anke Wistinghausen – Kreative Figurenentwicklung: Divers, vielfältig und bunt

VHS-Zentrum Harburg Carrée, Eddelbüttelstraße 47a, 212073 Hamburg-Harburg

Kurs im Rahmen der SuedLese

Das Herzstück von Geschichten sind die Figuren. Je bunter, vielfältiger und diverser diese Figuren gestaltet und geschrieben werden, desto lebendiger, zeitgemäßer und interessanter sind die Geschichten.  Egal, ob es sich um die Entwicklung eines Drehbuchs, eines Romanprojekts oder einer Kurzgeschichte handelt.  Je weniger Stereotyp, je weniger Klischee, umso spannender für die Lesenden. Wir stellen uns Fragen wie: Welche Merkmale, Charaktereigenschaften und Handlungsweisen hat meine Hauptfigur? Wie spricht sie und sieht sie aus? Können sich Lesende mit der Figur identifizieren? An diesem Kurstag konzentrieren wir uns auf die Werkzeuge, die uns zur Verfügung stehen unsere Figuren zum Leben zu erwecken und die Leser:innen zu fesseln.

Bitte Schreibutensilien (Papier und Stift oder Laptop) mitbringen.

Kurskosten: 32€.  Auf der Website der VHS finden sie Informationen zu unseren Ermäßigungen. Anmeldung erforderlich mit Kursnummer: P10550SHH08 unter www. vhs-hamburg.de oder Hotline: 040 60929-5555

 

Do., 03. Apr., 10.15 Uhr: Martin Verg – Typisch deutsch … was soll das denn bitteschön sein? Eintritt frei

Bücherhalle Harburg Eddelbüttelstraße 47a 21073 Hamburg-Harburg, www.buecherhallen.de/harburg; für Schulklassen 5–10

Typisch deutsch – was soll das denn bitteschön sein? Und wie erklärt man es Kindern. Nicht ernst und trocken, sondern bunt und überraschend. Der Journalist und Autor Martin Verg und der Foto-Künstler Jan von Holleben haben sich auf den Weg durch Deutschland gemacht und haben für ihr neues Buch 100 Dinge zusammengesammelt. Von Adventskranz und Autobahn, über Brot oder Buchdruck, Dauerwelle, Döner, Einbauküche, Fahrrad und Fußball bis zu Wolf und Wurst, Zahlen und Zugspitze ist ein ebenso erstaunlicher wie lehrreicher Reigen entstanden. Den präsentiert Martin Verg in seiner interaktiven Lesung – und lädt dabei sein junges Publikum zur eigenen Reflexion ein: Und jetzt ihr, was ist für euch typisch deutsch?

Martin Verg ist Autor, Journalist und Moderator und richtet sich vorwiegend an ein junges Publikum.

Do., 03. Apr., 19 Uhr: Frank Littek – Sechs Tage im Juli, Eintritt: 10,- €

Buchhandlung am Sand, Hölertwiete 5, 21073 Hamburg-Harburg

Hamburg im Juli 1943. Trotz des Krieges ist die Elbmetropole bisher von großen Bombenangriffen verschont geblieben. Seit Wochen lastet drückende Sommerhitze über der Stadt. Die junge Paula genießt die ungewöhnlich heißen Tage und blüht auf, als sie Johannes kennenlernt, einen Arbeiter aus Hammerbrook. Er stellt ihr Leben auf den Kopf. Sie spazieren bei heimlichen Treffen an der Elbe, machen Spritztouren ins Umland … und verlieben sich. Doch dann endet die Unbeschwertheit der Jugend abrupt. In einer nie dagewesenen Angriffswelle wird die Stadt mit der harten Kriegsrealität konfrontiert und schon bald ist klar: Hamburg soll ausgelöscht werden. Die Operation Gomorrha hat begonnen – und nicht nur Paula und Johannes müssen um ihr Leben kämpfen.

„Sechs Tage im Juli“ erzählt die dramatischen Ereignisse aus der Perspektive von sieben jungen Frauen und Männern, die im Angesicht des Grauens über sich hinauswachsen, ihr bisheriges Denken in Frage stellen und von denen einige trotz allem ihr Glück finden.

Frank Littek, geboren in Bremen, ist freier Journalist und Buchautor. Der Wirtschaftswissenschaftler hat rund 40 Bücher veröffentlicht, darunter neben zwei Romanen zahlreiche Kinder-, Jugend- und Sachbücher. Er lebt und arbeitet in der Nähe von Hamburg.

Fr., 04. Apr., 19 Uhr: Ulrich Lubda: ausgewählte Lyrik und Prosa, Eintritt frei / Spende erbeten
Alles wird schön, Friedrich-Naumannstraße 27, 21075 HH- Heimfeld

Ulrich Lubda präsentiert eine Auswahl an teils sehr persönlichen, vor allem aber lokal verankerten Texten aus Lyrik und Prosa.

So zu seiner Tante Gertrud „Dudu“ Bloch, 1905-42, die Euthanasieopfer der Nazis war und zu der es eine Stolpersteinverlegung im Jahr 2024 gab. Zu Frank „Lenny“ Böhnke, 1961-ca.1986, Conterganopfer, Schauspieler und Szenekünstler in Harburg. Zu Hans-Werner Krunke (alias Frank Dohl), 1941-1992, schwuler Lehrer und Schriftsteller in Harburg und Hamburg sowie dem 2020 verstorbenen Poeten Volker Maaßen, 1943-2020. Er war Frauen- und Krebsarzt in Harburg, Dichter in Harburg und Hamburg und dafür weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt.

Sa., 05. Apr., 19 Uhr: Burbach, Baudy & Baudy: Poetry in Motion – Dichte Komposition aus Lyrik und Tanz, Eintritt frei / Spende erwünscht

ContraZt e.V  / Treffpunkhaus Heimfeld, Friedrich-Naumann-Straße 9-11, 21075 Hamburg

Poesie ist Emotion, Melodie, Bewegung, Rhythmus und Tanz. In lyrischen Zwiegesprächen, widerstreitend oder harmonisch geeint, durchstreifen die Autor:innen mit ihren kurzen lyrischen Sequenzen die Höhen und Tiefen menschlicher Existenz. Bewegtes und Bewegendes fließen rhythmisch in Zeit und Raum. Es geht um Gleichgewicht und Gegnerschaft, Kollaps und Krisen, Verlust und Verletzung, Heilung und Höhenflüge, Selbstbehauptung und Sonnengesang.

Die einzelnen Lese-Blöcke setzt Ulrike Burbach mit ihren musikalisch unterlegten, expressiven Tanzminiaturen kunstvoll in Szene. Ausgewählte Malereien von Christian Baudy stimmen die Zuhörerschaft auf die lyrischen Texte und Tanzeinlagen ein.

Sa, 5. April, 12 – 18 Uhr: Schreibworkshop & Lesung am Bücherschrank Rosentreppe

Tagsüber kreativ schreiben, am Abend präsentieren

Los geht’s am gefüllten Bücherschrank. Zufällig von dir ausgewählte Bücher bieten überraschende Anregungen. Bei dieser einzigartigen Schreibwerkstatt wirken zusammen: die Kraft des Zufalls, die Energie der Gleichgesinnten und die fachkundige und humorvolle Leitung mit vielerlei Übungen.

Dieser Schreibworkshop nimmt Schreiberfahrene ebenso wie Neugierige mit auf die Reise der Worte.

Start ist am Bücherschrank Rosentreppe, dann geht es ins benachbarte Stadtteilbüro „Wir in Wilstorf“ (Winsener Str. 19). Am Ende bereiten wir unsere Texte vor für die anschließende Lesung.  Lesen ist kein Muss, bringt aber viel Spaß!

Leitung: Bärbel (Bascha) Wegner, Autorin, und Jörn Waßmund, Theaterregisseur und Autor.

Infos und Anmeldung hier: post@kulturundmehr.org

Sa, 5. April, 19 Uhr: Öffentliche Lesung am Bücherschrank 

Ort: Bücherschrank Rosentreppe / Rosentreppe 1 / 21079 Hamburg-Wilstorf

Beste Texte des Schreibworkshops Rosentreppe

Wer Lust auf spontane Straßenliteratur hat, ist hier richtig, Dargeboten werden die an diesem Tag im Workshop entstandenen unterschiedlichen Werke. Faszinierend, wozu zufällige Fundstücke aus dem Bücherschrank inspirieren können: So gab beim letzten Mal ein mit geschlossenen Augen gewähltes Physikbuch den Impuls für einen fantastischen Text. Lasst euch mitnehmen und überraschen von der Vielfalt der besten Texte der Schreibwerkstatt!

Der Besuch der Lesung ist kostenlos, bitte ein Sitzkissen mitbringen.

Die Lesung findet direkt unten an der Treppe am Bücherschrank statt. Dazu einfach in die Straße Rosentreppe 100 Meter hineingehen, über die Toreinfahrt von der Winsener Straße in Richtung EBV.

Bei Regen im Stadtteilbüro, Winsener Str. 19, 21077 Hamburg

 

Sa., 05.04. und So., 06.04.25, 10-17 Uhr, 2 Termine

Schreibwerkstatt: Kurzkrimi

Online-Kurs im Rahmen der SuedLese

Ein Wald oder ein Park, ein Bahnhof oder eine Bushaltestelle – was für Verbrechen könnten sich hier abspielen, welche Figuren mit hinreichend krimineller Energie fühlen sich wohl angezogen von solchen Orten? In dieser Schreibwerkstatt sondieren wir mögliche Täter und Opfer, gewinnen verschiedenen Szenerien spannende und überraschende Wendungen ab.

Mit Hilfe der Techniken des „Creative Writing“ entwerfen wir lebendige Figuren und dramaturgisch stimmige Plots, und so nähern wir uns Schritt für Schritt einem packenden Kurzkrimi.

Voraussetzung: PC- und Internetgrundkenntnisse, E-Mail-Adresse. Sie benötigen einen Computer mit Internet-Zugang sowie Kamera und Mikro, alternativ ein Tablet. Die Teilnahme mit einem Smartphone ist möglich, aber in den Funktionen eingeschränkt.

Kurskosten: 103 €.  Auf der Website der VHS finden sie Informationen zu unseren Ermäßigungen.

Anmeldung erforderlich mit Kursnummer: P10550MMW08 unter www.vhs-hamburg.de oder

Tel. 60929-5555

Veranstaltungsort: online über Zoom

Ein Angebot der Hamburger Volkshochschule in Wilhelmsburg,

 

Über die SuedLese:

Die SuedLese Literaturtage sind ein jährlich stattfindendes Festival, das die Literaturszene im Süden Hamburgs feiert. Mit einem vielfältigen Programm aus Lesungen, Gesprächen und Veranstaltungen bietet die SuedLese ein einzigartiges Erlebnis für Literaturbegeisterte jeden Alters.

Weitere Informationen

Das gesamte Programm der 10. SuedLese Literaturtage finden Sie online unter www.suedlese.de.

Die SuedLese Literaturtage werden gefördert von der Behörde für Kultur und Medien Hamburg, den Bezirken HH-Mitte und HH-Harburg sowie zahlreichen Anzeigenkunden.

 

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Aus der Vergangenheit lernen https://www.tiefgang.net/aus-der-vergangenheit-lernen/ Fri, 21 Mar 2025 23:58:26 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=11554 [...]]]>  

Frank Littek stellt in der Buchhandlung am Sand am Do., 3. April sein Buch „Sechs Tage im Juli“ vor. Ein Interview …

Die Lesung findet in Kooperation mit der Geschichtswerkstatt Harburg statt. Und es geht um Geschichte, nämlich die „Operation Gomorrha“ am Ende des Zweiten Weltkriegs. Eine Geschichte mit vielen Facetten. Wir haben beim Autor Frank Littek mal nachgehakt …

Frank Littek ist freier Journalist und Buchautor. Der Wirtschaftswissenschaftler hat rund 40 Bücher veröffentlicht, darunter neben zwei Romanen zahlreiche Kinder-, Jugend- und Sachbücher. Er lebt und arbeitet in der Nähe von Hamburg.

Tiefgang (TG): Was hat Sie zu diesem Buch inspiriert?

Frank Littek: Nach meinem Studium habe ich meinen ersten Job als Redakteur im Hamburger Stadtteil Hammerbrook angenommen. Ich fand das Viertel – offen gestanden – hässlich und habe dann begonnen, mich mit der jüngeren Geschichte zu beschäftigen. Dabei war ich natürlich ganz schnell bei den Bombenangriffen von 1943. Das Thema hat sich dann über viele Jahre ausgeweitet, ist gereift, viele weitere Aspekte sind dazugekommen, bis ich das Buch geschrieben habe.

TG: Gab es einen Leitgedanken bei der Entstehung des Romans?

Frank Littek: Ich bin bei der Beschäftigung mit dem Thema immer wieder auf Zitate gestoßen, in denen Zeitzeugen sagten, die Menschen hätten die Zerstörungen durch die Bombenangriffe als „gerechte Strafe“ empfunden.

Recherchiert man weiter, ist bald klar, dass es um die Deportation der Juden geht – und wie verbreitet das Wissen darüber war. Auch das gehörte zum Lebensgefühl dieser Zeit und ist ein Aspekt, von dem wir heute kaum wissen. Ich wollte davon erzählen, aber ohne erhobenen Zeigefinger. Dafür sprechen meine Figuren. Und das tun sie hoffentlich so, dass der Leser, die Leserin ihnen gerne folgt.

TG: „Sechs Tage im Juli“ sind Fiktion, dennoch finden sich viele Fakten. Wie haben Sie recherchiert?

Frank Littek: Die wichtigste Quelle war zunächst jede Menge Literatur. Dann habe ich mit Zeitzeugen gesprochen und mir die Schauplätze der Geschichte angesehen. Hinsichtlich Fliegerei kamen mir meine jahrelange Arbeit als Luftfahrtjournalist und die vorhandenen Kontakte zugute. Für einige Figuren hatte ich historische Vorbilder, viele Szenen aus dem brennenden Hamburg folgen den Aussagen von Zeitzeugen. Generell möchte ich in meinen Romanen der historischen Realität so nah kommen, wie möglich. Deshalb habe ich viel mit alten Fotos oder zum Beispiel einem alten Stadtplan aus der damaligen Zeit gearbeitet.

TG: Welche Bedeutung hat der Roman für die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, aber auch für die mit der Gegenwart?

Frank Littek: Ich glaube, wir tun uns in Deutschland heute schwer damit, einen Umgang mit unserer Vergangenheit zu finden. Dabei ist das sehr wichtig, denn ich kann die Gegenwart nur verstehen und in ihr zukunftsweisend handeln, wenn ich die Vergangenheit kenne, sie einzuordnen und daraus zu lernen vermag. Das kann ein langer Prozess sein, auf dem wir – wie ich finde – bisher gar nicht so schlecht vorangekommen sind. Mein Buch möchte einen Beitrag dazu leisten.

TG: Sie sind Autor von Sachliteratur, Romanen, Kinderbüchern. Was macht Ihnen beim Schreiben am meisten Freude, was ist Ihre größte Herausforderung?

Frank Littek: Auch wenn es kitschig klingt: Mit dem Schreiben kann ich Menschen im Herzen berühren. Das ist sicher nicht bei jedem Leser der Fall, aber vielleicht bei einigen. Genau das ist es, was mich schon als Kind zu dem begeisterten Leser gemacht hat, der ich heute noch bin. Es gibt immer wieder Bücher, die auf eine magische Weise etwas mit mir gemacht haben. Das bei anderen Menschen zu schaffen, ist mir die größte Freude. Die größte Herausforderung besteht darin, ein Buch in allen Aspekten so zu schaffen, dass das gelingt.

TG: Vielen Dank und Vergnügen am Donnerstag, 3. April in der Buchhandlung am Sand!

 

Termin:

Do., 3. April, 19 Uhr: Frank Littek – Sechs Tage im Juli, Eintritt: 10,- €

Buchhandlung am Sand |Hölertwiete 5 | 21073 Hamburg | Harburg

 

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