Herzblatt-Kolumne – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Fri, 29 May 2026 15:28:44 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 Marathontraining dank Baustellen https://www.tiefgang.net/land-unter-in-marmstorf-2/ Fri, 29 May 2026 22:56:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13922 [...]]]> Meine Lieben, legt kurz die Nagelfeile beiseite und holt tief Luft! Ich komme gerade frisch vom Friseur am Sand, und ich sage euch, die Lockenwickler standen heute unter olympischer Hochspannung.

Morgen, am Sonntag, den 31. Mai 2026, ist es nämlich so weit: Ganz Hamburg entscheidet beim großen Bürgerschaftsreferendum, ob wir uns noch einmal an das Abenteuer Olympische und Paralympische Spiele wagen!

Meine Lieben, morgen gilt es: Kreuzchen machen für die fünf Ringe! Die Stadt träumt ja von einer nachhaltigen Modernisierung, besserer Mobilität und internationalem Glanz. Das olympische Dorf soll in die „Science City Bahrenfeld“ einziehen – weit weg im Westen natürlich. Aber meine Friseurin meinte vorhin ganz trocken zu mir: „Mensch Clara, wenn die das mit der Barrierefreiheit und den Sportstätten ernst meinen, dann müssen die doch eigentlich direkt hier bei uns im Süden anfangen!“

Ich musste ja sofort laut loslachen. Überlegt mal, was für ein Potenzial wir hier haben! Warum die Spiele mühsam in Bahrenfeld planen? Nach dem gigantischen Rohrbruch an der Buxtehuder Straße neulich hätten wir die perfekte Regattastrecke für die Ruderer*innen direkt vor der Haustür gehabt. Und die überfluteten Straßen in Marmstorf wären die optimale Kulisse für das olympische Synchronschwimmen gewesen. Wer braucht schon teure Neubauten, wenn Hamburg Wasser uns die Sportstätten ganz spontan und gratis mitten auf den Asphalt zaubert?

Auch für die Disziplin Gewichtheben oder gar die Alchemie hätten wir schon die perfekten Trainingslager. In den oberen Etagen unseres geliebten, leerstehenden Ex-Karstadts – Entschuldigung, „Planet Harburg“ – herrscht schließlich seit Jahren gähnende Leere. Na ja, bis auf die illegale Goldschmelze, die die Feuerwehr neulich dort ausräuchern musste. Die Truppe dort hat beim Schleppen der Schmelztiegel ja schon echte Höchstleistungen gezeigt! Wenn das IOC noch eine neue Disziplin im „Heimlichen Goldschürfen im Untergeschoss“ sucht – die Goldmedaille ginge direkt an den Harburger Ring.

Und was ist mit der Leichtathletik? Unsere Pendler*innen sind doch eh schon im absoluten Spitzensport-Modus. Wer in den letzten zwei Wochen versucht hat, die gesperrte S-Bahn zu umgehen oder sich durch die Totalsanierungen im Verkehr zu kämpfen, hat das Marathontraining doch quasi im Vorbeigehen absolvert. Wenn das MidSommerland an der Außenmühle wegen der ewigen Bauverzögerungen und Frostschäden voraussichtlich erst im dritten Quartal 2028 wieder öffnet, trainieren die Harburger Vereine und Familien eben im Trockenschwimmen. Auch das erfordert enorme Ausdauer!

Meine Lieben, egal ob ihr morgen mit „Ja“ oder „Nein“ stimmt – eines steht fest: Den olympischen Gedanken des Durchhaltens („Dabeisein ist alles!“) leben wir hier im Hamburger Süden schon lange vor allen anderen. Wenn die Spiele kommen, fordern wir auf jeden Fall die Eröffnungsfeier auf dem Sand. Bis dahin lasse ich mir erst mal die Spitzen nachschneiden.

Bussi, eure Clara!


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Land unter in Marmstorf https://www.tiefgang.net/land-unter-in-marmstorf/ Fri, 22 May 2026 22:06:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13905 [...]]]> Meine Lieben, die Trockenhaube war heute auf absolute Schockstarre eingestellt! Vergesst die Buxtehuder Straße und das S-Bahn-Chaos von neulich – das ist alles repariert und Schnee von gestern.

Aber beim Spitzen-Schneiden am Sand kam diese Woche ein Tratsch ans Licht, da ist uns kollektiv die Spülung aus dem Gesicht gefallen.

Harburg geht baden, meine Lieben – und das leider im wahrsten Sinne des Wortes! Setzt euch, nehmt euch einen Kaffee, hier ist eure Clara Klatsch mit dem absolut neuesten, feuchtesten Stoff aus unserem Stadtteil:

Meine Lieben, man weiß ja langsam nicht mehr, ob man morgens mit dem Regenschirm oder gleich im Taucheranzug aus dem Haus gehen soll. Da atmen wir alle auf, weil die Baustelle an der B73 endlich Geschichte ist und die S-Bahn nach zwei Wochen Totalsanierung wieder brav über die Elbe zuckt, und was passiert? Richtig, das nächste Rohr meldet sich flutartig ab!

Diesmal hat es Marmstorf erwischt. Kaum sind die Keller an der Buxtehuder Straße getrocknet, heißt es ein paar Kilometer weiter schon wieder: „Wasser marsch!“ Beim Friseur hieß es vorhin nur trocken: „Mensch Clara, Hamburg Wasser will wohl testen, ob wir Harburger*innen auch ohne Elbvertiefung ein eigenes maritimes Flair entwickeln können.“ Wenn das so weitergeht, beantrage ich beim Bezirksamt bald eine Gondel-Lizenz für den Feierabendverkehr.

Aber der eigentliche Knaller, der die Lockenwickler zum Glühen brachte, kommt erst noch. Ihr wisst ja, wie schmerzlich wir alle unser geliebtes Freizeitbad MidSommerland an der Außenmühle vermissen. Seit dem Abriss im Herbst 2023 sitzen wir auf dem Trockenen. Eigentlich sollte das neue Bad ja bald wieder öffnen. Doch jetzt kam die Hiobsbotschaft aus dem Senat: Die Eröffnung verzögert sich schon wieder deutlich!

Ausreden gibt es natürlich genug: Ein angeblich derart langer Wintereinbruch, mit dem niemand gerechnet hat, hat die Frostschäden begünstigt und den Zeitplan komplett weggeschwemmt. Ich sage euch: Bis wir dort wieder auf der Riesenrutsche landen oder im Außenbecken planschen dürfen, fließt noch ganz viel Wasser die Buxtehuder Straße hinunter. Die Trainingshalle soll nun erst Ende 2027 fertig werden – und beim Rest der Anlage mag Bäderland sich lieber gar nicht mehr festlegen. Als Trostpflaster werden uns demnächst „Baustellenbesichtigungen“ angeboten. Ist das nicht herrlich? Statt Badehose packen wir dann wohl den Helm und die Sicherheitsweste ein!

Ist das nicht die perfekte Ironie? Auf der Straße und im Keller haben wir unfreiwillig Wasser ohne Ende, aber dort, wo wir eigentlich planschen wollen, herrscht gähnende Leere. Das passt doch wieder perfekt zu unserem ewigen Lieblingsthema, dem „Planet Harburg“ am Herbert-und-Greta-Wehner-Platz. Während die Behörden dort noch über die Teppichfarbe für die Bücherhalle philosophieren und Architekt*innen im Binnenhafen schicke Promenaden zeichnen, auf denen wir mangels Schwimmbad bald flanieren müssen, üben wir uns im Süden im kollektiven Trockenschwimmen.

Vielleicht ist das eine neue Strategie für Kulturpolitik: Wenn das MidSommerland nicht fertig wird, machen wir aus dem Rohrbruch in Marmstorf einfach ein experimentelles Kunstprojekt für den Kultursommer! Motto: „Neue Wege im Kraulstil“

Meine Lieben, ich rate euch fürs Wochenende: Holt die Gummistiefel noch mal aus dem Schrank und schaut humorvoll in die Zukunft. Wer weiß, wo am Montag die nächste Fontäne aus dem Asphalt schießt. Ich bleibe jedenfalls erst mal im Salon – da läuft das Wasser nur im Waschbecken und der Tratsch ist garantiert absolut wasserdicht!

Bussi, eure Clara!


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Wenn die B73 zum Vatertags-Kanal wird https://www.tiefgang.net/gummistiefel-statt-paragrafen-2-2-2/ Fri, 15 May 2026 22:16:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13853 [...]]]> Meine Lieben, schnallt euch an – oder bleibt am besten direkt im Liegestuhl sitzen, denn das Fortkommen in unserem Viertel gleicht momentan eher einer Expedition als einem Arbeitsweg! Ich komme gerade frisch vom Friseur am Sand, und ich sage euch, die Lockenwickler sind fast von alleine rausgefallen, so hitzig wurde über die aktuelle „Großlage“ im Süden diskutiert.

Meine Lieben, habt ihr das mitbekommen? Am Mittwoch ging in unserem Viertel gar nichts mehr. Ein gewaltiger Rohrbruch an der Buxtehuder Straße hat die B73 in eine Seenplatte verwandelt! Während wir im Planet Harburg noch auf die „bewegten Bilder“ im Kino warten, hatten wir draußen das ganz große Live-Spektakel: „Fluch der Karibik“ direkt vor der Haustür.

Es ist ja fast schon unheimlich: Erst wird der Elbtunnel gesperrt, dann verabschiedet sich die S-Bahn für zwei Wochen in die Totalsanierung, und als Krönung flutet uns ein Rohr die wichtigste Verkehrsader. Beim Friseur hieß es vorhin nur: „Clara, Harburg ist jetzt offiziell eine Insel – nur dass die Fähren fehlen!“

Wer braucht schon den Berufsverkehr, wenn er eine unfreiwillige Bootstour haben kann? Man fragt sich ja: War das vielleicht die geheime Rache der illegalen Goldschmelzer, die neulich im Karstadt aufgeflogen sind? Haben die beim Schmelzen aus Versehen die Wasserleitung als Kühlung angezapft?

Besonders pikant war das Ganze ja im Hinblick auf den Donnerstag. Da war Vatertag, und unsere Männer wollten eigentlich mit Bier und Bollerwagen losziehen. Ich habe für euch mal genau hingeschaut: Wer am Donnerstag durch Harburg wollte, brauchte keinen Bollerwagen, sondern ein Amphibienfahrzeug!

Einige findige Väter haben wohl kurzzeitig überlegt, das Bierfass einfach als Rettungsinsel zu nutzen. In der Zeit, in der die S-Bahn 14 Tage lang Pause macht und die Buxtehuder Straße zur Wasserstraße wird, ist so ein Bollerwagen auf dem Trockenen ja fast schon ein Luxusgut.

Passt das nicht wunderbar zum Kultursommer-Motto „Neue Wege“? Wenn die Straße dicht ist und die Schiene saniert wird, müssen wir eben kreativ werden. Während die Architekt*innen im Binnenhafen noch über neue Brücken grübeln, hat uns das Schicksal einfach mal einen Kanal mitten in die City gelegt.

Vielleicht sollten wir den Kultursommer-Preis dieses Jahr an die Hamburger Wasserwerke verleihen? So viel „Aktionismus“ und „experimentelle Raumgestaltung“ auf der Fahrbahn haben wir lange nicht gesehen.

Meine Lieben, ich rate euch für das Wochenende: Bleibt am besten einfach hier im Süden. Wer weiß, welches Rohr als Nächstes die Lust auf Abenteuer verspürt. Ich bleibe jedenfalls erst mal bei meinem Friseur – da ist es trocken, und der Tratsch ist erfrischender als das Wasser auf der B73.

Bussi, eure Clara!


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Ein Match made in Metronom https://www.tiefgang.net/gummistiefel-statt-paragrafen-2-2/ Fri, 08 May 2026 22:56:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13790 [...]]]> Meine Lieben, setzt euch, nehmt euch einen Keks! Ich komme gerade frisch vom Friseur am Sand – und ich sage euch, die Lockenwickler sind fast von alleine rausgefallen …

Meine Lieben, wer hätte das gedacht? Jahrelang schimpfen wir über die Pendel-Misere im Hamburger Süden, über Weichenstörungen und Züge, die sich im Schneckentempo über die Elbe quälen. Aber wie ich gerade beim Spitzen-Schneiden erfahren habe, gibt es jetzt den ultimativen Beweis: Warten macht glücklich – zumindest wenn man die richtige App und eine ordentliche Portion Geduld im Gepäck hat!

Habt ihr die Geschichte gelesen, über die gerade ganz Hamburg schmunzelt? Ein Pärchen hat sich tatsächlich durch eine Zugverspätung in Harburg kennengelernt. Das berichtete der Nachtichtendienst von hamburg.t-online.de. Während andere frustriert auf die Anzeigetafel starrten, haben die beiden bei Tinder nach rechts gewischt – und siehe da: Das Schicksal (und die Bahn) führten sie zusammen.

Die Kundin vom Metronom hat die Meldung mit dem wohl charmantesten Satz der Woche kommentiert: „Tinder hat einen Kunden weniger, ihr einen mehr.“ Ist das nicht herrlich? Endlich mal eine positive Schlagzeile aus dem Pendler-Dschungel!

Ich musste ja sofort schmunzeln: Während im ehemaligen Karstadt-Gebäude neulich die Polizei eine illegale Goldschmelze auffliegen ließ, wird am Bahnhof offenbar das ganz große emotionale Gold geschürft. Man stelle sich das mal vor: Da rückt die Feuerwehr am Harburger Ring wegen einer nicht angemeldeten Firma an, während ein paar Meter weiter am Gleis die Funken ganz ohne Brandmelder sprühen.

Vielleicht ist das die neue Strategie für unseren „Planet Harburg“? Wenn wir schon keine Ankermieter wie die Bücherhalle oder die VHS ins Haus bekommen, könnten wir das leerstehende Kaufhaus doch als riesige „Love-Lounge“ für wartende Pendler*innen nutzen! Wer braucht schon funktionierende Rolltreppen, wenn man Schmetterlinge im Bauch hat?

Passt das nicht sogar perfekt zum Kultursommer-Motto „Neue Wege“? Während die Künstlerinnen in Jesteburg experimentieren, proben die Harburgerinnen am Gleis offenbar den Aufbruch in die Zweisamkeit. In der Zeit, in der die Stadt über Brandschutzkonzepte für einen „Vortragsraum“ mit bewegten Bildern grübelt, haben diese zwei Verliebten ihre eigene kleine Premiere gefeiert – ganz ohne Baugenehmigung für die Schmetterlinge.

Meine Lieben, ich sage euch: Nächstes Mal, wenn der Zug wieder auf sich warten lässt, nicht meckern! Einfach mal umschauen. Wer weiß, vielleicht wartet euer persönliches „Match“ direkt neben euch auf dem zugigen Bahnsteig. Ich werde beim nächsten Friseurbesuch auf jeden Fall horchen, ob es schon Hochzeitspläne gibt – am besten direkt im Planet Harburg, zwischen Schaufensterpuppen und Goldschmelze.

Bussi, eure Clara!



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Feueralarm und Goldrausch https://www.tiefgang.net/gummistiefel-statt-paragrafen-2/ Fri, 01 May 2026 22:57:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13744 [...]]]> Meine Lieben, haltet euch fest! Ich dachte ja eigentlich, im ehemaligen Karstadt passiert gar nichts mehr, außer dass die Spinnweben langsam Denkmalstatus bekommen. Aber Pustekuchen!

Diese Woche gab es dort Action, die selbst jeden Hollywood-Blockbuster alt aussehen lässt. Habt ihr das mitbekommen? Da rückt die Feuerwehr mit großem Besteck am Harburger Ring an, weil die Brandmeldeanlage Amok läuft. Und was finden die Einsatzkräfte? Keine staubigen Regale, sondern – man glaubt es kaum – eine illegale Goldschmelze! Ja, ihr habt richtig gehört. Während wir noch darüber diskutieren, ob man im Erdgeschoss einen „Vortragsraum“ mit Filmen betreiben darf, haben sich im stillen Kämmerlein ein paar ganz findige Geschäftsmacher*innen breitgemacht und den Schmelztiegel angeworfen.

Beim Friseur hieß es vorhin: „Mensch Clara, früher gab es bei Karstadt Goldschmuck in der Auslage, heute wird er direkt im Hinterzimmer selbst gebastelt!“ Man muss es positiv sehen: Endlich mal eine Nutzung des Gebäudes, die ordentlich Hitze erzeugt – wenn auch leider die Art von Hitze, die die Feuerwehr auf den Plan ruft.

Ist das nicht herrlich ironisch? Kulturschaffende und Vereine vom Netzwerk SuedKultur müssen jahrelang Formulare ausfüllen, Brandschutzkonzepte einreichen und Betriebskosten-Vorauszahlungen klären, bevor sie auch nur einen Pinselstrich im Gebäude machen dürfen. Aber eine nicht angemeldete Firma spaziert da einfach rein, baut eine Schmelzanlage auf und fängt an zu arbeiten. Da fragt man sich doch: Haben die den Schlüssel beim Pförtner einfach gegen einen Goldbarren getauscht?

Und während die Stadt noch über die „baurechtliche Nutzung“ philosophiert, zeigt uns diese mysteriöse Gold-Truppe, wie „flexibel“ man die 26.000 Quadratmeter eigentlich nutzen kann. Nur dumm, dass die Abgase der Goldschmelze wohl nicht so ganz mit dem Lüftungskonzept des Planeten Harburg harmonieren.

Meine Lieben, ich sage euch: Wenn das so weitergeht, finden wir nächste Woche im ersten Stock wahrscheinlich eine geheime Raketenbasis für die nächste Marsmission. Zeit genug hätten sie ja gehabt, dort ungestört einzuziehen.

Ich werde auf jeden Fall weiter meine Ohren offen halten. Wer weiß, was beim nächsten Haarschnitt herauskommt – vielleicht wird ja im Keller schon nach Öl gebohrt, während oben die Bücherhalle noch über die Farbe der Teppichböden nachdenkt.

Bussi, eure Clara!



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Gummistiefel statt Paragrafen! https://www.tiefgang.net/gummistiefel-statt-paragrafen/ Fri, 24 Apr 2026 22:38:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13695 [...]]]> Meine Lieben, habt ihr am Wochenende schon was vor? Ich sage euch: Packt die Wanderschuhe ein, wir verlassen den „Planeten Harburg“ für einen Moment und schauen mal, was die Nachbarn so treiben.

Im Landkreis startet nämlich der „Kultursommer 2026“ – und das Motto könnte nicht passender sein: „Neue Wege“. Und während wir uns am Harburger Ring immer noch fragen, ob die Rolltreppe im Ex-Karstadt jemals wieder ein Lebenszeichen von sich gibt, machen die in Holm-Seppensen Nägel mit Köpfen. Im Kulturbahnhof gibt es zur Eröffnung Akrobatik und Musik. Stellt euch das mal vor: Da bewegen sich Menschen in der Luft, während bei uns im „Vortragsraum mit bewegten Bildern“ (ihr wisst schon, das Fast-Kino) wahrscheinlich erst mal geprüft würde, ob die Artist*innen eine Baugenehmigung für die Flughöhe haben.

In Winsen geht es im Museum im Marstall um Mobilität – vom Pferdewagen bis zur E-Mobilität. Auch so ein Thema für uns, oder? In der City diskutieren wir über Parkplätze und Sichtachsen für Sonnenschirme, während man dort zeigt, dass Wege sich eben verändern.

Besonders gespannt bin ich ja auf das „labor für andere kunst“ in Jesteburg. Da wird experimentiert, meine Lieben! Da kommen Künstler*innen aus Amsterdam und Leipzig angereist. Ich frage mich ja: Wissen die, dass sie in Harburg (Land) wahrscheinlich schneller eine Ausstellungsfläche bekommen als in unserer City eine Erlaubnis für ein beklebtes Schaufenster?

Wisst ihr, was mir aufgefallen ist? Der Kultursommer läuft bis September. Das ist eine ordentliche Strecke! Wenn ich mir anschaue, wie schnell unser Hamburger Stadt-Wolf mit seinem neuen Sender durch die Gegend flitzt, dann ist der wahrscheinlich schon dreimal das gesamte Programm abgelaufen, bevor bei uns in der Innenstadt die erste Bücherhalle auch nur einen Umzugskarton gefaltet hat.

Vielleicht ist das das Geheimnis der „neuen Wege“: Einfach mal losgehen! Nicht erst warten, bis der Brandschutz für das Luftschloss steht, sondern die Kunst dorthin bringen, wo die Menschen sind – ob im Bahnhof, im Museum oder im Labor.

Meine Lieben, ich werde mir am Wochenende mal anschauen, wie sich diese „neuen Wege“ anfühlen. Vielleicht begegne ich ja dem Wolf in Jesteburg bei der modernen Kunst – der ist ja jetzt auch mobil und weiß dank Sender immer ganz genau, wo es langgeht. Ein Vorbild für uns alle!

Bussi, eure Clara!

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Abflug verpasst auf dem „Planet Harburg“? https://www.tiefgang.net/abflug-verpasst-auf-dem-planet-harburg/ Fri, 17 Apr 2026 22:08:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13637 [...]]]> Meine Lieben, schnallt euch an!

Eure Clara Klatsch hat sich diese Woche mal wieder die Hacken abgelaufen, und zwar direkt am Harburger Ring. Ich sag es euch, wie es ist: Wer beim Friseur mal kurz wegdöst, verpasst weniger als im ehemaligen Karstadt-Haus in zwei Jahren passiert ist!

Habt ihr das mit der NASA letzte Woche mitbekommen? Einmal ruckzuck um den Mond geflogen, Daten gesammelt, zack, fertig. Wahnsinn, oder? Und bei uns? Wir haben hier auch so einen Himmelskörper, den „Planet Harburg“. Aber während die im All mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs sind, scheint unser Planet eher in einem schwarzen Loch aus Aktenordnern festzustecken.

Man nennt es jetzt „Planet“, aber die einzige Bewegung, die ich dort sehe, ist der Staub, der sich sanft auf die Rolltreppen legt. Da passt der Name ja eigentlich: Im Weltraum hört dich niemand schreien – und im alten Karstadt hört man höchstens das Echo der großen Versprechen von 2024.

Und dann erst dieses „Kino“ im Erdgeschoss. Meine Lieben, ich war ja da. Wer ein rotes Samtgestühl und Popcorn-Maschinen erwartet, sollte lieber direkt weiter nach Buxtehude oder in die City düsen. Das Ganze ist ja eher ein gemütlicher Vortragsabend mit bewegten Bildern. Aber wisst ihr, was der Gipfel ist? Selbst dieses kleine ambitionierte Projekt wurde hinterfragt!

Da sitzen schlaue Köpfe zusammen und grübeln, ob das baurechtlich überhaupt ein Kino sein darf oder ob die „baurechtliche Nutzung“ als Vortragsraum durch die Filme gefährdet ist. Ich sag euch: Wenn wir in Harburg so lange über die Definition von „bewegten Bildern“ diskutieren, sind die Bilder im Film schon längst verblasst, bevor der Projektor warm gelaufen ist!

Was mich aber wirklich vom Hocker gehauen hat: Sogar unser Hamburger Stadt-Wolf war schneller! Der wurde letzte Woche eingefangen, bekam einen schicken Sender verpasst und ist schon wieder ausgewildert. Der Wolf hat jetzt eine Perspektive und die Behörden wissen, wo er ist.

Hätten wir dem Karstadt-Gebäude mal einen Sender verpasst, dann wüssten wir vielleicht auch, wo die Reise hingeht. Stattdessen warten wir immer noch darauf, dass die ersten Bücherhallen-Regale einziehen oder die VHS-Kurse starten. In der Zeit, in der die Stadt über Brandschutz und Toilettenreinigung im ersten Stock philosophiert, hätte der Wolf wahrscheinlich schon dreimal das gesamte Erdgeschoss markiert.

Meine Lieben, wir brauchen keine weiteren „Forschungswerkstätten“, in denen wir unsere Träume auf Pappe kleben. Wir brauchen jemanden, der einfach mal den Schlüssel umdreht! Sonst bleibt unser Planet Harburg am Ende nur das, was er gerade ist: Ein grauer Riese im Tiefschlaf, während der Rest der Welt (und der Wolf) an uns vorbeizieht.

Bussi, eure Clara!

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Wolf auf Bewährung https://www.tiefgang.net/wolf-auf-bewaehrung/ Fri, 10 Apr 2026 22:01:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13607 [...]]]> Meine Lieben, schnallt euch an! Wer diese Woche in Harburg keine Meinung zum Wolf hat, der war vermutlich nicht vor der Tür!

Dass ein junges Männchen erst durch eine Altonaer Einkaufspassage spaziert , dort eine Frau verletzt und schließlich in der Binnenalster baden geht, war ja mittlerweile Stadtgespräch von Neugraben bis Kirchdorf. Aber während die City noch über Mahnwachen am Jungfernstieg diskutiert, wird es bei uns im Süden jetzt richtig konkret – und auch ein bisschen ungemütlich.

Die Umweltbehörde hat das Tier am Ostersonntag wieder ausgewildert. Und auch wenn offiziell geschwiegen wird, wo genau der Transporter hielt, pfeifen es die Spatzen in der Fischbeker Heide von den Dächern: Der Wolf ist zurück in unserer Nachbarschaft. Diesmal allerdings mit einem schicken neuen Accessoire: einem Sender-Halsband. Umweltsenatorin Katharina Fegebank nennt das eine „Auswilderung auf Bewährung“. Ich nenne es: ein Experiment am lebenden Objekt, direkt vor unserer Haustür.

Ich kann die Wut unserer Schafzüchter*innen mehr als verstehen. Da verletzt ein Wildtier mitten in der Stadt einen Menschen, und die Antwort ist ein High-Tech-Halsband und ein „Viel Glück“ in Richtung Süden. Das fühlt sich für viele hier wieder einmal so an, als würde Harburg als Vorgarten für Probleme genutzt, die man an der Alster lieber per GPS-Tracker aus der Ferne beobachtet.

Natürlich gibt es auch die andere Seite. Diejenigen, die sich freuen, dass Isegrim eine zweite Chance bekommt und nicht zur Trophäe wurde. Es ist dieses typische Harburger Spannungsfeld: Wir lieben unsere wilde Natur, unsere Heide und das Ungezähmte. Aber wir sind auch Realist*innen genug um zu wissen, dass ein Wolf, der schon einmal gläserne Automatiktüren von innen gesehen hat, kein gewöhnlicher Waldläufer mehr ist.

Was machen wir also daraus? Wir bleiben so, wie wir sind: neugierig, aber wachsam. Wir wissen jetzt, dass die Jäger im Zweifel eingreifen können, wenn der Sender meldet, dass der Wolf unseren Siedlungen zu nahe kommt. Ob das reicht, um das Vertrauen der Tierhalter*innen zurückzugewinnen, wage ich zu bezweifeln. Aber eines ist sicher: Der Spaziergang durch die Heide hat diesen Frühling einen ganz neuen Nervenkitzel.

Mein Tipp für das kommende Wochenende: Genießt die Sonne, aber haltet die Augen offen. Wir teilen uns den Bezirk jetzt mit einem prominenten Rückkehrer. Hoffen wir, dass er die Lektion in der City gelernt hat und sich hier im Süden von seiner besten, also seiner unsichtbaren Seite zeigt.

Wir sehen uns draußen – mit gesundem Abstand und geschärften Sinnen!

Eure Clara

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Feuer, Flamme, frische Luft https://www.tiefgang.net/feuer-flamme-frische-luft/ Thu, 02 Apr 2026 22:19:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13561 [...]]]> Meine Lieben, schnallt euch an! Habt ihr die Wettervorhersage gesehen? Die Sonne hat für dieses Osterwochenende offenbar eine Extra-Schicht gebucht.

Auch wenn es morgens noch diesen frischen, klaren Biss in der Luft hat, der uns daran erinnert, dass wir im Norden wohnen, steht der Frühling jetzt mit beiden Beinen im Bezirk. Und während in der City vielleicht noch über die richtige Etikette beim Osterbrunch diskutiert wird, machen wir uns hier im Süden bereit für das, was zählt: echte Gemeinschaft und ein bisschen Rauch in den Haaren.

Der Karfreitag beginnt ja traditionell eher leise, und ich finde, das steht unserem Binnenhafen erstaunlich gut. Es ist der perfekte Tag, um mal ganz ohne Termindruck am Kai entlangzuschlendern. Habt ihr mal darauf geachtet, wie das Licht der Märzsonne auf den alten Kränen bricht? Das hat eine fast meditative Qualität. Es ist die Ruhe vor dem Sturm, bevor am Samstagabend die großen Feuer entfacht werden.

Denn mal ehrlich: Was wäre Ostern in Harburg ohne den Geruch von brennendem Holz und den Klönschnack am Feuer? Ob in den Harburger Bergen, am Deich oder in den kleinen Quartieren – die Osterfeuer sind unser sozialer Kleber. Da treffen sich die Mitarbeiter*innen aus den Büros mit den Künstler*innen aus den Speichern und den Nachbar*innen aus dem Phoenix-Viertel. Da wird nicht über den neuesten Trenchcoat-Trend aus Eppendorf philosophiert, da wird einfach zusammen in die Glut gestarrt und das Leben gefeiert. Das ist soziale Nachhaltigkeit, die man nicht im Rathaus planen kann, sondern die wir uns selbst erschaffen.

Und apropos Outfits: Ich bin sehr gespannt, was ihr dieses Wochenende aus dem Schrank holt. Ich wette meinen letzten Schokohasen darauf, dass wir hier in Harburg wieder einen bunten Mix aus praktischer Outdoor-Kleidung, mutigen Second-Hand-Stücken und individuellem Stil sehen werden. Wer braucht schon ein beiges Einheits-Cap, wenn er die Freiheit hat, einfach er selbst zu sein? Unsere Gastronom*innen in der Lämmertwiete haben ihre Außenterrassen jedenfalls schon klargemacht. Mein Tipp: Sichert euch ein Plätzchen in der Sonne, bevor der große Ansturm kommt.

Was ich euch für dieses Wochenende ans Herz lege? Seid neugierig! Schaut mal in die Schaufenster der kleinen Galerien, die vielleicht auch über die Feiertage ein Fenster zur Kunst offen halten. Nutzt die frische Luft für einen Ausflug in die Heide oder den Stadtpark. Harburg ist gerade ein riesiges, sonnendurchflutetes Laboratorium für gute Laune.

Wir haben die Geschichten, wir haben die Orte und wir haben jetzt auch das passende Wetter. Lasst uns dieses lange Wochenende nutzen, um mal wieder richtig durchzuatmen und unseren Bezirk von seiner besten Seite zu erleben – bodenständig, herzlich und ein kleines bisschen wilder als der Rest der Stadt.

Ich wünsche euch erholsame Feiertage, die genau die richtige Mischung aus Ruhe und Feuer haben. Wir sehen uns spätestens am Samstagabend am glühenden Haufen!

Eure Clara

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Der Eppendorf-Style https://www.tiefgang.net/der-eppendorf-style/ Fri, 27 Mar 2026 23:29:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13549 [...]]]> Meine Lieben, schnallt euch an! Habt ihr diese Woche auch die Geschichte von Patrice Bouédibéla verfolgt? Unser aller liebster Ex-MTV-Moderator ist auf romantischer Mission und sucht eine Frau, der er im Hamburger Norden begegnet ist.

Klingt erst mal nach großem Kino und Schmetterlingen im Bauch. Aber wenn man sich die Suchmeldung genauer ansieht, wird es eigentlich erst richtig amüsant.

Patrice beschreibt nämlich den absoluten Eppendorfer Standard-Look: Trenchcoat, Leggings, Cap. Die Haare? Blond und offen. Eben „Schnepfendorf“? Ganz ehrlich? Wenn ich am Isemarkt oder in der Eppendorfer Landstraße unterwegs bin, sehe ich gefühlt tausend Frauen, die exakt so aussehen. Das ist keine Personenbeschreibung, das ist eine Inventarliste der örtlichen Boutiquen! Wie will der gute Mann da jemals die Richtige finden? Das ist ja wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen – nur dass der Heuhaufen aus beigem Stoff besteht und Markenkappen trägt.

Man fragt sich ja schon: Ist das noch Mode oder ist das schon eine Uniformierungspflicht? Ob Sylvie Meis oder die Influencer*innen von nebenan – in Eppendorf scheint Individualität unter dem Schirm der Cap feinsäuberlich weggeatmet zu werden. Da glänzt der Ansatz, da sitzt der Mantel, und bloß kein Haar tanzt aus der Reihe. Es ist fast schon tragisch: Eppendorferinnen wollen besonders schick und exklusiv sein, und am Ende sind sie eine Kopie von der Kopie der Kopie.

Hier bei uns in Harburg würde so eine Suchaktion ganz anders ablaufen. Wenn hier jemand jemanden sucht, dann ist das die Frau mit der bunten Strickmütze am Kanal, der Typ mit der abgewetzten Lederjacke in der Lämmertwiete oder die Architektinnen mit den Farbflecken an den Händen am Binnenhafen. Wir Harburgerinnen brauchen keine Tarnkappe aus Luxus-Labels, um uns wohlzufühlen. Wir tragen unsere Ecken und Kanten mit Stolz spazieren, und das sieht man uns auch an.

Vielleicht sollten wir Patrice mal zu uns in den Süden einladen. Hier erkennt man die Menschen noch an ihrem Charakter und nicht an der Farbe ihres Trenchcoats. Hier ist der Frühling viel zu bunt für ein Einheits-Beige. Wenn eine Harburgerin Cap trägt, dann wahrscheinlich, weil sie gerade keine Lust auf Kämmen hatte oder weil der Wind an der Elbe mal wieder alles gibt – und nicht, weil es im Lookbook der Woche steht.

Mein Tipp für das kommende sonnige Wochenende: Traut euch ruhig mal, aus der Reihe zu tanzen! Seid bunt, seid laut, seid ihr selbst. Der rote Klinker, über den wir neulich sprachen, sieht nämlich viel besser aus, wenn darauf Menschen wandeln, die man auch ohne Lupe und Stilberater*innen voneinander unterscheiden kann.

Ich drücke Patrice trotzdem die Daumen. Vielleicht trägt seine Auserwählte ja wenigstens Socken in einer anderen Farbe – das wäre in Eppendorf ja schon fast eine Revolution.

Wir sehen uns dort, wo das Leben noch echt ist!

Eure Clara

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