Lesung unterm Kirschbaum“ https://www.tiefgang.net Fri, 04 Aug 2023 11:35:47 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1 Das gute Buch unterm Baum https://www.tiefgang.net/das-gute-buch-unterm-baum/ Fri, 04 Aug 2023 22:23:13 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=10158 [...]]]> Ein Kirschbaum im Garten – für viele ist das schon wie ein Gedicht. In Neugraben aber gibt es Literatur noch extra dazu.

Am 24. August um 18 Uhr liest Sophia Hungerhoff aus ihrem Roman »Manchmal fliegen« und Dominik Haitz aus seinem bisher unveröffentlichten Roman. Ort: Wulmstorfer Ring 9a, 21149 Hamburg. Ideen- und Gastgeberin dieses ungewöhnlichen Formats: Dr. Anja Schwennsen, Literaturfan und selbst Schreibende.

„Ich habe Sophia Hungeroff bereits auf der Leipziger Buchmesse auf der NDR-Bühne erlebt, wo sie nicht nur toll gelesen hat, sondern auch sehr spannende Dinge über das Thema ihres Roman, Mutterschaft, gesagt hat. Außerdem war sie als Hamburgerin und Lektorin beim mare Verlag auch schon ein paar mal zu Gast bei der Lesung unterm Kirschbaum„, so Schwennsen. „Dominik Haitz war Stipendiat im writers‘ Room und ihn habe ich bereits im Atelier Gausz mit einem sehr spannenden Text gehört. 2020 war er Finalist beim open mike.“

Und weiter: Ich freue mich sehr auf Sophia und Dominik und hoffe, auf einen lauen Spätsommerabend ohne Regen. Bei sicherer Wetterlage wird die Künstlerin, Melanie Riesle, uns auch wieder einige ihrer Bilder zeigen.

Sophia Hungerhoff, geboren 1981, aufgewachsen in Bochum, studierte Romanistik, Vergleichende Literaturwissenschaft und Allgemeine Sprachwissenschaft in Heidelberg, Bonn und Paris. Heute lebt sie mit ihrer Familie in Hamburg und arbeitet im Verlagswesen. »Manchmal fliegen« ist ihr erster Roman.
Dominik Haitz, geboren 1985, studierte Physik und Germanistik in Stockholm und Karlsruhe. 2016 promovierte er in Teilchenphysik. Seit einigen Jahren schreibt er Prosatexte, die er bereits bei verschiedenen Veranstaltungen gelesen und mit denen er erfolgreich an literarischen Wettbewerben teilgenommen hat. Finalist des open mike 2020.

Sophia Hungerhoff ist selbst Mutter. In ihrem Roman schreibt sie empathisch und ehrlich über das Muttersein und darüber, wie Lebensentwürfe sich verändern. Das sagt sie selbst über ihr Buch: „„Im Leben ist man auf die wenigsten Dinge vorbereitet, aber Elternschaft hat dieses absolut Unumkehrbare und Verpflichtende – Vater und Mutter ist man ein Leben lang. Diese Verantwortung kann überfordern. Das Thema ist hierzulande immer noch ein Tabu, weil die Mutterrolle so glorifiziert wird (ein Problem auch für Frauen ohne Kinder). Mein Roman erzählt von der Sehnsucht nach der verlorenen Unbeschwertheit, von der Ambivalenz nicht nur der Mutterschaft, sondern des Lebens – auch der Liebe.“

Falls es doch regnen sollte, will die Gastgeberin Schwennsen improvisieren. „Bei der Lesung mit Kristina Hauff haben wir, als es anfing zu regnen, einfach umgebaut. Danke noch mal an alle, die da waren und so toll geholfen haben! Bestes Publikum der Welt!!!“

Anmeldung: Anmleden bitte hier über die Plattform Eventbrite. Die Anmeldung ist kostenlos.
Eintritt: Spenden willkommen Snacks und Getränke: gerne mitbringen – ein Gläschen Wein gibt es immer!

Am Sonntag, den 6. August 2023 liest Anja Schwennsen übrigens auch selbst und zusammen mit sechs anderen Autor*innen um 15:00 Uhr am Schafberg Dummersdorf in Lübeck. „Wir alle haben im Rahmen des Projekts 7 Naturen ein Stipendium gewonnen und damit die Aufgabe erhalten, einen der sieben Naturerlebnisräume in Lübeck zu erschreiben. Mein Raum war die Plankenwiese direkt an der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze. Ich würde mich freuen, bekannte Gesichter zu sehen.“

Ort: Landschaftspflegeverein Dummersdorfer Ufer, Resebergweg 11, 23569 Lübeck

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Humorvolle Vampire und das Alte Land https://www.tiefgang.net/humorvolle-vampire-und-das-alte-land/ Fri, 27 May 2022 22:38:32 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9082 [...]]]> Die SuedLese-Literaturtage im Süden Hamburgs finden den ganzen Juni über statt. Und gleich in der ersten Woche geht´s poetisch zu …

Die SuedLese ermöglicht im Grunde, alle gut 60 Literaturtermine mit gut 80 Autor*innen an 30 Orten wahrnehmen zu können. Denn sie sind eigens so gelegt, dass selten parallel gelesen wird. Den ganzen Monat über kann etwa eine künstlerische Drahtinstallation der Poesie zum Thema „Heimat“ der Künstlerin frankhaleesi im Schau-Fenster der Harburger Kunstleihe in der Heimfelder Meyerstraße 26 bestaunt werden. Die Künstlerin hatte rund hundert Personen zu ihrer Erfahrung zu „Heimat“ befragt und heraus gekommen ist ein lyrisches Werk aus Worten und Geflechten.

Auch am Fenster findet gleich am 1. Juni und dann immer mittwochs (16h) und freitags (11h) eine Lesung für Kinder am HinZimmer am Heimfelder Hinzeweg 1 statt. Dabei können Kinder aber auch ältere Lesefreunde wie beim Kasperletheater Literatur erleben. Ermöglicht wird dies durch die Bürgerstiftung Hamburg.

Aus dem Berufsleben eines Dogenfahnders erfährt man am Do., 2. Juni um 19h in der Harburger Fischhalle am Kanalplatz vom Autoren Ben Westphal. Er gibt Einblicke in seinen Berufsalltag, der aber humoristische Distanz mit bester Krimisprache zusammenbringt.

Kommen in die Bücherhalle Harburg: Valerie Pauling und Kodjo Wendt (Foto: privat)

Musikalisch-literarisch und ins Alte Land führt ebenso am 2. Juni um 19.30h die Autorin Valerie Pauling mit Musiker Kodjo Wendt. „Der Himmel über dem Alten Land“ ist so um 19.30h in der Bücherhalle Harburg in Harburg-Zentrum zu betrachten. Eine Familiengeschichte, die Höhen und Tiefen in ländlichem Idyll des Harburger Umlandes vereint.

Auf die Insel „Helgoland“ führt die Autorin Isabel Bogdan am Fr., 3. Juni, um 18h. Gelesen wird dabei unter einem Kirschbaum am Wulmstorfer Ring 9a in Hamburg-Neugraben und ist ein literarisches Event der Lesefreundin Anja Schwennsen. Bogdan hat eine sehr persönliche Beziehung zur Hochseeinsel, gibt aber auch Einblicke in ihre wechselhafte Geschichte.

Im Heimfelder Kulturverein „Alles wird schön“ wird es dann um 19h gruselig, wenn Autor Nicolas Grunwald die Frage beantwortet, ob Vampire Humor haben. Grunwalds Sprache und Metaphorik überraschte schon mehrfach bei der Suedlese und kann nachfolgend zu Irritationen im Betrachten der Mitmenschen führen.

Sonnabend, der 4. Juni gibt es dann Poesie ganz individuell – und zwar auf dem Hafenflohmarkt am Harburger Kanalplatz. Dort kann man von 10 bis 18 Uhr für zwei Euro den Poetomaten bedienen – ein Gerät, in dem man ein Wort hineingibt und kurz später ein Gedicht der besonderen Art heraus bekommt. Das Projekt entstand einst am Studiengang Poesie der Medical School Hamburg.

Sonntag, 5. Juni um 16 Uhr gibt es dann wenige Meter weiter am Kulturkiosk im Harburger Hafen SlamPoetry der Autorin Melanie Sengbusch. Sie ist vielen Norddeutschen aus Lesungen und Poetryslams in Kneipen oder Theaterbühnen bekannt. Ihre Sprache ist wortgewaltig und trifft unverhofft manche Wahrheiten auf den Punkt, wo man sie weder erwartet oder gar gesucht hat.

Das ganze SuedLese-Programm ist entweder gedruckt in vielen Leseorten oder als PDF aus www.suedlese.de zum Download oder Lesen erhältlich.

Dies ist auch per smartphone zu bedienen und dort finden sich auch aktuelle Neuerscheinungen sowie eine Bücherwand mit Titeln der letzten und aktuellen SuedLese

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Über die Strahlkraft des Giersches https://www.tiefgang.net/ueber-die-strahlkraft-des-giersches/ Fri, 20 May 2022 22:31:39 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9028 [...]]]> Die Orte der Worte der SuedLese-Literaturtage sind stets eine besondere Betrachtung wert. So auch der Kirschbaum in Neugraben, der nicht zuletzt in der Pandemie seine poetische Wirkung entfaltete.

Die Neugrabener Leseratte und nun auch selbst Schreiberin Anje Schwennsen lädt seit geraumer Zeit in die Idylle ihres Kirschbaumes und macht  dies zu einem Leseort, bei dem sich auch bekannte Autor*innen die Äste in die Hand reichen. Wir haben mal nachgefragt …

Tiefgang (TG): Die Lesung unterm Kirschbaum gibt es seit wann?

Anja Schwennsen: Die Lesung gibt es seit Juni 2020.

TG: Wie kam die Idee auf?

Anja Schwennsen: Mit den Lockerungen nach dem ersten Lockdown, der auch den Ausfall der Leipziger Buchmesse bedeutet hatte, war mir klar, dass ich Autor*innen in meinem Umfeld unterstützen möchte. Als Vorstandsmitglied des writers’ room Hamburg stehe ich mit vielen Hamburger Autorinnen und Autoren in Kontakt. Da habe ich mitbekommen, wie schwer der Ausfall der Buchmesse und aller Veranstaltungen für viele war, weil es einfach keine Möglichkeit mehr gab, seine Bücher vor einem Publikum zu präsentieren. Silke Tobeler beispielsweise hatte gerade nach zehn Jahren Arbeit ihr Debüt »Collage – ein Art brut- Krimi« in einem kleinen Verlag veröffentlicht und hatte nun keine Gelegenheit, ihr Buch vorzustellen. Sie war meine erste Autorin unterm Kirschbaum. Auch Julia Rischke, die 2019 eines der begehrten Hamburger Literaturstipendien erhalten hatte, war eine der ersten Autorinnen unterm Kirschbaum.

 

TG: Was verbindet Sie mit Literatur generell?

Anja Schwennsen: Ich habe Deutsche Sprache und Literatur in Hamburg und Straßburg studiert und wurde 2015 mit meiner Arbeit über „Mythische Rede in der Literatur“ promoviert. Ich bin aber dabei, die Seiten zu wechseln: von der Analyse zum Selbermachen. Ich habe eine Autorenausbildung beim Schreibhain in Berlin gemacht und jetzt entsteht gerade mein erster eigener Roman.

 

TG: Was gab es in der Vergangenheit bereits unterm Kirschbaum zu hören?

Kirschbaum-Gastgeberin Dr. Anja Schwennsen (Foto: PR)

Anja Schwennsen: Zwei Autorinnen habe ich oben ja schon genannt. 2020 hatte ich fünf Autorinnen und Autoren da und im vergangenen Jahr waren es sieben. Die erste Lesung, die gleich nach der Öffnung nach dem zweiten Lockdown stattfinden konnte, war die mit Jan Christophersen. Er hat Ende Mai aus seinem Roman „Ein anständiger Mensch“ gelesen. Insgesamt versuche ich möglichst verschiedene Genre und Gattungen in meinem Garten zu präsentieren. Wir hatten schon ein Jugendbuch aus dem Bereich Fantasy (Charlotte Richter „Die Muschelsammlerin“), zwei Hamburgkrimis von Cord Buch und Anke Küpper, einen Spannungsroman („Unter Wasser Nacht“ von Kristina Hauff), Jan Wagner, der aus seinem Roman „Der glückliche Augenblick“ gelesen und einige seiner Gedichte vorgetragen hat und mit „Da geht einer“ von Susanne Bienwald eine Künstlernovelle. Mit „Der Defekt“ von Leona Stahlmann hatten wir einen Roman, in dem es um Sadomasochismus im Sinne einer stigmatisierten sexuellen Neigung ging, wir hatten klassische Frauenunterhaltung (Lanscape und Romance mit dem Roman „Denn das Leben ist eine Reise“ von Hanna Miller und „Schwester“ von Mareike Krügel), Kurzgeschichten von Susanne Neuffer und mit Hannah Beckmann eine Studentin des Literatur Instituts Leipzig, die uns experimentelle Texte in einer gekonnten Performance vorgetragen hat. Von einer Lesung beim Deutschen Literaturinstitut in Leipzig her kannte ich auch Katharina Adler, die bei uns ihren Roman „Ida“ und noch vor der Veröffentlichung einen Ausschnitt aus ihrem aktuellen Roman „Iglaut“ gelesen hat.

TG: Welche Lesung blieb bisher am besten in der eigenen Erinnerung?

Anja Schwennsen: Besonders toll fand ich den Augenblick, als Jan Wagner sein Gedicht „giersch“ vortrug. Ich mag das Gedicht sehr und es würde mir nicht mehr einfallen, allen Giersch aus meinem Garten zu entfernen. Also fragte ich nach dem Vortrag des Gedichts ins Publikum, ob jemand schon Giersch in meinem Garten entdeckt hätte. Ein achtjähriger Junge hielt daraufhin wie auf Kommando ein Pflänzchen Giersch hoch. Jan Wagner sagte mir nach der Lesung, er habe gedacht, das sei arrangiert gewesen. War es aber nicht. Es war einfach ein schöner spontaner Moment. Später erklärte mir dann eine Frau aus dem Publikum, sie hätte so gerne Giersch auf ihrem Balkon, aber überall fände sie immer nur Ratschläge zur Bekämpfung desselben. Ich grub ihr ein paar Gierschpflänzchen aus und sie nahm sie mit nach Hause.

 

TG: Wie erfolgt die Auswahl?

Anja Schwennsen: Die Bücher müssen mir gefallen. Oft kenne ich die Autorinnen und Autoren aus meinem Umfeld oder von Lesungen, die ich selbst besucht habe. Einige Verlage schicken mir aber auch ihre Vorschauen und manchmal spricht mich da etwas an. Dann frage ich nach einer Leseprobe.

TG: Wenn man sich was für die Reihe wünschen könnte – was wäre es?

Anja Schwennsen: Wenn ich mir etwas wünschen dürfte, dann wäre das eine auf Dauer gestellte Möglichkeit, Gelder zu beantragen. Der Deutsche Literaturfonds und die Stadt Hamburg mit der Behörde für Kultur und Medien und das Bezirksamt Harburg fördern die „Lesung unterm Kirschbaum“ vom ersten Tag an. Und ich sage: DANKE! Denn ohne Förderung könnte ich den Autorinnen und Autoren nicht das Honorar zahlen, das ich gerne zahlen möchte, und auch Anreisen und Übernachtungen wären bei Lesungen allein auf Spendenbasis kaum zu finanzieren. Den Hauptteil der Lesungen finanziere ich zurzeit über den Fonds Neustart Kultur, der aber vermutlich im nächsten Jahr nicht neu aufgelegt wird. Daher wäre es schön, wenn es von der Stadt Hamburg ein ausreichend hohes Budget gäbe, das für Veranstaltungen vorgesehen ist, die wie auch die SuedLese unabhängig von Institutionen aus freiwilligem Engagement heraus entstehen. 

TG. Vielen Dank für das befruchtende Gespräch!

Termin: Fr. 3. Juni, 18 Uhr: Lesung unterm Kirschbaum: Isabel Bogdan – Mein Helgoland
Wulmstorfer Ring 9a, 21149 Hamburg-Neugraben; www.anja.schwennsen.de

 

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7. SuedLese – Bücher und ungewöhnliche Orte der Worte https://www.tiefgang.net/7-suedlese-buecher-und-ungewoehnliche-orte-der-worte/ Fri, 13 May 2022 22:47:31 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9020 [...]]]> Der gesamte Juni wird in Hamburgs Süden dieses Jahr im Zeichen der Literatur stehen. Denn: sie sind wieder da – die 7. SuedLese – Literaturtage in Hamburgs Süden.

Und vor allem wo: gelesen wird am Fenster, mit dem Rad, unterm Kirschbaum, auf dem Sandberg, Flohmarkt oder einem Laster, auf dem Bauernhof, am Kneipentresen und im Musikclub.

Fast 60 Literaturtermine mit gut 80 Autor*innen an gut 30 Orten laden ein, sowohl die Vielfalt des aktuellen literarischen Lebens als auch die spannenden „Orte der Worte“ kennen zu lernen.

Und es ist wieder eine Kooperation von Kulturschaffenden aus dem Landkreis wie dem Bezirk Harburg – ganz unter dem Motto „Stadt – Land – Harburg“.

„Neben spannenden klassischen Lesungsformaten gibt es wie immer auch außergewöhnliche Veranstaltungen wie Slam-Poetry am Kulturkiosk und Poetry-Slam im Stellwerk, Fensterlesungen für Kinder im HinZimmer, den Poetomaten auf dem Flohmarkt am Kanalplatz und viele mehr“, führt Projektleiterin Anne Lamsbach aus und fährt fort: „In der Kneipe ´Zur Stumpfen Ecke` stellt die Geschichtswerkstatt e. V. die wilden Harburger Kneipen der 60er und 70er Jahre vor und in Moisburg können Familien sich märchenhaft mit Hexe, Wassermann & Co auf den Spuren Otfried Preußlers erschließen.“

Lamsbach selbst studierte an der im Harburger Hafen ansässigen Medical School Hamburg „Poesie“ und stieß bereits letztes Jahr zum SuedLese-Team. Am Studiengang entstand dadurch auch das Forschungslabor <<LitLab>>, das auch dieses Jahr die Literaturtage begleitet und künstlerische wie wissenschaftliche Arbeiten beiträgt.

„Zum Abschluss des Semesters stellen Studierende ihre Arbeiten und Erfahrungen, die sie unter der Themenüberschrift ‚Poesie im sozialen Raum‘ gemacht haben vor, berichten dabei von ihren künstlerischen Arbeiten und verknüpfen diese mit theoretischem Kontext. „Motherhood and writing“ etwa ist ein weiteres LitLab-Projekt, welches wir im Rahmen einer SuedLese-Veranstaltung vorstellen.“

Die Aufteilung der Lesungen ist wieder so angelegt, dass an fast jedem Juni-Tag eine oder mehrere Lesungen zu erleben sind. Mit der Kneipe „Zur Stumpfen Ecke“, dem Kulturlaster der Buchholzer Agentur „Waldinsel“, dem Marias Ballroom, dem Moorburger „Wasserturm & Feuerteufel“ aber auch dem Popup Store des Harburg Marketings kommen dieses Jahr etliche neue Orte auf die Literaturlandkarte des Südens Hamburgs. Möglich wurde dies durch eine erneute Unterstützung im Rahmen des Förderprogramms „Neustart Kultur“ der Bundesbeauftragten für Kultur sowie der Stiftung Sparkasse Harburg-Buxtehude.

„Zu den ungewöhnlichen Formaten dieses Jahr zählt sicher die Lesung des Punk-Magazin-Herausgebers Dolf Hermannstädter (9.6.) auf einem Laster, der Nahe der Buchholzer Empore steht“, sagt Lamsbach. Trashig ist aber auch die Buchvorstellung des bekannten Chaos-Autoren Jan Off im Marias Ballroom (16.6.). Für Kinder und ältere Märchenfans zählt sicher die Moisburger Otfried Preußler Huldigung (12.6.) zu den Highlights und für Krimi-Liebhaber geht es am 18. Juni zur Ladies Crime Night nach Neugraben. Die Kunstleihe Harburg zeigt den ganzen Juni über eine poetische Installation der Künstlerin frankhaleesi und auf einem Sandberg an der alten Trasse der Wilhelmsburger Reichsstraße wird kritisch auf die letzten 15 Jahre Stadtentwicklung und dem Schlagwort „Not in our Name“ geschaut. Und auch der sich am Harburger Hafen neu etablierende monatliche Flohmarkt nimmt die Literatur mit auf und hat am 4. Juni unter all den Stöber-Ständen den „Poetomaten“ platziert, der individuelle Poesie ausspuckt.

Kurzum: Die Literatur ist zurück im Süden der Elbmetropole und lässt an Fantasie und Überraschungen kaum etwas aus. Zudem wurde das Internetportal www.suedlese.de weiter strukturiert und soll nun nach Wunsch des SuedLese-Teams zu einem ganzjährigen Literaturportal werden. Neben den aktuellen Lesungen finden sich dort auch viele Funktionen, die die Orientierung vereinfachen. So kann man sich mit einem Merk-Button ausgesuchte Lesungen direkt in seinen Online-Kalender stellen lassen, Bekannte zu Terminen einladen oder auf diese aufmerksam machen und das „Bücherregal“ ist eine Buchhandlung nachempfunden. Unter Rubriken wie Heide-Kimi oder Sachbuch lassen sich schnell bei der SuedLese gelesene oder neu erschienene Harburger Bücher ausfindig machen. Und das Regal ist schon reichlich gefüllt.

Heimo Rademaker, Sprecher des Kulturnetzwerkes SuedKultur: „Trotz Pandemie wurde im Hintergrund unentwegt gearbeitet und nach Wegen aus der kulturellen Zwangspause gesucht. Nach dem fulminanten dreiwöchigen SuedKulturSommer letztes Jahr gilt es nun wieder in eine Art Normalität zu kommen. Die SuedLese ist der literarische Teil davon. Im Herbst wird es auf jeden Fall auch die SuedKultur Music-Night wieder geben und so wie es aussieht, wird im Spätsommer auch ein zweites Harburger Kunstfest stattfinden. Daneben arbeiten wir in monatlichen Workshops aber auch hinter den Kulissen, um zu sehen, wie wir den Süden Hamburgs auch für die Zukunft kulturell fit machen. Da sind wir dankbar, dass auch dieses Jahr noch Bundesgelder für die Wiederbelebung der Kultur bereitstehen.“

Das terminliche Programm und vieles mehr ist wieder in einem gut 80 Seiten dicken Programmheft als Wegweiser zu finden. Darin sind auch die „Orte der Worte“ erklärt. Auf der aktualisierten Homepage www.suedlese.de werden zudem Hintergrundinformationen zu den Locations, den Macher*innen, den Autor*innen aber auch den Büchern gegeben.

Im Online-Feuilleton ´Tiefgang` der Initiative SuedKultur wird es darüber hinaus begleitende Interviews und Porträts der Autor*innen und ihrer Bücher geben.

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Leinen Los https://www.tiefgang.net/leinen-los/ Fri, 11 Jun 2021 22:33:12 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=8007 [...]]]> Die SuedLese-Literaturtage bieten immer Überraschungen. So kommt nun am Mi., 30. Jun., noch ein literarischer Spaziergang am Außenmühlenteich und mit einer Hündin dazu. Wir fragten nach …

 Susanne Bienwald begegnete ich das erste Mal bei der SuedLese 2018, als sie aus ihrem Buch „Da geht einer“ in der Deichdiele in Wilhelmsburg vorlas. Seiner Zeit ging es um Friedrich Hebbel.

Die Lesung gefiel mir ausgesprochen gut und war gewissermaßen der Beginn persönlicher Verbundenheit durch die Liebe zur Sprache. In Susanne Bienwald lernte ich eine Schriftstellerin kennen und schätzen, die ebenso feinfühlig wie vielseitig ist. Besonders die Lektüre ihres Romans „Wittensee“ hat mich tief berührt. Gerne hätte ich mir daraus von ihr vorlesen lassen, z. B. bei einer „Lesung unterm Kirschbaum“ die von Anja Schwennsen als Begegnungsort ins Leben gerufen wurde. Allerdings verpasste ich jene Lesung, besuchte dafür jedoch im Mai eine von Jan Christophersen, der mit seinem Roman „Ein anständiger Mensch“ zu Gast war. Ein wunderschöner Ort der Worte, den ich wärmstens empfehlen möchte. Bevor ich weiterschwärme und vom Stöckchen zum Steinchen komme, zurück zu Susanne Bienwald und ihrem aktuellen Beitrag zur SuedLese 2021, die unter ausgefallenen Umständen geplant wurde.

Tiefgang (TG): Liebe Susanne, schön, dass du neben deinen freiberuflichen Verpflichtungen die Zeit gefunden hast, ein paar Fragen zu beantworten. Die Corona-Krise dürfte dich vor besondere Herausforderungen gestellt haben. Magst du erzählen, wie es dir damit ergangen ist? Was war besonders schwierig für dich und was würdest du gegebenenfalls positiv bewerten?

Susanne Bienwald: Ich lebe ja, wie übrigens die meisten Schriftsteller auch, von Lesungen und Vorträgen. Im letzten Frühjahr habe ich allein am 13. März (einem Freitag!) mehr als die Hälfte meines Jahreseinkommens verloren. Das war hart. Allerdings habe ich auch viel Solidarität erfahren, Hilfestellungen und hinter meinem Rücken organisierte Buchverkäufe. Da war ich fassungslos, wie mir völlig Unbekannte sich zusammentaten, um zu helfen. Danke an dieser Stelle an die vielen Unbekannten. Und: Die Stille in der Stadt, der heruntergefahrene Betrieb, das habe ich auch als wohltuend empfunden.

TG: Deine Lesung soll draußen stattfinden, im Harburger Stadtpark. Im Programmheft fehlt dieser Termin, weil er vorsichtshalber wegen vorläufiger Kontaktbeschränkungen ins digitale Format verlegt werden sollte. Wieso kam das für dich nicht in Frage?

Susanne Bienwald: Der Charme der Veranstaltung besteht für mich darin, dass mein kleiner Hund mit von der Partie ist und so die einzelnen Kapitel besonders lebendig werden. Ich habe Mina gefragt. Sie wollte sich nicht digitalisieren lassen.

TG: Nun kann die Lesung zum Glück ja doch noch unter freiem Himmel mit Auslauf stattfinden.

Susanne Bienwald: Ja, ich freu mich. Und hoffe trotz fehlender Ankündigung auf interessierte ZuhörerInnen.

 TG: Das wird schon klappen. Das Programmheft ist ja zum Glück nicht die einzige Möglichkeit, sich über die Veranstaltungen zu informieren. Es gibt auch Pressemitteilungen und im ganzen Gebiet verteilte Plakate, die auf die Website www.suedlese.de hinweisen. Zu deinem letzten Buch: Es unterscheidet sich erheblich von deinen anderen Werken. Was hat dich dazu animiert, und welche Leserschaft hattest du im Sinn? Muss man Herrchen oder Frauchen sein, um sich angesprochen zu fühlen?

Susanne Bienwald: Bei meinen Spaziergängen mit Mina habe ich oft überlegt, was sie wohl denken mag. Da ich vorher auch biografisch geschrieben habe, war es dann kein weiter Weg, mich in den Kopf meiner kleinen Hündin hineinzudenken. Außerdem hat es mich gereizt, einmal auf unterhaltsame Weise, menschliche Unzulänglichkeiten auf die Schippe zu nehmen. Man muss also kein glühender Hundefan sein, um das Buch zu mögen.

TG: Worauf freust du dich am meisten, wenn du an die SuedLese denkst? Sind es die Orte der Worte oder der Klang der Sprache? Die Resonanz bei der persönlichen Begegnung und ein möglicher Gedankenaustausch?

Susanne Bienwald: Nach der langen Durststrecke freue ich mich besonders auf die Begegnung en, die Fragen und Gespräche rund um die Lesung. Haben wir das nicht alle gerade nötig?

TG: Autor*innen müssen auch von etwas leben, sprich: Geld verdienen. Würdest du sagen, dass die Literaturtage dazu beitragen, über den Unterhaltungswert hinaus den Kulturschaffenden und ihren Werken mehr Gehör und Anerkennung zu verschaffen?

Susanne Bienwald: Auf jeden Fall. Es tut gut, seine Leser einmal persönlich kennenzulernen. So wie das mit uns beiden ja geschehen ist. Darüber hinaus ist die SuedLese eine Möglichkeit, mediale Aufmerksam zu bekommen. Wie etwa mit diesem Interview.

TG: Vielen Dank für den kurzen Einblick. Wir drücken die Daumen, dass das Wetter am 30. Juni genau richtig sein wird für einen gedanklichen Streifzug ohne Leinenzwang.

Susanne Bienwald: Ich danke dir. Vielleicht sehen wir uns im Stadtpark wieder? Meine Mina kennst du ja schon.

Termin: Mi., 30. Jun 2021, 18:00 Uhr, von der Hamburger Volkshochschule in Harburg, Eintritt: 10€

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Suanne Bienwald: „Ich, Mina aus der Gärtnerstraße“ – Ansichten eines klugen Hundes

Ein literarischer Spaziergang durch den Harburger Stadtpark im Rahmen der 6. SuedLese

Zum Inhalt:

„Ich halte mich nur an Regeln, die ich gut finde“. Mina, eine selbstbewusste Mischlingshündin, hat ihre eigene Sicht auf die Welt. In ihrem Buch spürt sie den Fragen nach, die sie umtreiben: Wo gibt es den besten Döner? Was ist dran an der Relativitätstheorie? Warum leiden Menschen unter Rassenwahn? Wozu gibt es Killer-Enten? Und wann begreift ihre Begleiterin Susanne endlich, dass Hunde Langschläfer sind? Ein heiter-philosophisches Buch, in dem ein Hund die Welt erklärt, wie sie wirklich ist. Die Autorin auf vier Pfoten ist selbstverständlich bei dem literarischen Spaziergang im Harburger Stadtpark dabei. Ihre Begleiterin, Susanne Bienwald, darf lesen. Und so wandern wir gemeinsam lauschend durch den Stadtpark von der Bushaltestelle Freizeitbad Midsommerland bis zur Freilichtbühne.

Der Kurs findet im Rahmen von „SuedLese – Literaturtage im Süden“ statt.

Anmeldung erforderlich unter Tel. 040 / 4284 1 4284 oder www.vhs-hamburg.de

Kursnummer 0538SHH01, 1 Termine, 2 UStd., Entgelt 10 €

Treffpunkt: Bushaltestelle Freizeitbad Midsommerland, Gotthelfweg 2 a

Mi., 30.6.21, 18-19.30 Uhr

 

Veranstaltung im Rahmen der Suedlese. Treffpunkt: Bushaltestelle Freizeitbad Midsommerland (Bus 146), gemeinsamer Endpunkt: Freilichtbühne im Harburger Stadtpark

Infos: https://suedlese.de/lesungen/ich-mina-aus-der-gaertnerstrasse-ansichten-eines-klugen-hundes/

(Das Interview für ´Tiefgang` führte Sonja Alphonso)

 

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