Kulturwerkstatt https://www.tiefgang.net Sun, 19 Apr 2020 14:35:12 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0.2 Schutzschirm für Stadtteilkulturzentren https://www.tiefgang.net/schutzschirm-fuer-stadtteilkulturzentren/ Sun, 19 Apr 2020 14:35:12 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6770 [...]]]> Ob Kulturhaus Süderelbe, Kulturwerkstatt, Honigfabrik oder Alles wird schön  – die Pandemie schlägt auch bei den Stadtteilkulturzentren durch. Die Kulturbehörde steuert nun nach.

In der Mitteilung der Behörde für Kultur und Medien heißt es:

„Im Rahmen des Corona Schutzschirmes des Senates ist auch der Etat der Behörde für Kultur und Medien um insgesamt 25 Millionen Euro erhöht worden. Mit diesem Hilfspaket Kultur sollen im Rahmen existierender Förderinstrumente die Auswirkungen der Corona bedingten Schließungen für kulturelle Einrichtungen abgefedert werden. Hierzu werden derzeit gemeinsam mit den Einrichtungen individuelle Hilfsmaßnahmen entwickelt. Die Hamburger Stadtteilkultur soll aus diesem Hilfspaket mit 1.360.000 Euro unterstützt werden.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Das Leben und die Kultur in den Stadtteilen wird ganz wesentlich von den dortigen Stadtteilkulturzentren geprägt. Da diese in hohem Maße auf ihre eigenen Einnahmen angewiesen sind, sind die derzeit notwendigen Schließungen für die Stadtteilkultur ein herber Einschnitt. Wir sind in intensiven Gesprächen mit den vielen Engagierten vor Ort und den Bezirken und haben mit der Förderung aus dem Hilfspaket Kultur nun einen Rettungsschirm gespannt, mit dem wir der Stadtteilkultur helfen, möglichst gut über die Zeit der Schließung zu kommen. Die kulturellen Angebote in den Stadtteilen sind wichtiger denn je. Sie fördern den Zusammenhalt, die Solidarität und den Gemeinsinn. Dafür lohnt es sich gemeinsam gute Lösungen zu finden.“

Corinne Eichner, Geschäftsführung Dachverband Stadtkultur e.V.: „Wir sind sehr froh, dass Hamburg sich mit dieser wichtigen Rettungsmaßnahme zur Bedeutung der Stadtteilkultur für unsere Stadt bekennt. In der gegenwärtigen Krise droht der dauerhafte Komplettverlust des kulturellen Lebens und der kulturellen Teilhabe in den Stadtteilen, denn langfristig geschlossene Kultureinrichtungen können meist nicht wieder aufgebaut werden. Zurzeit arbeiten viele Akteure daran, alternative Angebote zu schaffen und Szenarien für eine Zeit nach der Krise zu entwickeln. Wir müssen deshalb auch weiterhin gemeinsam auf allen Ebenen konstruktiv daran arbeiten, dass keine Einrichtung der Krise zum Opfer fällt. Die besonders vielfältige Szene der Hamburger Stadtteilkultur, die sich dadurch auszeichnet, dass sie mit Mitteln der Kultur auf soziale Zusammenhänge einwirkt und die Kultur mit den Werten der Demokratie und der offenen Gesellschaft verbindet, ist unabdingbar für das kulturelle Leben und den sozialen Frieden in Hamburg. Weil sie nahezu keinerlei eigene Einnahmen mehr hat, die ihre Arbeit sonst erst ermöglichen, kann sie die dramatischen Einschränkungen durch die Allgemeinverfügungen nur mit einer starken Unterstützung überleben.“

Die Behörde für Kultur und Medien gibt die Hilfsgelder an die sieben Bezirksämter, bei denen die Stadtteilkultureinrichtungen ihre Anträge stellen können. Die Höhe bemisst sich an dem jeweils nachzuweisenden Liquiditätsengpass, der durch die Schließung entsteht. Wesentlich sind hier die Einnahmeverluste durch nicht stattfindende Veranstaltungen und Ausfall des regelmäßigen Programms. Dabei werden alle schließungsbedingten Einsparungen und Förderungen Dritter berücksichtigt.“

Quelle: www.hamburg.de/bkm

 

 

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Wissenschaft & Kultur – tut sich was? https://www.tiefgang.net/wissenschaft-kultur-tut-sich-was/ Fri, 13 Sep 2019 22:01:38 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5723 [...]]]> Kultur, Wissenschaft und Forschung – allesamt in Harburg gut vertreten. Aber haben sie auch miteinander zu tun? Die Harburger SPD will dies nun wissen und lädt zur Diskussion …

 In der Ankündigung heißt es:

„Wissenschaft und Kultur als Treiber für die Entwicklung des Hamburger Südens?

Im Süden tut sich was: die TU Hamburg, das Fraunhofer Center für Maritime Logistik, Hamburg Innovation Port, das DLR Institut für Lufttransportsysteme, der Innovation Campus Green Technologies stehen für Wissenschaft, Forschung und Innovation, das Archäologische Museum, die Sammlung Falckenberg, SuedKultur, das Stellwerk, die Kulturwerkstatt, der Speicher am Kaufhauskanal für eine ganze Reihe kultureller Magneten.

Wissenschaft, Forschung und Kultur entwickeln sich in Harburg kräftig und haben Anziehungskraft über die Bezirksgrenzen hinaus. Entsteht hier eine neue Attraktivität für den Standort Harburg mit Schubkraft für die Stadtentwicklung?

Dazu nehmen Stellung und diskutieren:

  • Prof. Dr. Ed Brinksma – Präsident TUHH
  • Sophie Fredenhagen – Bezirksamtsleiterin Harburg
  • Franz-Josef Höing – Oberbaudirektor Hamburg
  • Prof. Dr. Rainer-Maria Weiss – Direktor Archäologisches Museum Hamburg und Stadtmuseum Harburg

Moderation: Holger Lange

Auch Ihre Fragen und Beiträge sind willkommen.

Einige Diskussionspunkte:

Wie stark sind die Zusammenhänge zwischen Kulturszene, Wissenschaftslandschaft und Kommunaler Entwicklung?

Welche Auswirkungen und Anforderungen ergeben sich für die regionale Wirtschaft, das Wohnungsangebot und die Verkehrsentwicklungen, z.B. in Hinblick auf eine mögliche Magistralenentwicklung?

Ist es Boomtown Hamburg oder gibt es auch spezielle Südfaktoren?

Stimmen Harburger und gesamthamburgische Wahrnehmung überein?

Was können Stadt und Bezirk tun?

Um Anmeldung wird gebeten bis zum 20.09.2019

SPD Hamburg-Harburg, Julius-Ludowig-Str. 9, 21073 Hamburg, Tel.: 040 – 77 24 82, Mail harburg@spd-hamburg.de

Termin: Mi., 25. Sept. 2019, 19 Uhr, Stellwerk, Bahnhof Harburg (über Fernzuggleis 3) Hannoversche Str. 85, 21079 Hamburg, www.stellwerk-hamburg.de

 

 

 

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„Nicht vom aber für´s Theater leben!“ https://www.tiefgang.net/nicht-vom-aber-fuers-theater-leben/ Fri, 11 Jan 2019 23:13:16 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=4729 [...]]]> Theatermacher haben bisher in Harburg wenig Aufmerksamkeit erhalten. Dabei ist hier einiges los. Wie aber steht es um die Theaterszene in Harburg und Hamburg abseits der bekanten Bühnen? Wir haben mal Regisseur und Mitglied der Gruppe „Gutes Theater“ Fernando Zietek gefragt. Und manches erstaunt …

Tiefgang (TG): Wie bist Du selbst zum Theater gekommen?

Fernando Zietek: Durch Geburtsrecht. Ich bin Einzelkind, in Brasilien der frühen 60er geboren. Meine Eltern sind damals klassische Auswanderer gewesen, immer damit beschäftigt, sich zu finden und zu behaupten. Ich war ein Kollateralschaden ihrer Selbstverwirklichung. Um Aufmerksamkeit musste ich schreien – und hab früh damit angefangen. Das macht eine kräftige Stimme, ab Grundschule stand ich damit auf der Bühne. Papa wollte, dass ich „was Kaufmännisches“ mache oder ins Hotelfach gehe. Schon aus Trotz bin ich auf der Bühne geblieben. Und irgendwann dann lieber dahinter.

TG: Du bist Theaterregisseur? Was macht man da so?

Fernando Zietek: Von der Geburtsvorbereitung bis zur Rente betreust Du als freier Theatermacher Dein „Baby“. Du suchst das Stück aus oder schreibst es selbst. Und dann bringst Du es bis zur Premiere zum Laufen. Ich hab in New York gelernt und dann das ganze Hamburger Umfeld beackert. Von der Markthalle in die Ammersbeker Provinz, zurück nach Hamburg ans Kellertheater und irgendwann über die Elbe rüber nach Harburg.

TG: Die Gruppe „Gutes Theater“ gibt es seit sechs  Jahren. Wie und wo habt ihr euch zusammen gefunden?

Fernando Zietek: Meine Tochter ist Musikerin. Bei einem Auftritt hier in einem Pub um die Ecke von der 3falt lungerten in der Pause heimatlose Schauspieler vor der Tür rum. Wir fanden uns gut und haben eine gemeinsame Spielstätte gesucht. Die hat uns Marita Schillerwein in der Kulturwerkstatt geschaffen. Damals spielten wir noch unter dem Namen „Kurz vor’m Durchbruch“…

TG: Zusammen mit der Gruppe „Rampenrudel“ arbeitet ihr zur Zeit an einem größeren Stück „der kleine Horrorladen“. Was hat es damit auf sich?

Fernando Zietek: Das Rampenrudel macht komplett anderes Theater als wir vom „Guten“. Puppentheater mit Tanz und Musik im Gegensatz zu unserem klassischen Ansatz. Wir haben fusioniert und das beste beider Welten sollte ins erste gemeinsame Projekt einfließen. Für diese Symbiose hat sich der „Horrorladen“ förmlich aufgedrängt. Schwarzhumoriges Theater mit tollen Songs. Ein Grusical.

TG: Hamburg gilt gemeinhin als Theaterstadt mit gut 60 öffentlich-geförderten und Privattheatern wie dem Harburger Theater. Aber wie steht es um die freie Szene?

Fernando Zietek: Die Freien sind lebendig und wohlauf. Sie müssen oft mit Guerilla-Methoden arbeiten, aber die Fangemeinde ist zigfach anhänglicher und neugierige rals die Abonnenten im Frack. Als freie Bühne bist Du meistens wirklich frei. Vorausgesetzt, Du kriegst es irgendwie finanziert…

TG: Und was ist nun gut und was ist schlecht?

Fernando Zietek: Wir haben alle noch unsere normalen Jobs auf Lohnsteuer im Callcenter, als Sozialarbeiter oder hinter der Theke. Heißt: wir leben nicht vom Theater, aber für’s Theater. Das ist gut, weil es pure Leidenschaft ist. Und keiner quatscht uns rein. Wenn Filmemachen, Malen, Tanzen, Musik oder eben Theater machen nicht profitorientiert sein muss, ist das gut! Manchmal auch frustrierend, aber Profis erleben den gleichen Frust. Jetzt nicht die Handvoll Ensemble-Schauspieler oder Grimme-Preisträger. Sondern die Abertausenden, die sich von Engagement zu Engagement hangeln. Das sind auch alles Freiberufler ohne Netz und doppelten Boden. Artisten unter der Zirkuskuppel. Blöd nur, dass freie Gruppen oftmals nicht mal ne Kuppel überm Kopf haben. Wenn die Kirche hier in der Neuen Strasse tatsächlich ab März eine feste Einrichtung als Kulturzentrum wird, ist das Hauptproblem vieler freier Künstler in Harburg gelöst: eine faszinierende Spielstätte zu finden, die man sich leisten kann.

TG: Gibt es denn Vergleichsmöglichkeiten mit anderen Städten oder Metropolen?

Fernando Zietek: Die Theatergemeinde in Hamburg ist unschlagbar, vergleichbar nur noch mit Berlin, was die Spannung und die Vielfältigleit angeht. Aber je besser Du eine Stadt kennst, umso mehr wirst Du entdecken. Bremen zum Beispiel hat ordentlich was zu bieten. Und es gibt jede Menge tolle Amateurbühnen außerhalb, die einfach saugutes Theater zeigen. Weiss nur meistens keiner, außer die Nachbarn.

TG: Und Harburg?

Fernando Zietek: Noch ziemlich ruhig hier. Wir müssen uns erst behaupten, ehe man uns für voll nimmt. Aber wir arbeiten ja dran… (lacht)

TG: Auf wie viele Theatermacher würdest Du denn die Harburger Szene schätzen?

Fernando Zietek: Ne Handvoll? Ne Kinderhand?

TG: Was kann Harburg gebrauchen – auch zur weiteren Entwicklung der Theaterszene?

Fernando Zietek: Ein aufregendes Zentrum für Kreative. Kreative, die nicht nur vor sich herpuzzeln wollen, sondern ihr Publikum richtig packen können. Ein Publikum, das gutes Entertainment annimmt. Entertainer, die Aufmerksamkeit schaffen und Harburg zu guten Schlagzeilen im Abendblatt verhelfen.

TG: Und was wünscht man sich dann als freier Theatermensch – außer Geld?

Fernando Zietek: Eine Politik im Stadtteil, die unbürokratisch, interessiert und aufgeschlossen mutige Entscheidungen zu treffen vermag. Und Publikum. Die Leute müssen halt kommen, sonst nützt das beste Schauspiel nix. Ich persönlich wünsche mir Mäzen*innen, die uns, ab vom Geld, einflussreich unterstützen.

TG: Was erwartet uns beim Auftritt mit dem Stück „KUNST“ in der 3falt?

Fernando Zietek: Gutes Theater, knackige Dialoge. Ein Stück, dass auf einem Bierdeckel stattfinden könnte, das Du aber am 18. Januar in einer Kirche vorgespielt kriegst!

TG: Klingt mehr als verführerisch! Dann also: viel Erfolg und Glück zum Auftritt und vielen Dank für das Interview.

(Das Interview für ´Tiefgang` führte Heiko Langanke)

Termin: Fr., 18. Jan. um 20h: „Gutes Theater“ – „KUNST“ von Yasmina Reza, in der „3falt“, Neue Straße 44, 21073 Hamburg, Eintritt 10,- €

Zusammen mit der Gruppe „Rampenrudel“ übt die Gruppe „Gutes Theater“ seit geraumer Zeit  in der „3falt“ in der Neuen Straße an dem Musical „Der kleine Horrorladen“. „Wir wollen den Kirchenraum in der Neuen Straße mit Chorklängen, Partituren und Texten füllen“, so Zietek zu den Arbeiten. „Wir wollen Teil des neuen werden, das dort am Entstehen ist. Mit einer Handlung, die die Gier nach Geld, Gentrifizierung und der wahren Liebe thematisiert. Und genau dort statt finden MUSS!“

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