Harburger Kunstsalon https://www.tiefgang.net Mon, 22 Aug 2022 14:21:07 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1 Beeindruckende Leistungsschau https://www.tiefgang.net/beeindruckende-leistungsschau/ Fri, 26 Aug 2022 22:20:46 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9282 [...]]]> Am vergangenen Wochenende (19. bis 21. August) wurde die Friedrich-Ebert-Halle in Hamburg-Heimfeld zur Kunstmeile. Das 2. Harburger Kunstfest „SuedArt“ hatte mehr als 40 Künstler*innen aus Harburg und Umland zur Leistungsschau versammelt.

Ort des Geschehens waren die Foyers der Friedrich-Ebert-Halle, die weiträumig den Interessierten viel Raum zur Betrachtung boten. Statt dicht gedrängter Kunst war Platz und gutes Licht bei angenehmen Temperaturen und auch Zeit und Raum für Gespräche und einen guten Austausch. Die Saaltüren der eigentlichen Halle verschwanden hinter eigens aufgestellten Wänden und an Kunst jeder Art und Form mangelte es nicht. So war schon im Eingangsbereich eine große Plastikwand aus Figuren und allerlei skurrilen Alltagsgegenständen des Harburger Habibi Ateliers ein eyecatcher, der die Umweltzerstörung und unseren Umgang mit Ressourcen anmahnte.

Großflächige Kunst des Habibi Ateliers (Foto: Schnell)

Daneben Werke einer Studierendengruppe der in Harburg ansässigen Medical School Hamburg, an der man Kunst studieren kann. Auch die Skulpturen und Werke der Künstler*innengruppe wattenbergArt fielen durch Farm, Farben und Materialien auf.

Im Zwischengang dann unterschiedliche Positionen verschiedener Künstler*innen in Form von Fotografie, Textilrollen, Leinwand oder Gouache. Im rechten Foyer-Trakt angekommen, waren blecherne Lichtskulpturen des Künstlers Matthias Engelmann sicht- und hörbar, denn einige Insektenähnliche Skulpturen blinkten nicht nur sondern zirpten auch.

Im 1. Stück überraschten dann das Künstlerduo „well wired team“ mit Draht- und Lichtinstallationen und luden zum Staunen und Filmen per Smartphone. Im Untergeschoss hingegen bot die SuedArt ein Rahmenprogramm mit Kunstgesprächen, die vor allem Kunstorte Harburgs in Augenschein nahmen. Besonders gut kamen dabei die Gespräche von Moderatorin Petra Hagedorn mit Bert Antonius Kaufmann, kaufmännischer Leiter der Deichtorhallen/Falckenberg-Sammlung wie auch mit Rudolf Klöckner vom urban art institut an, der Hintergründe zur Harburger Open-Air Galerie „walls can dance“ erläuterte. Ein interessierter Hausbesitzer war derart angetan, dass eine Erweiterung der Galerie wohl in Aussicht steht.

Gespräche im Kunstsalon (Foto: Schnell

Als Exilkünstlerin war zudem die Kiewer Impressionistin Paula Lytovchenko zu Gast. Neben der Ausstellung ihrer erstaunlich modern daher kommenden Arbeiten konnte sie wertvolle Kontakte in die Kunstszene knüpfen, um auch in Hamburg weiter ihrer Arbeit nachgehen zu können. Sowohl ein Atelierplatz als auch die Möglichkeit zu Kursangeboten stehen in Aussicht.

Die Kiewer Exilkünstlerin Paula Lytovchenko (Foto: Schnell)

Und der Leipziger Künstler Peter Busch war mit einer Arbeit zu sehen. Busch ist noch bis Mai nächsten Jahres der aktuelle „Künstler zu Gast in Harburg“, der vom gleichnamigen Verein derzeit im Mayr´schen Haus in der Lämmertwiete als Stipendiat gastiert. Auch er war beeindruckt von der quirligen und zugleich gut vernetzen Szene im Süden Hamburgs.

Peter Busch – Künstler zu Gast in Harburg (Foto: Schnell)

Am Samstagabend wurde es dann richtig eng, denn dann traten in den einzelnen Foyers und inmitten der Kunst noch zwei Duos der akademie für musik & kultur unter dem Motto „klangfarben“ auf. Während Akkordeonistin Lydia Schmidl und Gitarrist Jorge Paz klassische Elemente einbrachten, sorgten Sebastian Drescher (Trompete) und Dominic Dobernowsky (E-Gitarre) auf der Gegenseite für Jazz und Fusion.

Klassische Musik zur Kunst (Foto: Schnell)

Beste Stimmung, viele neue Ideen zum kommenden Harburger Kulturtag aber auch schon für das kommende Jahr wurden diskutiert und ersponnen und viele Besuchende waren begeistert von der Kunst aber auch die Ebert-Halle in völlig neuem Licht zu entdecken.

Projektleiterin Antje C. Gerdts, selbst einst als Schülerin auf das Friedrich-Ebert-Gymnasium gegangen, war sichtlich angetan: „Wir haben völlig neue Möglichkeiten entdecken können. Sowohl bezüglich Ausstellungsräumen als auch inhaltlichen Aspekten. Alle Künstler*innen sind von dem Format angetan und wollen es dauerhaft etablieren. Da ist noch so viel Luft nach oben – Wahnsinn!“

Einziger Wermutstropfen auch de SuedArt: viele Gäste meldeten durch Staus und dem Bahnausfall kein Durchkommen von der nördlichen Elbseite und ein Künstler musste kurzfristig wegen Corona absagen. Dem guten Besucherstrom tat es dennoch wenig Abbruch.

Die Harburger Kunstleihe, die das SuedArt-Fest initiierte, setzt auch nach dem eigentlichen Kunstfest sein Rahmenprogramm „Kunst vor Ort“ fort. Dabei lädt sie zu Frührungen an Kunstorte im Süden Hamburgs. So am Mi., 24. August um 15 Uhr ins Depot der Deichtorhallen/ Sammlung Falckenberg in der Wilstorfer Straße, am So., 28. August zur Ausstellung „Kunst im Garten“ in Moorburg, (Moorburger Kirchdeich 56). Am 2. September um 18.30 Uhr zu einem Rundgang durch die „walls can dance“ Freiluftgalerie (Treff Amalienstraße 3) und am Mi., 7. September um 14 Uhr in den Kunstverein Harburger Bahnhof zur neuen Ausstellung „The Never Ever“ von Jeremy Hutchison. Die Teilnahme ist (bis auf die Falckenberg Sammlung) kostenfrei, um Spende und aufgrund begrenzter Plätze auch Anmeldung wird aber gebeten.

 

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Endlich sichtbar! https://www.tiefgang.net/endlich-sichtbar/ Fri, 10 Jan 2020 23:01:59 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6237 [...]]]> Letztes Wochenende gab es einen ersten Eindruck der noch nicht ganz bezogenen neuen Räume. Aber man merkt: die Kunstleihe ist in ihrem neuen Zuhause angekommen.

 „First Look“ nannte das Kunstleihe-Team den Umtrunk, zu dem sie am vergangenen Sonnabend vorwiegend intern eingeladen Künstler*innen und Kunstinteressierte hatte und doch: die Hütte war voll!

Die neuen Räume in der Meyerstraße 26 (Ecke Bansenstraße) befinden sich in einem früheren Ladengeschäft eines gründerzeitlichen Baus. Schon der Eingangsraum mit großen Fenstern und gut vier Meter hohen Decken bietet einen Einblick in die Vielfalt der aktuellen Harburger Kunstszene. In der Art der Petersburger Hängung finden sich dort und im nächsten, einige Stufen höher gelegenen Raum sowie im langen Flur mehr als hundert Werke unterschiedlichster Technik, Formate, Materialien und Künstler*innen. Der überwiegende Teil ist vor allem zeitgenössische Kunst aus dem Harburger Raum. Und: sie ist leihbar. Denn das ist die Grundidee der Kunstleihe, um der lokalen Kunst zu mehr Wahrnehmung  zu verhelfen aber auch allen Neugierigen einen simplen Zugang zur Kunst zu verschaffen.

„Ähnlich einer Bücherhalle kann man hier eben Kunst leihen“, so Sabine Schnell vom Kunstleihe-Team, das vor gut zwei Jahren aus dem Schmeltztiegel der Initiative SuedKultur entstand.

´Tiefgang“ berichtete:

Und nach dem sie nach längeren Recherchen in anderen der bundesweit gut 130 existierenden Artotheken (wie Kunstleihen oftmals genannt werden) ein eigenes Konzept für Hamburg erstellt hatten, startete ein Team von Kunstbeflissenen und vor allem Harburger Künstler*innen im Rahmen des Kulturprojekts „3falt – Kunst, Kultur, Kreativität“ in der leerstehenden Dreifaltigkeitskirche Harburgs mit der Kunstleihe.

Sie wird von gut einem Duzend Ehrenamtlichen betrieben und ist daher bislang nur sonntags zwischen 12 und 17 Uhr geöffnet. „Aber das wird sich bald ändern“, so Marion Göhring vom Team. „Denn theoretisch könnte man sie jetzt 24 Stunden an 7 Tagen die Woche öffnen, weil wir jetzt eigene Räume haben.“

Das war lange nicht so, da das kulturelle Erprobungsprojekt „3falt“ Ende Februar 2019 abgebrochen werden musste und so auch die Kunstleihe zugunsten eines bis heute andauernden Leerstands ausziehen musste.

Um überhaupt weitermachen zu können, erhielt die Kunstleihe vorübergehend Unterkunft im neuen Nachbarschaftstreff in der Eißendorfer Straße 124. Dort hatte just zum April 2019 der Eisenbahner Bauverein sowie die Finkenwärder Baugenossenschaft in einer ehemaligen Sparkasse-Filiale einen Treffpunkt eingerichtet. Dort aber konnte das Kunstleihe-Team auch nur sonntags agieren und mit viel Aufwand die Kunstwerke aus einem Keller holen, aufstellen und nachfolgend wieder im Keller verstauen. „Es war gut, um die gerade begonnene Arbeit erstmal überhaupt weiterführen zu können“, so Sabine Schnell, „aber weder waren wir nach außen hin sichtbar, noch konnten wir der zunehmenden Nachfrage nach Workshops oder dem im Oktober 2019 erfolgreich gestarteten ´Harburger Kunstsalon` gerecht werden.“

Siehe dazu auch den NDR-Fernsehbeitrag vom September 2019:

Und um so die ehrenamtliche Arbeit nicht in Auf- und Abbau ersticken zu lassen, wurde parallel weiter gesucht, geortet und nun endlich und pünktlich zum Jahreswechsel der Ort in der Meyerstraße gefunden und hergerichtet.

Und schon diesen Sonntag (12. Januar, 12 – 17Uhr) führt die Harburger Künstlerin Anne Flad ihre Workshopreihe zu Bildbetrachtungen fort und im Februar soll dann der komplette Umzug erfolgt sein und das Angebot erweitert werden. „Wir überlegen, ob wir auch samstags und vielleicht auch in der Woche weitere Öffnungszeiten anbieten“, so Schnell. „Denn bisher konnten viele sicher nicht an den Sonntagen und vielleicht eher mal nach Feierabend. Zudem können auch die Workshops oder Kunstsalons (der nächste ist für Sonntag, den 9. Februar anvisiert) dann auf andere Tage ausweichen, so dass für alle mehr Ruhe reinkommt.“

Beim „First Look“-Umtrunk jedenfalls schienen alle Besucher recht begeistert und spannen weitere Ideen rund um die Kunst und rund um Harburgs Kulturleben. Und auch am nachfolgenden Sonntag, dem ersten regulären Tag des Leihbetriebes herrschte reger Andrang und neuen Kunstleihende stießen hinzu.

Ort: Kunstleihe Harburg e.V., Meyerstraße 126, 21075 Hamburg-Heimfeld, Tel.: 040 – 300 969 48

Weiterführend: www.sued-kultur.de/kunstleihe

www.instagram.com/kunstleihe

www.facebook.com/KunstleiheHarburg

 

 

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