Kultur-Routen Harburg https://www.tiefgang.net Fri, 21 May 2021 06:16:17 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0.2 Als Harburg noch Ausflugsziel war https://www.tiefgang.net/als-harburg-noch-ausflugsziel-war/ Fri, 14 May 2021 22:20:36 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=7920 [...]]]> Das Stadtmuseum Harburg lädt zu einem „Sonntagsausflug“ nach Harburg ein. Wenn auch digital.

Nach historischem Vorbild können pünktlich zu Pfingsten 12 neue Anziehungspunkte der Region Harburg unter freiem Himmel mit der Web-App des Stadtmuseums Harburg „Kultur-Routen Harburg“ (www.kulturrouten-harburg.de) entdeckt werden.

Die Web-App stellt die historischen Ausflugsziele im Gegenüber von historischen Fotos und Postkarten und dem aktuellen Erscheinungsbild vor.

Die digitale Plattform „Kultur-Routen Harburg“ bietet schon seit zwei Jahren einem multimedialen Rundgang, der von den Anfängen der einst selbständigen Stadt bis in die Gegenwart des südlichsten Hamburger Bezirkes führt. Ganz aktuell und pünktlich zur Ausflugssaison hat das Museum die Web-App nun ergänzt: 12 neue historische Anziehungspunkte der Region Harburg können ab Pfingsten unter freiem Himmel oder bequem von zu Hause aus entdeckt werden. Die historischen Anziehungspunkte werden im Gegenüber von historischen Fotos und Postkarten und dem aktuellen Erscheinungsbild vorgestellt. Die kostenlose Web-App  ist auf allen mobilen Geräten sowie am PC nutzbar. Alle Ausflugsziele sind attraktiv bebildert, so dass sich eine Reise an die geschichtsträchtigen Orte auch von der heimischen Couch aus lohnt.

In Sonntagkleidung genossen diese Damen die „Majestätische Aussicht“.

Die Web-App ist ein Angebot, das gerade in der Pandemie voll im Trend liegt: Viele Hamburger haben in den vergangen Wochen und Monaten Ausflugsziele zu schätzen gelernt, die direkt vor ihrer Haustür liegen. So erfreut sich auch der „Sonntagsausflug“ in die Harburger Berge aktuell wieder großer Beliebtheit. Eine Freizeitaktivität, die es schon in der Zeit um 1900 gab. Bereits vor 150 Jahren entwickelte sich die hügelige Waldlandschaft zwischen Heimfeld und Neugraben zur beliebten Ausflugsregion. Damals hatte sich in der „Harburger Schweiz“ ein dichtes Netz von Restaurants und Gaststätten herausgebildet, in denen die Wanderer und Ausflügler Hunger und Durst stillen konnten. Die vorhandenen Fotos und Postkarten im Archiv des Museums zeugen davon.

Das Team des Stadtmuseums Harburg hat sich in den letzten Wochen auf die Suche nach diesen historischen Ausflugszielen mit so vielversprechenden Namen wie „Kaiserstuhl“ oder „Goldene Wiege“ gemacht – sowohl im Archiv als auch vor Ort. „Majestätische Aussicht“, „Brunnenthal“ und „Burg Störtebeker“ – die Namen dieser Hotels und Restaurants in den Harburger Bergen versprachen dem Besucher damals ein ganz besonderes Erlebnis. Von Aussichtstürmen aus konnten sie ihren Blick über „das liebliche Elbtal, Hamburg, Altona, Blankenese, Buxtehude“ bis in die holsteinischen Berge schweifen lassen. Das Vergnügen kostete nur 10 Pfennige.

Die zahlreichen historischen Fotos und Postkarten von den beliebten Ausflugszielen im Archiv des Stadtmuseums aus dieser Zeit illustrieren einen für die damalige Zeit durchaus neuen Freizeittrend: den Sonntagsausflug. Er wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts populär und war eine Reaktion auf die im Zeichen der Industrialisierung zunehmende Verstädterung. Die Sechstage-Woche mit einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 70 Stunden ließ bis zum Ende des 19. Jahrhunderts kaum Zeit für Aktivitäten jenseits von Arbeit und Haushalt. Ein Absinken der Wochenarbeitszeit auf 50 Stunden und gestiegene Einkommen machten es Familien im frühen 20. Jahrhundert dann erstmals möglich, ihre „Freizeit“ zu nutzen und zu gestalten. Jetzt  konnte der „Sonntagsausflug“ in die Harburger Berge stattfinden. In Sonntagskleidern zog die Familie hinaus in die unmittelbare Umgebung der Stadt; nach dem Spaziergang suchte man eine Gaststätte auf – die Dorfgasthöfe entwickelten sich jetzt mehr und mehr zu Ausflugslokalen mit einem breiten Angebot an touristischen Attraktionen wie Sommerrodelbahnen, Schießständen oder Aussichtstürmen.

Mit dem digitalen Angebot der „Kulturrouten-Harburg“ können die historischen Ausflugsziele nun wieder neu entdeckt werden – nicht nur sonntags.

Die „Kultur-Routen Harburg“ sind ein Gemeinschaftsprojekt des Stadtmuseums Harburg und des Bezirksamts Harburg.

Quelle: www.amh.de

]]>
Harburg historisch https://www.tiefgang.net/harburg-historisch/ Fri, 27 Mar 2020 10:03:38 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6597 [...]]]> Auch in Hamburgs Süden ist das kulturelle Leben weitestgehend zusammen gebrochen. Doch etliche Aktive der Initiative SuedKultur sorgen für Abhilfe. Heute: das Stadtmuseum Harburg.

Das Stadtmuseum Harburg bietet in den Zeiten kultureller Enthaltsamkeit ein neues digitalen Angebot: Auf der digitalen Plattform „Kultur-Routen-Harburg“ kann jeden Tag ein neues historisches Foto entdeckt werden

Harburg ist eine Entdeckung wert – auch in Zeiten der Corona-Pandemie. Auf digitalem Wege können Interessierte seit kurzem mit der Web-App Kultur-Routen Harburg (www.kulturrouten-harburg.de) von zuhause aus einen historischen Streifzug durch Harburg machen. Jetzt hat das Stadtmuseum Harburg sein Angebot aus aktuellem Anlass noch erweitert: Von heute an wird jeden Tag ein neues Foto aus der umfangreichen stadtgeschichtlichen Sammlung hinzugefügt. Zu entdecken gibt es die fotografischen Kostbarkeiten mit kurzen Erläuterungen unter dem neuen Navigationspunkt „Bleiben Sie gesund!“. Die ausgewählten Fotos haben dabei besonderen Bezug zur aktuellen Situation mit ihren Versammlungsverboten und Ausgangsbeschränkungen: Sie zeigen fast menschenleere Straßen, Plätze und Räume in Harburg.

Die digitale Plattform „Kultur-Routen Harburg“ startete im Herbst 2019 mit einem multimedialen Rundgang, der von den Anfängen der einst selbständigen Stadt bis in die Gegenwart des südlichsten Hamburger Bezirkes führt. Die kostenlose Web-App ist auf mobilen Geräten und natürlich auch zu Hause am PC nutzbar. Alle Angebote sind attraktiv bebildert, so dass sich ein Ausflug an die geschichtsträchtigen Orte auch von der heimischen Couch aus lohnt.

Ganz aktuell hat das Museum die Web-App nun um eine neue Rubrik ergänzt: Unter dem Navigationspunkt „Bleiben Sie gesund!“ werden – passend zum Thema #bleibtzuhause und #bleibtgesund – ausgewählte historische Fotos von fast menschenleeren Straßen, Plätzen und Innenräumen in Harburg gezeigt. Die zeitgenössischen Fotografen haben diesen Zustand oft bewusst gesucht, um Ihre Motive, die Architektur eines Gebäudes oder Landschaften besonders zur Geltung zu bringen. Nun ähneln die Fotos auf paradoxe Art und Weise dem aktuellen Erleben des öffentlichen Raumes in Zeiten der Corona-Pandemie mit ihren Versammlungsverboten und Ausgangsbeschränkungen. 

01 – Donnerstag, 26. März 2020 – Bleib Zuhause!

Es geht doch nichts über freundliche Nachbarn. Das mag auch der Harburger Fotograf Kurt Foige gedacht haben, als er in den 1920er Jahren dieses Foto machte. Aus seiner Wohnung in der Heimfelder Straße 17 richtete er sein Objektiv auf die in den Jahren 1908 bis 1910 gebaute städtische Mädchenschule in der Woellmerstraße 1. Eine freundliche Nachbarin im dritten Stock des gegenüberliegenden Haus grüßte in diesem Augenblick lächelnd aus dem geöffneten Fenster.

02 – Freitag, 27. März 2020  – Leere Straßen

Am 16. Februar 1936 um 21 Uhr nutzte der Amateurfotograf August Meyer (1897 – 1978) die stimmungsvolle Beleuchtung in der Straße „Kleiner Schippsee“ für diese Aufnahme. Die moderne Leuchtreklame des „Kleiderstoffhauses“ Pozzoli illuminiert die abendliche Leere.

03 – Samstag, 28. März 2020- Leere Hallen

Vor 90 Jahren – am 8. Januar 1930 – wurde der heute als Friedrich-Ebert-Gymnasium bekannte Gebäudekomplex eingeweiht. Mit der Friedrich-Ebert-Halle erhielt Harburg-Wilhelmsburg eine hochmoderne und multifunktionale Veranstaltungshalle.

04 – Sonntag, 29. März 2020 – Leere Kirchen

Im Jahr 1906 fotografiert Carl Timm den leeren Innenraum der Harburger Dreifaltigkeitskirche. Seine Aufnahmen gehören zu den wenigen bildlichen Zeugnissen des Kirchenschiffes und seiner ursprünglichen Ausstattung. Die Dreifaltigkeitskirche wurde 1944 bei einem Luftangriff zerstört.

Das Museum wünscht allen digitalen Besuchern, dass sie sich bald wieder gemeinsam an der frischen Luft auf Entdeckungstour machen können.

 

 Weitere Infos: www.kulturrouten-harburg.de; www.amh.de

 

]]>
Altes neu entdecken https://www.tiefgang.net/altes-neu-entdecken/ Fri, 06 Dec 2019 23:51:22 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6128 [...]]]> Harburg hat viel Geschichte – vor allem aus den letzten 150 Jahren. Sie neu zu entdecken, ist spannend und kann nun analog oder digital erfolgen. Nah bleibt sie immer.

Harburg hat eine reichhaltige Geschichte, vor allem mit der Entwicklung der Industrialisierung und der einhergehenden Bevölkerungsexplosion. Ob analog oder digital, mit dem neuen Buch „Harburger Geschichtspfad“ und der digitalen Plattform „Kultur-Routen Harburg“ kann diese spannende Stadtgeschichte Harburgs nun neu oder auch wieder entdeckt werden.

Anfang der Woche stellten Bezirksamtsleiterin Sophie Fredenhagen, Prof. Dr. Weiss, Direktor des Archäologischen Museums und Stadtmuseums Harburg sowie Jens Brauer, Leiter des Stadtmuseums Harburg und Dr. Michael Merkel, Leiter der Digitalisierungsprozesse beider Harburger Museen im Harburger Rathaus gemeinsam die neue digitale Plattform sowie ein neu erschienenes Buch zur Harburger Stadtgeschichte vor.

Der „Harburger Geschichtspfad“ und die „Kultur-Routen Harburg“ (www.kulturrouten-harburg.de) laden zu einer historischen Entdeckungstour ein, die von den Anfängen der bis 1937 selbständigen Stadt, bis in die Gegenwart des südlichsten Hamburger Bezirkes führt. Die neue digitale Plattform “Kultur-Routen Harburg” bündelt außerdem bereits existierende Angebote und Kurzführer zur Harburger Stadtgeschichte, zur Kunst im öffentlichen Raum sowie zur Geschichte des Binnenhafens und des Alten Friedhofs. Die Inhalte können über Smartphone und Tablet abgerufen werden. Der Harburger Geschichtspfad ist ab sofort Teil dieser Plattform und gleichzeitig als Buch erhältlich. Beide Projekte sind ein Gemeinschaftsprojekt des Stadtmuseums Harburg und des Bezirksamts Harburg.

Mit der digitalen Plattform „Kultur-Routen Harburg“ kann die Geschichte Harburgs im Rahmen eines multimedialen Rundgangs entdeckt werden. Die kostenlose Web-App ist auf mobilen Geräten, aber natürlich auch zu Hause am PC nutzbar. Und so funktioniert´s: man entscheidet, welche Themen auf der interaktiven Karte angezeigt werden: ob Kunst, Geschichte, Hafen oder Alter Friedhof (samt namhafter Biografien der Stadtgeschichte). Die Auswahl trifft man im einfach im Themenmenü und durch einen Klick. Und schon hat man entweder alle oder die die einzelnen Angebote in der Ansicht. Der eigene Standort – so auf dem tablet oder smartphone aktiviert –  wird auf der Karte mit der Standortposition angezeigt. Und los geht’s. Da Harburgs Route recht fußläufig ist und sonst auch mit E-Roller oder Stadtrad ergänzt werden kann, ist es eher die Qual der Wahl, was man alles an Harburg wieder- oder neu entdecken kann. Es lohnt sich allemal.

Wer möchte, kann sich aber auch mit dem gedruckten Führer zum Harburger Geschichtspfad auf den Weg machen. Es ist auch ein guter Einstieg, wenn man neu nach Harburg gezogen ist oder den Nachbarn mal eine Freude machen will. Das Buch im handlichen Format stellt 36 Stationen des Pfades vor. Der Pfad führt von den Anfängen der Stadt bis in die Gegenwart und informiert über Gebäude, Plätze und Straßen. Die Web-App sowie das Buch erzählen bekannte Geschichten und eröffnen neue Einsichten in die lange Geschichte Harburgs.

So natürlich vom Harburger Schloß und der Schlossstraße, vom Rathaus und auch dem Museum. Aber auch vom Bassinplatz oder der Straßenbahn oder dem Harburger, der als drei(!)-spurige Einbahn(!)straße in den 1980er Jahren eröffnet wurde. Gute 100 Seiten mit Bildern aus den Archiven und Texten auf Deutsch aber auch in englischen Kurzfassungen.

An den einzelnen Stationen kann das Gestern und Heute nebeneinander erlebt werden. Fotos und kurze Porträts der historischen Orte erzählen, wie sich Harburg entwickelt und gewandelt hat. An vielen Punkten des Geschichtspfades werden dadurch Brüche sichtbar, die der Zweite Weltkrieg, der wirtschaftliche Strukturwandel oder die Stadtplanung im Stadtbild hinterlassen haben. Es werden aber auch einige neue Standorte vorgestellt, wie zum Beispiel eben das Harburger Schloss, in dessen Gewölbekeller demnächst als neue Museumsfiliale des Stadtmuseums Harburg eröffnet werden soll.

Die digitale Plattform „Kultur-Routen Harburg“ bündelt viele bereits existierende Angebote zur Harburger Stadtgeschichte und zur Kunst im öffentlichen Raum. Alle sind attraktiv bebildert, so dass sich ein Ausflug an die geschichtsträchtigen Orte schon von der Couch aus lohnt. Ebenso viel Spaß macht es allerdings, die „Kultur-Routen Harburg“ direkt vor Ort anzuwenden. Die Nutzung der Plattform ist einfach: Durch das Scannen eines QR-Codes gelangt man auf die Webseite der „Kultur-Routen Harburg“. Hier können verschiedene Themen ausgewählt werden und mit Hilfe einer Karte wird man dann von Ort zu Ort geführt.

Das Gemeinschaftsprojekt wurde mit Mitteln der Bezirksversammlung Harburg sowie aus dem Rahmenprogramm integrierte Stadtteilentwicklung mit rd. 30.000 € gefördert.

Das analoge Büchlein ist für 5,- € im Stadtmuseum Harburg und auch dem Shop des Citymanagements erhältlich sowie online im Museumshops: shop.amh.de.

]]>