Malerei https://www.tiefgang.net Tue, 20 May 2025 15:24:16 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1 Katharina Grosse verwandelt die Deichtorhallen in ein „Wunderbild“ https://www.tiefgang.net/katharina-grosse-verwandelt-die-deichtorhallen-in-ein-wunderbild/ Fri, 30 May 2025 22:42:48 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=11800 [...]]]>

Die Deichtorhallen Hamburg werden im Sommer 2025 zu einem raumgreifenden Gesamtkunstwerk. Die international gefeierte Künstlerin Katharina Grosse, bekannt für ihre radikale und immersive In-situ-Malerei, bespielt die Halle für aktuelle Kunst mit einer spektakulären Installation.

Vom 5. Juni bis zum 14. September 2025 haben Besucher die einzigartige Gelegenheit, in Grosses „Wunderbild“ einzutauchen.

Grosse ist berühmt dafür, dass sie sich nicht mit der traditionellen Leinwand begnügt. Sie malt über Architekturen, Innenräume und ganze Landschaften hinweg und schafft so intensive, haptische Environments. Ihre großformatigen Werke bieten eine unmittelbare körperliche Erfahrung, die unsere Wahrnehmung von Raum und unsere Beziehung zueinander herausfordert.

In den Deichtorhallen präsentiert Grosse nicht nur ihr Hauptwerk „Wunderbild“, sondern auch ein neues, eigens für die Ausstellung konzipiertes Environment. Ergänzt wird das Ganze durch ausgewählte Leinwandarbeiten sowie nie zuvor gezeigte Zeichnungen und Skizzenbücher. Als besondere Attraktion erwartet die Besucher ein Making-of-Film, der exklusive Einblicke in Grosses künstlerischen Schaffensprozess gewährt.

„Wunderbild“ verwandelt die 3.000 qm große Halle in ein raumgreifendes Kunstwerk, das Malerei, Skulptur, Klang und Architektur auf einzigartige Weise verbindet. Ein über 60 Meter langes „Wunderbild“ entfaltet sich als imposante Enfilade von Gemälden auf losen Stoffbahnen, die von der Decke herabhängen. In Kombination mit einer eigens für die Ausstellung entwickelten Soundkomposition von Stefan Schneider entsteht ein immersives Farb- und Klangerlebnis, das die Sinne überwältigt.

Ein weiteres Highlight ist die Erdarbeit im hinteren Teil der Halle. Grosse verwandelt den Ausstellungsraum in eine begehbare Hügellandschaft, in der die Erde selbst zur Leinwand wird. Dieser Eingriff schafft einen spannungsvollen Kontrast zu den großflächigen, hängenden Stoffbahnen des „Wunderbildes“.

Neben diesen raumgreifenden Installationen werden auch sechs großformatige Studio Paintings aus den Jahren 2005 bis 2024 gezeigt, von denen einige bis zu 9 Meter breit sind. Erstmals wird auch Archivmaterial aus Grosses Schaffen präsentiert, darunter Skizzenbücher und Zeichnungen. Der Dokumentarfilm von Claudia Müller begleitet die Künstlerin in ihrem Atelier in Brandenburg und gibt faszinierende Einblicke in den Entstehungsprozess ihrer Gemälde und die damit verbundene mentale und körperliche Arbeit.

Katharina Grosse, geboren 1961 in Freiburg/Breisgau, ist seit über 25 Jahren eine feste Größe in der internationalen Kunstwelt. Ihre Malerei-Installationen haben bereits in renommierten Institutionen wie dem MoMA PS1 in New York, dem Museum of Fine Arts in Boston, dem Hamburger Bahnhof in Berlin und dem Centre Pompidou in Metz begeistert.

Grosse selbst sagt: „Die Welt zu betrachten ist für mich schon immer damit verbunden gewesen, gleichzeitig etwas in ihr, mit ihr oder auf ihr zu tun.“ Ihre Malerei ist radikal und grenzenlos, sowohl in ihren Dimensionen als auch in ihrer Materialität. Sie erforscht die Präsenz von Farbe und Realität und stellt die Frage, wie Kunst ganz unmittelbar erfahren und Malerei physisch spürbar gemacht werden kann. Dabei fordert sie das Publikum auf, den eigenen Blick zu hinterfragen und vertraute Seh- und Denkgewohnheiten bewusst zu überdenken.

Die Ausstellung „Katharina Grosse – Wunderbild“ verspricht ein außergewöhnliches Kunsterlebnis, das die Grenzen der Malerei sprengt und die Besucher auf eine sinnliche und intellektuelle Entdeckungsreise mitnimmt.

Die Katharina Grosse – wunderbild | 5. Juni – 14. September 2025 |

Halle für aktuelle Kunst, Deichtorhallen Hamburg | Deichtorstraße 1 − 2 | 20095 Hamburg

Öffnungszeiten: Dienstags bis freitags 11–18 Uhr, jeden 1. Donnerstag bis 21 Uhr

  • Eröffnung: Mittwoch, 4. Juni 2025, 19:00 Uhr
  • Artist Talk: Donnerstag, 26. Juni 2025, 18:00 Uhr
  • Intendantenführung: Mittwoch, 11. Juni 2025, 16:00 Uhr
  • Öffentliche Führungen: Mittwochs, samstags und sonntags um 16 Uhr
  • Katalog: Erscheint im Juli 2025 im Hartje Cantz Verlag

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„Oh schöne Welt!“ https://www.tiefgang.net/oh-schoene-welt/ Fri, 03 May 2024 22:39:16 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=10799 [...]]]> Seit einiger Zeit bereichert die Galerie 1565 im alten Bornemannschen Haus im Harbruger Hafen das kulturelle Leben. Jetzt ist dort Franz Kaiser´s „Oh schöne Welt!“ zu sehen.

Die GALERIE1565 ist ein Raum für zeitgenössische Kunst, eine der größten privaten Galerien Hamburgs mit über 660qm Ausstellungsfläche. Seit Frühjahr 2023 hat sich die GALERIE1565 mit monatlich wechselnden Ausstellungen zu einem etablierten Ort für zeitgenössische Kunst lokaler und internationaler Künstler in Hamburg gemacht. Aktuell sind nun gleich zwei Ausstellungen zu sehen.

Franz Kaiser (1888-1971) war ein vielseitiger Künstler mit einer ungewöhnlichen Biografie. Als kritisch kommentierender Zeitgenosse erlebte er zwei Weltkriege, die bewegten zwanziger Jahre, die NS-Zeit und die Jahre nach 1945, in denen sein Hauptwerk entstand. Seine künstlerische Vielfalt präsentiert sich in Malerei, Collagen, Zeichnungen, Skulpturen, Keramik- und Holz-Arbeiten sowie Textilien. In einigen Sparten entwickelte er spezifische Techniken, um seine Ideen zu vertiefen, z.B. eine Brandtechnik für Collagen. Schon zu Lebzeiten fanden seine Werke interessierte Sammler, die wohl Bekanntesten waren Helmut und Loki Schmidt. Kaisers umfangreiches Werk wurde nach seinem Tod von Dr. Jürgen Winzer in Hamburg bewahrt, der ihm als Freund und Arzt nahestand.
Der seit Frühjahr 2017 aktive Freundeskreis Franz Kaiser setzt sich dafür ein, den heute vergessenen Künstler und sein großes Werk, das über 1500 Arbeiten umfasst, an die Öffentlichkeit zu bringen und zu würdigen.

Der Sammler und Freund von Franz Kaiser, Herr. Dr. Jürgen Winzer führt uns durch die einzigartige Sammlung.

Termine: 7. Mai, 17 Uhr | 18. Juni, 12:30 Uhr | 25. Juni, 17.30 Uhr

Anmeldung über: office@galerie1565.de | Tel: 0162 – 26 26 720

Parallel ist zudem eine Gruppenausstellung zeitgenössischer Künstler*innen zu sehen:

Gruppenausstellung: Elena Bulycheva | Daniel Hörner | Stephanie Jacobs | Sandrine Mahéo

Elena Bulycheva (Hamburg) studiert an der HFBK bei Prof. Anselm Reyle. Charakteristisch für ihr Werk sind abstrakte Gemälde, die durch ein Zusammenspiel von lebendigen Farben, Texturen und ungewöhnlichen Formen gekennzeichnet sind. Unkonventionelle Prozesse, zum Beispiel das bearbeiten der Leinwand in einer Waschmaschine, führen zu Rissen und Spalten im Material. So werden die darunterliegenden Farben oder Oberflächen sichtbar.

Daniel Hörner (Hamburg) studierte Kunst an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel bei Prof. Ludger Gerdes. Er malt seine farbintensiven, oft monochromen Bilder mit selbstgemachter Ölkreide, die er in einem aufwändigen Prozess und in beeindruckender Farbvielfalt herstellt. Er zieht präzise Linien, um Kästen und Streifen für die Farbverläufe zu schaffen. Diese Technik ist sein Alleinstellungsmerkmal und beschäftigt Hörner seit über 10 Jahren. Er arbeitet in seinem Atelier in Hamburg und betreibt dort gemeinsam mit anderen Künstlern auch den Ausstellungsraum „Lycra“.

Stephanie Jacobs (Hamburg) studierte an der HFBK in Hamburg bei Prof. Werner Büttner. Jacobs erzählt uns durch ihre Malereien auf Leinwand oder auf Keramiken von rätselhaften Nachtwelten, Giftpflanzen und Körpern in Not. Sie untersucht die Wirkmacht des Symbolismus und dessen Effekt auf den Betrachtenden. Zunächst nähert sie sich ihren Fragen auf theoretischer Ebene an. So beeinflussen kulturwissenschaftliche und anthroposophische Texte, aber auch Werke und Motive aus Popkultur und Kunst Jacobs Oeuvre.

Sandrine Mahéo (Berlin) studierte an der Hochschule für Bildende Künste in Montpellier, Frankreich. Die großformatigen Leinwände der französischen Künstlerin sind eine lebendige Feier der Farbe und des Kontrastes. Wie der Akt der Schöpfung wird die Farbe auf die Leinwand gesprüht, auf eine Weise, die an Künstler wie Hartung und K. Grosse erinnert. Diese Technik, vielleicht beeinflusst von einer Neigung zu weitläufigen Gesten, schafft ein Gefühl von Tiefe innerhalb des Kunstwerks. Dabei werden gewollte Unschärfen genutzt, um diese Tiefenwirkung zu intensivieren.

Ort: Galerie 1565, Harburger Schloßstraße 13, 21079 Hamburg
ÖFFNUNGSZEITEN: DI – FR 12 – 18 UHR | SA 12-16 UHR

 

 

 

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Ein neues Zuhause für Künstlernachlässe https://www.tiefgang.net/ein-neues-zuhause-fuer-kuenstlernachlaesse/ Fri, 12 Apr 2024 22:30:32 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=10750 [...]]]> Künstlerische Nachlässe zu sichern, wird zunehmend eine Herausforderung. Hamburg hat sie angenommen.

Wie die Behörde für Kultur und Medien Hamburg nun miteilt, soll eigens auf dem Grundstück Sootbörn 22 in Hamburg-Niendorf ein Neubau als Archivgebäude entstehen.  Der zweigeschossige Neubau soll neben dem bestehenden Künstlerhaus Sootbörn errichtet werden und ein Ort zum Bewahren, Erforschen und Ausstellen von Kunstwerken werden. Senat und Bürgerschaft wollen das Projekt des Forums für Künstlernachlässe mit 800.000 Euro aus dem Sanierungsfonds unterstützen und stellen das Grundstück für den Archivneubau unentgeltlich zur Verfügung, die Zustimmung der Bürgerschaft vorausgesetzt.

2003 gründeten engagierte Hamburger Bürgerinnen und Bürger den gemeinnützigen Verein Forum für Künstlernachlässe (FKN), der es sich zur Aufgabe gemacht hat, künstlerische Vor- und Nachlässe zu sichern, aufzuarbeiten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Seitdem entstanden deutschlandweit zahlreiche Einrichtungen mit gleicher Zielsetzung, die sich 2017 zum Bundesverband Künstlernachlässe (BKN) zusammenschlossen und dessen Vorsitz Hamburg anvertraut wurde.

Seit 2005 hat das FKN seinen Sitz im Künstlerhaus Sootbörn, ein Atelier- und Ausstellungshaus, das sich bereits seit 30 Jahren in dem ehemaligen Schulgebäude in Niendorf befindet. Das FKN macht durch das Bewahren und Erforschen der vielfältigen Nach- und Vorlässe die außerordentliche Bedeutung des künstlerischen Erbes sichtbar, das Malerei, Grafik, Bildhauerei, Objektkunst, angewandte Kunst, Fotografie, Film und vieles mehr umfasst. Mit dem Archivneubau bekommen diese Kunstschätze einen würdigen Ort für die wissenschaftliche Erforschung der Hamburger Kunst- und Kulturgeschichte und ihre Vermittlung durch Publikationen und Ausstellungen.

Die Stadt Hamburg stellt das Grundstück für den Archivneubau in einem unentgeltlichen Erbbaurecht zur Verfügung, die Zustimmung der Bürgerschaft vorausgesetzt. Die Bürgerschaft hat ihre Unterstützung zugesagt und wird die Stiftung Forum für Künstlernachlässe (SFKN) mit einem Zuschuss für den Bau des Gebäudes aus dem Sanierungsfonds in Höhe von 800.000 Euro unterstützen.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien Hamburg: „Mit dem Archivbau erhält das Forum für Künstlernachlässe nun die passenden Räume, um seine hervorragende Arbeit fortzusetzen und auszubauen. Der Verein leistet seit vielen Jahren einen wichtigen Beitrag zur Bewahrung und Erforschung künstlerischer Nachlässe und nimmt hier bundesweit eine Vorreiterrolle ein. Das wollen wir unterstützen. Damit das Forum eine langfristige Perspektive erhält, stellt die Stadt einen Grundstücksteil im Erbbaurecht sowie einen Zuschuss zu den ansonsten mäzenatisch getragenen Baukosten zur Verfügung. Ich hoffe auf eine fruchtbare Symbiose zwischen dem Künstlerhaus Sootbörn und dem Forum für Künstlernachlässe. Das Schaffen und das Bewahren von Kunstwerken rücken so schließlich noch enger zueinander.“

Prof. Dr. Gora Jain, Vorsitzende Forum für Künstlernachlässe e.V.: „Erinnerungskultur durch Künstlernachlässe lautet das Credo des Forum für Künstlernachlässe, denn künstlerisches Erbe ist kulturelles Erbe und seine Vielfalt gilt es zu bewahren! Wir freuen uns sehr, dass unsere langjährige Arbeit nunmehr gekrönt wird mit einem würdigen Ort und offenem Haus für die Hamburger Kunst- und Kulturgeschichte. Denn eines muss betont werden: Kunst(nachlass)archive sind keine passiven Sammelstellen, sondern aktive Zentren zielgerichteten Handelns zum Quellenerhalt, zum Schutz von Kulturgut und seiner Erforschung. Vor dem Hintergrund einer zunehmend digitalen und KI-generierten Visualität werden Archive und Museen immer mehr zu Orten der Sehnsucht auf der Suche nach Authentizität und real erfahrbarer Überlieferung. Für die Erinnerungskultur bilden sie als Schutzraum der Vergangenheitspflege die Basis für Gegenwartsreflexion und Zukunftsgestaltung. Unser Publikum bestätigt das, denn dicht dran an der Kunst, das ist man bei uns!“

Thomas Sello, Vorsitzender Stiftung Forum Künstlernachlässe Hamburg: „Die Zeit ist reif, nach über zwanzig Jahren seit Gründung des gemeinnützigen Vereins Forum für Künstlernachlässe ein Archivgebäude zu errichten. Denn die Sammlung ist inzwischen auf Werke von über neunzig Künstlerinnen und Künstlern angewachsen, konzentriert auf die Hamburger Kunstszene. Wir brauchen viel Platz, denn es geht ja nicht nur um die sachgerechte Lagerung und Archivierung der Bestände, sondern unsere Schätze sollen auch gesehen werden durch Angebote für Besucherinnen und Besucher: wechselnde Ausstellungen und die Möglichkeit, einzelne Werke im Archiv anzuschauen, insbesondere für die wissenschaftliche Arbeit. Es soll einen Atelierraum geben, wo (Schul-)Gruppen künstlerisch aktiv werden können, angeregt durch die Kunstbetrachtung ausgewählter Werke, angeleitet auch von Künstlerinnen und Künstlern des Hauses. Für diese Vision habe ich das von meinen Eltern 1939 zur Hochzeit erworbene Gemälde ‚Brücke‘ von Max Pechstein an das Zwickauer Pechsteinmuseum verkauft und von dem Erlös die Stiftung für den Neubau gegründet. Nun freue ich mich als einstiger Abteilungsleiter der Museumspädagogik der Hamburger Kunsthalle auf einen lebendigen Ort für die Kunstvermittlung.

Da es sich um ein bedeutendes Werk des Künstlers handelt, das die Sammlung des Museums hervorragend ergänzt, und weil es zudem bekannt war, dass der Erlös in die ‚Stiftung Forum für Künstlernachlässe‘ gehen sollte, fanden sich drei Stiftungen, die das Museum beim Ankauf großzügig unterstützten: Ernst von Siemens Kunststiftung, HERMANN REEMTSMA STIFTUNG und Kulturstiftung der Länder. Nun ist die ‚Brücke‘ großformatig auf dem Flyer zur zehnjährigen Jubiläumsfeier des Pechstein-Museums (im April 2024) zu sehen.

Das Gemälde hatten meine Eltern zu ihrer Hochzeit 1939 erworben. Es war der Grundstock ihrer Kunstsammlung und der Impuls ihrer Berufskarriere für die Kunst. 1945-51 führten sie im Zentrum Hamburgs die ‚Galerie der Jugend‘, in der bereits 1947 eine umfangreiche Pechstein-Ausstellung stattfand. Danach war Gottfried Sello Kunstkritiker und Schriftsteller, während Ingeborg Sello ein Fotoatelier eröffnete, in dem sich internationale Künstlerinnen und Künstler nicht nur für das Portraitfoto trafen. Und meine ältere Schwester Katrin leitete von 1976 bis 1988 den Kunstverein Hannover.

Es ist für Sara und mich als einstige Kunstpädagogen eine glückliche Fügung, dass das Archivgebäude neben dem Künstlerhaus Sootbörn errichtet wird, in dem der Verein von Anfang an seinen Sitz hatte. Die Nähe zur aktuellen Kunstszene gibt gewiss noch besondere Anregungen, vor allem dann, wenn Künstlerinnen und Künstler des Hauses Praxisangebote des Nachlassforums kunstpädagogisch begleiten. Dann wird der Besuch des Nachlassforums zum kreativen Kunsterlebnis.“

Der Neubau

Das neue Gebäude wird dem FKN Raum für die Bewahrung und wissenschaftliche Erforschung der Künstlernachlässe bieten. Er wird auf zwei Geschossen über 680 Quadratmeter Nutzfläche verfügen, auf die sich Räume für Depot, Ausstellungsbereich und Arbeitsräume verteilen. Baubeginn wird voraussichtlich noch dieses Jahr sein, die Bauzeit soll ein gutes Jahr betragen. Als Bauherrin zeichnet sich die eigens zu diesem Zweck gegründete Stiftung Forum für Künstlernachlässe Hamburg (SFKN) verantwortlich. Sie bringt auch den Hauptanteil der Kosten in Höhe von rund zwei Millionen Euro für den Neubau auf.

20 Jahre Forum für Künstlernachlässe

Im Juni 2024 feiert das Forum für Künstlernachlässe seinen 20. Geburtstag. Unter dem Motto „Entdeckt & Bewahrt!“ lädt das FKN am Freitag, 7. Juni 2024 um 17 Uhr zu einem interdisziplinären Kulturfest mit Kunstausstellungen, Musik und Theater sowie einem Grußwort von Kultursenator Dr. Carsten Brosda ein. Eine große Jubiläumsausstellung wird vom 7. bis 23. Juni gezeigt.

Weitere Informationen unter www.kuenstlernachlaesse.de.

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75 Jahre Grundgesetz. Nie wieder ist jetzt https://www.tiefgang.net/75-jahre-grundgesetz-nie-wieder-ist-jetzt/ Fri, 01 Mar 2024 23:26:34 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=10638 [...]]]> Seit 75 Jahren in unserem Land in Frieden und Freiheit zu leben, ist ein unschätzbares Gut. Und zur Beschäftigung. Da gerade in diesen Zeiten aber Fragen zu unserer Demokratie, unseren Grundwerten, zur Menschenwürde, Meinungsfreiheit und auch Vielfalt in aller Munde sind, ruft die Buxtehude Stiftung anlässlich des 75. Bestehens des Grundgesetzes am 23. Mai 2024 zu einem Kreativ-Wettbewerb mit dem Titel „75 Jahre Grundgesetz. Nie wieder ist jetzt“ auf.

Einwohnerinnen und Einwohner Buxtehudes oder Gruppen, die ihren Sitz in Buxtehude haben (z.B. Schulklassen, KiTa-Gruppen, Firmen, Vereine oder Institutionen) sind aufgerufen sich mit dieser Thematik aus der jeweiligen ganz persönlichen Sicht auseinandersetzen. Bis zum 13. Mai können Werke, aus den Bereichen der Malerei, Grafik, Plastik/Installation, Fotografie oder Video eingereicht werden. Das eingereichte Werk darf aus maximal 3 Teilen bestehen und muss nach dem Aufruf zu diesem Wettbewerb entstanden bzw. angefertigt worden sein.
Es wird je eine Wertung für Erwachsene und eine Wertung für Kinder/Jugendliche bis 18 Jahre geben. Über die Vergabe der Preisgelder von bis zu 2.000 Euro entscheidet eine Jury aus Mitgliedern des Stiftungsrates, der Leitung der Fachgruppe 41 sowie der Leiterin des Buxtehude Museums.

Im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung auf dem Petri-Platz am Donnerstag, 23. Mai, werden die Gewinnerbeiträge präsentiert und anschließend in einer Ausstellung im Buxtehude Museum zu sehen sein.

Abgabe bzw. Einsendung bis 13. Mai 2024:
Hansestadt Buxtehude
Stichwort: Wettbewerb 75 Jahre Grundgesetz
Bahnhofstraße 7, 21614 Buxtehude

Kontakt für Rückfragen:
Buxtehude Stiftung
T 04161-501 4001
M stiftung@buxtehude.de

Die Buxtehude Stiftung ist eine Stiftung in und für die Hansestadt Buxtehude. Ihr Zweck ist u.a. die Förderung von Kunst und Kultur. www.buxtehude.de/stiftung

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Kunst ohne Kosten! https://www.tiefgang.net/kunst-ohne-kosten/ Fri, 05 May 2023 22:01:44 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9942 [...]]]> Teure Kunst für Alle! Ab dem 13. Mai 2023 laden die Deichtorhallen Hamburg jeden Samstag und Sonntag von 12 bis 17 Uhr bei freiem Eintritt und ohne Anmeldung in die Sammlung Falckenberg ein.

Die Deichtorhallen möchten das Ausstellungshaus in den Phoenix-Fabrikhallen auf diesem Wege noch bekannter machen und Harburg als Kulturstandort stärken. Mit dem freien Eintritt öffnet sich das Ausstellungshaus weiter in die Stadt auch südlich der Elbe hinein und bietet auf diesem Wege noch mehr Menschen einen Zugang zu zeitgenössischer Kunst und Kultur.
Die Sammlung Falckenberg, die den Deichtorhallen seit 2010 als Dauerleihgabe zur Verfügung steht, umfasst über 2.200 Werke der zeitgenössischen Kunst. Ihr Schwerpunkt liegt auf deutscher und amerikanischer Gegenwartskunst der letzten vierzig Jahre. Mit ihren Ausstellungen richten sie sich an Fachpublikum genauso wie an fachfremde Interessierte und bietet einen idealen Einstieg in den Kunstdiskurs. Neben umfassenden, multimedialen Rauminstallationen sind in den großzügigen Räumlichkeiten der denkmalgeschützten Industriearchitektur regelmäßig Wechselausstellungen zu sehen. Ausgewählte Positionen werden im Rahmen thematisch wechselnder Sonder- und Wanderausstellungen weltweit präsentiert, so u.a. im Museum of Modern Art, New York; Centre Pompidou, Paris; Reina Sofia, Madrid oder im Louisiana, Humlebaek, Kopenhagen.

Die epochenübergreifende Ausstellung ERNSTHAFT?! ALBERNHEIT UND ENTHUSIASMUS IN DER KUNST in der Sammlung Falckenberg umfasst Werke von rund 100 Künstler*innen aus der ganzen Welt und spannt einen Bogen von der frühen Moderne bis in die unmittelbare Gegenwart. Eine der wichtigsten Haltungen, die der modernen und zeitgenössischen Kunst zugrunde liegt, ist die enthusiastische Albernheit, die auch vor der Unvernunft nicht zurückschreckt und die mit einer Vorstellung von humorvoller Unbeschwertheit verbunden ist. Die Werke dieser Ausstellung reichen von Fotografie, Malerei und Grafik über Skulptur und Installation bis hin zu Video und Film. Es sind zahlreiche namhafte Künstler*innen vertreten: von Marcel Duchamp und Francis Picabia, René Magritte, Giorgio de Chirico und Sturtevant, Alfred Jarry, Sigmar Polke und Martin Kippenberger bis hin zu zeitgenössischen Positionen der Gegenwartskunst wie zum Beispiel Paul McCarthy, Nicole Eisenman, Fischli & Weiss, Isa Genzken, Pauline Curnier Jardin, Kiluanji Kia Henda oder Ming Wong. Ein großer Teil der Exponate stammt aus dem Sammlungsbestand der Sammlung Falckenberg.

Die Ausstellung wird von einem umfassenden Rahmenprogramm begleitet. Neben einer eigens für die Ausstellung konzipierten B-Movie Reihe im Metropolis-Kino stehen erstmalig auch türkischsprachige Führungen im Programm. Im Rahmen des integrativen Kunstprojektes KUNST FÜR HARBURG, das Dank großzügiger Förderung der Freien und Hansestadt Hamburg, Bezirk Harburg nach dem großen Erfolg 2019 in diesem Jahr in eine neue Runde geht, laden zudem zahlreiche Sonderaktionen und Gratisangebote dazu ein, Gegenwartskunst unkompliziert und aus nächster Nähe zu erleben. Dazu gehören neben Aktionen insbesondere für Harburger Schulen auch It’s Art Baby-Führungen für Eltern mit Kleinkind oder Kaleidoskop-Führungen für Menschen mit Demenz.

Im Herbst präsentiert die Sammlung Falckenberg der Deichtorhallen Hamburg in der Ausstellung ANTI-FASHION ab dem 7. Oktober Werke der US-amerikanischen Fotografin CINDY SHERMAN. Sherman zählt zu den bekanntesten und faszinierendsten Fotograf*innen der Gegenwart, ihre Werke wurden weltweit ausgestellt. Daher ist es ein ganz besonderes Highlight, ihre Fotografien nun bei freiem Eintritt in der Sammlung Falckenberg einer noch breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Ausstellung, die vorher in der Staatsgalerie Stuttgart zu sehen war, macht das Wechselspiel von Kunst und Mode deutlich, welches sich seit knapp 50 Jahren wie ein roter Faden durch das Schaffen der Künstlerin zieht. Durch das Medium der Fotografie stehen Kunst und Mode seit jeher im Dialog. Cindy Sherman stellt in dieser Ausstellung das ganze System mit all seinen Abgründen in Frage – beleuchtet Stereotype, Schönheitsideale, die Vorstellungen von Haute Couture und letztlich auch des guten Geschmacks.

Jeden Samstag & Sonntag, 12 – 17 Uhr, Eintritt frei, ohne Anmeldung 
Sowie jeden Freitag um 15 und 17 Uhr im Rahmen von 90-minütigen Führungen, für die die Sammlung exklusiv geöffnet wird. Dann Eintritt 12 Euro/erm. 9 Euro. Aufgrund begrenzter Teilnahmezahl ist eine Buchung erforderlich unter tickets.deichtorhallen.de 

ADRESSE 
Sammlung Falckenberg, in den Phoenix-Fabrikhallen, Wilstorfer Str. 71, Tor 2, 21073 Hamburg-Harburg
Tel. 040- 32506762, sammlungfalckenberg@deichtorhallen.de

WWW. DEICHTORHALLEN.DE
WWW.SAMMLUNG-FALCKENBERG.DE

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Kunst zum Jahresbeginn https://www.tiefgang.net/kunst-zum-jahresbeginn/ Fri, 14 Jan 2022 23:10:15 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=8705 [...]]]> Der Bund Bildender Künstlerinnen und Künstler für Niedersachsen e.V. startet 2022 in Buxtehude …

Buxtehude. Zum Jahresauftakt zeigt der BBK Stade-Cuxhaven vom 15. Januar 2022 bis 20. Februar 2022 aktuelle Arbeiten von 15 freischaffenden Künstlerinnen und Künstlern im Marschtorzwinger, Liebfrauenkirchhof in Buxtehude. Die dritte Jahresausstellung präsentiert dabei ein breites Spektrum von Malerei, Fotografie und Objekten. Zu sehen sind u.a. Landschaftsmalereien, Aktbilder, Figurationen, Drucke und Assemblagen, die den Betrachtenden neue Wahrnehmungen von Licht und Perspektive, Raum für Phantasien oder humorvolle Sichtweisen auf die Welt bieten.

Am Samstag, 15. Januar um 15.30 Uhr begrüßt Petra Möhle, Stellvertretende Bürgermeisterin der Hansestadt Buxtehude, alle Kunstinteressierten und anwesende Künstlerinnen und Künstler zur Vernissage im Marschtorzwinger. Die Künstlerin Barbara Uebel übernimmt die einleitenden Worte.

In diesem Jahr zeigen folgende Künstlerinnen und Künstler ihre Werke: Marlene Apmann, Dirk Behrens, Ulrike Brockmann, Jeanette Clasen, Ingeborg Dammann-Arndt, Akkela Dienstbier, Heide Duwe, Minke Havemann, Birgit Jaenicke, Eva-Maria Jensch, Imke Korth-Sander, Barbara Lorenz Höfer, Elke Prieß, Ute Seifert und Ingeborg Steinhage.

Der Bund Bildender Künstlerinnen und Künstler für Niedersachsen e.V. vertritt als Berufsverband die kulturpolitischen, sozialen und rechtlichen Interessen bildender Künstlerinnen und Künstler in Niedersachsen.

Ausstellungsdaten: Ausstellungseröffnung: Samstag, 15. Januar 2022, 15.30 Uhr

Zu beachten: 2G-Regel, FFP2-Maskenpflicht, Kontakterfassung; Teilnahme begrenzt auf max. 30 Personen

Voranmeldung beim Kulturteam T 04161/501 23 23 oder unter kulturbuero@stadt.buxtehude.de

Ausstellungsdauer: 15. Januar 2022 – 20. Februar 2022

Finissage: Dienstag, 22. Februar 2022, 14.30 Uhr; Marschtorzwinger, Liebfrauenkirchhof, Buxtehude

Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 15 – 18 Uhr; Samstag und Sonntag 11 – 18 Uhr

Weitere Informationen: Kulturteam der Hansestadt Buxtehude; T: 04161/501 23 23; E-Mail: kulturbuero@stadt.buxtehude.de

www.buxtehude.de/kultur

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Die Kunstkarawane https://www.tiefgang.net/die-kunstkarawane/ Fri, 23 Nov 2018 23:14:28 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=4523 [...]]]> Stephanie Grosshardt und Claudia Kulenkampff liegen die Themen Integration, Vielfalt und Zusammenleben  besonders am Herzen. Gemeinsam bauten sie im Rahmen der 2015 gegründeten Flüchtlingsinitiative Moorburg (FIM) mittlerweile drei offene Kunstwerkstätten in Flüchtlingsunterkünften auf.

Daraus entstand die „Kunstkarawane“: Ein vielseitiges, offenes, künstlerisches Angebot an unterschiedlichen Standorten in Neugraben und Neuwiedenthal. Die Orte wechseln zwischen öffentlichen Einrichtungen und Wohnunterkünften von geflüchteten Menschen. Jeweils in einem Zeitraum von acht Wochen, wird ein künstlerisches Medium vertieft.

Am Sa., den 8. Dez. 2018 nun findet von 12 -18 Uhr eine interaktive Ausstellung in den Räumlichkeiten der 3falt (ehemalige Klangkirche, Neue Straße 44, 21073 HH) statt. Dann endet das Projekt und die entstandenen „Kunstwerke“ aus dem gesamten Zeitraum werden ausgestellt.

Eine Einladung und Aufruf zugleich, sich das anzusehen, aber auch selber kreativ zu werden und mit Graffiti, Malerei, Siebdruck oder Nähen auszuprobieren!

Weiterführend: kunstkarawane.com

 

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„Flüsse sind identitätsbestimmend“ https://www.tiefgang.net/fluesse-sind-identitaetsbestimmend/ Fri, 06 Oct 2017 22:20:08 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=2135 [...]]]> Am 4. November 2017 findet zum 14. Male der Harburger Kulturtag statt. Dabei ist immer auch der Verein „Künstler zu Gast in Harburg“ im Mayr`schen Haus vertreten. In diesem Jahr: Yvette Kießling aus Leipzig. Wir haben mal nachgefragt.

Yvette Kießling ist 1978 geboren und lebt in Leipzig. Sie studierte dort als Meisterschülerin von Arno Ring, dem „Vater der Neuen Leipziger Schule“. Ihr Sujet ist die Landschaftsmalerei. Sie ist aber auch als Fotografin aktiv und absolviert viele Studienreisen. Nun ist zu Gast in Harburg.

Tiefgang (TG): Hallo und herzlich willkommen, Yvette Kießling. Sie sind dieses Jahr unsere „Künstlerin zu Gast in Harburg“. Wie ist der Kontakt zum Verein „Künstler zu Gast in Harburg“ überhaupt entstanden?

Yvette Kießling: Über verschiedene Aufenthalte in Hamburg, auch in Harburg und den Kontakt zu Prof. Busch habe ich von der Möglichkeit im Künstlerhaus Harburg arbeiten zu können erfahren und mich beworben.

TG: Sie stellen in Hamburg nicht zum ersten Mal aus. Ist Ihnen da der Harburger Kulturtag schon zuvor mal „untergekommen“. Also wussten Sie von ihm?

Yvette Kießling: Nein, ich kannte ihn bisher noch nicht.

TG:  Sie beschäftigen sich mit Lithografie, Malerei und Radierungen. Waren das immer schon ihre Prioritäten? Was gefällt Ihnen an diesen Techniken und Wirkungen besonders?

Yvette Kießling: Die grafischen Techniken sind mir bereits im Studium sehr wichtig gewesen. Ich habe immer parallel zur Malerei auch in der Radierung und später nach dem Studium mehr und mehr auch in der Lithografie gearbeitet. Die Grafik macht es mir möglich, verschiedene malerische und kompositionelle Ideen zu erproben. Die verschiedenen Wege und Möglichkeiten, die aus dem Arbeiten im Wechselspiel Malerei – Grafik erwachsen, sind für mich sehr wichtig und fruchtbar.

Zu Gast in Harburg: Yvette Kießling

 

TG: Sie waren Meisterschülerin bei Arno Rink, der seinerseits wesentlich das Kunststudium in Leipzig als Rektor prägte. Hat er Ihr Schaffen geprägt oder beeinflusst er es noch heute und wenn in wie fern?

Yvette Kießling: Arno Rink war ein großartiger Lehrer. Er hat meine Arbeit, meine künstlerischen Entwicklung sehr gefördert. Gerade in der Entscheidung für das Arbeiten vor der Natur, vor der Landschaft hat er in langen und intensiven Gesprächen und Bildbetrachtungen maßgeblich beigetragen.

TG: Sie leben und arbeiten in Leipzig. Eine Stadt, die zur Zeit für jung und wachsend steht. Wie ist Ihr Eindruck? Was gibt Ihnen die Stadt aus künstlerischer Sicht?

 

Yvette Kießling: Leipzig ist eine wunderbare Stadt, um als Künstler gut leben und arbeiten zu können. Durch das eigene Atelier in der Spinnerei bin ich fachlich und kollegial bestens vernetzt.

Schwierig günstigen Raum zu finden

Momentan verändert sich durch den Boom im Bau und Ausbau von Wohn- und Gewerbeflächen viel, gerade hier im Leipziger Westen. Die Mieten steigen und es wird schwieriger, günstigen Raum zu finden. Im Vergleich zu Städten wie München, Hamburg oder Frankfurt aber ist es als Künstler noch immer sehr günstig, hier zu leben und eine sehr lebendige und breite Kunstszene zu genießen.

TG: Wie sind Sie persönlich zur Kunst gekommen?

Yvette Kießling: Für mich stand es immer fest, Malerin zu werden und ich bin sehr dankbar, dass ich diesen Weg über die Leipziger Hochschule nehmen konnte.

TG: In Ihren Werken dominiert Landschaftliches und vor allem Fluss, kann das sein? Und wenn, wie kommt´s?

Yvette Kießling: Seit vielen Jahren beschäftige ich mich ausschließlich mit dem Thema Landschaft. Im speziellen mit dem Thema Fluss. Die Faszination besteht seit meiner Kindheit in Thüringen und hat sich hier in Leipzig an diversen Flüssen fortgesetzt. Flüsse sind landschaftsprägend und identitätsbestimmend für die Anwohner. Mich fasziniert besonders die Energie großer Ströme, wie beispielsweise der Elbe. Die verschiedenen Landschaftsräume, die an den Ufern, in der direkten Umgebung zu finden sind, ziehen mich immer wieder in ihren Bann. Dazu kommt die Faszination der „Gestaltlosigkeit“ des Wassers an sich, der riesigen Herausforderung, dies in einem Bild zu fassen.

TG:  Was erwarten Sie von Harburg, wenn Sie jetzt hier artist in residence sind?

Yvette Kießling: Ich möchte mich vor allem weiter mit meinem langjährigen Thema Elbe beschäftigen. Besonders interessiert mich hier die Insel Wilhelmsburg mit ihren Elbufern und sie durchziehenden Wasserwegen.

Langjähriges Thema „Elbe“

Ich werde die Zeit nutzen, intensiv vor Ort zu arbeiten – diese Möglichkeit bietet mir der Aufenthalt im Mayrischen Haus in Harburg sehr perfekt.

TG: Was erwartet uns zum Harburger Kulturtag?

Yvette Kießling: Ich möchte in Harburg eine geschlossene Reihe von Bildern schaffen und neue malerische Möglichkeiten ausloten. Ich bin gespannt, im direkten Bezug neue Bilder den Menschen vor Ort zeigen zu können.

TG: Vielen Dank für das Gespräch und wir freuen uns auf Sie!

Am Sa., 4. Nov. 2017 ist Yvette Kießling im Rahmen des 14. Harburger Kulturtags von 12 – 20h mit aktuellen Arbeiten als „Künstlerin zu Gast in Harburg“ im Mayr`schen Haus in der Lämmertwiete 14, 21 073 Hamburg zu erleben.

Weiterführende Links:

www.yvettekiessling.de oder www.kuenstler-zu-gast-in-harburg.de  

Das komplette Programm des Kulturtags zum Herunterlanden unter: Harburger Kulturtag Flyer.pdf

(Das Interview für „Tiefgang“ führte Heiko Langanke)

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