Interview – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Thu, 12 Mar 2026 13:40:36 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 „Fühlen und Wollen kann Rebellion sein“ https://www.tiefgang.net/fuehlen-und-wollen-kann-rebellion-sein/ Tue, 10 Mar 2026 23:44:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13406 [...]]]> Kea von Ganier arbeitete in einem Job, den sie nicht liebte, versuchte sich als Grafikerin und spürte dann, das Worte ihr Ding sind. Sie begann in Hildesheim Literarisches Schreiben zu studieren und publizierte 2020 ihr erstes (Sach-)Buch „Die Vögel singen auch bei Regen“.

Jetzt bietet sie Schreibwerkstätten und -coachings an und debütiert bei den SuedLese Literaturtagen sie mit ihrem ersten Roman „Restsommer“. Wir haben mit ihr gesprochen.

Tiefgang (TG): Kea, nach deinem Sachbuch „Die Vögel singen auch bei Regen“ ist „Restsommer“ nun dein Romandebüt. War der Wechsel von der Sachbuchebene zur Fiktion ein lang gehegter Wunsch, oder hat Dominiks Geschichte diese Form einfach eingefordert?

Kea von Garnier: Fiktion war immer das Ziel. Das Sachbuch war quasi mein Vehikel, um mich dem literarischen Schreiben zuwenden zu können – der Vorschuss für mein erstes Buch hat das erste Semester meines Studiums am Literaturinstitut Hildesheim finanziert.

Fiktionale Prosa ist und bleibt mein Fokus, deshalb arbeite ich auch schon am nächsten Romanprojekt. Für mich hat Fiktion eine ganz eigene Magie: Der Moment, in dem die Figuren ein Eigenleben entwickeln, in dem sie sich meinen Ideen widersetzen und anfangen, mir ihre Version der Dinge zu erzählen. Das ist für mich, auch wenn es vielleicht etwas pathetisch klingt, einer der erfüllendsten Erfahrungen, die das Leben bietet.

TG: Dein Protagonist Dominik steht kurz vor dem Ende seiner Schulzeit und soll das Bestattungsinstitut seines Vaters übernehmen. Dieser Kontrast zwischen der Welt des Abschieds und dem Aufbruch der ersten großen Liebe ist der Rote Faden. Wie kam die Idee zustande, eine Geschichte ausgerechnet in diesem Umfeld anzusiedeln?

Kea von Garnier: Ich bin grundsätzlich davon fasziniert, dass wir Menschen uns unserer eigenen Vergänglichkeit so bewusst sind. Weil das allem, was wir tun, eine gewisse Dringlichkeit gibt. Und für mich lag genau da ein interessantes Spannungsfeld: Eine Figur wie Domi, mitten in dieser Sturm-und-Drang-Phase, in der emotional alles mit dreifacher Intensität auf einen einprasselt, der so eine große Lust aufs Leben hat – und in diesem Streben, in dieser Wachstumsphase, ist er mit etwas konfrontiert, das ihn massiv hemmt und ihm den glatten Weg in die Welt verwehrt.

Dieses „Ich will, aber ich kann nicht“ – das ist ein Gefühl, das in meiner eigenen Biografie aufgrund meiner chronischen Erkrankungen eine große Rolle gespielt hat und der Punkt, in dem ich Domi von Anfang an sehr nahe war.

Außerdem bin ich starke Hypochonderin – mich mit dem Bestattungswesen zu beschäftigen, war also auch eine persönliche Konfrontationstherapie. (lacht)

TG: Das Buch handelt ja aber auch vom Mut, den vertrauten Boden zu verlassen und für die eigenen Träume zu springen. Als Schreibmentorin hilfst du anderen dabei, ihre eigene Stimme zu finden. Wie viel von diesem Mentor*innen-Geist steckt in der Geschichte?

Kea von Garnier: Es steckt ganz sicher etwas von diesem Geist in Restsommer – ich mag es, Figuren zu schaffen, die viel fühlen, die wirklich etwas wollen. In der Gegenwartsliteratur haben wir es ja oft auch mit Figuren zu tun, die in einer depressiv angestrichenen Passivität auf die Welt reagieren und wenn man sich den Zustand der Welt anschaut, dann kann ich das komplett verstehen. Mein Schreiben ist aber immer der Versuch, dieser nachvollziehbaren Resignation oder Ohnmacht etwas entgegenzusetzen. Ich will nicht aufhören, zu träumen, zu wünschen, zu drängen. Außerdem glaube ich, dass in der Emotionalität, in der Verletzlichkeit, die immer mit in den Ring steigt, wenn wir etwas wagen (ob im realen Leben oder in der Fiktion) ein Gegengewicht liegt. Dass das Fühlen und Wollen eine Rebellion sein kann gegen die von Kapitalismus und Patriarchat geprägte Gesellschaft, in der wir geräuschlos funktionieren sollen. Ich will von Figuren lesen und schreiben, die etwas wollen – egal, ob sie damit scheitern oder nicht.

TG: Du studierst Literarisches Schreiben in Hildesheim. Inwiefern hat die akademische Auseinandersetzung mit Texten deine eigene Art des Erzählens geprägt? Wird man durch das Studium strenger oder gar kritischer mit den eigenen „Erstlingen“?

Kea von Garnier: Definitiv wird man kritischer! Aber gleichzeitig habe ich das Schreiben noch mal auf einem viel tieferen Level lieben gelernt. Und die Auseinandersetzung damit. In Werkstätten über Texte zu sprechen, sich intensiv mit ihnen auseinanderzusetzen, hat mir viele Werkzeuge an die Hand gegeben, mit denen ich bewusstere Entscheidungen beim Schreiben treffen kann. Ich wehre mich auch entschieden gegen diesen „Genie“-Gedanken, der oft auch eine klassistische Komponente hat. Dieses „Wunderkind“-Narrativ verursacht in mir ein Störgefühl – Schreiben kann man lernen. Man muss es auch nicht gleich studieren, aber es ist eben auch ein Handwerk und wenn wir Zugang zu diesem Wissen schaffen, können uns mehr Menschen ihre Ideen und Lebensrealitäten erzählen. Das kann uns als Gesellschaft nur voranbringen, unsere Empathiefähigkeit schulen und gesellschaftliche Missstände ins Licht der Aufmerksamkeit rücken.

TG: Deine Lesung findet im Stellwerk statt – ein Club und Ort direkt im Harburger Bahnhof über den Fernzuggleisen, an dem buchstäblich Weichen aller Art gestellt werden. Das passt metaphorisch perfekt zu Dominiks Situation, oder? Passt dieser Ort des Transits für Ihre Geschichte?

Kea von Garnier: Ja, das ist wirklich ein perfect match! Und es gibt ja diese Transitzonen immer wieder im Leben, die Pubertät ist oft nur die erste. Wir werden im Leben immer wieder an Punkte kommen, in denen wir uns fragen: Weiter wie bisher oder ganz anders? Sowohl auf individueller Ebene als auch als Gesellschaft.

TG: Auf den Social Medias bist du sehr aktiv zu Themen wie Feminismus und mentaler Gesundheit. Schwingen diese Perspektiven auch zwischen den Zeilen von „Restsommer“ mit, etwa wenn es um männliche Rollenbilder oder den gesellschaftlichen Erwartungsdruck geht?

Kea von Garnier: Unbedingt. Das ist für mich eine große Motivation gewesen, diese Geschichte zu schreiben – zu zeigen, was passiert eigentlich, wenn zwei junge Männer in einem Umfeld aufwachsen, in dem die vom Patriarchat erwartete emotionale Fürsorge durch die Mütter ausbleibt? Domis Mutter ist physisch abwesend, Biffs Mutter ist durch ihre psychische Versehrtheit nicht in der Lage, Care-Arbeit zu übernehmen.

Auf ihre Väter angewiesen, wird klar, dass Männer dieser Generation wenig gute Strategien zur Emotionsregulation zur Verfügung hatten: Domis Vater, der in seiner Trauer nach Innen immigriert, statt sich Hilfe zu holen und Biffs Vater, der in destruktive Gewalt- und Suchtmuster abrutscht.

TG: Wenn die Besucher*innen nach der Lesung aus dem Stellwerk wieder auf den Bahnsteig treten: Welches Gefühl von diesem „Restsommer“ sollen sie unbedingt mit in ihren Alltag nehmen? 

Kea von Garnier: Dass es in Ordnung ist, die eigenen Gefühle zu fühlen und zum Ausdruck zu bringen. Dass es das ist, was uns am Ende lebendig fühlen lässt. Natürlich wird deshalb nicht „alles gut“ und die Welt in ihrer Komplexität darf und wird uns weiterhin beschäftigen. Aber wenn ich versucht habe, wahrzunehmen, was in mir ist und das mit mir wichtigen Menschen geteilt habe, ist schon viel gewonnen.

Termin:

Mi., 25. Mrz., 19 Uhr: Kea von Garnier – Restsommer | Eintritt frei / Spende erwünscht

Stellwerk (im Harburger Bahnhof, über Fernzuggleis 3) | Hannoversche Str. 85 | 21079 Hamburg www.stellwerk-hamburg.de

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„Wir sind alle emotional berührbar!“ https://www.tiefgang.net/wir-sind-alle-emotional-beruehrbar/ Sat, 07 Mar 2026 23:17:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13412 [...]]]> Jan Simowitsch hat sich in seinem Leben mehrfach neu erfunden. Nun legt er sein Debüt „Und der Wal spuckt mich aus“ vor und liest in Moisburg.

Wir haben mal hinter den Klappentext geschaut und nachgefragt …

Tiefgang (TG): Hallo Jan, Du hast Deinen Job gekündigt und bist auf die Färöer-Inseln gereist – als erster Tourist des Jahres. War dieser radikale Bruch ein bewusster Sturz in den Walfischbauch oder eher eine Flucht nach vorn?

Jan Simowitsch: Es war eine Flucht nach vorn und doch konnte ich nicht ahnen, dass mir ein Wal Asyl anbieten würde, mich für eine Weile bei sich aufnimmt und mich so vor dem Ärger und den Aufregungen der Welt beschützt.

TG: Dein Buch und Programm tragen den Titel „Und der Wal spuckt mich aus“. Die biblische Jona-Erzählung ist ein Klassiker über das Davonlaufen und das Unausweichliche. Was fasziniert Dich an dieser uralten Geschichte für unsere heutige, oft so durchgetaktete Zeit?

Jan Simowitsch: Ich glaube, wir alle haben immer wieder den Fluchtimpuls. Stehen wir zum Beispiel an einem Fernzug nach Basel oder Stockholm kostet es schon Energie, nicht einzusteigen. Und dieser Fluchtgedanke trägt immer ein Bild von einem „noch einmal neu“ in sich. Das Schwere hinter sich lassen und endlich der werden, der man schon immer sein wollte. Und wenn man dann die Flucht wagt, und sei es nur für zwei Wochen, wird man staunen, was sich alles verändert hat. Nicht in der Welt, sondern in einem selbst.

TG: Du wirst gerne als „Doppel-Dude“ bezeichnet, weil Du Texte und Musik verschmelzen lässt. Wie entscheidest Du, wann ein Gefühl eine Note braucht und wann ein klares Wort? Ergänzen sich Klavier und Vorlesen oder stehen sie manchmal auch im kühnen Widerspruch?

Jan Simowitsch: Musik ist für mich eher wie ein subjektives Foto, also alles, was mich umgibt, fließt ohne Wertung, ohne schön sein zu müssen, ein in die Musik. Musik hat somit keine Intension, entsteht im Augenblick und entfaltet beim öffentlichen Spielen trotzdem immer unmittelbar eine Wirkung und Emotion. Worte sind dagegen für mich auch immer mit Wünschen verbunden, mit Ironie und der Hoffnung, etwas Gutes zu bewirken. Und beides ergänzt sich perfekt.

TG: In Moisburg liest Du im historischen Amtshaus, einem Ort mit viel Tradition. Wie passt das eher raue, nordatlantische Flair Deiner Färöer-Reise in die Atmosphäre des Kulturpunkts?

Jan Simowitsch: Ich denke, wenn die Musik die klassischen Kronleuchter zum Schwingen bewegt, dann sind auch die Färöer nicht mehr weit. Und wenn es um Traditionen geht, ist diese zu Dänemark gehörende Inselgruppe mitten im Atlantik eh ganz vorne mit dabei.

TG: Ein schachspielender Steinbutt spielt in Deiner Geschichte eine Rolle. Das klingt herrlich absurd. Welche Art Humor braucht man eigentlich, um die großen, tiefgründigen Fragen des Lebens – wie den Verlust von Sicherheiten – zu ertragen?

Jan Simowitsch: Wenn die Sprache hinter ihren eigenen Bildern hinterher rennt, sie am Rockzipfel erwischt, umdreht und erkennt, das bin ich ja selbst. Wenn so Dinge, die ja für gewöhnlich nie reden, sich einmischen und die Wirklichkeit auf den Arm nehmen, dann wird plötzlich auch im Lesen und Zuhören die Welt fantastisch und Unmögliches denkbar.

TG: Auf Deinen Kanälen mischst Du Dich oft in politische Debatten ein und setzt Dich für Menschenrechte ein. Inwieweit ist Deine literarische Arbeit auch und gerade jetzt ein Statement für einen offeneren gesellschaftlichen Diskurs?

Jan Simowitsch: Eine Bühne zu bekommen ist ein Privileg und die Zeiten sind gerade angespannt, die Menschen mitunter hochsensibel. Da tut gemeinsames Lachen ebenso gut wie vor Rührung zu weinen. Und wenn dann das Publikum sieht, dass wir alle emotional berührbar sind und ähnliche Erfahrungen teilen, können wir auch über unsere Träume und Hoffnungen, über das, was uns Mut macht reden. 

TG: Wenn das Publikum am Sonntagabend das Amtshaus verlässt – welche Saite hoffst Du bei den Zuhörer*innen zum Schwingen gebracht zu haben?

Jan Simowitsch: Die tiefen Basssaiten, die so lange resonieren, dass die Wangen zu Hause noch vibrieren und die hohen Diskantsaiten, in denen sich manches Lachen wiedergefunden haben wird.

(Das Interview für ´Tiefgang` führte Heiko Langanke)

Termin: So., 22. Mrz., 17 Uhr: Jan Simowitsch – Und der Wal spuckt mich aus | Vvk + Eintritt 10,- € 

Kulturpunkt Moisburg c/o Amtshaus Moisburg, Auf dem Damm 5, 21647 Moisburg, www.kulturpunkt-moisburg.de

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Die Überlebensstrategie von Gewaltopfern https://www.tiefgang.net/die-ueberlebensstrategie-von-gewaltopfern/ Fri, 06 Mar 2026 23:47:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13400 [...]]]> Trotz aller politischer Bekundungen, ist das Verhältnis zwischen Polen und Deutschen nicht so nachbarschaftlich wie man glauben mag. Besonders deutlich wird dies meist in Dingen, die eben nicht so offensichtlich sind. Mia Raben hat es literarisch aufgearbeitet und wir mal nachgehakt …

Tiefgang (TG): Frau Raben, Sie sind selbst ein Kind polnisch-deutscher Eltern und haben als Korrespondentin in Warschau gearbeitet. War „Unter Dojczen“ ein Buch, das schon lange in Ihnen gereift ist, um den oft „unsichtbaren“ Pendel-Migrant*innen in der Pflege eine Stimme und ein Gesicht zu geben?

Mia Raben: Der Roman, an den ich lange gedacht habe, hat mit den Jahren seine Form immer wieder verändert, bis am Ende dieser Text stand. Ich habe ziemlich lange gebraucht, um zu wissen, welche von den vielen möglichen Geschichten ich als Roman aufschreiben will. Als Korrespondentin in Polen hatte ich das Gefühl, dass die Themen auf der Straße lagen. Ich fand einfach alles spannend. Natürlich auch aus dem Grund, weil ich meine Herkunft erforscht habe. Für den Roman musste ich mich aber für eine Figur und ihre Geschichte entscheiden, und da meine Mutter viele Freundinnen hatte, die so gearbeitet haben wie Jola, habe ich mich irgendwann für sie entschieden.

TG: Zu Beginn des Romans wird Jola fast wie ein Paket in Deutschland „abgeliefert“. Das ist ein hartes Bild für die Entmenschlichung im Pflegesystem. Wie wichtig war es Ihnen, diesen Kampf um Würde und Geld zu beschreiben, ohne dabei den Humor und den spöttischen Blick auf die „Dojczen“ zu verlieren?

Mia Raben: Der Humor und der spöttische Blick, wie Sie es nennen, war mir immer sehr wichtig. Er ist schon immer eine Überlebensstrategie von Gewaltopfern gewesen. Ich habe diesen Humor und diesen Spott gegenüber den Deutschen in meiner polnischen Familie von klein auf erlebt. Mein Problem war damals: Ich war ja auch ein deutsches Kind. Also galt dieser Spott gewissermaßen auch mir. Das tat weh. Ich brauchte viel Zeit und viele Erfahrungen in beiden Ländern, um zu begreifen, dass das alles von außen kommt. Ich muss weder deutsch noch polnisch sein. Beide Länder haben mich geprägt. Es ist ja so, dass die Deutschen historisch betrachtet die Polen einfach sehr mies behandelt haben. Und heute sind die älteren Menschen in Deutschland von den Polinnen abhängig. Was für ein Spannungsfeld sich da auftut, habe ich erst durch Jola und Uschi erfahren. Die haben sich da verselbstständigt und für humorvolle Begegnungen gesorgt, aber eben auch für schmerzhafte. Denn zwischen Deutschen und Polen kann man dem Schmerz nur mit aufrichtigem Interesse und am besten mit Humor begegnen. Wenn man das nicht kann, herrscht Eiseskälte. Es ist einfach zu viel passiert.

TG: Das Herzstück Ihres Buches ist die ungewöhnliche Freundschaft zwischen Jola und der Matriarchin Uschi. Ist diese Beziehung auf Augenhöhe ein bewusst gesetzter optimistischer Gegenentwurf zur meist einseitigen Abhängigkeit in der häuslichen Pflege?

Mia Raben: Dass Jola sich emanzipiert, hat sie sich ja hart erarbeitet. Sie kämpft sich heraus aus der Abhängigkeit und das gelingt heute immer mehr Polinnen, weil sie verstehen, dass auch sie in einer Machtposition sind, nicht nur die wohlhabenden Alten. Ich wollte, dass die oft schreckliche Situation der Pendlerinnen deutlich wird, dass die Ausbeutung gezeigt wird, aber ich wollte nicht, dass man den Roman zu Ende liest und denkt: Oh Gott, wie schrecklich das alles ist, das wird nie besser! Ich vertrage das Grauen besser, wenn ich weiß, es blitzt auch noch etwas Hoffnung auf. Und Jola verkörpert diese Hoffnung doch ganz gut.

TG: Sie haben am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig (DLL) studiert. Wie hat diese Ausbildung Ihren Blick auf das Handwerk verändert? Gab es Momente, in denen die journalistische Präzision mit der literarischen Freiheit Ihres Debüts in Konflikt geraten ist?

Mia Raben: Was ich am DLL vor allem gelernt habe, ist, wie viele Sichtweisen es auf einen Text gibt. Natürlich gibt es handwerkliche Mittel, die man einsetzen kann. Es war auch gut, das zu lernen und zu begreifen, sehr wichtig für mich. Aber am Ende ist ein handwerklich guter Text eben auch Geschmackssache. Grässlich fand ich einen Text und jemand anderes fand ihn großartig. So ist das. Auch bei der eigenen Master-Arbeit. Was die eine Bewerterin toll fand, hat die andere gerade gestört. Leider ist das alles top secret. Aber das Learning ist: Mach einfach dein Ding. Es werden nicht alle gut finden. Niemals. Die Beobachtungsgabe und das Notizenmachen in der Livesituation sind Sachen, die ich aus der Reportage ins Literarische übertrage. Wenn ich losziehe, mache ich ständig Notizen, besonders wenn ich an Orten recherchiere, die für meine literarische Arbeit wichtig sind. Notizen sind sehr wichtig. Sich dann aber bewusst auch von den Notizen zu lösen, war sehr befreiend. Die Phantasie ist ja im Journalismus nur begrenzt willkommen. Eine gute Überschrift, eine spezielle Frage an die Interviewpartnerin …

„Weibliche Geschichten der Selbstbehauptung passen an jeden Ort“

TG: Die SuedLese Literaturtage bringen Sie nach Moorburg in den Elbdeich e.V. – ein „pulsierender Kraftort“ zwischen A7-Rauschen und Dorfgarten. Passt diese Atmosphäre des Widerstands und der Eigenwilligkeit in Moorburg gut zu Jolas Geschichte der Selbstbehauptung?

Mia Raben: Weibliche Geschichten der Selbstbehauptung passen an jeden Ort – aber vielleicht spiegelt diese, wie Sie sagen, „Atmosphäre des Widerstands“ diesen Kampf besonders gut wider. Denn natürlich bedeutet Selbstbehauptung auch: Stress, Anstrengung, an die eigenen Grenzen gehen. Um in Ihrem Bild zu bleiben, kann man sagen, wenn der Kampf um die Selbstbehauptung gelingt, ist die Belohnung dafür vielleicht ein Gefühl, das dem Verweilen in einem idyllischen Dorfgarten nahekommt.

TG: Kristine Bilkau nennt Ihr Buch eine Geschichte über Fürsorge und Ausbeutung. Wenn die Besucher*innen am 21. März nach der Lesung den Moorburger Elbdeich entlanggehen: Welchen Gedanken über das Miteinander unserer Kulturen möchten Sie ihnen mit auf den Weg geben?

Mia Raben: Ich finde es wichtig, die interkulturelle Begegnung, etwa zwischen Deutschen und Pol*innen, zu hinterfragen. Es besteht immer die Gefahr, einerseits zu idealisieren, zu bagatellisieren, und andererseits wiegt das historische Erbe schwer. Für viele Menschen, gerade aus Deutschland, ist es nicht leicht, auf diesem schmalen Grat zu gehen. Polinnen und Polen arbeiten in Deutschland, oft gut bezahlt, aber zu oft eben in ausbeuterischen Verhältnissen. Das ist vor dem Hintergrund der Geschichte, in der Polinnen und Polen von der deutschen Propaganda als „Sklavenvolk“ gebrandmarkt und benutzt wurden, schwer erträglich. Ich denke, für Polinnen und Polen in Deutschland ist es besonders wichtig, dass die schmerzhafte gemeinsame Geschichte anerkannt wird. Es gibt noch zu viele Themen, die nicht im allgemeinen Bewusstsein der deutschen Bevölkerung angekommen sind: Etwa was deutsche Soldaten während der Okkupation der polnischen Zivilbevölkerung angetan haben.

Begegnen wir uns mit Offenheit und aufrichtigem Interesse, können wir als nachfolgende Generationen vieles überwinden. Ein übertriebener Schuldkomplex hilft da ebenso wenig wie Kitsch und Zuckerguss im Versöhnungstheater. Man darf nicht vergessen, dass es immer noch viel zu viele Familien in Deutschland gibt, wo es scheinheilig heißt: Opa war kein Nazi. Ich habe den Eindruck, dass sich das gerade verändert und dass immer mehr Menschen wirklich wissen wollen, was genau Opa oder Oma während des Krieges für eine Rolle gespielt haben. Nur durch diese tatsächliche individuelle Aufarbeitung wird es möglich, die Opfer gemeinsam zu betrauern und so die deutsch-polnische Freundschaft in tieferen Ebenen auszubauen.

TG: Es ist und bleibt ein komplexes aber zum Reflektieren lohnenswertes Thema. Und gut, dass Sie diesem Thema auf ihre besondere literarische Art und Weise angenommen haben. Und so wünsche ich auch viel Resonanz zur Lesung!

(Das Interview für „Tiefgang“ führte Heiko Langanke)

Termin:

Sa., 21. Mrz., 20 Uhr: Mia Raben – Unter Dojczen | Eintritt frei – Spende erwünscht

elbdeich e.V., Moorburger Elbdeich 249, 21079 Hamburg, www.elbdeich.org

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„Jedes Mal erschütternd“ https://www.tiefgang.net/jedes-mal-erschuetternd/ Mon, 02 Mar 2026 23:13:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13389 [...]]]> Der Kampf um gleiche Rechte für Frauen ist alt und nie gewonnen. Für manche ist es nur ein nice-to-have, obschon der Epstein-Fall zeigt, wie groß die Abgründe sein können. Rukiye Cankiran widmet sich schon lange dem Thema und ist am 17. März zu Gast bei der SuedLese. Wir haben vorab mal nachgehakt …

Tiefgang (TG): Rukiye, willkommen zurück! Du warst ja schon 2025 bei der SuedLese dabei. Was hat dich dazu bewegt, 2026 wieder den Weg in den Hamburger Süden anzutreten? Hat dich die Energie des Festivals im letzten Jahr so gepackt?

Rukiye Cankiran: Ich fand die Lesung im Rahmen der Suedlese großartig und bin sehr gern wieder dabei. In diesem gefällt mir auch der Rahmen MADAME COURAGE – Diversität und Demokratie weiblicher Stimmen sehr. 

TG: Dein aktuelles Thema ist „Das Recht auf gleiche Rechte“. Auf dem Papier sieht in Sachen Gleichstellung vieles gut aus, aber du sagst selbst, die Realität hinkt gewaltig hinterher. Wo klafft die Lücke zwischen Gesetz und echtem Leben für dich momentan am schmerzhaftesten?

Rukiye Cankiran: Mein Schwerpunkt ist das Thema Gewalt gegen Frauen. Gewalt verfestigt Ungleichheit und durch Ungleichheit ist Gewalt möglich, die wiederum Ungerechtigkeit durchsetzen kann. Mit Gewalt meine ich nicht nur körperliche, sondern auch finanzielle und psychische Gewalt. Das BKA (Bundeskriminalamt, Anm. d. Red.) veröffentlicht jedes Jahr die Gewalt-Statistik. Das Ausmaß an Gewalt ist jedes Mal erschütternd. Vor einigen Tagen wurde eine Dunkelfeldstudie des Familien- und Innenministeriums und des BKA veröffentlicht. Diese bestätigt, dass das Dunkelfeld, also die nicht angezeigten Fälle noch wesentlich höher sind als vermutet. Das heißt, die statistischen Zahlen zum Thema Partnerschaftsgewalt bilden weniger als fünf Prozent der Realität ab. Das Wissen, dass der größte Teil der Partnerschaftsgewalt im Dunkeln, hinter verschlossenen Türen stattfindet, ist schwer zu ertragen.

TG: Die Veranstaltung läuft, wie Du ja sagst, in der Kulturhaus-Reihe „Madame Courage“. Wer sind für dich heute die wahren Mutmacher*innen im Alltag, und wie viel „Courage“ braucht eine Frau eigentlich 2026 noch, um sich Gehör zu verschaffen?

Rukiye Cankiran: Trotz aller Kritik bin ich auch dankbar für all die rechtlichen und gesellschaftlichen Errungenschaften, die mutige Frauen und Männer hierzulande in der Vergangenheit – häufig gegen massige Ablehnung – erkämpft haben. Frauen, die kritisch und öffentlich sichtbar sind, werden weiterhin angegriffen. Ich denke dabei an Politikerinnen und Journalistinnen, die von Cybermobbing betroffen sind. In Zeiten von Social Media werden diese zum Beispiel mit Hate Speech und Shitstorm mundtot gemacht. Es braucht viel Mut, um nicht zu schweigen und nicht von unbequemen politischen Ämtern zurückzutreten.

TG: Du arbeitest als Gleichstellungsbeauftragte und als Autorin. Ist das Schreiben für dich eine Art Ventil, um die strukturellen Hürden, gegen die du beruflich ankämpfst, literarisch sichtbar zu machen?

Rukiye Cankiran: Das Schreiben war schon immer meine Leidenschaft, da ich aus dem Journalismus komme. Oft habe ich meine Wut über Ungerechtigkeit in Form von Texten verarbeitet oder witzige Erlebnisse als Kurzgeschichten formuliert. Vieles habe ich auch wieder verworfen. Aber es war dann schon mal „von der Seele aufs Papier“ gebracht. Als Gleichstellungsbeauftragte habe ich Benachteiligungen von Frauen und Mädchen öffentlichkeitswirksam präsentiert, ob es die ungleiche Verteilung von Kindererziehung oder Care-Arbeit ist. Sowohl innerhalb der Verwaltung als auch auf politischer Ebene ging es darum, zu sensibilisieren, dass historisch gewachsene Ungleichheit bis heute nachwirkt. Mein Fachwissen zu Themen rund um Gleichstellung und Gleichberechtigung halte ich in Sachbüchern fest. In Geschichten verarbeite ich tatsächlich viele Erfahrungen und Erzählungen von Betroffenen und zeige damit, dass diese universell sind. Damit werden sie dann literarisch sichtbar. Genau so ist es. 

TG: Das Kulturhaus Süderelbe ist ein Ort, an dem viele verschiedene Kulturen und Lebensentwürfe aufeinandertreffen. Wie wichtig ist es, die Debatte über Frauenrechte genau dorthin zu bringen, mitten in die Stadtteile, statt sie nur in akademischen Zirkeln zu führen?

Rukiye Cankiran: Das ist mir sehr wichtig. Ich war bereits mit meinem ersten Buch zum Thema Zwangsheirat bundesweit in Bildungs- und Hilfeeinrichtungen, lokalen Treffpunkten, sogenannten „Brennpunktvierteln“, in Flüchtlingsunterkünften aber auch an Universitäten und bei engagierten Gruppen. Wenn wir aufklären und sensibilisieren wollen, müssen wir dorthin gehen, wo die Menschen sind, und zwar überall hin. Es reicht nicht, dass wir unter uns kultivierte Debatten führen und einander applaudieren. Ich bin immer wieder erschüttert, wie sehr das Gendersternchen bzw. die geschlechtergerechte Sprache die Debatte um Gleichberechtigung und Gleichstellung dominiert, und zwar völlig aus dem Zusammenhang. Begegnung und Diskussion auf Augenhöhe, Zuhören und kritische Argumente zulassen, und zwar vor Ort in den Stadtteilen. Das ist sehr wichtig – wenn auch mühsam – wenn wir ehrlich und aufrichtig eine gesellschaftliche Veränderung und Entwicklung wollen.

TG: In deiner Ankündigung versprichst du praxisnahe Tipps. Ohne zu viel vorwegzunehmen: Was ist die wichtigste Strategie, die wir alle – egal welchen Geschlechts – sofort anwenden können, um Vorurteile im eigenen Kopf zu knacken?

Rukiye Cankiran: Ich nenne an dieser Stelle nur das Stichwort Solidarität. Mehr dazu vor Ort. In meinem Buch gibt es ein Kapitel Strategien zur Gleichstellung von Frauen und Mädchen. Hier berichte ich über Initiativen, Projekte und auch die Strategie des Familienministeriums. Über besondere Herausforderungen und auch die Verantwortung eines jeden einzelnen Menschen werden wir dann vor Ort reden. Es soll sich ja lohnen, vorbeizukommen! 

TG: Wenn du an den Abend am 17. März denkst: Was ist das wichtigste Gefühl oder der wichtigste Gedanke, den die Besucher*innen mit in ihren Kiez nehmen sollen, wenn sie das Kulturhaus verlassen?

Rukiye Cankiran: Für mich ist ein Kulturhaus ein Ort der Begegnung und des Austausches. Einerseits bietet eine Lesung Informationen und damit einen Mehrwert. Gleichzeitig ist hier auch Raum für Fragen und eine kurzweilige Diskussion. Nach meinen Lesungen bekomme ich oft das Feedback, das einige Themen völlig neu oder bestimmte Perspektiven unsichtbar waren. Mir persönlich ist wichtig, dass ich Menschen auch motivieren kann, sich für Freiheit, Gerechtigkeit und Demokratie einzusetzen. Denn nur so ist ein friedliches und wertschätzendes Zusammenleben möglich. Hierfür brauchen wir gute Argumente, die die Menschen stärker überzeugen als diskriminierende, rassistische, antifeministische oder autoritäre Narrative. 

TG: Besten Dank für das Gespräch und Dir und allen Besuchenden einen regen Austausch! 

(Das Interview für „Tiefgang“ führte Heiko Langanke)

Termin:

Di., 17. Mrz., 18.30 Uhr: Rukiye Cankiran – Das Recht auf gleiche Rechte | Eintritt frei

Kulturhaus Süderelbe, Am Johannisland 2, 21147 Hamburg-Neugraben, www.kulturhaus-suederelbe.de

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Geschrieben, um gesund zu werden https://www.tiefgang.net/geschrieben-um-gesund-zu-werden/ Sun, 01 Mar 2026 23:34:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13396 [...]]]> Pünktlich zu den SuedLese Literaturtagen erscheint der Debüt-Roman „Co“ von Rina Schmeller. Ein Werk, das es in sich hat. Denn es bricht mit dem Schweigen zu einem Thema, das präsenter ist als man ahnt: der Co-Abhängigkeit.

Co-abhängig in Sucht, Partnerschaften, Beziehungen generell. Druckfrisch wird es Rina Schmeller im Speicher am Kaufhauskanal im Harburger Hafen zu Gehör und ins Gemüt bringen. Wir haben schon mal im Vorfeld nachgefasst.

Tiefgang (TG): Frau Schmeller, „Co“ ist Ihr Debütroman und bricht radikal mit dem Schweigen über ein oft unsichtbares Thema: die Co-Abhängigkeit. Was war der entscheidende Funke, der Sie dazu gebracht hat, gegen dieses gesellschaftliche Tabu anzuschreiben und die Perspektive derer zu wählen, die im Schatten der Sucht eines anderen leben?

Rina Schmeller: Danke für Ihre Frage. Mir gefällt, wie Sie das formulieren. „Co“ erzählt als Autofiktion von meiner eigenen Erfahrung. Ich war lange co-abhängig. Dieses Buch ist das Ergebnis eines Prozesses, der vor allem darin bestand, eine Sprache zu finden, später dann auch eine Form. Ich habe mit diesem Stoff literarisch zu schreiben begonnen. Anfangs liefen die Prozesse im Schreiben und Leben parallel, griffen dann zunehmend ineinander, bis sie sich voneinander lösten. In der letzten Zeit meiner Arbeit an „Co“ hatte ich in meinem Leben bereits stabilen Abstand gewonnen. Co-Abhängigkeit ist als Thema wenig beleuchtet, aber allgegenwärtig. Es war mir wichtig, das sichtbar zu machen. Zu wissen, dass viele betroffen sind, war dabei immer wieder ein Antrieb.

TG: Ihre Sprache im Roman ist eine Mischung aus Klarheit, Rhythmus und irgendwie auch Stille. Wie haben Sie es geschafft, für die oft chaotische und von Gewalt geprägte Dynamik der Abhängigkeit eine so präzise Form zu finden, ohne dabei in Sentimentalitäten zu verfallen?

Rina Schmeller: Zunächst musste ich vom Stillstand erzählen, der durch jahrelange Wiederholung entsteht, das ist ziemlich anspruchsvoll. Ich musste möglichst klar benennen, gegen die eigene Scham anschreiben und den Reflex, zu schützen, ablegen. Es war elementar, das Tabu zu brechen und die Sprachlosigkeit im Text zu bewahren. Im Prozess habe ich mich Passage für Passage bis an die Schmerzpunkte vorgetastet und nach einer Form gesucht. Schließlich haben sich die einzelnen Teile wie ein Puzzle zusammengefügt. Selbstbestimmt zu arbeiten, war für „Co“ sehr wichtig. Was das Thema nicht brauchte, ist nicht im Text. Reduktion und Verdichtung sind die literarischen Verfahren. Dennoch habe ich bewusst nicht verschlüsselt und gehe offensiv mit meiner Erfahrung um. Gefühle sind im Text zurückgenommen, so entsteht Raum, im besten Fall, für die Gefühle der Lesenden.

TG: Sie haben in Leipzig Literarisches Schreiben studiert und waren Stipendiatin der Autor*innenwerkstatt des Literarischen Colloquiums Berlin. Hat dies das handwerkliche Fundament gelegt?

Rina Schmeller: Das sicher auch. In erster Linie haben diese Orte mir einen fachlichen Austausch ermöglicht. Man begegnet Autor*innen mit Erfahrung und hat Lesende, die selbst schreiben. So erfährt man erste Resonanzen, bewegt sich aber in einem geschützten Rahmen. In diesem Umfeld kann man eine Haltung zum eigenen Schreiben entwickeln, sich bewusst machen, wie und warum.

TG: Bei der SuedLese lesen Sie im Speicher am Kaufhauskanal, einem Ort mit Geschichte in Harburg. Freuen Sie sich auf den Kontrast, Ihre sehr intime und bewegende Geschichte in diesem weiten, geschichtsträchtigen Raum zu präsentieren?

Rina Schmeller: Ihre Frage macht mich neugierig auf den Raum, ich freue mich sehr auf die Lesung. Vielleicht zeigt sich am 15. März, dass der Kontrast gar nicht so stark ist. Für mich gehört die Arbeit an „Co“ in die Jahre 2018-2025, das Thema ist aber zeitlos, würde ich sagen, und die Erfahrung sehr menschlich und weit verbreitet.

TG: Ihr Buch wird als Zeugnis der Selbstermächtigung und des Wiederfindens der eigenen Freiheit beschrieben. Ist es Ihnen ein Anliegen, den Leser*innen zu zeigen, dass es auch nach Jahren der Umklammerung einen mutigen Weg zurück zum eigenen Ich gibt?

Rina Schmeller: Ich habe dieses Buch geschrieben, weil es nötig war, um gesund zu werden, und um für das Thema zu sensibilisieren. „Co“ macht etwas sichtbar, das tagtäglich passiert – anhand einer individuellen Geschichte. Dahinter steht der Prozess meines Ausstiegs, einer realen Auseinandersetzung. Die Geschichte soll aber kein Beispiel sein, dem nun zu folgen wäre. So unterschiedlich die Krankheitsverläufe sind, so unterschiedlich sind auch die Auswege. Das Buch ist ein Zeugnis, das ermutigen kann und möchte. Es wird hier und da seine Wirkung tun, wo und wann und wie auch immer.

TG: Haben Sie bereits Rückmeldungen von Leser*innen erhalten, die sich in der Geschichte von „Co“ wiedererkannt haben, und wie beeinflusst dieser Austausch Ihre Sicht auf Ihr eigenes Debüt?

Rina Schmeller: Bislang gibt es keine Rückmeldungen, „Co“ erscheint ja erst, am 11. März. Ich habe aber bei Lesungen bereits schöne Resonanz erlebt, die mir viel bedeutet hat. Co-Abhängigkeit ist eine Krankheit mit ähnlichen, oft gleichen Symptomen und doch unterschiedlichen Verläufen. Die erzählte Geschichte ist dementsprechend keine Blaupause, andere erleben ganz anderes, was allerdings nicht heißt, dass nicht viele (gefühlt) das Gleiche erleben. Man müsste die Menschen fragen und ihnen zuhören, wenn sie erzählen. Es ist Aufgabe der Gesellschaft und der Menschen in ihr, eine Sensibilität zu entwickeln. 

(Das Interview für „Tiefgang“ führte Heiko Langanke)

Termin:

So., 15. Mrz., 17 Uhr: Rina Schmeller – Co | Eintritt frei / Spende erwünscht; Moderation: Simone Lechner

Speicher am Kaufhauskanal, Blohmstraße 22, 21079 Hamburg, www.speicher-am-kaufhauskanal.com

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Ab und zu fällt ein Schuss! https://www.tiefgang.net/ab-und-zu-faellt-ein-schuss/ Tue, 24 Feb 2026 23:39:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13312 [...]]]> In der Buxtehuder Stadtbibliothek findet am 7. März zum ersten Mal eine Ladies Crime Night statt. Und es ist ein doppeltes Debüt – denn es lesen nur Debütantinnen – des Schreibens – nicht des Mordens.

Wir haben mit der Organisatorin Anke Küpper gesprochen …

Tiefgang (TG): Anke Küpper, die „Ladies Crime Night“ gilt als eines der spannendsten Formate der Krimiszene. Jetzt feiert es Premiere in Buxtehude. Warum ist die dortige Stadtbibliothek genau das richtige „Pflaster“ für diesen kriminellen Abend? 

Anke Küpper: Die Mörderischen Schwestern freuen sich immer sehr, wenn sie an neuen Orten auftreten dürfen. Eine gewisse Größe, technische Ausstattung und am besten auch ein Techniker vor Ort sind wichtig, das alles bietet die Stadtbibliothek Buxtehude uns. Denn die Ladies Crime Night, das spezielle Lesungsformat der Mörderischen Schwestern e. V., ist keine gewöhnliche Lesung. Es treten in der Regel fünf bis sieben Lesende auf, dazwischen gibt es Musik. Und es fällt auch ab und zu ein Schuss.

TG: Das Prinzip ist gnadenlos: Nach exakt zehn Minuten fällt der Schuss und die Lesezeit ist vorbei. Was macht diesen Zeitdruck mit der Atmosphäre im Saal, und wie bereitest Du die fünf Debütantinnen auf diesen literarischen Adrenalinkick vor? 

Anke Küpper: Im Publikum herrscht atemlose Spannung, das Adrenalin pulsiert in den Adern. Die Autorinnen wählen ihre Lesestellen so aus, dass sie mit einem Cliffhanger enden, wenn nach zehn Minuten der Schuss fällt. Direkt vor der Veranstaltung machen wir eine Tonprobe, damit sich jede schon mal auf den Schuss einstellen kann. Wobei nicht jede schussfest wird. Auch nach fast zehn Jahren und unzähligen Ladies Crime Nights erschrecke ich immer noch jedes Mal und zucke bis in die letzte Reihe sichtbar zusammen. Das sorgt dann auch mal für Lacher.

TG: In diesem Jahr liegt der Fokus der SuedLese auf „Debütant*innen“. Warum hast Du dich entschieden, beim Buxtehuder Ableger ausschließlich Stimmen zu präsentieren, die gerade erst ihre ersten Schritte im Genre des Verbrechens wagen?

Anke Küpper: Bei jeder Ladies Crime Night bemühen wir uns, Neulinge unter die etablierten Autorinnen zu mischen, das klappt nicht immer. Es ist einfach toll, dass die SuedLese uns nun die Möglichkeit bietet, einmal nur Debütantinnen auf die Bühne zu holen. Ich freue mich jetzt schon auf diese ganz besondere „Erstes Mal“-Stimmung. Denn für manche ist es nicht nur der erste Krimi, sondern auch die erste Ladies Crime Night. Also gleich ein doppeltes Debüt.

TG: Als Netzwerk der „Mörderischen Schwestern“ unterstützt Ihr Frauen in der Kriminalliteratur. Vor welchen besonderen Herausforderungen stehen Krimi-Autorinnen heute, wenn sie ihr erstes Buch auf den Markt bringen?

Anke Küpper: Bei immer weniger Programmplätzen in den Verlagen haben es Debüts generell immer schwerer. Gerade die großen Verlage setzen zunehmend auf etablierte Autor*innen, die garantiert Geld bringen, und wagen wenig Neues. Viele Autor*innen entscheiden sich auch deshalb von vornherein fürs Selfpublishing. Wir haben am 7. März auch zwei tolle Selfpublisherinnen dabei. Hinzu kommt, dass zwar mehr Frauen als Männer Bücher veröffentlichen, aber die deutsche Studie #frauenzählen von 2018 hat gezeigt: 2/3 der rezensierten Bücher stammen immer noch von Männern. Diesem Ungleichgewicht in der Sichtbarkeit möchten wir entgegenwirken, indem wir Krimischreibenden Frauen zum Beispiel durch die Ladies Crime Nights eine Bühne bieten. Aber auch schon vorher beim Schreibprozess unterstützen die Mörderischen Schwestern durch ein Mentorinnenprogramm, und wir vergeben jedes Jahr ein Arbeitsstipendium.

TG: Bei der Auswahl der fünf Autorinnen – Hedda Anders, Ines Müller-Hansen, Naja A. Serpentes, Anja Sietz und Jana Stieler – deckt Ihr von humorvoll bis psychologisch tiefgründig alles ab. War es Dir wichtig, dem Publikum in Buxtehude die gesamte Bandbreite des weiblichen Mordens zu zeigen?

Anke Küpper: Zum einen ist es uns wichtig, die ganze Bandbreite weiblichen Mordens auf dem Papier zu zeigen. Zum anderen macht die Abwechslung beim Zuhören auch einfach mehr Spaß.

TG: Die SuedLese ist bekannt für ihre „Orte der Worte“. Eine Bibliothek assoziiert man oft mit Stille – bei Euch wird es laut und blutig. Wie viel „Gänsehaut-Faktor“ vertragen die Bücherregale in Buxtehude am 7. März?

Anke Küpper: Wir sind schon in einigen Bibliotheken aufgetreten, da ist alles noch heil! (lacht) Die Mörderischen Schwestern morden nur auf dem Papier und sind ansonsten ganz lieb. Bei den jeweils 10-minütgen Lesungen herrscht natürlich immer noch atemlose Stille. Nur dazwischen gibt es Musik und den ein oder anderen Schuss – vom Band. Wobei ja auch in anderen Zusammenhängen das Konzept der sogenannten Wasserglas-Lesung – Autor*in kommt auf die Bühne, sagt „Guten Abend“ und liest dann 1 Stunde am Stück – längst als überholt gilt. 

TG: Wenn der letzte Schuss gefallen ist und die Autorinnen die Bühne verlassen: Welches Gefühl (und natürlich auch Bücher) sollen die Besucher*innen der SuedLese nach dieser Premiere mit nach Hause nehmen?

Anke Küpper: Da fällt mir sofort „beschwingt“ und „leselustig“ ein. Nach jedem Schuss ist hoffentlich die Lust zum privaten Weiterlesen geweckt. Dafür gibt es immer einen gut gefüllten Büchertisch. Zwischen den einzelnen Lesungen ist jede Ladies Crime Night mit Musik untermalt – Krimi-Musik natürlich! So gruselig und auch mal blutig es zwischendrin sein darf: Die letzte Lesende präsentiert in der Regel einen nicht zu harten, eher humorvollen Text, Cosy Crime zum Beispiel. Viele Wiederholungstäterinnen und -täter im Publikum bestätigen den Erfolg unseres Leseformats.

TG: Besten Dank und volles Haus!

(Das Interview für „Tiefgang“ führte Heiko Langanke)

Termin:

Sa., 07. Mrz., 19 Uhr: Ladies Crime Night – Debüts (mit Hedda Anders, Ines Müller-Hansen, Naja A. Serpentes, Anja Sietz, Jana Stieler); Eintritt 12,- €

Stadtbibliothek Buxtehude, Fischerstraße 2, 21614 Buxtehude, www.buxtehude.de/stadtbibliothek

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Raum für das Wort von morgen https://www.tiefgang.net/raum-fuer-das-wort-von-morgen/ Sun, 22 Feb 2026 23:04:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13304 [...]]]> Heiko Langanke ist aus der Kulturszene im Hamburger Süden kaum wegzudenken. Seit er im Jahr 2005 den Jazzclub im Stellwerk mitinitiierte, hat er ein Geflecht aus kulturellen Initiativen gewoben, das von der Musik über die Bildende Kunst bis hin zum geschriebenen Wort reicht.

Im Zentrum des literarischen Kosmos stehen die SuedLese Literaturtage, die seit elf Jahren einen besonderen Akzent setzen. In unserem Gespräch spricht er über die Bedeutung von Orten, den Mut zum ersten Satz und die Frage, wie man eine geerdete Szene lebendig hält.

Tiefgang (TG): Herr Langanke, die SuedLese ist in den vergangenen elf Jahren von einer ersten Beobachtung zu einem beachtlichen Festival mit jährlich über 40 Veranstaltungen gewachsen. Hätten Sie diese Beständigkeit zu Beginn für möglich gehalten?

Heiko Langanke: Offen gestanden, nein. Unser ursprünglicher Impuls war es lediglich, denjenigen, die sich im Hamburger Süden mit Schrift und Wort beschäftigen, ein wenig Spotlight zu verschaffen. Spotlight, will heißen: eine gezielte öffentliche Aufmerksamkeit, die das Augenmerk auf das Schaffen im Verborgenen lenkt. Dass daraus ein etabliertes Festival erwachsen würde, auf das die Literaturfreunde und -freundinnen jährlich hinarbeiten, war damals nicht abzusehen. Es ist jedoch eine schöne Bestätigung für die Beharrlichkeit unserer Formate, die selbst schwierige Zeiten wie die Pandemie überstanden haben.

TG: Ein Kernaspekt Ihres Konzepts ist die Einheit von Autor und Autorin sowie dem jeweiligen Leseort. Lehnen Sie große, anonyme Räume zugunsten eines persönlicheren Ansatzes ab?

Heiko Langanke: Es ist eine Frage der Authentizität. Bei uns findet nichts statt, was die Akteure und Akteurinnen vor Ort nicht selbst gestalten wollen. Der Abend bildet eine organische Einheit, bei der das eine ohne das andere kaum denkbar ist. Wir motivieren die beteiligten Institutionen – vom Hotel bis zur Geschichtswerkstatt – dabei gar nicht aktiv; sie bringen ihre eigenen Ideen und ihre eigenen Protagonisten und Protagonistinnen mit. Für uns bedeutet das zwar, dass wir bei der Programmgestaltung oft erst spät wissen, wohin uns die Reise führt, aber genau das macht den Reiz aus.

TG: Die SuedLese wird oft als das Kinderzimmer der kommenden Autoren und Autorinnen bezeichnet. Nun unterstützt die ZEIT-Stiftung Bucerius das Festival gezielt bei der Vorstellung von Debütantinnen und Debütanten.

Heiko Langanke: Diese Unterstützung ist für uns ein wichtiges Signal. Debütantinnen und Debütanten, will heißen: Verfasserinnen und Verfasser, die ihr allererstes Werk der Kritik und der Öffentlichkeit vorstellen. Namen wie Ben Westphal oder Regine Seemann haben bei uns ihre ersten Schritte gemacht. Ein Festival bietet mit seinem Medienzauber eine ganz andere Bühne als das bloße Lesen vor Freunden und Freundinnen im Café um die Ecke. Es erfordert Mut, sich diesem neuen Publikum zu stellen, gibt aber auch die notwendige Motivation für den weiteren Weg.

TG: Für das Jahr 2026 kündigen sich bereits neue Stimmen wie Kea von Garnier und Rina Schmeller an. Worauf legen Sie bei der Förderung dieser jungen Talente besonderen Wert?

Heiko Langanke: Wir bauen stetig unsere Kontakte zu Verlagen und Netzwerken aus. Ein Fest wie die SuedLese kann hier besonders nachhaltig wirken, da es eine geerdete Szene bietet. Diese Basis ist entscheidend, bevor literarische Strömungen irgendwann in der sogenannten Hochkultur gewürdigt werden. Es geht uns um ein Gespür für den Punk in der Literatur, für Themen wie Subkultur oder gesellschaftliche Härte, wie wir sie etwa bei Dominik Bloh oder Kristjan Knall sehen.

TG: In Buxtehude wagen Sie zudem mit einer speziellen Ausgabe der Ladies Crime Night den Vorstoß in das Krimi-Genre. Was versprechen Sie sich von diesem Format?

Heiko Langanke: Buxtehude ist literarisch sehr bewandert, kannte dieses spezifische Format aber bisher noch nicht. Dass die Mörderischen Schwestern eine so exzellente Nachwuchsarbeit leisten, ermöglicht uns eine ganze Nacht im Zeichen der Spannung. Wir wollen das Publikum erreichen, das neugierig auf die Bücher von morgen ist. Wo genau uns das hinführt, wird wie immer die Zeit zeigen.

TG: Vielen Dank für das Gespräch und wir lassen uns – wie jedes Jahr – mal wieder überraschen …!

Die SuedLese Literaturtage finden meist vier Wochen vor Ostern und im Hamburger Raum südlich des Elbflusses statt. In 2026 dann eben vom 1. bis 31. März und fast an „jedem Tag ein Literat“. Das Programm findet sich zum Anschauen oder auch zum Download unter www.suedlese.de oder gedruckt in den jeweiligen Leseorten.

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„SuedLese sollte möglichst zwei Mal im Jahr stattfinden“ https://www.tiefgang.net/suedlese-sollte-moeglichst-zwei-mal-im-jahr-stattfinden/ Fri, 04 Apr 2025 22:52:16 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=11565 [...]]]> Den Abschluss der SuedLese Literaturtage beschreiten dieses Jahr sieben mörderische Schwestern. Die Oberschwester Regine Seemann im Interview.

Regine Seemann ist in Neugraben geboren, lebt noch immer da – sogar im selben Haus, arbeitet hauptberuflich als Lehrerin in Wilhelmsburg, schreibt leidenschaftlich gerne Krimis mit Lokalkolorit und organisiert zum wiederholten Male eine Ladies Crime Night (14.4., 19 Uhr) zusammen mit einigen „mörderischen Schwestern“ bei den SuedLese Literaturtagen. Da wollten wir`s doch mal genauer wissen …

Tiefgang (TG): Die Ladies Crime Night bildet den krönenden Abschluss der SuedLese Literaturtage 2025. Was hat Dich dazu inspiriert, dieses besondere Format zu wählen, und was erwartet das Publikum?

Regine Seemann: Die Ladies Crime Nights gibt es schon eine ganze Weile. Sie sind quasi ein Markenzeichen der Mörderischen Schwestern e.V. Eine LCN ist eine besonders lebendige Art, eine Lesung zu gestalten, da innerhalb einer Veranstaltung wechselnde Szenarien gibt. Und, ohne jetzt viel vorwegnehmen zu wollen: Ein bisschen Nervenkitzel ist auch immer dabei. Sie findet in der Woche vor Ostern statt, was bedeutet, dass es für die Zuhörer*innen auch möglich sein wird, signierte Bücher für das Osternest zu erstehen.

TG: Wie kam es zu der Auswahl der 7 Krimiautorinnen Carola Christiansen, Franziska Henze, Marley Alexis Owen, Sylvia Bergman, Elisabeth Grimm, Alex Roller und Ihnen?

Regine Seemann: Wenn ich eine LCN organisiere, spreche ich zunächst die Autorinnen an, die ich kenne. Natürlich ist es dann manchmal so, dass diesen die Lesung terminlich nicht passt. Dann schicke ich eine Mail an den Verteiler der Mörderischen Schwestern HH / SH mit der Anfrage, wer gern lesen würde. In der Regel gibt es schon in den ersten Minuten eine Vielzahl von Interessentinnen, denn das Format ist sehr beliebt. Für diese LCN habe ich versucht, einen guten Mix auszuwählen. Das Genre Thriller ist vertreten sowie Cosy Crime und natürlich Regionalkrimis wie die, die ich schreibe.

TG: Die SuedLese Literaturtage haben sich zu einem festen Bestandteil der Harburger Kulturszene entwickelt. Was macht dieses Literaturfestival Deinjer Meinung nach so besonders?

Regine Seemann: Der Süden Hamburgs wird ja manchmal belächelt, auch, was kulturelle Events angeht. Dabei haben wir hier wahnsinnig viel zu bieten. Es gibt die verschiedensten Spielstätten, Theater, Bücherhallen, Literaturcafés, um hier nun ein paar zu nennen. Und die Buchläden, die es im Hamburger Süden gibt, sind regelmäßig unter den Nominierten und auch Gewinnern des Hamburger Buchhandlungspreises wie z. B. Der Buchladen von Bettina Meyer in Neugraben oder Lüdemann in Wilhelmsburg. Dies alles wird bei der SuedLese absolut stimmig bei verschiedenen Veranstaltungen repräsentiert. Und vor allem ist es wichtig, dass das Lesen an sich mindestens einmal im Jahr im Vordergrund steht.

TG: Wie lange bist Du schon an der Organisation der SuedLese beteiligt?

Regine Seemann: Das erste Mal habe ich bei der SuedLese 2019 aus meinem Debut-Krimi „Falkenberg“ gelesen. Das war in der Seniorenresidenz Neugraben. Total passend, da diese als Vorlage für die Senioren-Wohnanlage in meinem Buch gedient hat. Ich bin in Neugraben aufgewachsen. Insofern war dieser Abend ein Heimspiel. Es folgten drei weitere Lesungen im Rahmen der SuedLese, zwei in Wilhelmsburg, wo ich arbeite und eine während des ersten Corona-Lockdowns per Video. Auch eine interessante Erfahrung.

TG: Du bist nicht nur Organisatorin der Ladies Crime Night sondern auch selbst Krimiautorin. Kannst Du uns etwas über Deinen persönlichen Bezug zum Genre und Deine eigenen Werke erzählen?

Regine Seemann: Ich habe selber immer gern Krimis gelesen. Vor allem die aus dem Norden Europas. Und auch mystische Geschichten interessieren mich wie z. B. die Sage um den berühmten Seeräuber Klaus Störtebeker, der seinen Piratenschatz am Neugrabener Falkenberg vergraben haben soll. Als Kind bin ich selber mit einem Plastikschäufelchen losgezogen, um ihn auszugraben. Und, als ich mal ein bisschen mehr Zeit hatte, habe ich begonnen, meine Gedanken um diese Sage in einen „kriminellen“ Bezug zur Gegenwart zu setzen. Wichtige Elemente aller meiner Bücher sind die zwei Handlungsebenen. Eine spielt in der heutigen Zeit und eine in der Vergangenheit. Das Dritte Reich kommt immer wieder vor, aber auch das Leben in menschenverachtenden Sekten wie der Colonia Dignidad oder Medikamentenversuche an Kindern und Jugendlichen in den siebziger Jahren waren schon Themen. Bei den Ermittlungen stehen zwei Kommissarinnen im Fokus, die in Hamburg geborene Stella und die aus der Türkei stammende Banu.

TG: Gibt es Verbindungen oder Gemeinsamkeiten zwischen Deinen Werken und denen der anderen Autorinnen?

Regine Seemann: Bei dieser Ladies Crime Night ist das nicht der Fall. Bei manchen LCN ist es aber so, dass aus einer gemeinsamen Anthologie, also einer Sammlung von Kurzkrimis, vorgelesen wird, die von den Mörderischen Schwestern herausgegeben wurde. Dies hatten wir z. B. bei der SuedLese 2023 als ausschließlich aus „Tatort Nord 2 “ gelesen wurde.

TG: Die Ladies Crime Night ist ein Veranstaltungsformat der Mörderischen Schwestern. Was genau bedeutet das und wie wirkt sich das auf den Ablauf des Abends aus?

Regine Seemann: Zunächst einmal haben wir eine tolle Deko, die ein bisschen aussieht wie ein Tatort. Alles ist in Rot und Schwarz gehalten. Dies ist auch der Dresscode für die Autorinnen, die lesen. LCN sind ein bisschen wie kurzweilige Theateraufführungen, bei denen die Zuschauenden etwas über die Autor*innen erfahren und in dramatischer Art und Weise deren Werke kennenlernen. Wir haben einige Highlights zu bieten, ich möchte hier aber nicht zu viel verraten.

TG: Was sind Deine Zukunftsvisionen für die SuedLese Literaturtage und die Ladies Crime Night?

Regine Seemann: Die SuedLese sollte möglichst wie 2022 zwei Mal im Jahr stattfinden, denn es gibt viele Kulturschaffende und -interessierte hier bei uns, die so häufiger zusammenkommen können. Warum nicht auch mal Lesungen an außergewöhnlichen Orten im Hamburger Süden veranstalten? Ich würde z. B. sehr gern einmal aus „Falkenberg“ auf dem Falkenberg, also outdoor, lesen. Vielleicht im Rahmen der nächsten SuedLese? Die LCN sollten meiner Meinung nach ein fester Bestandteil der SuedLese sein. Dieses Format bietet wie kein anderes die Möglichkeit, bei nur einer Lesung, mehrere Autor*innen kennenzulernen. Außerdem kommen hier Spiel, Spaß und Spannung niemals zu kurz.

TG: Vielen Dank das Gespräch und auf eine mordsspannende Ladeis Crime Night zum Abschluss der diesjährigen SuedLese!

Krimis von Regine Seemann:

Falkenberg (2018), Elbleichen (2019), Alsterschwan (2020), Friedhofsengel (2022), Bitterkaltes Land (2024)

Termin:

Mo., 14. Apr., 19 Uhr: Ladies Crime Night – Spannung bis zum Sch(l)uss, Eintritt: 10,- €

Speicher am Kaufhauskanal, Blohmstr. 22, 21079 Hamburg-Harburg (Hafen)

Es lesen: Carola Christiansen, Franziska Henze, Regine Seemann, Marley Alexis Owen, Sylvia Bergman, Elisabeth Grimm und Alex Roller

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Aus der Vergangenheit lernen https://www.tiefgang.net/aus-der-vergangenheit-lernen/ Fri, 21 Mar 2025 23:58:26 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=11554 [...]]]>  

Frank Littek stellt in der Buchhandlung am Sand am Do., 3. April sein Buch „Sechs Tage im Juli“ vor. Ein Interview …

Die Lesung findet in Kooperation mit der Geschichtswerkstatt Harburg statt. Und es geht um Geschichte, nämlich die „Operation Gomorrha“ am Ende des Zweiten Weltkriegs. Eine Geschichte mit vielen Facetten. Wir haben beim Autor Frank Littek mal nachgehakt …

Frank Littek ist freier Journalist und Buchautor. Der Wirtschaftswissenschaftler hat rund 40 Bücher veröffentlicht, darunter neben zwei Romanen zahlreiche Kinder-, Jugend- und Sachbücher. Er lebt und arbeitet in der Nähe von Hamburg.

Tiefgang (TG): Was hat Sie zu diesem Buch inspiriert?

Frank Littek: Nach meinem Studium habe ich meinen ersten Job als Redakteur im Hamburger Stadtteil Hammerbrook angenommen. Ich fand das Viertel – offen gestanden – hässlich und habe dann begonnen, mich mit der jüngeren Geschichte zu beschäftigen. Dabei war ich natürlich ganz schnell bei den Bombenangriffen von 1943. Das Thema hat sich dann über viele Jahre ausgeweitet, ist gereift, viele weitere Aspekte sind dazugekommen, bis ich das Buch geschrieben habe.

TG: Gab es einen Leitgedanken bei der Entstehung des Romans?

Frank Littek: Ich bin bei der Beschäftigung mit dem Thema immer wieder auf Zitate gestoßen, in denen Zeitzeugen sagten, die Menschen hätten die Zerstörungen durch die Bombenangriffe als „gerechte Strafe“ empfunden.

Recherchiert man weiter, ist bald klar, dass es um die Deportation der Juden geht – und wie verbreitet das Wissen darüber war. Auch das gehörte zum Lebensgefühl dieser Zeit und ist ein Aspekt, von dem wir heute kaum wissen. Ich wollte davon erzählen, aber ohne erhobenen Zeigefinger. Dafür sprechen meine Figuren. Und das tun sie hoffentlich so, dass der Leser, die Leserin ihnen gerne folgt.

TG: „Sechs Tage im Juli“ sind Fiktion, dennoch finden sich viele Fakten. Wie haben Sie recherchiert?

Frank Littek: Die wichtigste Quelle war zunächst jede Menge Literatur. Dann habe ich mit Zeitzeugen gesprochen und mir die Schauplätze der Geschichte angesehen. Hinsichtlich Fliegerei kamen mir meine jahrelange Arbeit als Luftfahrtjournalist und die vorhandenen Kontakte zugute. Für einige Figuren hatte ich historische Vorbilder, viele Szenen aus dem brennenden Hamburg folgen den Aussagen von Zeitzeugen. Generell möchte ich in meinen Romanen der historischen Realität so nah kommen, wie möglich. Deshalb habe ich viel mit alten Fotos oder zum Beispiel einem alten Stadtplan aus der damaligen Zeit gearbeitet.

TG: Welche Bedeutung hat der Roman für die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, aber auch für die mit der Gegenwart?

Frank Littek: Ich glaube, wir tun uns in Deutschland heute schwer damit, einen Umgang mit unserer Vergangenheit zu finden. Dabei ist das sehr wichtig, denn ich kann die Gegenwart nur verstehen und in ihr zukunftsweisend handeln, wenn ich die Vergangenheit kenne, sie einzuordnen und daraus zu lernen vermag. Das kann ein langer Prozess sein, auf dem wir – wie ich finde – bisher gar nicht so schlecht vorangekommen sind. Mein Buch möchte einen Beitrag dazu leisten.

TG: Sie sind Autor von Sachliteratur, Romanen, Kinderbüchern. Was macht Ihnen beim Schreiben am meisten Freude, was ist Ihre größte Herausforderung?

Frank Littek: Auch wenn es kitschig klingt: Mit dem Schreiben kann ich Menschen im Herzen berühren. Das ist sicher nicht bei jedem Leser der Fall, aber vielleicht bei einigen. Genau das ist es, was mich schon als Kind zu dem begeisterten Leser gemacht hat, der ich heute noch bin. Es gibt immer wieder Bücher, die auf eine magische Weise etwas mit mir gemacht haben. Das bei anderen Menschen zu schaffen, ist mir die größte Freude. Die größte Herausforderung besteht darin, ein Buch in allen Aspekten so zu schaffen, dass das gelingt.

TG: Vielen Dank und Vergnügen am Donnerstag, 3. April in der Buchhandlung am Sand!

 

Termin:

Do., 3. April, 19 Uhr: Frank Littek – Sechs Tage im Juli, Eintritt: 10,- €

Buchhandlung am Sand |Hölertwiete 5 | 21073 Hamburg | Harburg

 

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Schreiben als Ventil des Fahnders https://www.tiefgang.net/schreiben-als-ventil-des-fahnders/ Fri, 07 Mar 2025 23:39:54 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=11559 [...]]]> Ben Westphal ist realer Rauschgiftfahnder, schreibt „nebenbei“ genau darüber Krimis und ist gerne gehörter Gast bei den SuedLese Literaturtagen. Das wollten wir mal genau wissen …

Ben Westphal, 1981 in Hamburg geboren, machte nach dem Abitur eine Ausbildung als Kriminalbeamter. 2006 wechselte er ins Rauschgiftdezernat. Einige Jahre später entdeckte er seine Leidenschaft fürs Schreiben.

Tiefgang (TG): „Der Bulle in der Hafencity“ ist der bereits fünfte Hafen-Krimi, der gerade frisch erscheint. Worum geht´s?

Ben Westphal: „Der Bulle in der HafenCity“ ist ein authentischer und realitätsnaher Krimi mit tiefen Einblicken in die Subkultur der organisierten Kriminalität. Ein südamerikanisches Kartell, das zunehmend versucht in Hamburg Fuß zu fassen, um den Markt mit allen Mitteln an sich zu reißen und dabei auch nicht davor zurückschreckt, über Leichen zu gehen, gerät ins Visier des Hamburger Rauschgiftdezernats.

Inmitten der kriminellen und mörderischen Machenschaften kann es der Pensionär und ehemalige Rauschgiftfahnder Gerd Sehling nicht sein lassen, sich immer wieder in die Ermittlungen der ehemaligen Kollegen einzumischen, nachdem er ominöse Treffen von altbekannten Drogendealern aus früheren Zeiten in der HafenCity beobachtet.

TG: Du bist gelernter Kriminalbeamter mit Schwerpunkt Rauchgiftkriminalität. Ist der Job nicht aufregend genug, dass man noch drüber schreibt? Wie ist es dazu gekommen?

Ben Westphal: Mein Weg vom Rauschgiftfahnder zum Krimi-Autoren ist gespickt von vielen Zufällen und Menschen, die mich aus purer Freundlichkeit unterstützt haben. Mit dem Schreiben eines Krimis habe ich begonnen, weil ich einem besonderen Kollegen, der stets das Herz am rechten Fleck trug, ein besonderes Pensionsgeschenk bereiten wollte. Er tat sich sehr schwer mit seiner Pensionierung. So wollte ich ihm mit meinem ersten Rauschgiftkrimi „Ich war Bulle“ die aufkommende Wehmut ein Stück weit nehmen und Hoffnung spenden, dass die Ermittlungen und der Kontakt zu uns trotz des Ruhestands nicht enden müssen. Hierbei fand er sich als Hauptprotagonist in der Geschichte wieder, als ehemaliger Bulle, der das ermitteln nicht sein lassen konnte.

Das zweite Buch „Bulle bleibt Bulle“ schrieb ich einem schwer an Lungenkrebs erkrankten Kollegen und sammelte 50 Extraseiten individueller Genesungswünsche ein, die ich dem Text in einem Unikat anfügte. Erst als dieses Buch gedruckt und das Feedback durchweg positiv war, fasste ich den Entschluss, es ein wenig professioneller angehen zu wollen. Durch die Buchhandlung am Sand, die meine im Selfpublishing erschienenen Bücher bei sich fest ins Sortiment aufnahmen, wurde ich an den Emons Verlag vermittelt, die ihr Interesse daran bekundeten, meinen dritten Band „Elbe Hafen Bulle“ zu veröffentlichen. Im letzten Jahr folgte mit „Der Bulle von Hamburg“ mein vierter Band, der endgültig dafür sorgte, dass meine Bücher in und um Hamburg in den Buchhandlungen auch dauerhaft zu finden sind.

Mein Beruf als Rauschgiftfahnder ist sehr abwechslungsreich, spannend und kurzlebig. Das Schreiben bietet mir jedoch zusätzlich ein kreatives Ventil, das ich nutzen kann, um viele Erlebnisse aus knapp zwanzig Jahren im Rauschgiftdezernat in meinen fiktiven Geschichten zu verarbeiten. Zudem erfüllt es mich mit purer Begeisterung, wenn ich Leserinnen und Lesern auf meinen Lesungen begegne oder auf der Arbeit und im privaten Umfeld angesprochen werde, und mir berichtet wird, wie viel Lesefreude meine Bücher bereitet haben. Es ist unglaublich motivierend weiterzumachen, neue Geschichten zu entwickeln und aufzuschreiben und sich immer wieder überraschen zu lassen, welche Türen sich als nächstes für einen öffnen und neue Erlebnisse mit sich bringen.

TG: Es gibt gleich zwei Lesungen bei der SuedLese. Und auch die vorherigen Kriminalromane wurden bei der SuedLese vorgestellt. Was macht die SuedLese so besonders?

Ben Westphal: Durch die Suedlese wurde mir in der Fischhalle Harburg im Jahr 2022 als völlig unbekannter Autor meines Selfpublishing-Krimis „Ich war Bulle“ eine Chance gegeben. Ich durfte im Rahmen einer Lesung meinen Weg zum Schreiben und mein Buch vorstellen. Sie war nicht nur mein erster Meilenstein in die Lesungswelt, sondern öffnete gleichzeitig meinen Weg nach Buxtehude, weil eine Veranstalterin im Publikum saß, die mich inzwischen bereits acht Mal zu Lesungen eingeladen hat.

Die Veranstaltung sowie die Einladung nach Buxtehude schenkten mir damals den Mut, mich um weitere Lesungen zu bemühen und ebneten mir den Weg weiter Fuß zu fassen in der Bücherwelt.

Aber nicht nur mir verhalf die Suedlese zu einer erfreulichen Aufmerksamkeit. Sie schenkt vielen kleinen Veranstaltern, unbekannten Autoren und Künstlern ein öffentliches Fenster, unterstützt sie bei der Werbung für Lesungen durch eine breite Öffentlichkeit und verhilft kulturellen Veranstaltungen in schweren Zeiten wieder dazu, in den Mittelpunkt des Interesses gerückt zu werden.

TG: Was reizt beim Schreiben und wie lange braucht so ein Roman?

Ben Westphal: Das Schreiben gibt mir die Möglichkeit, Erlebnisse zu verarbeiten, aber gleichzeitig auch Menschen zu erreichen und ihnen eine Freude zu bereiten mit unterhaltsamen und ebenso spannenden Lesestunden.

Das Schreiben an sich ist für mich mindestens ebenso unterhaltsam, wie einen guten Film zu schauen oder ein spannendes Buch zu lesen. Natürlich habe ich inzwischen die Geschichten im Groben vorgeplant bevor ich mit dem Schreiben beginne. Dennoch durchlebe ich das jeweilige Kapitel, das ich am Abend auf der Couch schreibe, mit vollem Herzen, bin praktisch in Gedanken dabei, wenn mein Pensionär seine Beobachtungen macht, die Bösen ihrem Treiben nachgehen oder die Kollegen mit Sonderrechten auf Verbrecherjagd durch die Straßen Hamburgs jagen. Wenn ich mit einer Geschichte begonnen habe, dann will ich diese ebenfalls unbedingt von der ersten bis zur letzten geschriebenen Seite durchleben und bin manchmal selbst überrascht über Wendungen, die sich erst im Verlauf des Schreibens ergeben.

Für ein Manuskript benötige ich ungefähr vier bis sechs Monate. Jeden Abend schreibe ich ein Kapitel, wobei es auch Tage gibt, an denen ich nicht zum Schreiben komme. Nach der Abgabe an den Verlag vergehen weitere acht Monate bis zur Veröffentlichung des Buches, die gefüllt sind mit dem Lektorat und dem Korrektorat, dem Layout sowie dem Finden eines Titels und eines Covers.

TG: Hamburgs Süden ist nicht gerade für Kultur bekannt. Wie aber ist der Eindruck bei den Lesungen?

Ben Westphal: Ich empfinde den Hamburger Süden und dessen Umland als sehr kulturinteressiert und lesebegeistert. Das Publikum geht bei den Geschichten mit, lacht gerne dabei und freut sich über jeden Funken Lokalkolorit, der sich in den Büchern wiederfindet. Es besteht eine große Herzlichkeit und Dankbarkeit dem Autoren gegenüber und sie haben es mir noch niemals übelgenommen, wenn ich mal wieder maßlos überziehe.

Im Hamburger Süden spielen Großteile meiner ersten Bücher. Hier fanden sie ihren Weg in den realen Buchhandel und es wurde völlig uneigennützig der Grundstein für meinen schriftstellerischen Werdegang gelegt. Ich verspüre hierfür eine große Dankbarkeit und komme daher immer gerne zurück in den Hamburger Süden, der mir inzwischen so viel Licht geschenkt hat, nach all seinen Schattenseiten, die ich zuvor berufsbedingt kennenlernen musste.

TG: Vielen Dank für das Gespräch und sowohl in Harburg als auch Kirchdorf wünschen wir ein volles Haus!

Termine:  

  • Do., 20. März, 19 Uhr: Ben Westphal – Der Bulle in der Hafencity (Buchpremiere!), Eintritt: 15,- €

          Fischhalle Harburg | Kanalplatz 16 | 2 079 Hamburg-Harburg (Hafen)

  • Sa., 29. März, 18 Uhr: Ben Westphal – Der Bulle in der Hafencity, Eintritt: 8,- € / erm. 5,- €

          Bücherhalle Kirchdorf | Wilhelm-Strauß-Weg 2 | 21109 Hamburg-Kirchdorf

Zur Buchvorstellung berichtete das Hamburg Journal vom NDR am 14. März. 2025:

 

 

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