Sauerkrautfabrik – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Tue, 23 Sep 2025 13:33:03 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 Brücken bauen und Musik feiern https://www.tiefgang.net/bruecken-bauen-und-musik-feiern/ Fri, 03 Oct 2025 22:28:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=12531 [...]]]> Am Sa., 11. Oktober, gibt Harburg den Ton an! Denn 14 Kulturinstitutionen bieten über 40 Acts und das für nur einen Eintritt von 7,50 €! Wir stellen einige Orte und Acts vor. Heute: Harburger Integrationsrat in der Sauerkrautfabrik!

Der Harburger Integrationsrat ist eigentlich ein gewähltes Gremium, das sich ehrenamtlich als Brücke zwischen der Bevölkerung, der Politik und der Verwaltung im Bezirk Harburg einsetzt. Er vertritt die Interessen von Menschen mit Migrationshintergrund, berät in Integrationsfragen und fördert interkulturelle Veranstaltungen, um das Zusammenleben in Vielfalt zu stärken. Er nimmt aber auch regelmäßig an Treffen des Netzwerkes SuedKultur teil und sieht Formate wie die Music-Night oder SuedLese Literaturtage als gute Formate, über Kultur Brücken zu bauen.

Eine passende Bühne für dieses Anliegen bietet die Sauerkrautfabrik, ein selbstverwaltetes Kulturzentrum am Wall 24 / Kleine Schippsee, das Raum für Kultur, Bildung und Politik schafft. Bekannt als Ort des solidarischen Miteinanders, hat sie sich zum Ziel gesetzt, die Welt ein kleines bisschen offener zu gestalten.

Für die SuedKultur Music-Night haben der Harburger Integrationsrat und die Sauerkrautfabrik nun ein vielfältiges und vor allem passendes Programm zusammengestellt:

Um 19.30 Uhr startet die Rap-Band candyboiclique, die aus jungen Künstlern mit unterschiedlichen Wurzeln besteht. Die Gruppe selbst hat noch keine zentralen Accounts, aber ihre Musik ist über die Profile der einzelnen Künstler erreichbar.

Anschließend, um 20.30 Uhr, entführt die Ney-Gruppe das Publikum in die Welt der orientalischen Längsflöte. Die Ney hat ihren Ursprung bereits 2.000 Jahre vor Jesu Geburt und war schon bei den Sumerern im Einsatz. Sie spielt eine zentrale Rolle in der islamischen Kunst. Der Klangeiner Ney wird oft mit der menschlichen Stimme verglichen. Der Musiker Murat Akmaz, einer der wenigen Ney-Meister in Deutschland, lernte die Kunst von Meistern in der Türkei.

Der krönende Abschluss des Abends gehört um 21.45 Uhr der Band Bloody Disco, die ursprünglich als Coverband begann und nun mit eigener Musik und der ersten EP im März 2025 begeistert.

Sauerkrautfabrik, Am Wall 21, 21073 Hamburg

Samstag, 11. Oktober 2025

19 Uhr: Einlass

19.30 Uhr: candyboiclique

20.30 Uhr: Ney Gruppe

21.45 Uhr: Bloody Disco

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Die 8. SuedLese startet! https://www.tiefgang.net/die-8-suedlese-startet/ Fri, 05 May 2023 22:25:03 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9923 [...]]]> Vier Wochen steht die Literatur im Fokus des Südens Hamburgs. Und gleich die erste Woche zeigt: Themen rund um Kinder, Knast und Comic – zum Hören, Lesen und Selbstschreiben – die 8. SuedLese ist vielfältig breit aufgestellt. Nun geht es los!

Die 8. SuedLese-Literaturtage starten am Mo., 15. Mai. Und der Auftakt des mehr als vier Wochen andauernden Literaturfestes im Süden Hamburgs beginnt märchenhaft und musikalisch zugleich.

Mo., 15. Mai, 19 Uhr Speicher am Kaufhauskanal, Blohmstr. 22, 21079 HH (Harburg-Hafen)

„Hokuspokus Hexenschuss. Engelbert Humperdinck nach 100 Jahren“

… ist der Titel einer Lesung rund um den Komponisten Engelbert Humperdinck, der 2021 seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte. Berühmt ist seine Oper „Hänsel und Gretel“ und Christian Ubber und Henry C. Brinker machten sich auf seine Spurensuche. Sie erzählen am ersten SuedLese-Abend über spannende Hintergründe eines bewegten Lebens, die durch eindrucksvolle Musikbeispiele ergänzt werden.

Dr. Christian Ubber ist Leiter der Musikwerkstatt Engelbert Humperdinck in Siegburg. Henry C. Brinker arbeitete als Journalist und Medienmanager und ist in Harburg als Betreiber des Speichers am Kaufhauskanal bekannt.

Eintritt frei!

 

Mi., 17. Mai

10 Uhr, Fensterlesung für Kinder ab 4 Jahren am HinZimmer, Hinzeweg 1, 21075 HH-Heimfeld

Am 17. Mai und dann jeden Mittwoch um 10 Uhr starten die „Fensterlesungen“ am HinZimmer der Bürgerstiftung Hamburg. Vorleser*innen aus dem Projekt „LeseZeit“ lesen oder erzählen verschiedene Geschichten aus dem Fenster mit dem Kamishibai vor. Die Kinder und Erwachsenen sitzen draußen auf dem Vorplatz und hören zu (bei Regen im HinZimmer). So entsteht ein tolles Vorleseangebot für Familien oder Kindergruppen aus Schule und Kita in der Heimfelder Nachbarschaft.

Kitas und Schulen können sich gerne mit Kindergruppen bis zu 25 Kindern anmelden. Spontanbesuche von Kindern aus der Nachbarschaft sind jederzeit möglich.

Der Eintritt ist frei! Kontakt: hinzimmer@buergerstiftung-hamburg.de

 

Kinderlesungen am Heimfelder HinZimmer

15 Uhr, Bücherhalle Neugraben, Neugrabener Markt 7, 21149 HH-Neugraben

Tanja Esch – Comicworkshop „Mein besonderes Haustier“

Für Kinder von 9-14 Jahre!

Wie denkt man sich selbst einen Comic aus? Autorin und Zeichnerin Tanja Esch verrät Tipps und Tricks, wie man sich Figuren ausdenkt, gute Gesichtsausdrücke zeichnet, Sprechblasen anordnet und so weiter! Und sie hilft euch dabei, euch ein besonderes Haustier auszudenken und euren eigenen Comic über es zu zeichnen!

Teilnahme kostenlos – Anmeldung erwünscht! 

 

19 Uhr, Alles wird schön, Friedrich-Naumann-Str. 27, 21075 HH-Heimfeld

Doppellesung mit Conny Schramm & Cord Buch

Die in Harburg arbeitende und lebende Conny Schramm wurde kürzlich für ihr Debüt „Mein ungebügeltes Leben“ in der Schweiz geehrt. Ein autobiographisches Werk über eine Kindheit in der DDR, christlichem Elternhaus und ,real existierendem Sozialismus‘.

Cord Buchs neues Werk „Todesengel im Viertel“ hat Frauenhass zum Thema und ist der vierte Fall für Hauptkommissar Werner Jensen im Hamburger Schanzenviertel: Eine vergiftete Frau vor einer Pfarrei, eine verbrannte vor einer Freikirche und eine gesteinigte vor einer Moschee. Die Morde scheinen zusammenzuhängen, aber die Spurenlage ist mehr als dürftig.

Eintritt frei!

 

Do., 18. Mai , 19.30 Uhr, Sauerkrautfabrik, Kleiner Schippsee 22, 21073 HH-Harburg

Erstmals als Leseort bei der SuedLese dabei ist die Sauerkrautfabrik. Sie bietet einen DIY (do it yourself)-Leseabend an, zu dem Interessierter ihre Bücher oder selbstgeschriebenen Texte mitbringen, lesen oder lesen lassen und darüber diskutieren.

Eintritt frei!

Sa./So., 20./21. Mai, 14 Uhr, VHS-Zentrum Harburg Carrée,  Eddelbüttelstraße 47a, 21073 HH-Harburg

Anke Wistinghausen – Schreiben – die ersten Schritte gehen

Ebenso zum aktiven Mitmachen lädt am Wochenende dann die Harburger Volkhochschule zu einem Schreibkursus mit Autorin und Dozentin Anke Wistinghausen. Dieser Kurs richtet sich an Teilnehmende, die den Wunsch haben, das Schreiben zu erlernen, bisher aber noch nicht den Mut gefunden haben, den ersten Schritt zu gehen. Mithilfe unterschiedlicher Übungen werden Schritt für Schritt verschiedene Kreativtechniken trainiert und erste kleine Texte zu Papier gebracht. Alle, die Spaß und Freude daran haben, können das Schreiben erlernen. Wer möchte darf vorlesen und alle anderen lernen wertschätzendes Feedback zu geben. Bitte Schreibutensilien (Papier und Stift oder Laptop) mitbringen. Kursnummer: 0550SHH04;

55,- € Gebühr für beide Tage!

 

Lisa Roy in der Wilhelmsburger Buchhandlung Lüdemann

Sa., 20. Mai, 18 Uhr, Buchhandlung Lüdemann, Fährstr. 26, 21107 HH-Wilhelmsburg

Lisa Roy – Keine gute Geschichte

Mit der frisch gefeierten Debüt-Autorin Lisa Roy aus Köln startet die SuedLese in Wilhelmsburg.

Ein autofiktionales Werk. Arielle Freytag, Anfang dreißig, hat es eigentlich geschafft: Aufgewachsen im prekären Essener Stadtteil Katernberg, verdient sie als Social-Media-Managerin in Düsseldorf mittlerweile viel Geld. Bis eine Depression sie aus der Bahn wirft und für eine Weile in die “Klapse” bringt. Kaum wieder zu Hause, erreicht sie ein Anruf aus Katernberg, und zum ersten Mal seit zwölf Jahren kehrt Arielle an den Ort ihrer Jugend zurück. Dort werden seit ein paar Tagen zwei Mädchen vermisst – was Arielle mit Wucht an ihre vor Jahren verschwundene Mutter erinnert. Damals blieb sie allein bei ihrer eigenwilligen Großmutter zurück. Wer ihr Vater ist, weiß sie nicht, auch ihr dunkles, lockiges Haar und die Hautfarbe sind nur ein vager Hinweis: türkisch, arabisch, iranisch? Während in Katernberg fieberhaft nach den Mädchen gesucht wird, stellt Arielle sich den schmerzhaften Fragen, auf die sie immer dringender Antworten braucht. Hat ihre Mutter sie verlassen, oder ging sie nicht freiwillig?

 

So., 21. Mai, 10.15 Uhr: VHS Harburg, Eddelbüttelstraße 47a, 21073 HH-Harburg

Volker Butenschön – Handlettering – schöne Buchstaben zeichnen, pinseln, dekorieren

Wiederum zum Aktivwerden lädt die Volkshochschule mit einem Schrift-Kursus ein.

Es werden Grundlagen für das Gestalten von Handlettering-Schriftbildern vermittelt: klassische Druckschriften skizzieren, kalligrafische Federzüge ausprobieren, das Arbeiten mit Brushpens / Pinselstiften. Anschließend können daraus in der Kombination eigene kleine Buchstabenwerke und Schriftkarten entwickelt werden. Kursnummer: 0192SHH15

Gebühr: 4,- € vor Ort!

 

19 Uhr: Rieckhof-Kneipe, Rieckhoffstr. 12, 21073 HH-Harburg

Simone Buchholz – Knastpralinen

Die erste SuedLese-Woche schließt dann in einer Kneipe und beim Krimi.

Zu Gast ist die bekannte Krimi-Autorin Simone Buchholz. Für ihre Chastity-Riley-Reihe wurde sie mit dem Radio-Bremen-Krimipreis, dem Crime Cologne Award, dem Deutschen Krimipreis und dem Stuttgarter Krimipreis ausgezeichnet.

Zum Neulingswerk „Knastpralinen“: An einem heißen Sommertag schwimmen bei St. Pauli auffällig viele Körperteile von Männern in der Elbe. Von den Körpern zunächst keine Spur. Da die zu den Körperteilen gehörenden Männer anscheinend von niemandem vermisst werden, stellt sich für Kommissarin Riley die Frage, ob sie der Welt wirklich einen Gefallen tut, wenn sie die Täter dingfest macht. Außerdem hat sie eigentlich ganz andere Probleme. Sie will die beiden Typen finden, die ihre Freundin Carla vergewaltigt haben.

Eintritt frei / Spende erbeten! 

Zur SuedLese:

Die jährlichen SuedLese-Literaturtage sind ein Kooperationsprojekt der Initiative SuedKultur zur Stärkung des literarischen Lebens im Süden Hamburgs. „Orte der Worte“ stellen sich aber auch lokale wie überregionale Autor*innen vor, bieten Kurse oder Mitmachaktionen. Mittlerweile reichen die meist vierwöchigen Lesetage von Hamburg-Wilhelmsburg über den Bezirk Harburg bis in den Landkreis Harburg (Niedersachen) und finden an über 40 Orten statt.

Die SuedLese ist ein offenes Literaturformat, das dieses Jahr von NEUSTART KULTUR des Deutschen Literaturfonds e.V., der Behörde für Kultur & Medien Hamburg, dem Bezirk HH-Mitte und dem Bezirk HH-Harburg gefördert wird.

Mehr Infos sowie zum Programmheft: www.suedlese.de

 

 

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Harburg – Pampa oder gentrifizierbar? https://www.tiefgang.net/harburg-pampa-oder-gentrifizierbar/ Fri, 15 Feb 2019 23:27:45 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=4891 [...]]]> Der Kunstverein Harburger Bahnhof ist nicht nur Ausstellungsfläche sondern greift auch Themen unserer Zeit auf. Die Reihe „Tracks“ steht da als Marke und nun kommt Christoph Twickel – wieder.

Bei der Reihe Tracks geht es am kommenden Sonntag (24.2.) mal wieder um Entwicklungen . Vor allem in Harburg. In der Ankündigung heißt es: „Wir betreiben eine Standpunktanalyse: Wo befinden wir uns? Was war vor uns hier? Was geschieht um uns herum? Welche Handlungen verknüpfen sich mit diesem Ort? Wir sprechen über gemeinsames Arbeiten, geteilte Zeit und gestalteten Raum, über Teilhabe und solidarische Bezugnahme. Wir sprechen über Infrastruktur und temporäre Gemeinschaften und erproben institutionelle wie individuelle Möglichkeiten, eben jene zu schaffen.“
Dabei beginnt es um 13Uhr mit einen Stadtspaziergang mit der Geschichtswerkstatt Harburg. Es geht zu Arbeitswelten und Wohnräumen im Harburger Bahnhofsviertel. (Treffpunkt Kunstverein.
Von 14 bis 18 Uhr gibt es dann eine „Teezeremonie“ mit Dungeon TT von Martin Kohout mit Paul Sochacki und um 15 Uhr ein Künstlerinnengespräch mit Chris Reinecke im Gespräch mit Lena Ziese.
Um 16h wird dann zur Diskussionsrunde geladen.
Das Thema „Zentralität, Peripherie, Gentrifizierung und Teilhabe in Harburg – Runder Tisch zum offenen Gespräch“. Dabei ist der Journalist Christoph Twickel, Anke Jobmann (Bezirksamt Harburg), Heiko Langanke (Initiative SuedKultur), Mathias Lintl (3falt / Stadtkultur Hafen) und Vertreter*innen des Kulturwohnzimmer und der Sauerkrautfabrik.

Die Runde ist insofern interessant, dass bereits vor acht Jahren Christoph Twickel als Autor des Buches „Gentrifidingsbums“ als Gast der Initiative SuedKultur war. Da war Hamburg gerade allerorten damit beschäftigt, dass abgewirtschaftete Leerstände und Brachflächen aufgehübscht, -gewertet und für teuer Geld verwertet wurden, was eine der zentralen Thesen Twickels war und ist. Damals fragte SuedKultur auch, ob Harburg gentrifizerbar ist bzw. geht eigentlich auch „ein bisschen Gentrifizierung“?

Dann kam die Lehman-Pleite und die zinsfreie Zeit, was seit 2010 ganz maßgeblich dafür sorgte, dass Geld in Grund und Boden und Betongold (sprich Haus- und Wohnungsbau) investiert wurde und wird, so für eine extreme Verknappung und Verteuerung von Raum gerade in Metropolen wie Hamburg führt(e).

Seinerzeit berichtete Thomas Sulzyc für das Abendblatt unter dem Titel „Harburg  – Diskussion: Was bringt die Gentrifizierung?“ zur Veranstaltung:
„Christoph Twickel bietet eine versöhnlichere Perspektive auf die Fußgängerzone an. Der Hamburger Journalist und Mitverfasser des Manifests „Not in our name – Marke Hamburg“ der Bewegung Recht auf Stadt identifiziert in Harburg noch das eigentliche Wesen von Stadt. Hier existiert noch die urbane Multitude, das Nebeneinander von Bevölkerungsgruppen. Anders ausgedrückt: In Harburg können sich Kopftuchträger und Rentner noch Kaffee satt leisten.

In seinem Buch „Gentrifidingsbums – oder eine Stadt für alle“ beschreibt Christoph Twickel die Wiedergeburt der abgewirtschafteten Altonaer Fußgängerzone. „Jetzt kommt Ikea, dann ist sie gerettet“, sagt er süffisant. Die Geschichte der Großen Bergstraße könnte auch die der Harburger Fußgängerzone sein.

Twickel beschreibt in seinem Buch Prozesse der Gentrifizierung, also den Umbau von Stadtquartieren und die Verdrängung von Mietern. Auf Einladung der Vereinigung Sued-Kultur, ein Zusammenschluss von Kulturschaffenden in Harburg, diskutierte der Autor vor 27 Besuchern im Jazzclub Stellwerk über die Rolle der Künstler und Kulturanbieter bei der Gentrifizierung.

Kulturell Aktive stecken nämlich in einem Dilemma: Nach der Devise „Wenn ein Ort langweilig wird, hauen die Reichen ab“ gilt heute selbst Subkultur als Standortfaktor im Monopolyspiel der milliardenschweren Investoren. Hamburg Marketing schmückt die Hansestadt in einem Werbespot mit Travestiten und Rockkonzerten.

Clubbetreiber und Galeristen bekommen leerstehende Gebäude in guten Lagen und machen sie interessant. Später fallen viele der selbstproduzierten Aufwertung zum Opfer, wenn gut verdienende Bevölkerungsgruppen in diese Quartiere mit hippem Image ziehen und die Mieten steigen.

„Müssen wir uns Sorgen machen?“, will Jazzclubchef Heiko Langanke wissen. Und einzelne bei Sued-Kultur meinen durchaus: Ja. Wenn die Initiative Kultur im Hamburger Süden schaffe, trage sie zur Gentrifizierung bei.

Eine Kulturwüste als Gegenstrategie zur Verdrängung au dem eigenen Viertel? Christoph Twickel erteilt einem so radikalem Weg eine klare Absage: „Es führt in die Irre, wenn wir sagen, ein Jazzclub schaffe Gentrifizierung.“ Der Kämpfer für ein „Recht auf Stadt“ unterscheidet zwischen Kulturschaffenden, die einfach nur ein Programm abspulen und dann wieder abhauen (…) und denen, die sich einmischen und dauerhaft im Stadtteil bleiben.

Eine Antwort darauf, wie man das bekämpft, was man selbst hervorruft, finden Twickel und sein Harburger Publikum, darunter die frühre Phönix-Center-Managerin Anette Eberhardt, an diesem Abend nicht. Einen Vorteil darin, dass Themen wie „Ekeltunnel“ oder Leerstand das Bild Harburgs in der Öffentlichkeit prägen, sieht Heiko Langanke jedenfalls nicht.

Wie aber solle Harburg damit umgehen, wenn es nur als „Idiotenstadt“ gesehen werde, fragt der Jazzclubchef und liefert in einer weiteren Frage eine Antwort, an die er selbst nicht so recht glaubt: „Geht auch ein bisschen Gentrifizierung?“ Ein wenig Aufwertung wäre ja nicht schlecht.

Leute, die vorher Turnschuhe oder Waschmittel vermarktet hätten, würden heute die Koordinaten der Politik bestimmen, beklagen Gentrifizierungsgegner. Stadt werde nur noch als Portfolio von Investitionsflächen gesehen, Politiker schauen willfährig zu. Menschen müssten diesen Leuten die Kulturpolitik wieder wegnehmen, sagt ein Besucher. Wie man aber Investmentgesellschaften und Konzernen die Macht über die Stadtentwicklung streitig macht – das bleibt an diesem Abend offen.“

Quelle: Hamburger Abendblatt

Kurzum: es dürfte mehr als interessant sein, welche Aspekte sich geändert und welche sich verstetigt haben.

Für S-Bahnreisende von Hamburg Hbf: 
Für den 24.2. ist Schienenersatzverkehr zwischen Hammerbrook und Wilhelmsburg angekündigt. Es empfiehlt sich den Metronom oder andere Regionalzüge zu nutzen.

Die Reihe Track wird gefördert durch die Bundeszentrale für politische Bildung.
Das Programm des Kunstvereins und die Reihe Track werden gefördert von der Behörde für Kultur und Medien Hamburg.

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Party und Tipps für alle https://www.tiefgang.net/party-und-tipps-fuer-alle/ Fri, 11 Jan 2019 23:24:16 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=4726 [...]]]> Party als gesellschaftliches Miteinander – das ist das Ziel eines Vereins, der nun auch Hamburgweit Termine in einem Faltblatt veröffentlicht.

Der Verein Harburg Tanzt e.V. steht für einen toleranten, offenen und vielfältigen Stadtteil. Sein Ziel ist es, Menschen aus den verschiedensten Gruppen zusammenzuführen. So auch Menschen mit Handicaps. Dies klappt ihrer Meinung nach am besten in einer lockeren Atmosphäre, wie auf einer guten Party. Daher gibt es seit geraumer Zeit regelmäßig die „Party für alle“ etwa im Stellwerk im Bahnhof Harburg. Das Team besteht aus einem Mix aus Heilerziehungspfleger*innen und weiteren Freiwilligen. Nun hat der Verein mit Unterstützung unter anderem des Bezirks Harburgs erstmal einen zweiseitigen Flyer herausgebracht, der Veranstaltungstipps in „gewissen Abständen“ veröffentlicht. Denn manche Locations gehen im Wust an Informationen unter und vor allem jene, bei denen es gut wäre, zu wissen, ob sie etwas barrierefrei sind. Party-Termine und Veranstaltungsvorschläge können an Party@harburg-tanzt.de gesandt werden.

Besonders viel findet sich in der ersten Ausgabe noch nicht. Aber ob Stellwerk-Punk, Fischhallen-Tanz oder Küche in der Sauerkrautfabrik – insbesondere Harburg wird mal aus einer anderen Perspektive sichtbar.

Die Infos sind auch online abrufbar unter: https://docdro.id/Ll1deh6

Übrigens: auf dem Terminportal www.sued-kultur.de finden sich die Locations des Süderelbe-Raumes mit einer Kurzdarstellung, bei der oft auch auf eine mögliche Barrierefreiheit hingewiesen wird. Wo es vermisst wird, lohnt es sich, die Location mal direkt darauf hinzuweisen, denn im Süden sind bei den SuedKultur-Locations alle Menschen willkommen, so lange sie sich respektvoll benehmen.

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„Erinnern für die Zukunft“ https://www.tiefgang.net/erinnern-fuer-die-zukunft/ Fri, 13 Oct 2017 22:16:57 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=2144 [...]]]> Das menschliche Zusammenleben ist zuweilen schwer zu verstehen. Denn vieles ist im Gestern begründet. Im November wird in Harburg an vieles erinnert. Und die Termine zeigen, wie wichtig dies ist …

„Erinnern für die Zukunft“ – unter diesem Motto finden die Harburger Gedenktage im Jahr 2017 in einer neuen Form statt. Und zwar den kompletten November 2017 über finden verschiedenste Veranstaltungen statt. Und zwar 24 an der Zahl! Dabei gibt es Rundgänge, Vorträge, Diskussionen, Lesungen, Filmbeiträge oder gar Ausstellungen und Projektarbeit.

Es beteiligen sich dabei Harburger Schulen, Kultureinrichtungen, politische und gesellschaftliche Organisationen und Vereine mit Beiträgen und Veranstaltungen. Damit sind die Gedenktage vielfältig wie der Bezirk selbst. Die Harburger Gedenktage erinnern an die Opfer und die Verfolgten des Nationalsozialismus – mit dem Fokus auf Akteure und Ereignisse im Bezirk Harburg. Sie schauen aber auch auf die Gegenwart und die Zukunft. Extremismus, Diskriminierung und Verfolgung, Flucht und Vertreibung, Krieg, Selbstbehauptung und Widerstand sind auch aktuelle Themen.

Vielfalt an Beteiligten

Und an Beteiligten ist kaum mehr aufzubieten: Die Liste reicht vom Alexander-von-Humboldt-Gymnasium, über die Bücherhalle Harburg, den Roten Sessel, das Friedrich-Ebert-Gymnasium,  Geschichtswerkstatt Harburg, Geschichtswerkstatt Wilhelmsburg & Hafen, die Initiative Gedenken in Harburg, das Künstlerisch-kulturelles Integrationsprojekt „Wir sind Harburg“, KulturWerkstatt Harburg e.V, Libertäre H-Burg, Regionales Bildungs- und Beratungszentrum Harburg, Süderelbe-Archiv, VVN/BdA Harburg bis zum welt*RAUM. Unterstützt durch die Bezirksversammlung Harburg, das Bezirksamt und den Evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Hamburg-Ost.

Das komplette Programm zum Herunterladen unter: Harburger_Gedenktage_2017_Programm

Hier eine kleine Auswahl an Terminen:

Marione Ingram

Mi., 1. Nov. 18 Uhr, Friedrich-Ebert-Gymnasium, Pausenmehrzweckhalle, Alter Postweg 30-38, Zugang Eingang Petersweg 6

Zeitzeugengespräch: Marione Ingram über Verfolgung und Rettung im Nationalsozialismus

Marione Ingram ist sowohl Überlebende der Shoa als auch der „Operation Gomorrha“, die Hamburg für zehn Tage in ein Flammenmeer verwandelte und als „Feuersturm“ erinnert wird. Sie ist aus den USA zu Gast und liest aus ihrem Buch „Kriegskind, eine jüdische Kindheit in Hamburg“. Die heute 82-jährige Marione Ingram (sprich: Marion) beschreibt darin, wie sie als achtjähriges Mädchen 1943 der Deportation nach Auschwitz knapp entkommen ist, weil ausgerechnet in der Nacht zuvor die massiven Angriffe der britischen und US-amerikanischen Armee begannen. Marione konnte sich mit ihrer Mutter in einem Bombenkrater in Sicherheit bringen. Dank ihres mutigen Vaters, der immer zu seiner jüdischen Frau gestanden hat, konnten Marione, ihre jüngere Schwester und ihre Mutter die letzten Jahre der Nazi-Terrorherrschaft in einem Gartenhaus versteckt in Hamburg-Rahlstedt überleben. Alle drei sind Anfang der 1950er Jahre in die USA ausgewandert. Dort hat sie ihre traumatischen Erfahrungen in politisches Engagement für die Bürgerrechtsbewegung umgewandelt. Auch dies schildert sie in dem Buch, ebenso wie ihre schlimmen Erinnerungen an die ersten Schuljahre an einer deutschen Schule als gerade erst zehnjähriges Mädchen kurz nach der Befreiung. Wir freuen uns, dass sie nach der Lesung für Fragen bereit steht.

Anmeldung erbeten unter stefanie.engel@ebert.hamburg.de

Veranstalter: Friedrich-Ebert-Gymnasium

Sa., 4. Nov, 15 Uhr, Treffpunkt: Herbert-Wehner-Platz, S-Bahn-Station Harburg Rathaus (S 3, S 31), Ausg. Großer Schippsee

Rundgang: Gedenkorte mit Stolpersteinen für Harburger Opfer des Nationalsozialismus

Erinnerungsarbeit mit der Vierkaten-Schule aus Neu Wulmstorf. (Foto: GiH)

„Man stolpert mit dem Kopf und mit dem Herzen.“ – Das sagt der Kölner Künstler Gunter Demnig, der seit 1995 mit seinem Projekt Stolpersteine an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert. Stolpersteine sind mit Messingplatten bezogene Pflastersteine mit den Namen und Lebensdaten der ermordeten Menschen. Sie werden auf den Gehwegen vor den Häusern verlegt, in denen diese Menschen einst lebten oder arbeiteten. Der Rundgang dauert ca. 45 Minuten und führt zu vier Gedenkorten mit fünf – von insgesamt 207 – Harburger Stolpersteinen. Eine Veranstaltung im Rahmen des Harburger Kulturtages.

Beitrag: 3 € | Veranstalter: Initiative Gedenken in Harburg

Anna Pröll (Archiv Pröll)

So., 5. Nov., 17 Uhr (Einlass ab 16 Uhr), Sauerkrautfabrik, Kleiner Schippsee 22, Eingang: Am Wall

Film: „Anna, ich hab Angst um dich“

Regie Josef Pröll, Deutschland 2001

Der Dokumentarfilm zeigt Auszüge aus dem Leben von Anna Pröll, die während der Zeit des Nationalsozialismus aktiven Widerstand leistete. So wurde sie mit 17 Jahren wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ verurteilt und 4 1/2 Jahre „weggesperrt“. Über das Untersuchungsgefängnis Katzenstadel und das Gefängnis Aichach kam sie in das Konzentrationslager Moringen. Der Zuschauer wird durch die Erzählungen Annas, durch ihre menschlichen Verhaltensweisen fasziniert und in eine Zeit versetzt, in der Zivilcourage oft das Leben kostete. „Vor den Zuschauern zieht … ein Leben vorbei… aufregend, ergreifend, beispielhaft in seiner mutigen, humanen Haltung.“ (Augsburger Allgemeine)

Veranstalter: welt*RAUM in Kooperation mit Libertäre H-Burg

Mi., 8. Nov., 18 Uhr, Fischhalle, Kanalplatz 16

Lesung: Claus Günther liest aus „Heile, heile Hitler“

„Die Nazizeit von innen. Mit den Augen eines Kindes. Mit seinen Gedanken, seinen Verwirrungen und Versuchen zu verstehen. Fast belanglos schleicht sich das Gift in den Alltag der Harburger Kleinfamilie, wird stärker, verändert die Menschen.“ So beginnt der Klappentext des Buches von Claus Günther, aus dem er einige Passagen vortragen wird. Claus Günther, gebürtiger Harburger, Jahrgang 1931, wächst in der Eißendorfer Straße auf, besucht die Grundschule und die Oberschule (heute Friedrich-Ebert-Gymnasium), ist Hitlerjunge, kommt in die Kinderlandverschickung und erlebt die frühe Nachkriegszeit in Harburg.

Veranstalter: Geschichtswerkstatt Harburg und Initiative Gedenken in Harburg

Do., 16. Nov. 19:30 Uhr, BGZ Süderelbe, Stadtteilsaal, Am Johannisland 2

Vortrag & Diskussion: Dr. Christian Gotthardt – Widerstand & Verfolgung in Harburg und Wilhelmsburg

Zeugnisse und Berichte 1933 -1945. Im Februar 2005 erschien die erweiterte Ausgabe des Buchs „die anderen. Widerstand und Verfolgung in Harburg und Wilhelmsburg. Zeugnisse und Berichte 1933–1945.“ Die Autoren hatten damals umfangreiche Archivrecherchen vorgenommen und konnten sicher sein, den Gegenstand im Wesentlichen erfasst zu haben. Aber natürlich sind seitdem wichtige Details neu erforscht und wichtige Verfolgtengruppen komplexer begriffen worden. An diesem Abend sollen einige bisher unbekannte Fälle beleuchtet sowie ein – auch zahlenmäßiger – Gesamtüberblick gegeben werden. Spende erbeten.

Veranstalter: Süderelbe-Archiv | Harburger Gedenktage 2017 | zeitzeugengespräch | Harburger Gedenktage 2017

Sa., 18. Nov., 9 bis 16 Uhr, Treffpunkt: 9 Uhr vor dem Helms-Museum (Busbucht). Abfahrt: 9:30 Uhr

Bus-Exkursion zur Gedenkstätte Lager Sandbostel

Das STALAG X B war eines der größten Kriegsgefangenenlager Norddeutschlands. Zwischen 1939 und 1945 waren dort mehr als 313.000 Kriegsgefangene, Internierte und zuletzt etwa 9.500 KZ-Häftlinge aus mehr als 50 Nationen untergebracht. Tausende sind gestorben und wurden auf dem Lagerfriedhof bestattet. Die Teilnehmer der Bus-Exkursion erhalten auf dem geführten Rundgang über das Lagergelände eine Einführung in die Geschichte des STALAG X B sowie die Gelegenheit zur Besichtigung historischer Gebäude. Im Anschluss können die zwei Dauerausstellungen besucht werden. Ebenso besteht die Möglichkeit des individuellen Gedenkens am Gedenkstein und für einen Besuch der Kriegsgräberstätte Sandbostel (ehem. Lagerfriedhof).

Begrenzte Teilnehmerzahl, Anmeldung: Tel. 040 7927016 oder diewackers@web.de, Beitrag: 10 € pro Person, ermäßigt 5 € Veranstalter: VVN/BdA Harburg

 

Do., 23. Nov. 18:30 Uhr, Friedrich-Ebert-Gymnasium, Pausenmehrzweckhalle, Alter Postweg 30-38, Zugang Eingang Petersweg 6

Hannes Heer (Foto: Ulrike Deuscher)

Vortrag und Diskussion: Hannes Heer – Die Wehrmachtsausstellung

Das Ende der Legende von der „sauberen Wehrmacht“ und neue Legenden Lange glaubten viele, für die Kriegsverbrechen im Zweiten Weltkrieg sei allein die SS verantwortlich gewesen, die Wehrmacht sei sauber geblieben. Mit dieser Legende räumte 1995 die Ausstellung „Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht“ gründlich auf: Sie hat, im besten Sinne des Wortes, Geschichte gemacht.

Der Historiker Hannes Heer (* 1941) berichtet über die Kontroversen, die sich an die Ausstellung anknüpften: Konservative und Rechtsradikale protestierten gegen die angebliche Nestbeschmutzung, in der Presse wurden Fälschungsvorwürfe laut, Jan Philipp Reemtsma erstellte schließlich eine neue Ausstellung. Angesichts dieser Auseinandersetzungen, die zum Teil noch andauern, verspricht es ein spannender Abend zu werden.

Anmeldung für Gruppen/Schulklassen: Tel. 4287631-0 oder -12 bzw. joerg.isenbeck@ebert.hamburg.de.Spende erbeten. Veranstalter: KulturWerkstatt Harburg e.V. in Kooperation mit dem Friedrich-Ebert-Gymnasium

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