Viermastbark PEKING – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Fri, 08 Jul 2022 14:19:03 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.3 Der Mann für große Zusammenhänge https://www.tiefgang.net/der-mann-fuer-grosse-zusammenhaenge/ Fri, 08 Jul 2022 22:49:16 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9209 [...]]]> Es fing mit der Idee zur Rettung eines alten Viermasters an und wird nun gleich ein nationales Hafenmuseum. Auch ein Gründungsdirektor ist nun gefunden, der uns die Globalisierung erklären soll …Die Behörde für Kultur und Medien ließ am 7. Juli 2022 verlauten:

„Dr. Klaus Bernhard Staubermann (54) ist in der heutigen Sitzung des Stiftungsrates der Stiftung Historische Museen Hamburg (SHMH) zum künftigen Gründungsdirektor des Deutschen Hafenmuseums berufen worden. Eine hochkarätig zusammengesetzte Findungskommission hat sich unter Leitung von Kultursenator Dr. Carsten Brosda in den vergangenen Monaten intensiv mit der Auswahl einer geeigneten Persönlichkeit für die Gründungsdirektion des Deutsche Hafenmuseum befasst und sich schließlich einstimmig für Klaus Bernhard Staubermann ausgesprochen. Der interdisziplinär arbeitende Technikhistoriker und international erfahrene Museumsfachmann wird zum 1. November 2022 vom Internationalen Museumsrat in das Direktionsteam der SHMH wechseln und die Leitung des im Aufbau befindlichen und zukünftig an zwei Standorten betriebenen Deutschen Hafenmuseums übernehmen.

Mit dem Deutschen Hafenmuseum entwickelt und plant die Stiftung Historische Museen Hamburg (SHMH) aktuell eines der größten und spannendsten Museumsprojekte in Europa. Als ein „Museum der Globalisierung“ soll das Deutsche Hafenmuseum den Austausch von Waren und Dienstleistungen am Knotenpunkt Hafen begreif- und erlebbar machen und die Bedeutung des internationalen maritimen Handels für die Lebenswelt der Menschen in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft aufzeigen. Das Deutsche Hafenmuseum wird künftig an zwei Standorten zu Hause sein: Zum einen auf dem Areal des historischen Schuppens 50A am Hansahafen, an dessen Kaikante derzeit die historische Viermastbark PEKING als größtes Objekt des Deutschen Hafenmuseums zu besichtigen ist. Zum anderen wird in den kommenden Jahren im neuen Stadtteil Grasbrook ein neues Museum errichtet. Hier wird auch die PEKING ihren endgültigen Liegeplatz erhalten.

Aufgrund seiner umfangreichen internationalen Erfahrungen mit Prozessen der Neukonzeption von maritimen Museumsprojekten und seiner wissenschaftlich interdisziplinären Ausrichtung ist Klaus Bernhard Staubermann eine ideale Besetzung für die Gründungsdirektion des konzeptionell und inhaltlich facettenreichen Deutschen Hafenmuseums. Staubermann ist seit 2018 als Geschäftsführer und Generalsekretär des Deutschen Nationalkomitees des Internationalen Museumsrates (ICOM Deutschland) tätig. Der Fokus seiner Arbeit richtet sich dort vor allem auf die Themengebiete De-Kolonialisierung, Digitalisierung und Nachhaltigkeit in Museen. Er war zudem als Gastprofessor an den Universitäten Göteborg und Bengaluru (Indien) tätig. Vor seinem Wechsel zum Internationalen Museumsrat war Staubermann mehr als zehn Jahre Principal Curator am Schottischen Nationalmuseum in Edinburgh. Hier war er maßgeblich an der Neugestaltung der Dauerausstellung beteiligt, für die das Museum zahlreiche Auszeichnungen erhielt und die vor allem zu einem deutlichen Anstieg der Besucherzahlen führte. Nicht nur während seiner Zeit in Schottland war er an vielfältigen globalen und lokalen maritimen Museumsprojekten beteiligt.

Der Mann zum Museum: Dr. Klaus Bernhard Staubermann (Foto: privat)

1998 an der Universität Cambridge promoviert, setzte er seine wissenschaftliche Tätigkeit am Massachusetts Institute of Technology und an der Alexander von Humboldt-Stiftung in Bonn fort. Anschließend was er Kurator am Universitätsmuseum in Utrecht und Abteilungsleiter am Deutschen Technikmuseum in Berlin.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Mit Klaus Bernhard Staubermann erhält Hamburg einen international erfahrenen und bestens vernetzten Museumsexperten. Er hat bewiesen, dass er Besucherinnen und Besucher begeistern und die großen Zusammenhänge der Globalisierung deutlich machen kann, die sich gerade am Beispiel des Hafens erzählen lassen. Das Deutsche Hafenmuseum wird uns helfen, unsere Geschichte besser zu verstehen und hieraus Schlüsse für die Zukunft zu ziehen. Themen wie unsere koloniale Vergangenheit werden wir hier ebenso verhandeln, wie die internationalen wirtschaftlichen, kulturellen, politischen und sozialen Verflechtungen in unserer globalisierten Welt. Die Besetzung der Gründungsdirektion ist ein wichtiger Schritt in diesem Projekt, das nun mit voller Kraft voran gebracht wird. Ich freue mich, dass wir Herrn Staubermann für diese Aufgabe gewinnen konnten.“

Prof. Dr. Hans-Jörg Czech, Direktor und Vorstand der SHMH: „Mit dem Deutschen Hafenmuseum befindet sich in unserer Stiftung neben dem Museum für Hamburgische Geschichte, dem Altonaer Museum und dem Museum der Arbeit eine vierte bedeutende Museumseinheit im Aufbau, deren nationale Bedeutung aus dem Fokus auf die deutschen See und Binnenhäfen als Knotenpunkte der Globalisierung hervorgeht. Die Auftragsstellung des neuen Museums beinhaltet am Beispiel Hafen die Auseinandersetzung mit den historischen, gegenwärtigen und zukünftigen Zusammenhängen des Welthandels und seiner soziokulturellen Auswirkungen – im Positiven, wie auch im Negativen, beispielsweise während des Kolonialismus. Angesichts der Folgen von weltweiten Corona-Lockdowns, dramatischen kriegsbedingten Hafenblockaden in der Ukraine und zunehmenden Deglobalisierungsdebatten haben wir es hier mit Themenstellungen von hochgradiger Relevanz und Aktualität zu tun. Ich bin sehr froh, dass es uns gelungen ist, mit Klaus Bernhard Staubermann einen Gründungsdirektor für das Deutsche Hafenmuseum gewonnen zu haben, dessen vielfältige internationale Erfahrung und große wissenschaftliche Reputation für die herausfordernde Aufgabe der weiteren konzeptionellen und inhaltlichen Planung dieses besonderen Museumsprojekts einen einzigartigen Horizont liefern. Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit und heiße Herrn Staubermann ganz herzlich im Direktionskollegium der SHMH willkommen.“

Klaus Bernhard Staubermann, designierter Gründungsdirektor des Deutschen Hafenmuseums: „Hafengeschichte ist für mich in erster Linie Wissens- und Emotionsgeschichte. Vor allem über eine emotionsgeschichtliche Perspektive kann in meinen Augen das Gefühl einer Zugehörigkeit zu einer großen menschlichen Gemeinschaft, also ein Global Citizenship erreicht werden. Das zukünftige Deutsche Hafenmuseum mit seiner Ausrichtung auf den Knotenpunkt Hafen als zentrale und anschauliche Schnittstelle für Zusammenhänge des globalen Handels in Geschichte und Gegenwart, bietet dafür die idealen Möglichkeiten. Museen sind darüber hinaus sich immer wieder neu konstituierende cultural hubs, die sich im engen Zusammenspiel zwischen Ort, Thema und Kontext bewegen. Für das Deutsche Hafenmuseum, das mit seinen zwei Standorten im direkten Zusammenhang eines lebendigen und innovativen Hafengeschehens agieren wird, bieten sich somit vielfältige Anknüpfungspunkte für die Präsentation und für die Vermittlung globaler Sichtweisen und Diskussionen. Ich freue mich sehr auf die spannende und produktive Zusammenarbeit mit allen beteiligten Akteurinnen und Akteuren und Gemeinschaften.“

Das Deutsche Hafenmuseum und die Viermastbark PEKING

Die Errichtung des Deutschen Hafenmuseums sowie die Restaurierung und Überführung der Viermastbark PEKING werden durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages in vollem Umfang mit insgesamt bis zu 185,5 Millionen Euro gefördert.

Die vorbereitenden Maßnahmen zur Ankunft der PEKING in Hamburg, der aktuelle Betrieb und die Herstellung des temporären Liegeplatzes werden mit rund vier Millionen Euro von der Behörde für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg gefördert.“

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Schwimmt sogar https://www.tiefgang.net/schwimmt-sogar/ Fri, 15 May 2020 22:22:31 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6909 [...]]]> Der politische Strippenzieher Johannes Kahrs hat sein Bundestagsmandat niedergelegt und staatstragenden Auftritten steht die Kontaktsperre im Weg. Die PEKING ist dennoch restauriert.

Es ist wie beim Berliner Flughafen. Im Grunde wäre es ein Grund zu feiern, wenn Unmögliches doch noch wirklich wird. Doch die Pandemie macht auch hier nicht halt. Nun ist die Restaurierung der historischen Bark abgeschlossen und freuen tun sich dennoch etliche …

In der Mitteilung der Behörde für Kultur und Medien heißt es:

„Die Viermastbark PEKING erstrahlt wieder im vollen Glanz! Das 1911 bei Blohm+Voss gebaute Frachtschiff gehört zu den legendären Flying P-Linern der Reederei F. Laeisz, die für ihre Geschwindigkeit und ihre Sicherheit berühmt waren. Unter Leitung der Stiftung Hamburg Maritim wurden in den letzten drei Jahren auf der Peters Werft in Wewelsfleth Rumpf und Rigg des historischen Frachtseglers fachgerecht restauriert. Das Schiff mit seinen imposanten über 50 Meter hohen gelben Masten erstrahlt nun wieder in den Reedereifarben Schwarz (Rumpf über der Wasserlinie), Weiß (Wasserlinie) und Rot (Unterwasserschiff). Am heutigen Tag übernimmt die Stiftung Historische Museen Hamburg (SHMH) das Schiff wie geplant in ihr Stiftungsvermögen. In der Verantwortung der SHMH werden an Bord der PEKING in den kommenden Monaten noch weitere Ausrüstungsmaßnahmen für ihren künftigen Einsatz als größtes Objekt des zukünftigen Deutschen Hafenmuseums stattfinden. Im August ist die Rückkehr der PEKING in ihren Heimathafen Hamburg vorgesehen, wo sie zunächst im Hansahafen festmachen wird.

Das Schiff, das bis 1932 für die Reederei F. Laeisz über den Atlantik segelte, ist im Sommer 2017 aus New York zurück an die Elbe geholt worden. Zuvor war es seit 1974 fester Bestandteil des South Street Seaport Museums in Manhattan. Der Rückholung und Restaurierung ging ein jahrelanger unermüdlicher Einsatz der Stiftung Hamburg Maritim und der „Freunde der Viermastbark PEKING e.V.“ voraus. Möglich wurde dies durch die Förderung der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien in Höhe von rund 38 Millionen Euro aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestags aus dem November 2015. Besonders Hamburger Bundestagsabgeordnete hatten sich erfolgreich dafür eingesetzt.

Überführung und Restaurierung wurden an die Stiftung Hamburg Maritim übertragen. Die Stiftung, die eine eigene Flotte historischer Schiffe betreibt, verfügt über große Erfahrung in der Restaurierung und hat auch dieses große Projekt zu einem erfolgreichen Abschluss geführt. Nach nunmehr vier Jahren seit Projektbeginn überträgt die Stiftung Hamburg Maritim die PEKING an die Stiftung Historische Museen Hamburg.

Mit der Entwicklung, der Errichtung und dem Betrieb des Deutschen Hafenmuseums ist die Stiftung Historische Museen Hamburg beauftragt, von der auch derzeit die inhaltliche Konzeption zur späteren Nutzung der PEKING im Kontext des Deutschen Hafenmuseums erarbeitet wird. Im August 2020 wird die PEKING voraussichtlich im Hansahafen festmachen. Dort, in unmittelbarer Nachbarschaft zum historischen Schuppen 50A und der bestehenden Museumsflotte der Stiftung Historische Museen Hamburg, wird die PEKING als Zeugnis des transnationalen Seehandels weiter ertüchtigt und die Rekonstruktion der Inneneinrichtung vorangetrieben. Der Viermaster wird von einer Crew von vier Mitarbeitern betreut werden. Mit zusätzlicher Unterstützung von Ehrenamtlichen und den „Freunden der Viermastbark PEKING e.V.“ wird sie die Wartung und Pflege fachgerecht sicherstellen.

Die PEKING wird mit der Eröffnung des Deutschen Hafenmuseums auf dem Grasbrook seinen festen Liegeplatz in Hamburgs neuem Stadtteil erhalten. Dort sollen mit ihr die vielfältigen Verflechtungen aus der Zeit des Salpeterhandels zwischen Deutschland und Chile mit ihren wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Verästelungen erzählt werden. Sie wird so ein wichtiger Ort für das Thema Globalisierung am Knotenpunkt Hafen.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Es ist beeindruckend, was für ein strahlend schönes Schiff die Stiftung Hamburg Maritim und die Peters Werft in den letzten drei Jahren wieder aus der PEKING gemacht haben. Ich danke allen, die in den letzten Jahren zu der erfolgreichen Rückführung und Restaurierung der Viermastbark beigetragen haben. Hamburg bekommt mit der PEKING ein außerordentliches Segelschiff, das uns auf eindrückliche Weise die Geschichte der Globalisierung deutlich macht. Die Planungen zum Deutschen Hafenmuseum sind in vollem Gange und die Stiftung Historische Museen wird die PEKING in den nächsten Jahren zu einem der zentralen Objekte dieses neuen Museums weiterentwickeln.“

Prof. Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien: „Endlich erstrahlt die PEKING wieder in all ihrer Pracht. Das Schiff, das 34 Mal das Kap Hoorn umrundet hat, gibt uns nicht nur einen Einblick in vergangene Transport- und Arbeitswelten. Die PEKING ist darüber hinaus auch ein Symbol für die frühe Globalisierung und ein maritimes Kulturgut von nationaler Bedeutung. Aus diesem Grund hat der Bund die Restaurierung und Rückholung des Schiffs in erheblicher Höhe gefördert. Wenn die PEKING einmal ihren endgültigen Liegeplatz eingenommen hat, wird sie ganz sicher zum Wahrzeichen des Deutschen Hafenmuseums in Hamburgs neuem Stadtteil werden.“

Prof. Dr. Hans-Jörg Czech, Direktor und Vorstand der Stiftung Historische Museen: „Der heutige Tag ist ein historisches Datum in der Geschichte unserer Stiftung und ein Anlass zu großer Freude. Die Übernahme der PEKING bedeutet für die Stiftung Historische Museen Hamburg einen wichtigen Entwicklungsschritt, der die Aufgabenstellungen unserer Einrichtung erheblich erweitert. Ich bin mir sicher, dass die Viermastbark, für deren hervorragende Restaurierung wir der Stiftung Hamburg Maritim größten Dank schulden, ein neues Wahrzeichen Hamburgs sowie ein spektakulärer Botschafter und deutlich sichtbares Symbol für die fortschreitende Planung und Realisierung des Deutschen Hafenmuseums werden kann.“

Joachim Kaiser, Vorstandsmitglied der Stiftung Hamburg Maritim: „Als uns 2016 die Projektträgerschaft für die Restaurierung der PEKING angetragen wurde, waren wir zunächst eher reserviert, denn wir wussten sehr genau um ihren desolaten Zustand. Insbesondere ich habe immer wieder vor einer Übernahme gewarnt, weil sich hier ein Multi-Millionen-Risiko abzeichnete, auch wenn der Rumpf schon längst zu verschenken war. Die Fördermittelzusage und das in uns gesetzte Vertrauen haben uns dann motiviert, uns dieser großen Aufgabe zu stellen. Mannigfaltige Schwierigkeiten auf dem langen Weg liegen jetzt hinter uns, heute sind wir stolz und froh über das Gelingen des Restaurierungsprojekts. Wir danken der Werft für die qualitätsvolle Arbeit und allen, die zum erfolgreichen Gelingen beigetragen haben – der Bauaufsicht und den Taklern, aber auch den kaufmännischen Experten in unserer Stiftung, die das umfangreiche Vertragswerk betreut und die finanzielle Abwicklung des komplexen Projekts gesteuert haben.“

Johannes Kahrs, Mitglied des Deutschen Bundestags a.D.: „Ich habe mich bereits als 18-jähriger im Hafen von New York in die PEKING verliebt. Als ich hörte, dass sie verschrottet werden soll, war ich zunächst tieftraurig. Doch dann kam mir die Idee, die Rückholung und Sanierung der Viermastbark mit der Errichtung eines Deutschen Hafenmuseums zu verknüpfen. Diese ließ sich im Haushaltsausschuss dankbarerweise durchsetzen. Jetzt nähert sich die PEKING immer mehr ihrer Vollendung und ich bin nicht nur immer noch verliebt, sondern auch stolz wie Bolle, dass wir das Schiff retten konnten. Ganz besonders danke ich allen Beteiligten der Stiftung Maritim und insbesondere allen Ehrenamtlichen des Deutschen Hafenmuseums für Ihre leidenschaftliche Unterstützung.“

Rüdiger Kruse, Mitglied des Deutschen Bundestages aus Hamburg: „Mit der PEKING kehrt ein Schiff nach Hamburg zurück, dass nicht nur für eine Epoche der Seefahrt steht, sondern das Credo Hamburgs verkörpert: Handel treiben mit aller Welt. Seefahrt war nie Romantik. Die PEKING, in Hamburg gebaut, war modernste Transporttechnik, sowie die Schiffe und nun auch Flugzeuge, die heute in Hamburg gebaut werden. Ich bin froh, dass ich einen Beitrag leisten konnte, die Peking nachhause zu holen.“

Mathias Kahl, Vorsitzender des Vereins Freunde der Viermastbark PEKING e.V.: „Der Verein der Freunde der Viermastbark PEKING dankt allen Beteiligten für die Rückholung und herausragende Restaurierung der PEKING. Doch nach der Restaurierung ist vor der Pflege und Instandhaltung: Dieses große Schiff mit seinem riesigen Rigg über Jahre in dem jetzt erreichten Zustand zu erhalten, ist eine wirkliche Herausforderung, der sich unser Verein mit seinen derzeit 350 Mitgliedern aber gern annimmt; unsere Ehrenamtlichen brennen darauf, die PEKING in ihre Obhut zu nehmen.“

Nikolaus H. Schües, Inhaber der Reederei F. Laeisz und Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung Hamburg Maritim: „Dank und Gratulation an alle Beteiligten. Die PEKING bald wieder in altem Glanz in Hamburg zu sehen, ist ein wahres Gemeinschaftswerk von öffentlicher Hand, Werft und Ehrenamt.“

Mark Dethlefs, Geschäftsführer der Peters Werft: „Ein jeder Refit- oder Reparatur-Auftrag der Peters Werft hat spezielle Herausforderungen, die wir in Zusammenarbeit mit unserem Kunden lösen müssen. Als die Viermastbark PEKING im Sommer 2017 von New York nach Wewelsfleth gebracht wurde, war sie in einem wirklich maroden Zustand. Der besondere Anspruch dieses Auftrags an uns als Werft und die SHM als Eigentümerin wurde offensichtlich. Im Laufe der aufwendigen Sanierung der PEKING, in der einmal nicht die Fahrtüchtigkeit, sondern die Nutzung zu einem reinen Museumsschiff die Aufgabe war, wurde jedoch nach und nach die Schönheit dieses historischen Frachtenseglers deutlich. Wir sind stolz, an diesem Auftrag mit historischer Bedeutung mitgewirkt zu haben und sind bewegt von der Tatsache, dass die PEKING auch heute noch so viele Emotionen weckt. Wir freuen uns schon darauf, gemeinsam mit anderen interessierten Besuchern die PEKING an ihrem Liegeplatz in Hamburg wiederzusehen.“

Michael Scheuermann, für den Vorstand von Hafenkultur e. V.: „‚Oha, das wird teuer…‘ sagten die Fachleute im Hafenmuseum, als 2014 der Erwerb der PEKING angekündigt wurde. So kam es denn auch – aber was für ein Prachtstück ist inzwischen aus dem Schiff geworden. Dankenswerter Weise wurde die PEKING – anders als viele andere, auch sehenswerte Museumsschiffe, die zu ihrem Unterhalt mit Gastronomie oder Hotelbetrieb an Bord beitragen müssen – wieder in den Originalzustand versetzt. So kann man als Besucher Seefahrt und Hafenumschlag nach 1900 nachvollziehen, so fügt sie sich hervorragend in das künftige Deutsche Hafenmuseum ein. Der Werft und den Beteiligten an der Wiederherstellung des Schiffes gebührt Anerkennung, die Ehrenamtlichen des Hafenmuseums Hamburg freuen sich auf das Festmachen der PEKING am Bremer Kai.“

Die Historie

Die Viermastbark PEKING wurde 1911 in Hamburg bei Blohm+Voss für die Reederei F. Laeisz gebaut, deren Schiffe alle ein „P“ als ersten Buchstaben im Namen tragen: PASSAT, POMMERN, PADUA zum Beispiel. Alle Frachtsegler der Reederei waren in der Salpeterfahrt eingesetzt. Ausgehend wurden Exportwaren für Chile geladen, zum Beispiel auch Steinway-Flügel für dort lebende Auswanderer-Familien, zurück segelten die Schiffe voll beladen mit Guano in Säcken, in Europa ein wichtiger Grundstoff für Dünger und Sprengstoff. Der Salpeterhandel sorgte auch in Südamerika bis zum Ersten Weltkrieg für einen wirtschaftlichen Aufschwung. Auf jeder Reise wurde zweimal Kap Hoorn umsegelt, die PEKING allein brachte es auf 34 Kap-Hoorn-Umrundungen.

1932 machte die PEKING ihre letzte Reise unter Segeln, wurde außer Dienst gestellt und zum stationären Internats-Schiff umgebaut. Im Medway an der englischen Ostküste lag sie unter dem Namen ARETHUSA bis 1974 vor Anker und wurde dann vom New Yorker South Street Seaport Museum erworben. Das South Street Seaport Museum ließ den Rumpf der PEKING auf einer schottischen Werft in Stand setzen und anschließend über den Atlantik nach New York schleppen. Dort wurde sie wieder aufgetakelt und nahm zur 200-Jahr-Feier der amerikanischen Unabhängigkeit 1976 ihren prominenten Liegeplatz in Manhattan ein. Fortan diente sie als Museumsschiff und Touristenattraktion. Als das South Street Seaport Museum in den Jahren ab 2000 in wirtschaftliche Schwierigkeiten geriet, wurde die PEKING für viel Geld zum Verkauf angeboten. Schon damals hatte die frisch gegründete Stiftung Hamburg Maritim Interesse an dem berühmten Viermaster gezeigt, wegen der erheblichen Restaurierungskosten jedoch wieder Abstand genommen von dem Projekt. Über Jahre fand sich kein Übernahmeinteressent, so dass das South Street Seaport Museum das Schiff am Ende sogar als Geschenk anbot. Nachdem der Bundestag 2015 auf Antrag der Hamburger Bundestagsabgeordneten Johannes Kahrs und Rüdiger Kruse das Geld für Überführung und Restaurierung bereitgestellt hat, konnte 2017 die PEKING zurückgeholt werden.

Die PEKING ist einer von vier noch existierenden Windjammern aus der Flotte der legendären „Flying P-Liner“ der Laeisz-Reederei: die PASSAT liegt seit 1960 als Museumsschiff in Travemünde, die POMMERN liegt als Museumsschiff in Mariehamn (Finnland) und die ehemalige PADUA fährt unter dem Namen KRUZENSHTERN als Segelschulschiff unter russischer Flagge.“

Weitere Informationen: www.stiftung-hamburg-maritim.dedeutsches-hafenmuseum

 

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„Hafen hautnah“ https://www.tiefgang.net/hafen-hautnah/ Fri, 04 Oct 2019 22:24:16 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5905 [...]]]> Das Deutsche Hafenmuseum soll ein Wissens-Museum werden. Ein Museum des 21. Jahrhunderts. Nun wird es konkret.

„Wir wollen die komplexen Fragen der Gegenwart aus der Historie heraus erklären und damit Orientierungshilfe für Gegenwart und Zukunft geben. Das Deutsche Hafenmuseum leistet damit einen relevanten Beitrag zur Gestaltung einer friedlichen, freiheitlichen und demokratischen Gesellschaft“, steht auf der website des Hafenmuseums. „Ein modernes Konzept, dessen Grundidee ist, die Vergangenheit von der Gegenwart aus zu betrachten und nicht bei der Darstellung und Erklärung historischer Ereignisse und Objekte aus ihrer Zeit heraus zu verbleiben. Der Ort des Deutschen Hafenmuseums soll nach dem Betriebskonzept des modernen Hafens funktionieren: 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, 360 Tage im Jahr. Außerhalb der eigentlichen Ausstellung soll es Bereiche geben, die rund um die Uhr öffentlich zugänglich und attraktiv sind. Geeignet dafür sind z. B. gestaltete Freiflächen mit den Großobjekten des Museums, eine attraktive Kaikante und ein Aussichtsturm. Außerdem muss der Standort die Möglichkeit der Ansiedlung weiterer Einrichtungen – für Freizeit, Tourismus, Gastronomie, Forschung – bieten, um für eine permanente Belebung des Ortes zu sorgen.“

In der Pressemitteilung der Behörde für Kultur und Medien heißt es nun:

„Auf dem Grasbrook soll in Hamburgs neuem Stadtteil gegenüber der HafenCity der Neubau des Deutschen Hafenmuseums entstehen. Die Stadt Hamburg hat jetzt die städtische Sprinkenhof GmbH mit der Bauausführung des neuen Museums an der Norderelbe beauftragt. Weithin sichtbar soll hier auch die historische Viermastbark PEKING ihren dauerhaften Liegeplatz finden. Zuvor ist geplant, das Schiff im kommenden Spätsommer für einige Tage an prominenter Stelle an der Überseebrücke festzumachen, wo es von den Hamburgerinnen und Hamburgern in Empfang genommen werden kann. Anschließend soll die PEKING für den Abschluss des Innenausbaus in den Hansahafen verholt werden.

Im Rahmen einer Barkassenfahrt hat heute Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien, gemeinsam mit Prof. Dr. Hans-Jörg Czech, Vorstand und Direktor der Stiftung Historische Museen Hamburg (SHMH), die für inhaltliche Planung und den zukünftigen Betrieb des Deutschen Hafenmuseums verantwortlich ist, und mit Martin Görge, Geschäftsführer der Sprinkenhof GmbH, den Stand der Planungen vorgestellt.

Sie ist die Kapitänin des Vorhabens: Ursula Richenberger

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Das Deutsche Hafenmuseum ist Teil eines der wichtigsten Stadtentwicklungsprojekte Hamburgs. Zusammen mit der PEKING soll es Flaggschiff des neuen Stadtteils Grasbrook werden, mit dem der Sprung über die Elbe weiter Gestalt annimmt. Künftig wird dieser neue Stadtteil bestens mit öffentlichen Verkehrsmitteln angebunden sein. Mit einer Barkasse kann man schon heute erfahren, wie nah das Deutsche Hafenmuseum und der historische Schuppen 50A an der inneren Stadt liegen und wie authentisch man hier Geschichte und Gegenwart eines lebendigen Hafens erleben kann. Dies ist in der Form nur in Hamburg möglich und bietet die besten Voraussetzungen, hier einen spannenden Ort zu entwickeln, an dem erstmals die Geschichten des Hafens und die Themen Welthandel und Globalisierung umfassend dargestellt und erzählt werden können.“

Prof. Dr. Hans-Jörg Czech, Vorstand und Direktor der Stiftung Historische Museen Hamburg (SHMH): „Ich freue mich sehr, dass mit dem Grundstück auf dem Grasbrook ein in so vieler Hinsicht höchst passender Ort für das Deutsche Hafenmuseum gefunden worden ist. Besonders die Möglichkeit, die angestrebte Kombination aus Museumsgebäude und zukünftigem Liegeplatz der PEKING im Kontext eines sich neu entwickelnden Stadtteils zu realisieren, macht das Gelände zu einem geradezu idealen Standort. Die prominente Lage an der Norderelbe und der Blick auf das Panorama sowohl des Hafens wie auch der Hamburger Innenstadt werden das Museum zu einem ganz besonderen Ort für Hamburgerinnen und Hamburger, aber auch für Touristen und Gäste aus aller Welt machen. Durch die Partnerschaft mit der Sprinkenhof GmbH als professionellem Projektmanager haben wir nun auch die bewährte Unterstützung und Sicherheit für eine zuverlässige Umsetzung dieses besonderen Museumsprojekts. Mit den aktuellen Entscheidungen zum Grasbrook-Standort in Kombination mit den 50er-Schuppen und mit der Partnerschaft der Sprinkenhof GmbH haben wir als Stiftung Historische Museen Hamburg eine sehr gute Grundlage, um in den kommenden Monaten an der weiteren Konkretisierung des Konzepts und der thematischen Schwerpunkte des Deutschen Hafenmuseums zu arbeiten.“

Martin Görge, Geschäftsführer der Sprinkenhof GmbH: „Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst, mit dem Neubau des Deutschen Hafenmuseums ein herausragendes und ambitioniertes Projekt für die Stadt Hamburg zu realisieren. Wir rechnen bei dem auszulobenden Architektenwettbewerb erfahrungsgemäß mit einem großen Ansturm an renommierten Architekturbüros, die sicherlich eine Vielzahl von hervorragenden Entwürfen hervorbringen werden. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit der Behörde für Kultur und Medien sowie der Stiftung Historische Museen Hamburg. An dieser Stelle auch nochmal ein großer Dank für die vorausgegangenen Planungen, die die geplante Realisierung erst möglich machen.“

Das Deutsche Hafenmuseum wird ein Museum der Globalisierung, in dem man die Geschichte und Gegenwart der weltweiten wirtschaftlichen, politischen, sozialen und kulturellen Verflechtungen erleben kann. Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hatte 2015 der Stadt Hamburg für die Errichtung eines Deutschen Hafenmuseums sowie für die Rückholung und Sanierung der Viermastbark PEKING einen Betrag von insgesamt 120 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Seither ist die SHMH in einer intensiven inhaltlichen Konzeptionsphase. Als nächstes werden nun die inhaltlichen Planungen zum Deutschen Hafenmuseum zu den thematischen Schwerpunkten des Museums und unter Berücksichtigung der Zwei-Standorte-Lösung konkretisiert. Mit der Bauausführung des neuen Deutschen Hafenmuseums ist jetzt die städtische Sprinkenhof GmbH beauftragt worden. Aktuell ist das wettbewerbliche Dialogverfahren für den Grasbrook gestartet, das bis April 2020 zu einem städtebaulichen und freiraumplanerischen Gesamtbild des neuen Stadtteils führen soll. Auf dieser Grundlage soll der Architekturwettbewerb zum Deutschen Hafenmuseum ausgeschrieben werden.

Der Viermaster PEKING bestimmt, wie viel Geld fürs Museum über bleibt.

Parallel werden die Planungen zur technischen Ertüchtigung des Schuppens 50A vorangetrieben. Der historische Schuppen 50A, in dem sich heute bereits das Hafenmuseum Hamburg befindet, soll als letzte noch erhaltene Umschlagsanlage aus der Kaiserzeit zusammen mit der bestehenden Museumsflotte im genehmigten Bestand weiterentwickelt und als Außenstelle und authentischer Hafenort wichtiger Baustein des künftigen Museums sein. Unter anderem ist die Erschließung der gesamten Schuppenhälfte 50A für das Schaudepot und die Optimierung der Betriebsbedingungen vorgesehen, die Schaffung neuer Räumlichkeiten für den Vermittlungsbereich sowie die Verbesserung der Barrierefreiheit im Außengelände insbesondere durch den Einbau eines Flutschutztors in der Flutschutzmauer und die Entwicklung einer neuen Ausstellung. Ziel ist es, den Schuppen 50A mit seinen historischen Schuten sowie dem Schutendampfsauger SAUGER IV von 1909 und dem Schwimm-Dampfkran SAATSEE von 1917 künftig ganzjährig zu betreiben.

Unter der Federführung der Stiftung Hamburg Maritim wurde im Sommer 2017 zudem die stark restaurierungsbedürftige PEKING aus New York an die Elbe geholt, wo sie nun in der Peters Werft in Wewelsfleth erfolgreich restauriert wird. Nach derzeitigem Stand soll im Spätsommer 2020 die historische Viermastbark zunächst für einige Tage an prominenter Stelle an der Überseebrücke festmachen. Anschließend soll die PEKING für den Abschluss des Innenausbaus in den Hansahafen kommen, ehe sie als größtes und weithin sichtbares Flaggschiff vor das neue Deutsche Hafenmuseum an den Grasbrook kommt.“

Weitere Informationen: deutsches-hafenmuseum

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Schuppen mit internationaler Aufmerksamkeit https://www.tiefgang.net/schuppen-mit-internationaler-aufmerksamkeit/ Fri, 07 Jun 2019 22:48:21 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5349 [...]]]> Das Deutsches Hafenmuseum und die „PEKING“ kommen nun doch zum erwarteten Standort. Aber es werden noch Jahre vergehen. 

In der Mitteilung der Behörde für Kultur und Medien heißt es:

„Der Senat hat die Entscheidung über den Standort des künftigen Deutschen Hafenmuseums und den Liegeplatz der PEKING getroffen. Nach eingehender Prüfung soll für das ambitionierte Museumsprojekt ein Neubau im neuen Stadtteil Grasbrook errichtet werden, wo auch die Viermastbark PEKING ihren Liegeplatz finden wird. Der Schuppen 50A, wo schon heute das Hamburger Hafenmuseum betrieben wird, soll zusammen mit der Flotte historischer Schiffe und Krane weiterentwickelt und als eine Art lebendiges technisches Freilichtmuseum Teil des Deutschen Hafenmuseums werden.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Die Errichtung des Deutschen Hafenmuseums samt der Rückholung und Restaurierung der Viermastbark PEKING ist eines der herausragenden Museumsprojekte in Deutschland, das schon heute internationale Aufmerksamkeit erhält. Die Standortentscheidung für ein solches Millionenprojekt inmitten eines florierenden Hafens muss mit allen Beteiligten und mit Blick auf alle rechtlichen Gegebenheiten gut geplant werden. Der Grasbrook bietet beste Voraussetzungen, um ein zeitgemäßes, innovatives Museum zu errichten und der Viermastbark PEKING einen weithin sichtbaren Liegeplatz einzurichten. Gleichzeitig ist es uns wichtig, den Schuppen 50A als bedeutendes Denkmal für die Geschichte der deutschen Seehäfen und als eine Art lebendiges Freilichtmuseum in das Gesamtkonzept des Deutschen Hafenmuseums zu integrieren. So entsteht erstmals ein Ort, an dem die Geschichte des Hafens und die wirtschaftlichen Zusammenhänge in unserer globalisierten Welt umfassend und lebendig erzählt werden können.“

Der Senat folgt mit der Standortentscheidung dem Ergebnis einer umfassenden Standortsuche, die eine Lösung mit einem Neubau auf dem Grasbrook sowie der Einbindung und Weiterentwicklung des Schuppens 50A als Teil der letzten noch erhaltenen Hafen-Umschlagsanlage aus der Kaiserzeit empfohlen hatte. Für die abschließende Prüfung hat die Stiftung Historische Museen Hamburg in enger Abstimmung mit der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen, der Hamburg Port Authority (HPA) sowie der HafenCity Hamburg GmbH verschiedene Vorstudien in Auftrag gegeben und sich intensiv mit der komplexen genehmigungsrechtlichen Situation auseinandergesetzt, die es bei der Verbindung von Kultur und lebendiger Hafenwirtschaft zu berücksichtigen gilt.

Die Entwicklung des Areals des ehemaligen Überseezentrums auf dem Grasbrook südwestlich der Elbbrücken zu einem gemischten Wohn- und Gewerbegebiet wird ein Meilenstein für die innere Entwicklung Hamburgs. Das künftige Deutsche Hafenmuseum kann nun zusammen mit der stolzen Viermastbark PEKING an diesem Standort zum Symbol, Motor und kulturellen Zentrum des neuen Stadtteils werden. Die Voraussetzungen für den Baubeginn will die HafenCity GmbH bis 2023 schaffen. Zuvor werden in einem städtebaulichen und freiraumplanerischen Wettbewerb die Eckpunkte der Quartiersentwicklung festgelegt, die auch Grundlage des Architekturwettbewerbs für das Deutsche Hafenmuseum sein werden. Mit der Eröffnung des neuen Museums ist in der zweiten Hälfte der 2020er Jahre zu rechnen.

Aufgrund seiner großen hafengeschichtlichen Bedeutung als letzte noch erhaltene Umschlagsanlage aus der Kaiserzeit soll als erster Schritt der Errichtung des Deutschen Hafenmuseums der Schuppen 50A zusammen mit der bestehenden Museumsflotte im genehmigten Bestand weiterentwickelt und künftig als Außenstelle in das Deutsche Hafenmuseum integriert werden. Unter anderem ist die Erschließung der gesamten Schuppenhälfte 50A für das Schaudepot vorgesehen und der Einbau einer Temperierungsanlage zur Optimierung der konservatorischen Klimabedingungen, die Erneuerung der Pontonanlage für die Museumsflotte sowie die Verbesserung der Barrierefreiheit im Außengelände insbesondere durch den Einbau eines Flutschutztors in der Flutschutzmauer. Ziel ist es, den Schuppen 50A mit seinen historischen Schuten sowie dem Schutendampfsauger SAUGER IV von 1909 und dem Schwimm-Dampfkran SAATSEE von 1917 künftig ganzjährig zu betreiben.

2015 hatte der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages der Freien und Hansestadt Hamburg für die Errichtung eines Deutschen Hafenmuseums sowie für die Rückholung und Sanierung der Viermastbark PEKING einen Betrag von insgesamt 120 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Mit der Umsetzung dieses wichtigen Museumsprojekts ist die Stiftung Historische Museen Hamburg (SHMH) betraut. Die SHMH ist bereits in der intensiven inhaltlichen Konzeptionsphase für das künftige Deutsche Hafenmuseum. Hierzu haben bisher drei international besetzte Fachsymposien und mehrere Workshops stattgefunden, in deren Rahmen die inhaltlichen Leitplanken des Museumsprojektes abgesteckt wurden und aus denen Netzwerke mit Expertinnen und Experten verschiedener Disziplinen hervorgegangen sind. Gemeinsam mit den Betreibern der POMMERN, der PASSAT und der KRUZENSHTERN wurde das Netzwerk „Flying P-Liner Heritage Fleet“ gegründet, um deren Erfahrungen in die inhaltliche Präsentation auf der PEKING einfließen zu lassen. Parallel macht derzeit die Restaurierung der Viermastbark PEKING unter der Federführung der Stiftung Hamburg Maritim in der Peters Werft in Wewelsfleth gute Fortschritte. Die Heimkehr des Schiffes wird im Jahr 2020 erwartet. Die PEKING wird für den Abschluss des Innenausbaus voraussichtlich in den Hansahafen verholt.“

Quelle: www.hamburg.de/kulturbehoerdebkm

Weiterführend: peking-freunde.de

 

 

 

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