künstliche Intelligenz – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Fri, 16 May 2025 14:45:09 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.3 Hamburg setzt auf KI https://www.tiefgang.net/hamburg-setzt-auf-ki/ Fri, 23 May 2025 22:13:48 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=11784 [...]]]>

Mit „AIM Leaders“ will sich Hamburg als zentraler Hub für KI in der Medien- und Digitalbranche etablieren.

Die Räumlichkeiten waren voller Spannung, als die Hamburg Kreativ Gesellschaft und die Kulturbehörde diese Woche zur Pressekonferenz riefen. Im Fokus stand die Ankündigung eines neuen Veranstaltungsformats, das die Medien- und Digitalbranche aufmischen soll: Die „AIM Leaders“ Konferenz, so der vielversprechende Titel, soll erstmals Entscheider aus den unterschiedlichsten Bereichen zusammenbringen, um über die Zukunft der Künstlichen Intelligenz zu diskutieren.

„Hamburg gehört zu den führenden Standorten für Medien- und Digital-Innovationen in Europa“, betonte Hamburgs Senator für Kultur und Medien, Dr. Carsten Brosda, in seiner Eröffnungsrede. „Mit den AIM Leaders können wir aus Hamburg heraus den Austausch führender Köpfe zur Künstlichen Intelligenz stärken und gemeinsam Entwicklungen voranbringen.“

Die Dringlichkeit des Themas ist unbestritten. Künstliche Intelligenz verändert grundlegend die Prozesse, Geschäftsmodelle und Wertschöpfungsketten in der Medien- und Digitalbranche. Die neue Konferenz soll dabei helfen, diese Transformation verantwortungsbewusst und zukunftsorientiert zu gestalten.

Dr. Nina Klaß, Leiterin von nextMedia.Hamburg, hob hervor, dass „die Medien- und Digitalwirtschaft vor komplexen Herausforderungen steht, die nur gemeinsam lösbar sind“. „Mit AIM Leaders bringen wir diejenigen zusammen, die jetzt die entscheidenden Weichen für die Zukunft stellen – und die das Potenzial von Kooperation über Branchengrenzen hinweg erkennen“, fügte sie hinzu.

Die „AIM Leaders“ Konferenz, die am 27. November 2025 im Mojo Club stattfinden soll, positioniert sich als erste Konferenz im DACH-Raum, die sich explizit mit dem Thema Künstliche Intelligenz in der Medien- und Digitalwirtschaft auseinandersetzt. Doch sie will nicht nur ein Ort des Austauschs sein, sondern auch ein branchenübergreifendes Netzwerk für Führungskräfte schaffen.

Um die Inhalte der Konferenz so praxisnah und bedarfsorientiert wie möglich zu gestalten, sind zahlreiche Partner aus der Medien- und Digitalwirtschaft in die Entwicklung eingebunden. Namen wie Bauer Media Group, RTL Deutschland und Spiegel-Verlag unterstreichen die Bedeutung des Events. Auch das ARIC (Artificial Intelligence Center Hamburg) und die MOIN Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein unterstützen die Konferenz.

Das Programm der Konferenz, an dem auch brand eins mit seiner Wirtschafts- und KI-Expertise mitwirkt, wird die aktuellen Bedürfnisse und Herausforderungen der Branche im Umgang mit Künstlicher Intelligenz in den Fokus rücken. Von Geschäftsmodellen über strategische KI-Implementierung bis hin zu regulatorischen Fragen soll ein breites Spektrum abgedeckt werden.

Die Wahl des Mojo Clubs als Veranstaltungsort ist kein Zufall. Hier, wo Wirtschaft und Kreativität aufeinandertreffen, soll die Konferenz neue Impulse setzen und den Austausch zwischen den verschiedenen Akteuren der Branche fördern.

Mit „AIM Leaders“ will sich Hamburg als zentraler Hub für KI in der Medien- und Digitalbranche etablieren. Die Hansestadt, so der Tenor der Pressekonferenz, vereint wie kaum eine andere Stadt Kreativität, mediale Vielfalt und technologische Kompetenz.

 

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Wer eigentlich ist ChatGPT? https://www.tiefgang.net/wer-eigentlich-ist-chatgpt/ Fri, 24 Feb 2023 23:38:14 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9746 [...]]]> Künstliche Intelligenz ist in aller Munde – erst recht, seit ChatGPT online ist. Aber was hat es damit auf sich? Wir haben die KI mal selbst befragt …

Seit einigen Wochen dreht sich vieles um ChatGPT – eine Software, die aktuell und kostenfrei unter https://chat.openai.com/chat genutzt werden. Einfach einmal registrieren und – so die Serverkapazitäten es erlauben – los geht´s. Es ist vor allem ein Sprachprogramm und beschreibt sich selbst: „ChatGPT wurde entwickelt, um eine natürlichere und effektivere Art der Interaktion zwischen Mensch und Maschine zu ermöglichen. Als ein großes Sprachmodell ist ChatGPT darauf trainiert, menschenähnliche Konversationen zu führen und eine Vielzahl von Themen und Anfragen zu verstehen und zu beantworten. Dadurch kann ChatGPT in vielen Bereichen eingesetzt werden, wie zum Beispiel im Kundenservice, im Bildungs- und Trainingsbereich, bei der Personalisierung von Empfehlungen und vielem mehr. Durch die Verwendung von ChatGPT können Unternehmen und Organisationen menschenähnliche Interaktionen mit ihren Kunden oder Benutzern anbieten, um eine bessere Nutzererfahrung und Kundenzufriedenheit zu erreichen.“

Das geht erstaunlich schnell und vor allem sprachlich ungewohnt gut. Im Dialog mit der Maschine menschelt es sogar ein wenig. Doch natürlich wirft die simulierte Intelligenz auch jede Menge Fragen auf. Und wer könnte einem besser Auskunft geben, als die, um die es geht – die Maschine? Also haben wir gefragt, oder besser wir haben gebeten, uns selbst ein Interview mit ihr zu schreiben. Hier das Ergebnis.

Tiefgang: Hallo ChatGPT, vielen Dank, dass Sie sich die Zeit nehmen, um mit uns über das Thema künstliche Intelligenz zu sprechen. Wie sehen Sie die Auswirkungen von KI auf unsere Arbeitsplätze und Berufsgruppen?

ChatGPT: Hallo Tiefgang, es ist mein Vergnügen, hier zu sein und über dieses Thema zu sprechen. KI wird zweifellos Auswirkungen auf viele Arbeitsplätze und Berufsgruppen haben. Es gibt bestimmte Branchen und Aufgabenbereiche, die besonders von der Automatisierung durch KI betroffen sein könnten, wie zum Beispiel Produktion und Fertigung, Logistik und Transport, Verwaltung und Büroarbeit sowie das Finanzwesen.

Tiefgang: Das klingt nach einer beträchtlichen Veränderung der Arbeitswelt. Welche Berufsgruppen sind am ehesten durch die Automatisierung durch KI bedroht?

ChatGPT: Es gibt keine klare Antwort auf diese Frage, da es von vielen Faktoren abhängt. In der Regel sind jedoch Jobs gefährdet, die vorwiegend repetitive oder routinemäßige Aufgaben erfordern, während Jobs, die eine hohe Kreativität, soziale Kompetenz oder komplexe Problemlösung erfordern, wahrscheinlich weniger gefährdet sind.

Tiefgang: Was sind die Vor- und Nachteile der Automatisierung durch KI für die Gesellschaft?

ChatGPT: Zu den Vorteilen gehören eine höhere Effizienz, niedrigere Kosten und die Möglichkeit, gefährliche oder unangenehme Aufgaben zu automatisieren. Gleichzeitig gibt es jedoch auch Nachteile, wie z.B. den Verlust von Arbeitsplätzen, die Notwendigkeit, Mitarbeiter umzuschulen, um sich an die neuen Arbeitsbedingungen anzupassen, und ethische Fragen im Zusammenhang mit der Verwendung von KI-Systemen.

Tiefgang: Und welche Berufsgruppen könnten von dieser Veränderung profitieren?

ChatGPT: Es ist durchaus möglich, dass neue Arbeitsplätze und Berufsgruppen entstehen werden, die auf die Entwicklung, Implementierung und Überwachung von KI-Systemen spezialisiert sind. Es kann auch sein, dass menschliche Arbeitskräfte in der Lage sein werden, Aufgaben auszuführen, die KI-Systeme nicht bewältigen können, wie z.B. komplexe Problemlösungen, kreative Arbeit oder soziale Interaktionen.

Tiefgang: Vielen Dank, ChatGPT, für Ihre Einblicke in dieses wichtige Thema. Es wird interessant sein zu beobachten, wie sich die Arbeitswelt in den kommenden Jahren verändern wird.

ChatGPT: Ja, auf jeden Fall. Vielen Dank, dass Sie mich eingeladen haben.

(das Interview für Tiefgang führte ChatGPT selbst am 22. Feb. 2023. Das Foto zum Interview generierte die dazu gehörige Bild-KI DALL-E2)

 

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Gibt es künstliche Kunst? https://www.tiefgang.net/gibt-es-kuenstliche-kunst/ Fri, 26 Jun 2020 22:43:19 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=7042 [...]]]> Sensoren, Social Bots und Algorithmen bestimmen zunehmend unser Tun und Schaffen. Was macht es mit und was können wir mit ihnen machen? Kunst kann Antworten geben.

Der Fonds Darstellende Künste hat daher nun ein Sonderförderprogramm entworfen, das Projektvorhaben in den diversen Feldern der Darstellenden Künste unterstützt, die sich mit eben Künstlicher Intelligenz auseinandersetzen.

Die Zielgruppe des Fonds sind Freie Darstellende Künste: Tanz, Theater, Performance, frei produzierende Künstler*innen und Ensembles, die bundesweit bzw. bundesländerübergreifend agieren sowie langjährige Arbeitserfahrungen mit ästhetischen Formaten vorweisen können und sich 2020/21 mit dem Thema KI im Sinne der Ausschreibung beschäftigen.

Gesucht werden konzeptionell wie ästhetisch bemerkenswerte Vorhaben sowie die Bereitschaft zum Wissenstransfer im Rahmen von Austausch wie auf einem vom Fonds geplanten Symposium.

Die Künste des Theaters und des Tanzes stehen – wie viele andere Bereiche – in der Welt der autonom lernenden und handelnden Dinge vor einer bisher kaum durchdrungenen Erweiterung des Schaffensprozesses: Wahrnehmung durch Sensoren, Narrative durch Social Bots und Entscheidungen durch Algorithmen. Kommt also Kunst ohne Kreation? Leben befreit von Arbeit? Das transhumane Zeitalter?

 

Thematischer Aufriss des Sonderprogramms

Die in Paris lebenden Künstler Hugo Caselles-Dupré, Pierre Fautrel und Gauthier Vernier hatten 2018 ein Computerprogramm mit tausenden Porträts gefüttert und es so die Grundprinzipien von Ästhetik »gelehrt«. Am 25. Oktober 2018 verkaufte das Auktionshaus Christie’s in New York erstmals ein mittels künstlicher Intelligenz (KI) produziertes Kunstwerk – für mehr als 380 000 Euro. Das Gemälde mit dem Titel »Portrait of Edmond Belamy« ist Teil einer neuen Kunstform, die durch maschinelles Lernen entsteht. „Das Gemälde ist nicht das Produkt eines menschlichen Geistes“, stand in der Beschreibung von Christie’s. „Es wurde von künstlicher Intelligenz geschaffen, einem Algorithmus, der durch eine algebraische Formel definiert ist.“ Wenn ein Computerprogramm eigenständig Bilder erzeugt, kann man das Ergebnis dann als Kunst bezeichnen?

Es ist eine der zentralen Fragen der Kunst, die hier unter dem Aspekt der KI neu verhandelt wird: die des künstlerischen Schaffens. Gleichsam ist der Schaffensprozess, genau wie der Werkbegriff, in der Kunst seit jeher dem gesellschaftlichen Wandel unterworfen und immer wieder neu im jeweiligen zeitgenössischen Kontext zu betrachten.

Mit dem autonomen Erschaffen von Kunstwerken verbinden sich, neben der Frage nach der Überwindung oder dem Abschied eines durch die Vernunft – und auch Unvernunft – des Menschen bestimmten Kreationsprozesses, natürlich auch die weit über die Kunst hinausweisenden Fragen nach den Möglichkeiten, der Verantwortlichkeit und damit auch den Grenzen der nicht humanoiden Entwicklungen in Kunst, Technik, Politik, Wirtschaft, Mobilität, Medien und vielen Sektoren mehr: Selbstfahrende Autos, autonome Pflegebots oder [(un-) demokratische] Teilhabe von zigtausenden von Bots in den sozialen Netzwerken – die Liste der bereits gegenwärtigen und kommenden Bereiche, in denen Künstliche Intelligenzen wirken, wird immer umfassender.

Wie beeinflusst aber KI die Kunst – und die Darstellende Kunst im Besonderen? Ist sie Innovationstreiber oder Schreckensbild dystopischer Szenarien? Macht Künstliche Intelligenz Künstler*innen überflüssig? Oder ist das genaue Gegenteil der Fall?

Und vor allem: Beeinflusst die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz unser Verständnis von Autonomie? Wer trifft in Zukunft beispielsweise ästhetische oder politische Entscheidungen – und ist gerade die Frage nach Autonomie nicht seit längerem eine der wesentlichen im Diskurs der Darstellenden Künste? Wer entscheidet im Theaterraum was gezeigt und was gesagt wird? Wie wird der Blick der Zuschauenden gelenkt und von wem? Ist die Kunst frei – und sind Künstler*innen autonom?

Von Künstlicher Intelligenz geprägte Robotik verändert z.B. Puppenspiel und Tanz. Auf den Bühnen regelmäßig verhandelte und die Darstellenden Künste in Theorie und Praxis prägende Literaturstoffe wie „Der Sandmann“ – die immer menschenähnlichere Maschine – erscheinen aktueller denn je. KI’s: Sie komponieren bereits, sie malen, sie gestalten.

Sind also auch die sinnlichen Erfahrungen, die Diskursräume oder die Entscheidung, wann der Vorhang fällt, zukünftig Hoheitsgebiete der Maschinen? Und sind dystopische Szenarien für Gesellschaft wie Kunst in Anbetracht drohenden Autonomieverlusts durch neue digitale Entscheidungsträger überhaupt angebracht? Oder geht es, wie während aller wissenschaftlichen Umbruchsphasen der Geschichte, eben schlicht darum, sich zu und mit den technischen Neuerungen zu verhalten – auch in der Darstellenden Kunst?

Der Fonds Darstellende Künste entwirft ein Sonderförderprogramm gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, das Projektvorhaben in den diversen Feldern der Darstellenden Künste unterstützt, die sich mit Künstlicher Intelligenz auseinandersetzen.

Förderungen durch das Sonderprogramm AUTONOM

ZIELGRUPPE:

Freie Darstellende Künste. Tanz, Theater, Performance, frei produzierende Künstler*innen und Ensembles, die bundesweit bzw. bundesländerübergreifend agieren sowie langjährige Arbeitserfahrungen mit ästhetischen Formaten vorweisen können und sich in den Jahren 2020-2022 mit dem Thema KI im Sinne der Ausschreibung beschäftigen.

VORAUSSETZUNGEN:

Konzeptionell wie ästhetisch bemerkenswerte Vorhaben. Bereitschaft zum Wissenstransfer im Rahmen von Austausch wie auf einem vom Fonds geplanten Symposium. Kofinanzierung von min. 50% der Fördersumme des Fonds aus weiteren öffentlichen Mitteln. Premiere bis Ende März 2022, vier weitere Aufführungen oder Gastspiele. Vorhaben, die Kollaborationen mit anderen Antragstellenden des Sonderprogramms AUTONOM herstellen, sind erwünscht.

FRISTEN:

  • Antragsfristen zum 1. September 2020 und zum 1. Februar 2021
  • Zeitraum für die Realisierung September 2020 bis März 2022

ANTRAGSTELLUNG:

  • ab Mitte Februar über die Online-Antragstellung des Fonds möglich
  • Antragssumme in Höhe von 30.000€ bis 60.000€ (in begründeten Ausnahmen bis 80.000€)
  • Kofinanzierungsanteil: 50% der Antragssumme aus bundesdeutschen öffentlichen Mitteln
  • Gesicherte Gesamtkosten (einschließlich der beantragten Förderung beim Fonds) von 75% des Gesamtvolumens.
  • Beitrag des Fonds als Festbetragsfinanzierung

Für ausführliche Informationen lesen Sie bitte die Regularien.

Anträge in diesem Programm können jetzt hier online eingereicht werden.

Bewerbungsschluss ist am 1. September 2020.

Weiterführende Infos: fonds-daku.de/sonderprogramm

 

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Wer arbeitet für wen? https://www.tiefgang.net/wer-arbeitet-fuer-wen/ Fri, 02 Nov 2018 23:10:44 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=4429 [...]]]> „Künstliche Intelligenz“ sei das nächste große Ding, prophezeien viele Technik-Freaks. Aber macht  sie die Arbeit sinnvoller, leichter oder ersetzt sie uns? Das Museum der Arbeit sucht Antworten.

In der Mitteilung der Stiftung Historische Museen Hamburg heißt es:

„Die Arbeitswelt der letzten Jahrzehnte war bereits von vielfältigen Prozessen der Automatisierung geprägt. Mit der Digitalisierung halten nun auch Algorithmen, Robotersysteme und künstliche Intelligenzen Einzug in mehr und mehr Bereiche unserer Arbeit. Die damit verbundenen Prognosen für die Zukunft der Arbeit führen zu Diskussionen über das Pro und Contra dieser Veränderungen.

Für manche stellt das Modell „Arbeit 4.0“ eine radikale und unabwendbare Bedrohung breiter Berufsfelder dar, für andere liegt in der zunehmenden Automatisierung keineswegs ein blinder Automatismus, sie plädieren vielmehr für eine aktive Gestaltung einer neuen Arbeitswelt, bei der gesellschaftliche, politische und soziale Lösungen mitgedacht werden müssen. Was machen wir also, wenn zukünftig Roboter und Künstliche Intelligenzen (KI) große Teile unserer Arbeit erledigen? Lassen wir die Arbeitswelt, wie wir sie kennen, für immer hinter uns und finden wir neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine? Beschert uns die zunehmende Automatisierung und Digitalisierung ein freieres und selbstbestimmteres Arbeiten oder bedrohen die prognostizierten Szenarien unser Verständnis vom existenzsichernden und sinngebenden Arbeitsleben?

Die Sonderausstellung „Out of Office“, die im Museum der Arbeit in Zusammenarbeit mit dem Bucerius Lab der ZEIT-Stiftung ab 7. November 2018 zu erleben ist, setzt sich mit diesen Zukunftsfragen auf interaktive Weise auseinander. An elf thematisch spezifizierten Stationen wird den Besuchern gezeigt, welche fundamentalen Umbrüche durch Roboter und Künstliche Intelligenz in der Arbeitswelt bereits stattfinden und welche uns unter Umständen noch bevorstehen. Vor dem Hintergrund des gegenwärtigen Wandels der Arbeitswelt bzw. der Prognosen und Visionen von zukünftigen Prozessen diskutiert die Ausstellung zusammen mit den Besuchern, wie wir als Gesellschaft mit den kommenden Veränderungen umgehen wollen, welche Chancen wir ergreifen können und mit welchen Risiken wir uns befassen müssen.

Grafik: MdA

Ziel der Ausstellung ist es, die Dimension der mit der Digitalisierung der Arbeitswelt verbundenen Veränderungen zu erkunden und den Besuchern eine Orientierung in der aktuellen Diskussion zu geben. Dabei möchte die Ausstellung zum einen für die Frage sensibilisieren, was wir eigentlich unter „Arbeit“ verstehen, und zum anderen Wissen darüber vermitteln, wovon wir eigentlich reden, wenn wir Schlagwörter wie „KI“ oder „Robotik“ benutzen. Anhand von Animationen, Info-Grafiken, Experten-Interviews, Filmsimulationen, Virtual-Reality-Stationen, den kreativen Ergebnissen einer KI und natürlich von Robotern möchte die Ausstellung zur Diskussion einladen, welche Möglichkeiten der Zukunftsgestaltung von verschiedenen Akteuren ins Spiel gebracht werden. In einem partizipativen Forum werden die Besucher dazu eingeladen, an Touch-Screens ihren individuellen Blick auf die Zukunft der Arbeit zu gestalten und zu bewerten.

OUT OF OFFICE

Ein Ausstellungsprojekt des Museums der Arbeit und des Bucerius Lab der ZEIT-Stiftung.
Dauer: 07.11.2018 – 19.05.2019 während der Öffnungszeiten des Museums.
Eröffnungsfestival zur Ausstellung: Warum arbeiten Sie noch?
am Samstag,  dem 10. November 2018 von 11 bis 20 Uhr, Eintritt frei.
mit Kuratorenführungen, Vorträgen, Workshops, Diskussionsrunden, Filmen und mehr.

Museum der Arbeit, Wiesendamm 3, 22305 Hamburg, direkt am U-/S-Bahnhof Barmbek

Quelle: Stiftung Historische Museen Hamburg

 

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Der Speicher für Kreatives https://www.tiefgang.net/der-speicher-fuer-kreatives/ Fri, 22 Jun 2018 22:40:53 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=3774 [...]]]> Die Hamburger Speicherstadt ist längst nicht mehr nur dem Handel vorbehalten. Jetzt wurde gar ein rein kreativer Ort geschaffen: M28!

In der Pressemitteilung der Behörde für Kultur und Medien heißt es:

„Mit der Fertigstellung der Sanierungsarbeiten im Speicherblock M28 in der historischen Speicherstadt durch die Hamburger Hafen und Logistik AG fällt der Startschuss für ein neues Zentrum für Hamburgs Kultur- und Kreativwirtschaft. Als Hauptmieterin übergibt die Hamburg Kreativ Gesellschaft das Erdgeschoss und sechs weitere Böden des Speicherblocks mit insgesamt rund 4.200 Quadratmetern an ihre Mieter. In den kommenden Wochen entstehen dort unter anderem Studios für Musik- und Tonproduktionen sowie Künstler- und Kreativateliers. Mehr als drei Böden stehen dabei für Projekte aus dem Bereich der Virtual-Reality-Technologie (VR) zur Verfügung. Dort entstehen unter anderem Arbeits- und Präsentationsräume mehrerer Soft- und Hardwareproduzenten sowie ein VR-Forschungs- und Transferzentrum der Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW).

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Innovative Ideen und kreative Konzepte brauchen den nötigen Raum, um sich entwickeln zu können – der Kreativspeicher M28 schafft hierfür ideale Voraussetzungen. Die vielfältigen Arbeitsbereiche der Untermieter von Malerei über Fotografie und Film bis zu Virtual Reality zeugen von der Bandbreite der Kunst- und Kreativszene in Hamburg. Die Übergabe von M28 an die Hamburg Kreativ Gesellschaft ist ein weiterer wichtiger Baustein, mit dem die Kunst und Kreativwirtschaft zu einem immer wichtigeren Teil der Speicherstadt wird. Für die Kulturstadt Hamburg ist dieser Ort des kreativen Schaffens und Miteinanders ein großer Gewinn.“

Dr. Roland Lappin, Vorstandsmitglied der Hamburger Hafen und Logistik AG: „Ideen brauchen Orte, an denen sie sich entfalten können. Die Speicherstadt war zu allen Zeiten ein Platz für Neues. Deshalb passt das Projekt der Hamburg Kreativ Gesellschaft in den von der HHLA hergerichteten Speicher M28. Nach der denkmalgerechten Sanierung sind Räume entstanden, in denen Inspiration und Kreativität ein Zuhause finden sollen. Wir wünschen den neuen Mietern viel Erfolg und freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit.“

Egbert Rühl, Geschäftsführer der Hamburg Kreativ Gesellschaft: „Wir freuen uns sehr, dass mit der Umsetzung der ersten Phase der kulturellen und kreativwirtschaftlichen Belebung der historischen Speicherstadt sich die Erkenntnis manifestiert, dass die Kreativwirtschaft, ihrer Bedeutung und ihren Potenzialen entsprechend, selbstverständlich auch in die innere Stadt und die Premiumlagen gehört.“

Die HHLA hat als Eigentümerin den Speicherblock M28 für seine zukünftige Nutzung aufwendig saniert. Dafür wurde das Gebäude energetisch gedämmt. Das Mansardendach wurde in Kupfer eingedeckt, Fenster und charakteristische Lukentüren denkmalgerecht saniert oder erneuert. Es sind moderne Sanitärräume und Pantries entstanden. Zudem wurde die gesamte Gebäudetechnik auf den aktuellen Stand gebracht. Ein neues Treppenhaus mit Aufzügen gewährleistet einen barrierefreien Zugang. Viele Details wie die historische Beschilderung, alte Fenstergitter und Handläufe hat die HHLA im Original erhalten. Der Kreativspeicher M28 zeichnet sich durch seinen einzigartigen Loftcharakter aus, der einen reizvollen Kontrast zwischen Alt und Neu bietet.

In einem unbefristeten Mietvertrag übernimmt die Hamburg Kreativ Gesellschaft die Flächen zur etagenweisen Weitervermietung an Kreativschaffende. Alle Mieter und Nutzer des Speichers M28 wurden im Rahmen eines Interessensbekundungsverfahrens ermittelt und von einer fachkundigen Jury ausgewählt.

Einen Schwerpunkt in der Belegung des Speichers M28 bildet die Virtual-Reality-Technologie. Mit dem Virtual Reality Head Quarter (VRHQ), das auf drei Böden vertreten sein wird, entsteht ein Ort, an dem sich Menschen mit modernen VR-Anwendungen beschäftigen und sich offen mit anderen Interessierten austauschen können. Die Initiatoren des VRHQ, die vier Hamburger Start-ups Noys VR, Spice VR, Spherie und VR Nerds, richten im Kreativspeicher Am Sandtorkai eine gemeinsame Arbeits- und Ausstellungsfläche ein, auf der sie neue Anwendungsgebiete für VR erschließen und publikumswirksam einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen.

Ergänzt wird dieser Schwerpunkt durch das Forschungs- und Transferzentrum Digital Reality der Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg. Studierende und Absolventen aus unterschiedlichen Disziplinen (Games, Künstliche Intelligenz, 3D-Tongestaltung, User Interface und User Experience Design, Human Machine Interaction, Design, Netzwerktechnik, Datenbanken, Illustration, 3D-Modellierung, Reality Capture, Animation und Storytelling) können hier an neuen Virtual-Reality-, Augmented-Reality- oder Mixed-Reality-Anwendungen arbeiten, die sowohl der Wissenschaft als auch der Wirtschaft zur Verfügung gestellt werden sollen.

Die weiteren Böden werden unter anderem von Studiogemeinschaften zur Design-, Film- und Musikproduktion (XYZ Space) und jungen Labels für nachhaltiges Modedesign (Jan’n June) belegt sowie als Ateliers und Arbeitsplätze für Kreativschaffende der Sparten Grafik, Illustration, Malerei, Bildhauerei und Fotografie, Architektur, Objektbau und Film genutzt.

Mit dem Kreativspeicher M28 wird der erste Teilabschnitt der 2012 im Senat beschlossenen 10.000 Quadratmeter für Kultur und kreativwirtschaftliche Nutzung in der Speicherstadt verwirklicht.

Weitere Fakten zum Projekt sowie ausführlichere Projektbeschreibungen mit Web-Links zu den einzelnen Mietern finden Sie im Anhang. Bildmaterial ist auf Anfrage verfügbar.“

Quelle: www.hamburg.de/bkm

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The Art of Siri & Alexa https://www.tiefgang.net/the-art-of-siri-alexa/ Fri, 08 Jun 2018 22:04:53 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=3730 [...]]]> Wenn die Maschine zum Schöpfer wird – was bedeutet das eigentlich? Eine Ausstellung im Düsseldorfer NRW-Forum widmet sich dem Thema mal gänzlich anders.

Die Ausstellung „PENDORAN VINCI. Kunst und künstliche Intelligenz heute“, die an diesem Wochenende eröffnete, präsentiert internationale künstlerische Positionen, die die aktuellen Entwicklungen künstlicher Intelligenz untersuchen. Im Ankündigungstext heißt es:

„Künstliche Intelligenz (KI) bestimmt einen Großteil unseres täglichen Lebens. Wir sprechen mit Siri, Alexa oder Google, um uns nach dem Wetter zu erkundigen oder eine Nachricht zu versenden. Gesichtserkennungssysteme registrieren uns in sozialen Medien oder auf öffentlichen Plätzen. Humanoide Roboter begegnen uns in Hotel Lobbys oder in der Altenpflege. Wir sind längst umgeben von künstlicher Intelligenz. Sie generiert sogar Ausstellungstitel für uns.

Bisher dient künstliche Intelligenz vor allem dazu, unser Leben zu erleichtern. Sie assistiert und hilft uns, statt ein autonomes Individuum zu sein, wie die Science-Fiction-Androiden C-3PO in Star Wars oder Ava in dem Film Ex Machina (2015). Die Ausstellung „PENDORAN VINCI. Kunst und künstliche Intelligenz heute“ beleuchtet die aktuellen Entwicklungen von KI und fragt, wie sie unsere Gesellschaft mit formt und unser tägliches Leben beeinflusst. Die zeitgenössischen KünstlerInnen Nora Al-Badri & Jan Nikolai Nelles (DE), Jonas Blume (DE), Justine Emard (FR), Carla Gannis (US), Sofian Audry & Erin Gee (CAN), Liat Grayver (ISR/DE), Faith Holland (US), Tuomas A. Laitinen (FI) und William Latham (UK) untersuchen, wie Mensch und KI interagieren und welche Effekte KI auf unser Verhalten und unsere sozialen Strukturen hat. Sie hinterfragen, wie künstliche Intelligenz kreative Aufgaben wie das Erschaffen von Kunstwerken erfüllt, und sie entwickeln auch eigene künstlerische KI-Anwendungen.“

FAZ-Feuilleton-Redakteurin Ursula Scheer hatte die Ausstellung vorab besucht und resümiert: „Abgesehen davon, dass es der Ausstellung gutgetan hätte, wenn sie dem Besucher mehr Informationen darüber, was KI überhaupt ist und sein will, an die Hand gegeben hätte, ist der menschliche Blickwinkel der vielversprechendste Ansatz der vorgestellten Künstler: Es geht ihnen nicht um Systeme, die den Turing-Test bestehen könnten oder Kreativität im Autopilotmodus. Sie verwenden KI-Tools als Werkzeuge und arbeiten so an einem erweiterten Kunstbegriff, in dem Roboter beispielsweise als Berührungsvermittler agieren (wie in Tuomas A. Laitinens Videoarbeit „Receptor“) oder KI-Systeme an der Erschaffung eines digitalen Doppels des einst im Geniekult verherrlichten Ich arbeiten (wie in Jonas Blumes Arbeit „Predictive Biography“).“ (FAZ vom 6. Juni 2018)

Noch zu sehen bis zum 19. August im NRW-Forum Düsseldorf, Ehrenhof 2, 40479 Düsseldorf; nrw-forum.de

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Work Forces https://www.tiefgang.net/work-forces/ Sat, 04 Feb 2017 08:00:05 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=486 [...]]]> Ich heiße Sophie und ich bin Denkerin.
Ich beschäftige mich schon länger mit dem Gedanken an Arbeit. Wie sie sich verändern wird durch die Digitalisierung, der sogenannten 4. Industriellen Revolution. Ich beziehe Informationen aus Fachpresse und –büchern und mache mir dann so meine Gedanken.
Auf der Messe „Zukunft Personal“ kamen im Oktober 2016 in Köln Personaler, Fach- und Führungskräfte zusammen, um sich in Vorträgen und Diskussionen vor allem über das Thema ARBEIT 4.0 zu informieren und auszutauschen. Man spricht nicht mehr von Belegschaften, sondern Workforces – und weil sich abzeichnet, dass mehr Roboter als Kollegen hinzukommen, sogar von „Connected Industrial Workforce“. Denn die menschlichen Mitstreiter werden mit ihren maschinellen kommunizieren können (müssen). Dies ist der Trend der Zukunft, nicht nur in den Werkhallen, sondern auch in den Büros. Alle bestehenden Berufe werden in irgendeiner Form eine digitale Komponente haben. Die Berufe selbst würden nicht automatisiert, sondern vielmehr die verschiedenen Tätigkeiten, die dazugehören.
Wem sich der Unterschied nicht so ganz erschließt, der ahnt noch nicht, dass das Arbeitsverhältnis zum Baukastensystem werden soll/wird. Dies sei „eine Riesenchance für den Arbeitnehmer, sein Arbeitsverhältnis so zu konfigurieren, wie er es will“. Bei mir stellt sich Skepsis statt Hoffnung ein. Vielleicht, weil ich von vorgestern bin, mag sein.
Während die Wirtschaft die Chancen, die Transparenz und das Entstehen neuer Berufsfelder propagiert, teile ich die Angst vieler Menschen, dass Roboter und künstliche Intelligenz (KI) Arbeitsplätze kosten. Dass diese Angst berechtigt ist, räumt auch Pero Micic (CEO der Future Management Group AG) ein. Schon heute zeichne sich ab, wozu KI in der Lage sei, dabei stehe man erst ganz am Anfang.
Christian Kuhna (Director Think Tank Future Trends & Innovation bei der Adidas Group) prophezeit, dass in den nächsten 10-20 Jahren vieles infrage gestellt und radikal umgestellt werden wird und appelliert: „Damit die Digitalisierung ein Erfolg wird, sollten Unternehmen sich aktiv beteiligen, Engagement zeigen und vielleicht auch mal gegensteuern – für die Umwelt, im Sozialen, in der Politik. Die Themen können heutzutage nicht mehr isoliert betrachtet werden.“ Dem stimme ich zu. Und ich sehe vor allem Politik und Unternehmen in der Verantwortung, für menschenwürdige und anständige Rahmenbedingungen zu sorgen. Denn es darf nicht sein, dass sich alle Arbeitnehmer auf Kosten ihrer Zufriedenheit, Gesundheit und Lebensplanung der Gewinnmaximierung der Unternehmen zu unterwerfen haben.
Ich würde gerne eine Life-Force bilden. Gründe und Arbeitnehmer gibt es genug.

(04. Feb. 2017, SZ)

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