Kunstleihe Hamburg-Harburg – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Wed, 21 Jan 2026 17:29:13 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.3 Ab in die Tropen! https://www.tiefgang.net/ab-in-die-tropen/ Wed, 21 Jan 2026 17:17:40 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13143 [...]]]> Wer sagt eigentlich, dass man für eine Reise in die Tropen in den Flieger steigen muss? In Harburg reicht ein Gang durch die City Galerie.

Wo früher nur eilige Passant*innen zwischen Lüneburger Straße und Harburger Ring pendelten, leuchten jetzt Vögel in Farben, die das Hamburger Wintergrau schlichtweg ignorieren. Thomas „Behri“ Behrens hat die Glasvitrinen übernommen – und damit das nächste Kapitel der Harburger Kunstpassage aufgeschlagen.

Von Kubismus zu tropischer Lebensfreude

Es ist erst wenige Monate her, da feierte das Projekt der Kunstleihe Harburg seinen Einstand. Den Auftakt machte im vergangenen Herbst Frank Vaders, der mit seinen markanten, oft kubistisch anmutenden Köpfen die ehemals ungenutzten Flächen im Herzen der Innenstadt wachküsste. Vaders, ein Künstler mit New Yorker Vita und einem Händchen für die Dekonstruktion des Menschlichen, setzte ein starkes Statement für die Präsenz lokaler Kunst im Alltag.

Nun folgt der radikale Kontrast: Thomas Behrens, in der Szene schlicht als „Behri“ bekannt, bringt eine ganz andere Energie in die Passage. Wo Vaders Struktur und Tiefe suchte, feiert Behri die unbändige Kraft der Farbe.

Dass Behri heute für seine großformatigen, farbgewaltigen Vogelmotive und tropischen Szenerien geliebt wird – über 500 Gemälde umfasst dieses Oeuvre bereits –, ist nur eine Facette seiner beeindruckenden Karriere. Der 1961 geborene Künstler startete in den 80ern mit etwas völlig anderem: präzisen, fast manischen Kugelschreiberzeichnungen, die damals für viel Aufsehen sorgten.

Seine Reise führte ihn weit über die Grenzen des Hamburger Südens hinaus. In den 90ern betrieb er eine eigene Galerie im schweizerischen Ascona, stellte in Lugano aus und festigte seinen Ruf als internationaler Freigeist. Seine Kunst ist dabei immer eines geblieben: nahbar. Das passt perfekt zum Konzept der Kunstleihe, bei der man die Werke nicht nur anschauen, sondern direkt für das eigene Wohnzimmer oder Büro entleihen kann.

Unterstützt durch den Verfügungsfonds „Mitten in Harburg“, beweist die Kunstleihe Harburg mit diesem Projekt einen langen Atem. Die Kunstpassage ist kein kurzes Strohfeuer, sondern eine einjährige Transformation des öffentlichen Raums. Es geht darum, die Schwellenangst vor Galerien abzubauen. Kunst passiert hier einfach – zwischen dem Wocheneinkauf und dem Weg zur S-Bahn.

Das ehrenamtliche Team der Kunstleihe schafft es so, den Harburger Ring kulturell aufzuladen. Nach Vaders und Behri sollen im Laufe des Jahres 2026 noch weitere lokale Künstler*innen die Vitrinen bespielen. Harburg zeigt hier sein bestes Gesicht: bunt, eigenwillig und verdammt lebendig.

Wer also eine Pause vom Grau braucht: Ab in die City Galerie. Die Tropen warten schon – ganz ohne Jetlag.

Die Ausstellung: Thomas „Behri“ Behrens (tropische Motive & Vögel)

Von Mitte Januar bis Ende März 2026 | Passage der City Galerie Harburg (Lüneburger Straße / Harburger Ring) | www.kunstleihe-harburg.de

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Kunst kontaktlos leihen in Corona-Zeiten https://www.tiefgang.net/kunst-kontaktlos-leihen-in-corona-zeiten/ Fri, 03 Apr 2020 22:01:56 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6656 [...]]]> Corona und keine Kunst? Die Harburger Kunstleihe hält dagegen und sorgt für frischen Wind an der Wand.

Die Corona-Krise hat auch in der Kunstwelt zum Stillstand geführt. Keine Ausstellungen und die heimischen Bilder kennt man nun zu genüge. Die Harburger Kunstleihe bietet nun Abhilfe und bietet frische Kunst zur kontaktlosen Leihe an!

Fällt gerade irgendwem die Decke auf den Kopf oder kann wer die eigenen  vier Wände samt Wandschmuck nicht mehr sehen? Dann ist das vielleicht der geeignete Moment, einen neuen Blick zu wagen! Das Team der Kunstleihe Hamburg-Harburg bietet jetzt vielleicht die beste Gelegenheit, sich in aller Ruhe und ganz individuell mit meist zeitgenössischen Bildern zu beschäftigen, die das Zuhause nicht nur verschönern, sondern uns darüber hinaus anregen oder ablenken können.

Die Kunstleihe Hamburg-Harburg ist die erste Hamburger nichtkommerzielle Artothek und hat rund 200 Werke meist lokaler zeitgenössischer Künstler*innen im Bestand, die für sage und schreibe 6,- € im Vierteljahr leihbar sind und so dem eigenen Heim einen neuen Touch geben. Das Kunstleihe-Team hat nun den Bestand im „Werksverzeichnis“ online gestellt: Kunstleihe Werksverzeichnis

Dort kann man die Werke – so sie nicht zur Zeit bereits verliehen sind – anschauen, findet die Maße und Techniken dazu, so dass man in Ruhe ausmessen kann, wo und wie es passen könnte. Per Mail kunstleihe@sued-kultur.de oder Telefon 040 – 300 969-48 kann man dann das Werk reservieren und es wird zur (ggf. kontaktlosen) Ausleihe bereit gemacht.

Einfach Termin vereinbaren, dann an der Kunstleihe Meyerstraße 26 /Ecke Bansenstraße klingeln und das Werk wird transportgerecht herausgegeben. Entsprechende Kartonagen und Verpackungen werden kostenfrei mitgegeben.

Voraussetzung ist die einmalige Aufnahme in die Kunstleihe. Hierzu sollte der Personalausweis eingescannt per Mail an kunstleihe@sued-kultur.de oder per Fax (040 – 300 969-42) übermittelt werden und 12,- € einmalige Aufnahmegebühr sind zu entrichten (per Überweisung vorab auf das Konto Kunstleihe Hamburg, GLS-Bank, Konto IBAN: DE37430609671041701000; BIC GENODEM1GLS oder vor Ort in bar). Im Gegenzug bekommt der Leihende samt geliehenem Bild seinen Leihausweis vor Ort mit.

Auch ein Gutschein für eine Mitgliedschaft bei der Kunstleihe Harburg für „bessere Zeiten“  eröffnet einen neuartigen Zugang zu Kunst. Einfach anfragen und schon jetzt den Weg zur (leihbaren) Kunst für sich oder Freunde eröffnen!

Ein Fernsehbeitrag des NDR zur Kunstleihe Harburg, als sie vorübergehend im „Exil“ in der Eißendorfer Straße war.

Diejenigen, die bereits zu Kunstleihern wurden, sind begeistert vom Konzept und kommen immer wieder, um sich aus dem vielseitigen Angebot etwas auszusuchen, was den eigenen Geschmack trifft oder Neugierde weckt. Drei Monate sind dann der Zeitrahmen, in dem das Werk unverbindlich seine Wirkung in den eigenen Räumen entfalten kann. Im Ausnahmefall, der gar nicht so selten vorkommt, dürfen Liebhaber um weitere drei Monate verlängern. Und: Da ein Großteil der Kunstwerke dank großen Engagements der lokalen Künstler*innen Leihgaben sind – sie sich also meist im Eigentum der Künstler*innen selbst befinden – sind sie meist auch käuflich erwerbbar.

„Das ist im Grunde nicht unser Ziel“, so Sabine Schnell vom Kunstleihe-Team. „Aber gerade in diesen Zeiten, in denen Ausstellungen und Galerien nicht präsent sind, fallen den Künstler*innen ein wesentlicher Teil ihrer Einnahmen weg. Daher bieten wir ganz bewusst auch den Kauf an und vermitteln zwischen Interessierten und  Künstler*innen dann den Kontakt.“

Die Kunstleihe Hamburg-Harburg ist selbst ein gemeinnützig anerkannter Verein und arbeitet unentgeltlich ehrenamtlich. Aber auch der Verein hat seine Kosten für die Miete und Strom und Wasser zu tragen und ist daher ebenso erfreut, wenn Kunstaffine sie mit Spenden unterstützen.

Spendenkonto: 

Kunstleihe Hamburg, GLS-Bank, Konto IBAN: DE37430609671041701000; BIC GENODEM1GLS

 Ergreifen Sie also die Chance! Hier bietet sich die günstige Gelegenheit, das eigene Zuhause zu einem abwechslungsreichen Kulturort zu machen und die ganz eigene Ausstellung zu kreieren. Und ganz nebenbei wird die regionale Kunstszene in der Wahrnehmung und Wertschätzung gestärkt!

12 Euro Aufnahmegebühr, 6 Euro Leihgebühr für 3 Monate.

Kontakt:

Kunstleihe Hamburg-Harburg e.V.

Meyerstr. 26 / Ecke Bansenstraße

21075 Hamburg-Heimfeld (Nähe S-Bahn-Station)

www.sued-kultur.de/kunstleihe

kunstleihe@sued-kultur.de

Tel. /Fax: 040 – 300 969-48 / -42

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Kunst ist wildes Denken https://www.tiefgang.net/kunst-ist-wildes-denken/ Fri, 10 Jan 2020 23:55:26 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6208 [...]]]> Neue Impulse durch wildes Denken. So setzt die Kunsttherapeutin Hinrichs bewusst Kunst ein, um neue Assoziationen kraftvoll zu Leben zu erwecken.

Ein Gastbeitrag von Ulrike Hinrichs

Kunst ist eine Form des Denkens. „Wir wissen viel weniger über uns selbst, als wir zu wissen glauben“, konstatiert der Professor für Psychologie und Nobelpreisträger Daniel Kahnemann (S. 71), der zwei Grundformen des Denkens unterscheidet, das schnelle assoziative Denken und das langsame rationale Denken. Die Ethnologin Dr. Kessler nennt es synonym das nach innen gerichteten „wilde Denken“, welches eine fluide, kreative, luzide Intelligenz hervorbringe, und das rationale, nach außen gerichtete Denken.

Während das planmäßige und lineare Denken über Faktenchecks, Analysieren und Zerlegen von Bestandteilen in ihre Einzelteile langsame Schlüsse zieht, agiert das wilde Denken für den aktiven Geist blitzschnell und oft unbewusst in endlosen vernetzten Assoziationsketten. „Wie Kräuselwellen auf der Oberfläche eines Teiches breitet sich die Aktivierung durch einen kleinen Teil des riesigen Netzwerks assoziativer Vorstellungen aus“, schreibt Kahnemann (S. 72). Mit künstlerischen Prozessen aktivieren wir das schnelle intuitive Denken. Die Kunst ist wie eine Sprache (siehe auch „Mit der Kunst die Intuition einfangen“). Sie baut die Brücke in die unbekannte Welt des wilden Denkens. Assoziationen zu den Kunstwerken wecken Resonanzen und übersetzen die traumähnliche Bildsprache in rational nachvollziehbare Worte. „Eine Vorstellung, die aktiviert wurde, ruft nicht einfach nur eine andere Vorstellung wach. Sie aktiviert viele Vorstellungen, die ihrerseits weitere Vorstellungen evozieren“, so Kahnemann (S. 71). Neben den persönlich gefärbten Assoziationen gibt es auch mythisch kollektive Deutungen.

Die kulturelle sowie kollektive Bedeutung eines Bildes kann die persönliche Deutung unterstützen. Dabei geht es nicht um feststehende Zuschreibungen, sondern um Resonanzen. Die Urbilder, wie wir sie von C.G. Jung in seinen Archetypen finden, deuten auf diese universelle Ebene von Symbolen.

Wir nehmen das Beispiel der Katze im Header-Bild. Jeder hat seine individuellen Assoziationen zu diesem Tier, ohne lange danach suchen zu müssen. Assoziationen kommen ganz automatisch. Ich denke bei der Katze sofort an Morle, die mir meinen Umzug von Berlin zurück in die Heimat Harburg erleichtert hat, der nun schon einige Jahre zurückliegt. Plötzlich stand die Nachbarskatze vor meiner Terrassentür. Sie lag mit mir auf dem Sofa und tröstete mich, nachdem mein Vater völlig unerwartet und plötzlich verstorben war. Wann immer sie zu mir wollte, klopfte sie von draußen mit ihrer Pfote an die Fensterscheibe. Sie haben Ihre eigenen Katzenassoziationen. Die Katze ist ebenso ein starkes kollektives Symbol. Sie steht für Eigenwilligkeit, Selbstbestimmtheit sowie Freiheit und auch für Gefühl und Intuition. Jan Becker, einer der großen Magier unserer Zeit, nutzt die Katze für eine anschauliche Metapher wenn er konstatiert (S. 23): „die Intuition ist wie eine Katze, sie komme nicht auf Befehl. Sondern nur dann wenn sie sich sicher fühlt“.

Der Begriff, das Wort Katze, ist nur ein Motor für Assoziationsketten, die sich unwillkürlich in uns ausbreiten. Beim bildhaften Ausdruck kommen weitere Ebenen dazu, mit denen wir in Resonanz gehen. Das ist das spannende an der Kunst als Sprache, denn das wilde Denken braucht Bilder und Metaphern. Diese findet es im Kunstwerk. Die in der Collage abgebildete Katze, die von einer afghanischen Frau aus meiner Flüchtlingsgruppe stammt, hat ihren speziellen und einmaligen Ausdruck, der mehr als nur das Wort „Katze“ weitere assoziative Themen in uns anspielt. Wir können beim Betrachten eines Bildes mit unserer subjektiv gefärbten Brille im Inneren des Künstlers stöbern. Dabei darf aber nicht außer Acht gelassen werden, dass jede Assoziation zunächst einmal etwas über den Betrachter selbst aussagt. Bestenfalls ergibt die Assoziation dann auch für den Erschaffer des Werkes einen Sinn. Besonders gut funktioniert diese Übersetzung der Kunst als Sprache des wilden Denkens in Gruppen.

Ich leite mehrere kunsttherapeutisch orientierte Gruppen, u.a. in der Frauenbratungsstelle Biff Harburg. Die Frauen kommen mit schwierigen Lebensthemen in die Gruppe. Durch freies Assoziieren zu den Bildwerken in der Gruppe bekommen die Frauen neue Impulse. Diese Art der Herangehensweise spricht mehr die fühlende Seite in uns an. Es gilt zu beobachten, welche Impulse und Assoziationen das erschaffene Werk bei der Gruppe hervorruft. Die Künstlerin wird ihrerseits ermutigt, sich die Assoziationen zu eigenen zu machen, zu denen sie eine Verbindung spürt. Die Assoziationen der Anderen sind immer subjektive Färbungen, keine Wahrheiten. Erstaunlich oft haben diese Assoziationen eine erhellende Bedeutung für die Klienten mit ihren Anliegen. Durch Einschwingen, Resonanz, können wir über das Kunstwerk in Verbindung treten. Die Kunst übersetzt Resonanzen in die materielle Welt, indem sie etwas im Außen manifestiert. Die intuitive Seite in uns denkt in bildhaft metaphorischen Assoziationsnetzen, die rationale Seite folgt einem kausal linearen Programm. Wir müssen diese unterschiedlichen Ansätze zusammenbringen.

Das wilde Denken braucht immer wieder auch eine „Übersetzung“, eine Reflexion. Assoziationen und innere Bilder sind eher wie Träume, die man erstmal verstehen muss. Die Kunst ist es, die völlig unterschiedlich agierenden Denkansätze in uns zu vereinen. Welche Assoziation hat mit mir zu tun, welche hat in ihrer kollektiven Bedeutung für mich eine Wichtigkeit und welche Rückmeldung aus einer Gruppe berührt mich, so dass ich zu der Erkenntnis gelange, all das betrifft tatsächlich auch mein Thema, mein Anliegen. Das sind Fragen, die die analytische Seite in uns zur Überprüfung stellen kann und soll. Wie das alles funktioniert, ist für mich immer wieder ein Wunder. Das wilde Denken erweitert Perspektiven und bringt sehr oft Überraschendes. „Kunst liefert einen Zugang. Sie lässt eintauchen in Urschichten, in die Leere, lässt erstmal alles verlieren, alle Konzepte, alle Bilder, alles. Sie geht in den Raum, in dem es möglich ist, sich mit allem, was war, was ist und was sein wird, mit allem, was sich im Bereich des Möglichen befindet, mit allen Samen und ihrem Potential in Verbindung zu setzen. Kunst ist die innewohnende Möglichkeit, Leben kreativ zu gestalten. Sie ist der schöpferische Akt des Gebärens“, beschreibt es Cambra Skadé (S. 9).

Termine

  • In der Kunstleihe Harburg starten wir in Kürze regelmäßig monatlich einen Kurs „Kunst und Hochsensibilität“.
  • Ab Februar 2020 gibt es mit mir als Kursleiterin im Kulturhaus Süderelbe einen Kurs „Kunst als Sprache der Intuition“ geben.
  • Gern können wir über das Thema auch im Rahmen des Harburger Kunstsalon am 9. Feb. 2020, 14.00 bis 16.00 Uhr in der Kunstleihe Harburg (ab Januar 2020 in der Meyerstraße 26 / Ecke Bansenstraße) sprechen. Ich freue mich über meine Einladung als Künstlerin, die Moderation führt Petra Hagedorn.

Literatur

  • Becker, Jan (2006). Das Geheimnis der Intuition. Man spürt, was man nicht wissen kann. Piper.
  • Hinrichs, Ulrike (2019). Kunst als Sprache der Intuition. Der holografische Ansatz in der Kunsttherapie und kunstanalogen Veränderungsprozessen. Schweiz: Basel, Zürich, Roßdorf: Synergia.
  • Kahnemann, Daniel (2011). „Schnelles denken, langsames Denken“, Penguin Verlag
  • Rosa, Hartmut (2016). Resonanz. Suhrkamp Verlag.
  • Skadé, Cambra (2011). Schamanische Kunst. Heilkunst. Connetion, Schamanismus & Kunst, Schamanismus Nr. 5, 2011, S. 8 ff.

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Die Unvollkommenheit Hinrichs´ https://www.tiefgang.net/die-unvollkommenheit-hinrichs/ Fri, 03 Jan 2020 23:49:42 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6101 [...]]]> Im Oktober 2019 lud die Künstlerin Petra Hagedorn erstmals zu einem Harburger Kunstsalon ein. In Harburg?!? Ja, und es war ein voller Erfolg. Nun folgt der nächste Kunstklönschnack.

Nach einem erfolgreichen 1. Harburger Kunstsalon im Oktober 2019 ist nun die Kunsttherapeutin und Künstlerin Ulrike Hinrichs am Sonntag, 9. Februar 2020 zwischen 14 und 16 Uhr in die Kunstleihe Harburg (neue Adresse: Meyerstraße 26, 21075 Hamburg!!!) eingeladen. Die Moderation übernimmt wieder Petra Hagedorn.

Ulrike Hinrichs lebt in Harburg, ihr künstlerischer Schwerpunkt liegt im skulpturalen Arbeiten, mit Pappmaché, Holz und jüngst auch mit Bronze (siehe auch „Mehr über den Tod nachdenken“, ´Tiefgang`). Ihr Thema in der Kunst ist die Unvollkommenheit. Für ihre Pappmaché-Skulpturen und Köpfe verwendet sie leere Haushaltsflaschen und Kanister. Die vorgegebene Form der Flaschen schafft eine ungewöhnliche und gerade nicht perfekte Körperform der Wesen und Geschöpfe. Diese Verformungen machen die Figuren besonders.

Ulrike Hinrichs versteht die Kunst als eine Sprache der Intuition, die sich in allen Lebensbereichen – so auch im gesellschaftspolitischen Bereich – als Sprachroh einsetzen lässt. „Der künstlerische Ausdruck kann Unsagbares zeigen, Widersprüche vereinen und Themen verdichten“, sagt Hinrichs. In Harburg initiierte Ulrike Hinrichs in den letzten Jahren zahlreiche künstlerisch-kulturelle Integrationsprojekte, wie das Kunstprojekt „Gemalte Freiheit“ (Idee des gelebten Grundgesetzes „Idee des gelebten Grundgesetzes“, Tiefgang), oder das Projekt „Wohnst du noch oder lebst du schon auf der Straße“ (siehe „Wohnen als Kunst“, ´Tiefgang`).

Für 2020 möchte sie Menschen zum Thema „Kriegskinder – die Schatten der Vergangenheit“ zusammenbringen. „Noch immer sind Menschen weltweit auf der Flucht. Die Folgen von Krieg, Folter und Terror sind traumatisch, das erlebe ich immer wieder in meiner Flüchtlingsarbeit. Aber auch unser Land hat durch den zweiten Weltkrieg transgenerative traumatische Erfahrungen mitgenommen. Der Schatten der Vergangenheit liegt bis heute wie eine dunkle Wolke über unserer Gesellschaft. Viele Nachkriegskinder kennen das Phänomen, dass die Großeltern oder die Eltern nicht über den Krieg gesprochen haben. Kinder spüren die unausgesprochenen Ängste. Sie nehmen die Lähmung, die Sprachlosigkeit der Eltern wahr, die sie nicht einordnenden können. Kriegskinder kennen daraus resultierende unerklärliche Gefühle wie innere Leere, Ängste und Schuldgefühle“, erklärt sie.

Als Kunsttherapeutin arbeitet sie mit verschiedenen Gruppen, wie zum Beispiel Geflüchteten, Senioren, Kindern und Frauen in Krisensituationen. Der künstlerische Ausdruck diene dabei als eine integrative und allverständliche Sprache der Intuition, so Hinrichs. Jüngst erschienen ist zu diesem Thema auch ihr Fachbuch Kunst als Sprache der Intuition. Der Der holografische Ansatz in der Kunsttherapie und kunstanlogen Transformationsprozessen (siehe „Mit der Kunst die Intuition einfangen“, ´Tiefgang`).

Ulrike Hinrichs

Die intensive persönliche und berufliche Beschäftigung mit der Kunst als Ausdrucksform war aber nicht immer so. Eigentlich wollte Ulrike Hinrichs zwar nach dem Abitur Kunst studieren, aber ihr familiäres Umfeld machte ihr die „brotlosen Kunst“ madig und riet ihr, etwas „Vernünftiges“ zu lernen. Da sie schon immer eine Verfechterin für Gerechtigkeit gewesen war, startete Hinrichs in Hamburg ihr Studium der Rechtswissenschaften. Am Recht fasziniert sie auch noch heute die differenzierte Meinungsbildung und das übergeordnete Wertesystem. Nach einem langen Studium machte ihr die Praxis im Referendariat zunächst viel Spaß und sie ließ sich in Berlin als Rechtsanwältin nieder. Im Alltagsgeschäft spürte Hinrichs aber schnell eine innere Unzufriedenheit bei der Unterstützung von Menschen allein mit rechtlichen Mitteln, da die menschliche Seite des Konfliktes im Recht oft zu kurz kommt. Sie ließ sich daher zur Mediatorin ausbilden und absolvierte viele psycho-soziale Aus- und Weiterbildungen. Zu dieser Zeit wiedererwachten auch ihre künstlerischen Ambitionen und die Sehnsucht nach der Heimat. 2012 zog sie zurück nach Hamburg und machte an der Medical School Hamburg den Masterabschluss als Kunsttherapeutin. Ihren Beruf als Anwältin gab sie auf. Und so kam Ulrike Hinrichs nach einer langen inneren Reise endlich zurück zu ihrem Ursprung und ihrer Berufung, nämlich der Kunst. In ihre Projektarbeit im Bereich Gesellschaft, Kultur und Integration setzt sie den künstlerischkreativen Sprachausdruck für eine verbindende und sprachenübergreifende Ressource ein, um Menschen und Kulturen zusammenzubringen. Mit ihrer Kollegin Gabrielle Hennecke hat sie das weltumspannende Kunstprojekt unlimited hearts mit Sitz in Hamburg und Istanbul gegründet. Mit dem Projekt wollen die beiden ein Zeichen gegen Hass und Schwarz-weiß Parolen setzen und Menschen mit ihren Kunstwerken in einer Online Galerie über den Globus verbinden (www.unlimitedhearts).

Termin: So., 09. Februar, 14-16 Uhr, 2. Harburger Kunstsalon mit Petra Hagedorn, Gast: Ulrike Hinrichs; Ort: Kunstleihe Harburg, Meyerstraße 26, 21075 Hamburg; sued-kultur.de/kunstleihe; Tel.: 040 – 300 969-48; Eintritt frei

Weiterführend: Ulrike Hinrichs – www.lösungskunst.com

Eindrücke vom 1. Harburger Kunstsalon im Oktober 2019 mit Ulrich Lubda:

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Ende des Kellerdaseins https://www.tiefgang.net/ende-des-kellerdaseins/ Fri, 03 Jan 2020 23:43:02 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6218 [...]]]> Pünktlich zum Jahresbeginn hat die Kunstleihe Harburg neue und vor allem eigene Räume bezogen. Und schon am ersten Sonntag des neuen Jahres 2020 gehen wieder Kunstwerke über den Ladentisch.

Das Team der Harburger Kunstleihe hat in einem Kraftakt zwischen den Jahren neue Räume bezogen. Und schon am heutigen Sonnabend (4. Jan, 18h) lädt es Interessierte und Freunde zu einem kleinen Umtrunk und Einblick in die neuen Räume. Und am morgigen Sonntag (5. Jan., von 12-17h) nimmt der Betrieb der Kunst-Ausleihe dort wieder Fahrt auf.

Die neue Adresse ist die Meyerstaße 26 / Ecke Bansenstraße im gründerzeitlichen Meyerviertel unweit der S-Bahn-Station Heimfeld. Dort lädt ein ehemaliges Ladengeschäft im vorderen Bereich zur „Kunst auf Zeit“. Sabine Schnell vom mittlerweile auch als gemeinnützig anerkannten Verein Kunstleihe Hamburg e.V. freut sich: „So gut es war, dass wir nach unserem unfreiwilligen Auszug aus dem alten Gemeindehaus der Dreifaltigkeitskirche Neue Straße nachfolgend Exil im neuen Nachbarschaftstreff in der Eißendorfer Straße 124 fanden, so klar war auch, dass es einen eigenen Raum brauchen wird. Und nach etlichen Gesuchen und Versuchen denken wir, dass wir nun einen würdigen Raum für die Kunst aber auch andere Kulturevents gefunden haben.“

Denn im Nachbarschaftstreff wurde das Kunstleihe-Team auf die Sonntage reduziert und musste stets eine Stunde mit mindestens zwei Personen die Kunst aus dem Keller holen und aufbauen und nach fünf Stunden ebenso mindestens eine Stunde wieder im ehemaligen Saferaum verpacken und sichern. „Das hat weder uns noch der Kunst gut getan“, so Sonja Alphonso im Rückblick.

Aber auch an- und nachgefragte Formate wie Workshops zur Kunstbetrachtung von der Harburger Künstlerin Anne Flad als auch der gut angelaufene Harburger Kunstsalon von Petra Hagedorn waren in der Terminwahl als auch in der Nutzung der Räume  aufs Notwendigste reduziert.

Das kann und soll sich nun ändern. „Im Grunde sind die vorderen Räume nun für die Kunst und Kultur reserviert und können sieben Tage die Woche und 24 Stunden lang genutzt werden. Das schafft im wahrsten Sinne Frei-Räume für Kulturangebote, wird aber auch den Kunstleihenden das non-profit-Serviceangebot erweitern. Für die rund 40 Öffnungstage m letzten Jahr war die Nachfrage eh schon gut. Doch jetzt dürfte sich das Feedback erheblich ausbauen“, ist sich Sabine Schnell sicher.

Möglich wird dies aber vor allem, weil unter anderen die Grafikerin Sabine Schnell mit weiteren Kollegen aus ihren Büros im Harburger Hafen ins Heimfelder Meyerviertel wechselt. „So ist der Kostendruck auf die Kunstleihe nicht so hoch und wir werden die Arbeit mit dem Hobby gut verbinden können. Das Viertel selbst lädt ja auch regelrecht dazu ein!“ 

Also: wer neugierig ist, kann schon an diesem Wochenende (Sa., 4.1. ab 18h und So., 5.1. ab 12h) die neuen Räume und vor allem die zeitgenössische lokale Kunst bei einem Glas Sekt, Bier oder einem Becher Kaffee bestaunen. Zum Monatsende soll der Umzug dann gänzlich abgeschlossen werden und ein weiteres Event dann auch das einjährige Bestehen der ersten nichtkommerziellen Kunstleihe feiern.

Weitere Termine:

  • , 12. Jan., 12-17 Uhr: Raumillusion (Perspektive, Körperhaftigkeit, Kontraste) im Rahmen der Workshopreihe „Theoretische Bildbetrachtung und praktische Erprobung“ (Anmeldung erforderlich)
  • , 09. Feb., 14-16 Uhr: 2. Harburger Kunstsalon; Moderation Petra Hagedorn, Künstlerin Ulrike Hinrichs

Weiterführend: www.sued-kultur.de/kunstleihe;  instagram.com/kunstleihefacebook.com/KunstleiheHarburg

Ein Fernsehbeitrag zur Kunstleihe Harburg:

 

 

 

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Aufbruch in die Moderne – Holzschnitte vor 100 Jahren https://www.tiefgang.net/aufbruch-in-die-moderne-holzschnitte-vor-100-jahren/ Fri, 25 Oct 2019 22:51:43 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5975 [...]]]> 2019 jährt sich Vieles und oft reden wir vom Bauhaus oder der Hamburger Sezession. Dabei waren die Impulse von 1919 und den Folgejahren weit aus vielfältiger und nicht immer von Freude. Eine Themen-Ausstellung in der Harburger Kunstleihe zeigt dies eindrucksvoll anhand von Holzschnitten.

Kunst und ihre verschiedenen Positionen sind substantiell, um auch stets den herrschenden Zeitgeist zu verstehen. Aktuelle Themen finden sich meist unmittelbar in der Kunst wieder und regen spielerisch oder provokativ zum Diskurs an. So wie es heute ein Banksy mit geschredderter Kunst  zum Nachdenken anzuregen vermag, so war es auch vor hundert Jahren.

Dank der Überlassung  von etwa 40 Holz- und Linolschnitten aus einer Sammlung eines Privatiers zeigt die Kunstleihe Harburg  dies in einer Themenausstellung nun auf. Sie wird am 3. November um 12 Uhr in den Räumen in der Eißendorfer Str. 124 eröffnet und ist dort dann bis zum Jahresende immer zu den regulären Öffnungszeiten sonntags von 12 bis 17 Uhr zu sehen. Eintritt frei.

Die Holzschnitte stammen zum Großteil aus der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg.

Ihre Motive sind entweder geprägt von den Schrecken des Krieges, zeugen von Armut, Hunger, Einsamkeit oder Grauen der Brutalität. Und in der Tat waren auch manche der Künstler selbst als Soldaten an der Front. Zum anderen brach mit Ende des Krieges aber auch das einengende System, des Kaiserreichs zusammen. Das erste Mal kam eine Blüte der Freiheit und Demokratie zur Geltung und diese führten in der Kunst zur Abstraktion, zu einer neuen Form der Sachlichkeit, neuen Lehren von Formen und  Linienführung. Frauen kämpften für ihre Rechte – auch in der Kunst. Kubismus, Bauhaus, Kandinsky oder Feininger stehen für diese Zeit und in den ausgestellten Werken ist nun eine Vielzahl weniger bekannter aber nicht weniger aussagekräftiger Werke zu sehen.

Unter den Künstler*innen finden sich Namen wie Feiniger, Dexel, Schad, Mataré, Rodtschenko, Verkauf-Verlon oder Gramatté, Holzhausen oder Nauen.

Die meisten Werke und Urheber*innen wurden wenige Jahre später von den politischen Ereignissen überrannt, von Nationalsozialisten als „entartete Kunst“ gebrandmarkt, verboten und oft gar verbrannt. Auch hier hochaktuelle Bezüge in unsere Zeit.

Das Besondere der durchweg schwarz-weiß gedruckten Schnitte ist aber auch ihre Technik. Ob auf Holz- oder Linolplatte oder als Lithografie und Kreidezeichnung – es waren nur spärliche Mittel nötig, um diese Drucke entstehen zu lassen, umso mehr aber ein hohes Können an Schnitt-Technik und Abstraktion, da die Platten als Negativ geprägt werden.

Und auch die Biographien der verschiedenen Künstler*innen sind aufgearbeitet und verweisen auf Lebensbrüche, Einflüsse verschiedener Regionen, Kreise und Erlebnisse.

Eine spannende Kunst-Reise in ein vergangenes und doch sehr präsentes Jahrhundert.

Vernissage: So., 3. Nov. 12-20 Uhr, Kunstleihe Harburg, Eißendorfer Straße 124, 21073 Hamburg. Der Eintritt zum Programm des Harburger Kulturtages beträgt einmalig 3,- €.

Laufzeit der Ausstellung ist bis Jahresende immer sonntags zwischen 12 und 17 Uhr am selben Ort.

weiterführend: www.sued-kultur.de/kunstleiheinstagram.com/kunstleihefacebook.com/KunstleiheHarburg

 

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Harburgs neuer Kunstsalon https://www.tiefgang.net/5930-2/ Fri, 11 Oct 2019 22:31:44 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5930 [...]]]> Ende Januar 2019 startete die erste Hamburger Artothek, die Kunstleihe Harburg, mit ihrer Arbeit. Nun kommt der nächste Schritt: Harburg erhält am 20. Oktober 2019 seinen 1. Kunstsalon Harburg.

Die Künstlerin Petra Hagedorn lädt dann in regelmäßigen Abständen zu einer Gesprächsreihe und verschafft so Einblicke in das Schaffen und Leben aktueller Harburger Künstler*innen.

Der 1. Kunstsalon findet im Rahmen der sonntäglichen Kunstleihe im Nachbarschaftstreff Eißendorf (ehem. Sparkasse) in der EißendorferStr. 124 statt. Am Sonntag, den 20. Oktober, von 14 -16 Uhr ist der Künstler Ulrich Lubda zu Gast.

Zu Ulrich Lubda:

Ulrich Lubda war schon in den 90er Jahren laut Hamburger Abendblatt einer der bekannteren Multimedia-Künstler der Region und zeichnet und malt ernsthaft seit den 1960er Jahren. Seine Lehrer waren u.a. Willy Drews (später Direktor der Werkkunstschule in der Armgartstraße) und Conrad Brockstedt.

In Harburg machte sich Ulrich Lubda, wo er Schüler und für kurze Zeit auch Lehrer war, allerdings einen Namen als Spielpädagoge, als Pionier des Schultheaters und als Performer. Er initiierte das Schülertheater im Malersaal, organisierte „Wozu das Theater?“ für die Schulbehörde im Raum Süderelbe, erfand und leitete für mehrere Jahre Anfang der 1980er das Harburger Theatervergnügen und die studiobühne harburg im Milieugebiet Lämmertwiete. Er hatte jedoch wenig Lust, sich in die für Harburg typischen Grabenkämpfe, damals zwischen Lämmertwiete einerseits und Phoenixviertel andererseits, hineinziehen zu lassen und wechselte nach Hamburg, wurde Sprecher und Vorsitzender in der Vollversammlung des Freien Theaters in der Kampnagelfabrik. Seine Theaterarbeit führte ihn nach Berlin, London, zum Edinburgh Fringe, nach Paris zu Augusto Boal und zu Peter Brook sowie mit Kindertheater an den dänischen Nordseestrand in Zusammenarbeit mit Nils-Kristian Hansen, Henne Strand.

Im Landkreis baute er später einen Bio- und Gnadenhof auf, wo dann – nach land art bei Marschkunst / Kunstmarsch, in den Marsch- und Vierlanden, bei der Jesteburger Kunstwoche, in Dörfern im Raum Bevensen und auf der Kulturellen Landpartie im Wendland – für viele Jahre seine Hofkunst stattfand, mit zahlreichen KünstlerInnen aus dem Umland. Anfang des neuen Jahrtausends leitete und betreute er die Kunst im Dorf und Kunst im Park bei den Norddeutschen Apfeltagen in Ammersbek. Daneben gab es Ausstellungen, Performances, Konzerte, Lesungen, Workshops – auch in der von ihm auf seinem Land errichteten Jurte. Er bespielte den Winsener Kunstbahnhof, das Wasserschloß Winsen und die Marienkirche sowie St.Jakobus in seiner kleinen Kreisstadt, auch den Luhestrand im benachbarten Bahlburg und die ehemalige Dorfbäckerei seines Nachbarn. Die letzten Jahre sahen ihn wieder in Hamburg aktiv – auf der Straße der Poesie/rue de la poésie, in der Kunstklinik Bethanien, Eppendorf und im Kottwitzkeller in Eimsbüttel. 2018 kehrte er mit zwei Projekten in der 3Falt nach Harburg zurück und stellte auch im Verein „Alles wird schön“ aus.

Sonderausstellung

Zum 16. Harburger Kulturtag am So., 3. November, eröffnet zudem die Kunstleihe Harburg ihre Sonderausstellung zum Thema „100 Jahre Holzschnitt – Aufbruch in die Moderne“.

Vor 100 Jahren endete der 1. Weltkrieg, die Schrecken aber hallten nach und auch das Kaiserreich war am Ende. Zugleich schuf die erste deutsche Demokratie der Kunst ungeahnte Freiheiten und Möglichkeiten des Ausdrucks.  All dies liegt der Kunstleihe in einer Vielzahl von Holzdrucken vor, die für den 16. Harburger Kulturtag aufbereitet wurden. Anhand der Drucke werden Zusammenhänge, Techniken, Künstler*innen und die thematische Aktualität ihrer Positionen auch 100 Jahre danach aufgezeigt. Zugleich haben Kulturtag-Besucher die Chance, sich über den aktuellen Stand der Harburger Kunstleihe zu informieren. Die Ausstellung wird dann bis Jahresende im Rahmen der sonntäglichen Kunstleihe zu sehen sein.

Schnellzeichenkurse mit Anne Flad

Ebenso im Rahmen der Kunstleihe aber in einem gesonderten Raum haben Interessierte die Möglichkeit, ihre eigene Wahrnehmung auf Motive, Techniken und Formen zu schärfen. Anhand des Schnellzeichenkurses vermittelt die in Harburg arbeitende und lebende Künstlerin Anne Flad Einblicke in künstlerische Positionen und erlaubt, es an den eigenen Ideen nachspürbar zu bekommen. Die Kurse finden einmal monatlich statt und leiten sowohl zum Selbstzeichnen an als auch anhand von verschiedenen Werken der Kunstleihe Harburg Techniken und Perspektiven erläutert werden. Vorkenntnisse sind nicht nötig. Die Teilnahme kostet für 5 Stunden 50,- € und ist für Mitglieder der Kunstleihe vergünstigt.

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt und eine Anmeldung vorab erforderlich. Ein spannendes Experiment, das einem Einsichten mit auf den Weg gibt. Zu den Kursthemen, weiteren Terminen und Anmeldung unter www.sued-kultur.de/kunstleihe, kunstleihe@sued-kultur.de oder Tel.: 040 – 300 969 48.

 

 

 

 

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Harburg bekommt eigenen Kulturausschuss! https://www.tiefgang.net/harburg-bekommt-eigenen-kulturausschuss/ Fri, 20 Sep 2019 22:30:26 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5873 [...]]]> Diese Woche es soweit: die neue Koalition aus SPD und Grünen in Harburg hatte sich geeinigt und setzt für die kommende Legislatur 2019-2024 die Ausschüsse fest. Neu: ein ganz eigener Kulturausschuss!

Das hat es lange nicht oder gar überhaupt schon gegeben: Harburg wird im neu gewählten Bezirksparlament einen Ausschuss nur für Kultur bekommen. Bisher war Kultur neben Freizeit und Sport in einem Ausschuss abgefeiert und noch davor gar mit Bildung und anderem. Dass nun also ein Ausschuss sich nur mit dem Thema Kultur befasst, könnte ein gutes Zeichen sein. Und schaut man sich an, welche Aufgaben dem Ausschuss zugewiesen werden, zeigt sich: da kommt allerhand zusammen.

Auszug zum Thema Kultur im Koalitionsvertrag:

„Die große Anzahl von Aktiven, die sich in Kulturinitiativen und Sportvereinen, sei es ehren- oder hauptamtlich, engagieren, prägen das Zusammenleben in unserem Bezirk maßgeblich. Die Möglichkeit der gemeinsamen Freizeitgestaltung, sei es beim künstlerischen Gestalten oder in der Musik oder auf dem Sportplatz, ist wichtiger Standortfaktor für einen lebenswerten Bezirk. Die Koalition begrüßt die vielfältige Landschaft der Initiativen, Vereinen, Kulturzentren und Kulturschaffenden im Bezirk.

Urbane Stadtteilentwicklung beinhaltet die Berücksichtigung von Erfordernissen kultureller (Frei)Räume, damit das städtische Wachstum mit wachsender Lebensqualität einhergeht.

Räume für Kultur schaffen

  • Räume für kulturelle Nutzungen müssen frühzeitig in die Stadtentwicklung implementiert werden. Die Koalitionspartner sind sich darüber einig, dass die räumliche Kulturentwicklungsplanung für jedes Gebiet angepasst und eine Berücksichtigung der Interessen der Kulturschaffenden an der Errichtung und dem Betrieb von Kulturräumen/flächen von der ersten Planung bis zur Realisierung gewährleisten soll.
  • Die Koalition begrüßt die Errichtung und den Betrieb eines Kulturkatasters zur räumlichen Erfassung der bestehenden kulturellen Vielfalt (Parameter u.a. Lage, Art der Nutzung/en, Flächengröße, Indoor/Outdoor, Programmangebote, Förderungsstatus der FHH) durch die Kulturbehörde. Diese Bestandserfassung dient auch zur Früherkennung von Problemlagen bei Ausschreibungen und zukünftigen Bauplanungen in Hinblick auf vor Ort ansässige Kulturstätten.
  • Für den Bezirk soll eine Plattform für die Raumerfassung entstehen, analog zu der vorhandenen Plattform für die Sporthallen- und Sportplatznutzung, die sich an den Bedürfnissen der Nutzer und Nutzerinnen orientiert.
  • Die Kreativgesellschaft wird aufgefordert, gemäß ihrem Auftrag, auch für den Bezirk Harburg für Kulturschaffende zur Verfügung zu stehen. Besonders für die Zwischennutzung leerstehender Ladenlokale ist die Kreativgesellschaft für die Vertragsgestaltung ein wichtiger Kooperationspartner für Mieter und Vermieter.
  • Das neu entstehende Areal „Harburger Höfe“ bietet ideale Voraussetzungen, urbanes Leben und kulturelle Nutzung zu vereinen. Die Koalition wird sich beim Investor für ein Konzept einsetzen, dass diese Idee weiterentwickelt wird.
  • Die Koalition wird sich dafür einsetzen, dass im Zuge der Entwicklung der Stadtteilkultur im Bezirk, auch die Möglichkeiten für die Schaffung eines weiteren Kulturzentrums geprüft werden.

Stadtteilkultur fördern

Die Koalition setzt sich dafür ein:

  • Dass die kulturellen Einrichtungen bedarfsgerecht und auskömmlich finanziert
  • Dass erfolgreiche Formate, wie z.B. Suedlese, Wall of Fame, Music Night, Kunstleihe, Kulturtag, Sommer im Park, u.a. gesichert und gefördert werden.
  • Dass Stadtteilkulturzentren, wie z.B. der Riekhof und das Kulturhaus Süderelbe ihre Potentiale entwickeln können und Raum für neue Konzepte haben.
  • Dass die Stadtteilkulturmittel der wachsenden Bevölkerung im Bezirk Harburg angepasst werden
  • Dass die Sammlung Falkenberg in Harburg erhalten bleibt und eine Ausweitung der Öffnungszeiten in Richtung eines regulären Museumsbetriebs geprüft wird.
  • Dass bestehende Kunstwerke, z.B. das „Mahnmal gegen den Faschismus“ und der „Harburger Kunstpfad“, im öffentlichen Raum angemessen präsentiert und kommuniziert werden. Dazu gehören u.a. neue Hinweisschilder im Straßenraum.
  • Dass temporäre Kunstprojekte, z.B. das Projekt „Hamburg/Maschine“ der Stadtkuratorin auch in Harburg stattfinden
  • Dass der Jugendkulturpreis erhalten bleibt und weiterentwickelt wird

 Stadtteilkultur braucht Kommunikation und Mitbestimmung

  • Wir begrüßen die Zusammenschlüsse lokaler Netzwerke von Kulturschaffenden, wie z.B. Suedkultur.
  • Die Koalitionspartner werden veranlassen, dass zukünftig zur besseren Vernetzung von Kultur, Politik und Verwaltung für den Kulturausschuss, analog zum Integrationsbeirat oder Seniorenbeirat, beratende Mitglieder benannt werden.
  • Zusätzlich wird ein „Runder Tisch“ zur Entwicklung von Handlungsfeldern, Zielen und Maßnahmen der Kulturentwicklung im Bezirk eingerichtet. Dieser „Runde Tisch“ besteht aus Mitgliedern der Fraktionen, der Verwaltung und Kulturschaffenden im Bezirk. Der Runde Tisch soll an der Erstellung eines Kulturentwicklungsplans für den Bezirk mitwirken.
  • Für eine Verbesserung in der Zusammenarbeit von den vielen Aktiven aus Kultur und Sport mit der Harburger Bezirksverwaltung ist es notwendig, auch dort die Ressourcen zu stärken. Die steigenden Anforderungen und die wachsende Bevölkerungszahl haben sich bisher nicht im Stellenplan wiedergefunden. Die Koalition wird sich dafür einsetzen, dass im Bezirksamt eine Stelle geschaffen wird, die sich u.a. mit dem Einwerben von Drittmitteln für den Bezirk und auch mit der Unterstützung von Ehrenamtlichen in der Mittelbeschaffung befasst.“

So sollen konkret im Kulturausschuss in den kommenden Jahren folgende Themenbereiche behandelt werden:

  • Stadtteilkultur / Stadtteilkulturmittel
  • Kunst- und Kultureinrichtungen
  • Bürgerhäuser / Stadtteilkulturzentren
  • Kunst
  • Kunst im öffentlichen Raum
  • Museen (auch Hanne Darboven)
  • Kunstvereine
  • Harburger Schloss (soweit nicht RISE)
  • Kulturpfad
  • Geschichtswerkstatt
  • Geschichtspfad
  • Kulturbeirat
  • Denkmalschutz (soweit nicht SPA)
  • Kinder- und Jugendkulturpreis
  • Stadtfeste und öffentliche Veranstaltungen

Nun: Pläne sind das eine und deren Umsetzung das andere. Aber die Liste an Themen und Arbeitsfeldern zeigt: die Arbeit aller Aktiven in der Initiative SuedKultur wurde endlich wahrgenommen und erkannt. Raumnot, Unterfinanzierung und mangelnde Präsenz im Raum und Bewusstsein – es gibt viel zu tun.

Die erste Sitzung des Ausschusses für Kultur ist für den Mo., 7. Oktober angesetzt. Man darf gespannt sein.

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Synergieeffekte https://www.tiefgang.net/synergieeffekte/ Fri, 13 Sep 2019 22:42:39 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5761 [...]]]> Kürzlich erlebte ich ein bemerkenswert schönes Zusammenspiel auf verschiedenen Ebenen. Alles greift ineinander und fügt sich zu einem Erlebnis der besonderen Art zusammen.

Zum einen ist da die Kunstleihe, für die ich schwärme und mich stark mache, weil sie eindrucksvoll eine eigene Dynamik entwickelt und das Bewusstsein verändert. Die Möglichkeit, sich unglaublich kostengünstig Kunstwerke auszuleihen und in den eigenen vier Wänden wirken zu lassen, ist eine Einladung an alle Menschen, einen persönlichen Zugang zu etwas unsagbar Kostbarem zu finden: Inspiration. Auf der zweiten Ebene kommen Bilder ins Spiel, für die ich mich begeistere und in die ich quasi mit allen Sinnen eintauche. Und schließlich beschäftige ich mich mit dem Fachbuch von Ulrike Hinrichs „Kunst als Sprache der Intuition“.

In der Kunstleihe komme ich sowohl mit Künstlern und ihren Werken als auch mit Betrachtern ins Gespräch und finde das anregend und bereichernd. Obwohl ich schon immer „kunstaffin“ und auch kreativ war, kann ich durch den Kontakt an mir selbst verstärkt Veränderung beobachten. Die Kunst hat einen Rückkopplungseffekt. Ich reagiere auf das Energiefeld und bin gleichzeitig Mitwirkende des sich weitenden Bewusstseins. Das mag etwas komisch klingen, doch tatsächlich steckt darin für mich die elementare Erkenntnis, dass wir Teil einer fulminanten Schöpfung sind, gleichermaßen Gestalter und Betrachter in einem universellen Meisterwerk. Die Welt trifft auf unseren Resonanzkörper. Er liebt es, sich einzuschwingen und lässt uns aufleben, wenn wir die richtige Frequenz für uns gefunden haben. Elias Canetti behauptete, ein Werk brauche die Erfahrung des Betrachters, um zum Leben erweckt zu werden. Das bedeutet, dass ein Werk schweigt oder wir vielleicht nur ein dissonantes Rauschen wahrnehmen, wenn wir nicht auf gleicher Wellenlänge sind. Wissenschaft und Technik sind ohne Frage faszinierend, aber vermögen sie uns wirklich zu bewegen und in Harmonie bringen mit einer größeren Ordnung natürlichen Ursprungs? Sind es nicht vielmehr Berührungen und andere Sinneswahrnehmungen, die uns ein Gespür für den göttlichen Funken vermitteln, der in allem schlummert?

Das Denken scheint dafür weniger geeignet als Musik und Tanz, Poesie und bildende Künste. In einem Bild von Anne Beecken sehe ich eben jene Verschmelzung aller Ebenen, die mich selbst erfasst. Ich verliere mich in der Betrachtung und finde mich zugleich wieder. Mein holografisches Ich ist berührt und zutiefst verbunden mit den weichen Wellen. In dieser Bewegung komme ich ganz und gar zur Ruhe. Und in der Ruhe liegt die Kraft. Ich fühlte mich unwiderstehlich angezogen von dem Bild. Mein Verstand ist bemüht, Erklärungen nachzuliefern, was ein anderer Teil von mir unmittelbar „wusste“, weil es spürbar war. Die Ahnung ist schneller und umfasst mehr Sinneswahrnehmung, als wir bewusst gewahr werden.

„Das Wissen ist nicht im Gehirn, sondern das Gehirn im Wissen.“ (Hans Hein)

Ist es müßig, diese Vorgänge in Worten fassen zu wollen? Vielleicht, aber trotzdem ist es mir ein echtes Anliegen, und ich hoffe, dass man meinen Gedanken folgen kann. Die erwähnte Anziehungskraft ist am ehesten vergleichbar mit Sichverlieben.

Man kann sich nicht aussuchen, bei wem oder was der Funken überspringt. Zwar mag man rationale Gründe haben, sich für diesen oder jenen Partner zu entscheiden, aber eine solche Allianz ist nicht vergleichbar mit dem überwältigenden Gefühl von Liebe. Auch dafür ließen sich Erklärungen finden, biochemische Prozesse etc., damit das Kind einen Namen bekommt. Aber was wir fühlen ist: Der/ die/ das ist das Richtige für uns, hier und jetzt.

Nicht umsonst ist das Thema Liebe eines der meist besungenen, besprochenen gemalten und dargestellten. Es ist das stärkste Motiv des Lebens, denn es öffnet Kanäle und macht uns empfänglich für eine unfassbare Energie.

Wenn wir lieben, überspringen wir den Zwischenraum und stehen auf der Brücke, die in eine Welt voller Zauber und Magie führt.

Künstler folgen ihrer Intuition und gestalten, was ihnen in den sechsten Sinn kommt. Sie sind Medium, Diener einer Eingebung und Vermittler einer rätselhaften Kraft.

Sie wissen selber nicht, was bei ihren Werken herauskommt, sondern lassen sich „nur“ ein auf einen selbstbildenden Prozess. Das macht sie in gewisser Weise ebenso zum neugierigen Betrachter. Doch durch ihre ausgelebte Kreativität geben sie dem Wunder Gestalt und anderen Menschen die Möglichkeit, für sich selbst etwas in der jeweiligen Ausdrucksform zu erkennen und weiter zu transformieren.

Die Kunst knüpft Kontakte.

 

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Kraftvolle Kunst-Präsenz https://www.tiefgang.net/kraftvolle-kunst-praesenz/ Fri, 06 Sep 2019 22:29:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5733 [...]]]> Die Kunstszene Harburgs ist vielfältig und breit. Dies zeigte sie nun einmal mehr – aber in Buxtehude.

Harburg Kunstleihe ist noch jung, da sie erst Anfang diesen Jahres als eine Artothek ins Leben gerufen wurde. Doch sie machte es nicht nur erstmals in Hamburg möglich, für wenig Geld zeitgenössische lokale Kunst für Zuhause, das Büro oder die Praxis leihen zu können, sondern vernetzte auch die Harburger Künstlerinnen und Künstler auf neue Art und Weise.

Bei 3. Buxtehuder Kunstfest präsentierte sich nun der Kunstzirkel erstmals an einem gemeinsamen Stand und offenbarte die Stärke ihrer Vielfalt. Direkt neben dem Alten Rathaus Buxtehudes, in dem die städtische Buxtehuder Artothek gerade ihr 35jähriges Bestehen feiert, zeigten 15 Künstlerinnen und Künstler aus Harburg ihre Positionen der Kunst. Zu sehen farbstarke Landschaftsbilder von Christine Waldbüßer oder Jan Ratschat, digitale Fotoarbeiten von Petra Hagedorn oder Philipp Meuser, Acrylarbeiten von Anne Flad, Yvonne Lautenschläger oder Gabriele Wendtland oder auch Zeichnungen von Irmgard Gottschlich oder Pflanzenarbeiten von Antje C. Gerdts oder Harald Finke und viele andere mehr. Beide Festtage waren  trotz der Hitze sehr gut besucht und viele Gäste waren überrascht von der beeindruckenden Vielfalt aus der Nachbarschaft.

Aufgebaut: der Stand der Harburger Kunstgruppe (Foto: Sonja Alphonso)

„Der Buxtehuder Artothek sind wir sehr verbunden  und es war uns eine Freude, in direkter Nachbarschaft mit einem Stand neben dem Alten Rathaus auch die Harburger Kunstszene zeigen zu können“, so Sabine Schnell vom Kunstzirkel der SuedKultur. „Manche Buxtehuder waren überrascht, dass Hamburg erst jetzt – 35 Jahre später – eine Kunstleihe etabliert. Auf der anderen Seite war es für viele Harburger Künstler beeindruckend, die Buxtehuder Artothek mit ihrer Vielfalt und doch jung gebliebenen Kunst erstmals zu besuchen. Und auch der Austausch mit anderen Kunstschaffenden auf dem Fest hat alle Seiten bereichert“, so Schnell weiter.

Sonja Alphonso, die ebenfalls  am Stand der Initiative SuedKultur beteiligt war: „Man merkt dem Buxtehuder Kunstfest an, dass der Cheforganisator Sven Brauer selbst Künstler ist. Das Fest ist mit viel Umsicht und Charme entwickelt und somit vorbildlich, wie man zeitgenössische Kunst einer breiten Öffentlichkeit nahe bringt.“ Als Zeichen der Verbundenheit kündigte der Leiter des Buxtehuder Kunstfestes, Sven Brauer, dem SuedKultur-Team an, in Kürze selbst der Harburger Kunstleihe einen Besuch abzustatten und auch ein eigenes Werk zur Ausliehe mitzubringen.

Nach dem künstlerischen „Ausflug“ will das Kunst-Team der SuedKultur sich nun aber wieder voll auf die Kunstleihe Harburgs konzentrieren. Dort sind derweil mehr als 40 Werke an diverse Haushalte und Büros verliehen und so wird es Zeit die Sammlung wieder „aufzufüllen“. Einige Drucke, die aus einer privaten Sammlung überlassen wurden, sind frisch gerahmt. Die Kunstinitiative der Technischen Uni Hamburg will einige ihrer Bestandswerke über die Kunstleihe einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen und auch das Fernsehen hat sich angekündigt, um in Kürze einen filmischen Bericht über die Tätigkeit der Harburger Kunstleihe zu machen. Es ist also viel zu tun.

Wer Interesse hat, kann die rund 150 Werke umfassende Ausstellung der Kunstleihe jeden Sonntag von 12-17h in der ehemaligen Filiale der Sparkasse Harburg-Buxtehude, Eißendorfer Straße 124 besuchen. Dort stehen dann auch meist Kaffee, Kuchen oder ein Glas Sekt bereit und laden zum Austausch.

Wer ein Werk leihen möchte, tut dies für 3 Monate und für 6,- € Leihgebühr. Ein Personalausweis sollte unbedingt mitgebracht werden.

Just Anfang dieser Woche besuchte das NDR-Fernsehen die Harburger Kunstleihe für das Hamburg Journal:

Weiterführende Links: www.sued-kultur.de/kunstleihe; facebook.com/KunstleiheHarburg; instagram.com/kunstleihe

 

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