Sponsoring https://www.tiefgang.net Thu, 08 Oct 2026 07:54:50 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.3 Spende oder Sponsoring? https://www.tiefgang.net/spende-oder-sponsoring/ https://www.tiefgang.net/spende-oder-sponsoring/#respond Thu, 08 Oct 2026 22:24:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=14589 [...]]]> Es klingt im ersten Moment nach einer Win-win-Situation: Ein regionales Unternehmen unterstützt den Sport- oder Kulturverein im Ort mit einer stattlichen Summe, druckt im Gegenzug das Vereinslogo auf die Firmen-Homepage und wirbt damit, ein treuer Förderer des Ehrenamts zu sein. Doch Vorsicht!

Was gut gemeint ist und Kasse sowie Image aufbessert, kann für den Verein steuerlich und rechtlich schnell zum Minenfeld werden. Das Vereins- und Stiftungszentrum e.V. warnt davor, die feine Trennlinie zwischen steuerbegünstigter Spende und steuerpflichtigem Sponsoring zu verwischen. Denn wer sich hier steuerlich vergreift, riskiert im schlimmsten Fall die Gemeinnützigkeit.

Spende versus Sponsoring

Um zu verstehen, wo die juristischen Stolpersteine liegen, muss man das Steuerrecht (die Abgabenordnung, AO) zu Rate ziehen. Die Unterschiede könnten kaum gravierender sein:

  • Die Spende: Eine Spende ist eine freiwillige Zuwendung ohne Gegenleistung. Das Unternehmen gibt dem Verein Geld, weil es dessen gemeinnützigen Zweck unterstützen will. Als Dankeschön stellt der Verein eine Spendenbescheinigung (Zuwendungsbestätigung) aus. Der Clou: Der Verein bleibt im Hintergrund. Das Unternehmen darf die Spende zwar steuerlich geltend machen, aber es darf keine nennenswerte Gegenleistung dafür erwarten. Ein kleiner Dank im Jahresbericht oder ein dezenter Namenszug auf einer unauffälligen Dankestafel sind erlaubt – mehr nicht.
  • Das Sponsoring: Hier handelt es sich um ein Geschäft auf Gegenseitigkeit (Leistung und Gegenleistung). Das Unternehmen zahlt Geld, erwartet dafür aber auch eine (werbliche) Gegenleistung: Das Firmenlogo prangt auf den Trikots, Bandenwerbung wird geschaltet oder der Verein wirbt aktiv auf seiner Website für das Unternehmen. Steuerlich ist das kein steuerfreier Bereich, sondern gehört in den wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb des Vereins. Hier greifen die normale Körperschaft- und Gewerbesteuer (sowie unter Umständen die Umsatzsteuer), es sei denn, es handelt sich um bloße passive Öffentlichkeitsarbeit (Sponsoring als Einnahmequelle im Zweckbetrieb, wenn es satzungsgemäß dezent bleibt).

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Wenn das Unternehmen mit dem Vereinsnamen wirbt

Heikel kann es auch werden, wenn Firmen den guten Ruf, den Namen oder das Logo des Vereins ungefragt oder in einem falschen Rahmen für ihre eigene kommerzielle Werbung nutzen.

  1. Die Namens- und Markenrechte: Der Vereinsname und das Logo sind rechtlich geschützt. Ein Unternehmen darf sie nicht einfach für Marketingzwecke einspannen, nur weil es mal eine kleine Spende überwiesen hat.
  2. Die Spendenbescheinigung als Steuerfalle: Wenn ein Unternehmen eine stattliche Summe zahlt, dafür aber auf der Firmen-Homepage groß mit dem Vereinslogo wirbt („Wir unterstützen den Verein XY!“), liegt rechtlich oft gar keine Spende mehr vor, sondern eine Sponsoring-Leistung. Stellt der Verein in diesem Fall eine Spendenbescheinigung aus, bewegt sich der Vorstand im Bereich der unrichtigen Ausstellung von Bestätigungen – mit potenziell strafrechtlichen Konsequenzen für die Verantwortlichen und dem drohenden Entzug der Gemeinnützigkeit.

Damit die Partnerschaft mit der lokalen Wirtschaft nicht im Steuerdschungel oder beim Anwalt endet, sollten Vereine daher klare Regeln aufstellen:

  • Sponsoring-Vertrag statt Handschlag: Wenn das Unternehmen Werbung machen will (Logo auf der Website, Banner am Sportplatz, Erwähnung in Social Media), muss dies vertraglich als Sponsoring vereinbart werden. Der Verein stellt dann keine Spendenbescheinigung aus, sondern schreibt eine reguläre Rechnung (inklusive Umsatzsteuer sofern die Freigrenzen überschritten werden).
  • Klare Kommunikation: Unternehmen müssen verstehen, dass eine Spende keine Werbeplattform ist. Wer Logo-Präsenz will, betreibt Sponsoring und kauft eine Werbeleistung ein.
  • Rechnung prüfen lassen: Bei unklaren Kooperationen lohnt sich der Blick in den Steuerleitfaden oder die Rücksprache mit dem Finanzamt oder steuerlichen Berater*innen, um den schmalen Grat zwischen Zweckbetrieb und wirtschaftlichem Geschäftsbetrieb nicht zu verlassen.

Bleibt festzuhalten: Geld vom Unternehmen ist für Vereine gut und überlebenswichtig – egal ob als Spende oder Sponsoring. Doch wer die beiden Begriffe vermischt und dem Sponsor fälschlicherweise eine Spendenbescheinigung ausstellt, während draußen das Firmenlogo auf der Bandenwerbung leuchtet, riskiert den Ärger mit dem Finanzamt. Klarheit in der Sache und den Verträgen schützt den Verein vor bösen Überraschungen.

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Da geht noch was! https://www.tiefgang.net/da-geht-noch-was/ Fri, 20 Jul 2018 22:21:32 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=3902 [...]]]> Zwei von drei deutschen Unternehmen engagieren sich gesellschaftlich. Das ist gut. Aber regelmäßig und effizient tun sie es nicht.

Die sogenannten „Corporate Citizens“ könnten noch effektiver sein, doch ihr Engagement ist nicht professionalisiert und wird oft nicht anerkannt. Das ist eiens der Fazits, die die Bertelsmann-Stiftung aus einer Umfrage zieht. Als wichtige gesellschaftliche Herausforderungen vor Ort benennen die Unternehmen: die Gestaltung einer lebenswerten Region, die Folgen des demografischen Wandels, gelungene Integration, die Reduzierung von Armut sowie der Schutz von Klima und Umwelt.

Die Ergebnisse der cc-survey 2018 zeigen, dass das Engagement der meisten Unternehmen nicht strategisch verankert ist. Nur wenige Unternehmen wissen zudem, wie ihr Engagement wirkt. In vielen Fällen findet Engagement außerdem in nicht kooperativen Strukturen statt, sondern als einzelne Entscheidung des Unternehmers. Wer regelmäßig kooperiert, tut dies mit lokalen Vereinen. Die Umfrage benennt schließlich Voraussetzungen unter denen Firmen wichtige Akteure einer vielfältigen Zivilgesellschaft werden können, denn eine starke Zivilgesellschaft braucht engagierte Unternehmen.

In der Mitteilung zur Umfrage heißt es:

„Einsatzbereitschaft deutscher Unternehmen groß, aber Potenzial nicht ausgeschöpft

Zwei von drei deutschen Unternehmen engagieren sich gesellschaftlich – und das über gesetzliche Vorgaben hinaus, beispielsweise für ihre Region oder eine gelungene Integration. Die sogenannten „Corporate Citizens“ könnten noch effektiver dabei sein, doch ihr Engagement ist nicht professionalisiert und wird oft nicht anerkannt.

Für knapp zwei Drittel der Unternehmen in Deutschland ist regelmäßiges gesellschaftliches Engagement gelebte Praxis. Neun von zehn Unternehmensvertretern sind der Meinung, Unternehmen sollten als Vorbilder wieder stärkere Verantwortung für die Gesellschaft übernehmen. Doch die meisten Firmen professionalisieren ihren sozialen Einsatz nicht. Ein Grund könnte die fehlende Anerkennung von Gesellschaft und Politik sein. Das ist ein Ergebnis einer repräsentativen Umfrage in der deutschen Wirtschaft, die wir in Zusammenarbeit mit dem Stifterverband durchgeführt haben. In der Studie wurden erstmals mehr als 100.000 zufällig ausgewählte Unternehmen zu ihrem gesellschaftlichen Engagement befragt. Mehr als 7.000 von ihnen haben geantwortet. 

Großes Engagement in der Deutschen Wirtschaft – aber Ziele und Strategien fehlen

Als wichtige gesellschaftliche Herausforderungen vor Ort benennen die Unternehmen eine ganze Reihe von Themen: die Gestaltung einer lebenswerten Region (18 Prozent), die Folgen des demografischen Wandels (15 Prozent), gelungene Integration (14 Prozent), die Reduzierung von Armut (zwölf Prozent) sowie der Schutz von Klima und Umwelt (zehn Prozent).

Die am weitesten verbreitete Form, sich gesellschaftlich zu engagieren, ist die Geldspende (80 Prozent). Auf Platz zwei rangieren Sachspenden (70 Prozent), gefolgt von Mitarbeiterfreistellungen (56 Prozent). Doch die Daten zeigen: Die meisten Werte halbieren sich bei der Frage: Was davon passiert regelmäßig? Großunternehmen nutzen diese und weitere Engagementformen wie eine nachhaltige Geldanlage oder eigene gesellschaftliche Projekte unter Einbindung der eigenen Mitarbeiter. Sie engagieren sich somit zielorientierter als kleinere Unternehmen, und das vor allem im Bildungs- oder Wissenschaftsbereich. Bei kleineren Mittelständlern ist die Entscheidung für den gesellschaftlichen Einsatz dagegen oftmals abhängig vom Engagement der Mitarbeiter. Sie sind vor allem im Sport (z.B. Spende für den lokalen Fussballverein) oder im Bereich Freizeit und Geselligkeit (z.B. Mitarbeitereinsatz auf Bürgerfesten) aktiv.

Die Ergebnisse der Befragung zeigen, dass das Engagement der meisten Unternehmen nicht strategisch verankert ist. Selten gibt es eine unternehmerische Zielsetzung mit Blick auf gesellschaftliches Engagement. Nur wenige Unternehmen wissen zudem, wie ihr Engagement wirkt: Selbst unter großen Unternehmen mit mehr als 10.000 Mitarbeitern geben nur 16 Prozent an, dass sie ihr gesellschaftliches Engagement evaluieren.

In vielen Fällen findet Engagement außerdem in nicht kooperativen Strukturen statt, sondern als einzelne Entscheidung des Unternehmers. Wer regelmäßig kooperiert, tut dies mit lokalen Vereinen (48 Prozent). Die systematische Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen findet in den seltensten Fällen statt (7 Prozent).

Keine Anerkennung, bürokratische Hürden und ein fehlendes Netzwerk

Unabhängig von der Organisationsgröße gibt die Mehrheit der befragten Unternehmen an (76 Prozent), dass die Politik ihr Engagement nicht anerkennt. Gerade kleinere Mittelständler würden Steuererleichterungen und Bürokratieabbau begrüßen, damit sie ihr Unternehmensengagement stärken können. Doch neben diesen Rahmenbedingungen appellieren die Unternehmen auch an die Kunden, Kaufentscheidungen stärker vom gesellschaftlichen Verhalten der Unternehmen abhängig zu machen.

Wer kann etwas ändern?

Voraussetzungen dafür seien Vertrauen und Verantwortung, Respekt und Wertschätzung. Dann könne ein Schatz gehoben werden, mit dem die gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit gemeistert werden und das Unternehmen würde ein Gesicht in der eigenen Region erhalten, betont Mohn.

Um das Potenzial des unternehmerischen Engagements stärker für die Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen zu nutzen, müssen unterschiedliche Akteure handeln und Verantwortung übernehmen. Gefragt sind hier zuerst die Unternehmen selbst, aber auch Vertreter der Politik und Zivilgesellschaft:

  • Unternehmen sollten ihre Ziele auch beim Thema Unternehmensengagement festlegen und definieren, wie diese erreicht werden können. Im Idealfall geschieht das nicht alleine, sondern in Netzwerken. Neben selbstorganisierten Kooperationen sollten auch die kommunalen Wirtschaftsförderungen Maßnahmen entwickeln, um die Zusammenarbeit mit gemeinnützigen Organisationen zu erleichtern.
  • Die Bundes- und Landespolitik sollte bürokratische und fiskalische Hürden beim gesellschaftlichen Engagement systematisch überprüfen. Steuererleichterungen für einzelne Projekte oder der Abbau von allgemeinen Belastungen wie aufwendige Dokumentationspflichten, schnell wechselnde Rechtslagen, Komplexität und Besteuerung des innergemeinschaftlichen Handels könnten erste Maßnahmen sein.
  • Kunden könnten ihre Kaufentscheidungen vom gesellschaftlichen Verhalten eines Unternehmens abhängig machen, dann würden Unternehmen auch anders agieren.
  • Unter diesen Voraussetzungen können Firmen wichtige Akteure einer vielfältigen Zivilgesellschaft werden, die weder abhängig vom Staat, noch von der Wirtschaft ist: „Ohne die Unternehmen geht es eben nicht. Eine starke Zivilgesellschaft braucht engagierte Unternehmen. Dabei kommt es zu Kooperationen und auch mal zu Konfrontationen und beides ist für unser Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell wichtig, Zusammenarbeit und Kritikfähigkeit.“, so Andreas Schlüter, Generalsekretär des Stifterverbandes.

 Quelle: bertelsmann-stiftung.de

Hintergrund:

Der „Corporate Citizenship Survey 2018“ ist eine, vielleicht sogar die größte bundesweit repräsentative Befragung zum gesellschaftlichen Engagement von in Deutschland ansässigen Unternehmen. Die Studie ist ein gemeinsames Projekt des Stifterverbands und der Stiftung Bertelsmann. Die Befragung in Form einer Kombination aus postalischen Anschreiben mit Online-Fragebögen wurde im Zeitraum von September 2017 bis Januar 2018 umgesetzt. Angeschrieben wurden rund 120.000 Unternehmen. 7368 Fragebögen konnten ausgewertet werden. Die auf diese Weise entstandenen Daten machen Aussagen über das Unternehmensengagement in unterschiedlichen Bundesländern, Unternehmensgrößen, Branchen, Engagementbereichen und -themen möglich. Bei dieser Veröffentlichung handelt es sich um eine erste Auswertung des entstandenen Datensatzes.

Tipp:

SuedKultur als Initiative von über 40 Kulturinstitutionen finanziert ihre Arbeit seit mehr als zehn Jahren fürs Ganze ausschließlich unentgeltlich ehrenamtlich. Andererseits wirbt es jährlich rund 20.000,- € an Geldern ein, um die SuedKultur Music-Night, die Lieteraturtage SuedLese, die geplante Artothek Harburgs oder auch diese Online-Feuilleton zu finanzieren. Denn es kostet eben auch reine materielle Mittel. Daher aber ist einiges Know How in Sache Engagement, Sponsoring und zieldirekter Werbung entstanden. Sollte Sie sich mit Ihrem Unternehmen also im Kleinen oder Großen sich in einem besinderen kulturellen Genre, für eine spezielle Sache oder für regionale Belange engagieren wollen, sprechen Sie uns an. Vertrauensvoll werden wir versuchen, Ihre Ideen effizient aber auch zielgerichtet auf den Weg zu bringen. Einfach per eMail an kontakt@sued-kultur.de.

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„Mehr als nur Klinkenputzen“ https://www.tiefgang.net/mehr-als-nur-klinkenputzen/ Fri, 13 Oct 2017 22:47:03 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=2278 [...]]]> Ohne Moos nix los – das zählt in der Kunst, Kultur und Bildung wie im normalen Leben. An Geld, Förderer oder Sponsoren zu kommen, setzt heutzutage Professionalität voraus. Ein Ratgeber hilft dabei.  

Das Handbuch „Der Förderratgeber“ ist jetzt in der bereits 4. überarbeiteten Auflage erschienen. Es ist schon eine Art Standardwerk geworden und bietet einen detaillierten Überblick über die Fundraising-Arbeit für Vereine, Verbände, Schulen und Organisationen. Aber auch an Initiativen und kleinere oder junge Unternehmen. Es gibt Orientierungshilfen zur Projektarbeit und Antragstellung sowie Einblick in verschiedene nationale und europäische Fördermöglichkeiten der aktuellen Förderperiode bis 2020.

Und – ob man es gut heißt oder – es ist zum Alltag in vielen Bereichen geworden, in denen man vor einigen Jahren nicht mal an Fundraising gedacht hätte. Wie etwa Schulen. Schule als rein staatliche Aufgabe, ist Vergangenheit. Die Lernmittelfreiheit ist abgeschafft, Klassenkassen werden von Eltern gefüllt. Räume werden auch schon mal von Eltern gestrichen und  oft bezahlen sie auch noch die Farbe selbst. Weil bei der Reinigung gespart wird, kommen Mütter und Väter manchmal auch zum putzen. Fördervereine sammeln Geld für Möbel, Sportgeräte, Spiele, Musikinstrumente oder besondere Projekte. Auch die wachsende Anzahl der Privatschulen zeigt einen Trend: Wer es sich leisten kann, bezahlt lieber für die Schulbildung seiner Kinder, statt sie einem stark unterfinanzierten System mit Lehrermangel und maroden Gebäuden zu überlassen.

Die Autoren und Herausgeber: Sabine und Gerhard Schwab. (Foto: Schwab)

„Bisher hat der Staat die Schulen komplett finanziert“, sagt Gerhard Schwab, einer der Herausgeber des Handbuches. „Und es gibt noch immer das Bewusstsein, das gehe immer so weiter.“ In der Realität  sind Schulen aber schon heute auf Drittmittel angewiesen. Fördervereine pumpen jährlich Millionen in die Schulen der Stadt. In der Zukunft müssen sich Schulen aufgrund rückläufiger Schülerzahlen auf mehr Wettbewerb einstellen. Wer es hier schafft, mit mehr finanziellem Spielraum das „gewisse Etwas“ bieten zu können, hat Vorteile. „Kontakte zu knüpfen und dauerhafte Partnerschaften aufzubauen braucht Zeit und langfristige Strategien“, erklärt Gerhard Schwab. Deshalb sei es wichtig, sich jetzt mit diesen Themen zu beschäftigen.

Die beiden Herausgeber und Verfasser, Sabine und Gerhard Schwab, haben mit dem Ratgeber im Grunde aus der eigenen Erfahrung heraus gearbeitet: „Wir kommen selbst aus der gemeinnützigen Arbeit und haben vor mehr als zehn Jahren einen Verein zum Kulturaustausch mit Kindern und Jugendlichen gegründet. Damals haben wir uns mit viel Engagement, aber doch ziemlich naiv in die Mittelakquise und die Projektarbeit gestürzt und die ersten drei Jahre sehr viel falsch gemacht. Wir hätten uns jemanden gewünscht, der uns an die Hand nimmt und uns Sicherheit gibt. Genau diese Unsicherheiten und Überforderungen sehen wir heute in den meisten Fördervereinen und Einrichtungen.“

Fundraising und Sponsoring sind eben mehr als nur „Klinkenputzen“. Es ist der Versuch, die starken Schultern der Gesellschaft für Themen wie etwa der Kultur zu gewinnen und sie in die Verantwortung zu nehmen. Zwar ist die öffentliche Hand im Bereich Kultur noch der größte Finanzier. Aber oft werden Gelder schon nur noch unter der Auflage bewilligt, dass sogenannte „Drittmittel“ – also Sponsorgelder oder andere Gelder beschafft werden.

Selbst erfahrene Antragsteller bekommen bei der Lektüre des Ratgebers Anregung. Denn er enthält Sätze wie „Vermeiden Sie es, zuerst bei den Personal- und Honorarkosten zu sparen.“ Ein Kontrapunkt zu fast allen Behördentipps. Oder „Beginnen Sie nie ein Projekt, welches nicht komplett durchfinanziert ist – egal wie groß oder wie klein es ist.“

Mit 220 Seiten Umfang wurde der Ratgeber jetzt um 80 Seiten erweitert und dabei alle Kapitel aktualisiert. Erstmals werden so in der neuen Auflage etwa die Chancen und Risiken des Crowdfunding sowie des Bildungssponsoring, die Stiftungslandschaften in Nachbarländern, aktuelle Programme der EU-Förderperiode 2014 – 2020, die Adressen zum Bußgeldmarketing für alle Bundesländer und praktische Tipps zum Aufbau der eigenen Datenbank vorgestellt.

Im Vergleich zu älteren Auflagen wurden aber nun auch z.B. Kapitel zu den einzelnen Schritten der Antragstellung von der Projektidee über die Projektbeschreibung und Finanzierung bis zur Umsetzung und Berichterstattung inklusive Checklisten hinzugefügt. Erweitert wurde ebenfalls der Teil mit Informationen zur Förderpraxis von Stiftungen, die Sammlung von Beispielstiftungen und Förderprogrammen einzelner Bundesländer und des Bundes sowie die Linksammlung zu vielfältigen Fördermöglichkeiten und Ansprechpartnern.

Zu bestellen ist der Förderratgeber auf www.foerderratgeber.de für 17,50€ als pdf zum sofortigen download und für 22,50€ plus Porto als Druck. Informationen Gerhard Schwab: kontakt(at)foerderratgeber.de Tel.: 030/854 00 861, foerderratgeber.de

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Mitmachen für die SuedLese-Tage ´18! https://www.tiefgang.net/mitmachen-fuer-die-suedlese-tage-18/ Fri, 13 Oct 2017 22:05:59 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=2326 [...]]]> Um die Kosten für die kommende SuedLese zu stemmen, hilft jetzt eine Werbeaktion auf einfache Art …

Ob man es glaubt oder nicht: die freie Initiative Suedkultur, in der sich Kulturschaffende jeder Couleur des Hamburger Südens seit 10 Jahren die Stange halten und solche Projekte wie die SuedKultur Music-Night oder seit zwei Jahren die Lesetage ´SuedLese` initiieren, bekommt keine Förderung vom Bezirk. Nun muss nicht alles gefördert werden, bloß weil  ´Kultur` drauf steht. Aber es ist auch nicht so, dass  Kultur umsonst zu haben ist. Jährlich werden für die Music-Night und auch die SuedLese jeweils gut 6.000,- € benötigt, um Flyer, Plakate, Programme und der gleichen zu erstellen, drucken zu lassen und zu verteilen. Also jährlich gut 12-15.000,- €, die die Initiative Suedkultur selbst beschafft. Da ist es Gold wert, einen zuverlässigen Sponsor wie den Eisenbahner Bauverein bei der Music-Night im Boot zu wissen, der eben einfach da ist. Bei der SuedLese sieht es da schon schwerer aus. Für die SuedLese zu Beginn 2017 wurden aus privater Tasche rund 2.000,- € vorgestreckt, um diese nach Ende der SuedLese doch noch zusammen zu bekommen. Das kann man „suboptimal“ nennen, da es erhebliche Umstände bereitet. Denn sie hält immens von der eigentlichen Kulturarbeit ab, die eh schon unentgeltlich ehrenamtlich gemacht wird. Oder anders formuliert: man lernt den Slogan „kein Projekt machen, was nicht durchfinanziert ist“ zu schätzen.

Zwischen Theorie und Praxis liegt aber leider ein weites Feld. Und in Harburg sind Kulturschaffende es gewohnt, dass über alles wichtig schwadroniert wird, nur Kultur nicht mal Erwähnung findet.

Genug des Jammerns. Wir machen es trotzdem. Und nun kannst auch Du helfen. Denn die Bank IngDiBa hat wieder den jährlichen Wettbewerb „mein Verein“ ausgeschrieben, für den sie werbewirksam 1.000 x 1.000,- € ausschreibt.

Und es ist ganz einfach. Auf der Wettbewerbsseite sucht man nach SuedKultur. Dort finden sich die Informationen und auch, wie viele Stimmen aktuell noch fehlen. Man gibt in ein Feld seine Handy-Nummer ein und bekommt einmalig eine Rückmeldung per SMS. Diese dient zur Verifizierung der Teilnehmenden und um Mehrfachnutzungen auszuschließen. Also jede Nummer kann nur einmal mitmachen. In der SMS nun findet sich ein mehrstelliger Code, den man wiederum auf wer website weiter unten eingibt. Das war´s.

Und wenn bis 7. November um 12h SuedKultur hinreichend Stimmen erhält, bekommt sie 1.000,- € als Preisgeld. Die werden wir für die SuedLese 2018 nutzen und hätten schon mal ein Sechstel der Kosten gedeckt. Hier zur konkreten Seite/Aktion: ing-diba.de/verein

Also – wär´ schön, wenn Du jetzt mal Dein Handy zückst und auch, wenn Du nach der Aktion diese Infos auch an andere weitergibst. Harburg ist stark genug, um in diesem Wettbewerb zu bestehen!

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