Freien Darstellenden Künste – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Wed, 25 Jun 2025 10:15:03 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 Endlich mal Langfristigkeit bedacht! https://www.tiefgang.net/endlich-mal-langfristigkeit-bedacht/ Fri, 27 Jun 2025 22:03:47 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=12053 [...]]]>

Die Freie Szene Hamburgs lebt von Experimentierfreude und unermüdlichem Engagement. Doch oft hängen große Ideen kurzweiliger Projektförderung, die Planungssicherheit Mangelware bleiben lässt. Nun ein Neustart.

Denn damit ist nun Schluss – zumindest für ausgewählte Kollektive: Die Behörde für Kultur und Medien schafft mit dem Doppelhaushalt 2025/26 eine wegweisende mehrjährige Kontinuitätsförderung und eröffnet damit neue Horizonte für die Freien Darstellenden Künste in Hamburg.

Das Ziel dieser neuen Fördersäule ist klar umrissen und ambitioniert: Etablierten Künstler*innen und Gruppen soll die notwendige Planungssicherheit geboten werden, um kontinuierliche und künstlerisch anspruchsvolle Arbeitsprozesse zu realisieren. Aber nicht nur das: Es geht auch darum, diesen Gruppen eine bessere Präsentation vor einem nationalen und internationalen Publikum zu ermöglichen. Die bestehenden Arbeitsstrukturen in der Freien Szene sollen gestärkt und ausgebaut werden, um eine nachhaltige Entwicklung zu fördern.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien, bringt die Bedeutung dieser Neuerung auf den Punkt: „Mit der Kontinuitätsförderung haben wir ein neues Förderinstrument geschaffen, das etablierten Künstlerinnen und Künstlern die Möglichkeit gibt, ihre Projekte und Ideen auch langfristig zu planen und zu realisieren.“ Er betont weiter, dass dies „notwendige Freiräume für die kreative Arbeit“ schaffe und „auch die Umsetzung von größeren Projekten mit überregionaler Strahlkraft“ ermögliche. Ein wichtiger Schritt weg vom reinen Projekt-Denken hin zu einer strategischen Stärkung der Szene. Die Förderung, mit 100.000 Euro pro Spielzeit über drei Spielzeiten (insgesamt 300.000 Euro pro Kollektiv), wird alle drei Jahre neu ausgeschrieben – ein verlässlicher Rhythmus für Planung und Entwicklung.

Ein unabhängiges, spartenübergreifendes Fachgremium hat nun die ersten drei Kollektive ausgewählt, die von dieser wegweisenden Förderung profitieren werden. Und die Auswahl spiegelt die Vielfalt und den Innovationsgeist der Hamburger Freien Szene wider:

  • MEINE DAMEN UND HERREN: MORE THAN A FEELING (Arbeitstitel), PerformanceDas Kollektiv „Meine Damen und Herren“ ist bekannt für seine mutige und reflektierte Arbeitsweise als inklusives Ensemble. Sie hinterfragen kontinuierlich ihre eigenen Strukturen und entwickeln kollektive Arbeitsformen auf Augenhöhe. In ihrem neuen dreijährigen Projekt „More than a feeling“ werden sie gemeinsam mit Expert*innen Emotionen als gesellschaftlich relevante Erfahrungen erforschen und dabei die Frage stellen, wie Gefühle Zugänge zu politischen Fragen eröffnen können – künstlerisch, zwischenmenschlich und vor allem barrierearm. Ein Projekt, das nicht nur Kunst schafft, sondern auch gesellschaftliche Debatten anstößt.
  • REGINA ROSSI: OUT OF THE BOX, Tanz für junges PublikumDie Choreographin Regina Rossi geht mit ihrem Projekt „OUT OF THE BOX“ direkt in die Quartiere. Mit einem mobilen Dance-Container startet sie ein dreijähriges Community-Dance-Projekt, das Kinder und Jugendliche in Hamburger Schulen, Stadtteilen und sogar in ländlichen Räumen mit professionellen Künstler*innen unterschiedlicher Generationen über die Kunstform Tanz zusammenbringt. Eine wunderbare Initiative, die Tanz als Brücke nutzt, um junge Menschen zu erreichen und ihnen neue Ausdrucksformen zu ermöglichen.
  • BENJAMIN VAN BEBBER: [in]operabilities – Viele Werden, MusiktheaterBenjamin van Bebber und sein Team haben sich im deutschsprachigen Musiktheater eine herausragende Position im Bereich Inklusion erarbeitet. Mit „[in]operabilities – Viele Werden“ werden sie in den kommenden drei Jahren ihr breites Netzwerk nutzen, um insbesondere die Bereiche Publikum, Orchester und Chor in den Fokus zu nehmen. Ziel ist es, die vielsinnlichen Wahrnehmungszugänge im Musiktheater weiter zu erforschen und zu erweitern. Ein Projekt, das zeigt, wie Musiktheater für alle erlebbar und zugänglich gemacht werden kann.

Die Einführung der Kontinuitätsförderung ist ein klares Bekenntnis der Stadt Hamburg zu ihrer Freien Darstellenden Szene. Senator Brosda betont: „Gleichzeitig profitiert die gesamte Szene durch die damit verbundene Festigung von Arbeitsstrukturen und den Ausbau von Netzwerken.“ Die drei geförderten Projekte sind gute Beispiele dafür, wie Kunst aus unterschiedlichen Blickwinkeln wirkt und für ein vielfältiges Publikum erlebbar gemacht wird. Ein echter Meilenstein, der Hamburgs Ruf als lebendige und zukunftsweisende Kulturmetropole weiter festigt und Künstler*innen die Freiheit gibt, ihre Visionen mit der nötigen Ruhe und Sicherheit zu entwickeln.

 

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„Orte der Debatte“ https://www.tiefgang.net/orte-der-debatte/ Fri, 25 Jan 2019 23:47:53 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=4785 [...]]]> Beim Theater kennt sich berufsbedingt Kulturstaatsministerin Grütters aus. Nun lobt sie den Theaterpreis des Bundes für 2019 aus.

In der Ausschreibung heißt es:

„Die Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters, hat zum dritten Mal den Theaterpreis des Bundes ausgelobt. Mit dem Preis werden herausragende Leistungen kleiner und mittlerer Theater – insbesondere auch jenseits der Metropolen – gewürdigt.

Die Kulturstaatsministerin erklärte: „Unsere Theater sind die Säulen unserer Kultur in Deutschland. Von Kommunen und gelegentlich von den Ländern gefördert, sind sie wichtige Orte der kulturellen Bildung und des gesellschaftlichen Lebens. Sie sind Orte kontroverser Debatten, die die Gesellschaft nie nur abbilden, sondern immer auch mitformen. Gerade die kleinen und mittleren Theater jenseits der großen Städte sorgen mit viel Leidenschaft und Engagement dafür, dass es in ganz Deutschland ein dichtes Netz an Theaterangeboten auf hohem professionellem Niveau gibt. Mit dem Theaterpreis des Bundes möchte ich nicht nur bemerkenswerte künstlerische Leistungen würdigen, sondern den Theatern insgesamt die ihnen gebührende Aufmerksamkeit und Wertschätzung verschaffen und die Künstlerinnen, Künstler und Ensembles ermutigen, ihren Weg unbeirrt weiter zu gehen.“

Der Theaterpreis des Bundes würdigt besondere Leistungen sowohl im künstlerischen Programm als auch im kulturellen Gesamtangebot der Theater und Spielstätten. Bewerben können sich kleine und mittlere Theater und Häuser der Freien Darstellenden Künste. Erstmals richtet sich die Ausschreibung auch an Häuser, die über kein festes Ensemble verfügen.

Die Durchführung des Bewerbungs- und Juryverfahrens, der Preisverleihung und eines begleitenden Symposiums liegt beim Deutschen Zentrum des Internationalen Theaterinstituts (ITI).

Hier finden Sie die offizielle Ausschreibung der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien:

Ausschreibung Theaterpreis des Bundes 2019

Das Bewerbungsformular finden Sie hier:

Bewerbungsformular Theaterpreis des Bundes 2019

Wichtige Fragen und Antworten können Sie hier einsehen:

  Fragen und Antworten Theaterpreis des Bundes 2019

Die Bewerbungsfrist endet voraussichtlich am 15. Februar, die Jurysitzung ist für Ende März geplant.

Die Jury besteht aus:

Jörg Albrecht (Leitung Burg Hülshoff – Center for Literature), Sophie Diesselhorst (Redaktion nachtkritik.de ), Dorte Lena Eilers (Redaktion Theater der Zeit), Bettina Jahnke (Intendanz Hans Otto Theater Potsdam), Ulrike Kolter (Redaktion Die Deutsche Bühne), Matthias Schulze-Kraft (Künstlerische Leitung Lichthof Theater Hamburg)

Die Preisverleihung soll im Juni 2019 stattfinden.“

Quelle: iti-germany.de

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