Sammlung Falckenberg – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Fri, 19 Dec 2025 12:55:52 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 Ein Sommer der Kunst https://www.tiefgang.net/ein-sommer-der-kunst/ Sat, 20 Dec 2025 23:47:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13020 [...]]]> Der Übergang vom Frühling in den Sommer 2025 markierte in der Hamburger Kulturlandschaft eine Phase, in der die Fassaden der Hochglanzprojekte Risse bekamen, während im Süden der Elbe mit bemerkenswerter Resilienz gegen den drohenden Stillstand angearbeitet wurde.

Es war ein Quartal, das uns schmerzhaft vor Augen führte, dass kulturelle Teilhabe kein Selbstläufer ist. Vielmehr ist es ein permanentes Aushandeln zwischen politischem Willen und bürgerschaftlichem Engagement.

Es begann im April mit einer fast schon gespenstischen Stille im Harburger Zentrum, wo die sogenannten Karstadt-Geister umgingen. Während in der HafenCity die Verträge für einen prunkvollen Opern-Neubau ohne jede Bürgerbeteiligung und unter Ausschluss der Öffentlichkeit bis zur Unterschriftsreife gebracht wurden, kämpfte man in Harburg mit einer Mauer aus Schweigen. Die Fraktion der Linken hatte versucht, Licht in das Dunkel der Betriebskosten für das ehemalige Karstadt-Gebäude zu bringen, doch die Antworten der Finanzbehörde blieben vage und nebelhaft. Es ist die bittere Ironie einer Stadtentwicklung, die im Norden Milliarden für neue „Leuchttürme“ mobilisiert, während im Süden eine bereits existierende Immobilie, die als „Planet Harburg“ ein pulsierendes Zentrum für Theater, Kino und Literatur werden könnte, durch bürokratische Intransparenz blockiert wird. Der kalte Wind, der den Harburger Visionär*innen hier entgegenschlug, war weit mehr als nur eine Verwaltungsglosse; er war ein Symptom für die Vernachlässigung der kulturellen Basisarbeit zugunsten von Prestigeprojekten.

Doch Harburg antwortete auf diese eiskalte Schulter der Verwaltung im Mai mit einer beeindruckenden Rückbesinnung auf seine eigene Identität. Im Stadtmuseum Harburg wurde die Ausstellung des Stadtmalers Ralf Schwinge zum emotionalen Ankerpunkt. Schwinge, der als Chronist mit Skizzenblock und wachem Auge durch die Straßen zieht, dokumentiert nicht nur den Abriss und Neubau, sondern vor allem die Menschen, die diesen Bezirk prägen. In seinen rund 150 Werken wurde deutlich, dass die Seele eines Stadtteils nicht in gläsernen Opernhäusern wohnt, sondern auf dem geschäftigen Wochenmarkt und in den alltäglichen Momenten der Nachbarschaft. Diese Authentizität bildete den wohltuenden Gegenpol zum zeitgleichen Beben in der Hamburger Staatsoper. Dort war der Hoffnungsträger Demis Volpi nach nur einem halben Jahr als Ballettchef zurückgetreten. Sein jäher Abschied legte die Wunden offen, die das gigantische Erbe John Neumeiers hinterlassen hatte. Die Debatte um Volpis Abgang drehte sich um weit mehr als nur künstlerische Differenzen; sie stellte die Frage nach sozialer Kompetenz und moderner Menschenführung in erstarrten Institutionen – eine Diskussion, die in Harburg, wo man aufgrund mangelnder Mittel ohnehin auf engste Kooperation angewiesen ist, fast wie aus einer anderen Welt wirkte.

Während die Staatsoper versuchte, ihre Scherben aufzusammeln, weitete der Süden seinen Blick und bewies im Juni eine beeindruckende intellektuelle Tiefe. In Stade forderte die Ausstellung AMANI im Schwedenspeicher die Besucher*innen dazu auf, die koloniale Vergangenheit radikal neu zu bewerten. Die Aufarbeitung der Sammlung des Botanikers Karl Braun, der hunderte Kulturgüter aus Tansania nach Stade gebracht hatte, wurde zum Lehrstück über kulturelle Aneignung und notwendige Restitution. Hier wurde Weltgeschichte im Lokalen verhandelt – ein Anspruch, den Harburg auch mit der Einbeziehung des Kurzfilm Festivals Hamburg im Planet Harburg unterstrich. Unter dem Motto „Provokation der Liebe“ wurde das ehemalige Kaufhaus für kurze Zeit zum Tempel des experimentellen Kinos, was einmal mehr das enorme Potenzial dieses Ortes bewies, wenn man ihn denn ließe.

Zum Abschluss des Quartals kehrte die Energie dorthin zurück, wo sie in Harburg am stärksten ist: in die Räume der freien Szene und der privaten Initiativen. In den Phoenix-Hallen feierte die Sammlung Falckenberg mit der Ausstellung How’s My Painting? das Erbe der Counter Culture. Von der Punk-Attitüde der 80er Jahre bis hin zu modernen Dekonstruktionen wurde Malerei hier als Akt der Freiheit zelebriert, der sich bewusst gegen den Mainstream stellt. Dass Projekte wie Kunst vor Ort der Harburger Kunstleihe zeitgleich Führungen zu Graffiti-Wänden und in versteckte Depots anboten, schloss den Kreis. Es war die finale Bestätigung einer Erkenntnis, die sich durch das gesamte Quartal zog: Während die Hamburger City im Großen über Prestige und glanzvolle Namen debattierte und dabei oft über die eigenen Beine stolperte, pflegte Harburg im Kleinen die Nahbarkeit. Es ist eine Kultur der kurzen Wege und der klaren Worte, die sich ihren Raum nimmt – egal, ob dieser Raum ein ausgebranntes Theater, ein blockiertes Kaufhaus oder eine graue Betonwand in Heimfeld ist. Das zweite Quartal hat gezeigt, dass Harburgs wahre Stärke in der Hartnäckigkeit seiner Akteur*innen liegt, die sich vom Glanz der City nicht blenden und vom Nebel der Bürokratie nicht aufhalten lassen.

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„Ich liebe Widersprüche“ https://www.tiefgang.net/ich-liebe-widersprueche/ Fri, 12 Sep 2025 22:24:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=12260 [...]]]> Was, wenn Kunst und Leben verschmelzen? Die Deichtorhallen zeigen, wie es geht: mit Spoerri, Caland und Co.

Die Deichtorhallen Hamburg laden in den kommenden Herbst- und Wintermonaten zu einer tiefgreifenden Auseinandersetzung mit dem Wechselspiel zwischen Kunst und Leben ein. Mit gleich vier hochkarätigen Ausstellungen aus den Bereichen Malerei, Fotografie und Objektkunst wird das spannungsvolle Verhältnis zwischen diesen beiden Welten ausgelotet und neu beleuchtet.

Daniel Spoerri: „Ich liebe Widersprüche“

Den Auftakt macht die in Harburg ansässige Sammlung Falckenberg mit einer großen Übersichtsschau zum Werk des 2024 verstorbenen Künstlers Daniel Spoerri, der in diesem Jahr 95 geworden wäre. Unter dem Titel „Ich liebe Widersprüche“ stellt die Ausstellung das vielseitige Schaffen Spoerris in den Dialog mit ausgewählten Positionen der Sammlung, darunter Werke von Ray Johnson, Jonathan Meese und Mariella Moser. Die Schau beleuchtet Spoerris typisches Spiel mit Alltagsmaterialien und gefundenen Objekten und sein humorvoll-subversives Hinterfragen von Konventionen. Sie verdeutlicht die ungebrochene Relevanz seines künstlerischen Denkens und seinen großen Einfluss auf nachfolgende Künstler*innengenerationen.

Huguette Caland: „A Life in A Few Lines“ & Walther Collection: „Into the Unseen“

Gleich zwei Ausstellungen in der Halle für aktuelle Kunst widmen sich ab dem 24. Oktober der Kraft der Emanzipation und der Fotografie. Die Retrospektive „A Life in A Few Lines“ zu Huguette Caland ist ihre erste große Solopräsentation in Europa. Das Werk der libanesischen Künstlerin, die 1931 geboren wurde, ist zugleich sinnlich und intellektuell, filigran und plakativ. Die Ausstellung erzählt in zehn Kapiteln von Calands Reise zwischen Kulturen und Kontinenten und ihrem unbedingten Widerstand gegen gesellschaftliche und sexuelle Normen.

Parallel dazu eröffnet die Ausstellung „Into the Unseen“, die letztmalig in Europa Fotografien aus der renommierten Walther Collection zeigt. Die Sammlung geht danach als Schenkung an das Metropolitan Museum of Art in New York. Die Schau lädt dazu ein, über das rein Visuelle hinauszugehen und Bilder sprechen, riechen und fühlen zu lassen. Mit Positionen wie David Goldblatt und Santu Mofokeng erforscht sie Themen wie Spiritualität, Trauma und Transformation.

Philip Montgomery: „American Cycles“

Im PHOXXI, dem temporären Haus der Photographie, zeigt der New Yorker Fotograf Philip Montgomery in seiner ersten großen institutionellen Einzelausstellung weltweit seine ikonischen Portraits und dokumentarischen Arbeiten. Unter dem Titel „American Cycles“ taucht er in die Konflikte und Allianzen der amerikanischen Gesellschaft ein – von Donald Trumps populistischer Wahlkampagne über die Black-Lives-Matter-Bewegung bis hin zu ökologischen Krisen. Seine Fotografien sind eine bildstarke Chronik der Suche nach Gemeinschaft in Zeiten des Umbruchs.

Ausstellungen im Überblick:

DANIEL SPOERRI: ICH LIEBE WIDERSPRÜCHE

Sammlung Falckenberg |Wilstorfer Straße 71, Tor 2 | 21073 Hamburg

27. September 2025 – 26. April 2026

HUGUETTE CALAND: A LIFE IN A FEW LINES

Halle für aktuelle Kunst | Deichtorstr. 1–2 | 20095 Hamburg

24. Oktober 2025 – 26. April 2026

INTO THE UNSEEN: THE WALTHER COLLECTION

Halle für aktuelle Kunst | Deichtorstr. 1–2 | 20095 Hamburg

24. Oktober 2025 – 26. April 2026

PHILIP MONTGOMERY: AMERICAN CYCLES

PHOXXI. Haus der Photographie temporär | Deichtorstr. 1–2 | 20095 Hamburg

28. November 2025 – 10. Mai 2026

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#seeforfree 2024 https://www.tiefgang.net/see-for-free-2024/ Fri, 18 Oct 2024 22:45:43 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=11263 [...]]]> Am diesjährigen Tag der Reformation öffnen 47 Museen und Ausstellungsorte ihre Türen bei freiem Eintritt – das sind mehr Häuser als in den Jahren zuvor.

Für den Aktionstag haben die Museen, Ausstellungshäuser, Lern- und Gedenkorte wieder ein umfangreiches Programm mit Führungen in verschiedenen Sprachen, Veranstaltungen für Kinder und Familien oder Mitmachaktionen zusammengestellt, um am Tag der Reformation alle Hamburgerinnen und Hamburger einzuladen und ihnen ein besonders vielfältiges Angebot zu machen. Die Bürgerschaft hatte den freien Zugang zu den Museen am Tag der Reformation beschlossen, um eine Brücke zwischen Religionen und Weltanschauungen zu schlagen und allen Menschen ein spannendes Kulturerlebnis zu ermöglichen. Das Achilles-Stiftung Glasmuseum, das FC St. Pauli Museum, das Film- und Fernsehmuseum Hamburg, das WasserForum in Rothenburgsort sowie das Woods Art Institute sind zum ersten Mal dabei.

Alle Informationen zu den teilnehmenden Häusern und dem Begleitprogramm gibt es unter www.seeforfree.de. Eine individuelle Museumstour für den Tag der Reformation kann man sich unter www.seeforfree.de/meine-tour zusammenstellen.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „seeforfree 2024 wird mit freiem Eintritt in 47 Museen, Ausstellungshäusern und Gedenkstätten der bisher umfangreichste Aktionstag seit seiner Einführung werden: Fast doppelt so viele Häuser wie zum Beginn im Jahr 2018 können in diesem Jahr am 31. Oktober bei freiem Eintritt besucht werden. Das zeigt, wie erfolgreich sich die Idee von seeforfree entwickelt hat. Die Hamburger Museen und Ausstellungsorte bieten am Tag der Reformation besonders vielfältige Anlässe zum Entdecken, zum Austausch und zur Auseinandersetzung mit verschiedensten Themen. Ob auf der ‚Peking‘ zurück in die Vergangenheit reisen, mit Pippi Langstrumpf die Kolonialgeschichte verstehen oder queere Blickwinkel auf die Kunstgeschichte entdecken – seeforfree bietet Inspiration und neue Perspektiven bei freiem Eintritt für alle.“

Neben den ständigen Sammlungen der Museen können auch aktuelle Sonderausstellungen wie zum Beispiel „Flowers Forever“ im Bucerius Kunst Forum, „Isa Mona Lisa“ in der Kunsthalle, „Pippis Papa“ im MARKK oder „Deutschland um 1980“ im Altonaer Museum besucht werden.

Neu dabei sind diese Häuser:

  • das Achilles-Stiftung Glasmuseum, das in Barmbek seit 2022 zeitgenössische Glaskunst präsentiert,
  • das FC St. Pauli Museum im Millerntor-Stadion, das sich mit Dauer- und Sonderausstellungen ganz der Geschichte und Gegenwart des Hamburger Fußballvereins widmet,
  • das Film- und Fernsehmuseum Hamburg, in dem spannende Ausstellungsstücke zur Geschichte des Films und des Fernsehens in Hamburg und Umgebung ausgestellt werden,
  • das WasserForum, das im ehemaligen Pumpenhaus in Rothenburgsort aus dem Jahr 1848 Norddeutschlands größte Ausstellung zur heutigen Wasserversorgung und Abwasserentsorgung zeigt, sowie
  • das Woods Art Institute, in dem Arbeiten aus der Sammlung Reinking zu entdecken sind, von klassischen Positionen der Gegenwartskunst bis hin zu Beiträgen der jüngsten Künstler- und Künstlerinnengeneration.

Einzigartig am Tag der Reformation ist das umfangreiche Sonderprogramm:

So bietet die Kunsthalle ein buntes Programm mit Führungen über queere Perspektiven in der Kunstgeschichte und mit verschiedenen Welcome-Führungen für Geflüchtete in verschiedenen Sprachen. In der KZ-Gedenkstätte Neuengamme gibt es eine Führung für Menschen mit Lernschwierigkeiten in einfacher Sprache und das WasserForum hat ein vielfältiges Programm für Kinder und Familien. Auch das Deutsche Hafenmuseum spricht insbesondere Familien mit einem Programm unter dem Motto „Genuss im Hafen“ an. Im Museum der Arbeit gibt es viele Vorführungen, Mitmachaktionen und Führungen durch die Sonderausstellung „Dein Paket ist da. Shoppen auf Bestellung“, das Universitätsmuseum bietet Formate wie „Fakt oder Fiktion?“, „Campus Schnipseljagd“ und „Beats, Rhymes & History“. Im Woods Art Institute gibt es Führungen, kreative Mitmachformate und Blicke hinter die Kulissen.

Neben Führungen auf Deutsch werden Führungen auf Englisch, Spanisch, Arabisch, Farsi, Ukrainisch, Russisch, Plattdeutsch und in Deutscher Gebärdensprache angeboten.

Seit dem Bürgerschaftsbeschluss aus dem Jahre 2018 bieten die staatlichen Museen in Hamburg am Tag der Reformation grundsätzlich kostenfreien Eintritt an. Der Feiertag soll somit dazu dienen, gesellschaftlichen Debatten nachzuspüren und in den gemeinsamen Austausch zu treten. In den letzten Jahren haben sich immer mehr private Museen der Initiative angeschlossen.

Der Museumsdienst Hamburg koordiniert im Auftrag der Behörde für Kultur und Medien diesen Aktionstag.

Folgende Museen bieten am Tag der Reformation freien Eintritt:

  • Altonaer Museum
  • Archäologisches Museum Hamburg und Stadtmuseum Harburg
  • Bargheer Museum
  • Bergedorf Museum
  • Bucerius Kunst Forum
  • Computer-Museum der Universität Hamburg
  • Deichtorhallen Hamburg
  • denk.mal Hannoverscher Bahnhof
  • Deutsches Hafenmuseum (im Aufbau) – Standort Schuppen 50A
  • Deutsches Zollmuseum
  • Deutsches Zusatzstoffmuseum
  • FC St. Pauli Museum
  • Film- und Fernsehmuseum Hamburg
  • Freilichtmuseum Rieck Haus
  • Gedenkstätte Bullenhuser Damm
  • Gedenkstätte Fuhlsbüttel
  • Gedenkstätte Plattenhaus Poppenbüttel
  • Gefängnismuseum Hamburg
  • Geschichtsort Stadthaus
  • Gipsabgusssammlung der Universität Hamburg
  • Hamburger Genossenschafts-Museum
  • Hamburger Kunsthalle
  • Hamburger Schulmuseum
  • Helmut-Schmidt-Forum
  • HSV-Museum
  • Informationszentrum Energieberg Georgswerder
  • Jenisch Haus
  • KomponistenQuartier Hamburg
  • Kunsthaus Hamburg
  • Kunstverein Harburger Bahnhof
  • Kunstverein in Hamburg
  • KZ-Gedenkstätte Neuengamme
  • Medizinhistorisches Museum Hamburg
  • MONTBLANC HAUS
  • Museum am Rothenbaum. Kulturen und Künste der Welt (MARKK)
  • Museum der Arbeit
  • Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
  • Museum Mahnmal St. Nikolai
  • Retro Spiele Club
  • Sammlung Falckenberg
  • Stiftung Hamburg Maritim
  • Universitätsmuseum Hamburg
  • vor—gänge. museum für alternative stadt
  • WasserForum
  • Woods Art Institute
  • Zaubermuseum Bellachini

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Cindy Shermans Anti-Fashion https://www.tiefgang.net/cindy-shermans-anti-fashion/ Fri, 17 Nov 2023 23:40:13 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=10411 [...]]]> Die US-Amerikanerin Cindy Sherman (*1954 in New Jersey) zählt zu den bedeutendsten und international erfolgreichsten Künstler*innen der Gegenwart. Zur aktuellen Ausstellung in der Sammlung Falckenberg gibt es dazu ein reichhaltiges Rahmenprogramm …

Die Ausstellung läuft seit Oktober und noch bis zum 3. März 2024. Sie befindet sich in der Sammlung Falckenberg in Hamburg-Harburg. Geöffnet immer Sa und So von 12–17 Uhr. Eintritt frei!

Cindy Sherman inszeniert sich in ihren Fotografien selbst in vielfältigen Rollen, mit denen sie sowohl spielerisch als auch kritisch tradierte Schönheitsideale und Stereotypen infrage stellt.
Inspiriert wird Sherman von unterschiedlichen Bildwelten: Kino, Fernsehen, Werbung, Magazinen, Kunstgeschichte, Märchen, das Internet und die sozialen Medien geben ihr entscheidende Anstöße. Dabei zieht sich die Mode wie ein roter Faden durch Shermans facettenreiches Werk.

Die Ausstellung ANTI-FASHION widmet sich mit rund 50 Werken aus fünf Dekaden umfassend dem fesselnden Dialog zwischen Cindy Sherman und der Modewelt. Kommerzielle Aufträge, die sie seit den 1980er Jahren regelmäßig von renommierten Modehäusern wie Chanel, Designerinnen und Designern wie Stella McCartney sowie internationalen Modemagazinen wie Vogue und Harper’s Bazaar erhält, nutzt sie als ständige Quelle der Inspiration. Aber auch umgekehrt beeinflusst die Künstlerin bis heute die Ästhetik der Modewelt und setzt wesentliche Impulse, auch für eine ganze Generation von Fotograf*innen.

Ihre provokanten Fotografien vermitteln nicht den Glamour, den Sexappeal oder die Eleganz, die wir gemeinhin mit Mode assoziieren. Stattdessen zeigen sie Figuren, die alles andere als begehrenswert sind und den makellosen Idealen der Modewelt widersprechen. Nicht zuletzt erweist sich das Thema Mode für die Künstlerin als Ausgangspunkt ihrer kritischen Auseinandersetzung mit Aspekten von Identität, Geschlecht, Gender und Alter. Shermans große Bandbreite an Charakteren zeigt die Künstlichkeit und Wandelbarkeit von Identität, die mehr denn je wählbar, (selbst-)konstruiert und fließend erscheint.

Mit nationalen und internationalen Leihgaben und aus dem New Yorker Archiv der Künstlerin exklusiv ausgewählten Materialien widmet sich die Ausstellung erstmalig dem Thema Mode im Werk von Cindy Sherman. Ergänzt wird die Ausstellung von fotografischen und künstlerischen Positionen aus dem Bestand der Sammlung Falckenberg. Aus der Sammlung werden Werke der folgenden Künstler*innen gezeigt:

Vito Acconci, John Baldessari, Aidas Bareikis, Karla Black, John Bock, Monica Bonvicini, Olaf Breuning, Thorsten Brinkmann, Sophie Calle, Clegg & Guttman, Michael Ray Charles, Phil Collins, Walker Evans, Valie Export, Lynn Hershman-Leeson, Peter Hujar, Christian Jankowski, Astrid Klein, Barbara Kruger, Robert Longo, Urs Lüthi, Paul McCarthy, Dieter Meier, Marilyn Minter, Joyce Pensato, Richard Prince, Markus Schinwald, Christopher Williams

Die Ausstellung wurde von Dr. Alessandra Nappo, Staatsgalerie Stuttgart kuratiert und von der Staatsgalerie Stuttgart in Zusammenarbeit mit Cindy Shermans Studio in New York und ihrer Galerie Hauser & Wirth realisiert. Anschließend wird sie im FOMU – Fotomuseum Antwerpen gezeigt.

Sonderöffnung mit Rahmenprogramm für die ganze Familie:

Kommt mit euren liebsten Menschen in die Ausstellung CINDY SHERMAN – ANTI-FASHION in der Sammlung Falckenberg. Egal ob alt oder jung, ob ihr unter einem Dach zusammenlebt oder nicht, ob ihr verwandt seid oder ihr euch als Familie gefunden habt. Entdeckt Kunst neu, stellt Fragen, lasst euch inspirieren.
Es erwarten euch Spotlight- und Familienführungen durch die Ausstellung von Cindy Sherman, eine offene Werkstatt mit Kunststudierenden für Kinder ab 8 Jahren und eine außergewöhnliche Fotostation: Im Fotobus der Fotografin Eva von Renner kann sich die ganze Familie auf Passfotostreifen festhalten und den Tag als Erinnerung mit nach Hause nehmen.

Programm im Detail:
15 – 18 Uhr Offene Werkstatt mit Kunststudierenden für Kinder und Jugendliche ab 8 Jahren
15 Uhr Familienführung Cindy Sherman mit Steffi Reimers/Rahel Bruns
15:30 Uhr Spotlight Führung Cindy Sherman mit Ceren Mağden
16 Uhr Familienführung Cindy Sherman mit Steffi Reimers/Rahel Bruns
17 Spotlight Führung Cindy Sherman mit Ceren Mağden

Für alle Angebote gilt ausschließlich Anmeldung an der Tageskasse/im Workshopraum vor Ort.
Für die Familienführungen nehmen wir auch Anmeldungen vorab per eMail entgegen.

Termine: Freitag 24. November 2023, 26. Januar und 23. Februar 2024, jeweils 14 bis 19 Uhr
Eintritt: Der Eintritt zum Familientag sowie zu allen Veranstaltungen ist kostenfrei.
Anmeldung: Anmeldung zu den Familienführungen unter: sammlungfalckenberg@deichtorhallen.de
Teilen Sie uns dann bitte mit, für welchen Termin Sie buchen möchten und, wie viele Kinder in der Gruppe sind. Max. können zwei erwachsene Begleitpersonen pro Anmeldung an der Familienführung teilnehmen.

Führung durch die Ausstellung CINDY SHERMAN – ANTI-FASHION in der Sammlung Falckenberg.
Termine: Samstag, 25. November 2023, 11 Uhr, Teilnahme kostenfrei
Anmeldung und Information: harburg@buecherhallen.de oder unter +49 (0)40-772923
In Kooperation mit derBücherhalle Harburg. Gefördert durch die Freie und Hansestadt Hamburg, Bezirk Harburg.

Offene Werkstatt ab 8 Jahren

Anlässlich der Ausstellung CINDY SHERMAN – ANTI-FASHION können Kinder ab 8 Jahren ab November jeden zweiten und vierten Sonntag im Monat im Workshopraum der Sammlung Falckenberg in Hamburg Harburg eigene Kunstwerke anfertigen. Ausnahme: 24. Dezember 2023, an dem die Ausstellung geschlossen ist.
Künstlerische Anleitung: Flora Fee Mayrhofer
Teilnahme kostenfrei, Anmeldung am gleichen Tag vor Ort erforderlich.
Termine: Ab November jeden 2. und 4. Sonntag im Monat, jeweils von 13 bis 16 Uhr
Ausnahme: 24. Dezember 2023, an dem die Ausstellung geschlossen ist.
Diese Veranstaltung findet im Rahmen von KUNST FÜR HARBURG statt, gefördert von der Freien und Hansestadt Hamburg, Bezirk Harburg.

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Verstorben: Harald Falckenberg https://www.tiefgang.net/verstorben-harald-falckenberg/ Fri, 10 Nov 2023 23:36:03 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=10402 [...]]]> Kurz nach seinem 80. Geburtstag ist der international renommierte Sammler, Kurator, Förderer, Autor und Verleger Prof. Dr. Harald Falckenberg gestern in seiner Heimatstadt gestorben.

Der am 5. Oktober 1943 in Hamburg geborene Jurist und Unternehmer begann Mitte der 1990er Jahre mit dem Aufbau einer umfassenden Sammlung zeitgenössischer Kunst, die heute zu den weltweit bedeutendsten Privatsammlungen in diesem Bereich zählt. Seit 1996 wird diese im Rahmen von Wechselausstellungen öffentlich gezeigt, seit 2001 in dem von Harald Falckenberg gegründeten Ausstellungshaus auf dem Harburger Phoenixgelände. Seit 2011 wird dies in erfolgreicher Kooperation mit den Deichtorhallen Hamburg betrieben. Der Senat hatte Harald Falckenberg Anfang Oktober noch mit einem Senatsfrühstück im Gästehaus geehrt.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Ich denke in großer Dankbarkeit an Harald Falckenberg, der sich wie kaum ein zweiter für die zeitgenössische Kunst eingesetzt hat. Vor einem Monat haben wir noch gemeinsam seinen 80. Geburtstag gefeiert und uns über die wunderbare Cindy Sherman-Ausstellung in seiner Sammlung gefreut. Harald Falckenbergs Tod reißt eine Lücke, deren Ausmaß wir derzeit kaum erahnen können. Er war eine wirkliche Ausnahmeerscheinung und ein großartiger Mensch. Auch wenn sein Wirken weiter strahlt – die Kunstwelt wird ohne ihn eine andere sein. Mit großer Leidenschaft hat er eine der bedeutendsten Sammlungen der Gegenwartskunst aufgebaut, die Hamburger Kunstszene geprägt und mit Freude und Witz auch andere für die Kunst begeistert. Es ist beeindruckend, was dieses Multitalent nach einer erfolgreichen Karriere als Jurist und Unternehmer für die Kunst und Kultur in Hamburg und weit darüber hinaus geleistet hat. Sein besonderes Interesse galt dabei der Kunst, die sich gegen gesellschaftliche Konventionen richtet und freigeistigen Künstlerinnen und Künstlern, die sich nicht zähmen lassen. Harald Falckenberg hat als leidenschaftlicher Anwalt für die zeitgenössische Kunst die Welt ein gutes Stück besser gemacht. Seine kluge, passionierte, oft unkonventionelle und teilweise provokante Art, mit der er sich vielfältig in aktuelle Diskussionen eingebracht hat, werde ich sehr vermissen. Wir werden zusammen mit den Deichtorhallen das Wirken von Harald Falckenberg in Ehren halten und sind in Gedanken bei seiner Familie.“

Die Sammlung von Prof. Dr. Harald Falckenberg zählt weltweit zu einer der bedeutendsten Privatsammlungen zeitgenössischer Kunst und umfasst heute rund 2.400 Werke. Der Schwerpunkt liegt auf deutscher und amerikanischer Gegenwartskunst ab den 1980er Jahren. Seit 1996 wird die Sammlung im Rahmen von Wechselausstellungen öffentlich gezeigt, zunächst im sogenannten „Pump Haus“ am Flughafen, seit 2001 im Ausstellungshaus auf dem Harburger Phoenixgelände. 2011 wurde die Sammlung und der Ausstellungsbetrieb in Harburg von den städtischen Deichtorhallen Hamburg im Rahmen einer Dauerleihgabe übernommen. Harald Falckenberg war seit 1997 Mitglied des Hamburger Kunstvereins und war von 1999 bis 2017 dessen Vorstandsvorsitzender. Seit 2011 war er Aufsichtsratsmitglied der Deichtorhallen Hamburg GmbH. Der Hamburger Kunsthalle war er als Förderer unter anderem durch die zusammen mit Hans Jochen Waitz gegründete F. und W. Stiftung für zeitgenössische Kunst verbunden. 2008 wurde er von der Hochschule für Bildende Künste Hamburg (HFBK) zum Professor ernannt. Im gleichen Jahr übernahm er den Verlag Philo Fine Arts, zudem war er Mehrheitseigentümer des renommierten Merve-Verlags.

„Wir haben einen großen und großzügigen Freund der Kunst verloren, dessen Schaffen in der Kunstwelt mit seiner Losung ‚Ziviler Ungehorsam‘ uns im Gedächtnis bleiben wird. Harald Falckenberg lebte und stritt intensiv, liebte die Diskussion und den Diskurs und suchte stets eine geistige Herausforderung. Er sammelte oft widerspenstige Kunst, die unsere Vorstellungen von ihr schärfte und tiefen Einfluss auf den internationalen Kunstdiskurs nahm. Seine Großzügigkeit und leidenschaftliche Begeisterung waren mitreißend, und er war eine prägende Figur für das Kulturleben in Hamburg und darüber hinaus. Sein Erbe wird in der Kunstwelt unvergessen bleiben. Seiner intensiven Kunstleidenschaft ist es zu verdanken, dass seine Sammlung heute zu einer der bedeutendsten privaten Kollektionen internationalen Ranges gezählt werden kann“, so Dirk Luckow, Intendant der Deichtorhallen Hamburg.

„Harald Falckenberg war uns als langjähriges Aufsichtsratsmitglied immer ein hoch geschätzter Berater und leidenschaftlicher Verfechter der Kunst – seine Stimme hatte in Hamburg und weit darüber hinaus Gewicht. Wir sind sehr stolz, diese außerordentliche Sammlung zu betreuen, Ausstellungen aus ihr zu konzipieren und ein umfangreiches Rahmenprogramm daraus zu entwickeln und so das Lebenswerk Harald Falckenbergs lebendig zu halten“, ergänzt Bert Antonius Kaufmann, Kaufmännischer Direktor der Deichtorhallen Hamburg.

Harald Falckenberg übergab seine mehr als 2.400 Werke von 500 Künstler*innen umfassende Sammlung inklusive des Ausstellungshauses im Phoenix-Areal in Hamburg-Harburg 2011 den Hamburger Deichtorhallen als Dauerleihgabe. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Kunst der Counter Culture, die nach dem Zweiten Weltkrieg als Aufstand gegen die Eliten und das Kunstestablishment insbesondere in den USA und Deutschland entstanden ist. Die Sammlung ist international mehrfach ausgezeichnet und von dem einflussreichen New Yorker Magazin ARTnews unter die besten 200 Sammlungen der Welt gewählt worden. Die Sammlung setzt Akzente auf Querdenker*innen und Außenseiter*innen des Kunstbetriebs, die mit subversiven, oft ironischen bis hin zu sarkastisch-zynischen Betrachtungsweisen die traditionellen Vorstellungen einer Repräsentationskunst des Guten, Wahren und Schönen unterlaufen.

Aktuell wird in der Sammlung Falckenberg die Ausstellung ANTI-FASHION der US-amerikanischen Künstlerin Cindy Sherman bis zum 3. März 2023 präsentiert. Ergänzt wird sie von fotografischen und künstlerischen Positionen aus dem Bestand der Sammlung Falckenberg – darunter Werke von John Baldessari, Karla Black, Monica Bonvicini, Richard Prince und Robert Longo. Die Sammlung ist jeden Samstag und Sonntag von 12 bis 18 Uhr kostenlos zu besuchen.

Zur Kooperation mit den Deichtorhallen Hamburg

Nach Jahren freundschaftlicher Verbundenheit zwischen den Deichtorhallen und Harald Falckenberg wurde im Oktober 2010 ein Kooperationsvertrag zwischen der Freien und Hansestadt Hamburg und Harald Falckenberg geschlossen. Seitdem steht die Sammlung Falckenberg einschließlich der Ausstellungsräume in Harburg den Deichtorhallen als Dauerleihgabe zur Verfügung. Die Deichtorhallen übernahmen unter der Leitung des Intendanten Dirk Luckow die kuratorische und organisatorische Betreuung der Sammlung und betreiben die Phoenix-Halle mit einer Fläche von 6.000 m² als zusätzliche Ausstellungsräume in Harburg.

Neben der Präsentation der Sammlung fanden seit der Übernahme durch die Deichtorhallen Hamburg 41 Ausstellungsprojekte statt. In den 25 Einzelausstellungen wurden international renommierte Künstler*innen wie Wim Wenders, Monica Bonvicini, Philip Guston, Marilyn Minter, William S. Burroughs oder wie gerade aktuell Cindy Sherman präsentiert. Sechzehn Gruppenausstellungen thematisierten aktuelle Fragestellungen aus der Kunstwelt und drei Ausstellungen holten mit den Sammlungen Haubrock, Sigg und Viehof große private Sammlungen seit 2010 nach Harburg. Auch die Sammlung Falckenberg selbst wurde umfassend in dieser Zeit in Ausstellungen wie »Selbstjustiz durch Fehleinkäufe« (2015) oder »Installationen aus 25 Jahren Sammlung Falckenberg« (2019) präsentiert. Mit den Ausstellungen »Konzeptuelle Fotografie« und der ersten Retrospektive der Hamburger Fotografin Charlotte March, lieferten die fotografischen Arbeiten aus der Sammlung Falckenberg wichtige Ausstellungen zu der jeweiligen Triennale der Photographie. 2013 erhielten die fotografischen Arbeiten aus der Sammlung Falckenberg eine Ausstellung auf der Paris Photo, der weltweit bedeutendsten Messe für Fotografie.

Die internationale Wertschätzung der Sammlung ist auch am regen Leihverkehr zu erkennen. Leihgaben aus der Sammlung Falckenberg werden in Museen auf der ganzen Welt präsentiert wie der Tate Modern/London, MoMa PS1/New York, Whitney/New York, Centre Pompidou/Paris, Palais de Tokyo/Paris, Albertina/Wien, Nationalgalerie Berlin, Schirn/Frankfurt und ZKM Karlsruhe oder auch auf der Sao Paulo Biennale und der Biennale di Venezia. Sie stellen nicht selten Schlüsselwerke dar.

Schwerpunkte der Sammlung Falckenberg

Ein früher Sammlungsschwerpunkt bilden Arbeiten der späten 70er und 80er Jahre mit Künstler*innen wie Werner Büttner, Martin Kippenberger, Jürgen Klauke, Astrid Klein, Albert Oehlen und Franz West, denen Werke US-amerikanischer Künstler derselben Generation wie Vito Acconci, John Baldessari, Paul McCarthy und Richard Prince gegenübergestellt sind. In einem Schritt zurück wurden diese Positionen durch Arbeiten der vorangegangenen Generation progressiver internationaler Künstler und Künstlerinnen wie Hanne Darboven, Öyvind Fahlström, Dieter Roth und Paul Thek ergänzt. Erst in einem dritten Sammlungsabschnitt ist der Bezug zu den jüngeren Positionen der Gegenwartskunst aufgenommen worden.

Mit Arbeiten von Monica Bonvicini, Andrea Fraser, Christian Jankowski, Sarah Lucas, Raymond Pettibon, Jason Rhoades, Daniel Richter, Christoph Schlingensief, Santiago Sierra und Andreas Slominski vermittelt die Sammlung einen profunden Überblick über die deutschen und ausländischen Vertreter der Gegenkultur der 80er und 90er Jahre. Einen wichtigen Teil der 6000 qm großen Ausstellungsfläche nehmen raumgreifende Installationen der Multimedia Art von Künstler*innen wie John Bock, Thomas Hirschhorn, Mike Kelley, Jon Kessler, Jonathan Meese, Anna Oppermann und Gregor Schneider ein. Im Untergeschoss steht den Besuchern ein Schiebelager mit etwa 400 Arbeiten zur Verfügung. Ein weiterer Schwerpunkt der Sammlung liegt im Bereich der Fotografie mit Werken internationaler Künstler*innen wie Lewis Baltz, Victor Burgin, Sophie Calle, Larry Clark, Willliam Eggleston, Valie Export, Lee Friedlander, Martha Rosler, Martin Parr oder Wolfgang Tillmans.

Daten zur Person Harald Falckenberg und seiner Sammlung

Jurist, 1992 bis 2004 ehrenamtlicher Richter am Hamburger Verfassungsgericht. Promoviert im internationalen Privatrecht. Von 1979 bis 2015 Geschäftsführer eines Hamburger Familienunternehmens.

Seit 1997 Vorstandsmitglied des Hamburger Kunstvereins und von 1999 bis 2017 Vorsitzender des Vereins.

Seit 1994 Aufbau der Sammlung mit öffentlichen Ausstellungen seit 1996 im „Pump Haus“ am Flughafen und seit 2001 in den Harburger Räumen der Phoenix AG. Nach Übernahme von Phoenix durch Continental 2007 Ankauf der heutigen Ausstellungshallen mit einer Fläche von ca. 6200 qm durch Falckenberg. Die Sammlung umfasst heute ca. 2400 Arbeiten der zeitgenössischen Kunst. Nach längeren Verhandlungen Abschluss eines Leihvertrags über die Ausstellungshallen und die Sammlung mit der Hansestadt und den Deichtorhallen Hamburg mit Wirkung ab 1.1.2011. Der Vertrag ist am 20.7.2022 mit einer Laufzeit bis Ende 2032 verlängert worden.

2008 ist Falckenberg zum ehrenamtlichen Professor der HFBK ernannt worden.

Verlagstätigkeiten: Falckenberg hat eine Vielzahl von Analysen und Essays zum Kunstbetrieb verfasst, die in verschiedenen Publikationen, insbesondere dem 2008 erschienenen Sammelband „Aus dem Maschinenraum der Kunst. Aufzeichnungen eines Sammlers“ veröffentlicht worden sind. Dabei haben Aufsätze über Künstler wie Monica Bonvicini, Philip Guston, Christian Jankowski, Mike Kelley, Jon Kessler, Astrid Klein, Jonathan Meese und Paul Thek eine zentrale Position. Im Jahr 2008 hat Falckenberg den Verlags Philo Fine Arts mit seiner Fundus-Reihe zur Kunsttheorie erworben. Bereits 2007 hat er die Mehrheitsbeteiligung von 52 % des Gründers Peter Gente am ambitionierten Merve-Verlag übernommen.

Auszeichnungen 

  • 1999 bis 2013 unter ArtNews´ „The World´s Top 200 Collectors“
  • 2009 Art-Cologne-Preis
  • 2009 „Hamburger des Jahres“ in der Kategorie Kunst
  • 2011 Montblanc de la Culture Arts Patronage Award
  • 2013 Award des amerikanischen Kritikerverbands AICA
  • 2016 Platz 26 der „Word´s Top 100 Collectors“ von ArtNet

Ausgewählte Publikationen von und über Falckenberg 

  • Tim Sommer, „Knallhart am Mainstream vorbei“, Art, 2000
  • Harald Falckenberg, FAZ, 2002
  • David Galloway, „A stunning place to showcase outsiders“, Herald Tribune, 2008
  • Marc Spiegler, „Tough Decisions …“, Art Review 2008
  • Ulf Wuggenig/Heike Munder, Auszug aus „Das Kunstfeld“ 2012
  • Le Monde, Portfolio zur Ausstellung auf der Paris Photo 2013
  • Harald Falckenberg, „The Artworld“, Financial Times und Katalog der 44. Art Basel, 2014
  • Counter Culture. 25 Years Sammlung Falckenberg. Objects and Installations. Kat. Sammlung Falckenberg / Deichtorhallen Hamburg. Hg. Dirk Luckow, Harald Falckenberg, 2019
  • ARTE Film von Eva Gerberding: „Von der Fabrik zur Kunst“: Dokumentation über den Sammler Harald Falckenberg

Gespräch mit Harald Falckenberg anlässlich des 25. Jährigen Bestehens der Sammlung Falckenberg 2019 im Onlinemagazin der Deichtorhallen Hamburg HALLE4

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Der 20. Harburger Kulturtag! https://www.tiefgang.net/der-20-harburger-kulturtag/ Fri, 27 Oct 2023 22:38:25 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=10374 [...]]]> Der Harburger Kulturtag feiert am So., 5. November sein 20-jähriges Jubiläum! 

Kunst, Kultur, Shopping, Laternenumzug, Feuerwerk und viel Programm: zum 20. Harburger Kulturtag und am verkaufsoffenen Sonntag zeigt Harburg seine kulturelle Vielfalt in gnazer Breite! Und dieses Jubiläum ist ein wahrer Grund zum Feiern. Der Harburger Kulturtag, ein bewährtes Konzept, überzeugt die Hamburger*innen Jahr für Jahr mit einem breiten Spektrum an kulturellen Angeboten. Der Harburger Kulturtag verbindet erneut die zahlreichen Kultureinrichtungen Harburgs, die die kulturelle Anziehungskraft in Hamburgs Süden eindrucksvoll unterstreichen. Am Sonntag, dem 5. November, von 12 bis 20 Uhr präsentieren sich mehr als 25 Harburger Kulturinstitutionen mit einem speziell für diesen Tag konzipierten Jubiläumsprogramm – und das alles bei freiem Eintritt!
Zusätzlich bieten viele Harburger Schaufenster eine Fülle an Sehenswertem. Im Rahmen des Projekts „KunstSchauFenster“ der Kunstleihe Habrurg werden Werke verschiedener Künstler*innen in den Einzelhandelsgeschäften Harburgs ausgestellt, die Kunstgruppe wattenbergART präsentiert sich in der Passage der CityGalerie und selbst der ewig leerstehende Glaspavillon am Lüneburger Tor wird zum Schauplatz einer Installation des Kunstduos well-wired-Team.

Folgende Künstler:innen und Institutionen sind am Harburger Kulturtag vertreten:
antikyno, Archäologisches Museum Hamburg, Ateliergemeinschaft Atelier 32, Alles wird schön, Electrum, Fischhalle Harburg, Freundeskreis Harburger Theater e.V., Harburg Pop Up Store, Galerie 1565, Geschichtswerkstatt Harburg, Habibi-Atelier, Harburger Theater, Harburg Info, HinZimmer, KulturKiosk Blohmstraße, Kunstleihe Harburg, Künstler zu Gast in Harburg, Kunstverein Harburger Bahnhof, KulturWerkstatt Harburg e.V., Medical School Hamburg, Paul-Gerhardt-Kirche Harburg, Sammlung Falckenberg, Sparkasse Harburg-Buxtehude, TU Hamburg,
Alle teilnehmenden Institutionen und das dazugehörige Kulturprogramm werden zeitnah auf Social Media und der Website des Harburg Marketing e.V. (www.harburg-marketing.de) kommuniziert. Die Programmflyer sind in der Harburg Info, Hölertwiete 6, zu finden.

Vor 20 Jahren hatte ein Trio um den seinerzeit neuen Chef des Archäologischen Museums, Prof. Dr. Rainer-Maria Weiss, die Idee, Harburgs Kulturszene mal angemessen ins rechte Licht zu rücken und die Idee des Harburger Kulturtags war geboren. Ateliers, Museen und die Falckenberg-Sammlung öffneten ihre Pforten und zeigten ihre aktuellen Arbeiten. Von Jahr zu Jahr wuchs die Teilnehmerzahl und tausende von Menschen nutzten das Angebot. Vor einigen Jahren dann wurde
der Kulturtag mit dem verkaufsoffenen Sonntag im November zusammengelegt. Eine Gelegenheit, Geschäfte und Kultur zusammenzubringen. Doch zunächst liefen Geschäfts- und Kulturbetrieb weitestgehend neben- statt miteinander. Die Pandemie tat ihr übriges.
Daher nahm schon im letzten Jahr die Kunstleihe Harburg die Aktion „KunstSchauFenster“ in Angriff und konnte vor allem mit dem Verband „Unternehmer ohne Grenzen“ zehn Ladengeschäfte mit KunstSchauFenstern bestücken. Zum 20. Harburger Kulturtag und dem Erfolg des letzten Jahres werden es nun zwanzig! „Dabei wurden wir auch die Vitrinen in der Galerie-Passage in der Lüneburger Straße aufmerksam gemacht“, so Sabine Schnell vom Vorstand des Vereins Kunstleihe Hamburg. „Dort wird nun die Künstler*innengruppe wattenbergART einige ihrer Werke und Künstler*innen präsentieren.“ Und auch in der Hölertwiete fiel ein Schaukasten unangenehm auf. In diesem war offenbar seit gut 30 Jahren die Modewerbung nicht getauscht. Nun prangt ein Werk der Harburger Künstlerin Petra Hagedorn dort und schafft es so wieder als Hingucker zu fungieren.
Und auch ein weiterer Lost Place fiel dem Netzwerk rund um die Kunstleihe ins Auge: der schon lange leerstehende Glaspavillon am Lüneburger Tor / Durchgang zum Harburger Ring. „Er ist ideal für eine Installation des Künstlerduos well-wired-team geeignet“, so Sabine Schnell. Was genau ab Dunkelheit zu sehen sein wird, bleibt zunächst eine Überraschung.

Kunst-Farbbildbände und Kinderbücher gibt es am HinZimmer im Hinzeweg in Heimfeld. Nutzen Sie die Gelegenheit für einen Spaziergang in Heimfeld, während die Kunst-Initiativen geöffnet sind. Es gibt viel zu entdecken an diesem Kulturtag Harburg. Im HinZimmer kann man zwischen 15 und 18 Uhr eine wunderschöne Sammlung von Kunstbände anschauen und gegen eine Spende mitnehmen.

 

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Ein Freitag voller Kunst https://www.tiefgang.net/ein-freitag-voller-kunst/ Fri, 04 Aug 2023 22:40:23 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=10161 [...]]]> Der letzte Freitag im August wird in Harburg ein idealer Kunsttag. Und das bei freiem Eintritt …Denn am 25. August gibt es eine Sonderöffnung der Ausstellung ERNSTHAFT?! ALBERNHEIT UND ENTHUSIASMUS IN DER KUNST in der Sammlung Falckenberg in Hamburg Harburg. Zum Tag der offenen Tür ist ein Vermittlungsprogramm mit Führungen und Workshops geplant.

Schon zuvor lädt die Kunstleihe Harburg ab 13 Uhr im Rahmen ihrer Kunst vor Ort-Touren zur Depotführung in die Sammlung ein (Anmeldung hier: www.kunstleihe-harburg.de).

Falckenberg Koleksiyonu’nda Türkçe rehberli tur ve katılıma açık atölyeler!
Giris ücretsizdir.

Programm-Highlights des Tages:

How Social Is Your Knitting? Stricken als Soziale Praxis

Kollektiver Strickworkshop von Lola Bott, Karolina Kaiser, Sandra Schumann und Cathrin Zumhasch,
Präsentation von Schüler*innen-Arbeiten der Lessing Stadtteilschule Harburg die anlässlich der Ausstellung Ernsthaft?! entwickelt wurden.

Termine: Freitag, 25. August, 14–19 Uhr

15 Uhr

Kurzführung durch die Ausstellung Ernsthaft?! mit Steffi Reimers.

15–18 Uhr

How Social Is Your Knitting? Stricken als Soziale Praxis von Lola Bott, Karolina Kaiser, Sandra Schumann und Cathrin Zumhasch. Für alle Altersstufen und zum sofortigen Mitmachen.

16 Uhr

Kurzführung mit Fokus Sammlung Falckenberg mit Steffi Reimers.

16.30 Uhr
Präsentation von Schülerarbeiten der Lessing Stadtteilschule Harburg, die anlässlich der Ausstellung Ernsthaft?! entwickelt wurden.

17 Uhr

Kurzführung durch die Ausstellung Ernsthaft?! in türkischer Sprache mit Ceren Mağden.
Falckenberg koleksiyonu üzerine rehber eşliğinde türkçe tur.

18 Uhr
Kurzführung durch die Ausstellung Ernsthaft?! mit Ceren Mağden.

Kostenloser Eintritt.
Teilnahme am Workshop kostenfrei, keine Anmeldung erforderlich.

Ort: Sammlung Falckenberg, Phoenix Fabrikhallen
Wilstorfer Straße 71, Tor 2; 21073 Hamburg – Harburg

 www.sammlung-falckenberg.de

Und hier Podcast „Humor ist kein lustiges Werkzeug“ mit Rocko Schamoni: https://dasistkunst.podigee.io/19-humor-ist-kein-lustiges-werkzeug-rocko-schamoni

 

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Kunstleihe lädt in Harburger Ausstellungen https://www.tiefgang.net/kunstleihe-laedt-in-harburger-ausstellungen/ Fri, 30 Jun 2023 22:35:16 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=10088 [...]]]> Hamburgs Süden hat ziemlich viel Kunst im Angebot. Man muss nur wissen wo …

Die Kunstleihe Hamburg e.V. lädt auch diesen Sommer wieder zur Reihe „Kunst vor Ort“ ein. Eine Reihe, die durch Ausstellungsorte führt, Einblicke gibt und Hintergründe verständlich macht. Denn Harburg hat viel Kunst zu bieten und die Kunstleihe hilft sich zu orientieren.

Im Juli und August kann man sich mit ihr den Kunstverein Harburger Bahnhof, den Harburger Kunstpfad wie auch die Open-Air-Gallery „walls can dance“ zeigen lassen und besucht das Depot der Sammlung Falckenberg. Es werden Hintergründe und Kunstpositionen erklärt und seltene Einblicke gewährt.

ABER BITTE FRÜHZEITIG ANMELDEN – DIE PLÄTZE SIND BEGRENZT!

 Termine:

Mi., 12. Juli, 16 Uhr – Kunstverein Harburg Bahnhof (Kuratorenführung  inkl. Ausstellung Frieder Haller „Von der Unmöglichkeit einer schönen Küche“), über Fernzuggleis 3, Hannoversche Str. 85, 21 073 Hamburg

Fr., 14 Juli, 17.30 Uhr, „walls can dance“ Open-Air Gallery, Amalienstr. 3, 21073 Hamburg; Kuratorenführung

Mi., 26. Juli, 17 Uhr, Harburger Kunstpfad, Tubabläser auf dem Harburger Rathausplatz, Führung mit Prof. Dr. Weiss, 21073 Hamburg

Do., 27. Juli, 17 Uhr, Kunstverein Harburger Bahnhof, Ausstellungsprojekt „on track“ mit Projektleiterin Marie Kuhn – Vitrinen zwischen Fernzuggleis 3 u. 4, Hannoversche Str. 85, 21 073 Hamburg

Mi., 2. Aug., 15 Uhr, Sammlung Falckenberg – Depotbesichtigung, Wilstorfer Str. 71, 21073 Hamburg

Fr., 11. Aug., 17.30 Uhr, „walls can dance“ Open-Air Gallery – Kuratorenführung, Amalienstr. 3, 21073 Hamburg

Mo., 14. Aug., 17.30 Uhr, Harburger Kunstpfad, Tubabläser auf dem Harburger Rathausplatz, Führung mit Prof. Dr. Weiss, 21073 Hamburg

Fr., 25. Aug., 13 Uhr, Sammlung Falckenberg – Depotbesichtigung, Wilstorfer Str. 71, 21073 Hamburg – nachfolgend ist auch die aktuelle Ausstellung „Ernsthaft? – Albernheit und Enthusiasmus in der Kunst“ noch besuchbar!

Die Führungen – ausgenommen „Sammlung Falckenberg“ (10,- €) – sind kostenfrei – Spenden aber gerne gesehen! Aufgrund begrenzter Plätze wird unbedingt um ANMELDUNG gebeten unter kontakt@kunstleihe-harburg.de oder Tel.: 040 – 300 969 48

Treffen ist 10 Minuten vor Beginn am angegebenen Ort!

Die Reihe „Kunst vor Ort“ findet mit frdl. Unterstützung von „Mitten in Harburg“ statt!

Zur Kunstleihe Hamburg:

Die Kunstleihe Hamburg ist Hamburg erste nonkommerzielle Artothek. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, lokale zeitgenössische Kunst alltäglich und allen Menschen zugänglich zu machen. Dies ist u.a. durch das Ausleihen von Kunstwerken in der Meyerstr. 26 in Hamburg-Heimfeld möglich. Darüber hinaus aber fördert die Kunstleihe Hamburg e.V. auch die lokale Kunstszene u.a. durch Führungen durch die örtlichen Ausstellungen. Die Kunstleihe Hamburg e.V. ist 2019 als Projekt für die Bildende Kunst aus dem Netzwerk SuedKultur entstanden, arbeitet unentgeltlich ehrenamtlich und ohne feste Förderung.   

Mehr Informationen unter: www.kunstleihe-harburg.de

 

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Arbeitsstipendien für bildende Kunst https://www.tiefgang.net/arbeitsstipendien-fuer-bildende-kunst/ Fri, 20 Jan 2023 23:01:52 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9651 [...]]]> Die Behörde für Kultur und Medien hat zehn Arbeitsstipendien für in Hamburg ansässige bildende Künstler*innen vergeben. Als Auszeichnung für besonders herausragende künstlerische Arbeit sind die Stipendien seit 2019 mit 1.500 Euro monatlich dotiert und haben eine Laufzeit von einem Jahr.

Die Hamburger Arbeitsstipendien für bildende Kunst gelten als eines der nachhaltigsten Instrumente im Bereich der Förderung des künstlerischen Nachwuchses. Das bundesweit einmalige Stipendienprogramm existiert seit 1981 und hat mittlerweile über 400 Künstler*innen maßgeblich auf ihrem Weg in eine künstlerische Existenz erfolgreich unterstützt.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Die Hamburger Arbeitsstipendien für Bildende Kunst sind seit 1981 ein bisher nicht nur bundesweit einmaliges Förderprogramm, sondern auch ein besonders nachhaltiges und hilfreiches für Bildende Künstlerinnen und Künstler. Die Stipendien helfen gerade dem Nachwuchs, neue Ideen zu entwickeln und künstlerisch Fuß zu fassen. Die Stipendien tragen damit auch positiv zur Vielfalt und Kreativität der Kulturstadt Hamburg bei.“

Die Auswahl der Stipendiatinnen und Stipendiaten erfolgte durch ein zweistufiges Verfahren. Aus insgesamt 160 Bewerbungen für die Stipendien wurden zunächst 20 Künstlerinnen und Künstler in einer Vorrunde für die Endauswahl nominiert. Anschließend wählte die Fachjury folgende Künstler*innen für ein Stipendium aus: Almuth Anders, Nurgül Dursun, Judith Kisner, Gosia Machon, Oliver Mund, Tanita Olbrich, Marie Pietsch, Chloe-Rose Purcell, Anne Vagt, Leyla Yenirce.

Die Jury für die Vorauswahl hat sich zusammengesetzt aus: Stephanie Bunk, Jessica Halm, Anna Grath, Raphael Dillhof, Nicolas Tammens, Tilman Walther und Anne-Kathrin Reinberg.

In der Jury für die Endauswahl waren vertreten: Marlene Denningmann, Ursula Panhans-Bühler, Peter Lynen, Moritz Scheper und Anne-Kathrin Reinberg.

Die noch bis zum 22. Januar 2023 im Kunsthaus Hamburg gezeigten Ausstellungsbeiträge der Bewerber*innen bieten einen repräsentativen und beeindruckenden Überblick über das aktuell in Hamburg vorhandene künstlerische Potential, das einen Bogen von malerischen, filmischen, über installative bis hin zu diskursiven Positionen spannt. Neue Arbeiten der aktuellen Stipendiat*innen werden in einer Ausstellung gemeinsam mit den Stipendiat*innen aus dem vergangenen Jahr in der Sammlung Falckenberg voraussichtlich Anfang 2024 präsentiert, zu der auch ein Katalog erscheinen wird.

Unter den ehemaligen Stipendiat*innen findet sich eine große Anzahl mittlerweile überregional und international bekannter Künstlerinnen und Künstler, wie zum Beispiel Stephan Balkenhol, Torsten Brinkmann, Boran Burchhardt, Mariella Mosler, Jochen Lempert oder Jeanne Faust.

 

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Führungen durch Harburgs Kunstorte https://www.tiefgang.net/fuehrungen-durch-harburgs-kunstorte/ Fri, 22 Jul 2022 22:58:37 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9235 [...]]]> Harburg strotzt vor Kunst – man muss es nur kennen. Die Kunstleihe Harburg e.V. lädt daher auch in diesem Sommer wieder zur Ausstellungsreihe „Kunst vor Ort“. Los geht´s am Mittwoch, 27. Juli im Kunstverein Harburger Bahnhof.

Dort läuft bis Ende August die Ausstellung „If You Put the Question in Wrong, Will the Answer Come Out Right?“ von Nina Kuttler. In Videos, Sound, Text und Skulptur verbindet die Künstlerin kulturelles Wissen und Mythologien mit historischen Ansätzen der Naturwissenschaft
sowie zeitgenössischen Forschungsmethoden. Ihre Ausstellung im Kunstverein spürt zwei Pionierinnen der Wissenschaftsgeschichte nach, die zu Lebzeiten um Anerkennung kämpfen mussten, gleichwohl sie bis heute gültige grundlegende Erkenntnisse geschaffen haben. Die Führung erläutert, was es mit der Ausstellung auf sich hat, gibt aber auch wissenswerte Informationen zur Grundidee des Kunstvereins Harburger Bahnhof, zu den Räumen und zur künstlerischen Ausrichtung.
Treffpunkt ist am Mi., 27. Juli um 14 Uhr vor dem Kunstverein im Bahnhof Harburg über dem Fernzuggleis 3. Die Teilnahme ist kostenfrei, um Spende und aufgrund begrenzter Plätze auch Anmeldung wird aber gebeten. Anmeldung unter kontakt@kunstleihe-harburg.de oder Telefon: 040 – 300 969 48

Am Sonntag, 31. Juli um 14 Uhr kann dann der Harburger Kunstpfad beschritten werden. Seit nunmehr 15 Jahren führt der neue Kunstpfad Harburg quer durch die Harburger Innenstadt, leicht erkennbar an den gut 60 unübersehbaren bronzenen Bodenmarken. Museumsdirektor
und Mitinitiator Prof. Dr. Rainer-Maria Weiss lädt gut zwei Stunden zur künstlerischen Entdeckungsreise Harburgs. Dabei sind spannende Kunstwerke, die die Kunstgeschichte vom Barock bis zur Gegenwart spiegeln und einen Abriss der Harburger Stadtgeschichte bieten. Zu sehen sind auch Werke berühmter Künstler aus Vergangenheit und Gegenwart – der Tubabläser auf dem Harburger Rathausplatz, Brunnen, Wandbilder, Skulpturen, Bauplastiken, Kriegerdenkmale bis hin zum Mahnmal des weltbekannten Künstlers Jochen
Gerz.

Treffpunkt ist am So., 31. Juli, 14 Uhr beim Tuba-Bläser auf dem Harburger Rathausplatz. Die Teilnahme ist kostenfrei, um Spende und aufgrund begrenzter Plätze auch Anmeldung wird aber gebeten. Anmeldung unter kontakt@kunstleihe-harburg.de oder Telefon: 040 – 300 969 48

Am Sonntag, 7. August geht es dann zu „Kunst im Garten“ nach Kirchdorf. Einmal im Jahr lädt der in Kirchdorf lebende und arbeitende Künstler Jürgen Weber in seinen Garten zu einer großen Kunstausstellung. Weber ist vielen Harburger Kunstleihenden durch seine Collagen bekannt, die in unserem Bestand sind. Aber seine Kreativität geht weiter. Wer also diesmal zum Jahresfest dabei sein will: eine ideale Chance, sich vom Künstler selbst Werk und Wirkern erklären zu lassen.

Treffpunkt ist am So., 07. August, um 12 und um 14 Uhr Kunst im Garten bei Jürgen Weber, Siedenfelder Weg 93, 21 109 Kirchdorf. Die Teilnahme ist kostenfrei, um Spende und aufgrund begrenzter Plätze auch Anmeldung wird aber gebeten. Anmeldung unter kontakt@kunstleihe-harburg.de oder Telefon: 040 – 300 969 48

weitere Termine:

  • Sammlung Falckenberg – Ausstellung Charlotte March (Museumsgespräch)

Treffpunkt ist am Do., 11. August, um 15 an der Sammlung Falckenberg, Wilstorfer Straße 71, 21079 HH-Harburg um 15 Uhr. Die Teilnahme kostet hier 10,- € p.P. und eine Anmeldung ist aufgrund begrenzter Plätze unbedingt erforderlich. Anmeldung unter kontakt@kunstleihe-harburg.de oder Telefon: 040 – 300 969 48

  • Sammlung Falckenberg – eine kuratierte Führung zur Sammlung, dem Gebäude, ihrer Geschichte und dem Initiator Falckenberg

Treffpunkt ist am Mi., 24. August, um 15 an der Sammlung Falckenberg, Wilstorfer Straße 71, 21079 HH-Harburg um 15 Uhr. Die Teilnahme kostet hier 10,- € p.P. und eine Anmeldung ist aufgrund begrenzter Plätze unbedingt erforderlich. Anmeldung unter kontakt@kunstleihe-harburg.de oder Telefon: 040 – 300 969 48

  •  „Kunst im Garten“ in Moorburg: jährlich lädt die Moorburger Pflanzenkünstlerin zu einer künstlerischen Ausstellung in ihren Garten

Treffpunkt ist am So., 28. August, um 12 Uhr Kunst im Garten, Moorburger Kirchdeich 56, 21 079 HH-Moorburg. Die Teilnahme ist kostenfrei, um Spende und aufgrund begrenzter Plätze auch Anmeldung wird aber gebeten. Anmeldung unter kontakt@kunstleihe-harburg.de oder Telefon: 040 – 300 969 48 

  • Kunstverein Harburger Bahnhof – Ausstellung Jeremy Hutchison “The Never Never”

Treffpunkt ist am Mi., 07. Sept um 14 Uhr vor dem Kunstverein im Bahnhof Harburg über dem Fernzuggleis 3. Die Teilnahme ist kostenfrei, um Spende und aufgrund begrenzter Plätze auch Anmeldung wird aber gebeten. Anmeldung unter kontakt@kunstleihe-harburg.de oder Telefon: 040 – 300 969 48

Weitere Führungen etwa zur Open-Air-Galerie „walls can dance“ werden rechtzeitig bekannt gegeben.

Vom 19.-21. August veranstaltet die Kunstleihe Harburg e.V. zudem das Harburger Kunstfest SuedArt 22 in den Foyers der Friedrich-Ebert-Halle.  Mehr dazu in Kürze.

„Wir wollen die Kunstorte und Schaffenden dahinter sichtbar machen, ihre Eigentümlichkeiten, besonderen Räume und Entwicklungsgeschichten. Der Süden Hamburgs ist ein unentdecktes El Dorado an Kunstorten, die alle ihre ganz eigene Sicht auf die Dinge der Kunst werfen“, so Heiko Langanke von der Kunstleihe Harburg e.V. in Heimfeld. „Wir wollen Interessierte auch außerhalb des engeren Kunstzirkels quasi an die Hand nehmen und sie in die Orte und an die Kunst führen. Da schon letztes Jahr das Interesse riesig war, ist es naheliegend, diese Reihe fortzuführen. Und da Harburg auch ganz viel Kunst open air hat, wird auch dieser Sommer zur Jahreszeit der Kunst.“

weitere Infos: www.kunstleihe-harburg.de/ausstellungen

Die Reihe „Kunst vor Ort“ wurde möglich durch die freundliche Unterstützung des Förderprogramms NEUSTART Kultur der Bundesbeauftragten für Kultur sowie des Bundesverbandes Soziokultur.

Viele Kunstwerke lokaler zeitgenössischer Künstler*innen sind in der Harburger Kunstleihe, Meyerstr. 26, Hamburg-Heimfeld, für eine geringe Gebühr leihbar, so dass man sich auch in seinem ganz persönlichen Umfeld mit lokaler Kunst auseinandersetzen kann. Weitere Informationen unter www.kunstleihe-harburg.de

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