Sprecher der SuedKultur https://www.tiefgang.net Wed, 16 Jun 2021 16:22:05 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1 4 Wochen SuedKulturSommer! https://www.tiefgang.net/4-wochen-suedkultursommer/ Fri, 18 Jun 2021 22:17:07 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=8072 [...]]]> Kultursenator Brosda rief Anfang Mai eine Ausschreibung aus, um Hamburg während der Sommerferien Kultur an der frischen Luft anzubieten. Die Harburger Initiative hat sich beworben und was nun kommt, dürfte alles da gewesene sprengen: der SuedKulturSommer! 

Seit gut 15 Jahren besteht die freie Initiative SuedKultur, einst angetreten, um die Kultur auf der „falschen Seite vom Fluss“ zu stärken. In der Pandemie waren ihre Mitstreiter auf sich allein gestellt und die Netzwerker*innen halfen sich so gut es ging durch die existenzgefährdende Zeit. Etwa durch das Festival „Fight for Live“ in 2020 oder die gerade meist digital zu erlebenden Literaturtage SuedLese. Jetzt hat SuedKultur einen weiteren Zuschlag zur Teilnahme am Hamburger Kultursommer 2021 bekommen und stellt einmal mehr heraus: sie ist bestens aufgestellt!

Heimo Rademaker, seit 2019 Sprecher der Initiative und selbst Betreiber des Rockclubs Marias Ballroom: „Bei der Ausschreibung und der Kürze der Zeit war schnell klar: entweder zerreiben wir uns im Kleinklein und stehen uns regelrecht selbst im Wege oder wir halten zusammen, planen ein großes Ganzes und jede*r bringt seinen Teil ein,  um ein großes kulturelles Feuerwerk zu entfachen.“ Und so hat man sich schnell für Letzteres entschieden.

Denn worum geht es? Die Kulturbehörde stellt mehrere Millionen Euro für den Hamburger Kultursommer bereit und mit dem Ziel, dass alle kulturellen Genres aber auch zuarbeitende Gewerke bedacht werden. Gagen, Organisation, Bühnenbau, Techniker, Werbung und betreuende Kräfte – eine riesige Branche soll nach gut eineinhalb Jahren wieder belebt werden. Eine riesige Finanzspritze in einen breit aufgestellten Veranstaltungssektor.

„Das klingt erstmal großartig. Aber wenn nun alle einzeln nach Bühnentechnik, Platznutzungen, Veranstaltungslogistik bis hin zu WCs und Security-Kräften anfragen, ist außer selbst gemachtem Stress und Chaos wenig geklärt“, so Rademaker. „Und wenn ich auf den Kalender schaue und in vier Wochen die ersten Konzerte, Lesungen und Theaterszenen aufgeführt werden sollen, ist der Stressfaktor ja auch ohnedies hoch genug.“19

Also hatten sich die Netzwerker*innen von SuedKultur kurzgeschlossen und einen Plan gemacht, der alle Kräfte mobilisiert aber auch braucht und Kräfte schonend  sein soll. Denn ab dem Wochenende vom 8. Juli an wandern große Bühnen in Harburg vier Wochen lang von Platz zu Platz und werden bis um 8. August mehr als 100 Auftritte auf die Bühnen bringen: von acapella, über Klassik bis Hardrock, von Kabarett, Lesung, über Kindertheater bis Klamauk und selbst das 1. Harburger Kunstfest stehen auf dem Programm.

Kurzum: wer zu dieser Zeit in Urlaub fährt, verpasst Kultur pur der Superlative!

„Wir werden so ziemlich alles mobilisieren, was südlich der Elbe das Wort kreativ kennt und auch Dinge auf die Bühne bringen, für die Harburger*innen sonst weite Wege in Kauf nehmen mussten. Das Schmanckerl obendrauf: das alles wird bezahlbar bleiben!

Es geht diesmal mal nicht um Geld im Sinne von Eintritten. Dafür zum Glück springt die Kulturbehörde ein. Was wir aber andenken, ist ein Obolus zu nehmen, um die nötigen Hygienemaßnahmen samt Distanzen gewähren zu können. Eine Aufgabe für sich!“, so  Heimo Rademaker, der bei aller Veranstaltungserfahrung in der Dimension komplettes Neuland betritt. „Na und? Es wird Zeit, dass wir alle wieder in Übung kommen und mit der SuedKultur Music-Night oder gerade erst den SuedLese-Literaturtagen ist unsere Initiative belastbarer als man denkt. Wird auch mal Zeit, dies unter Beweis zu stellen!“

So möglich, wird es ein umfangreiches Programmheft zur Orientierung geben, in dem von Kinder- über Familienangeboten, Tanz, Theater, Literatur, Kabarett, Kino, Kunst und Klassik bis Rock kein Wunsch offenbleiben soll und alles vorwiegend mit Hamburger und vor allem Harburger Künstler*innen bestückt.

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„Pause, Stillstand, Nichts, Null“ https://www.tiefgang.net/pause-stillstand-nichts-null/ Thu, 28 May 2020 16:27:37 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6944 [...]]]> Die Corona-Pandemie zwingt die Kultur in die Knie. Im Süden Hamburgs rafft offenbar den Rest die Politik und Verwaltung dahin …

Die Initiative SuedKultur hat nun einen offenen Brief an alle in der Bezirksversammlung Harburg vertretenden Parteien sowie Vertreter der Verwaltung gesandt. Dort wird einiges nun grundsätzlich infrage gestellt:

„SuedKultur als Zusammenschluss der meisten Kulturschaffenden südlich der Elbe Hamburgs steht im Zeichen der Corona-Pandemie wie die meisten Kulturschaffenden allerorts in Existenznöten. Kultur ohne Publikum: das wirft existenzielle Fragen auf und bedarf mehr denn je kreativer Antworten auf die Frage nach dem Morgen.

Während aber andernorts bereits kreativ daran gearbeitet wird, ob andere z.B. digitale Formate möglich und wirksam sind und zumindest die Versuche politische als auch finanzielle Unterstützung erfahren (weil bewilligte Anträge auch anderweitig einsetzbar sind), ist die Kulturpolitik in Harburg einfach weg. Pause, Stillstand, Nichts, Null.

Da wurde im Koalitionsvertrag von 2019 noch die Arbeit z.B. von SuedKultur gelobt, ein Kulturbeirat und Runder Tisch sollte eingerichtet wie auch ein Kulturentwicklungsplan entwickelt werden. Doch die jetzige Realität zeigt: hier geht vieles kaputt und man schaut einfach zu.

Die im Koalitionsvertrag von 2019 gewürdigte Arbeit der Initiative SuedKultur hat ihren Wiederholungsantrag auf eine grundsätzliche Unterstützung vor Corona nicht wieder bewilligt bekommen Die Diskussion um einen neuen Antrag und in anderer Form wird nach unserem Ermessen gerade in Zeiten von Corona absurd und im Prozedere (da z.Zt. gar keine Ausschüsse, die was entscheiden könnten tagen) zu aufwendig. Gerade aber jetzt wäre eine koordinierende und unterstützende Arbeit für alle Kulturschaffenden im Bezirk dringend nötig.

Offener Brief der Initiative SuedKultur an die Harburger Verwaltung und Politik der ersatzlose Wegfall des Hafenfestes, vermutlich des „Sommer im Park“-Festes als auch der Music-Night und vielleicht gar des Kulturtages macht das Ausmaß der Existenznot sichtbar und ruft zugleich die existenzielle Frage nach dem Bestand der Kulturszene in Harburg auf.

Wir sehen dringenden Bedarf auf Seiten von Politik und Verwaltung zur unbürokratischen Hilfe statt der Behinderung weiterer kultureller Arbeit. Daher sehen wir uns veranlasst, bis auf weiteres eine Zusammenarbeit mit Politik und Verwaltung in Sachen Beirat, Kulturentwicklungsplan und Runder Tisch infrage zu stellen. Denn wir hätten ihn JETZT nötig und haben stattdessen NICHTS.“

Namentlich unterzeichnen folgende Institutionen und/oder Personen diesen „Offenen Brief“

Heimo Rademaker – Sprecher SuedKultur, DreiFalt Genossenschaft & MariasBallroom

Nandor Olah – Förderverein Stellwerk e.V.,, Der Elbdeich e.V., Werner Pfeiffer – Fischhalle, Kulturwerksatt Harburg, Achim Debur – Kulturcafé Komm Du, Jürgen Havlik – Alles wird schön e. V., Jo Riehle – Café Grauer Esel, ContraZt e.V, Christina Lürken & Kirsten Czeskleba-Hauck – Old Dubliner Pup, Keine Knete trotzdem Fete – KktF e.V., Sabine Schnell – Kunstleihe & SuedKultur, Sonja Alphonso – Kunstleihe & SuedKultur, Carsten Lünzmann – Suedkultur& DreiFalt Genossenschaft, Heike Plätke – Kneipe Bla Bla, Sabine Trefzer – Zur Stumpfen Ecke,

Asta der TUHH, Siegfried Kopf – Initiative Gloria Tunnel e. V. & Kulturwohnzimmer e.V., Andrea Rausch – Atelier Rausch, Andreas Wolfgang Hans Spohrs – Mobile Kunst&Kultur-Bühne, Wiebke Heinrich – Tanzcompagnie Süderelbe, Fernando Zietek – Gutes Theater /KWH, Dianan Fütterer – Grünestreiben Grafikdesign, Antje Gerds – Malerei – Kunst auf Kaffeesäcken, Andreas Göhring – Wörtermacher, Marion Göhring – Bildmacher, Kai Schulz – Freyhand Event Ausstatter, Rainer Schmitz – Harburger Kantorist & Chorleiter

 

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