Johann Michael Bossard – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Fri, 23 Jun 2023 09:16:02 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.3 Der Blick der Heideansiedler https://www.tiefgang.net/der-blick-der-heideansiedler/ Fri, 23 Jun 2023 22:09:44 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=10078 [...]]]> Die Lüneburger Heide war schon immer ein Ort der Ruhefindung. Eine Ausstellung in Jesteburg beleuchtet dies nun künstlerisch …

Johann Michael Bossard suchte einen Ruhepol zur Hektik und dem Lärm der Hamburger Großstadt und fand 1911 mit dem Grundstück der heutigen Kunststätte Bossard den Ausgangspunkt für sein Gesamtkunstwerk, an dem er rund vierzig Jahre künstlerisch tätig war. Wie Bossard siedelten sich zahlreiche Großstädter und Künstler vor dem Ersten Weltkrieg in der Lüneburger Heide an.

Die neue Sonderausstellung »Heideansiedler – Johann Michael Bossard und Peter Gustaf Dorén«, die ab sofort und bis zum 7. Januar 2024 im Neuen Atelier der Kunststätte Bossard gezeigt wird, erlaubt einen Blick auf diese Zeit, die Wünsche und Vorlieben der Stadtflüchter. Exemplarisch für sie stehen Johann Michael Bossard und der Raumkünstler Peter Gustaf Dorén, die beide ihren Lebensmittelpunkt Hamburg im Laufe ihres Lebens und Schaffens in die Heidelandschaft rund um Jesteburg bzw. Hanstedt verlegten.

Der gebürtige Schwede Peter Gustaf Dorén prägte die Hamburger Wohnkultur des frühen 20. Jahrhunderts. Der ausgebildete Dekorationsmaler verschrieb sich mit seinem Unternehmen der ganzheitlichen Gestaltung von Räumen. Zu seinen Kunden zählten zum Beispiel das Hotel Vier Jahreszeiten oder das Thalia Theater in Hamburg aber auch private Eigentümer von Wohnhäusern in Hamburg und dem Umland. Bossard stand im regelmäßigen Austausch mit dem Hamburger Künstlerkollegen Peter Gustaf Dorén. Gemeinsam saßen sie dem Bauausschuss des Hamburger »Rechtsschutzverein der Heideansiedler« vor.

Anhand ausgewählter Werke von Bossard und Dorén werden in der Sonderausstellung erstmals die Wechselbezüge zwischen der Großstadt Hamburg und der ländlichen Nordheide untersucht, sowie die Frage nach der städtischen Repräsentation im ländlichen Raum gestellt. Rund 80 Exponate wählte Kuratorin Katharina Groth für die Sonderausstellung aus. Ein großer Teil der Werke stammt aus dem Besitz der Familie Dorén und umfasst zahlreiche Zeichnungen und Aquaralle der Heidelandschaft der näheren Umgebung, florale Motive, sowie als Besonderheit eine Tilrén Platte, die aus zwei künstlerisch gestalteten, aufeinander montierten Glasplatten besteht. Diese Platte ist eine Spezialität Doréns, auf die er sich das Patent sicherte, sich als Fassadenschmuck jedoch nicht durchsetzen konnte. Eine digitale Präsentation mit historischen Bildern und Dokumenten ergänzt die Werkschau.

Die Sonderausstellung ist täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Ein Rundgang durch die Ausstellung mit der Kuratorin Katharina Groth ist am Samstag, dem 24. Juni 2023, um 19 Uhr im Rahmen der Veranstaltung »Bossard am Abend « möglich. Die zirka 30-minütige Führung durch die Sonderausstellung bietet die Möglichkeit, mit der Kuratorin ins Gespräch zu kommen und Hintergrundinformationen zu den ausgestellten Werken zu erhalten.

KUNSTSTÄTTE BOSSARD; Bossardweg 95, 21266 Jesteburg, www.bossard.de

 

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Triptychen öffne Dich! https://www.tiefgang.net/triptychen-oeffne-dich/ Fri, 21 Aug 2020 22:45:53 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=7169 [...]]]> Am nächsten Wochenende (Samstag und Sonntag, 29. und 30. August 2020) sind die vier großen Triptychen im Kunsttempel der Kunststätte Bossard für Besucher geöffnet. Eine seltene Gelegenheit, den Innenraum des Tempels in einem anderen Erscheinungsbild zu erleben.

Mit weißen Schutzhandschuhen bekleidet öffnet Dr. Gudula Mayr die großen Flügelpaare zwischen den Fenstern im Kunsttempel der Kunststätte Bossard. Diese sogenannten Triptychen bleiben im Jahreslauf durchgängig geschlossen, sind aber an jedem letzten Wochenende des Monats einmal vollständig geöffnet. Zwei Tage lang bleiben sie für die Besucher im geöffneten Zustand und offenbaren ihr Innenleben. „Bei Öffnung und Schließung der Triptychen verändert sich das einfallende Licht und bietet ein anderes Raumerlebnis“, erklärt die Leiterin der Kunststätte. „Während die in dunklen Farben gehaltenen Außenseiten der Triptychen die vier apokalyptischen Wesen Löwe, Stier, Adler und Affe (Mensch) abbilden, zeigen die Innenseiten verschiedene farbenfrohe Szenen der menschlichen Lebenswelt.“

1926 entstand der Kunsttempel auf dem Gelände der heutigen Kunststätte. Johann Michael Bossard hat für die Gestaltung des Tempels drei Bilderzyklen vorgesehen, die abwechselnd gehängt werden sollten. Zu sehen sind im Kunsttempel aktuell die Bilder des 2. Zyklus. Die gesamte Wandfläche des Tempels wird von 21 Sperrholztafeln unterschiedlicher Größe bedeckt. Zwischen den Fenstern der Ost- und Westwand befinden sich die großen Triptychen. Auf der Ostseite zeigen die zwei Triptychen Menschen, die gemeinsam ein Bauwerk errichten, feierliche Szenen und eine friedvolle Stimmung. Die Abbildungen auf der Westseite bilden das Gegenstück dazu mit Streit und gewaltsamen Auseinandersetzungen.

Die Triptychen sind am Samstag und Sonntag, 29. und 30. August 2020 zu den regulären Öffnungszeiten von 11 bis 18 Uhr zu sehen. Die Bilder des 1. und 3. Tempelzyklus befinden sich im Schaumagazin in Jesteburg. Eine Führung durch das Schaumagazin findet immer am letzten Mittwoch des Monats zu ausgewählten Themen statt.

Kunststätte Bossard, Bossardweg 95, 21266 Jesteburg, www.bossard.de

 

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