Die Harburger Herzblatt-Kolumne

Abflug verpasst auf dem „Planet Harburg“?

Clara Klatsch hat wieder genau hingehört ...

Meine Lieben, schnallt euch an!

Eure Clara Klatsch hat sich diese Woche mal wieder die Hacken abgelaufen, und zwar direkt am Harburger Ring. Ich sag es euch, wie es ist: Wer beim Friseur mal kurz wegdöst, verpasst weniger als im ehemaligen Karstadt-Haus in zwei Jahren passiert ist!

Habt ihr das mit der NASA letzte Woche mitbekommen? Einmal ruckzuck um den Mond geflogen, Daten gesammelt, zack, fertig. Wahnsinn, oder? Und bei uns? Wir haben hier auch so einen Himmelskörper, den „Planet Harburg“. Aber während die im All mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs sind, scheint unser Planet eher in einem schwarzen Loch aus Aktenordnern festzustecken.

Man nennt es jetzt „Planet“, aber die einzige Bewegung, die ich dort sehe, ist der Staub, der sich sanft auf die Rolltreppen legt. Da passt der Name ja eigentlich: Im Weltraum hört dich niemand schreien – und im alten Karstadt hört man höchstens das Echo der großen Versprechen von 2024.

Und dann erst dieses „Kino“ im Erdgeschoss. Meine Lieben, ich war ja da. Wer ein rotes Samtgestühl und Popcorn-Maschinen erwartet, sollte lieber direkt weiter nach Buxtehude oder in die City düsen. Das Ganze ist ja eher ein gemütlicher Vortragsabend mit bewegten Bildern. Aber wisst ihr, was der Gipfel ist? Selbst dieses kleine ambitionierte Projekt wurde hinterfragt!

Da sitzen schlaue Köpfe zusammen und grübeln, ob das baurechtlich überhaupt ein Kino sein darf oder ob die „baurechtliche Nutzung“ als Vortragsraum durch die Filme gefährdet ist. Ich sag euch: Wenn wir in Harburg so lange über die Definition von „bewegten Bildern“ diskutieren, sind die Bilder im Film schon längst verblasst, bevor der Projektor warm gelaufen ist!

Was mich aber wirklich vom Hocker gehauen hat: Sogar unser Hamburger Stadt-Wolf war schneller! Der wurde letzte Woche eingefangen, bekam einen schicken Sender verpasst und ist schon wieder ausgewildert. Der Wolf hat jetzt eine Perspektive und die Behörden wissen, wo er ist.

Hätten wir dem Karstadt-Gebäude mal einen Sender verpasst, dann wüssten wir vielleicht auch, wo die Reise hingeht. Stattdessen warten wir immer noch darauf, dass die ersten Bücherhallen-Regale einziehen oder die VHS-Kurse starten. In der Zeit, in der die Stadt über Brandschutz und Toilettenreinigung im ersten Stock philosophiert, hätte der Wolf wahrscheinlich schon dreimal das gesamte Erdgeschoss markiert.

Meine Lieben, wir brauchen keine weiteren „Forschungswerkstätten“, in denen wir unsere Träume auf Pappe kleben. Wir brauchen jemanden, der einfach mal den Schlüssel umdreht! Sonst bleibt unser Planet Harburg am Ende nur das, was er gerade ist: Ein grauer Riese im Tiefschlaf, während der Rest der Welt (und der Wolf) an uns vorbeizieht.

Bussi, eure Clara!

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