Tanz – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Wed, 14 Jan 2026 15:35:09 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.3 Eine Hommage an den Mut https://www.tiefgang.net/eine-hommage-an-den-mut/ Sat, 17 Jan 2026 15:24:47 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13126 [...]]]> Es gibt Momente in der Geschichte einer Stadt, in denen ein Funke überspringt, der weit über die Jahrzehnte hinaus leuchtet. Für Hamburg war ein solcher Moment das Jahr 1926, als Ida Dehmel die GEDOK ins Leben rief.

Heute, 100 Jahre später, blicken wir auf ein Jahrhundert geballter weiblicher Kreativität und politischer Durchsetzungskraft zurück. Die „Gemeinschaft Deutscher und Oesterreichischer Künstlerinnen und Kunstfreundinnen“, kurz Gedok, ist nicht weniger als das europaweit älteste und größte Netzwerk für Künstlerinnen aller Sparten. Und wo ließe sich dieses Jubiläum besser feiern als an seinem Geburtsort?

Ida Dehmel war eine Visionärin mit einem untrüglichen Gespür für Synergien. In einer Zeit, in der Frauen in der Kunstwelt oft noch als schmückendes Beiwerk oder bestenfalls als talentierte Dilettantinnen belächelt wurden, schuf sie eine Struktur, die Professionalität und Solidarität verband. Ihr Hamburger Wohnhaus wurde zum Epizentrum eines interdisziplinären Austauschs, der Musik, Literatur und Bildende Kunst zusammenführte. Es ging nie nur um Ästhetik, es ging um Existenzsicherung und Sichtbarkeit.

Das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG) widmet diesem Jahrhundertprojekt nun die große Schau Künste, Frauen, Netzwerk. 100 Jahre GEDOK. Wer durch die Räume geht, spürt sofort die Energie, die von diesem Aufbruch ausging. Die Ausstellung ist weit mehr als eine historische Rückschau; sie ist eine Analyse von Machtstrukturen und der Kraft der Gemeinschaft. Besonders faszinierend ist, wie hier die Gründungsjahre in Hamburg lebendig werden. Namen wie Anita Rée oder die Textilkünstlerin Maria Brinckmann tauchen auf – Frauen, die das Gesicht der Hamburger Moderne prägten und in der GEDOK eine Heimat fanden.

Was man sich bei diesem Jubiläumsprogramm unbedingt merken sollte, ist die Vielschichtigkeit der Exponate. Es sind nicht nur Gemälde oder Skulpturen zu sehen, sondern auch Dokumente, die den zähen Kampf um Anerkennung belegen. Ein absolutes Highlight im MKG ist die Aufarbeitung der spartenübergreifenden Zusammenarbeit. Die GEDOK verstand sich von Anfang an als Brücke: Komponistinnen trafen auf Schriftstellerinnen, Fotografinnen auf Kunstgewerblerinnen. Diese Offenheit ist bis heute der Kern der Organisation.

Ein weiterer Programmpunkt, der aus der Masse heraussticht, ist die Veröffentlichung des Jubiläumsbuchs. Es ist kein klassischer Wälzer, der nur im Regal verstaubt, sondern ein lebendiges Zeugnis einer Bewegung, die sich auch durch die dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte nicht gänzlich unterkriegen ließ. Die Texte beleuchten kritisch die Rolle der GEDOK während der NS-Zeit, die Vertreibung jüdischer Mitglieder – darunter auch die Gründerin Ida Dehmel selbst – und den mühsamen Wiederaufbau nach 1945. Diese Ehrlichkeit in der Aufarbeitung macht das Jubiläum erst wirklich würdig.

Hamburg feiert in diesem Jahr also nicht nur einen Verein, sondern eine Idee, die heute so aktuell ist wie eh und je. In Zeiten, in denen über Gender-Pay-Gap in der Kultur und die Repräsentanz von Frauen in großen Museen gestritten wird, wirkt das Vermächtnis von Ida Dehmel wie ein Kompass. Die GEDOK ist kein museales Relikt, sondern ein pulsierendes Netzwerk, das heute über 20 Regionalgruppen umfasst.

Wer sich für die Kulturpolitik der Hansestadt und die Rolle der Frau in der Kunst interessiert, kommt an dieser Jubiläumsschau nicht vorbei. Sie fordert uns heraus, neugierig zu bleiben und den Blick für jene Strukturen zu schärfen, die Kunst erst möglich machen. Die Ausstellung im MKG läuft als zentraler Ankerpunkt und bietet neben den visuellen Genüssen auch Raum für Diskussionen und Konzerte, die den Geist der Gründerzeit in die Gegenwart holen.

Es ist eine Hommage an den Mut, sich zusammenzuschließen, und eine Einladung, die künstlerische Qualität zu entdecken, die oft erst durch ein starkes Netzwerk im Rücken zur vollen Entfaltung kommen kann. 100 Jahre GEDOK – das ist ein verdammt guter Grund, in die Hamburger Kunstgeschichte einzutauchen und gleichzeitig die Weichen für die nächsten 100 Jahre zu stellen.

Künste, Frauen, Netzwerk. 100 Jahre GEDOK bis zum 30. August 2026 im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG) Steintorplatz, 20099 Hamburg Telefon: 040 428134880 www.mkg-hamburg.de

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Club-Hoffnung im Oberhafen-Dschungel https://www.tiefgang.net/club-hoffnung-im-oberhafen-dschungel/ Fri, 19 Dec 2025 23:15:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13011 [...]]]> Der Hamburger Oberhafen, einst ein raues Areal aus Gleisen und Güterhallen, pulsiert längst als Herzschlag der Kreativszene. Bald wird es um einen Club reicher.

Doch jede pulsierende Metropole braucht ihre Dunkelkammern, ihre Echokammern, in denen der gesellschaftliche Takt neu justiert wird: die Clubs. Und genau in diese Bresche springt nun ein neuer Player mit einem vielversprechenden Namen – das glimmer.

Wo früher der Club Moloch tobte, kehrt nun, nach einem transparenten Interessensbekundungsverfahren, die Nachtkultur zurück. Die Sanierung der Flächen im ehemaligen Lokschuppen läuft bereits, um für die Saison 2026/2027 ein neues Juwel der Clublandschaft zu enthüllen. Es ist ein entschlossenes Signal in einer Zeit, in der die Existenz vielerorts leider nicht sonderlich gut geht, aber in Hamburg das Potenzial der Szene sicherlich noch nicht erschöpft ist.

Die Entscheidung für das glimmer ist eine Bestätigung des Kurses, den die HafenCity und die Kulturbehörde seit Jahren im Oberhafen fahren. Senator Dr. Carsten Brosda sieht in dieser Entwicklung die Stärkung jener kulturellen Herzkammern, die für die Stadt so essenziell sind. „Der neue Club glimmer wird, gemeinsam mit den Clubs an den Deichtorkasematten, die Vielfalt der Musikstadt Hamburg bereichern“, sagt er. Die Vision ist klar: Die Gegend vom Klosterwall bis zum Oberhafenquartier entwickelt sich zur „kreativen Meile aus Musik, bildender Kunst, Fotografie und Kreativwirtschaft, die viel Platz für Kunst und Kultur bietet. Wir brauchen diese kreativen Herzkammern, in denen Kultur und gesellschaftlicher Zusammenhalt entstehen können.“

Diese kulturelle Verankerung wird von der HafenCity Hamburg GmbH aktiv vorangetrieben. Geschäftsführerin Christina Geib freut sich besonders, dass nun ein „ganz neuer Player die Hamburger Club-Szene bereichern wird“, an einem Ort, der mit der Halle 424 schon lange Pionierarbeit für Jazz und Klassik geleistet hat.

Mehr als nur Bässe: Das Kulturzentrum glimmer

Was Anton Burmester, Johann Kipping und Luke Mehrhoff vom Team glimmer in den Lokschuppen bringen, ist bewusst mehr als ein reiner Nachtclub. Ihr Konzept ist ambitioniert und tief in der Community verwurzelt. Das glimmer soll ein „Ort der Begegnung“ sein, ein Kulturzentrum, das den Namen verdient.

Die Basis bilden kuratierte Clubnächte und Veranstaltungen externer Kollektive, aber die wahre Innovation liegt in der Erweiterung des Spektrums. Die 548 Quadratmeter große Mietfläche, von denen 296 Quadratmeter der Veranstaltungsraum sein werden, wird durch Konzerte, Lesungen, Flohmärkte und Theater ergänzt. Zudem entstehen durch die Angliederung eines Studios und einer Werkstatt Räume, die der Bildung und Förderung der Community zugutekommen sollen.

Die Gründer des Clubs fassen ihre Motivation energisch zusammen: „Unseren Teil dazu beizutragen, dass die Szene wächst, ist eine herausfordernde Aufgabe, die wir mit viel Freude angehen.“

Der Erfolg des Projekts basiert auch auf einer wichtigen Lektion aus der Vergangenheit: dem ehemaligen Club Moloch. Egbert Rühl, Geschäftsführer der Hamburg Kreativ Gesellschaft, betont, dass die „wertvollen Erfahrungen aus dieser Testnutzung die Sanierung der Fläche entscheidend geprägt“ haben.

Das Resultat ist eine Lösung, die das Feiern in der HafenCity zukunftsfähig macht: Die neue Veranstaltungsfläche wird alle baurechtlichen Vorgaben, inklusive der Lärmanforderungen, erfüllen. Dies gewährleistet optimale Rahmenbedingungen für einen Clubbetrieb für bis zu 600 Personen und macht die Fläche zu einem „echten Juwel für Betreiber*innen“, die nun eine Genehmigung für lärmintensive Nutzungen wie Live-Musik erhalten.

Das glimmer ist somit nicht nur ein neues Ziel für die Musikstadt Hamburg, sondern vor allem ein strategischer Sieg für die Clubkultur. Es zeigt, dass die Stadt bereit ist, die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit die Szene auf einem tragfähigen Fundament wachsen kann. Der Name ist Programm: Im Oberhafen erscheint ein neuer, heller Schimmer, der die Nacht erobern wird. Nun liegt es an den Betreibern, das Schiff aus dem Hafen in die offene See zu leiten.

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Wer tanzt Hamburgs Zukunft im Nebel? https://www.tiefgang.net/wer-tanzt-hamburgs-zukunft-im-nebel/ Fri, 07 Nov 2025 23:14:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=12822 [...]]]> Die Veddel ist Hamburgs Labor. Ein Ort, an dem sich die Wucht des Hafens, die Herausforderungen des sozialen Miteinanders und die drängendsten Klimafragen der Stadt auf engstem Raum verdichten. Nun wird es auch ein Ort für Utopien.

Mit dem Performance-Projekt „Choreographing Fair Future“ laden zwei zwei Künstlerinnen zur aktiven Zukunftsforschung ein. Und zwar tanzend. Es geht darum, die Veddel nicht nur zu bewohnen, sondern sie durch Bewegung, Klang und Imagination neu zu erfinden.

Hinter dem ambitionierten Plan stehen die Choreografin und Ökosystem-Forscherin Verena Steiner sowie die Performance- und Community-Expertin Angela Kecinski. Ihre Mission: Sie wollen die Veddel-Community – Schüler*innen, Anwohner*innen, Migrant*innen – mit professionellen Künstler*innen zusammenbringen, um gemeinsam „imaginäre Oasen der Zukunft“ zu erfinden.

Steiner bringt die wissenschaftliche Perspektive aus ihrer Promotion über fragile Ökosysteme mit, Kecinski die Erfahrung aus der direkten partizipativen Arbeit im Quartier. Gemeinsam schlagen sie eine Brücke zwischen akademischer Tiefe und Street-Smartness.

Das Ergebnis soll in etwa anderthalb Jahren Hamburgs vielleicht aufregendste Performance werden: ein „choreographierter Nebel-Spaziergang“.

Die Veddel soll zur Bühne und zum Forschungsraum werden. Es geht darum, soziale und ökologische Fragen nicht nur zu diskutieren, sondern sie durch den Körper zu durchleben und in eine neue Form des Miteinanders zu übersetzen.

Wer kann mitmachen? Gesucht werden explizit professionelle Einzelkünstler*innen aller Genres, die entweder auf oder nahe der Veddel wohnen/arbeiten oder eine klare Verbindung zum Stadtteil haben. Das Projekt ist offen für:

  • Tänzer*innen und Performer*innen
  • (Instrumental-)Musiker*innen und Komponist*innen
  • Sänger*innen und Digital-Musikproduzent*innen

Besonders willkommen sind Perspektiven aus Urban Styles! Wer den Rhythmus der Veddel im Blut hat, ist hier genau richtig.

Die Künstlerinnen wissen: Visionen brauchen Zeit. Der Zeitplan ist daher auf zwei Jahre angelegt und wird von der Stadtteildiakonie Veddel und Kampnagel unterstützt. Die Recherchephase beginnt voraussichtlich im Frühjahr 2026. Hier entstehen die Workshops mit Schüler*innen und Anwohner*innen, in denen das künstlerische Material gesammelt wird. Die eigentliche partizipative Performance – der „choreographierte Nebel-Spaziergang“ – folgt dann voraussichtlich im Herbst 2026 oder Frühjahr 2027.

So bewirbst du dich: Wer Teil dieses Experiments werden und die Veddel aktiv mitgestalten möchte, wendet sich direkt an die Projektleitung. Die Kontaktaufnahme ist unkompliziert:

Dies ist der Moment, in dem Hamburgs Künstler*innen zeigen können, dass Kunst nicht nur kommentiert, sondern die Zukunft aktiv baut. Auf zur Veddel – die Choreografie beginnt jetzt!

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Endlich mal Langfristigkeit bedacht! https://www.tiefgang.net/endlich-mal-langfristigkeit-bedacht/ Fri, 27 Jun 2025 22:03:47 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=12053 [...]]]>

Die Freie Szene Hamburgs lebt von Experimentierfreude und unermüdlichem Engagement. Doch oft hängen große Ideen kurzweiliger Projektförderung, die Planungssicherheit Mangelware bleiben lässt. Nun ein Neustart.

Denn damit ist nun Schluss – zumindest für ausgewählte Kollektive: Die Behörde für Kultur und Medien schafft mit dem Doppelhaushalt 2025/26 eine wegweisende mehrjährige Kontinuitätsförderung und eröffnet damit neue Horizonte für die Freien Darstellenden Künste in Hamburg.

Das Ziel dieser neuen Fördersäule ist klar umrissen und ambitioniert: Etablierten Künstler*innen und Gruppen soll die notwendige Planungssicherheit geboten werden, um kontinuierliche und künstlerisch anspruchsvolle Arbeitsprozesse zu realisieren. Aber nicht nur das: Es geht auch darum, diesen Gruppen eine bessere Präsentation vor einem nationalen und internationalen Publikum zu ermöglichen. Die bestehenden Arbeitsstrukturen in der Freien Szene sollen gestärkt und ausgebaut werden, um eine nachhaltige Entwicklung zu fördern.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien, bringt die Bedeutung dieser Neuerung auf den Punkt: „Mit der Kontinuitätsförderung haben wir ein neues Förderinstrument geschaffen, das etablierten Künstlerinnen und Künstlern die Möglichkeit gibt, ihre Projekte und Ideen auch langfristig zu planen und zu realisieren.“ Er betont weiter, dass dies „notwendige Freiräume für die kreative Arbeit“ schaffe und „auch die Umsetzung von größeren Projekten mit überregionaler Strahlkraft“ ermögliche. Ein wichtiger Schritt weg vom reinen Projekt-Denken hin zu einer strategischen Stärkung der Szene. Die Förderung, mit 100.000 Euro pro Spielzeit über drei Spielzeiten (insgesamt 300.000 Euro pro Kollektiv), wird alle drei Jahre neu ausgeschrieben – ein verlässlicher Rhythmus für Planung und Entwicklung.

Ein unabhängiges, spartenübergreifendes Fachgremium hat nun die ersten drei Kollektive ausgewählt, die von dieser wegweisenden Förderung profitieren werden. Und die Auswahl spiegelt die Vielfalt und den Innovationsgeist der Hamburger Freien Szene wider:

  • MEINE DAMEN UND HERREN: MORE THAN A FEELING (Arbeitstitel), PerformanceDas Kollektiv „Meine Damen und Herren“ ist bekannt für seine mutige und reflektierte Arbeitsweise als inklusives Ensemble. Sie hinterfragen kontinuierlich ihre eigenen Strukturen und entwickeln kollektive Arbeitsformen auf Augenhöhe. In ihrem neuen dreijährigen Projekt „More than a feeling“ werden sie gemeinsam mit Expert*innen Emotionen als gesellschaftlich relevante Erfahrungen erforschen und dabei die Frage stellen, wie Gefühle Zugänge zu politischen Fragen eröffnen können – künstlerisch, zwischenmenschlich und vor allem barrierearm. Ein Projekt, das nicht nur Kunst schafft, sondern auch gesellschaftliche Debatten anstößt.
  • REGINA ROSSI: OUT OF THE BOX, Tanz für junges PublikumDie Choreographin Regina Rossi geht mit ihrem Projekt „OUT OF THE BOX“ direkt in die Quartiere. Mit einem mobilen Dance-Container startet sie ein dreijähriges Community-Dance-Projekt, das Kinder und Jugendliche in Hamburger Schulen, Stadtteilen und sogar in ländlichen Räumen mit professionellen Künstler*innen unterschiedlicher Generationen über die Kunstform Tanz zusammenbringt. Eine wunderbare Initiative, die Tanz als Brücke nutzt, um junge Menschen zu erreichen und ihnen neue Ausdrucksformen zu ermöglichen.
  • BENJAMIN VAN BEBBER: [in]operabilities – Viele Werden, MusiktheaterBenjamin van Bebber und sein Team haben sich im deutschsprachigen Musiktheater eine herausragende Position im Bereich Inklusion erarbeitet. Mit „[in]operabilities – Viele Werden“ werden sie in den kommenden drei Jahren ihr breites Netzwerk nutzen, um insbesondere die Bereiche Publikum, Orchester und Chor in den Fokus zu nehmen. Ziel ist es, die vielsinnlichen Wahrnehmungszugänge im Musiktheater weiter zu erforschen und zu erweitern. Ein Projekt, das zeigt, wie Musiktheater für alle erlebbar und zugänglich gemacht werden kann.

Die Einführung der Kontinuitätsförderung ist ein klares Bekenntnis der Stadt Hamburg zu ihrer Freien Darstellenden Szene. Senator Brosda betont: „Gleichzeitig profitiert die gesamte Szene durch die damit verbundene Festigung von Arbeitsstrukturen und den Ausbau von Netzwerken.“ Die drei geförderten Projekte sind gute Beispiele dafür, wie Kunst aus unterschiedlichen Blickwinkeln wirkt und für ein vielfältiges Publikum erlebbar gemacht wird. Ein echter Meilenstein, der Hamburgs Ruf als lebendige und zukunftsweisende Kulturmetropole weiter festigt und Künstler*innen die Freiheit gibt, ihre Visionen mit der nötigen Ruhe und Sicherheit zu entwickeln.

 

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Tanzen wie bei Poppe Isermann https://www.tiefgang.net/tanzen-wie-bei-poppe-isermann/ Fri, 16 May 2025 22:29:26 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=11796 [...]]]>

Für alle, die in Erinnerungen schwelgen und das Tanzgefühl der 1960er Jahre noch einmal erleben möchten, gibt es im Museum im Marstall eine wunderbare Gelegenheit. Unter dem Motto „Treffen! Talken! Tanzen!“ wird am Sonntag, den 25. Mai, die Zeit zurückgedreht.

Wolfgang Kurzke, der selbst in den frühen 1970er Jahren im legendären „Young Fashion Club“ von Poppe Isermann in der Winsener Bahnhofstraße auflegte, nimmt die Besucher mit auf eine musikalische Zeitreise. Es werden die Beatles, die Rolling Stones und unvergessliche Schlagerhits erklingen.

Der Nachmittag bietet Raum, um in alten Erinnerungen zu kramen, zu seinen Lieblingsliedern zu tanzen und sich mit anderen auszutauschen. Ob Slow, Fox, Mainstream oder die Musik von der Raupe auf dem Jahrmarkt – die Auswahl ist bunt und lädt zum Tanzen ein. Wer möchte, kann sogar seine persönliche TOP10-Liste von damals zusammenstellen.

Im Mittelpunkt des Nachmittags stehen die Erinnerungen an die legendäre Diskothek von Poppe Isermann, die über Jahrzehnte hinweg einer der wichtigsten Treffpunkte für die Winsener Jugend war. Die Veranstaltung knüpft an eine Gesprächsrunde des Museums aus dem vergangenen Jahr an, die sich mit den Treffpunkten und der Musik der Winsener Jugend in den 1960er Jahren beschäftigte.

Als Moderator führt erneut der gebürtige Winsener Wolfgang Kurzke durch den Nachmittag, der auch beruflich als Moderator und Sprecher tätig ist. Die Besucher erwartet ein kurzweiliges Programm, das die Erinnerung an die „gute alte Zeit“ wecken und zeigen wird, was Winsen in den 1960er Jahren bewegte.

  • Was: Treffen! Talken! Tanzen! – Eine musikalische Zeitreise in die 60er
  • Wo: Museum im Marstall, Winsen
  • Wann: Sonntag, 25. Mai, 14.30 – 16 Uhr
  • Eintritt: 3 € für Erwachsene, freier Eintritt für Kinder bis 18 Jahre und Mitglieder des Heimat- und Museumsvereins

Das Museum im Marstall liegt im Herzen der Stadt Winsen (Luhe). Im herzoglichen Marstall von 1599 informiert das Museum auf vier Ebenen über die spannende Stadtgeschichte sowie über regionale Besonderheiten der Elbmarsch und Persönlichkeiten der Stadt. Außenstellen befinden sich im Turm des Wasserschlosses und in der Luhestraße in Winsen sowie mit Museumsinseln an fünf Standorten in der Elbmarsch. Sonderausstellungen und Veranstaltungen ergänzen das Angebot.

Betrieben wird das Museum vom Heimat- und Museumsverein Winsen (Luhe) und Umgebung e. V.

 

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„Jekyll & Hyde“ erobert die Burg Seevetal https://www.tiefgang.net/jekyll-hyde-erobert-die-burg-seevetal/ Fri, 09 May 2025 22:26:49 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=11753 [...]]]>

Ein unheilvoller Wind weht dieser Tage durch die beschauliche südliche Region Hamburgs, genauer gesagt, über die altehrwürdigen Mauern der Burg Seevetal.

Doch es ist kein Sturm, der die Blätter der umliegenden Bäume aufwirbelt, sondern die aufregende Ankündigung einer Bühnenproduktion der TMC Maschen (The Musical Company), die das Publikum in ihren Bann ziehen wird: Das mit Spannung erwartete Musical „Jekyll & Hyde“ feiert seine Hamburg-Premiere und verspricht drei Abende voller Drama, Romantik und ungezähmter Leidenschaft.

Für die Musicalbegeisterten in und um Seevetal ist dies eine Nachricht, die das Herz höherschlagen lässt. Statt den Weg in die pulsierende Metropole antreten zu müssen, um hochkarätiges Theater zu erleben, kommt ein international gefeierter Stoff direkt vor die eigene Haustür. Vom 15. bis zum 17. Mai 2025 um jeweils 20 Uhr verwandelt sich die Burg in einen Schauplatz viktorianischer Dunkelheit und psychologischer Abgründe.

„Jekyll & Hyde“ ist kein unbekanntes Werk. Mit über 1.500 Aufführungen am Broadway hat es sich längst einen festen Platz in der Welt der großen Musicals gesichert. Die Mischung aus rockigen Klängen und gefühlvollen Melodien, die das facettenreiche Innenleben des Protagonisten widerspiegeln, hat Kritiker und Publikum gleichermaßen begeistert. Nun also erobert diese Erfolgsgeschichte die Bühne in Seevetal – ein Umstand, der die lokale Kulturszene mit Stolz erfüllt.

Doch worum geht es in diesem fesselnden Stück, das nun die Seevetaler Burg in seinen Bann ziehen wird? Im Zentrum steht der ambitionierte Dr. Henry Jekyll, getrieben von dem revolutionären Gedanken, das Gute und das Böse im Menschen voneinander zu trennen. Ein kühnes wissenschaftliches Unterfangen, für das er keine Genehmigung und somit keine Testpersonen findet. In seiner Verzweiflung trifft Jekyll eine folgenschwere Entscheidung: Er selbst wird zum Objekt seines gefährlichen Experiments.

Und tatsächlich – der Versuch gelingt. Doch die Rechnung hat der idealistische Arzt ohne die unberechenbare Natur des Bösen gemacht. Seine dunkle Seite manifestiert sich in der furchteinflößenden Gestalt des Mister Edward Hyde, einer Kreatur ohne Gewissen, die immer stärker die Kontrolle übernimmt. London wird von einer Reihe grausamer Morde erschüttert, und Dr. Jekyll findet sich in einem verzweifelten Kampf gegen sein eigenes, entfesseltes Ich wieder.

Doch „Jekyll & Hyde“ wäre kein Meisterwerk, würde es sich nur in den düsteren Abgründen der menschlichen Seele verlieren. Zwischen all dem Drama blühen zarte Bande der Liebe und Romantik auf. Der charmante Dr. Jekyll ist verlobt mit der liebenswerten Lisa. Bei seinem Junggesellenabschied begegnet er zudem der geheimnisvollen Lucy, einer Begegnung, die das Leben beider auf unvorhersehbare Weise verändern wird. So entsteht ein Spannungsfeld zwischen Gut und Böse, Liebe und Verlangen, das das Publikum bis zur letzten Minute in Atem hält.

Die Produktion in der Burg Seevetal verspricht, diese vielschichtige Geschichte mit Leben zu füllen. Unter der Regie von Antje Schlaich und der musikalischen Leitung von Jana Gugenheimer wird ein Ensemble agieren, das die emotionalen Höhen und Tiefen des Stücks authentisch auf die Bühne bringt. Die Choreographien von Madeleine Julie Reichert werden die rockigen und romantischen Elemente der Musik visuell untermauern.

Dass dieses ambitionierte Projekt in Seevetal realisiert werden kann, ist auch der Förderung durch das Land Niedersachsen zu verdanken. Dies unterstreicht die Bedeutung kultureller Vielfalt und die Unterstützung regionaler Initiativen, die es ermöglichen, auch außerhalb der großen Zentren hochkarätige Kunst zu erleben.

So richtet sich der Blick der lokalen Kulturszene gespannt auf den 15. Mai 2025, wenn sich der Vorhang für die Premiere von „Jekyll & Hyde“ in der Burg Seevetal hebt. Es sind Abende, die nicht nur Musicalbegeisterte ansprechen dürften, sondern alle, die sich von einer packenden Geschichte, mitreißender Musik und der besonderen Atmosphäre eines historischen Ortes verzaubern lassen wollen. Eine Einladung an die Seevetaler*innen und alle Interessierten, einzutauchen in die düstere und doch faszinierende Welt von Dr. Jekyll und Mister Hyde – direkt vor ihrer Haustür. Karten für diese sicherlich unvergesslichen Vorstellungen sind ab sofort erhältlich. Es heißt: Seien Sie dabei, wenn sich die Burg Seevetal in einen Schauplatz menschlicher Extreme verwandelt.

Die TMC- Maschen ist eine Ausbildungsstätte für Musical-Darsteller*innen und wichtige Kulturinstitution in der Region. In der The Musical Company treffen sich Menschen aller Altersgruppen, Berufe und Herkunft. Eins haben alle gemeinsam: die Liebe zur Bühne, zum Singen, Tanzen und Schauspielen. Von Neueinsteigern über Fortgeschrittene bis hin zu Menschen, für die die Bühne zum Beruf werden soll.

Und dass die Show gut wird, dafür sorgen unsere professionellen Probenleitenden. Ob Chorleitender, Vocal Coach, Orchesterleitung, Bandleader, Choreographin, Regisseurin oder Schauspielcoach: Alle verfügen über eine fundierte Qualifikation, wie sie auch an kommerziellen Bühnen üblich ist. Ebenso professionell inszenieren wir unsere Shows mit aufwändiger Bühnen-, Licht- und Tontechnik – da vergisst das Publikum schon mal, dass es eigentlich Amateur-Produktionen sind.

WANN?
Aufführungen in der Burg Seevetal,
15.Mai 2025 // 20 Uhr (Premiere)
16. Mai 2025 // 20 Uhr
17. Mai 2025// 20 Uhr

Ab 12 Jahren

WO?
Tickets HIER

Dauer: ca. 2 Stunden

WER? 
Musik: Frank Wildhorn
Buch und Songtexte: Leslie Bricusse
Nach dem gleichnamigen Roman von Robert Louis Stevenson
Für die Bühne adaptiert von Steve Cuden und Frank Wildhorn
Deutsche Fassung: Susanne Dengler

Regie: Antje Schlaich
Musikalische Leitung: Jana Gugenheimer
Vocal Coaching: Pascal F. Skuppe
Choreographie: Madeleine Julie Reichert

 

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Ein Fest für Alle(s) https://www.tiefgang.net/ein-fest-fuer-alles/ Fri, 02 May 2025 22:17:35 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=11735 [...]]]>

Der Sommer klopft an die Tür, und mit ihm die Vorfreude auf ein Ereignis, das Harburg in ein pulsierendes Zentrum der Lebensfreude verwandelt: „Sommer im Park“.

Vom 22. bis zum 27. Juli 2025 wird der Harburger Stadtpark zur Bühne für ein facettenreiches Open-Air-Festival, das nicht nur die Ohren mit einem vielfältigen Line-Up verwöhnt, sondern auch Herz und Seele berührt.

„Ein Fest für alle Sinne“ verspricht das Programm, und es scheint, als hätten die Veranstalter alles darangesetzt, diesem Anspruch gerecht zu werden. Musik verschiedenster Genres erfüllt die lauen Sommerabende, von Hip-Hop über Blues und Rock bis hin zu Soul. Namen wie Lotto King Karl & die Barmbek Dream Boys, Inga Rumpf und die Bad News Reunion lassen die Herzen von Musikliebhabern höherschlagen.

Doch „Sommer im Park“ ist weit mehr als ein Musikfestival. Es ist ein Ort der Begegnung, an dem „alle Menschen aller Kulturen, Altersgruppen und Religionen“ eingeladen sind, „gemeinsam unvergessliche Momente mitten im Grünen zu erleben“. Neben den Konzerten gibt es ein vielfältiges Rahmenprogramm mit Workshops, Ferienaktionen, Führungen und Mitmachaktionen, das den Stadtpark in einen lebendigen Treffpunkt für Jung und Alt verwandelt.

Besonders hervorzuheben ist das solidarische Preismodell bei den Tickets: „Pay what you want!“. Die Besucher*innen entscheiden selbst, welchen Beitrag sie leisten können und wollen. „Kultur ist für alle da“, so die Veranstalter, und dieses Motto wird hier auf wunderbare Weise in die Tat umgesetzt. Natürlich sind auch finanzielle Unterstützer willkommen, denn die Realisierung eines solchen Festivals ist mit hohen Kosten verbunden.

Antonia Marmon, Geschäftsführerin des Harburg Marketing e.V., bringt die Essenz des Festivals auf den Punkt: „In diesem Jahr haben wir das bunteste ‚Sommer im Park‘-Programm jemals. Wir freuen uns darauf mit Besucher:innen aus Stadt und Land zu feiern, den Stadtpark zu genießen und zu zeigen was Harburg alles zu bieten hat!“

„Sommer im Park“ ist ein Fest der Vielfalt, der Lebensfreude und der Gemeinschaft. Es ist eine Einladung, den Sommer in vollen Zügen zu genießen und die verbindende Kraft von Musik und Kultur zu erleben. Ein Ort, an dem Unterschiede verschmelzen und unvergessliche Erinnerungen geschaffen werden.

Ab sofort sind die Tickets im Vorverkauf erhältlich – mit dem solidarischen Preismodell „Pay what you want!“, das Kultur für alle zugänglich macht unter:

www.sommer-im-park-harburg.de

 

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Hamburg stärkt die Freien Darstellenden Künste https://www.tiefgang.net/hamburg-staerkt-die-freien-darstellenden-kuenste/ Fri, 07 Mar 2025 23:47:24 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=11583 [...]]]> Hamburg stärkt in enger Abstimmung mit dem Dachverband freie darstellende Künste (DfdK) die Förderung der freien Szene deutlich.

Mit dem Doppelhaushalt 25/26 werden bestehende Förderungen um insgesamt 500.000 Euro im Jahr erhöht und neue Förderinstrumente in Höhe von einer Million Euro eingeführt. Damit soll die vielfältige freie Szene in Hamburg gestärkt und die Projektförderung so ausgestattet werden, dass die gestiegene Honoraruntergrenze berücksichtigt werden kann. Dies hat Kultursenator Dr. Carsten Brosda heute zusammen mit dem Dachverband freie darstellende Künste in den neuen Räumlichkeiten des monsun.theater in der Billrothstraße 79 vorgestellt.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Mit großem Engagement und hoher Kreativität bringen die Freien Darstellenden Künste in Hamburg wichtige gesellschaftliche Themen auf die Bühnen. Die Kulturstadt Hamburg hat eine ausgesprochen vielfältige freie Szene, die der Kultur in der Stadt immer wieder genreübergreifend wichtige Impulse gibt. Ich bin froh, dass die Behörde für Kultur und Medien die freie Szene weiter stärken kann. Die neuen Förderprogramme sind mit der Szene erarbeitet worden und ergänzen die bisherigen Angebote optimal. Wichtige Themen wie die Erschließung neuer Zugänge zu Räumen, größere Sichtbarkeit der Freien Szene und langfristige Förderung werden damit angegangen.“

Der Vorstand des Dachverbands freie darstellende Künste Hamburg e. V.: „Der Aufwuchs der Fördermittel für die Künstler:innen und die Kunst der freien Szene in Hamburg ist ein starkes Signal in herausfordernden Zeiten. Das schafft Raum für künstlerische Projekte und nachhaltige Strukturen. Als Dachverband setzen wir uns weiterhin für noch bessere Strukturen ein, um die Vielfalt der freien Szene in Hamburg noch nachhaltiger zu fördern und zu verbessern. So stärken wir nicht nur die Kulturstadt Hamburg, sondern leisten auch einen wichtigen Beitrag zur Gestaltung und Weiterentwicklung gesellschaftlicher Themen. Wir danken der Stadt Hamburg und der Behörde für Kultur und Medien für ihr Engagement und die konstruktive Zusammenarbeit und feiern die deutliche Erhöhung der Fördermittel, die eine spürbare Stärkung der freien darstellenden Szene ermöglicht.“

Anpassung bestehender Förderungen:

Die Mittel für die Projektförderung steigen um insgesamt 180.000 Euro im Jahr, sowie die mehrjährige Konzeptionsförderung um 120.000 Euro im Jahr. Damit soll insbesondere die Einhaltung der Honoraruntergrenze ermöglicht und im Bereich Sprechtheater, Musiktheater und Performance auf die seit Jahren sehr hohe Zahl der Anträge reagiert werden.

Zudem wird die schon bestehende, vom DfdK administrierte Diffusionsförderung (Wiederaufnahme- und Gastspielförderung) in 2025 um 200.000 Euro auf insgesamt 300.000 Euro angehoben, um die Sichtbarkeit der Freien Szene zu erhöhen und nachhaltiges Produzieren zu stärken.

Im Bereich der allgemeinen Projektförderung werden bereits auf Grundlage der neuen Förderstruktur für die Spielzeit 2025/26 insgesamt 58 Projekte der freien darstellenden Künstlerinnen und Künstler mit 2.055.000 Euro gefördert. Das entspricht einem Aufwuchs von 300.000 Euro in der Vergabe der Mittel, über die fünf unabhängige Fachgremien berieten. Eine Übersicht über alle zur Förderung empfohlenen Projekte finden Sie hier.

Neue Förderinstrumente:

Eine neue Kontinuitätsförderung fördert drei bereits etablierte Künstlerinnen und Künstler mit jeweils 100.000 Euro pro Spielzeit über drei Jahre. Mit diesem Fördermodul soll die Szene auch qualitativ gestärkt werden. Eine Ausschreibung der Behörde für Kultur und Medien ist für die erste Jahreshälfte 2025 geplant.

Darüber hinaus wird ein Kofinanzierungsfonds eingerichtet (200.000 Euro im Jahr), der Künstlerinnen und Künstlern ermöglicht, sich auf Bundesfördergelder zu bewerben, für die eine Kofinanzierung durch die Stadt notwendig ist. Mittelfristig können so Fördermittel aus dem Bund und perspektivisch auch aus Europa besser in Anspruch genommen und so mehr freie Projekte in Hamburg ermöglicht werden.

In Zusammenarbeit mit dem Dachverband freie darstellende Künste wird zudem ein Proberaumfonds (200.000 Euro im Jahr) konzipiert, der die bestehenden Proberaumstrukturen stärkt und neue Zugänge zu weiteren Räumen ermöglichen soll.

Im Bereich Tanz wird die Förderung des bundesweit einmaligen und preisgekrönten Netzwerks explore dance – Tanz für junges Publikum um 33.000 Euro auf 180.000 Euro im Jahr erhöht.

Zudem erhalten die Choreographinnen Antje Pfundtner, Jenny Beyer, Ursina Tossi vergleichbar mit der Förderhöhe der Kontinuitätsförderung eine Förderung in Höhe von 300.000 Euro im Jahr. Damit sichert die Stadt die Arbeit dieser renommierten Hamburger Tanzschaffenden, unabhängig von Förderentscheidungen anderer, und setzen die durch Tanzpakt begonnene Strukturförderung auf Landesebene fort. Mit den Mitteln verfestigen sich Strukturen für den Tanz in der Stadt und machen gleichzeitig weitere Fördermittel auf Bundesebene möglich.

Mehr Informationen zur Juryvergabe Spielzeit 2025/26: Freie Darstellende Künste / Performing Arts / Theater und Tanz

 

 

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Ästhetik des Urban Dance https://www.tiefgang.net/aesthetik-des-urban-dance/ Fri, 04 Oct 2024 22:12:58 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=11238 [...]]]> Die Tanztriennale, der neue „Kulturelle Leuchtturm“ der Kulturstiftung des Bundes für die Sparte Tanz, geht mit einer Doppelspitze in die erste Ausgabe 2026.

Als Künstlerische Leitung hat die internationale Findungskommission die Dramaturgin Monica Gillette und die Tanz-Kuratorin Gwen Hsin-Yi Chang ausgewählt. Gillette und Chang sollen der Tanztriennale ein Profil für die gesamte Tanz-Community geben, vom klassischen Ballett über zeitgenössische Ästhetiken bis zum Urban Dance und anderen Stilen. Dazu entwickeln die beiden künstlerischen Leiterinnen ein Programm aus Tanz-Produktionen, künstlerischen Projekten für Profis und Laien sowie Formaten, in denen sich die vielfältigen Tanz-Szenen vernetzen können.

Als Austragungsort der Tanztriennale wählte der Stiftungsrat der Kulturstiftung des Bundes in einem gesonderten Bewerbungsprozess bereits im Juli 2024 Hamburg aus. Die Stadt wird die Tanztriennale gemeinsam mit dem Hamburg Ballett und der Ballettschule des Hamburg Ballett, dem internationalen Produktionshaus Kampnagel und K3 – Zentrum für Choreographie | Tanzplan Hamburg ausrichten.

Auf die Künstlerische Leitung konnten sich sowohl Teams als auch Einzelpersonen bewerben. Aus allen Bewerbungen hat sich die internationale Findungskommission einstimmig für die Berufung von Monica Gillette und Gwen Hsin-Yi Chang ausgesprochen: „Monica Gillette und Gwen Hsin-Yi Chang überzeugten mit ihrer breiten internationalen Erfahrung und ihrem tiefen Verständnis für unterschiedliche Tanzstile, sei es Ballett, Funk, Hip-Hop, Club Styles oder zeitgenössischer Tanz. Ihr Konzept verspricht, den Tanz in all seinem Potenzial sichtbar zu machen und die Stärken der erfahrenen Hamburger Institutionen mit globalen Perspektiven und neuen Impulsen aus der freien Tanzszene zu verbinden. Durch aktive Community-Arbeit, auch vor und nach der Tanztriennale, öffnen sie das Format und schaffen damit die Grundlage für ein dynamisches, relevantes Programm, das die vielgestaltige Tanzszene in Deutschland – von Amateur*innen bis zu Profis aus der ganzen Welt – wie auch das Publikum einbezieht. So entsteht ein solidarischer Raum, in dem sich eine neue Dynamik für die gesamte Szene entfaltet, und aus dem die Tanztriennale, ein neuer kultureller Leuchtturm für Tanz in Deutschland und international, wachsen kann.“

Die Künstlerische Direktorin der Kulturstiftung des Bundes Katarzyna Wielga-Skolimowska sagte: „Monica Gillette und Gwen Hsin-Yi Chang bringen viel Erfahrung und Engagement mit und stehen mit großer Glaubwürdigkeit für einen inklusiven Ansatz, der den verbindenden Charakter des Tanzes in den Mittelpunkt stellt. Ich bin überzeugt, dass – dank ihrer Netzwerke und ihres Wissens über die künstlerische Entwicklung des Tanzes – die erste Tanztriennale auf die Szene in Deutschland und darüber hinaus ausstrahlen wird.“

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg: „Die Kulturstadt Hamburg besticht mit einer national und international agierenden Tanzszene. Die Tanztriennale baut auf dieser vielfältigen Szene auf und legt einen Schwerpunkt auf die Potenziale, die in der Verschränkung unterschiedlicher Produktionsformen und in der internationalen Vernetzung liegen. Monica Gillette und Gwen Hsin-Yi Chang sind als künstlerisches Leitungsteam der Tanztriennale gerade für die internationale Strahlkraft und Vernetzung der Tanzszene eine hervorragende Wahl. Wir gratulieren sehr herzlich, freuen uns auf die Zusammenarbeit und auf das Netzwerk, das mit der Tanztriennale in Hamburg für die Kunstform Tanz entstehen wird. Ich bin mir sicher, dass wir uns auf ein außergewöhnliches Fest des Tanzes freuen können.“

Monica Gillette arbeitet derzeit als Dramaturgin für das Tanzhaus Zürich und forscht im Auftrag des European Dance Development Network (EDN). Sie absolvierte eine klassische Ballettausbildung in den USA und sammelte vielfältige Erfahrungen im zeitgenössischen Tanz in Europa, zuletzt im Ensemble des Theater Freiburg. Neben ihrer Tätigkeit als Dramaturgin hat sie sich anschließend auf internationale Projekte spezialisiert, die Tanz mit sozialem Engagement und kulturellem Austausch verbinden. Zuletzt war sie an mehreren europäischen Tanz-Projekten beteiligt, etwa „Migrant Bodies/Moving Borders“, „Empowering Dance“ oder „Dancing Museums – The Democracy of Beings“.

Gwen Hsin-Yi Chang hat sich auf spartenübergreifendes künstlerisches Arbeiten spezialisiert und bringt als Kuratorin Erfahrungen aus mehreren Projekten im Bereich Tanz mit. Sie war Gastkuratorin des Tanzkongresses 2022 in Mainz und leitete die Abteilung für internationale Partnerschaften am Nationalen Kunst- und Kulturzentrum Weiwuying (Kaohsiung, Taiwan), die Taiwan Dance und Weiwuying Circus Platforms. In Luxemburg initiierte sie AxE Arts Europa, ein Netzwerk für künstlerischen Austausch in den Darstellenden Künsten. Chang ist Partnerin in der europäischen Tanz-Plattform Aerowaves und Mitglied im Steuerungsgremium des Circus Asia Network.

Mitglieder der Findungskommission: Joy Alpuerto Ritter (Choreografin, Berlin), Bruno Bouché (Künstlerischer Leiter Ballet de l’Opéra national du Rhin, Mulhouse/Frankreich), Serge Aimé Coulibaly (Künstlerischer Leiter Faso Danse Theatre, Brüssel/Belgien und Bobo-Dioulasso/Burkina Faso), Ingrida Gerbutavičiūtė (Intendantin tanzhaus nrw, Düsseldorf), Wanda Puvogel (Tanzdirektorin und Dramaturgin Luzerner Theater/Schweiz)

Beratung der Findungskommission: Michael Freundt (Geschäftsführer Dachverband Tanz Deutschland), Markus Pitz (Amtsleiter Kultur in der Behörde für Kultur und Medien, Hamburg), Katarzyna Wielga-Skolimowska (Künstlerische Direktorin Kulturstiftung des Bundes)

Detaillierte Informationen zur Tanztriennale finden Sie unter www.kulturstiftung-des-bundes.de/tanztriennale

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„An der freien Kunst zu sparen, kostet zu viel!“ https://www.tiefgang.net/an-der-freien-kunst-zu-sparen-kostet-zu-viel/ Fri, 16 Aug 2024 22:24:22 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=11093 [...]]]> Sechs Bundeskulturfonds hatten auf die geplanten, massiven Kürzungen im Entwurf des Bundeshaushalts 2025 hingewiesen. Jetzt gibt es auch eine Petition.

Am 31. Juli lancierte Heinrich Horwitz, Kind des Schauspielers Dominique Horwitz, eine öffentliche Petition, die eine Korrektur dieser kulturpolitischen Fehlentscheidung fordert und bereits weit mehr als 27.000 mal unterschrieben wurde. Viele international bekannte Musiker*innen und Komponist*innen unterstützen die Petition: Helmut Lachenmann, Tabea Zimmermann, Jan St. Werner, Brigitta Muntendorf, Enno Poppe, Lucas Fels, Igor Levit, Alexander von Schlippenbach, Andreas Dorau, Rebecca Saunders, Johannes Kreidler und viele, viele mehr – eine überwältigende Bestätigung der Wirkung der Fördertätigkeit des Musikfonds in der freien Musikszene.

Auch das Medienecho ist groß: Zuletzt besprachen Deutschlandfunk Kultur und das VAN Magazin detailliert die Folgen der Kürzungen. Über die Stellungnahmen der Bundeskulturfonds und des Bündnisses internationaler Produktionshäuser wurde breit berichtet (u.a. Spiegel Online, Frankfurter Rundschau oder Süddeutsche Zeitung).

Heinrich Horwitz begründet seine Petition:

„Freie Kunstszene ausgebremst! Bundeskulturfonds fast halbiert, Aus für das Bündnis Internationaler Produktionshäuser!” – Dieses Motto könnte die Presseerklärung zum Haushaltsentwurf der Staatsministerin für Kultur und Medien haben. Stattdessen lautet die Headline der Pressemitteilung Claudia Roths: „Bundesregierung bleibt verlässlicher Förderer unserer Kultur- und Medienlandschaft“

Dem Bündnis internationaler Produktionshäuser, ein seit Jahren äußerst erfolgreiches Kulturmodell und Zusammenschluss der größten freien internationalen Produktionshäuser, sollen im 10. Jahr seines Bestehens sämtliche Bundesmittel gestrichen werden. Den sechs Bundeskulturfonds, die freischaffende Künstler*innen in den Bereichen Bildende Kunst, Literatur, Übersetzung, Darstellende Kunst, Soziokultur und Musik fördern, wird der ohnehin nicht ausreichende Förderansatz von 2024 halbiert. Besonders trifft es hierbei die Darstellenden Künste, da mit dem Wegfall des Bündnis internationaler Produktionshäuser und der Kürzung beim Fonds Darstellende Künste insgesamt 10 Mio. weniger für die Szene zur Verfügung stehen.

Kleinere Förderungen, wie beispielsweise für das freie Tanzprojekt DanceOn, fallen ebenfalls komplett aus der Haushaltsaufstellung der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM). Das mehrfach ausgezeichnete Netzwerk Tanz für junges Publikum – explore dance wird ebenfalls nicht weiter berücksichtigt.

Dabei ist der Haushalt des Kulturbereichs im Kanzleramt um gut 50 Mio. auf 2,2 Mrd. erhöht worden. Dass trotz des beachtlichen Aufwuchses nun ausgerechnet massive Etatkürzungen oder gar Streichungen bei Produktionshäusern und der Fördereinrichtung der Freien Darstellenden Künste vorgenommen werden, die für die bundesweit bedeutende Freie Performance-, Tanz- und Theaterlandschaft stehen, ist in keiner Weise nachvollziehbar. Genau der Fonds Darstellende Künste und die international vernetzten Produktionshäuser sind für viele freischaffende Künstler*innen lebensnotwendig – als Veranstalter*innen, Produzent*innen und Fördermittelgeber*innen.

Zugleich erreichen sie mit ihren herausragenden Arbeiten ein millionenstarkes und vielfältiges Publikum. Es sind dieselben Strukturen, die erst jüngst als äußerst verlässliche und innovationstreibende Partner*innen in den herausfordernden Zeiten der Pandemie gelobt wurden und deren Stärkung im Koalitionsvertrag ausdrücklich vereinbart ist. Gemeinsam stehen sie für eine demokratische, unabhängige Kulturförderung.

In Zeiten zunehmender gesellschaftlicher Polarisierung und anwachsenden antidemokratischen Kräften braucht es gestärkte Freie Künste, die ästhetisch und kulturell für die Freiheit der Künste und gegen jede Form von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit stehen.

Als Künstler*innen, Akteur*innen und Unterstützer*innen der Kunst- und Kulturszene, die von regional wirkenden, soziokulturellen bis international vernetzten Kunstorten reicht, wenden wir uns an die verantwortliche Staatsministerin für Kultur und Medien: Wir fordern Claudia Roth auf, diese kulturpolitische Fehlentscheidung zu korrigieren. Die Haushaltsansätze für den Fonds Darstellende Künste und das Bündnis internationaler Produktionshäuser müssen den längst bekannten Bedarfen gerecht werden, mindestens aber den Zuwendungen von 2024 entsprechen. Keine Halbierung der Bundeskulturfonds! Ausbau der Förderungen für das Bündnis Internationaler Produktionshäuser und des Fonds Darstellende Künste!

Investieren Sie in die Zukunft! Fördern Sie den Ausbau der freien Kulturlandschaft, als Innovationstreiberin und als Garant für einen lebendigen gesellschaftlichen Zusammenhalt in herausfordernden Zeiten.

Erstunterzeichner*innen:

Heinrich Horwitz (Regisseur*in, Choreograf*in), Anna Mülter (künstlerische Leitung Festival Theaterformen, Hannover / Braunschweig), Simone Dede Ayivi (Performance, Regie), Rolf C. Hemke (Kunstfest Weimar), Julius Feldmeier (Schauspieler), Tina Pfurr (Schauspielerin, Kulturproduzentin, Regisseurin), Luisa-Céline Gaffron (Schauspielerin), Marie Bues (Regisseurin, Intendantin), She She Pop (feministisches Performance-Kollektiv), Klaus Lederer (MdA Bürgermeister von Berlin und Senator a.D.), Helgard Haug, Stefan Kaegi, Daniel Wetzel (Rimini Protokoll), Amelie Deuflhard (Intendanz Kampnagel), Swoosh Lieu (Rosa Wernecke, Johanna Castell, Katharina Pelosi), Gob Squad Arts Collective, Eva Meyer-Keller (Regisseurin), Annemie Vanackere (HAU Hebbel am Ufer Intendanz und Geschäftsführung), Kathrin Röggla (Autorin), Kathrin Tiedemann (Forum Freies Theater Düsseldorf Künstlerische Leitung, Geschäftsführung), Milo Rau (Intendanz Wiener Festwochen), Constanza Macras (Choreografin), Holger Bergmann (Geschäftsführung Fonds Darstellende Künste, Mentor), Gregor Hotz (Geschäftsführer Musikfonds), Eva Meckbach (Schauspielerin), Sophie Becker (Künstlerische Leitung SPIELART), Ingrida Gerbutavičiūtė (tanzhaus nrw Intendanz), Anna Wagner, Marcus Droß (Künstler*innenhaus Mousonturm Intendanz und Geschäftsführung), Alexander Weise (Schauspieler), Alison Schuhmacher (Schauspieler*in), Oska Borcherding (Schauspieler), Philipp Leinenbach (Schauspieler, Comedian), Jill Weller (Schauspielerin), Henri Maximilian Jakobs (Musiker, Schauspieler), Eloain Lovis Hübner (Komposition, Musiktheater, Kuration), Lucien Lambertz (Dramaturgie, Kuration Kampnagel), Silvia Fehrmann (Kulturmanagerin), Stefan Hilterhaus (PACT Zollverein Künstlerische Leitung, Geschäftsführung), Claudia Schmitz (Direktorin Deutscher Bühnenverein), Nina Tecklenburg (Interrobang), Andreas Dorau (Musiker), Jan Werner (Mouse on Mars), Carena Schlewitt (HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste Intendanz und Künstlerische Leitung), Tucké Royale (Regisseur, Professor für Creative Writing), Dr. Joy Kristin Kalu (Dramaturgin, Professorin UdK Berlin), Brigitta Muntendorf (Komponistin), Dominique Horwitz (Schauspieler), Tabea Zimmermann (Musikerin), Gordon Kampe (Komponist, Präsident der Gesellschaft für Neue Musik), Lucas Fels (Arditti Quartet), Decoder Ensemble (Band für aktuelle Musik Hamburg), andcompany&Co (Alexander Karschnia, Nicola Nord, Sascha Sulimma, Caroline Farke), Manos Tsangaris (Komponist, Präsident der Akademie der Künste Berlin), Igor Levit (Pianist), Nadin Deventer (Künstlerische Leiterin Jazzfest Berlin), Sebastian Rudolph (Schauspieler), Helmut Lachenmann (Komponist), Ariel Efraim Ashbel (Künstler*in), Andrea Niederbuchner, Jens Hilje (sophiensaele), Mateusz Szymanówka (Dramaturgie Tanz Sophiensaele, Künstlerische Leitung Tanztage Berlin), Dietmar Schwarz (lntendant Deutsche Oper Berlin), Ersan Mondtag (Regisseur), Lisa Jopt (Präsidentin GDBA), Phillipp Ruch (Zentrum für politische Schönheit), Nikolaus Müller – Schöll (Professor für Theaterwissenschaft, Goethe-Universität Frankfurt/M.), Godehard Giese (Schauspieler), Sivan Ben Yshai (Autorin)“

Zur Petion geht es hier: Petition

 

 

 

 

 

 

 

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