Golem https://www.tiefgang.net Tue, 06 Mar 2018 08:43:52 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1 Den Clubs gehen die Töne aus https://www.tiefgang.net/den-clubs-gehen-die-toene-aus/ Fri, 02 Mar 2018 23:35:24 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=3149 [...]]]> Die Musikstadt Hamburg kränkelt. Das zumindest zeigt die Bilanz des Hamburger Clubkombinats. Und Besserung ist nicht in Sicht.

Das Clubkombinat, der Zusammenschluss der Club- und Veranstalterlandschaft in Hamburg, veröffentlichte seine Bilanz für das Jahr 2016/2017. Berücksichtigt werden Schließungen, Neugründungen, Betreiberwechsel und Umzüge innerhalb der Hamburger Clublandschaft.

Während im Vergleichszeitraum 2014/2015 noch ein Zuwachs von neun Musikbühnen verzeichnet werden konnte, weist die aktuelle Berechnung einen Rückgang von acht Musikbühnen (ca. 5,7 Prozent) aus. Insgesamt stehen sieben Neugründungen und Programmausweitungen 15 temporären Programmpausen und dauerhaften Schließungen gegenüber. (´Tiefgang` berichtete mehrfach)

Thore Debor, Geschäftsführer Clubkombinat Hamburg e.V., ist beunruhigt über die Entwicklung:
“In der Vergangenheit konnten wir durch gemeinsam mit Politik und Behörden entwickelte Maßnahmen wie z.B. die temporäre Erhöhung der Infrastrukturförderung und erste Projekte im Sanierungsfonds eine stabilisierende Wirkung auf die Situation der Hamburger Kulturbetriebe erzielen. Der jetzige Rückgang an Musikbühnen zeigt einmal mehr, wie notwendig der Einsatz für eine vielfältige Club- und Musiklandschaft in Hamburg ist.” Vor allem Faktoren wie Nachverdichtung, Mieterverdrängung und kostspielige Auflagen seien laut Debor Gründe für den derzeitigen Verlust an Musikspielstätten. Von einem Clubsterben, wie es in den Medien häufig zu lesen ist, spricht Debor aber noch nicht. Trotzdem merkt er an: “Die Rahmenbedingungen für Clubbetreiber verschärfen sich. Möchte Hamburg weiterhin eine der vielfältigsten und lebendigsten Live-Musikszenen in Deutschland beherbergen, bedarf es dringend zusätzlicher Unterstützung in den politischen Entscheiderkreisen”.

2017 konnten erstmals über das Jahr laufende Veranstaltungsprogramme erfasst werden. Von den 103 Musikspielstätten, die bis Ende 2017 im Clubkombinat organisiert waren, wurden Veranstaltungsdaten von durchschnittlich 82 Musikclubs verzeichnet. Das Ergebnis waren 11.222 Veranstaltungen, davon 5.876 Konzerte (inkl. OpenStage; 52,4 Prozent) und 3.892 Parties (34,7 Prozent). Diese Ausgangswerte erlauben eine Prognose von hamburgweit ca. 20.000 Musik-Veranstaltungen pro Jahr, im Durchschnitt knapp 55 Veranstaltungen pro Tag.

Insgesamt existierten 2017 109 Musikclubs, die Live-Musik in Hamburg präsentierten. 78 Prozent dieser Musikclubs berechnen einen Eintritt für ihre Veranstaltungen. Die geschätzte Gesamtzahl aller Musikspielstätten inklusive Musikkneipen liegt bei über 140.

Hintergründe der Erhebung

Ob Golem, Kleiner Donner oder klubsen – bei fast jeder prominenteren Club-Schließung geistert das Wort “Clubsterben” durch die Medien. Dieser Begriff wird wiederholt bei aktuellen Bedrohungslagen oder konkreten Schließungen von Musikclubs verwendet. Für einen faktenbasierten Diskurs erhebt das Clubkombinat Hamburg seit 2014 kontinuierlich die Entwicklungen in der Hamburger Clublandschaft und zieht alle 24 Monate Bilanz.

Es handelt sich hierbei jedoch nur um einen Ausschnitt des Gesamtgeschehens, denn die Menge der Clubs sowie die Vielzahl der Aktivitäten in dieser Szene lassen sich nur schwierig in ihrer Gesamtheit erfassen. Die Ausführungen erheben somit keinen Anspruch auf Vollständigkeit, konzentrieren sich jedoch auf die wichtigsten Ereignisse der Clubszene.

Das Clubkominat ruft mit einer Petition #FutureMusicCityHH die Stadt Hamburg zum Handeln auf: openpetition.de

Quelle: www.clubkombinat.de

 

]]>
Wenn Fotos Unruhe stiften https://www.tiefgang.net/wenn-fotokameras-unruhe-stiften/ Tue, 13 Dec 2016 08:51:54 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=155 [...]]]> Alle Jahre wieder ändert sich die Clubszene Hamburgs und alle Jahre wieder wird dies nun von der Hamburger Clubstiftung bzw. befreundeten Fotografen künstlerisch dokumentiert. Und diese außergewöhnliche Werkschau stellt auch ein (z.B. Weihnachts-)Geschenk der besonderen Art für Freunde der Fotografie dar. Denn um auf die Clubstiftung aufmerksam zu machen, fragte diese im Jahr 2012 erstmals und gleich 64 Hamburger Fotografen an, ob sie ihre ganz eigenen Blickwinkel der Clubs fotografisch festhalten könnten. Darunter so namhafte Vertreter wie Kai-Uwe Gundlach und Uwe Düttmann. Heraus gekommen sind eigenwillige und szenische Momentaufnahmen von 64 Hamburger Livemusik-Clubs.

Das Hamburger Clublexikon bietet einen einmaligen Kaleidoskop-Blick auf die Hamburger Clublandschaft, mit dessen Kauf auch ein Stück „Unruhe“ gestiftet wird, so die Herausgeber.

Die Erlöse fließen zu 100% in die Stiftung zur Stärkung privater Musikbühnen und unterstützen die vielfältige Clubkultur Hamburgs, in dem sie z.B. die kostspielige Anschaffung von Ton- und Lichttechnik fördert oder in juristischen oder Fragen der Energieeinsparung berät.

2014 wurde dann ein „Update“ herausgegeben – früher nannte man es „aktualisierte Ausgabe“ – denn es hat sich in der Hamburger Clublandschaft viel verändert: Die China Lounge gibt es nicht mehr. In ihren Räumen befindet sich jetzt das Molotow, das wegen des Abrisses der Esso Häuser dauerhaft umziehen musste. Die „Egal Bar“ schloß, auchdieses Haus wurde abgerissen und fiel so einem Neubau ohne Club zum Opfer. Der Mojo-Club wurde wieder eröffnet, mit dem „Golem“ hat Hamburg eine neue Location mit bemerkenswertem Programm, die „Jupi-Bar“ wurde zwar geschlossen, soll aber renoviert wieder eröffnen und das „kleine Karussell“ dreht sich seit nun seit einigen Jahren in Eimsbüttel. Und auch das „Stellwerk“ im Bahnhof findet sich in der ersten Ausgabe – als es gerade frisch im Wandel vom Jazz- zum Trash-Club stand.

Auch das ist nur ein kleiner Ausschnitt dessen, was in der Hamburger Live-Musikszene aktuell passiert. Mit dem Clublexikon-Update wird kurz auf den Auslöser gedrückt, um fünf Veränderungen und eine Legende namens Star Club in der Hamburger Clubkultur vorzustellen. Das 16-seitige Clublexikon-Update wird dem Clublexikon in Zukunft beigelegt.

Einzeln liegen die Kosten für das UPDATE bei 8,90 € zuzüglich 1,45 € Versandkosten.

Bestellungen bitte per E-Mail mit Liefer- und Rechnungsanschrift an clublexikon(at)clubstiftung.de.

(12. Dez. 2016, TG)

 

]]>