Wilfried Abels https://www.tiefgang.net Thu, 11 Jun 2020 07:57:31 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1 „Wir passten nicht ins Raster“ https://www.tiefgang.net/wir-passten-nicht-ins-raster/ Fri, 05 Jun 2020 22:32:53 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6959 [...]]]> Wie ist es für Menschen, die positiv auf das Virus getestet wurden? ´Tiefgang`-Schreiberin Sonja Alphonso ging dem auf die Spur…

Man erfährt so gut wie nichts über unmittelbar Betroffene der Pandemie, außer der Anzahl der Infizierten, Toten und Genesenen. Wie ist es für Menschen, die positiv auf das Virus getestet wurden? Wie erleben sie die Zeit der Quarantäne? Und wie geht es den Angehörigen damit?

Ich kenne nur eine Person, die ich fragen kann: Wilfried Abels.

Tiefgang (TG): Wie kam heraus, dass deine Familie sich mit Covid-19 angesteckt hat?

Wilfried Abels: Nun, das war erstmal gar nicht so klar. Das wurde von uns als üblicher kleiner grippaler Infekt wahrgenommen. Unser Jüngster war halt etwas „angegrippt“. Er war schlapp, hatte erhöhte Temperatur. Das war es auch schon. Wir haben drei Kinder. Da ist sowas fast schon an der Tagesordnung. Irgendwo holt sich halt immer mal wer was. Zeitgleich traten bei meiner Frau, mir und auch unserer mittleren Tochter ähnliche Symptome auf. Jeweils ein bisschen unterschiedlich gelagert, aber alles nichts Ungewöhnliches. Wir haben da erstmal nur geseufzt und mit den Schultern gezuckt. Das ist in so einer fünfköpfigen Familie halt üblich. Einer schleppt was an. Alle haben das Vergnügen.

Wir haben dann zum ersten Mal aufgehorcht, als plötzlich, von einem Tag auf den anderen, bei meiner Frau und mir, der Geruchs- und Geschmackssinn vollständig weg war. Und das obwohl wir nicht erkältet waren und unsere Nasen frei waren. Das hatten wir so noch nie erlebt. Das war der Moment, wo wir zum ersten Mal überlegten, ob das, was wir gerade haben, vielleicht doch kein einfacher grippaler Infekt ist. Dann haben wir uns an unseren Hausarzt gewendet, der dann das Gesundheitsamt informierte.

TG: Konnte nachverfolgt werden, wer von euch sich bei welcher Gelegenheit angesteckt hatte und das Virus mit nach Hause brachte?

Wilfried Abels: Nein, das ist bis heute nicht geklärt. Das war in der Hochphase der Neuinfektionen. Wir hatten ausführlich mit dem Gesundheitsamt telefoniert, aber eine belastbare Theorie konnten wir nicht entwickeln. Wir waren da alle schon länger im Homeoffice und hatten nur absolut minimale Außenkontakte. Insofern ist das bis heute nicht geklärt.

Das war auch das Problem, um überhaupt getestet zu werden. Unser Hausarzt hat uns da glücklicherweise gleich ernst genommen, als ich ihn angemailt und unsere Bedenken geschildert hatte. Aber von dem Zeitpunkt, bis das Gesundheitsamt zum Testen vorbei kam, verging noch eine gute halbe Woche. Wir passten halt nicht ins normale Raster. Wir waren in keinem Risikogebiet gewesen und wir hatten, zumindest wissentlich, keinen Kontakt zu einem Corona-Erkrankten.

Fairerweise muss man aber sagen, dass in dieser Zeit das Gesundheitsamt auch schon mit den offensichtlicheren Fällen mehr als ausgelastet war. Und die Testkapazitäten waren auch sehr knapp. Deshalb wurden von uns fünf auch nur zwei Personen getestet, wovon dann ein Test eindeutig positiv war und einer uneindeutig. Hierzu meinte unser Hausarzt, dass die Tests eigentlich eh schon zu spät gemacht worden seien, da der Virus hauptsächlich nur in der Anfangsphase nachweisbar sei. Um wirklich sicher zu sein, ob wir alle Covid-19 hatten, müssen wir aber auf zuverlässige Antikörpertests warten.

TG: Wie habt ihr den Ausbruch der Krankheit erlebt?

Wilfried Abels: Am schwierigsten war es, sich am Anfang erstmal klar zu werden, wie man mit der Situation umgeht. Die Frage war: „Kann das wirklich Covid-19 sein? Oder bilde ich mir das nur ein und es ist ein ganz normaler Infekt?“ Man will ja sich und das Gesundheitssystem auch nicht umsonst verrückt machen. Zu der Zeit gab es ja auch haufenweise Fehlalarme, weil Leute bei jedem Husten gleich die Sorge hatten, dass sie erkrankt sein könnten. Man will in dem Fall nicht unbegründet Freunde und Nachbarn einspannen, um für einen einkaufen zu gehen.

Andererseits wollten wir, falls wir tatsächlich Covid-19 haben sollten, auch keine anderen Menschen in Gefahr bringen. Aber nur auf eine Vermutung hin, sich selbst komplett zu isolieren, ist halt auch schwierig. Diesen Zwiespalt zu handhaben, solange noch nicht getestet wurde, das war noch mit das Schwierigste.

TG: Meines Wissens musste niemand von euch im Krankenhaus medizinisch versorgt werden, also war der Verlauf vergleichsweise harmlos. Was war das Schlimmste an der Krankheit?

Wilfried Abels: Ja, der Verlauf war relativ harmlos. Wir hatten Glück. Wir alle hatten nach den Kategorien des RKI nur einen milden Verlauf. Die eigentlichen Krankheitssymptome waren auch gar nicht so schlimm. Da hatte ich schon grippale Infekte, die deutlich unangenehmer waren. Während der Erkrankung selber hatte ich keine echten Probleme. Ich hatte nie an Kurzatmigkeit oder sowas gelitten. Allerdings habe ich mich da auch nicht weiter als zwischen Couch und Bett bewegt.

Was aber bei dieser Erkrankung am übelsten war, war wie hartnäckig sie war, und wie schlapp sie uns alle gemacht hat. Als ich wieder anfing, mich normaler zu bewegen, da merkte ich erst, wie kurzarmig ich wirklich war. Selbst nach mehreren Wochen, als wir schon lange wieder aus der Quarantäne entlassen waren, waren wir noch weit davon entfernt, voll einsatzfähig zu sein. Selbst kleine Spaziergänge durch den Stadtteil waren noch ziemlich anstrengend. Da wurde mir erst im Nachgang klar, wie stark meine Lunge wirklich angegriffen wurde. Und unseren Geschmacks- und Geruchssinn haben meine Frau und ich noch immer erst in Ansätzen wieder.

TG: Wie habt ihr euch zuhause informiert, welchen Quellen vertraut?

Wilfried Abels: Grundsätzlich über die üblichen Medien (Fernsehen, Radio, Internet). Wenn wir aber was genauer recherchieren wollten, waren die Webseiten vom Robert-Koch-Institut und der John-Hopkins-Universität unsere erste Anlaufstelle. Für Informationen zu den Maßnahmen, haben wir die Seiten Hamburger Behörden zu Rate gezogen.

TG: Gab es Diskussionen innerhalb der Familie, ob die Maßnahmen gerechtfertigt sind oder nicht? Bzw. wie habt ihr die öffentlichen Debatten erlebt?

Wilfried Abels: Wir haben schon viel diskutiert. Allerdings weniger, ob das sinnvoll ist oder nicht. Da war schon ziemlicher Konsens, dass das im Groben alles so richtig ist. Aber wie geht man damit um? Was macht das mit einem? Das waren schon so Fragen, die uns einzeln und als Familie stark umgetrieben hat. Lagerkoller ist bei so einer Familie auch immer ein Thema, mit dem man sich auseinandersetzen muss, wenn man solange zusammen hockt.

TG: Seid ihr jetzt eigentlich immun oder bleibt ein Restrisiko, dass ihr euch nochmals infizieren könnt?

Wilfried Abels: Nun, wie soll ich das beantworten, wenn die Virologen weltweit darauf noch keine abschließende Antwort haben? Das ist ehrlich gesagt so eine Frage, wo ich selber als Wissenschaftler immer etwas, … hm, wie formuliere ich das …, ungeduldig werde.

Ich verstehe sehr, sehr gut, dass Menschen gerne klare Antworten haben wollen. Und ich verstehe auch, dass sie sich diese Antworten gerade in solchen Krisenzeiten von Wissenschaftlern und von Politikern wünschen. Doch diese klaren Antworten gibt es nicht. Weder Politiker noch Wissenschaftler sind Hellseher und haben keine Glaskugel, um in die Zukunft zu sehen.

Exakte Wissenschaft bedeutet nicht, dass man exaktes Wissen hat. Das wird leider häufig verwechselt. Exakte Wissenschaft bedeutet nur, dass man einen exakten Weg der Erkenntnisgewinnung hat. Aber im Gegensatz zu theologischen Systemen, gehen Wissenschaftler nicht von universellen Wahrheiten aus, sondern nur von immer wieder neu zu überdenkenden Zusammenhängen, die auf einem beobachteten Verhalten der Welt beruhen. Wenn neue Beobachtungen gemacht werden, dann müssen die bisher vermuteten Zusammenhänge neu überdacht und gegebenenfalls auch verworfen werden. Das ist dann kein „Beweis“ dafür, dass „die da alle das ja auch gar nicht wissen“ und jede beliebige Verschwörungstheorie von gleicher Wertigkeit sei, sondern es ist ein ganz zentraler und natürlicher Teil des wissenschaftlichen Prozesses. So funktioniert seit der Epoche der Aufklärung die Wissenschaft. Das ist langsam und anstrengend, und auch immer wieder frustrierend. Aber genau dies hat uns alle erst so weit gebracht, wie wir heute sind.

Insofern, um nach diesem kleinen Exkurs in Richtung Erkenntnistheorie auf die Ausgangsfrage zurück zu kommen, natürlich gibt es ein Restrisiko, wie immer und überall im Leben. Man weiß auch bisher einfach zu wenig. Es gibt ja auch noch keine Langzeitstudien, da die längste Zeit, dass jemand die Krankheit überwunden hat, nur einige Monate beträgt. Allerdings ist es nach dem bisherigen Stand der Dinge wohl unwahrscheinlich, dass wir uns in näherer Zukunft erneut infizieren können.

TG: Allgemein ist die Pandemie noch längst nicht ausgestanden. Wir alle werden – auf sehr unterschiedliche Art – zu Zeitzeugen einer historischen Ära. Was denkst du, wird sich durch die Erfahrung mit Covid-19 grundlegend verändern?

Wilfried Abels:  Tja, gute Frage. Ich bin sicher, dass die Pandemie einen großen Einfluss haben wird. Aber in welche Richtung? Ich weiß es nicht. Jedes einschneidende Ereignis führt zu Veränderungen, die Chancen und Risiken bedeuten. Das ist aber nur eine Plattitüde, die nichts aussagt.

Während meiner Quarantäne bin ich seit langem mal wieder dazu gekommen zu lesen und habe mir in Ruhe den neuen Roman von Jan Christoph Nerger „S7 – Irrfahrt übers Zeitgleis“ durchgelesen. Da spielte in einer Szene die spanische Grippe eine Rolle und es wurde gut gezeigt, wie diese ein Baustein war, der die kommende Katastrophe begünstigte. Das war schon ein seltsames Gefühl, wenn man gerade selber an so einer Pandemie erkrankt ist.

Ich denke wir müssen alle aufpassen, dass die wirtschaftlichen Verwerfungen, die jetzt auf uns zurollen, nicht von den Populisten jeglicher Gattungsart ausgenutzt werden. Auch wenn ich mich selber eher in der links-grün-versifften Ecke verorten würde, meine ich damit nicht nur die Rechts-Populisten. Im Moment sieht man leider aus allen Ecken Populisten herauskriechen. Momentan ist es erschreckend, wie da jeder versucht, seine ganz eigenen Privatinteressen als staatstragend zu verkaufen.

Aber ich bin eigentlich ein optimistischer Mensch und denke, dass wir alle miteinander die Kraft haben, diese Krise zu überstehen und vielleicht sogar anschließend die Welt ein bisschen besser machen können. Im Gegensatz zu früheren Generationen haben wir Möglichkeiten, auf die Pandemie zu reagieren, wie es noch nie in der Menschheitsgeschichte möglich gewesen ist. Die Welt hat rund um den gesamten Globus in einem Tempo reagiert, wie es noch niemals vorher geschehen ist. Die Entschlüsselung des Virus passierte in einem Tempo, das vor wenigen Jahren noch undenkbar gewesen wäre. Die Entwicklung eines Impfstoffes hat bis vor kurzem noch Jahre gedauert. Jetzt laufen nach diesen wenigen Monaten schon die ersten klinischen Studien mit Menschen an. Der Spanischen Grippe war die Menschheit ziemlich hilflos ausgeliefert. Die Menschen damals mussten das einfach erleiden. Wir haben heute Möglichkeiten, aktiv gegen die Pandemie vorzugehen. Wir müssen nur aufpassen, dass wir sowohl im eigenen Land alle Menschen mitnehmen, aber auch nicht vergessen, dass es weltweit viele Menschen gibt, die in Ländern mit viel schlechter funktionierenden Gesundheits- und Staatssystemen leben. Z.B. muss verhindert werden, dass ein Impfstoff, wenn er denn da ist, nur für die reiche zahlungskräftige Bevölkerung in den Industriegesellschaften produziert wird.

Doch im besten Fall schaffen wir es durch diese Krise vielleicht ja auch wieder als Gesellschaft ein bisschen mehr Mut zurückzugewinnen. Vielleicht lernen wir wieder, an unsere Fähigkeit zu glauben, die Zukunft aktiv und positiv gestalten zu können. Aufgaben gibt es ja wahrhaftig genug.

TG: Du arbeitest an der TUHH. Glaubst du, dass Wissenschaft, Forschung und Technik an Bedeutung gewonnen haben?

Wilfried Abels: Hmm, warten wir es mal ab. Im Moment überschlagen sich ja alle mit Bekenntnissen zu Wissenschaft und Technik. Ich reibe mir momentan z.B. ziemlich die Augen, wie auf einmal jeder die Digitalisierung vorantreiben will.

Doch seit gut 30 Jahren, seitdem ich noch ein junger, etwas verschrobener Computer-Nerd der ersten Generation war, hängt Deutschland bei dem Thema locker zehn bis fünfzehn Jahre hinter dem Ausland her. Ende der 1980er Jahre hatte ich schon in den Niederlanden mal ein nettes Gespräch mit einem Elektronik-Verkäufer geführt, der sich sehr über die damalige Deutsche Bundespost amüsierte, als es um das Thema Datenkommunikation ging, weil diese alles, was auch nur entfernt nach Innovation roch, als geradezu blasphemisch von sich wies. Und seit damals hat sich an der Mentalität in Deutschland, wenn es um technische Innovation geht, nicht grundsätzlich was geändert.

Wenn es jetzt überall heißt: „Ja, Deutschland braucht einen Innovationsschub!“, dann antworte ich mal mit einem Zitat von Goethe aus Faust: „Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube“

TG: Du bist nebenher auch Fantasy- und Science Fiction-Autor und auch Mitglied einer Second Life-Community namens „Brennende Buchstaben“. Dort finden Online-Lesungen im virtuellen Raum statt. Ein Format, das mehr Zukunft hat, weil Avatare sich nicht anstecken können?

Wilfried Abels: Ich denke schon, dass das Thema Online-Veranstaltungen in Zukunft einen größeren Raum einnehmen wird als bisher. Die Brennenden Buchstaben sind schon seit über zehn Jahren dabei, virtuelle Formate zu entwickeln. Es geht dabei ja auch nicht nur um Avatare, die computerspielartig durch die Gegend laufen, sondern grundsätzlich um Fragen wie:

Wie können sich Kulturschaffende präsentieren? Wie kann man ortsunabhängige Veranstaltungen organisieren? Wie beeinflusst Technologie Kultur? Wie kann man neue visuelle Kunstformen schaffen. Wo liegen Grenzen? Was gibt es für Möglichkeiten?

Da wurde in den letzten Jahren von vielen Mitstreitern und vor allem dem Organisator Thorsten Küper eine hervorragende Arbeit geleistet. Bald zweihundert Autoren ist so Raum für Veranstaltungen geschaffen worden, wo Ländergrenzen übergreifend Lesungen organisiert wurden, und wo ein sehr reger Austausch und eine internationale Vernetzung zwischen Kulturschaffenden erreicht wurde. Diese Formate wurden bisher gerne ein bisschen als Spielerei belächelt. Doch ich denke, so ganz langsam fängt ein Umdenken statt. Außerdem, ist Spielen und Spielerei nicht der eigentliche Motor jeder Entwicklung?

TG: Die Pandemie wird vermutlich viel Stoff liefern, um Geschichten zu erzählen, die den nüchternen Zahlen Leben einhauchen. Wird der von dir gegründete und ehrenamtlich betreute awsLiteratur Verlag das Thema in einer Anthologie aufgreifen?

Wilfried Abels: Oh, sehr gerne! Das wäre auf jeden Fall ein spannendes Projekt. Allerdings möchte ich an dieser Stelle kurz das Konzept unseres Verlagsprojektes bei Alles wird schön e.V. erläutern. Unser Verlag ist kein klassischer Verlag mit einem speziellen Verlagsprogram, das von einem Leitungskomitee von oben bestimmt wird und dann umsetzt. Wir sind ein Do-It-Yourself Verlag. Bei uns steht der Community Gedanke im Vordergrund, wo wir eine Art Plattform zur Verfügung stellen wollen, auf der sich Autor*innen gegenseitig unterstützen. Unsere Aufgabe sehen wir primär darin, diesen Prozess des gegenseitigen Unterstützens zu koordinieren und Hilfe zur Selbsthilfe anzubieten.

Wir versuchen, helfend und steuernd Projekte zu begleiten und vor allem technische Unterstützung bei Themen wie Layout, Cover, ISBNummern und Druckvorbereitung zu liefern. Das eigentliche Buchprojekt muss aber von der/dem Autor*in selber geleistet werden. Da wir alle nur ehrenamtlich tätig sind, sind unsere Ressourcen leider sehr begrenzt. Doch wenn sich eine kleine Projekt-Gruppe „Covid-19-Anthologie“ zusammenfinden würde, die gerne so eine Anthologie erstellen möchte und die sich um die Zusammenstellung der Geschichten, das Lektorat und das Korrektorat kümmern würde, dann wäre es uns bei awsLiteratur eine Freude, so ein Projekt heraus zu geben.

TG: Vielen Dank für das aufschlussreiche Interview – und bleibt gesund!

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Die Selbsthilfewerkstatt für Autoren https://www.tiefgang.net/die-selbsthilfewerkstatt-fuer-autoren/ Fri, 29 Mar 2019 23:07:42 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=4867 [...]]]> Die Mitglieder des Verlages awsLiteratur vom Kulturverein Alles wird schön e.V. sind ein bunter Haufen schreibbegeisterter Autoren und Autorinnen. Nun stellen sie sich vor.Einige von ihnen lernten sich in der Heimfelder Schreibwerkstatt kennen, wo bei 14tägigen Treffen die Möglichkeit besteht, selbstverfasste Texte vorzulesen und zu besprechen. Der konstruktive Austausch untereinander beflügelte sie und wurde zum Wegbereiter für einen nächsten Schritt in Richtung Selbstverwirklichung in Eigeninitiative.

„Das selbstbestimmte Schreiben wurde in den vergangenen Jahren zu einem festen und immer wichtigeren Bestandteil meines Lebens“, erinnert sich Sonja Alphonso. „Aber ich sah wenig Sinn darin, mich bei Verlagen wie sauer Bier anzubieten“. Selfpublishing, also alles alleine zu machen, war allerdings auch keine Option für sie. Damit stand sie nicht alleine da.

Dann kam Wilfried Abels auf die Idee einer Kooperative, um sich gegenseitig zu unterstützen. Er schlug dem Kulturverein Alles wird schön e. V. vor, einen Verlag zu gründen, der Autoren und Autorinnen zur Seite steht, wenn sie ihren Traum vom eigenen Buch verwirklichen möchten.

Er erklärt: „Unser Fokus liegt darauf, eine Plattform zu bieten und uns gegenseitig bei der Veröffentlichung und Präsentation der jeweiligen literarischen Projekte zu unterstützen. Über den Verein Alles wird schön e.V. stellen wird eine Infrastruktur zur Verfügung, um Bücher zu drucken und für den Buchhandel verfügbar zu machen. Wir haben zwar einen qualitativen Anspruch an die Bücher, aber der bezieht sich bewusst auf die handwerkliche Seite der Texte. Wir wollen nur sehr begrenzt eine inhaltliche Wertung vornehmen und denken, dass jeder Autor und jede Autorin das Recht und die Aufgabe hat, diese Diskussion mit den eigenen Lesern und Leserinnen zu führen. Bei der Präsentation der Bücher auf Lesungen, im Internet und auf Messen unterstützen wir gerne je nach persönlichen Ressourcen.

Die Idee ist, dass sich jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten an den gemeinschaftlichen Aufgaben des Verlages beteiligt und dafür dann auch die Unterstützung des Verlages bekommt.“

Bisher wurden sechs Bücher veröffentlicht, weitere sind in Planung oder kurz vor der Fertigstellung. Bei der kommenden Suedlese werden je drei Buchprojekte vorgestellt.

Angefangen beim Krimi „Hamburg 4.0“. der einen Blick ins Jahr 2039 wirft, über komisch-nachdenkliche Kolumnen mit dem Titel „Ansichtssache“ und „Lauschgesichter – Blitzlichter“ aus der Vergangenheit, nimmt die Lesung dann wieder Fahrt in Richtung Zukunft auf – mit Büchern, die demnächst erscheinen werden. Erst kommt eine Zeitreise in der S-Bahn, gefolgt von einem Lyrikband, und schließlich endet die Vorschau mit der Geburt eines Drachen (Science Fiction/ Fantasy).

Der Verlag legt bewusst Wert auf Vielfalt

An Ideen und Projekten mangelt es dem Verlags-Team also nicht. Doch weil die Mitglieder berufstätig sind, sind die Ressourcen begrenzt. Um dem guten Zweck zu dienen, engagieren sie sich ausschließlich ehrenamtlich und in ihrer Freizeit.

Im Spätsommer bekam das Verlagsteam Verstärkung. Wilfried Abels, Christoph Nerger, Susann Dettmann, Klaus von Hollen und Sonja Alphonso werden nun von Gisela und Chris Baudy und Wolf Puschmann unterstützt. Es wäre müßig aufzuzählen, wer bisher was gemacht hat, denn alle können und sollen sich einbringen, wie sie wollen und ihre Zeit es erlaubt.

Aufgrund der bis dato gemeinschaftlich fertiggestellten Werke wächst das Know- How in der Gruppe und wird gerne geteilt.

Falls sich jemand von der Idee der „Autoren Selbst-Hilfe-Werkstatt“ angesprochen fühlt, freut sich der Verlag über Unterstützung, beispielsweise auch bei der Öffentlichkeitsarbeit.

aws-literatur.de

Termin:  Sa., 13. Apr, 16h – Verlag awsLiteratur präsentiert neue Veröffentlichungen

Eintritt frei!

Da der ursprünglich im Programmheft angegebene Ort in der leerstehenden Dreifaltigkeitskirche nach neuem Beschluß auch weiterhin leer stehen soll, ist die Veranstaltung in die Räume des Kulturvereins „Alles wird schön“ in der Friedrich-Naumann-Straße 27 in 21075 Hamburg-Heimfeld verlegt worden!“

 

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Subjektive Nachlese https://www.tiefgang.net/subjektive-nachlese/ Fri, 04 May 2018 22:58:12 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=3601 [...]]]> Sie war lang, sie war spannend und sie war gut besucht: die 3. SuedLese bringt ´Tiefgang`- Schreiberin Sonja zu einer persönlichen  Betrachtung …

Nun ist sie vorbei, die SuedLese 2018. Ich weine ihr eine Träne nach, denn es war wieder sehr belebend. Ich tröste mich mit dem Gedanken, dass das Format vielversprechend ist und 2019 hoffentlich eine Fortsetzung finanziert werden kann.

Abgesehen von einigen Interviews, die ich im Vorfeld für Suedkultur führte und dabei mehr über einzelne Autoren und Autorinnen erfuhr, besuchte ich natürlich die eine oder andere Lesung. Besucher der Veranstaltungen mögen abweichende Erfahrungen gemacht haben oder auch ganz eigene Erlebnisse mit der SuedLese verbinden. Ich für meinen Teil bin noch sehr bewegt und damit beschäftigt, das Gehörte, zum Teil Gelesene und Aufgenommene weiter zu verarbeiten. Denn mir persönlich geht es so, dass Bücher und Begegnungen einen Einfluss auf meine Sichtweisen und Empfindungen haben. Was mich anspricht, verinnerliche ich, und was ich nicht verstehe, versuche ich zu ergründen. Die SuedLese brachte mich an vielen Orten mit den unterschiedlichsten Menschen zusammen und ich bin dankbar für alles, was das mit sich brachte. Nicht nur unterhaltsame Stunden, sondern auch tiefe Einblicke in mir fremde Welten und ein Gefühl von Verbundenheit mit anderen.

Ich mag dieses Format. Die Literaturtage in Harburg sind für mich als Bücherliebhaberin ein Highlight. Lesen und Schreiben sind das A und O – für Verständigung, Bildung, (inter)kulturellen Austausch und persönliche Weiterentwicklung.

Das ist auch der Grund, warum ich ausnahmsweise meine Zurückhaltung an dieser Stelle aufgebe, um kurz die Verlagspräsentation von awsLiteratur zu erwähnen. Im Vorwege tat ich mich schwer damit, über etwas zu schreiben, wo ich selber mit im Boot sitze, mochte keine „Werbung in eigener Sache“ machen. Doch diese Bedenken gehören der Vergangenheit an und waren sowieso Quatsch. Denn bei dem Verlagsprojekt von Alles wird schön e. V. geht es nicht um mich, sondern um das Wirken in Gemeinschaft, um Unterstützung von Autoren und den Austausch untereinander.

Am 28. April fand im Rahmen der SuedLese eine recht gut besuchte Veranstaltung statt, bei der der Initiator Wilfried Abels das Projekt sowie unser sechsköpfiges Team vorstellte und in das Programm der folgenden Stunden einführte. In drei Blöcken gab es Lesungen, dazwischen Pausen, um Räume und Köpfe zu lüften, miteinander ins Gespräch zu kommen oder auch auf Wunsch von den Autoren handsignierte Buchexemplare zu erwerben, die bisher bei awsLiteratur erschienen sind: „Club der Sturmvögel“ von Christoph Nerger, „Zeugnis eines

Außenseiters“ von Klaus von Hollen, „Nina – das lebende Chaos“ von Maria da Silva Ataide-Estevao und eine Anthologie fantastischer Geschichten mit dem Titel „Traum und Aufbruch“.

Der Verlag entstand aus dem Bestreben heraus, in Eigeninitiative etwas auf die Beine zu stellen, das Autoren ermächtigen soll, ihr Werk auf den Weg zu bringen. Und wenn ich an die Stimmung, die Lesung und den Büchertisch denke, würde ich sagen, da ist uns allen gemeinsam etwas gelungen. Unser „Kapitän“ Wilfried Abels, von Beruf Schiffbauingenieur, hat den Stapellauf zusammen mit Christoph Nerger durchdacht und geplant. Beteiligt waren wir zwar alle an der Durchführung, aber die beiden sind quasi die Piloten des Projektes. Unser Schiff setzt Segel, um noch weiter zu kommen. Wir haben da schon ein paar Ideen… und planen weitere Etappen.

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„Alles wird schön“ https://www.tiefgang.net/alles-wird-schoen/ Fri, 01 Dec 2017 23:09:48 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=2561 [...]]]> In Heimfeld fanden sich 1992 einige Kunst- und Kulturinteressierte zusammen und legten den Grundstein eines kreativen Idylls. Grund zum Feiern.

Seit 25 Jahren ist auf knapp 50 Quadratmetern in der Heimfelder Friedrich-Naumann-Str. 27 ein der Kunst- und Kulturverein mit vielfältigen Angeboten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene aktiv und hatte sich selbst das Ziel zum Namen gemacht: „Alles wird schön“ (kurz ´aws`). Seither ist er ganz wesentlich an der kulturellen Entwicklung des Stadtteils Heimfeld und des Bezirks Harburg beteiligt. Der Verein gehört dem Dachverband Stadtkultur Hamburg an und wird seit 1994 sogar institutionell gefördert. Wenn auch in äußerst knappem Maße.

Die Schwerpunkte des Vereins liegen in der Förderung und Vermittlung von Kunst, Kultur und Teilhabe, so ist auf der Website zu lesen. „Wir unterstützen Menschen bei der Planung von Projekten und bieten Beratung an. Unsere Vereinsräume stehen grundsätzlich für jeden offen“, so „Vereins-Obermeier“ Jürgen Havlik. Und die Angebote von „Alles wird schön“ sind überwiegend künstlerisch-kreativer Art und derweil zu relevanten Projekten gewachsen.

Am 16.Dezember 1992 gründete sich die Interessengemeinschaft mit der inhaltlichen Ausrichtung der Kunst- und Kulturförderung und die Angebote und Aktivitäten erstrecken sich von Kursen und Workshops über Kinderatelier, Schreibwerkstatt, Ausstellungen, Veranstaltungen bis hin zur Realisation von Projekten. 

„Platz ist in der kleinsten Hütte“

Neben zahlreichen Angeboten – Lesungen, Theater- und Musik Workshops und Projekten etc. – entstanden Formate, wie das Kinderatelier, die Schreibwerkstatt und der erste aber hamburgweit legendär gewordene Poetry -Slam „Heimfeld ist Reimfeld“. „Aufgrund der Raumgröße der Vereinsräume, bleibt häufig nichts anderes übrig als zunehmend „Open Air“ Veranstaltungen durchzuführen, Leerstände zu bespielen oder andere Räumlichkeiten zu nutzen, was durchaus sehr aufwendig sein kann, aber auch als Hinweis verstanden werden kann, dass mehr Raum, auch mehr Angebot bzw. Möglichkeiten bieten kann, für Kunst, Kultur und Teilhabe“, so „Mr. Aws“ Jürgen Havlik.

Kunst der Kinder.

„Wir sind auf vielen Ebenen der Kunst und Kultur aktiv, z,B. als Mitgründer und Unterstützer von „SuedKultur“. Wir organisierten drei Jahre den jährlich ausgeschriebenen Harburger Jugendkulturpreis. Unsere Ausstellungen bilden ein breites Spektrum aktueller Kunst ab. Wir arbeiten an einem Kunst- und Künstleraustauschprojekt mit Künstler*Innen aus Kolumbien zusammen. Hinzugekommen sind Projekte mit Migrant*Innen, sowie Improvisationstheater und die aus der Schreibwerkstatt hervorgegangene Initiative und Gründung des „awsLiteratur“ -Verlages. Und wir haben auch in Zukunft vor, künstlerisch, kreativ zu arbeiten und gleichermaßen anspruchsvoll, niedrigschwellige und auch elitäre Veranstaltungen, Workshops und Projekte zu realisieren.“

Aktuelle Projekte

 „Culture dialogue“ etwa ist eine Gruppe von Künstlerinnen, Künstlern und Kulturinteressierten, die mit dem Kunst- und Kulturverein „Alles wird schön“ e.V. in Heimfeld gerade zusammenarbeitet. Gemeinsam realisiert sie ein Kunstprojekt mit Geflüchteten, in dem die Beteiligten mehr von ihrer Kultur kennenlernen und gespannt in einen Dialog treten, aus dem sich dann künstlerische Prozesse ergeben.

Kreative Kommunikation

„Da Sprache nicht das einzige Verständigungsmittel zwischen den Kulturen ist, wollen wir die Möglichkeiten der Kunst als Ausdrucksform und Begegnung wählen, z.B. Malerei, Fotografie, Video, Musik, Tanz etc. Wir können in diesem Projekt von- und miteinander Lernen. Zum Abschluss wird es eine Ausstellung / Aufführung der Arbeiten und Dokumentation des gemeinsamen Projektes geben. Material wird von uns gestellt. Frauen und Männer sind herzlich willkommen mitzumachen. Es entstehen euch dabei keinerlei Kosten oder Verpflichtungen“, liest man auf der website.

Die Schreibwerkstatt Harburg im aws findet unter der Leitung der Journalistin Kerstin Brockmann – alle 14 Tage am Dienstag um 19 Uhr –  statt. Wer Interesse am Schreiben hat, ist herzlich willkommen – auch ohne Anmeldung.
www.schreibwerkstatt-harburg.de

Daraus wiederum ist nun AWS-Literatur entstanden. Der neue vereinseigene Verlag von Alles wird schön e.V.. Autor Wilfried Abels und sein Team bringen Bücher aller Art heraus, hauptsächlich von Leuten im Vereinsumfeld. Wer einen Roman, Kurzgeschichten oder ein Sachbuch herausbringen oder vielleicht Bilder und Kunstwerke katalogisieren will, kann dies hier – i.d.R. kostenfrei – tun. www.aws-literatur.de

Der „Trommeltreff“ ist jeden Mittwoch um 19 Uhr eine feste Institution geworden. Wer Lust auf Trommeln, Cajonspielen und Lernen hat, der sollte sich anmelden oder einfach vorbeikommen. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich und kosten tut es auch nichts. Instrumente sind vorhanden.

Trommeln auf der Cajun

Und auch Kinderatelier unter Anleitung der bekannten Künstlerin Andrea Rausch gibt es. Jeweils am Donnerstag von 15-15.55 Uhr für Kinder von 4-6 Jahren und von 16-17 Uhr für Kinder von 7-10 Jahren. Die Teilnahme ist kostenlos ! Malen, basteln mit allen verfügbaren Materialien, Tonarbeiten u.v.m. malrausch-Website

Und nun wird gefeiert – mit einem bunten Programm, das urtypisch für die Schönheit des Südens ist.

25 Jahre Alles wird schön e.V. am Freitag, 15. Dez. 2017 ab 15 Uhr.

Um 15 Uhr wird eine Vertretung des Bezirksamts Harburg einige Grußworte sprechen und dann  Jürgen Havlik einen Ausblick von „Alles wird schön e.V.“ in die Zukunft wagen. Parallel ist eine Ausstellungsretrospektive und auch eine im Kinderatelier zu sehen. Ein Imbiss und Getränke stehen bereit. Um 17 Uhr dann Pflanzenmusik als KlangCollage von Künstler Harald Finke und Jürgen Havlik, 19 Uhr RÖMERROK – ein Duo um Anne Römer (Gesang) und Viktoria Rok (Klavier). Um 20 Uhr spielt das Chad Popple Trio um Bernd Reincke (Saxophon), Jan  Gospodinow (Trompete) und Chad Popple (Schlagzeug) Free Jazz. Und ab 21 Uhr gibt es DJs, Party und Tanz… Open end und Eintritt frei.

Ort des Geschehens: Alles wird schön e.V. Kunst und Kultur, Friedrich-Naumann-Str. 27, 21075 Hamburg, Tel.: 040 / 7666 049, Mail:  info(at)alleswirdschoen.de, alles-wird-schoen-e-v.deBürozeiten: Di. – Fr. 14 – 18 Uhr oder nach Vereinbarung

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Romane aus der Nachbarschaft https://www.tiefgang.net/romane-aus-der-nachbarschaft/ Fri, 24 Nov 2017 23:05:03 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=2578 [...]]]> In  Heimfeld tagt wöchentlich eine Werkstatt des Schreibens. Und ihr Team bringt seine Ideen und Worte nicht nur zu Papier. Jetzt verlegt es auch – in Eigenregie.

„AWS-Literatur“ nennt sich das neue kreative „Start up“ in Hamburgs Süden und ihre Gründer sind schon reich. Vielleicht nicht an Geld, aber an Ideen und Werken mangelt es wahrlich nicht. Und es ist faszinierend, zu wissen, dass es gute Bücher aus der Nachbarschaft sind.

Die Idee entstand 2016 bei Wilfried Abels und Jan Christoph Nerger, Klaus von Hollen, Sonja Alphonso, Susan Dettmann und Maren Osten wurden seine Mitstreiter. Auf der website vom Verlag AWS-Literatur liest sich:

„Wir sind eine Gruppe von schreibbegeisterten, ehrenamtlich arbeitenden Menschen, die sich das Ziel gesetzt haben, Autoren und Künstlern aus dem Umfeld des Kulturvereins alles-wird-schön e.V. eine einfache Möglichkeit zu bieten, um in einem professionellen Rahmen zu veröffentlichen.“ Da kommt also noch was auf uns zu.

Und zwei Werke sind auch schon erhältlich und das zu Preisen, die es nahelegen, es hier und da unter einen Weihnachtsbaum zu legen. So etwa „Club der Sturmvögel“ – ein Roman von Jan Christoph Nerger. Zur Geschichte: Im Jahr 2012 fällt der vierzigjährige Popstar Alex in eine Sinn­krise. Er verspürt den Wunsch, aus seinem oberflächlichen Leben auszubrechen und erinnert sich an seine ungewöhnli­che Blankeneser Jugend in den 80ern, vor allem an seine Freundschaft und Liebe zur HIV-infizierten Mitschülerin Anja und deren junger Mutter Britta, aber auch an seine aufsässi­gen Klassenkameraden Mirko und Stefan. Später lernte er die junge Rockerin Marla kennen und lieben. Er sang in ihrer Rockband, bis es zum Zerwürfnis kam, weil er „ent­deckt“ wurde.

Alex beginnt nach den Menschen aus seiner Vergangenheit zu suchen und gerät wie damals in einen Strudel aus Ver­zweiflung, Leidenschaft und Liebe. Für ihn beginnt ein auf­regender Weg zurück zu sich selbst.

Der Autor Jan Christoph Nerger, geboren 1973 in Hamburg, lebt bis heute in der Elbmetropole. Der gelernte Erzieher und Bürokauf­mann schreibt als leidenschaftlicher Romanautor über seine Generation sowie über ökologische und futuristische The­men.

Club der Sturmvögel, Jan Christoph Nerger,
1. Auflage, 252 Seiten, ISBN 978-3-947051-00-7,  Preis: 9,- €
Leseprobe

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Und ein Roman von Klaus von Hollen findet sich auch. Klaus von Hollen wurde 1963 in Bremen geboren und lebt seit 1989 in Hamburg. Der gelernte Krankenpfleger und Groß­handels­kauf­mann arbeitet seit 1999 als Taxifahrer. 2004 veröffentlichte er gemeinsam mit vier anderen Autoren den Kurz­geschichten­band: „METRO.pole: Untergrundgeschichten“. Nun sein Debüt als Solist.

Seine Geschichte „Zeugnis eines Außenseiters“ handelt von Paul Lohmann, einem 38 Jahre alten Computerexperten in einem Elektrofachmarkt. Peter traut seinen Augen nicht, als er eines Tages Frank Woytek, dem Kerl, der ihm während der Schulzeit das Leben zur Hölle gemacht hat, gegenüber steht. Paul hofft, dass Frank ihn nicht erkennt, aber sein Stottern, das ihn schon sein ganzes Leben beeinträchtigt, bringt Woytek auf die richtige Spur. Aufs Neue verhöhnt, kehren Pauls Erinnerungen an die bitteren Erlebnisse aus seiner Jugendzeit zurück. Der Alptraum, so scheint es, will einfach kein Ende nehmen. Doch Paul ist nicht bereit, sich ein weiteres Mal terrorisieren zu lassen.

Zeugnis eines Außenseiters, Klaus von Hollen,
1. Auflage, 236 Seiten, ISBN 978-3-947051-01-4, Preis: 9,- EUR

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