Gedichte https://www.tiefgang.net Mon, 09 Apr 2018 06:46:47 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1 Unerschrocken ins digitale Zeitalter https://www.tiefgang.net/unerschrocken-ins-digitale-zeitalter/ Sat, 19 Aug 2017 05:58:45 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=1804 [...]]]> Das digitale Zeitalter krempelt unser Leben um. So auch die Kunst und Kultur. Siegfried Schreck geht dem nun in der Ausstellung DIGITAL ART in Neu Wulmstorf nach …

Neu Wulmstorf. Der in Neu Wulmstorf lebende Künstler Siegfried Schreck kam 1948 in Bottrop zur Welt und war zunächst beruflich und ganz dem Ruhrpott-Klischee entsprechend als Bergarbeiter tätig. Anschließend zog es ihn nach Hamburg, wo er als Schiffsbauer und Kranführer arbeitete. Auch er hatte immer von der See geträumt und das Meer hat für ihn von seiner Faszination bis heute nichts eingebüßt.

Mit Anfang Dreißig begann er mit dem Schreiben von Gedichten und Songtexten, Achim Reichel beispielsweise vertonte das poetische „An den Ufern deiner blauen Augen“.

„Jede Kunst hat ihre Zeit“

Ende der 1990er-Jahre entdeckte Siegfried Schreck die digitale Fotografie und die Computermalerei („Digital Painting“) für sich. Seine Bilder durchliefen das digitale Netz, etliche wurden weltweit ausgezeichnet.

Seit einigen Jahren beschäftigt sich Siegfried Schreck zudem mit dem „Photo Painting“, dem Bearbeiten und Verfremden von digitalen Fotos am Computer. Seine Bildmotive sind natürlich gerne Hamburg, der Hafen, die Speicherstadt und die Hafencity, aber auch Regionales aus den Landkreisen Harburg und Stade sowie mallorquinische Landschaften.

Digital Painting SPIRALS © Siegfried Schreck

„Jede Kunst hat ihre Zeit“, sagt Siegfried Schreck. „Ich verstehe den Computer als ein geeignetes Medium, meine Gefühle, Gedanken und Fantasien in visuelle Poesie umzusetzen und neue Möglichkeiten in der Kunst zu entdecken.“

Doch damit nicht genug: 1980 begann er, Gedichte zu schreiben. Später folgten Songtexte unter anderem für Achim Reichel,  Kinderliedertexte für einen Musikverlag, maritime Chansons und Seemannslieder für die traditionsreiche Sendung „Hafenkonzert“ des NDR. Außerdem unternahm er Ausflüge ins Pop – Geschäft und schrieb für verschiedene Interpreten.
Insgesamt veröffentlichte er vier Gedichtbände. Seine Gedichte wurden in Literatur-Zeitschriften abgedruckt, in Rundfunk und Fernsehen gelesen. Seine Werke sind teilweise auch in englischer und spanischer Sprache übersetzt worden.

Gedichte, Songtexte, Awards

Um seinem künstlerischen Wirken eine neue Richtung zu geben, entdeckte er 1999 für sich die Com-putermalerei und stellte seine am PC generierten Bilder erfolgreich in diversen internationalen Web – Galerien aus. 2001 gewann er innerhalb eines Digitalkunst-Wettbewerbs einen der begehrten „Digital Creation Awards“ bei Toray Industries in Tokio / Japan. Das US-Print-Magazin „LIA – Magazin“ widmete ihm einen 10-seitigen Artikel.

Photo Painting SPEICHERSTADT © Siegfried Schreck

Vom 01. bis 28. September nun wird seine DIGITAL ART im Rathaus von Neu Wulmstorf gezeigt. Und als besonderen Einstieg gibt es am So., 3. September 2017 um 16 Uhr noch einen ungewöhnlichen Abend dazu: im Ratssaal geht es um Hören, Sehen und Fühlen gleichermaßen. Unter dem Titel „unerschrocken“ treffen neben dem autodidaktischen Digital Artist, Lyriker und Songschreiber Schreck noch drei studierte Musiker des PiazuTrios vier Menschen aufeinander, die vorher noch nichts voneinander wussten und nun auf Einladung von Karin Schröder, der Kultur- und Vereinsbeauftragten der Gemeinde, gemeinsam ein Programm bestreiten werden. Texte von Siegfried Schreck werden im Wechsel mit Musikstücken zu hören sein, die ein Jazzmusiker an der Klarinette, ein klassischer Gitarrist und ein Popbassist spielen – mit Sicherheit auch dies eine „unerschrockene“ Kombination, die den besonderen Stil des PiazuTrio ausmacht.

Karin Schröder: „Ich freue mich sehr, dass ich diese Veranstaltung präsentieren kann, denn es gab in der zweiten Jahreshälfte 2017 nur diesen einen Termin, an dem alle vier Herren gemeinsam Zeit hatten. Und wer jetzt denken sollte ‚Ach je, so ein abgehobenes Zeug‘ – nein, das ist es ganz und gar nicht! Es wird anregend, überraschend, berührend. Ich bin überzeugt, dass auch Skeptiker begeistert nach Hause gehen werden.“

Siegfried Schreck ergänzt: „Unerschrocken ans Werk zu gehen bedeutet zumeist, etwas zu tun, dessen Ausgang ungewiss ist und die Möglichkeit eines Fehlschlages nicht ausgeschlossen werden kann. „Unerschrocken“ zu sein gilt umso mehr für Kunst und Kultur,  wenn hier nicht Erwartungen bedient, sondern Neuland betreten werden soll.“

Das PiazuTrio spielt Klezmer- und Weltmusik, © PiazuTrio

Das PiazuTrio sind Jonathan Krause (Klarinette), Felix Beck (Akustikgitarre) und Niklas Beck (Kontrabass, Akustikgitarre) spielen als PiazuTrio kammermusikalische Klezmer- und Weltmusik. Die drei jungen Musiker – Jonathan Krause hat übrigens am Gymnasium Neu Wulmstorf sein Abitur gemacht – kreieren mit ihren akustischen Instrumenten einen intimen, warmen und zugleich mitreißenden Sound, ob es nun Eigenkompositionen sind oder auserlesene Stücke aus dem Repertoire des Klezmer und der Weltmusik. Ruhige Songs gehen einher mit virtuosen Passagen, ohne je den Sinn für durchgehende Rhythmen und Songstrukturen zu verlieren. Wichtig ist den Musikern dabei vor allem Authentizität und Klang. Für die Seele soll es sein, zum Eintauchen in die Musik.

Das Event „Unerschrocken“ findet am 3. Sept. 2017 um 16h im Ratssaal des Rathauses Neu Wulmstorf, Bahnhofstraße 39, 21629 Neu Wulmstorf, statt. Karten im Vorverkauf für 6 Euro gibt es im Bücherforum (Bahnhofstr. 20), bei PBG (Einkaufspark Vosshusen), Gedos Tabakshop (Bahnhofstr. 88) und im Kleeblatt (Bredenheider Weg 2). An der Tageskasse kostet der Eintritt 8 Euro (Restkarten).

Die Ausstellung DIGITAL ART by Siegfried Schreck ist im Rathaus Neu Wulmstorf vom 1. bis 28. Sept. 2017 und während der Öffnungszeiten zu sehen.

Weiterführende Links: www.vonschreck.de; www.kurshafenhamburg.de; neu-wulmstorf.de

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Ein Tagebuch des Traumas https://www.tiefgang.net/tonspuren-lyrisches-tagebuch/ Fri, 23 Dec 2016 09:41:16 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=236 [...]]]> Im Herbst 2016 ist von der Heimfelder Autorin Gisela Baudy ein ungewöhnliches Buch erschienen. Denn es ist ein Gedichtband, handelt aber von Isolation und Traumatisierung …

„Es gibt Menschen, die sich im Unverlässlichen wohnlich einrichten. Und es gibt auch Menschen, denen es schlichtweg an der Begabung zur Heimat fehlt“, sagt eine junge Frau namens Clarissa zu Beginn ihrer Tagebuchaufzeichnungen. „Begabungsfrei“ und „wohnungslos“ greift die Protagonistin zu Gedicht-splittern (Wortstoppeln) und Tagebuchnotizen als letztem Notanker. Mit ihnen arbeitet sie ihre Traumata aus ihrer Kindheit und einer gescheiterten Liebesbeziehung ab.

Baudy zeichnet in kurzen Gedichten und lose zusammengetragenen Tagebuchfetzen den steinigen und kurvenreichen Weg einer traumatisierten Seele aus der „Ichferne“ und Isolation in eine Seelenland-schaft nach, in der Lichtungen und Begegnungen möglich sind. Dabei nimmt Baudy die ineinander verwobenen Seelenklänge aus Licht und Verlorenheit auseinander und setzt sie auf eigene „Tonspuren“.

In diesem Prozess verwandeln sich die insgesamt zehn Kapitel selber zu Tonspuren, die sich wiederum aus bis zu 16 Gedichten sprich Tonsplittern zusammenfügen. Ein Foto von Christian oder Gisela Baudy zu Kapitelanfang holt den jeweils gefundenen Ton ins Bild.

Ungewöhnlich ist auch der Aufbau des Gedichtbandes: Anstelle einer losen Sammlung von Gedichten legt Baudy eine poetische Reise mit einem chronologischen Entwicklungsverlauf vor. Die Gedichte, Tagebucheintragungen und Fotos erzählen zusammen eine Geschichte – über die Rückkehr eines Menschen aus der Isolation in das Leben.

Bei allem bedient sich die Autorin einer Sprache, die durch ihre eigene Bildhaftigkeit berührt. „Lass uns die Sonne stunden / im Gedächtnis / der Erde“ heißt es zum Beispiel im Kapitel „Himmel und Erde“. Oder es sind Verse wie „Vogel sein im Fluge / der Boden gewinnt / und Himmel gewährt“. Besondere I-Tüpfelchen sind die hier und da aufleuchtenden mythologischen und philosophischen Elemente.

Autorin Gisela Baudy (Foto: Chris Baudy)

„Der vorliegende Gedichtzyklus will allen Traumatisierten Mut machen“, sagt Baudy in ihrem Vorwort. „Es geht um das Kindsein als Utopie – um die Sehnsucht, die Heimat, die uns schon immer lebt.“ In der Tat. Das Buch könnte Menschen, die ihre eigene Stimme suchen, eine Hilfe auf ihrem Weg sein.

Die Berliner Autorin Karin Manke findet dazu die persönlichen Worte: „Wie sehr sich doch Dichter in ihren Innenwelten ähneln.“ Und es heißt dort weiter: „So begleite ich (einen Tag lang) die Autorin durch ihr „Tonspuren“-Buch und zugleich mich selbst, die ebenso in Worten, Versen und Sinnsprüchen denkt. Das Gelesene wird den Tag überdauern.“

Eine Leseprobe finden Sie hier: Leseprobe „Tonspuren“

 

Gisela Baudy, Tonspuren – Lyrisches Tagebuch, Verlag Stimme fürs Leben e.U., Wien 2016, 188 Seiten mit zahlreichen Fotos von Chris und Gisela Baudy. ISBN 978-3-903032-08-8. Verkaufspreis 19,90 Euro.

Zu bestellen u.a. im Online-Shop des Verlages oder bei www.buchhandel.de. Zu den E-Book-Ausgaben und weiteren Infos siehe unter E-Book.

Am 21. März 2017 liest die Autorin aus ihrem Gedichtband im Kulturverein “Alles wird schön” in der Friedrich-Naumann-Straße 17, 21075 Hamburg-Heimfeld im Rahmen einer Gemeinschaftslesung bei der SuedLese der Künstlervereinigung SuedKultur. Die Lesung ist der Auftakt der Literaturtage, die vom 20. März bis zum 14. April 2017 in ganz Hamburg-Harburg stattfinden.

(23. Dez. 2016, TG)

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