Eine persönliche Betrachtung zu den Literaturtagen ´SuedLese`

Subjektive Nachlese

Ingenieur, Schiffbauer, Literat und Verlagsmitgründer Wilfried Abels liest bei der 3. SuedLese 2018. (Foto: S. Alphonso)

Sie war lang, sie war spannend und sie war gut besucht: die 3. SuedLese bringt ´Tiefgang`- Schreiberin Sonja zu einer persönlichen  Betrachtung …

Nun ist sie vorbei, die SuedLese 2018. Ich weine ihr eine Träne nach, denn es war wieder sehr belebend. Ich tröste mich mit dem Gedanken, dass das Format vielversprechend ist und 2019 hoffentlich eine Fortsetzung finanziert werden kann.

Abgesehen von einigen Interviews, die ich im Vorfeld für Suedkultur führte und dabei mehr über einzelne Autoren und Autorinnen erfuhr, besuchte ich natürlich die eine oder andere Lesung. Besucher der Veranstaltungen mögen abweichende Erfahrungen gemacht haben oder auch ganz eigene Erlebnisse mit der SuedLese verbinden. Ich für meinen Teil bin noch sehr bewegt und damit beschäftigt, das Gehörte, zum Teil Gelesene und Aufgenommene weiter zu verarbeiten. Denn mir persönlich geht es so, dass Bücher und Begegnungen einen Einfluss auf meine Sichtweisen und Empfindungen haben. Was mich anspricht, verinnerliche ich, und was ich nicht verstehe, versuche ich zu ergründen. Die SuedLese brachte mich an vielen Orten mit den unterschiedlichsten Menschen zusammen und ich bin dankbar für alles, was das mit sich brachte. Nicht nur unterhaltsame Stunden, sondern auch tiefe Einblicke in mir fremde Welten und ein Gefühl von Verbundenheit mit anderen.

Ich mag dieses Format. Die Literaturtage in Harburg sind für mich als Bücherliebhaberin ein Highlight. Lesen und Schreiben sind das A und O – für Verständigung, Bildung, (inter)kulturellen Austausch und persönliche Weiterentwicklung.

Das ist auch der Grund, warum ich ausnahmsweise meine Zurückhaltung an dieser Stelle aufgebe, um kurz die Verlagspräsentation von awsLiteratur zu erwähnen. Im Vorwege tat ich mich schwer damit, über etwas zu schreiben, wo ich selber mit im Boot sitze, mochte keine „Werbung in eigener Sache“ machen. Doch diese Bedenken gehören der Vergangenheit an und waren sowieso Quatsch. Denn bei dem Verlagsprojekt von Alles wird schön e. V. geht es nicht um mich, sondern um das Wirken in Gemeinschaft, um Unterstützung von Autoren und den Austausch untereinander.

Am 28. April fand im Rahmen der SuedLese eine recht gut besuchte Veranstaltung statt, bei der der Initiator Wilfried Abels das Projekt sowie unser sechsköpfiges Team vorstellte und in das Programm der folgenden Stunden einführte. In drei Blöcken gab es Lesungen, dazwischen Pausen, um Räume und Köpfe zu lüften, miteinander ins Gespräch zu kommen oder auch auf Wunsch von den Autoren handsignierte Buchexemplare zu erwerben, die bisher bei awsLiteratur erschienen sind: „Club der Sturmvögel“ von Christoph Nerger, „Zeugnis eines

Außenseiters“ von Klaus von Hollen, „Nina – das lebende Chaos“ von Maria da Silva Ataide-Estevao und eine Anthologie fantastischer Geschichten mit dem Titel „Traum und Aufbruch“.

Der Verlag entstand aus dem Bestreben heraus, in Eigeninitiative etwas auf die Beine zu stellen, das Autoren ermächtigen soll, ihr Werk auf den Weg zu bringen. Und wenn ich an die Stimmung, die Lesung und den Büchertisch denke, würde ich sagen, da ist uns allen gemeinsam etwas gelungen. Unser „Kapitän“ Wilfried Abels, von Beruf Schiffbauingenieur, hat den Stapellauf zusammen mit Christoph Nerger durchdacht und geplant. Beteiligt waren wir zwar alle an der Durchführung, aber die beiden sind quasi die Piloten des Projektes. Unser Schiff setzt Segel, um noch weiter zu kommen. Wir haben da schon ein paar Ideen… und planen weitere Etappen.

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