Galerie 1565 – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Sat, 21 Sep 2024 10:45:13 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.5 Tilly Börges Retrospektive https://www.tiefgang.net/tilly-boerges-retrospektive/ Fri, 27 Sep 2024 22:33:34 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=11148 [...]]]> Tilly Börges ging entschlossen ihren Weg und hat sich den kulturellen und gesellschaftlichen Normen nur angepasst, wenn sie diese für richtig hielt. Jetzt werden ihre Werke als Retrospektive in Harburg ausgestellt.

Die Galerie 1565 in der Harburger Schloßstraße lädt am 9. Okt. um 17.30 Uhr zur Eröffnung der Ausstellungen „Tilly Börges – Retrospektive“ sowie der Gruppenausstellung „Love you!“ ein. Die anwesenden Künstler*innen sowie Gabriele Börges, die Tochter von Tilly Börges, freuen sich darauf, mit Ihnen ins Gespräch zu kommen.

Die Werke von Tilly Börges fließen zwischen Figuration und Abstraktion. In Malerei, Holzschnitt und Zeichnung stellte die 1930 in Bremerhaven geborene Künstlerin Menschen, Dynamiken und Räume dar.

Bild: Tilly Börges

Die Galerie 1565 freut sich sehr darüber, eine gemeinsam mit Gabriele Börges, der Tochter von Tilly Börges, zusammengestellte Retrospektive zeigen zu können. Die 2021 verstorbene Künstlerin war ein freier Geist und auf vielen Ebenen eine Trendsetterin und Provokateurin.

„Wir haben Tilly Börges nie persönlich kennengelernt. Doch wir kennen sie durch ihre Bilder und durch die Erzählungen ihrer Tochter. Tilly ging entschlossen ihren Weg und hat sich den kulturellen und gesellschaftlichen Normen nur angepasst, wenn sie diese für richtig hielt. Sie hat die „Valse Burlesque“, so der Titel eines ihrer Bilder, gelebt, in einem unkonventionellen Lebensstil voller Kreativität und Freiheit – „Boheme Sauvage““, so die Macherinnen der Galerei 1565.

Ihre Bilder hat sie spielerisch mit kalten und warmen Farben aufgebaut. Die kalten Farben ziehen sich zurück und die warmen Farben springen nach vorne. Es gibt keine distanzierte lineare Perspektive, stattdessen wird man durch Form und Farbe in das Bild hineingezogen. Dieses Konzept schafft im Bild das Gefühl von Tiefe und Bewegung. Mit dieser Philosophie und Technik, die ganz ihrem Wesen entsprach, hat Tilly energische Oberflächen gemalt mit sich überschneidenden und überlappenden Farbfeldern, die hervor- und wieder zurücktreten.

Oft befindet sich in der Mitte am unteren Rand des Bildes ein Energiezentrum, dass auf alle Figuren im Bild wie eine Gravitationskraft wirkt. Aus dem Zentrum heraus können Andeutungen von anthropomorphen Formen erahnt werden. Das Schwingungszentrum ist immer in Bewegung, was dort passiert können wir nur mutmaßen. Diese offene Struktur bietet viel Raum für Begegnungen und Gespräche über die universellen Geschicke des Menschen. Der Urgrund dieser Kunst – und vielleicht aller Kunst, die berührt – ist archetypisch. Wer einen Schritt auf sie zu macht, dem kommt sie mit aller Wucht entgegen.

Ort: Galerie 1565, Harburger Schloßstraße 13, 21079 Hamburg

Öffnungszeiten: Die-Fr: 1-18 Uhr, Sa: 12-16 Uhr

 

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„Oh schöne Welt!“ https://www.tiefgang.net/oh-schoene-welt/ Fri, 03 May 2024 22:39:16 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=10799 [...]]]> Seit einiger Zeit bereichert die Galerie 1565 im alten Bornemannschen Haus im Harbruger Hafen das kulturelle Leben. Jetzt ist dort Franz Kaiser´s „Oh schöne Welt!“ zu sehen.

Die GALERIE1565 ist ein Raum für zeitgenössische Kunst, eine der größten privaten Galerien Hamburgs mit über 660qm Ausstellungsfläche. Seit Frühjahr 2023 hat sich die GALERIE1565 mit monatlich wechselnden Ausstellungen zu einem etablierten Ort für zeitgenössische Kunst lokaler und internationaler Künstler in Hamburg gemacht. Aktuell sind nun gleich zwei Ausstellungen zu sehen.

Franz Kaiser (1888-1971) war ein vielseitiger Künstler mit einer ungewöhnlichen Biografie. Als kritisch kommentierender Zeitgenosse erlebte er zwei Weltkriege, die bewegten zwanziger Jahre, die NS-Zeit und die Jahre nach 1945, in denen sein Hauptwerk entstand. Seine künstlerische Vielfalt präsentiert sich in Malerei, Collagen, Zeichnungen, Skulpturen, Keramik- und Holz-Arbeiten sowie Textilien. In einigen Sparten entwickelte er spezifische Techniken, um seine Ideen zu vertiefen, z.B. eine Brandtechnik für Collagen. Schon zu Lebzeiten fanden seine Werke interessierte Sammler, die wohl Bekanntesten waren Helmut und Loki Schmidt. Kaisers umfangreiches Werk wurde nach seinem Tod von Dr. Jürgen Winzer in Hamburg bewahrt, der ihm als Freund und Arzt nahestand.
Der seit Frühjahr 2017 aktive Freundeskreis Franz Kaiser setzt sich dafür ein, den heute vergessenen Künstler und sein großes Werk, das über 1500 Arbeiten umfasst, an die Öffentlichkeit zu bringen und zu würdigen.

Der Sammler und Freund von Franz Kaiser, Herr. Dr. Jürgen Winzer führt uns durch die einzigartige Sammlung.

Termine: 7. Mai, 17 Uhr | 18. Juni, 12:30 Uhr | 25. Juni, 17.30 Uhr

Anmeldung über: office@galerie1565.de | Tel: 0162 – 26 26 720

Parallel ist zudem eine Gruppenausstellung zeitgenössischer Künstler*innen zu sehen:

Gruppenausstellung: Elena Bulycheva | Daniel Hörner | Stephanie Jacobs | Sandrine Mahéo

Elena Bulycheva (Hamburg) studiert an der HFBK bei Prof. Anselm Reyle. Charakteristisch für ihr Werk sind abstrakte Gemälde, die durch ein Zusammenspiel von lebendigen Farben, Texturen und ungewöhnlichen Formen gekennzeichnet sind. Unkonventionelle Prozesse, zum Beispiel das bearbeiten der Leinwand in einer Waschmaschine, führen zu Rissen und Spalten im Material. So werden die darunterliegenden Farben oder Oberflächen sichtbar.

Daniel Hörner (Hamburg) studierte Kunst an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel bei Prof. Ludger Gerdes. Er malt seine farbintensiven, oft monochromen Bilder mit selbstgemachter Ölkreide, die er in einem aufwändigen Prozess und in beeindruckender Farbvielfalt herstellt. Er zieht präzise Linien, um Kästen und Streifen für die Farbverläufe zu schaffen. Diese Technik ist sein Alleinstellungsmerkmal und beschäftigt Hörner seit über 10 Jahren. Er arbeitet in seinem Atelier in Hamburg und betreibt dort gemeinsam mit anderen Künstlern auch den Ausstellungsraum „Lycra“.

Stephanie Jacobs (Hamburg) studierte an der HFBK in Hamburg bei Prof. Werner Büttner. Jacobs erzählt uns durch ihre Malereien auf Leinwand oder auf Keramiken von rätselhaften Nachtwelten, Giftpflanzen und Körpern in Not. Sie untersucht die Wirkmacht des Symbolismus und dessen Effekt auf den Betrachtenden. Zunächst nähert sie sich ihren Fragen auf theoretischer Ebene an. So beeinflussen kulturwissenschaftliche und anthroposophische Texte, aber auch Werke und Motive aus Popkultur und Kunst Jacobs Oeuvre.

Sandrine Mahéo (Berlin) studierte an der Hochschule für Bildende Künste in Montpellier, Frankreich. Die großformatigen Leinwände der französischen Künstlerin sind eine lebendige Feier der Farbe und des Kontrastes. Wie der Akt der Schöpfung wird die Farbe auf die Leinwand gesprüht, auf eine Weise, die an Künstler wie Hartung und K. Grosse erinnert. Diese Technik, vielleicht beeinflusst von einer Neigung zu weitläufigen Gesten, schafft ein Gefühl von Tiefe innerhalb des Kunstwerks. Dabei werden gewollte Unschärfen genutzt, um diese Tiefenwirkung zu intensivieren.

Ort: Galerie 1565, Harburger Schloßstraße 13, 21079 Hamburg
ÖFFNUNGSZEITEN: DI – FR 12 – 18 UHR | SA 12-16 UHR

 

 

 

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Bornemannsche Haus wurde ausgezeichnet https://www.tiefgang.net/bornemannsche-haus-wurde-ausgezeichnet/ Fri, 01 Dec 2023 23:57:54 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=10460 [...]]]> Am vergangenen Donnerstag vergab der Museumsverein Harburg zum sechsten Mal seinen Denkmalpreis an den Investor Arne Weber für die Sanierung des Bornemannschen Hauses.

In diesem Jahr ging die Auszeichnung an den Investor Arne Weber, der mit der Sanierung des Bornemannschen Hauses ein neues Kulturhighlight für den Harburger Binnenhafen geschaffen hat. Das Bornemannsche Haus in der Harburger Schloßstraße ist eines der ältesten Bürgerhäuser in Hamburg und steht seit 1941 unter Denkmalschutz. Mit der jährlichen Vergabe des Denkmalpreises will der Museumsverein das Engagement von Eigentümerinnen und Eigentümern denkmalgeschützter Gebäude anerkennen, die zum Erhalt historischer Bausubstanz in Harburg beitragen.

Fachwerkbauten sind aus dem Hamburger Stadtbild leider so gut wie ganz verschwunden, und so ist es ein großes Glück, dass zumindest in Harburg einige von ihnen die Jahrhunderte überdauert haben und wieder zu neuem Leben erweckt werden. Hierzu zählt das Bornemannsche Haus, eines der ältesten Gebäude Hamburgs und Zeuge der renaissancezeitlichen Bebauung der Harburger Schloßstraße. Um das Bewusstsein für Denkmäler als Kulturgut und als Standortfaktor zu schärfen, vergibt der Museumsverein Harburg regelmäßig seinen Denkmalpreis. In diesem Jahr fiel die Wahl auf das Bornemannsche Haus in der Schloßstraße 13. „Wer Denkmäler erhält, stiftet Identität für die Zukunft. Der Erhalt und die Sanierung historischer Gebäude sind mit viel Idealismus und Engagement der Eigentümerinnen und Eigentümer verbunden“, begründet Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Stein, Vorsitzender des Museumsvereins, die Vergabe des Preises.

Der Museumsverein Harburg hat sich in diesem Jahr bei der Verleihung des Denkmalpreises für das Bornemannsche Haus und dessen Eigentümer Arne Weber entschieden, da erneut eine private Initiative zum Erhalt eines für Harburg bedeutenden Gebäudes geführt hat. Besonders hervorheben möchte der Museumsverein, dass durch das beharrliche Engagement des Preisträgers ein Kulturzentrum entstanden ist, das die Identität des Stadtteils würdigt und gleichzeitig ein lebendiges Umfeld für Kultur schafft. „Wir wollen mit dieser öffentlichen Wertschätzung auch künftige Bewerberinnen und Bewerber animieren und motivieren, sich für den Erhalt und die Bewahrung ihrer Harburger Denkmäler aktiv einzusetzen“, so Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Stein weiter.

Der „Denkmalpreis Museumsverein Harburg“ ist nicht dotiert. Der Preis besteht aus einer Urkunde und einer Plakette, die am Denkmal angebracht wird.

Informationen zum Preisträger:

Der Harburger Unternehmer, Arne Weber, kaufte 2006 das denkmalgeschützte Bornemannsche Haus. Nachdem verschiedene Umbaupläne aus Kostengründen wieder verworfen werden mussten, entschied man sich dafür, die historische Bausubstanz zu belassen und zur Kulisse einer Kunstgalerie zu machen. „Wer die Galerie besucht, kann sich nicht nur ausdrucksstarke Bilder ansehen, sondern auch fast 500 Jahre Baugeschichte erleben“, so Arne Weber weiter.

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Der 20. Harburger Kulturtag! https://www.tiefgang.net/der-20-harburger-kulturtag/ Fri, 27 Oct 2023 22:38:25 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=10374 [...]]]> Der Harburger Kulturtag feiert am So., 5. November sein 20-jähriges Jubiläum! 

Kunst, Kultur, Shopping, Laternenumzug, Feuerwerk und viel Programm: zum 20. Harburger Kulturtag und am verkaufsoffenen Sonntag zeigt Harburg seine kulturelle Vielfalt in gnazer Breite! Und dieses Jubiläum ist ein wahrer Grund zum Feiern. Der Harburger Kulturtag, ein bewährtes Konzept, überzeugt die Hamburger*innen Jahr für Jahr mit einem breiten Spektrum an kulturellen Angeboten. Der Harburger Kulturtag verbindet erneut die zahlreichen Kultureinrichtungen Harburgs, die die kulturelle Anziehungskraft in Hamburgs Süden eindrucksvoll unterstreichen. Am Sonntag, dem 5. November, von 12 bis 20 Uhr präsentieren sich mehr als 25 Harburger Kulturinstitutionen mit einem speziell für diesen Tag konzipierten Jubiläumsprogramm – und das alles bei freiem Eintritt!
Zusätzlich bieten viele Harburger Schaufenster eine Fülle an Sehenswertem. Im Rahmen des Projekts „KunstSchauFenster“ der Kunstleihe Habrurg werden Werke verschiedener Künstler*innen in den Einzelhandelsgeschäften Harburgs ausgestellt, die Kunstgruppe wattenbergART präsentiert sich in der Passage der CityGalerie und selbst der ewig leerstehende Glaspavillon am Lüneburger Tor wird zum Schauplatz einer Installation des Kunstduos well-wired-Team.

Folgende Künstler:innen und Institutionen sind am Harburger Kulturtag vertreten:
antikyno, Archäologisches Museum Hamburg, Ateliergemeinschaft Atelier 32, Alles wird schön, Electrum, Fischhalle Harburg, Freundeskreis Harburger Theater e.V., Harburg Pop Up Store, Galerie 1565, Geschichtswerkstatt Harburg, Habibi-Atelier, Harburger Theater, Harburg Info, HinZimmer, KulturKiosk Blohmstraße, Kunstleihe Harburg, Künstler zu Gast in Harburg, Kunstverein Harburger Bahnhof, KulturWerkstatt Harburg e.V., Medical School Hamburg, Paul-Gerhardt-Kirche Harburg, Sammlung Falckenberg, Sparkasse Harburg-Buxtehude, TU Hamburg,
Alle teilnehmenden Institutionen und das dazugehörige Kulturprogramm werden zeitnah auf Social Media und der Website des Harburg Marketing e.V. (www.harburg-marketing.de) kommuniziert. Die Programmflyer sind in der Harburg Info, Hölertwiete 6, zu finden.

Vor 20 Jahren hatte ein Trio um den seinerzeit neuen Chef des Archäologischen Museums, Prof. Dr. Rainer-Maria Weiss, die Idee, Harburgs Kulturszene mal angemessen ins rechte Licht zu rücken und die Idee des Harburger Kulturtags war geboren. Ateliers, Museen und die Falckenberg-Sammlung öffneten ihre Pforten und zeigten ihre aktuellen Arbeiten. Von Jahr zu Jahr wuchs die Teilnehmerzahl und tausende von Menschen nutzten das Angebot. Vor einigen Jahren dann wurde
der Kulturtag mit dem verkaufsoffenen Sonntag im November zusammengelegt. Eine Gelegenheit, Geschäfte und Kultur zusammenzubringen. Doch zunächst liefen Geschäfts- und Kulturbetrieb weitestgehend neben- statt miteinander. Die Pandemie tat ihr übriges.
Daher nahm schon im letzten Jahr die Kunstleihe Harburg die Aktion „KunstSchauFenster“ in Angriff und konnte vor allem mit dem Verband „Unternehmer ohne Grenzen“ zehn Ladengeschäfte mit KunstSchauFenstern bestücken. Zum 20. Harburger Kulturtag und dem Erfolg des letzten Jahres werden es nun zwanzig! „Dabei wurden wir auch die Vitrinen in der Galerie-Passage in der Lüneburger Straße aufmerksam gemacht“, so Sabine Schnell vom Vorstand des Vereins Kunstleihe Hamburg. „Dort wird nun die Künstler*innengruppe wattenbergART einige ihrer Werke und Künstler*innen präsentieren.“ Und auch in der Hölertwiete fiel ein Schaukasten unangenehm auf. In diesem war offenbar seit gut 30 Jahren die Modewerbung nicht getauscht. Nun prangt ein Werk der Harburger Künstlerin Petra Hagedorn dort und schafft es so wieder als Hingucker zu fungieren.
Und auch ein weiterer Lost Place fiel dem Netzwerk rund um die Kunstleihe ins Auge: der schon lange leerstehende Glaspavillon am Lüneburger Tor / Durchgang zum Harburger Ring. „Er ist ideal für eine Installation des Künstlerduos well-wired-team geeignet“, so Sabine Schnell. Was genau ab Dunkelheit zu sehen sein wird, bleibt zunächst eine Überraschung.

Kunst-Farbbildbände und Kinderbücher gibt es am HinZimmer im Hinzeweg in Heimfeld. Nutzen Sie die Gelegenheit für einen Spaziergang in Heimfeld, während die Kunst-Initiativen geöffnet sind. Es gibt viel zu entdecken an diesem Kulturtag Harburg. Im HinZimmer kann man zwischen 15 und 18 Uhr eine wunderschöne Sammlung von Kunstbände anschauen und gegen eine Spende mitnehmen.

 

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Denk- und schau mal! https://www.tiefgang.net/denk-und-schau-mal/ Fri, 26 May 2023 22:55:55 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=10002 [...]]]> Eines der ältesten Häuser in Hamburg ist seit Mitte Mai nun auch ein Ort für zeitgenössische Kunst. Ihr Name „Galerie 1565“ verweist auf das Baujahr.

Alte leerstehende Gebäude für Kunst und Kultur zu nutzen, ist seit je nicht ungewöhnlich. Der Charme der Brache gibt der Kunst und Kultur oft noch das gewisse Extra. Im Harburger Hafen, der Kernzelle Harburgs, ist nun das sogenannte „Bornemannsche Haus“ restauriert und zur Galerie umgewidmet worden. Was nun wem das gewisse Extra verleiht – die Kunst dem Gebäude oder das Gebäude der Kunst – wird der Betrachtende selbst herausfindne müssen.

Das Kerngebäude des denkmalgeschützten „Bornemannsche Haus“ wurde bereist 1565 in Harburg gebaut und ist somit eines der ältesten erhaltenen Gebäude von Hamburg. Das Gebäude wurde 1813 durch Georg Ludwig Bornemann aus Soltau erworben, der hier eine Färberei eröffnete. Wie lange diese betrieben wurde, ist nicht bekannt. Im Zuge der Mitte des 20. Jahrhunderts erfolgten Instandsetzungs- und Umbaumaßnahmen wurde das Haus in eine reine Wohnnutzung überführt. Seit 1941 bereits steht das Haus unter Denkmalschutz.

Seit Mai 2023 zeigt nun die „Galerie 1565“ dort auf drei Etagen und rund 870 Quadratmetern Fläche zeitgenössische Kunst.
Kurz nach dem großen Harburger Brand 1536, bei dem die Stadt Harburg fast vollständig zerstört wurde, wurde das rund 500-jährige imposante Fachwerkhaus als Wohn- und Geschäftshaus in direkter Zufahrt zum damaligen Harburger Schloss gebaut. Ursprünglich war dieser Fachwerkbau mit Holzkonstrukt und Ziegeln deutlich kleiner als er in seinem jetzigen Zustand ist. Im 17. Jahrhundert stockte man es auf und es folgten mehrere Erweiterungs- und Umbauphasen.
1813 kaufte Georg Ludwig Bornemann das Haus und betrieb dort eine Textilfärberei und Blaudruckerei. Bis heute nennt man es daher „Bornemannsche Haus“. In dem großen Haus wurde gewohnt, gelagert, produziert und verkauft. Bis zum Anfang des 21. Jahrhundert blieb es in Familienbesitz und wurde wenig verändert.
Diese besondere Baukultur steht seit 1941 unter Denkmalschutz und stellt ein wertvolles Zeugnis für bürgerliches Wohnen von der frühen Neuzeit bis ins 19. Jahrhundert dar.

Ungewöhnliche Augen-Blicke (Foto: PR)

Seit 2006 ist das Anwesen im Besitz des Bauunternehmers Arne Weber (HC Hagemann). Ab Juni 2018 wurde es denkmalgerecht sondiert und jahrelang restauriert, mit dem Ziel, südlich der Elbe dieses einmalige Highlight der Baukultur zu erhalten und einen besonderen Kunstort für die Öffentlichkeit zu schaffen. Vorherige Pläne, es als Teilgebäude eines Hotels zu nutzen, wurde ad acta gelegt. In den fünf Jahren der Restaurierung wurden unter anderem die historischen 450 Holzbalken ausgebessert, 150 Quadratmeter Holz ausgetauscht, die Außenwände mit 500 Quadratmeter Lehmputz versehen und 4.425 Meter neue Elektroleitungen verlegt. Nach aufwendiger Restaurierung ist die Bausubstanz der letzten Jahrhunderte sichtbar und auf einem Streifzug durch die 50 Räume zu besichtigen. „Das wird eine tolle Galerie, wohl einzigartig in Deutschland“, schwärmt Arne Weber. „Denn die Bilder werden nicht an weißen Wänden präsentiert, sondern inmitten des historischen Gemäuers. Wer hier herkommt, kann sich nicht nur ausdrucksstarke Bilder, sondern auch ein Denkmal anschauen.“ Ergänzend zu dem historischen Fachwerkbau wurden besondere Akzente durch moderne Einbauten wie Steinfussboden, edle Fenster sowie ein zeitgenössisches Lichtdesign gesetzt.

Die erste aktuelle Ausstellung läuft unter Namen „Reflective Emotions“ und zeigt 50 Kunstwerke mit dem Fokus auf Malerei und Skulpturen von Künstlern aus
Deutschland, Österreich und der Schweiz und noch bis zum 30. Juni 2023.
„Auf unseren „Open Call“ haben wir über 650 Einreichungen aus Deutschland und dem Ausland erhalten, aus denen wir spannende junge und aufstrebende Künstler ausgewählt haben“, freut sich Katharina Bergner, Leitung der Galerie 1565. Die zumeist großformatigen Arbeiten kosten zwischen 2.000 und 16.000 Euro.
Gezeigt werden Malereien, Skulpturen und Installationen von Franziska Beilfuß, Rike Bewer, Dana Costa, Violetta Ehnsperg, Helga Landgrebe, Tim Leimbach, Christiane Lohring, Anna Mrzyglod, Aneta Pahl, Allan Paul, Jakob Schöning, Laura Theurich, Andreas K. Waldmeier, Astrid Waterstraat, Ivo Weber, Micha Wille und Yinyan Zhang.

Das zukünftige Programm wird neben der klassischen Galerietätigkeit mit vier bis acht jährlichen Ausstellungen, auch die Kunst- und Kulturvermittlung in Workshops, Performances, Musik und Lesungen beinhalten und Raum für Austausch im Dialog mit der Nachbarschaft bieten.

Galerie 1565, Harburger Schloßstraße 13, 21079 Hamburg, www.galerie1565.de

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