Jürgen Havlik https://www.tiefgang.net Tue, 13 Aug 2019 08:02:16 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.3 Harburger Kunst goes Buxtehude https://www.tiefgang.net/harburger-kunst-goes-buxtehude/ Fri, 09 Aug 2019 22:44:32 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5585 [...]]]> Am Wochenende (24./25. August) wird zum dritten Mal die Buxtehuder Innenstadt zur Kunstmeile. Und eine Gruppe Künstler*innen aus Harburg sind dabei.

Es war einfach mal eine Idee, die aber so gut einschlug, dass sie nun bereits zum dritten Mal in Folge umgesetzt wird. Am letzten August-Wochenende präsentieren sich wieder 30 Stände mit Künstlerinnen und Künstlern sowie Kunsthandwerkerinnen und Kunsthandwerkern beim Buxtehuder Kunstfest. Buxtehude wird an dem Wochenende zwischen dem Historischem Rathaus und dem Ostfleth zur einzigen Kunstmeile.

Wie erfolgreich so ein Konzept aufgeht, zeigt, dass es in diesem Jahr mehr Bewerbungen für die Pavillons gab, als Plätze zu vergeben waren. Eine vierköpfige Fachjury hat lokale wie europäische Künstlerinnen und Künstler ausgewählt und setzt dabei auf eine Mischung aus bekannten Ausstellenden und denjenigen, die sich an den zwei Tagen zum ersten Mal in Buxtehude präsentieren möchten. Ein Schwerpunkt liegt in diesem Jahr auf Zeichnungen und Illustrationen. Auch digitale Kunst wird zu entdecken sein, erklärt Künstler und Mitorganisator Sven Brauer. Aus seiner Feder stammt erneut das Veranstaltungsplakat, das, wie im Urban Sketching üblich, mit Fineliner und Aquarell gezeichnet wurde.

„Wir wollen Kunst niedrigschwellig präsentieren und dabei für eine lauschige, familiäre Atmosphäre in der Stadt sorgen“, so Torsten Lange, Fachgruppenleiter Kultur, Tourismus und Marketing der Hansestadt Buxtehude. Deshalb habe man sich in diesem Jahr gegen die große Bühne und lieber für kleinere Podeste für das abwechslungsreiche Rahmenprogramm in der Fußgängerzone entschieden.

Und auch etliche Künstler*innen rund um die zu Jahresbeginn gegründete „Kunstleihe Harburg“ – derweil als Projekt in einen Verein überführt – nehmen erstmals kollektiv teil. Denn die Kunstleihe, die jeden Sonntag im Nachbarschaftstreff Eißendorfer Straße 124 von 12-17 Uhr nicht nur rund 150 Werke vorwiegend lokaler Künstler*innen ausstellt sondern bei Interesse auch für kleines Geld verleiht, ist zugleich ein eigenes Netzwerk der lokalen Kunst geworden. „Und dies ist erstmals die Idee, mal zusammen eine Ausstellung zu organisieren und solidarische Präsenz zu zeigen“, so Sabine Schnell von der Kunstleihe Harburg. „Es ist eine Menge Arbeit für ein*e einzelne*n Künstler*in, an solchen Kunstevents teilzunehmen: es braucht ein Vielzahl an Werken, Organisation, Eigenvermarktung, Transport und natürlich die Präsenz vor Ort. Das ist nicht jedem gegeben und nicht regelmäßig übers Jahr zu schaffen“, ergänzt sie. Da macht es Sinn, als Kollektiv aufzutreten und einen Stand für alle zu belegen.

„Und dem Buxtehuder Kunstfest merkt man an, dass es mit Liebe und Leidenschaft konzipiert ist. Da findet sich ebenso eine Gemeinsamkeit wie auch Buxtehude stolz auf seine jetzt 35jährige Artothek sein kann. Da sind wir die greenhorns und den Kunstverleihern. Und Frau Wiegel von der Buxtehuder Artothek hatte uns im Vorfeld gute Tipps gegeben und auch Mut gemacht. Auch das verbindet uns mit Buxtehude!“

Das Gute an der gemeinsamen Ausstellung der Harburger*innen in Buxtehude ist aber auch, dass die Betrachter eine recht gute Auswahl an verschiedenen Werken, Techniken und Ansätzen vorfinden. Und dort können sie eben mal nicht geliehen sondern auch gekauft werden. Unter den Künstler*innen finden sich unter anderen Anne Flad, Jürgen Havlik, Irmgard Gottschlich, Antje Gerdts, Harald Finke, Jan Ratschat, Christine Waldbüßer, Sabine Schnell oder auch Gabriele Wendland. Der Stand/Pavillon des Kunstteams Harburg wird an beiden Tagen direkt neben dem Alten Rathaus Buxtehude zu besuchen sein, in dem auch die Buxtehuder Artothek geöffnet  haben wird.

Also, für Kunstinteressierte mehr als ein Grund, sich mal nach Buxtehude aufzumachen. An dem Sonntag, 25. August, bleibt dann allerdings die Kunstleihe in Harburg geschlossen …

Beim Kunstfest ist auch die Buxtehuder Artothek im Historischen Rathaus geöffnet. Also eine Chance, sich anzuschauen, was eine gestandene Artothek an Kunst so im Bestand hat.

Ein weiteres Highlight des Buxtehuder Kunstfestes ist die Kinderkulturkarawane „Sosolya Undugu Dance Academy“. Sie tritt am Samstag 25. August, um 14.30 Uhr und am Sonntag, 25. August, um 11.30 Uhr auf dem Rathausmarkt auf. Das Projekt ist Teil der „Undugu -Bewegung“, die mittels Musik und Tanz für Respekt und Verständnis zwischen den verschiedenen Stammeskulturen in dem afrikanischen Land einsetzt. Im Brückenschlag zwischen Künsten, Traditionen und Bräuchen thematisiert die „Sosolya Undugu Dance Academy“ z.B. brisante Rituale wie die Genitalverstümmelung in Uganda und fordert zum gesellschaftlichen Umdenken auf.
Für die musikalische Unterhaltung sorgen außerdem die  Straßenmusikbank FREAKAZ und Max Kratz mit seiner Violine.
Musikalisch geht es auch nach dem Kunstgenuss weiter. Dann lädt das Stadtjugendorchester Buxtehude am Samstag, 24. August von 17 – 19 Uhr in den Buxtehuder Stadtpark zum Picknickkonzert. Mit selbstmitgebrachtem Picknickkorb oder mit einer von dem Stadtjugendorchester gefüllten Picknicktasche für 18 Euro, der Lunch-Bag für zwei für 13 Euro oder der Single-Bag für acht Euro, die vor Ort erhältlich sind, können Besucherinnen und Besucher den Nachmittag auf einer Decke bei moderner Blasmusik ausklingen lassen.

Für das leibliche Wohl der angereisten Künstlerinnen und Künstler ist Mitorganisator Olaf Iwersen von der Rösterei am Fleth an beiden Kunstfesttagen zwischen Fleth und Rathaus mit seinem Bollerwagen unterwegs. Seine Rösterei lädt an beiden Tagen zum Kaffeegenuss ein.

Im Marschtorzwinger werden Zeichnungen, Bilder, Objekte von Jürgen K.F. Rohde gezeigt. Die Ausstellung unter dem Titel „sowohl – als – auch“ ist vom 20. August bis zum 29. September zu sehen. Der Künstler, dem anlässlich seines 80. Geburtstag in diesem Jahr, diese Retrospektive gewidmet ist, wird während des Kunstfestes an beiden Tagen jeweils von 15 – 17 Uhr persönlich im Marschtorzwinger anwesend sein.

Das 3. Buxtehuder Kunstfest findet am Samstag, 24. August, von 11 – 18 Uhr und am Sonntag, 25. August, von 11 – 17 Uhr statt. Der Eintritt ist frei.

Weiterführende Links:

www.buxtehude-kunstfest.de; www.sued-kultur.de/kunstleihe; www.facebook.com/KunstleiheHarburg; www.instagram.com/kunstleihe

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3 Tage Freilicht-Kultur https://www.tiefgang.net/3-tage-freilicht-kultur/ Fri, 27 Jul 2018 22:46:23 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=3957 [...]]]> Bis 2012 war „Fete ohne Knete“ an der leicht versteckten Freilichtbühne im Harburger Stadtpark am Außenmühlenteich eine stadtbekannte Hausnummer. Dann gab es Ärger und lange nichts. Jetzt startet der Bezirk selbst als Kulturveranstalter zu einem „Sommer im Park“.

Die Geschichte um Veranstaltungen auf der Feilichtbühne im Stadtpark ist lang und eher kein Sommermärchen. (´Tiefgang` berichtete: „Kultur an der frischen Luft“ 6. Mai 2017;  „Mehr Trubel hinter als auf der Bühne“, 14. April 2018)

Da sie letztlich so gut wie gar nicht mehr genutzt wurde, stand der Bezirk Harburg unter Druck, denn viel Sanierungsgeld war seit 2013 geflossen und bedurfte der Rechtfertigung. Und so nahm sich der Bezirk letztlich selbst in die Pflicht und agiert nun als Veranstalter. Federführend wurde das Citymanagement Harburg ins Boot geholt und mit der Lawaetz Stiftung und der Initiative SuedKultur ein neues Veranstaltungsformat entwickelt: Das Kulturfestival „Sommer im Park“.

Das Open-Air-Kulturfestival „Sommer im Park“ findet nun erstmalig vom Fr., 24. bis zum So., 26. August 2018 im Harburger Stadtpark statt. Mit Pop-, Rock- und Jazzmusik sowie Auftritten von Orchestern und Big Bands über Poetry Slam, Geschichtenerzählern, Tanz und Theater wird ein breit gefächertes und abwechslungsreiches Angebot bei freiem Eintritt zu sehen sein.

Mit dem als Gartendenkmal geschützten Harburger Stadtpark, in dem sich die 2014 grundsanierte barocke, über 1.000 Quadratmeter große Freilichtbühne befindet, will Harburg so wieder auf den ganz besonderen Ort für kulturelle Veranstaltungen aller Art aufmerksam machen.

Das neue Festivalformat zeige zudem, wie lebendig die kulturelle Szene, die von einem beeindruckenden ehrenamtlichen Engagement getragen wird, in Harburg ist und dass es stimmungsvolle Locations gibt, die dem vielfältigen Kulturgeschehen einen passenden Rahmen bieten, heißt es in de Pressemitteilung. Und in der Tat: viele Kreative aus dem Süden Hamburgs haben sich einen Bühnenauftritt ebendort schon lange gewünscht. Denn inmitten des Parks mit Blick auf den Teich – ein einzigartiges Idyll.

Das neue Veranstaltungskonzept wurde letztlich möglich mit Mitteln von rund 30.000,- € der Harburger Bezirksversammlung, der SAGA Stiftung Nachbarschaft, Lotto Hamburg und dem Eisenbahnbauverein. Für Gagen so berichtet auch das Portal harburg-aktuell.de aber fließe kein Geld.

Das dreitägige Programm ist für die Besucher kostenlos und umfasst insgesamt 28 Programmpunkte. Mit dabei sind Julia Vej, Franz Josef & Band oder die Celtic Cowboys. Rock, Pop, Swing, Tanz, Comedy, Kabarett, A-Capella und gar Kettensägen-Kunst ist zu erleben. Moderiert wird an den drei Tagen von insgesamt vier NDR-Moderatoren, darunter der Harburger Werner Pfeifer, der auch mit seiner Hafen-Bande selbst Musik zum Besten geben wird. Rund 80 Künstler und Künstlergruppen hatten sich um einen Auftritt beworben und kamen vorwiegend direkt aus dem Bezirk oder nahen Umland.
„Sommer im Park soll zeigen, wie lebendig die kulturelle Szene in Harburg ist und dass es stilvolle Locations gibt, die dem kulturellen Angebot einen passenden Rahmen bietet“, so Citymanagerin Gitte Lansmann. Und Bezirksamtsleiter Dierk Trispel: „Es ist ein Format, das neu gegründet worden ist. Ich verbinde es mit der Hoffnung, dass es eine ganz tolle Veranstaltung wird und es auch in den kommenden Jahren stattfinden wird.“

Gerrald Boekhoff, Leiter des Fachamts ´Management des öffentlichen Raums`, hofft, dass die Bühne durch die Veranstaltung einen nachhaltigen Eindruck hinterlässt und künftig von Kulturschaffenden mehr nachgefragt wird. Die Initiative SuedKultur begrüßt grundsätzlich jedes Plus von kultureller Nutzung. Aber klar ist auch: derartige Gelder stehen sonst der Kultur nicht zur Verfügung. Vielmehr muß noch Geld für WCs, Wasser, Elektrik etc. aufgebracht und in der Regel über Getränkeverkauf refinanziert werden. Denn Eintritt zu nehmen, was in Harburg ohnehin viele Veranstalter meiden, ist dort so gut wie unmöglich. Bleibt also abzuwarten, welche Nachhaltigkeit das „Sommer im Park“-Festival auf künftige Anfragen haben wird. Viele Kulturschaffende haben sich mittlerweile mit privaten Open-Air-Flächen Ausweichmöglichkeiten geschaffen.

Die Programmzeiten und -details finden sich an den angegebenen Tagen unter  www.sued-kultur.de.

 

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Interaktivitäten https://www.tiefgang.net/interaktivitaeten/ Fri, 06 Jul 2018 22:33:47 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=3867 [...]]]> In den Räumen des Kulturvereins Alles wird schön e. V. wurden bei der Vernissage zur Ausstellung „Dialog… Zeichnungen“ die Resultate eines interaktiven Konzeptes besichtigt und besprochen. Harald Finke erläuterte den Prozess …

Ein Prozess, bei dem Künstler abwechselnd an einem Werk arbeiteten und worin die Herausforderung bei einem solchen Dialog mit anderen Mitteln als der Sprache besteht. Die Parallele zur verbalen Kommunikation: die Auseinandersetzung mit dem Ansatz des Gegenübers. Zuhören, sich einlassen auf die Sicht einer anderen Person, anknüpfen an neue Bedingungen. Das hat eine Konfrontation mit den eigenen Vorstellungen und dem Umgang mit fremden Einflüssen zur Folge. Ein spannender Prozess, an dessen Ende die Abbildungen vielschichtiger Kooperationen stehen. Aktiv beteiligt an dem Kunstprojekt waren Harald A. Finke, Irmgard Gottschlich, Jürgen Havlik, Peter N. Heikenwälder, Claudia Hoffmann, Carl-Walter Kottnik, Daniela Köster, Michael Schmidt und Antje Schönau.

Zwischen den Künstlern und Besuchern fand am Abend der Ausstellungseröffnung ein reger Austausch statt. Die Bilder hängen noch bis zum 20. Juli in der Friedrich-Naumann-Str. 27 in 21075 HH-Heimfeld.

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Hallo Harald,

gerade schreibe ich etwas über die Ausstellung und möchte das Thema Dialog direkt aufgreifen, um mit dir durch mehrtägigen Schriftwechsel ins Gespräch zu kommen.

Dieses Interview soll sich an den Ansatz des Konzeptes anlehnen.

Lass´ uns per Mail in einen Dialog treten, eigene Akzente setzen und Bezug zueinander nehmen. Ich bin neugierig sowohl auf streitbare Auseinandersetzung als auch Konsens.

Vielleicht können wir parallel dazu an einem digitalen Bild arbeiten… (du zuerst)

 

Meine Einleitung:

Wenn ich es richtig verstanden habe, bist du der Initiator des Projektes – oder täusche ich mich aufgrund deiner persönlichen Präsenz – oder liegt das an meiner Wahrnehmung?

Man spricht manchmal davon, dass jemand ein Macher ist. Wie siehst du dich selber in dieser Hinsicht?

Mir stellt sich am Rande die Frage, wo die Linie zwischen Selbstwirksamkeit und Dominanz verläuft?

 

Wenn du Interesse an diesem Dialog hast, lass´ uns diese Mail hin und her schicken.

Viele Grüße, Sonja

 

Liebe Sonja,
erst einmal Danke für das Interesse und Deinen Vorschlag so ein elektrisches Interview zu machen, um parallel dazu auch noch den Versuch der dialogischen Zeichnung zu unternehmen. Prima, finde ich sehr schön. Machen wir.
Liebe Grüße, Harald

(Anm.: Er hat seine Antworten direkt hinter meine Fragen gesetzt)

Wenn ich es richtig verstanden habe, bist du der Initiator des Projektes – oder täusche ich mich aufgrund deiner persönlichen Präsenz – oder liegt das an meiner Wahrnehmung?

Deine Annahme ist richtig. Ich bin der Initiator der Ausstellung „Dialog-Zeichnungen“. Da ich seit sehr langer Zeit am Dialogmotiv arbeite – 1976 fand eine erste Ausstellung in der Arbeitsgalerie vor Ort in Hamburg statt und hatte den Titel „Monologmotiv, Dialogmotiv“ als Gegenüberstellung. Dort wurden schon Dialogzeichnungen ausgestellt, die vor Ort während der Ausstellung entstanden.

Man spricht manchmal davon, dass jemand ein Macher ist. Wie siehst du dich selber in dieser Hinsicht?

Gegen den Begriff ist nichts einzuwenden, wenn vom Umsetzen einer Idee die Sprache ist. Ich würde sagen, eine Idee zu haben und sie dann auch möglichst vernünftig umzusetzen, ist schon eins meiner Prinzipien.

Mir stellt sich am Rande die Frage, wo die Linie zwischen Selbstwirksamkeit und Dominanz verläuft?

Das bekomme ich schwer zusammen. Den Begriff Selbstwirksamkeit habe ich noch nie bewusst gelesen oder benutzt. Stell mir darunter eine Art hermetisches Perpetuum mobile vor.
Andererseits ist das ja, wenn das hier kein Intelligenztest sein soll, eine Frage in Richtung – ist nicht Alles irgendwie letztendlich selbstwirksam? vom Elementarteilchen bis hin zum ganzen Universum? Keine Ahnung, muss ich länger drüber nachdenken. Dominanz ist dagegen einfach. Der Begriff war immer im Zusammenhang mit der Dialogmotivarbeit ein wichtiger Faktor, der mir sehr bewusst war und den ich zu umgehen versuchte. „Mit dialogischen Zeichenformen entwickle ich so etwas wie ein dialogisches Prinzip. Dem anderen wird nichts vorgemacht. Er kann gleichermaßen wie ich wirken und seine Phantasie, seine Erlebnisse und seine Fähigkeiten in die Zeichnung miteinbringen. Nur so kann das Motiv des Dialogs, nämlich sich dem anderen mitzuteilen, mit ihm zu teilen, auch wirklich zum Tragen kommen. Denn das macht den Hauptteil meines Kunstbegriffs aus, da für mich das Kunstwerk Zeichen für Verständigungswunsch ist – und dieses Zeichen kann ich nicht einseitig meinen… „ schrieb ich 1982 unter dem Titel „Dialogmotiv – Dialogversuch“ in einem ausführlicheren Artikel in den Züricher  Kunst Nachrichten.

Fein, gleich zu Anfang muss ich mich neu ausrichten, denn ich habe offenbar gleich drei Ansätze gehabt, auf die du eingegangen bist.

Ich werde mir vor allem deine letzte Antwort durch den Kopf gehen lassen und dann wieder schreiben.

Bildnerisch habe ich schon mal weiterentwickelt.

Mal sehen, wie sich das Interview später am besten abbilden lässt…

Du hörst/liest von mir.

Bis dann, Grüße Sonja

 

hallo sonja, hier der nächste schritt. lgh

(in den Anhängen findet der zeichnerische Dialog statt)

Damit das Gespräch beim Nachlesen flüssiger wird, werde ich bei der Fortsetzung auf die Ansprache verzichten und direkt in den Dialog gehen. Würde vorschlagen, du handhabst das genauso.

Den Begriff Selbstwirksamkeit habe ich im Sinne von Handlungsspielraum gemeint.

Gut, das verstehe ich. Handlungsspielraum ist natürlich leichter in der Anwendung.

Ich bin mittlerweile davon überzeugt, dass ich selber mitgestalten kann, wenn ich mich aktiv einbringe, als in Passivität verharre. Eigene Impulse setzen und sich Freiraum schaffen, führt zu mehr Entfaltungsmöglichkeiten. Wenn man dabei die Grenzen anderer nicht respektiert, kann der gute Ansatz kippen.

Wenn wir jetzt wieder vom Dialogischen sprechen, dann kann eine gewisse Passivität jedoch auch zur Empathie führen, die bei einem wirklich funktionierenden dialogischen Austausch von großer Wichtigkeit ist. Denn Aktivität in Richtung Assoziation zu entwickeln während das Gegenüber spricht, ist nicht unbedingt zuträglich. Wichtig ist der tatsächliche Einfühlungsversuch in das, was das Gegenüber äußert. Erst wenn verstanden wird, was gegenüber geäußert wird, kann geantwortet werden mit dem, was verstanden wurde und daraus im Zuhörer sich entwickelt (hat) – vielleicht an neuen Grundsatzfragen oder auch Ideen. Die eigenständigen Impulse sind sicherlich Teil der Entfaltungsmöglichkeit. Ja.

Du erklärst, dass du dir des Dominanzfaktors bewusst bist und ihn mit dem Dialogprinzip zu umgehen versuchst. Dem anderen würde nichts vorgemacht… Diesen letzten Satz verstehe ich nicht. Alles andere ist klar – und es spricht mich an.

Genau, Respekt ist für mich in diesem Zusammenhang gesehen, der Dialogversuch – soll heißen, das Sichzurücknehmen und wirklich zuhören.
Also jemandem-nichts-vormachen ist natürlich ein wenig aus der Luft gegriffen. Steckt eine Menge an Frust und Bedenken dahinter. Damit sind die frühen Erfahrungen gemeint, die man so macht, wenn man Bilder, Skulpturen, Installationen hervorbringt und zu spüren bekommt, dass die Bildsprache doch etwas zu verquer aus dem Wirren des eigenen Inneren herauskommt und das Monologmotiv der Werke auf Dauer einem zu wenig zu sein scheint. Da kommt man auf die Idee, den passiven Dialog zwischen Rezipienten und dem Bild an der Wand, in einen aktiven zu verwandeln. Heißt, der Rezipient wird gefragt, ob er sich vorstellen kann, in einen direkten und aktiven Dialog zu treten beim Bildherstellen. Vielleicht gibt es da bei Dir ja schon erste Einsichten durch unser Tätigwerden im dialogischen Zeichnen?

Ich persönlich finde dieses Zusammenwirken ganz großartig. Vor allem das Bildnerische ist sehr anregend!

Den schriftsprachlichen Austausch finde ich auch interessant, aber es ist die größere Herausforderung. Ähnlich wie in einem Gespräch kommen Aspekte auf, auf die sich die jeweils andere Person beziehen möchte. Das hat oft zur Folge, dass man den anderen entweder unterbricht oder vergisst, was man beisteuern wollte.

Dadurch, dass du deine Bemerkungen in meinen Text einschiebst, bleibt für mich zwar der Bezug sichtbar, aber für einen potentiellen Leser gerät mein Text etwas aus den Fugen.

Denn es fehlt daraufhin der Bezug zu deiner Anmerkung. Verstehst du, was ich meine?

Zu dumm, jetzt bringe ich dich bestimmt erneut in Versuchung, auf das oben Geschriebene zu reagieren, dabei wollte ich eigentlich noch etwas anderes ansprechen… Aber weißt du was? Ich lasse das jetzt und versuche stattdessen, mir den Punkt zu merken (nochmal auf die Entwicklung hin zum Dialogischen zu sprechen zu kommen).

versteh nur ansatzweise was Du andeuten willst.

Phase zwei: Reduktion

Nach dem Motto „weniger ist mehr“ für mehr Wechselwirkung in Theorie und Praxis.

okay – was soll oder was kann ich jetzt tun? außer in Versuchung zu kommen zu antworten?

Sollst du.

Ich selber will nicht immer so viel vom Stapel lassen (nehme manchmal durchaus viel Raum ein).

Durch Reduktion ist mehr Dialog im Sinne von Hin und Her möglich.

Ich hänge in diese Mail mal ein paar Fragen rein, die du vielleicht für ein Interview mit TIEFGANG beantworten magst.

Wollen wir unser Bild so lassen oder kommt da noch was von dir?

Die Fragen

Worum ging es dir bei dem Kunstprojekt?

Übergeordnet  ist das Dialogische das Ziel. Heißt, mich interessiert was Menschen im bildnerischen Bereich hervorbringen, wenn sie  dazu angeregt werden, miteinander austauschend zu zeichnen oder zu malen.

Würdest du sagen, es ist eher ergebnis- oder prozessorientiert?

Das Ergebnis ist natürlich wichtig bei diesem Projekt, nur ist der Prozess, die jeweilige Phase der Zusammenarbeit, das Antworten auf das soeben Erhaltene, das Verschicken an die Partnerin, den Partner,  das alles scheint fast wichtiger, denn der Prozess lässt im Detail ja erst das Dialogische erleben.

Wie kam es konkret zu den Kooperationen, d. h. an welche Personen hast du dich gewendet und was waren Kriterien dabei?

Mir war es von Anfang an nicht spannend genug monologisch Bilder herzustellen und anschließend die Betrachter mit ihnen allein zu lassen, so dass sie sozusagen einen passiven Dialog mit dem Werk beginnen mussten, wenn sie sich darauf einließen.
Mich interessierte mehr ein aktiver Dialog des Rezipienten oder Besuchers und kam dann ganz einfach auf die Idee, in einem leeren Galerieraum doch die Ausstellung mit den Besuchern selbst herzustellen. Das heißt, ich überzeugte die Besucher, dass sie selbst Kunst machen können. Das geschah damals 1976 das erste Mal.

Ich erinnere mich an eine Aussage, die du während der Vernissage zitiertest, man müsse im Dialog sein Selbst töten… Kannst du das noch einmal erläutern?

Ja, das stammt von Dieter Brüll aus „Der Anthroposophische Sozialimpuls“. Dort beschreibt er unter anderem den idealen Dialog und skizziert dabei ein Bild, das den Zuhörer sich soweit zurücknehmen lässt und sein inneres Gerede und Assoziieren einfach auszusetzen, damit er wirklich und tatsächlich geöffnet ist für das, was sein Gesprächspartner momentan äußert. Er versucht eine größtmögliche Einfühlsamkeit zu entwickeln.

Menschen verspüren meiner Erfahrung nach oft den Drang, sich mitzuteilen und überfahren dabei durchaus andere mit dem eigenen Ego. Statt echtem Austausch wird das Gegenüber dann leider zum Stichwortgeber, damit jemand seine Vorstellung durchzusetzen versucht. Was denkst du, ist der Grund dafür, dass es uns scheinbar schwer fällt, wirklich aufeinander einzugehen?

Wie schon angedeutet, das Sichzurücknehmen ist schwierig. Doch wenn man es schafft seinen inneren Dauerdialog einmal abzutöten und dem Gegenüber einmal wirklich zuzuhören, dann merkt man schon was alles anderes passiert.

Als wir unser kleines Experiment machten und im Sinne des dialogischen Austauschs ein Bild hin und her schickten, fand ich das ausgesprochen anregend. Dabei reflektierte ich auch mein eigenes Verhalten in diesem Zusammenhang.

Ist es aus deiner Sicht eine Frage des Intro- bzw. Extrovertiertseins, ob Menschen sich profilieren wollen?

Das ist eine sehr weitreichende Frage. Es läuft eigentlich immer auf dieselben Themen hinaus: Verständigungsversuch, Dialogversuch. Um ursprüngliche Formen zu betrachten, die nicht so dekadent wie unsere gesellschaftlichen Strukturen daherkommen, muss man immer wieder zu den indigenen Völkern schauen, denn dort sieht man die reineren Formen. Da geht es vornehmlich um gemeinschaftliches Vorgehen und das keineswegs unbewusst oder dumpf vor sich hin vegetierend, sondern dort ist eine Kreativität zu entdecken, von der wir uns schöne Scheiben abschneiden könnten. Begriffe wie Intro- oder Extrovertiertsein haben die garnicht in ihrem Wortschatz und brauchen sie auch nicht.

Je mehr Raum ich einnehme, desto schwieriger wird es für andere, sich einzubringen. Ist es also eine Frage der Disziplin, sich nicht zu viel herauszunehmen? Oder ist jeder Mensch selbst dafür verantwortlich, sich Freiheit einzuräumen?

Kunst muss auch Sichzurücknehmen sein, damit der andere geben kann – irgendwie ein Ausspruch, den ich vor Jahrzehnten wichtig fand und auch heute noch.

Ich bin überzeugt, guter Austausch lebt von der Balance zwischen Aktion und Resonanz. Wenn ich es richtig erinnere, ging deinem „Dialog Zeichnungen“ etwas voraus, was du als Künstler als Monolog empfunden/ bezeichnet hast.

Nachdem ich dieses neue Konzept kennenlernen durfte, bin ich überzeugt davon, dass es großes Potential für intensive Begegnung hat, mit sich selbst und anderen. Ich bedanke mich für die Erfahrung und dieses Interview!

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„Sommer im Park“ sucht Kreative! https://www.tiefgang.net/sommer-im-park-sucht-kreative/ Fri, 13 Apr 2018 22:33:08 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=3450 [...]]]> Endlich mal wieder Sommer! Endlich mal wieder Freilichtbühne! Das wär` was?!? Kommt!  – im August und auch zum Mitmachen!

Am Wochenende vom Freitag, 24. bis Sonntag, 26. August 2018 findet zum ersten Mal das Kulturfestival „Sommer im Park“ auf der Freilichtbühne im Harburger Stadtpark statt. Und Kulturschaffende sind geladen sich einzbringen. Das Bezirksamt Harburg, die Initiative SuedKultur, das Citymanagement Harburg und die Lawaetz-Stiftung im Auftrag der Lokalen Partnerschaften Harburg gehen eine neue Kooperation, um der lange wenig genutzten Freiluft-Bühne neues Leben einzuhauchen. 

In der Mitteilung heißt es:

„Für dieses einzigartige Veranstaltungswochenende suchen wir interessierte Künstlerinnen und Künstler, die Lust haben, Open-Air aufzutreten. Um für jedes Wetter gewappnet zu sein, gibt es eine neue Bühnenüberdachung, die rechtzeitig für das Kulturfestival fertigstellt werden soll.

Gesucht wird Ihre Kreativität und Ihr Talent – von Pop-, Rock- und Jazzmusik sowie Auftritten von Orchestern, Chören und Big Bands über Poetry Slam, Geschichtenerzählern und Theater bis hin zu Kurz- und Spielfilmen. Das Kulturprogramm soll zum Genießen, Feiern und Spazieren einladen. Auch Schülerbands, -theater und -tanzgruppen sind herzlich willkommen.

Lust auf die große grüne Bühne?

Dann bewerben Sie sich bis zum 04.05.2018 per Mail an: sip@sued-kultur.de (Ansprechpartner: Jürgen Havlik /SuedKultur). Die Auswahl der Künstlerinnen und Künstler erfolgt durch die Veranstalter.

Weitere Informationen finden Sie unter hamburg.de/harburg/kultur.

Geplanter Veranstaltungszeitraum:

Freitag, 24.08.2018 von ca. 18:00 bis 22:00 Uhr Samstag, 25.08.2018 von ca. 13:00 bis 22:00 Uhr Sonntag, 26.08.2018 von ca. 10:00 bis 18:00 Uhr

Die notwenige Infrastruktur und Technik stellen wir Ihnen kostenfrei zur Verfügung. Auch für die Werbung sorgen wir. Sie müssen sich nur um Ihren eigenen Auftritt kümmern.

„Sommer im Park“ ist eine Kooperationsveranstaltung von SuedKultur (freies Bündnis Kultur-schaffender des Hamburger Südens), dem Citymanagement Harburg, der Lawaetz-Stiftung im Auftrag der Lokalen Partnerschaften Harburg und Süderelbe sowie dem Bezirksamt Harburg. Die Bühnenüberdachung wird aus Mitteln des Rahmenprogramms Integrierte Stadtteilentwicklung (RISE) und des Bezirksamtes Harburg finanziert.

Hintergrund-Informationen zur Freilichtbühne

Die Freilichtbühne im barocken Stil ist im Sommer 2014 nach aufwendiger Sanierung neu eröffnet worden. Sie liegt in einer Senke unterhalb der Eichenhöhe im Westbereich des Harburger Stadtparks an der Außenmühle. Die Bühne sowie der Zuschauerbereich, der aus mit Gras bewachsenen Terrassenstufen besteht und Platz für bis zu 900 Personen bietet, sind von Hecken eingefasst.

  1. Welche Angaben sind bei der Anmeldung notwendig?
  • Name der Künstlerinnen und Künstler bzw. der Band/Gruppe
  • Kontaktperson mit Telefonnummer und E-Mail-Adresse
  • Genre/Art (Musik – Gesang, Band, Orchester, Theater, Tanz, Film…)
  • Gruppengröße
  • Benötigte technischen Voraussetzungen für den Auftritt
  • Kurzbeschreibung des Auftritts inklusive der geplanten Dauer
  • Gewünschte Zeitfenster des Auftritts (Mehrfachnennungen möglich und erwünscht):
Freitag, 24.08.2018 Samstag, 25.08.2018 Sonntag, 26.08.2018
Nachmittags 13 – 18 h Vormittags 10 – 13 h
Abends 18 – 22 h Abends 18 – 22 h Nachmittags 13 – 18 h
  • Falls Sie online vertreten sind, fügen Sie gerne einen entsprechenden Link zu einer Probe oder einem Auftritt, z.B. auf YouTube bei.
  1. Welche technischen Voraussetzungen sind gegeben?

Die notwendige Technik im üblichen Umfang wird zur Verfügung gestellt (Bühnenbeleuchtung, Lautsprecher, Verstärker, Mischpult, Mikrofone etc.). Bitte geben Sie bei der Bewerbung die technischen Voraussetzungen an, die Sie benötigen.

  1. Gibt es Verpflegung / Catering für die Künstlerinnen und Künstler?

Ja, alle Auftretenden erhalten Verzehrgutscheine, die bei den Gastronomie-Ständen vor Ort eingelöst werden können.

  1. Ist eine Aufwandsentschädigung (Spesen, Reisekosten) oder Gage vorgesehen und in welcher Höhe?

Grundsätzlich ist keine Gage vorgesehen, eine Aufwandsentschädigung kann gegebenenfalls nach Absprache ermöglicht werden. Dafür werden aber die Technik und Verzehrgutscheine gestellt sowie die Gesamtveranstaltung umfangreich beworben.

  1. Wie groß ist die Bühne?

Die Bühne ist ca. 64 qm groß. Der Untergrund besteht aus Rasen und ca. 25 m² Betonplatten im Mittelbereich der Bühne. Dieser Bereich erhält vor dem Kulturfestival noch eine Überdachung als Wetterschutz (ohne Seitenwände) und mit der Möglichkeit der Anbringung von Technik.

  1. Welche Anfahrts- und Parkmöglichkeit gibt es?

Eine Stunde vor dem jeweiligen Veranstaltungsbeginn kann die Bühne über die öffentlichen Straßen und Wege erreicht und beliefert werden. Parkplätze sind in sehr begrenztem Maße in der Umgebung vorhanden. Für alle Besucherinnen und Besucher wird die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln empfohlen. Eine Kombination aus Nutzung des Park & Ride-Parkhauses am Harburger Bahnhof und Nutzung der Buslinien 145 oder 245 bis zur Haltestelle „Rabenstein“ ist ebenfalls möglich.

  1. Wer übernimmt die Werbung und welche ist geplant?

Geplant sind Plakate und Flyer, die im Bezirk Harburg verteilt werden. Außerdem wird die Veranstaltung auf mehreren Websites (Bezirksamt Harburg, Citymanagement Harburg e.V. und SuedKultur) sowie auf Facebook veröffentlicht und beworben. Das Bezirksamt Harburg wird Presseerklärungen veröffentlichen, sodass auch Berichte in unterschiedlichen Print- und Online-medien wahrscheinlich sind.

  1. Wer ist Ansprechpartner?

Die zuständige Person vor Ort wird den teilnehmenden Künstlerinnen und Künstlern rechtzeitig mitgeteilt.

Bei weiteren Fragen zum Aufruf können Sie sich an Jürgen Havlik unter sip@sued-kultur.de wenden.“

 

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„Alles wird schön“ https://www.tiefgang.net/alles-wird-schoen/ Fri, 01 Dec 2017 23:09:48 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=2561 [...]]]> In Heimfeld fanden sich 1992 einige Kunst- und Kulturinteressierte zusammen und legten den Grundstein eines kreativen Idylls. Grund zum Feiern.

Seit 25 Jahren ist auf knapp 50 Quadratmetern in der Heimfelder Friedrich-Naumann-Str. 27 ein der Kunst- und Kulturverein mit vielfältigen Angeboten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene aktiv und hatte sich selbst das Ziel zum Namen gemacht: „Alles wird schön“ (kurz ´aws`). Seither ist er ganz wesentlich an der kulturellen Entwicklung des Stadtteils Heimfeld und des Bezirks Harburg beteiligt. Der Verein gehört dem Dachverband Stadtkultur Hamburg an und wird seit 1994 sogar institutionell gefördert. Wenn auch in äußerst knappem Maße.

Die Schwerpunkte des Vereins liegen in der Förderung und Vermittlung von Kunst, Kultur und Teilhabe, so ist auf der Website zu lesen. „Wir unterstützen Menschen bei der Planung von Projekten und bieten Beratung an. Unsere Vereinsräume stehen grundsätzlich für jeden offen“, so „Vereins-Obermeier“ Jürgen Havlik. Und die Angebote von „Alles wird schön“ sind überwiegend künstlerisch-kreativer Art und derweil zu relevanten Projekten gewachsen.

Am 16.Dezember 1992 gründete sich die Interessengemeinschaft mit der inhaltlichen Ausrichtung der Kunst- und Kulturförderung und die Angebote und Aktivitäten erstrecken sich von Kursen und Workshops über Kinderatelier, Schreibwerkstatt, Ausstellungen, Veranstaltungen bis hin zur Realisation von Projekten. 

„Platz ist in der kleinsten Hütte“

Neben zahlreichen Angeboten – Lesungen, Theater- und Musik Workshops und Projekten etc. – entstanden Formate, wie das Kinderatelier, die Schreibwerkstatt und der erste aber hamburgweit legendär gewordene Poetry -Slam „Heimfeld ist Reimfeld“. „Aufgrund der Raumgröße der Vereinsräume, bleibt häufig nichts anderes übrig als zunehmend „Open Air“ Veranstaltungen durchzuführen, Leerstände zu bespielen oder andere Räumlichkeiten zu nutzen, was durchaus sehr aufwendig sein kann, aber auch als Hinweis verstanden werden kann, dass mehr Raum, auch mehr Angebot bzw. Möglichkeiten bieten kann, für Kunst, Kultur und Teilhabe“, so „Mr. Aws“ Jürgen Havlik.

Kunst der Kinder.

„Wir sind auf vielen Ebenen der Kunst und Kultur aktiv, z,B. als Mitgründer und Unterstützer von „SuedKultur“. Wir organisierten drei Jahre den jährlich ausgeschriebenen Harburger Jugendkulturpreis. Unsere Ausstellungen bilden ein breites Spektrum aktueller Kunst ab. Wir arbeiten an einem Kunst- und Künstleraustauschprojekt mit Künstler*Innen aus Kolumbien zusammen. Hinzugekommen sind Projekte mit Migrant*Innen, sowie Improvisationstheater und die aus der Schreibwerkstatt hervorgegangene Initiative und Gründung des „awsLiteratur“ -Verlages. Und wir haben auch in Zukunft vor, künstlerisch, kreativ zu arbeiten und gleichermaßen anspruchsvoll, niedrigschwellige und auch elitäre Veranstaltungen, Workshops und Projekte zu realisieren.“

Aktuelle Projekte

 „Culture dialogue“ etwa ist eine Gruppe von Künstlerinnen, Künstlern und Kulturinteressierten, die mit dem Kunst- und Kulturverein „Alles wird schön“ e.V. in Heimfeld gerade zusammenarbeitet. Gemeinsam realisiert sie ein Kunstprojekt mit Geflüchteten, in dem die Beteiligten mehr von ihrer Kultur kennenlernen und gespannt in einen Dialog treten, aus dem sich dann künstlerische Prozesse ergeben.

Kreative Kommunikation

„Da Sprache nicht das einzige Verständigungsmittel zwischen den Kulturen ist, wollen wir die Möglichkeiten der Kunst als Ausdrucksform und Begegnung wählen, z.B. Malerei, Fotografie, Video, Musik, Tanz etc. Wir können in diesem Projekt von- und miteinander Lernen. Zum Abschluss wird es eine Ausstellung / Aufführung der Arbeiten und Dokumentation des gemeinsamen Projektes geben. Material wird von uns gestellt. Frauen und Männer sind herzlich willkommen mitzumachen. Es entstehen euch dabei keinerlei Kosten oder Verpflichtungen“, liest man auf der website.

Die Schreibwerkstatt Harburg im aws findet unter der Leitung der Journalistin Kerstin Brockmann – alle 14 Tage am Dienstag um 19 Uhr –  statt. Wer Interesse am Schreiben hat, ist herzlich willkommen – auch ohne Anmeldung.
www.schreibwerkstatt-harburg.de

Daraus wiederum ist nun AWS-Literatur entstanden. Der neue vereinseigene Verlag von Alles wird schön e.V.. Autor Wilfried Abels und sein Team bringen Bücher aller Art heraus, hauptsächlich von Leuten im Vereinsumfeld. Wer einen Roman, Kurzgeschichten oder ein Sachbuch herausbringen oder vielleicht Bilder und Kunstwerke katalogisieren will, kann dies hier – i.d.R. kostenfrei – tun. www.aws-literatur.de

Der „Trommeltreff“ ist jeden Mittwoch um 19 Uhr eine feste Institution geworden. Wer Lust auf Trommeln, Cajonspielen und Lernen hat, der sollte sich anmelden oder einfach vorbeikommen. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich und kosten tut es auch nichts. Instrumente sind vorhanden.

Trommeln auf der Cajun

Und auch Kinderatelier unter Anleitung der bekannten Künstlerin Andrea Rausch gibt es. Jeweils am Donnerstag von 15-15.55 Uhr für Kinder von 4-6 Jahren und von 16-17 Uhr für Kinder von 7-10 Jahren. Die Teilnahme ist kostenlos ! Malen, basteln mit allen verfügbaren Materialien, Tonarbeiten u.v.m. malrausch-Website

Und nun wird gefeiert – mit einem bunten Programm, das urtypisch für die Schönheit des Südens ist.

25 Jahre Alles wird schön e.V. am Freitag, 15. Dez. 2017 ab 15 Uhr.

Um 15 Uhr wird eine Vertretung des Bezirksamts Harburg einige Grußworte sprechen und dann  Jürgen Havlik einen Ausblick von „Alles wird schön e.V.“ in die Zukunft wagen. Parallel ist eine Ausstellungsretrospektive und auch eine im Kinderatelier zu sehen. Ein Imbiss und Getränke stehen bereit. Um 17 Uhr dann Pflanzenmusik als KlangCollage von Künstler Harald Finke und Jürgen Havlik, 19 Uhr RÖMERROK – ein Duo um Anne Römer (Gesang) und Viktoria Rok (Klavier). Um 20 Uhr spielt das Chad Popple Trio um Bernd Reincke (Saxophon), Jan  Gospodinow (Trompete) und Chad Popple (Schlagzeug) Free Jazz. Und ab 21 Uhr gibt es DJs, Party und Tanz… Open end und Eintritt frei.

Ort des Geschehens: Alles wird schön e.V. Kunst und Kultur, Friedrich-Naumann-Str. 27, 21075 Hamburg, Tel.: 040 / 7666 049, Mail:  info(at)alleswirdschoen.de, alles-wird-schoen-e-v.de. Bürozeiten: Di. – Fr. 14 – 18 Uhr oder nach Vereinbarung

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