Friedrich-Ebert-Gymnasium https://www.tiefgang.net Mon, 18 May 2020 16:29:16 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.3 Die Tür ist zu https://www.tiefgang.net/die-tuer-ist-zu/ Tue, 19 May 2020 22:17:28 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6919 [...]]]> Wie fühlt es sich an, plötzlich allein zu Hause zu sitzen, ohne Schule, ohne Freunde und Handballtraining? Davon erzählt die berührende Geschichte von Jona Thrän, der damit auf dem vierten Platz des Schreibwettbewerbs für Harburger Schüler gelandet ist.

„Das Motto ‚Die Tür‘ hat durch die coronabedingten Schulschließungen für viele Kids eine ganz neue, aktuelle Bedeutung bekommen“, sagt Kerstin Brockmann, Leiterin der Heimfelder Schreibwerkstatt. „Der Text von Jona ist ein wahres Zeitdokument, das unseren völlig veränderten Alltag sehr anschaulich aus der Perspektive eines Fünftklässlers schildert.“ Hier können Sie Jonas beeindruckende Geschichte lesen.

Die Tür

von Jona Thrän

(5. Klasse, Friedrich-Ebert-Gymnasium)

Ich sitze bei uns zu Hause im Flur und schaue auf unsere Haustür. Diese Tür ist schon seit vielen Tagen zu. Zum ersten Mal denke ich über diese Tür nach. Wie schön war es, als sie noch offen war. Ich bin jeden Tag durch diese Tür gegangen zur Schule, habe mich mit meinen Freunden draußen gegenüber auf dem Schulhof zum Fußball getroffen und bin zum Handball, dem tollsten Hobby der Welt, gefahren. In den Ferien sind wir zu meinem Freund nach New York geflogen. Es war eine völlig andere Welt. Jetzt breitet sich das Coronavirus aus und verändert meine Welt. Jetzt ist die Tür leider zu.

In den letzten Tagen ist mehr passiert als sonst in vielen Monaten. Kaum waren wir aus dem Urlaub zurück, gingen alle Türen für Menschen aus Risikogebieten zu. Noch in den Ferien wurde meine Schule geschlossen, alle Schulen. Ich habe verstanden, dass die Ausbreitung des Virus so schnell wie möglich gestoppt werden muss. Ich darf kaum noch rausgehen. Ab und zu spiele ich mit meiner Schwester im Garten Badminton. Andere dürfen wir nicht treffen. Ich vermisse meine Freunde.

Am Anfang fand ich die Schließung der Schule großartig. Jetzt muss ich den ganzen Tag allein lernen. Ich finde es entspannend, aber auch sehr einsam. Niemand kann mir helfen. Das schlimmste ist, dass kurz nach der Schule auch die Tür zu meiner Handballmannschaft geschlossen wurde. Sie haben die Punktspielsaison vorzeitig beendet und das Training einfach abgesagt. Ich bin traurig und es nervt mich, dass ich jetzt kaum Sport treiben kann.

Meine Mutter bringt vom Einkaufen ganz andere Sachen mit, als ich mir gewünscht habe. Sie erzählt, dass viele Regale leer sind. Wir probieren neue Sachen aus. Zumindest haben wir genug leckere Dinge im Kühlschrank. Ich denke darüber nach, was wir machen, wenn unser Toilettenpapier alle ist.

Es sollte mir eigentlich Angst machen. Aber Angst macht alles nur noch schlimmer. Wenn ich zu Hause hinter meiner Tür bleibe, stecke ich mich vielleicht nicht an. Ich kann das alles nicht ändern, vieles verstehe ich auch gar nicht richtig.

Wie gern würde ich meine Oma und meinen Opa besuchen, aber sie haben Angst und wollen uns nicht sehen. Und jetzt ist da ja auch noch diese geschlossene Tür. Meine Uroma hat auch so eine Tür, um sie mache ich mir große Sorgen. Meine Uroma liegt seit einer Woche im Krankenhaus. Niemand darf zu ihr. Sie ist immer allein und ich habe Angst, dass sie stirbt. Überall geschlossene Türen wie meine.

Wie schön war es, einfach durch diese Tür zu gehen. Oft habe ich gar nicht darüber nachgedacht. Mal habe ich die Tür wütend zugeschlagen, weil ich schon wieder den Müll rausbringen musste. Manchmal war ich in Eile, weil ich mit dem Bus zum Handball wollte. Auch mit Freude bin ich durch die Tür gegangen, wenn ich mich mit Freunden getroffen habe. Ich vermisse die Zeit, in der diese Tür offen war.

Ich sitze immer noch im Flur und leider hat sich nichts verändert. Ich wünsche mir, dass meine Tür bald wieder aufgeht, unsere Haustür und all die anderen geschlossenen Türen. Hoffentlich wird dann alles so sein wie vorher. Ich kann es mir nur wünschen. Sonst kann ich nichts machen, außer zu Hause zu bleiben.

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Neues Bauen vor 100 Jahren https://www.tiefgang.net/neues-bauen-vor-100-jahren/ Fri, 18 Oct 2019 22:54:33 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5922 [...]]]> In Harburg wird gebaut wie lange nicht. Das war ähnlich vor hundert Jahren. Doch die Art der Bauten war eine andere. Ein Vortrag erklärt nun warum.

Das Archäologische Museum Hamburg präsentiert am Donnerstag, dem 31. Oktober um 18 Uhr einen neuen Vortrag in der Reihe „Schaufenster der Geschichte“. Diesmal wird Dipl. Ing. Architekt Christoph Schwarzkopf vom Denkmalschutzamt über „Neues Bauen in Harburg in den 1920ern Jahren“ sprechen. Der Vortrag führt zurück in eine Zeit, in der Harburg sein Gesicht veränderte. Moderne Architektur prägte die neu entstehenden Stadtgebiete und präsentierte sich in der Formensprache des „Neuen Bauens“. Die junge Großstadt Harburg erhielt in dieser Zeit einige große und bedeutende Gebäude, mit deren Bau die verantwortlichen Politiker und Architekten eine Zeitwende markieren wollten.

Harburg war bis 1937 eine selbstständige Stadt, die in den 1920er Jahren, wie viele andere Städte in Preußen, von sozialdemokratisch orientierten Kommunalpolitikern geprägt wurde. Gerade während der Weimarer Republik sollte fortschrittliche Stadtpolitik durch eine moderne architektonische Gestaltung zum Ausdruck gebracht werden, deren Architektursprache der „Neuen Sachlichkeit“ – einer Stilrichtung des „Neuen Bauens“  – später als Bauhausarchitektur bekannt und berühmt wurde. Baulichen Ausdruck fanden diese Bestrebungen in Harburg in Gebäuden, wie dem Friedrich-Ebert-Gymnasium, dem Stadtbad an der Bremer Straße oder dem Parkeingang am Marmstorfer Weg. Die Siedlungen des „Neuen Bauens“ sollten nicht länger um dunkle, enge Höfe gebaut werden, sondern in grüner Umgebung Licht, Luft und Sonne bekommen. Die Architektur sollte nicht durch Verzierungen leben, sondern durch ihre einfachen Formen wirken. Das „Neue Bauen“ war damals mit seinem gestalterischen und sozialen Anspruch etwas radikal Neues. In der Fachwelt werden die Bauten dieser Richtung durchgängig bis in die heutige Zeit hoch geschätzt. In der kurzen Blütezeit der Weimarer Republik war das „Neue Bauen“ in Harburg die einflussreichste und prägendste Strömung der Architektur.

Die Vortragsreihe geht weiter: Am Donnerstag, dem 28. November um 18 Uhr präsentiert das Museum einen Vortrag zur Harburger Stadtgeschichte: Diesmal wird Dr. Rüdiger Articus über die Anfangstage der Fotografie in Norddeutschland sprechen.

Termin: Donnerstag, 31. Oktober 2019 um 18.00 Uhr

Referent: Dipl. Ing. Architekt Christoph Schwarzkopf vom Denkmalschutzamt Hamburg

Ort: Archaeologicum des Archäologischen Museums Hamburg, Harburger Rathausstraße 5, 21073 Hamburg, Eintritt: 4 Euro, ermäßigt 3 Euro, www.amh.de

 

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Schaufenster vergangener Zeit https://www.tiefgang.net/schaufenster-vergangener-zeit/ Fri, 15 Feb 2019 23:19:55 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=4888 [...]]]> Einen letzten Blick zurück gibt es in Kürze in der Friedrich-Ebert-Halle. In der Ausstellung “Schaufenster der Geschichte“. Er lohnt sich.

In der Mitteilung des Museums heißt es:

Das Archäologische Museum Hamburg präsentiert am Donnerstag, dem 28. Februar um 18 Uhr einen Vortrag in der Reihe “Schaufenster der Geschichte“ (´Tiefgang` berichtete).

Diesmal wird der neue Leiter der Abteilung Stadtgeschichte am Stadtmuseum Harburg, Jens Brauer, einen Rückblick auf sein erstes Ausstellungsprojekt geben. Im Herbst 2018 zeigte das Museum die Ausstellung „Zeitwende“ mit Fotos des bekannten Harburger Fotografen Kurt Foige (1888–1965), die auf große Resonanz bei den Besuchern traf.  Jens Brauer blickt in seinem Vortrag auf die Schau zurück und stellt auch einige neugewonnenen Erkenntnisse vor.

Bis Dezember 2018 war im Stadtmuseum Harburg die Sonderausstellung „Zeitwende“ zu sehen, die sich einem bedeutenden Bauwerk Harburgs widmet, dem Friedrich-Ebert-Gymnasium mit der angeschlossenen Friedrich-Ebert-Halle. Mit dieser Ausstellung hob der neue Leiter der Abteilung Stadtgeschichte am Stadtmuseum Harburg, Jens Brauer, einen Fotoschatz aus dem Museumsarchiv, der bisher noch nie gezeigt worden war: Fotos des bekannten Harburger Fotografen Kurt Foige (1888–1965), der den neuen Gebäudekomplex mit der städtischen Festhalle unmittelbar nach der Fertigstellung fotografisch dokumentierte. Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit dem Gymnasium und war am originalen Ort im Foyer der Friedrich-Ebert-Halle zu sehen. Sie wurde gemeinsam mit Schülern entwickelt und zeigte in beeindruckender Weise die Verbindung von Geschichte und Architektur eines Gebäudes. Schon während der Ausstellungslaufzeit bekam Jens Brauer viele Rückmeldungen und Anregungen von den Besuchern der Ausstellung. In seinem Vortrag blickt er nun auf die Ausstellung zurück und stellt einige neue und Aspekte zur architektonischen und historischen Einordnung des Gebäudekomplexes vor.

Die Vortragsreihe geht weiter: Am 28. März 2019 präsentiert Dr. Rüdiger Kelm, Leiter des Steinzeitparks Dithmarschen einen Vortrag. Sein Thema lautet: „Neuigkeiten aus der Steinzeit – Aktuelle Forschungen zur Megalithkultur in Westholstein“.“

Termin: Donnerstag, 28. Februar 2019 um 18.00 Uhr. Referent: Jens Brauer, Leiter Abteilung Stadtgeschichte am Stadtmuseum Harburg Ort: Archaeologicum des Archäologischen Museums Hamburg, Harburger Rathausstraße 5, 21073 Hamburg, Eintritt: 4 Euro, ermäßigt 3 Euro

Quelle: www.amh.de

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Abgedreht! https://www.tiefgang.net/abgedreht/ Fri, 09 Feb 2018 23:00:50 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=3002 [...]]]> Filme machen Spaß! Nicht nur beim Gucken sondern auch beim Drehen. Harburger Schüler*innen gewannen damit jetzt sogar einen Preis!

Mit jedem Smartphone kann man heute Videos drehen und bei YouTube oder Vimeo sogar im WorldWideWeb der ganzen Welt zeigen. Doch mit professionellem Equipement und Beratung kann man gleich ganz Bollywood erobern. So oder ähnlich mag die Idee einiger Schüler*innen am Harburger Friedrich-Ebert-Gymnasium und der Goethe-Schule gewesen sein, als sie sich entschlossen, sich um den „abgedreht“-Preis Hamburgs zu bewerben. Und mit ihren Lehrern Jan Reteike und Wolf Göltz hatten sie auch genau die richtigen Männer an ihrer Seite, Visionen zu laufenden Bildern zu machen.

Inhalt war Jaques Palminger Hit „Spanky“. Palminger gehört zur Klamauk-Kunstbande um das Hamburger „Studio Braun“ und in seinem Hit „Spanky“ geht es um piefige Vorstadt-Gegenden. „Du hast doch schon den Golf und die Doppelhaushälfte mit Rolf, von mir aus kannst Du alles haben, aber Spanky gehört mir!“ lautet eine typische Zeile davon und die Schüler*innen animierte es zu Bildern, wie man sie  in Bollywood-Streifen kaum besser sieht.

Dieses Video mit kitschigen Formationstänzen voller Emotionen und Hunde-Phantasien in der heilen Welt einer Solarsiedlung in Hamburg-Wilhelmsburg entstand im Rahmen von “pop to go”. Dies ist ein Förderprogramm des Bundesverbandes für Popularmusik, in dem Hamburger Jugendliche mit den Experten von „Hirn und Wanst“ – einer Filmschmiede mit Sitz in Wilhelmsburg – professionelle Musikvideos für Hamburger Bands erarbeiten, drehen und produzieren. Redaktion, Regie, Kamera, Ton, Ausstattung – alles lag in der Hand der Jugendlichen, die so zugleich erste Einblicke in die Branche der Filmproduktion bekamen. Und selbst eine Bollywood-Tanzlehrerin, nämlich Tatjana Wegner, hat mit den Harburger Schülern die Choreografie einstudiert.

„Das Förderprogramm „pop to go“ hat das Video „Spanky“ möglich gemacht. Die Zusammenarbeit mit Hirn & Wanst ermöglicht ein Niveau, das eine Schule nicht bieten kann“, erklärt Lehrer Jan Reteike. „Trash“ nannte das Ergebnis Abendblatt-Redakteur Thomas Sulczyk. Und eben dieser Trash-Streifen gewann beim „Abgedreht“-Festival Ende letzten Jahres in der Kategorie „bester Schülerfilm“ den ersten Preis.

Und auch weitere Videos aus dem Süderelbe-Raum finden sich im YouTube-Channel der Produktionsfirma „Hirn und Wanst“. So etwa der Titel „Try“ von der Band „The Box“. Hier dreht es sich inhaltlich – und ebenso trashig gedreht – ums Aufstehen, sich aus dem Bett schieben, essen, zur Bahn laufen, in die Schule gehen, unterwegs sein, Blicken ausgesetzt sein. 100 % Beobachtung, Verfolgung – Handykameras überall! Entweder fliehen oder den Rest um sich ausblenden! Wilde, schnelle Musik – eigentlich möchte man laut mitschreien, um der Anspannung zu entkommen. Ein Video, das ausschließlich mit den privaten Handys der teilnehmenden Jugendlichen gefilmt wurde und etliche Orte Harburgs so ganz nebenbei „in Szene“ gesetzt hat.

Wer die Videos noch nicht gesehen hat:

Das Siegervideo: Palminger – Spanky

Das Video zu „The Box – Try“

Weiterführende Links:

Friedrich-Ebert-Gymnasium; Hamburger Abendblatt vom 2. Feb. 2018; www.hirnundwanst.de

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„Erinnern für die Zukunft“ https://www.tiefgang.net/erinnern-fuer-die-zukunft/ Fri, 13 Oct 2017 22:16:57 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=2144 [...]]]> Das menschliche Zusammenleben ist zuweilen schwer zu verstehen. Denn vieles ist im Gestern begründet. Im November wird in Harburg an vieles erinnert. Und die Termine zeigen, wie wichtig dies ist …

„Erinnern für die Zukunft“ – unter diesem Motto finden die Harburger Gedenktage im Jahr 2017 in einer neuen Form statt. Und zwar den kompletten November 2017 über finden verschiedenste Veranstaltungen statt. Und zwar 24 an der Zahl! Dabei gibt es Rundgänge, Vorträge, Diskussionen, Lesungen, Filmbeiträge oder gar Ausstellungen und Projektarbeit.

Es beteiligen sich dabei Harburger Schulen, Kultureinrichtungen, politische und gesellschaftliche Organisationen und Vereine mit Beiträgen und Veranstaltungen. Damit sind die Gedenktage vielfältig wie der Bezirk selbst. Die Harburger Gedenktage erinnern an die Opfer und die Verfolgten des Nationalsozialismus – mit dem Fokus auf Akteure und Ereignisse im Bezirk Harburg. Sie schauen aber auch auf die Gegenwart und die Zukunft. Extremismus, Diskriminierung und Verfolgung, Flucht und Vertreibung, Krieg, Selbstbehauptung und Widerstand sind auch aktuelle Themen.

Vielfalt an Beteiligten

Und an Beteiligten ist kaum mehr aufzubieten: Die Liste reicht vom Alexander-von-Humboldt-Gymnasium, über die Bücherhalle Harburg, den Roten Sessel, das Friedrich-Ebert-Gymnasium,  Geschichtswerkstatt Harburg, Geschichtswerkstatt Wilhelmsburg & Hafen, die Initiative Gedenken in Harburg, das Künstlerisch-kulturelles Integrationsprojekt „Wir sind Harburg“, KulturWerkstatt Harburg e.V, Libertäre H-Burg, Regionales Bildungs- und Beratungszentrum Harburg, Süderelbe-Archiv, VVN/BdA Harburg bis zum welt*RAUM. Unterstützt durch die Bezirksversammlung Harburg, das Bezirksamt und den Evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Hamburg-Ost.

Das komplette Programm zum Herunterladen unter: Harburger_Gedenktage_2017_Programm

Hier eine kleine Auswahl an Terminen:

Marione Ingram

Mi., 1. Nov. 18 Uhr, Friedrich-Ebert-Gymnasium, Pausenmehrzweckhalle, Alter Postweg 30-38, Zugang Eingang Petersweg 6

Zeitzeugengespräch: Marione Ingram über Verfolgung und Rettung im Nationalsozialismus

Marione Ingram ist sowohl Überlebende der Shoa als auch der „Operation Gomorrha“, die Hamburg für zehn Tage in ein Flammenmeer verwandelte und als „Feuersturm“ erinnert wird. Sie ist aus den USA zu Gast und liest aus ihrem Buch „Kriegskind, eine jüdische Kindheit in Hamburg“. Die heute 82-jährige Marione Ingram (sprich: Marion) beschreibt darin, wie sie als achtjähriges Mädchen 1943 der Deportation nach Auschwitz knapp entkommen ist, weil ausgerechnet in der Nacht zuvor die massiven Angriffe der britischen und US-amerikanischen Armee begannen. Marione konnte sich mit ihrer Mutter in einem Bombenkrater in Sicherheit bringen. Dank ihres mutigen Vaters, der immer zu seiner jüdischen Frau gestanden hat, konnten Marione, ihre jüngere Schwester und ihre Mutter die letzten Jahre der Nazi-Terrorherrschaft in einem Gartenhaus versteckt in Hamburg-Rahlstedt überleben. Alle drei sind Anfang der 1950er Jahre in die USA ausgewandert. Dort hat sie ihre traumatischen Erfahrungen in politisches Engagement für die Bürgerrechtsbewegung umgewandelt. Auch dies schildert sie in dem Buch, ebenso wie ihre schlimmen Erinnerungen an die ersten Schuljahre an einer deutschen Schule als gerade erst zehnjähriges Mädchen kurz nach der Befreiung. Wir freuen uns, dass sie nach der Lesung für Fragen bereit steht.

Anmeldung erbeten unter stefanie.engel@ebert.hamburg.de

Veranstalter: Friedrich-Ebert-Gymnasium

Sa., 4. Nov, 15 Uhr, Treffpunkt: Herbert-Wehner-Platz, S-Bahn-Station Harburg Rathaus (S 3, S 31), Ausg. Großer Schippsee

Rundgang: Gedenkorte mit Stolpersteinen für Harburger Opfer des Nationalsozialismus

Erinnerungsarbeit mit der Vierkaten-Schule aus Neu Wulmstorf. (Foto: GiH)

„Man stolpert mit dem Kopf und mit dem Herzen.“ – Das sagt der Kölner Künstler Gunter Demnig, der seit 1995 mit seinem Projekt Stolpersteine an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert. Stolpersteine sind mit Messingplatten bezogene Pflastersteine mit den Namen und Lebensdaten der ermordeten Menschen. Sie werden auf den Gehwegen vor den Häusern verlegt, in denen diese Menschen einst lebten oder arbeiteten. Der Rundgang dauert ca. 45 Minuten und führt zu vier Gedenkorten mit fünf – von insgesamt 207 – Harburger Stolpersteinen. Eine Veranstaltung im Rahmen des Harburger Kulturtages.

Beitrag: 3 € | Veranstalter: Initiative Gedenken in Harburg

Anna Pröll (Archiv Pröll)

So., 5. Nov., 17 Uhr (Einlass ab 16 Uhr), Sauerkrautfabrik, Kleiner Schippsee 22, Eingang: Am Wall

Film: „Anna, ich hab Angst um dich“

Regie Josef Pröll, Deutschland 2001

Der Dokumentarfilm zeigt Auszüge aus dem Leben von Anna Pröll, die während der Zeit des Nationalsozialismus aktiven Widerstand leistete. So wurde sie mit 17 Jahren wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ verurteilt und 4 1/2 Jahre „weggesperrt“. Über das Untersuchungsgefängnis Katzenstadel und das Gefängnis Aichach kam sie in das Konzentrationslager Moringen. Der Zuschauer wird durch die Erzählungen Annas, durch ihre menschlichen Verhaltensweisen fasziniert und in eine Zeit versetzt, in der Zivilcourage oft das Leben kostete. „Vor den Zuschauern zieht … ein Leben vorbei… aufregend, ergreifend, beispielhaft in seiner mutigen, humanen Haltung.“ (Augsburger Allgemeine)

Veranstalter: welt*RAUM in Kooperation mit Libertäre H-Burg

Mi., 8. Nov., 18 Uhr, Fischhalle, Kanalplatz 16

Lesung: Claus Günther liest aus „Heile, heile Hitler“

„Die Nazizeit von innen. Mit den Augen eines Kindes. Mit seinen Gedanken, seinen Verwirrungen und Versuchen zu verstehen. Fast belanglos schleicht sich das Gift in den Alltag der Harburger Kleinfamilie, wird stärker, verändert die Menschen.“ So beginnt der Klappentext des Buches von Claus Günther, aus dem er einige Passagen vortragen wird. Claus Günther, gebürtiger Harburger, Jahrgang 1931, wächst in der Eißendorfer Straße auf, besucht die Grundschule und die Oberschule (heute Friedrich-Ebert-Gymnasium), ist Hitlerjunge, kommt in die Kinderlandverschickung und erlebt die frühe Nachkriegszeit in Harburg.

Veranstalter: Geschichtswerkstatt Harburg und Initiative Gedenken in Harburg

Do., 16. Nov. 19:30 Uhr, BGZ Süderelbe, Stadtteilsaal, Am Johannisland 2

Vortrag & Diskussion: Dr. Christian Gotthardt – Widerstand & Verfolgung in Harburg und Wilhelmsburg

Zeugnisse und Berichte 1933 -1945. Im Februar 2005 erschien die erweiterte Ausgabe des Buchs „die anderen. Widerstand und Verfolgung in Harburg und Wilhelmsburg. Zeugnisse und Berichte 1933–1945.“ Die Autoren hatten damals umfangreiche Archivrecherchen vorgenommen und konnten sicher sein, den Gegenstand im Wesentlichen erfasst zu haben. Aber natürlich sind seitdem wichtige Details neu erforscht und wichtige Verfolgtengruppen komplexer begriffen worden. An diesem Abend sollen einige bisher unbekannte Fälle beleuchtet sowie ein – auch zahlenmäßiger – Gesamtüberblick gegeben werden. Spende erbeten.

Veranstalter: Süderelbe-Archiv | Harburger Gedenktage 2017 | zeitzeugengespräch | Harburger Gedenktage 2017

Sa., 18. Nov., 9 bis 16 Uhr, Treffpunkt: 9 Uhr vor dem Helms-Museum (Busbucht). Abfahrt: 9:30 Uhr

Bus-Exkursion zur Gedenkstätte Lager Sandbostel

Das STALAG X B war eines der größten Kriegsgefangenenlager Norddeutschlands. Zwischen 1939 und 1945 waren dort mehr als 313.000 Kriegsgefangene, Internierte und zuletzt etwa 9.500 KZ-Häftlinge aus mehr als 50 Nationen untergebracht. Tausende sind gestorben und wurden auf dem Lagerfriedhof bestattet. Die Teilnehmer der Bus-Exkursion erhalten auf dem geführten Rundgang über das Lagergelände eine Einführung in die Geschichte des STALAG X B sowie die Gelegenheit zur Besichtigung historischer Gebäude. Im Anschluss können die zwei Dauerausstellungen besucht werden. Ebenso besteht die Möglichkeit des individuellen Gedenkens am Gedenkstein und für einen Besuch der Kriegsgräberstätte Sandbostel (ehem. Lagerfriedhof).

Begrenzte Teilnehmerzahl, Anmeldung: Tel. 040 7927016 oder diewackers@web.de, Beitrag: 10 € pro Person, ermäßigt 5 € Veranstalter: VVN/BdA Harburg

 

Do., 23. Nov. 18:30 Uhr, Friedrich-Ebert-Gymnasium, Pausenmehrzweckhalle, Alter Postweg 30-38, Zugang Eingang Petersweg 6

Hannes Heer (Foto: Ulrike Deuscher)

Vortrag und Diskussion: Hannes Heer – Die Wehrmachtsausstellung

Das Ende der Legende von der „sauberen Wehrmacht“ und neue Legenden Lange glaubten viele, für die Kriegsverbrechen im Zweiten Weltkrieg sei allein die SS verantwortlich gewesen, die Wehrmacht sei sauber geblieben. Mit dieser Legende räumte 1995 die Ausstellung „Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht“ gründlich auf: Sie hat, im besten Sinne des Wortes, Geschichte gemacht.

Der Historiker Hannes Heer (* 1941) berichtet über die Kontroversen, die sich an die Ausstellung anknüpften: Konservative und Rechtsradikale protestierten gegen die angebliche Nestbeschmutzung, in der Presse wurden Fälschungsvorwürfe laut, Jan Philipp Reemtsma erstellte schließlich eine neue Ausstellung. Angesichts dieser Auseinandersetzungen, die zum Teil noch andauern, verspricht es ein spannender Abend zu werden.

Anmeldung für Gruppen/Schulklassen: Tel. 4287631-0 oder -12 bzw. joerg.isenbeck@ebert.hamburg.de.Spende erbeten. Veranstalter: KulturWerkstatt Harburg e.V. in Kooperation mit dem Friedrich-Ebert-Gymnasium

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