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Wem gehören deine Bilder?

Hey ihr Lieben,

heute erreichen mich Fragen, die uns alle betreffen: unsere Handys, unsere Fotos und die sozialen Medien. Eine junge Leserin hat mir geschrieben: „Meine Oma meinte neulich, ich soll das lieber nicht tun, weil das ‚jeder sehen kann‘. Stimmt das? Und wem gehören meine Bilder überhaupt, wenn ich sie poste?“

Das ist eine der wichtigsten Fragen, die man sich in der digitalen Welt stellen kann! Lass uns mal ganz tief in die Materie eintauchen.

Das Recht am eigenen Bild

Zum einen fühlen sich die meisten von uns sicher, wenn sie ein Foto von sich posten. Man möchte die eigene Kreativität und Persönlichkeit zeigen. Und klar, der Daumen-hoch-Smiley ist ein tolles Gefühl! Dieses Bedürfnis nach Anerkennung ist total menschlich und nachvollziehbar.

Zum anderen gibt es einen Grund, warum uns unsere Oma so eindringlich davor warnt, einfach alles zu posten. Sie kennt das Recht am eigenen Bild – das ist in Deutschland sogar gesetzlich geregelt. Es bedeutet, dass jeder Mensch das Recht hat, selbst zu bestimmen, ob und in welchem Kontext ein Bild von ihm*ihr veröffentlicht wird. Das gilt auch für Videos.

Und genau dieses Recht ist essenziell für unsere Freiheit. Es schützt uns davor, dass jemand unser Foto nimmt und es in einem falschen, vielleicht sogar schädlichen Zusammenhang verwendet – ohne unsere Zustimmung. Das ist wie bei einem Haus: Du entscheidest, wer reinkommt und wer nicht. Deine persönlichen Daten und Bilder sind dein privates Haus.

Was passiert mit deinen Daten?

Wenn du einen TikTok- oder Instagram-Account hast, bist du wie eine Mieter*in. Du nutzt die Plattform, um deine Bilder zu zeigen. Aber du musst die Regeln des Vermieters – in diesem Fall des Unternehmens – akzeptieren. In den Nutzungsbedingungen steht meistens, dass du dem Unternehmen die Rechte an deinen Fotos überträgst. Das heißt, die Plattform darf deine Bilder für ihre eigenen Zwecke verwenden, zum Beispiel, um Werbung zu schalten oder ihre Algorithmen zu verbessern.

Das ist der Preis, den du für die Nutzung der Plattform zahlst. Und das ist der Moment, in dem die Abwägung beginnt: Du gibst ein Stück deiner Freiheit und deiner Rechte ab, um die Dienste der Plattform nutzen zu können. Es ist ein klassischer Deal, der oft nicht ganz durchsichtig ist.

Deswegen ist es so wichtig, dass wir wachsam sind und uns bewusst machen, was mit unseren Daten und Bildern passiert. Denn wenn du sie einmal ins Internet geladen hast, sind sie für immer da – und du hast die Kontrolle darüber verloren.

Dein Körper – Deine Daten!

Die Idee hinter unserem Recht am eigenen Bild geht Hand in Hand mit einem der Grundpfeiler unserer Demokratie: dem Recht auf informationelle Selbstbestimmung. Das bedeutet, dass jeder Mensch frei darüber entscheiden kann, was mit seinen persönlichen Daten passiert. Es ist ein Schutzschild, der uns davor bewahrt, gläserne Bürger*innen zu werden.

Und das gilt auch, wenn du auf Social Media aktiv bist. Es ist dein Recht zu entscheiden, wer dich sieht, und wann. Also, lieber zweimal überlegen, was man teilt und in welchem Kontext. Denn am Ende des Tages sind deine Daten, deine Bilder, deine Regeln.

Bis bald,

euer Dr. Sommer der Demokratie

In diesem Sinne: Lass uns neugierig bleiben und hinterfragen, was wir hören.

Bis bald,

euer Dr. Sommer der Demokratie

Ob Aufklärung über populistische Parolen, Hintergrundwissen zu den Grundrechten oder Hilfe bei politischen Fragen: Dr. Sommer der Demokratie ist für dich da! Schreib ihm mit Betreff an „Dr. Sommer der Demokratie“ an tiefgang@sued-kultur.de

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