Literaturtage in Harburg https://www.tiefgang.net Sat, 08 Feb 2020 17:29:57 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.4 Literaturtage so groß wie nie https://www.tiefgang.net/literaturtage-so-gross-wie-nie/ Fri, 14 Feb 2020 23:07:41 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6369 [...]]]> Manche Leseratten finden es mittlerweile völlig normal, dass in Hamburgs Süden an vier Wochen im Jahr literarischer Ausnahmezustand herrscht. Anfang März ist es wieder so weit.

In diesem Jahr würdigt die freie Initiative SuedKultur im Hamburger Süden ihre Musikschaffenden bereits zum 10. Male mit einer MusicNight (24.10.). Aber wie steht es um das Genre Literatur, fragten sich manche. Und so entstanden die Literaturtage SuedLese. Und auch die feiern nun bereits ihr 5jähriges Bestehen!

Dabei sind es nicht einfach Tage, in denen irgendwie und irgendwas gelesen wird. Es geht vor allem um die „Orte der Worte“ südlich der Elbe und jene, die dort schreiben und lesen. Und dieses Jahr ist die Fülle kaum in ein Programmheft zu pressen. Etliche neue Orte haben sich in den literarischen Reigen eingereiht: zwei Haspa-Filialen werden zum andächtigen Ort, die Inselklause zum idyllischen Literaturtempel, zwei Wohnzimmer zur Lesestube und zwei Orte der Kunst verbinden ihr Genre mit eben dem Literarischen.

Ob Punk, Kunst, Krimi oder für Kinder … auch thematisch ist Harburgs Bücherwelt breit aufgestellt. Und damit nicht genug: Schreibwerkstätten laden zum Selbstversuch, Kurse vertiefen das Schöne des Schreibens, des Schriftzuges oder des urbanen Geschichtenschreibens. Und auch Comics – als Genre zwischen den Genres – finden Beachtung.

Dabei folgt die SuedLese keiner fest vorgefertigten Intendanz sondern erfindet sich jedes Jahr auf Neues: wer als Ort oder Autor mitmachen will, reiht sich ein und zeigt seine Stärken. Und so ist auch für die Akteure selbst jedes Mal spannend zu verfolgen, wie Leidenschaft und Literatur eine Symbiose ungeahnter Strahlkraft eingehen. Und im 5. Jahr der Literaturtage gibt es nun 55 Veranstaltungen an 30 Orten! Der Süden hat´s eben drauf!

Heimo Rademaker, Sprecher der Initiative SuedKultur: „Einmal mehr zeigt sich, wie der Zusammenhalt von Kulturschaffenden im Süden ganz neue Arten von Events hervorbringt. Sich nicht argwöhnisch als Konkurrenz zu betrachten sondern sich positiv in eine Art Leistungsschau zu begeben und so unserem Publikum die Breite an Möglichkeiten im Süden aufzuzeigen, ist eine Art Selbstverständnis des Hamburger Südens geworden.“

Und Projektleiterin Sonja Alphonso: „Es hat sich in den letzten Jahren wahnsinnig viel im Süden getan, was klein aber charmant eine gutes Gegengewicht zu den Star-Aufgeboten nördlich der Elbe gelten kann. Hier sind es die kleinen Bühnen, die vielen Autor*innen die direkte Nähe zum Publikum ermöglichen und ihnen so auch die weitere Laufbahn im oft einsamen literarischen Wirken ermöglichen. Das macht es auf der anderen Seite auch dem Literaturinteressierten möglich, sich ganz unbedarft neuen Themen und neuen Sichtweisen in der Literatur zu nähern.“ Und beide sind stets selbst erstaunt, wie viele Kreative direkte Nachbarn im Süden der Stadt sind.

Etliche Buchvorstellungen und Portraits wie Interviews zu SuedLese-Autor*innen finden sich in Bälde und vorab im SuedKultur-Onlinefeuilleton ´Tiefgang`(www.tiefgang.net).

Das Programm der 5. SuedLese ist als gedrucktes Programmheft in den teilnehmenden Leseorten erhältlich oder hier downloadbar. 

Die Initiative SuedKultur ist ein lockerer Zusammenschluss von derweil über 50 verschiedenen Kulturinstitutionen des Hamburger Südens. Sie besteht seit nunmehr 12 Jahren, stärkt die Wahrnehmung der Süderelbe-Kultur durch das Terminportal www.sued-kultur.de, seit acht Jahren mit einer jährlichen SuedKultur Music-Night (dieses Jahr am 19. Okt.), seit Ende Januar mit einer Kunstleihe Harburg und eben den nunmehr vierten Literaturtagen SuedLese.

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Subjektive Nachlese https://www.tiefgang.net/subjektive-nachlese/ Fri, 04 May 2018 22:58:12 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=3601 [...]]]> Sie war lang, sie war spannend und sie war gut besucht: die 3. SuedLese bringt ´Tiefgang`- Schreiberin Sonja zu einer persönlichen  Betrachtung …

Nun ist sie vorbei, die SuedLese 2018. Ich weine ihr eine Träne nach, denn es war wieder sehr belebend. Ich tröste mich mit dem Gedanken, dass das Format vielversprechend ist und 2019 hoffentlich eine Fortsetzung finanziert werden kann.

Abgesehen von einigen Interviews, die ich im Vorfeld für Suedkultur führte und dabei mehr über einzelne Autoren und Autorinnen erfuhr, besuchte ich natürlich die eine oder andere Lesung. Besucher der Veranstaltungen mögen abweichende Erfahrungen gemacht haben oder auch ganz eigene Erlebnisse mit der SuedLese verbinden. Ich für meinen Teil bin noch sehr bewegt und damit beschäftigt, das Gehörte, zum Teil Gelesene und Aufgenommene weiter zu verarbeiten. Denn mir persönlich geht es so, dass Bücher und Begegnungen einen Einfluss auf meine Sichtweisen und Empfindungen haben. Was mich anspricht, verinnerliche ich, und was ich nicht verstehe, versuche ich zu ergründen. Die SuedLese brachte mich an vielen Orten mit den unterschiedlichsten Menschen zusammen und ich bin dankbar für alles, was das mit sich brachte. Nicht nur unterhaltsame Stunden, sondern auch tiefe Einblicke in mir fremde Welten und ein Gefühl von Verbundenheit mit anderen.

Ich mag dieses Format. Die Literaturtage in Harburg sind für mich als Bücherliebhaberin ein Highlight. Lesen und Schreiben sind das A und O – für Verständigung, Bildung, (inter)kulturellen Austausch und persönliche Weiterentwicklung.

Das ist auch der Grund, warum ich ausnahmsweise meine Zurückhaltung an dieser Stelle aufgebe, um kurz die Verlagspräsentation von awsLiteratur zu erwähnen. Im Vorwege tat ich mich schwer damit, über etwas zu schreiben, wo ich selber mit im Boot sitze, mochte keine „Werbung in eigener Sache“ machen. Doch diese Bedenken gehören der Vergangenheit an und waren sowieso Quatsch. Denn bei dem Verlagsprojekt von Alles wird schön e. V. geht es nicht um mich, sondern um das Wirken in Gemeinschaft, um Unterstützung von Autoren und den Austausch untereinander.

Am 28. April fand im Rahmen der SuedLese eine recht gut besuchte Veranstaltung statt, bei der der Initiator Wilfried Abels das Projekt sowie unser sechsköpfiges Team vorstellte und in das Programm der folgenden Stunden einführte. In drei Blöcken gab es Lesungen, dazwischen Pausen, um Räume und Köpfe zu lüften, miteinander ins Gespräch zu kommen oder auch auf Wunsch von den Autoren handsignierte Buchexemplare zu erwerben, die bisher bei awsLiteratur erschienen sind: „Club der Sturmvögel“ von Christoph Nerger, „Zeugnis eines

Außenseiters“ von Klaus von Hollen, „Nina – das lebende Chaos“ von Maria da Silva Ataide-Estevao und eine Anthologie fantastischer Geschichten mit dem Titel „Traum und Aufbruch“.

Der Verlag entstand aus dem Bestreben heraus, in Eigeninitiative etwas auf die Beine zu stellen, das Autoren ermächtigen soll, ihr Werk auf den Weg zu bringen. Und wenn ich an die Stimmung, die Lesung und den Büchertisch denke, würde ich sagen, da ist uns allen gemeinsam etwas gelungen. Unser „Kapitän“ Wilfried Abels, von Beruf Schiffbauingenieur, hat den Stapellauf zusammen mit Christoph Nerger durchdacht und geplant. Beteiligt waren wir zwar alle an der Durchführung, aber die beiden sind quasi die Piloten des Projektes. Unser Schiff setzt Segel, um noch weiter zu kommen. Wir haben da schon ein paar Ideen… und planen weitere Etappen.

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