Umsonstladen https://www.tiefgang.net Mon, 20 Nov 2017 10:13:11 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1 Ein Wohnzimmer für Kultur https://www.tiefgang.net/ein-wohnzimmer-fuer-kultur/ Fri, 17 Nov 2017 23:39:07 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=2549 [...]]]> Ist Kultur hochtrabend, nur für Zeiten des Müßiggangs? Quatsch, sagen einige Studierende und schaffen nun ein Wohnzimmer für sie. 

Am Mittwoch (22. Nov. 2017) öffnet um 14h im Gloria-Tunnel ein Wohnzimmer. Und zwar eines für Kultur. Auf die Idee für das ehemalige Künstercafé MyToro des gleichnamigen Harburger Künstlers (siehe dazu auch Tiefgang vom 24. März 2017 „Harburg – liebe es oder verlasse es“) kamen einige Studierende der im Harburger Hafen  ansässigen Medical School Hamburg. Dort geht es vielmals darum, Kultur aus soziokulturellen Zusammenhängen entstehen zu lassen. Den Studierenden fiel bei ihren Erkundigungen in Harburg auf, dass es wenig Plätze und Orte für eben junge, kreative Studierende gibt. Und in der Tat: Harburg hat zwar viele Studierende schon durch die Technische Universität. Aber im Gegensatz zum klassisch-klischeehaften Geistwissenschaftler ist der angehende Ingenieur nicht gerade für ausschweifende Kneipentouren bekannt.

Und so fiel der Blick auf die leerstehenden Räume im Gloria-Tunnel – dem ewigen Schmuddelkind Harburgs. Soll er nun zugeschüttet werden oder wartet man auf neue Bauten im Umfeld? Entscheidungen fallen Harburgs Politik auch an dieser Stelle immens schwer. Aber das lässt dann auch Zeit für Experimente.

Und so bekommt das Team vom Kulturwohnzimmer – kurz: KuWoZi – jetzt für ein halbes Jahr die Chance, die Räume mit neuen Inhalten  zu „bespielen“. Täglich ab 14h wollen sie „geöffnet“ haben. Die Ideen reichen von einer Schreibwerkstatt, in der sich Harburger „Laufkundschaft“ einfach an vorzufindende Schreibmaschinen setzen kann, um alltägliche Dinge zu Papier zu bringen. Aber auch Musik, Malerei, Poesie soll kommen. „Wir sind offen für alles“, schnappt man auf.

Die Studierende  Anna Clarks gehört auch zum Team und hat parallel ein Online-Magazin namens „heigh“ gestartet. Das „heigh Magazine“ wird künftig abgedrehte Inhalte ins digitale All schießen. „heigh; steht für ein Hochgefühl der Kreativität. Wir wollen gemeinsam stark sein, wir sagen was wir denken, wir glauben was wir sagen, wir lassen uns ein und lassen was raus. Wir publizieren, kommunizieren, kreieren, einfach nur, weil wir es lieben. Sagen wir es laut“, so Clarks als Einführung. Und als schönen Untertitel nennt sie es „Magazin von noch nicht ganz herangereiften, aber fast schon erwachsenen Menschen“.

 

Kurzum: frisches, heißes Blut strömt künftig in Harburgs Kulturadern. Da wird auch „Tiefgang“ heigh. Auf der Magazin-Website zu den künftigen Inhalten: Ein Blick hinter die Kulissen, ein Schuss abseits vom Trubel. Ein Gedanke frei von Pessimismus und dazu eine Portion Trüffel. Ein Magazine voller Eindrücke und Erfahrungen von noch nicht ganz herangereiften, aber fasst schon Erwachsenen, die sich mit Fragen des Alltags und Kultur beschäftigen. Es gibt Situationen in denen wir uns fremd schämen, Worte runterschlucken und Tränen weg wischen. Dies ist ein Ort zur Vemeidung bald kommenden Burnouts. Ein Platz für extreme Gefühlsschwankungen, Liebesgedichte und Extasenrausch. Ein Raum für die intimsten, peinlichsten und emotionalsten Gedanken aller, die sich als Kreative betiteln und in einem Collective versuchen wollen die Welt zu verbessern.“

Dort finden sich künftig auch Informationen über Projeket, die auch jetzt schon mit z.B. dem Heimfelder Kulturort „Alles wird schön“ oder dem Umsonstladen praktiziert werden.

Wir freuen uns und heißen „heigh“ und die KuWoZis herzlich willkommen!!

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Weiß besockt zum Mond https://www.tiefgang.net/weiss-besockt-zum-mond/ Fri, 22 Sep 2017 22:46:40 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=1958 [...]]]> Am 7. Oktober 2017 rockt der Süden Hamburgs. Die Initiative SuedKultur lädt zum 7. Male zur Music-Night. Wir stellen Euch im Vorfeld einige Highlights vor. Heute: ´The Splashdowns` und manch´ Schusseltier im Heimfelder Treffpunkthaus.

Der Verein Contrazt e.V. ist aus dem Kulturleben südlich des Flusses nicht mehr weg zu denken. Und dabei kann man nicht mal eindeutig sagen, was die eigentlich machen … Es gibt Umsonstläden für Klamotten aber auch jede Menge Bücher und Musik-CDs und LPs. Konzerte, Film, Gespräche, Lesungen … Einmal im Jahr gibt es nun auch schon das „Draußen und umsonst“-Festival und so harmonisch sich all das Miteinander liest, es knallt auch mal richtig auf die Ohren. Alles und alles ohne Förderung. Muß man erstmal machen. Ihre Base hat der Verein im „Treffpunkthaus“ in Heimfeld und dort wird auch dieses Jahr zur MusicNight geladen.

Ab auf den Mond!

Und da fallen einige Acts auch mal wieder völlig aus dem eh nicht vorhandenen Rahmen. So etwa die „Splashdowns“. Deren Motto orientiert sich an Neil Armstrong – ja, der erste Mann auf – nicht im – Mond. Der hat nicht nur von den kleinen Schritten für Menschen und den großen für die Menschheit gesprochen, sondern sagte auch: I am, and ever will be, a white socks, pocket protector, nerdy engineer.“ Also – weiße Socken an, Gitarren um und auf geht´s!

1999 gegründet sind die „Splashdowns“ eine einzigartige musikalische Hommage an das NASA-Bodenpersonal während der Ära der Apollo-Mission. Die vier gut gekleideten Herren mit Maßschneiderei in Hamburg haben ihre musikalischen Wurzeln im 60er-Surf-Garagen-Sound. Den noch mit einer starken Dosis Rock & Roll gewürzt – fertig ist die Splashdown-Laube.

Als strategische Mittel setzen sie Trommeln, Bass- und Doppel-Lead-Gitarren ein und kombinieren sie mit einem ausgewogenen Verhältnis von The Ventures, The Tornados und Throbbing Gristle. Gefährliche Pogo-Schwingungen, die da überschwappen können!

The Splashdowns Live In Kaulitz

The Splashdowns Live In Kaulitz – a medley of hot tunes from the Moon Boys

Posted by The Splashdowns on Dienstag, 8. März 2016

Das ist das Leitmotiv der skurillen „Splashdowns“. 1999 gegründet sind die „Splashdowns“ eine einzigartige musikalische Hommage an das NASA-Bodenpersonal während der Ära der Apollo-Mission. Die vier gut gekleideten Herren mit Maß-schneiderei in Hamburg haben ihre musikalischen Wurzeln im 60er-Surf-Garagen-Sound. Den noch mit einer starken Dosis Rock & Roll gewürzt – fertig ist die Splashdown-Laube.

Pogo – ausgewogen

Als strategische Mittel setzen sie Trommeln, Bass- und Doppel-Lead-Gitarren ein und kombinieren sie mit einem ausgewogenen Verhältnis von The Ventures, The Tornados und Throbbing Gristle. Gefährliche Pogo-Schwingungen, die da überschwappen können!

Sa., 7. Okt., 20h – ´The Splashdowns` im Treffpunkthaus Heimfeld, Friedrich-Naumann-Straße 9, 21075 Hamburg, www.contrazt.de

weiterführender Link: facebook.com/thesplashdowns/

Vorab übrigens ist um 18.15 Uhr der Solist John Doe zu hören. Er trägt Lieder vor. Da ist noch vieles im Aufbau, aber das macht es ja umso interessanter. Zum reinhören hier mal seine akustische Wolke: soundcloud.com/soluna-duda

Um 19 Uhr gehört die Bühne dann Fredriksson und dem Schusseltier. Klar, dubioser Name – bezieht sich vermutlich auf eine Geschichte der Fabelwesen „Mumins“. Zum Besten werden lustige Lieder aus Harburg gegebn, frei er- und zusammengefunden gesungen und gespielt. Und nach den Splashdowns ist noch lange nicht Schluß. Doch dazu ein andern mal …

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Gemeinwohl https://www.tiefgang.net/gemeinwohl/ Sat, 11 Mar 2017 08:01:49 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=602 [...]]]> Ich heiße Sophie und ich bin Denkerin.
Ich denke an die berühmte Rede und den historischen Satz von J. F. K. Allerdings formuliere ich ihn ein wenig um: „Ich bin eine Harburgerin.“
In der Aussage steckt ein Bekenntnis zur Solidarität. Berlin hat sie aus meiner Perspektive nicht so nötig wie meine schöne Heimatstadt. Die Berliner Mauer wurde bereits abgewickelt (abgebaut und verkauft), auch wenn die Mauer in den Köpfen dagegen zu Teilen noch steht.
In Bezug auf Harburg ist das ähnlich. Wir haben hier ein vergleichsweise schlechtes Image, da muss man nicht einmal bis Blankenese gucken, Eppendorf tut´s auch.
Ich bin ein bisschen Bio: Ich lese und schreibe gerne regional und saisonal. Deshalb spreche ich mich für den tiefen Süden Hamburgs aus. Wenn ich über die Elbe fahre, bekomme ich sentimentale Anwandlungen. Beim Anblick des breiten Stromes denke ich an den Mississippi und fühle den Blues in meinen Adern fließen. Harburg ist anders, Harburg ist eigen. Harburg ist meine Heimat. Hier bin ich verwurzelt und vertraut mit der Umgebung.
Man kann über Harburg sagen, was man will. Leider wird es häufig schlecht geredet. Ich finde es schade, wenn so oft die negativen Seiten betont werden, denn daraus entsteht ein Bild in den Köpfen, mit dem man sich weniger wohl fühlt. Ich möchte viel lieber einen Beitrag dazu leisten, der die Region aufwertet. Durch Besserwisserei ändert sich nichts zum Guten, nur durch Tun und Machen. Und da gibt es allerlei bemerkenswerte Eigeninitiativen. Zum Beispiel seinerzeit, als die Lokalzeitung Harburger Anzeigen und Nachrichten, kurz: H. A. N. eine redaktionelle Lücke hinterließ. Diese wurde von Peter Noßek geschlossen, der aus eigener Kraft und Tasche das Harburger Blatt aus der Taufe hob. An seiner Seite stehen Mitarbeiter und Vertriebspartner, die an die gute Sache glauben. Auch ihnen sei Dank.
Es gibt viele andere Beispiele für großartiges Engagement, Helfer und Helfeshelfer, die wie die Mainzelmännchen im Hintergrund wirken und sich dafür einsetzen, dass manches eben auch besser statt immer nur schlechter wird: Der „Umsonstladen“, das „Repair-Café“, das „Komm du“ mit Hutkassen-Konzept, der „Weltladen“, „Suedkultur“, Lesepatenschaften in der Bücherhalle und an Schulen oder das Stadtteilfest in Heimfeld, um nur einige zu nennen.
Ich ziehe Genugtuung aus der Vorstellung, dass wir unser Umfeld mit verschönern und verbessern können, indem wir einen Beitrag im Bereich des Möglichen und Machbaren leisten. Gemeinsam gestalten, lautet das Credo. Häufig ist dieser Einsatz ehrenamtlich. Das hat Vor- und Nachteile. Monetär gesehen ist es eine Katastrophe und ich frage mich oft, warum es gerade der Kultur an Mitteln mangelt, wo sie doch das gesellschaftliche Klima maßgeblich mitgestaltet.
Aber ansonsten sind diese Dienste ehrenvoll und sinnstiftend. Selbst, wenn ich keinen Cent verdiene, fühle ich mich bereichert durch mein Tun. Ich mache Werbung für´s Gemeinwohl

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