offener Brief https://www.tiefgang.net Mon, 29 Mar 2021 07:26:43 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1 „Ist mehr als ´naiv`“ https://www.tiefgang.net/ist-mehr-als-naiv/ Sat, 27 Mar 2021 12:08:31 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=7775 [...]]]> Die Hamburger Clubs Dock´s und Grosse Freiheit sind in jüngster Vergangenheit des öfteren mit vermeintlich alternativen Wahrheiten zur Pandemie in die Schlagzeilen geraten. Nach den großen Veranstalter*innen nun ein offener Brief von den Clubkolleg*innen.

„OFFENER BRIEF

An die Verantwortlichen von DOCKS & Grosse Freiheit 36, Musikclubs sind Kultur – wir als Kulturschaffende sind uns unserer gesellschaftlichen Verantwortung als verbindendes Element bewusst und stehen für Offenheit, Vielfalt, Toleranz und Freiheit sowie gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.

Es gilt als Gesellschaft füreinander einzustehen, um diese schwierige Zeit gemeinsam zu bewältigen. Wir werten den Ausübungsverzicht unserer Passion zur Darbietung von Live-Musik in dieser Ausnahmesituation als Solidarität mit und gegenüber Allen.

Künstler:innen, Betreiber:innen und unsere Gäste werden Hamburg gemeinsam wieder zu einer lebendigen Musikstadt machen – wenn wir den Fokus auf das legen was, uns eint und wir uns alle so sehr zurückwünschen: Musik und Live-Kultur, Begegnungen und Nähe. Auch wir sehen die Probleme, die durch politische Entscheidungen und den Umgang mit der Pandemie entstanden sind. Auch wir sind in vielen Momenten wütend und verärgert, sehen und fühlen Ungerechtigkeiten. Konstruktiver Dialog und kritisches Hinterfragen funktionieren jedoch besser ohne den Einbezug von populistischen Parolen, Personen und Plattformen. Auch das Streuen von irreführenden und falschen Informationen zur Pandemie ist einem sachlichen Diskurs nicht dienlich.

In diesem Kontext ist es mehr als naiv, eine “offene” Plattform für Corona-Kritik zu betreiben, obwohl allseits bekannt ist, wie sehr Pandemie-Leugner:innen, Verschwörungstheoretiker:innen, antisemitische, sowie rechtsnationale Strömungen miteinander verwoben sind und wie sehr Radikale diesen Diskurs aktiv für ihre Zwecke instrumentalisieren. Wenn Clubs ihre Außenfassaden als Meinungsplattform verwenden, geht damit eine sehr hohe Verantwortung einher. Um dieser Verantwortung gerecht zu werden, reicht es nicht nur zu schreiben: „Selbstverständlich distanzieren wir uns von Rassismus, Nationalismus, Faschismus, Extremismus und Gewalt.“ Eine echte Distanzierung wäre, keinen Raum zu bieten, in dem Grenzen verwischt und Fakten verklärt werden. Der Schaden, der durch Eure Wandaktionen an den Außenfassaden Eurer Clubs entsteht, ist groß. Nicht nur für eure Mitarbeitenden, für die vielen Künstler:innen und für die Gäste, sondern auch für unsere Live-Kultur- und Clubszene weit über die Grenzen der weltoffenen Stadt Hamburg hinaus. Es ist uns völlig unverständlich, dass ihr trotz allem an der Plakatwand festhalten wollt.

Ihr treibt damit eine bewusste Spaltung unserer Gesellschaft und vor allem auch der Club- und Kulturszene unmittelbar voran. In einer Demokratie gilt es stets miteinander im Gespräch zu sein und einer Radikalisierung entgegenzuwirken. Wir bedauern, dass sich durch eure Stellungnahme vom 25. März die Positionen noch weiter zu verhärten scheinen.

Als Reaktion auf eure Aktivitäten hat sich aus dem Kreis der Mitglieder des Clubkombinats ein Aktionsbündnis formiert und auch der Vorstand prüft weitere Schritte. In Ausübung unserer Funktion stehen wir weiterhin für vermittelnde Gespräche mit allen Beteiligten bereit.

Hamburg, 27.03.2021

Gezeichnet: Der Vorstand Clubkombinat Hamburg e. V.“

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„Pause, Stillstand, Nichts, Null“ https://www.tiefgang.net/pause-stillstand-nichts-null/ Thu, 28 May 2020 16:27:37 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6944 [...]]]> Die Corona-Pandemie zwingt die Kultur in die Knie. Im Süden Hamburgs rafft offenbar den Rest die Politik und Verwaltung dahin …

Die Initiative SuedKultur hat nun einen offenen Brief an alle in der Bezirksversammlung Harburg vertretenden Parteien sowie Vertreter der Verwaltung gesandt. Dort wird einiges nun grundsätzlich infrage gestellt:

„SuedKultur als Zusammenschluss der meisten Kulturschaffenden südlich der Elbe Hamburgs steht im Zeichen der Corona-Pandemie wie die meisten Kulturschaffenden allerorts in Existenznöten. Kultur ohne Publikum: das wirft existenzielle Fragen auf und bedarf mehr denn je kreativer Antworten auf die Frage nach dem Morgen.

Während aber andernorts bereits kreativ daran gearbeitet wird, ob andere z.B. digitale Formate möglich und wirksam sind und zumindest die Versuche politische als auch finanzielle Unterstützung erfahren (weil bewilligte Anträge auch anderweitig einsetzbar sind), ist die Kulturpolitik in Harburg einfach weg. Pause, Stillstand, Nichts, Null.

Da wurde im Koalitionsvertrag von 2019 noch die Arbeit z.B. von SuedKultur gelobt, ein Kulturbeirat und Runder Tisch sollte eingerichtet wie auch ein Kulturentwicklungsplan entwickelt werden. Doch die jetzige Realität zeigt: hier geht vieles kaputt und man schaut einfach zu.

Die im Koalitionsvertrag von 2019 gewürdigte Arbeit der Initiative SuedKultur hat ihren Wiederholungsantrag auf eine grundsätzliche Unterstützung vor Corona nicht wieder bewilligt bekommen Die Diskussion um einen neuen Antrag und in anderer Form wird nach unserem Ermessen gerade in Zeiten von Corona absurd und im Prozedere (da z.Zt. gar keine Ausschüsse, die was entscheiden könnten tagen) zu aufwendig. Gerade aber jetzt wäre eine koordinierende und unterstützende Arbeit für alle Kulturschaffenden im Bezirk dringend nötig.

Offener Brief der Initiative SuedKultur an die Harburger Verwaltung und Politik der ersatzlose Wegfall des Hafenfestes, vermutlich des „Sommer im Park“-Festes als auch der Music-Night und vielleicht gar des Kulturtages macht das Ausmaß der Existenznot sichtbar und ruft zugleich die existenzielle Frage nach dem Bestand der Kulturszene in Harburg auf.

Wir sehen dringenden Bedarf auf Seiten von Politik und Verwaltung zur unbürokratischen Hilfe statt der Behinderung weiterer kultureller Arbeit. Daher sehen wir uns veranlasst, bis auf weiteres eine Zusammenarbeit mit Politik und Verwaltung in Sachen Beirat, Kulturentwicklungsplan und Runder Tisch infrage zu stellen. Denn wir hätten ihn JETZT nötig und haben stattdessen NICHTS.“

Namentlich unterzeichnen folgende Institutionen und/oder Personen diesen „Offenen Brief“

Heimo Rademaker – Sprecher SuedKultur, DreiFalt Genossenschaft & MariasBallroom

Nandor Olah – Förderverein Stellwerk e.V.,, Der Elbdeich e.V., Werner Pfeiffer – Fischhalle, Kulturwerksatt Harburg, Achim Debur – Kulturcafé Komm Du, Jürgen Havlik – Alles wird schön e. V., Jo Riehle – Café Grauer Esel, ContraZt e.V, Christina Lürken & Kirsten Czeskleba-Hauck – Old Dubliner Pup, Keine Knete trotzdem Fete – KktF e.V., Sabine Schnell – Kunstleihe & SuedKultur, Sonja Alphonso – Kunstleihe & SuedKultur, Carsten Lünzmann – Suedkultur& DreiFalt Genossenschaft, Heike Plätke – Kneipe Bla Bla, Sabine Trefzer – Zur Stumpfen Ecke,

Asta der TUHH, Siegfried Kopf – Initiative Gloria Tunnel e. V. & Kulturwohnzimmer e.V., Andrea Rausch – Atelier Rausch, Andreas Wolfgang Hans Spohrs – Mobile Kunst&Kultur-Bühne, Wiebke Heinrich – Tanzcompagnie Süderelbe, Fernando Zietek – Gutes Theater /KWH, Dianan Fütterer – Grünestreiben Grafikdesign, Antje Gerds – Malerei – Kunst auf Kaffeesäcken, Andreas Göhring – Wörtermacher, Marion Göhring – Bildmacher, Kai Schulz – Freyhand Event Ausstatter, Rainer Schmitz – Harburger Kantorist & Chorleiter

 

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„Harburgs Kultur braucht 1,85 mehr!“ https://www.tiefgang.net/harburgs-kultur-braucht-185-mehr/ Fri, 05 Apr 2019 22:08:03 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5089 [...]]]> Dass Harburg auch in Sachen Kulturmitteln von der Stadt Hamburg stiefmütterlich behandelt wird, ist nichts Neues. Dass Kulturschaffende nun das Wort ergreifen schon. Dabei wollen sie nur das Mittelmaß.

Der Brief im Wortlaut:

„2. April 2019 – Offener Brief an den Hamburger Senat:

Harburgs Kultur braucht 1,85 mehr!

Seit Jahren bemängeln die Harburger Verwaltung, Politik und wir Kulturschaffenden aber selbst der Landesrechnungshof, dass der Bezirk Harburg bei der Verteilung der Stadtteilkulturmittel benachteiligt wird. Seit Jahren hören wir, es sei kein Geld da und die ungleiche Verteilung auf die Bezirke sei auf Grundlage „spezifischer, regional unterschiedlicher, gewachsener Strukturen und Milieus in Verbindung mit initiativem Engagement von Personen, Gruppen und Einrichtungen“ entstanden.

An Engagement für kulturelle Vielfalt und Teilhabe hat es in Harburg nie gefehlt. Daher unterstützen wir, die gut 50 Kultureinrichtungen, Initiativen, Vereine etc. und darüber hinaus etliche Kunst- & Kulturschaffende, die sich in der Initiative SuedKultur zusammen gefunden haben, diesen Aufruf.

Es braucht mehr Mittel für Kunst und Kultur in Harburg, insbesondere auch in Anerkennung der soziokulturellen Arbeit und der Förderung von Kunst und Kultur.

In den letzten Jahren haben wir trotz der stets desolaten Finanzierung des Bezirkes durch den Senat unsere Potenziale dennoch und in Eigeninitiative ausgenutzt. Wir haben vor 12 Jahren mit der Initiative SuedKultur begonnen uns selbst zu organisieren, haben ein eigenes Portal www.sued-kultur.de geschaffen, seit 9 Jahren eine Music-Night als Nacht der Clubs des drittstärksten Live-Musik-Bezirks Hamburgs, seit 4 Jahren die vierwöchigen Literaturtage „SuedLese“ und seit diesem Jahr eine einzigartige Kunstleihe HH-Harburg für die Bildenden Künste. Nicht zufällig ist Harburg auch dieses Jahr mit zwei Projekten für den Hamburger Stadtteilkulturpreis 2019 nominiert gewesen. Von nichts kommt nichts!

Wir sind in Vorleistung gegangen und wir erwarten nun, dass dies anerkannt wird.

Daher wünschen wir die Anpassung an den Hamburger Durchschnitt. Dieser liegt bei 3,63 € je Einwohner in Hamburg. In Harburg liegt er trotz Erhöhung im nächsten Jahr bei gerade mal 1,78 €.

Also: der Senat möge 1,85 € je Einwohner drauf legen!

Denn auch wir wachsen hinsichtlich der Einwohnerzahl aber auch bzgl. unserer Strukturen und unseres Engagements.

Lasst den Worten Taten folgen!

Also: 1,85 € mehr!“

 Quelle: SuedKultur

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„10% der Wohnungsbauprämie für Kultur!“ https://www.tiefgang.net/10-der-wohnungsbaupraemie-fuer-kultur/ Sat, 29 Jul 2017 06:34:50 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=1692 [...]]]> Der Bezirk bekommt vom Senat der Stadt Hamburg frisches Geld für neue Wohnungen. Suedkultur wünscht davon einen Anteil für die Kultur.

In einem offenen Brief vom 24. Juli 2017 an alle Fraktionen im Bezirk heißt es dazu nun:

SuedKultur wünscht sich aus Wohnungsbauprämie 10% für die Kultur in Harburg

offener Brief an alle Faktionen der Bezirksversammlung Harburg –

Die Initiative SuedKultur wünscht sich fraktionsübergreifend, dass von der Wohnungsbauprämie des Senats der Freien und Hansestadt Hamburg 10% in den Etat für Kultur im Bezirk übergeht.

Hintergrund: der Senat hatte im Rahmen des angestrebten gesteigerten Wohnungsneubaus jedem Bezirk eine Prämie für neu zugelassene Wohnungsbauten versprochen. Im Jahr 2016 wurden im Bezirk Harburg allein 1.135 neue Wohnungseinheiten genehmigt, für die eine Prämie von mind. 250 Euro an den Bezirk und zur freien Verwendung fließt.

1.135 neue  Wohnungen allein 2016 heißt auch jede Menge neue Bürger*innen im Bezirk, denen stadteilorientierte Kulturangebote offen stehen sollten. Zwar wurde der Kulturetat 2017 und 2018 bereits erhöht, konnte aber lediglich die jahrelang gestiegenen Kosten der einzelnen geförderten Kulturschaffenden im Bezirk kompensieren. Gelder für neue und zahlreichere Angebote sind noch immer schwerlich und erst recht nicht auskömmlich zu finanzieren.

Daher sieht die Initiative Suedkultur nun einen guten Zeitpunkt, zumindest einen kleinen Teil der zusätzlichen Bezirksgelder der Kultur zuzusprechen.

Wir wünschen uns dies in fraktionsübergreifender Übereinstimmung, allein als Zeichen der Wertschätzung kultureller Arbeit im südlichen Bezirk Hamburgs.“

 

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