Theater – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Wed, 14 Jan 2026 16:04:08 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.3 Zwischen Normalität und Avataren https://www.tiefgang.net/zwischen-normalitaet-und-avataren/ Sun, 18 Jan 2026 15:48:39 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13131 [...]]]> Das Hamburger Kindertheater Treffen 2026 steht vor der Tür und bringt vom 20. bis 26. Februar eine Energie in die Stadt, die man sich nicht entgehen lassen sollte.

Unter dem Motto »Auf die Plätze!« zeigen die freien Kindertheater*innen, dass Bühne weit mehr sein kann als nur Märchenstunde. Es ist eine Werkschau des vergangenen Jahres, die so ziemlich alles abdeckt: von abenteuerlichen Geschichten bis hin zu utopischen Tanzperformances mit VR-Brillen.

Den Startschuss gibt das Theater Fata Morgana am 20. Februar im FUNDUS THEATER mit der Performance „Wie normal bist du denn?“. Ab 10 Jahren wird hier die Macht des Normalen hinterfragt – ein Thema, das in unserer heutigen Gesellschaft aktueller denn je ist. Wer es moderner mag, sollte sich „DANCE MACHINES“ von Regina Rossi am 24. Februar vormerken. Hier verschmelzen Gegenwart und Zukunft, wenn Menschen ab 11 Jahren mit speziellen VR-Brillen und Avataren in einen analog-virtuellen Raum eintauchen.

Das Festival ist ein Gemeinschaftsprojekt von ahap e.V. und kitsz e.V. und bespielt drei ganz unterschiedliche Orte: das FUNDUS THEATER, das HoheLuftschiff und das Flachsland – Hamburger Puppentheater. Jede Bühne hat ihren eigenen Charme, vom festen Haus bis zum Theaterschiff auf dem Wasser.

Theater für alle: Inklusion im Fokus

Besonders beeindruckend ist der diesjährige Fokus auf Barrierefreiheit. Dank zusätzlicher Förderung gibt es Angebote wie Audiodeskriptionen für Sehbeeinträchtigte, etwa bei „Nö. Ich. Zuerst.“ vom Theater am Strom am 21. Februar oder bei der Geschichte um den „Rollschuhdieb“ am 26. Februar. Auch für Menschen mit auditiven Einschränkungen wird mit „Die geheimnisvolle Kiste“ am 22. Februar gesorgt.

Die Bandbreite reicht dabei von den Allerkleinsten ab 2 Jahren bei „Wenn das Schaf nicht schläft“ bis hin zu Teenager*innen. Kultursenator Dr. Carsten Brosda betont in seinem Grußwort treffend, dass diese Stücke die Facetten unserer Gesellschaft spiegeln und Themen behandeln, die Groß und Klein gleichermaßen beschäftigen. Es geht um Gerechtigkeit mit Robin Hood, um die Kraft der Kreativität bei „Prinz Eile“ oder einfach um den Mut, jemanden zu trösten.

Das Programm im Überblick

Die Vorstellungen finden über die ganze Woche verteilt statt, wobei das Wochenende perfekt für Familienausflüge ist:

Am Freitag, den 20. Februar, startet das Festival um 18 Uhr im FUNDUS THEATER mit der Performance über Normalität. Der Samstag, 21. Februar, bietet im FUNDUS THEATER ein volles Programm: Los geht es um 11 Uhr mit „Pokko und die Trommel“, gefolgt von „Nö. Ich. Zuerst.“ um 14 Uhr und der musikalischen „Klabauter-Kapelle“ um 16 Uhr.

Der Sonntag, 22. Februar, beginnt um 11 Uhr mit „Triff Robin Hood!“ im FUNDUS THEATER, während um 14 Uhr „Prinz Eile“ übernimmt. Um 16 Uhr lädt das HoheLuftschiff zur „geheimnisvollen Kiste“ ein.

In der Woche geht es am Montag, 23. Februar, um 10 Uhr auf dem HoheLuftschiff mit dem „Super-Kräfte-Chaos“ weiter. Am Dienstag folgt zur gleichen Zeit die multimediale Bewegungserfahrung „DANCE MACHINES“ im FUNDUS THEATER. Der Mittwoch, 25. Februar, widmet sich um 10 Uhr auf dem HoheLuftschiff dem kleinen Schaf, das nicht schlafen kann. Den Abschluss macht der „Rollschuhdieb“ am Donnerstag, 26. Februar, um 10 Uhr im Flachsland.

Tickets und Kontakt: Die Preise variieren je nach Spielort zwischen 8,00 € und 9,00 € für Kinder sowie 10,00 € bis 12,00 € für Erwachsene. Gruppenpreise liegen meist bei 6,00 € bis 8,00 €.

Reservierungen sind direkt bei den Spielstätten möglich:

Alle weiteren Infos finden Interessierte unter www.hamburger-kindertheater.de.

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Eine Hommage an den Mut https://www.tiefgang.net/eine-hommage-an-den-mut/ Sat, 17 Jan 2026 15:24:47 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13126 [...]]]> Es gibt Momente in der Geschichte einer Stadt, in denen ein Funke überspringt, der weit über die Jahrzehnte hinaus leuchtet. Für Hamburg war ein solcher Moment das Jahr 1926, als Ida Dehmel die GEDOK ins Leben rief.

Heute, 100 Jahre später, blicken wir auf ein Jahrhundert geballter weiblicher Kreativität und politischer Durchsetzungskraft zurück. Die „Gemeinschaft Deutscher und Oesterreichischer Künstlerinnen und Kunstfreundinnen“, kurz Gedok, ist nicht weniger als das europaweit älteste und größte Netzwerk für Künstlerinnen aller Sparten. Und wo ließe sich dieses Jubiläum besser feiern als an seinem Geburtsort?

Ida Dehmel war eine Visionärin mit einem untrüglichen Gespür für Synergien. In einer Zeit, in der Frauen in der Kunstwelt oft noch als schmückendes Beiwerk oder bestenfalls als talentierte Dilettantinnen belächelt wurden, schuf sie eine Struktur, die Professionalität und Solidarität verband. Ihr Hamburger Wohnhaus wurde zum Epizentrum eines interdisziplinären Austauschs, der Musik, Literatur und Bildende Kunst zusammenführte. Es ging nie nur um Ästhetik, es ging um Existenzsicherung und Sichtbarkeit.

Das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG) widmet diesem Jahrhundertprojekt nun die große Schau Künste, Frauen, Netzwerk. 100 Jahre GEDOK. Wer durch die Räume geht, spürt sofort die Energie, die von diesem Aufbruch ausging. Die Ausstellung ist weit mehr als eine historische Rückschau; sie ist eine Analyse von Machtstrukturen und der Kraft der Gemeinschaft. Besonders faszinierend ist, wie hier die Gründungsjahre in Hamburg lebendig werden. Namen wie Anita Rée oder die Textilkünstlerin Maria Brinckmann tauchen auf – Frauen, die das Gesicht der Hamburger Moderne prägten und in der GEDOK eine Heimat fanden.

Was man sich bei diesem Jubiläumsprogramm unbedingt merken sollte, ist die Vielschichtigkeit der Exponate. Es sind nicht nur Gemälde oder Skulpturen zu sehen, sondern auch Dokumente, die den zähen Kampf um Anerkennung belegen. Ein absolutes Highlight im MKG ist die Aufarbeitung der spartenübergreifenden Zusammenarbeit. Die GEDOK verstand sich von Anfang an als Brücke: Komponistinnen trafen auf Schriftstellerinnen, Fotografinnen auf Kunstgewerblerinnen. Diese Offenheit ist bis heute der Kern der Organisation.

Ein weiterer Programmpunkt, der aus der Masse heraussticht, ist die Veröffentlichung des Jubiläumsbuchs. Es ist kein klassischer Wälzer, der nur im Regal verstaubt, sondern ein lebendiges Zeugnis einer Bewegung, die sich auch durch die dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte nicht gänzlich unterkriegen ließ. Die Texte beleuchten kritisch die Rolle der GEDOK während der NS-Zeit, die Vertreibung jüdischer Mitglieder – darunter auch die Gründerin Ida Dehmel selbst – und den mühsamen Wiederaufbau nach 1945. Diese Ehrlichkeit in der Aufarbeitung macht das Jubiläum erst wirklich würdig.

Hamburg feiert in diesem Jahr also nicht nur einen Verein, sondern eine Idee, die heute so aktuell ist wie eh und je. In Zeiten, in denen über Gender-Pay-Gap in der Kultur und die Repräsentanz von Frauen in großen Museen gestritten wird, wirkt das Vermächtnis von Ida Dehmel wie ein Kompass. Die GEDOK ist kein museales Relikt, sondern ein pulsierendes Netzwerk, das heute über 20 Regionalgruppen umfasst.

Wer sich für die Kulturpolitik der Hansestadt und die Rolle der Frau in der Kunst interessiert, kommt an dieser Jubiläumsschau nicht vorbei. Sie fordert uns heraus, neugierig zu bleiben und den Blick für jene Strukturen zu schärfen, die Kunst erst möglich machen. Die Ausstellung im MKG läuft als zentraler Ankerpunkt und bietet neben den visuellen Genüssen auch Raum für Diskussionen und Konzerte, die den Geist der Gründerzeit in die Gegenwart holen.

Es ist eine Hommage an den Mut, sich zusammenzuschließen, und eine Einladung, die künstlerische Qualität zu entdecken, die oft erst durch ein starkes Netzwerk im Rücken zur vollen Entfaltung kommen kann. 100 Jahre GEDOK – das ist ein verdammt guter Grund, in die Hamburger Kunstgeschichte einzutauchen und gleichzeitig die Weichen für die nächsten 100 Jahre zu stellen.

Künste, Frauen, Netzwerk. 100 Jahre GEDOK bis zum 30. August 2026 im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG) Steintorplatz, 20099 Hamburg Telefon: 040 428134880 www.mkg-hamburg.de

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Die Pianistin, der Flügel und die Hölle https://www.tiefgang.net/die-pianistin-der-fluegel-und-die-hoelle/ Fri, 12 Dec 2025 23:16:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13002 [...]]]> Manchmal ist ein Theaterabend kein Genuss, sondern eine Notwendigkeit. Im Januar 2026 bringt das Harburger Theater ein Stück auf die Bühne, das nicht nur unterhält, sondern regelrecht in die Seele zwingt: „Alice – Spiel um dein Leben“.

Es ist die Geschichte von Alice Herz-Sommer (1903 – 2014), der ältesten Holocaust-Überlebenden der Welt, und es ist ein Abend, der die ungeheure Frage stellt: Wie bewahrt man die Liebe zur Schönheit, wenn man vom Schrecken umzingelt ist?

Die Antwort findet sich in den 80 Tasten eines Klaviers. Das musikalische Ein-Personen-Stück von Autorin Kim Langner ist ein wahres Feuerwerk an Emotion und Recherche. Es ist der Versuch, das Unfassbare greifbar zu machen: Alice Herz-Sommers Zeit im Ghetto Theresienstadt. Dort, wo Tausende auf engstem Raum starben, gab die jüdische Pianistin Konzerte – über 100 sollen es gewesen sein. Mit ihrem sechsjährigen Sohn an der Seite, kämpfte sie mit jeder gespielten Note gegen die Verzweiflung, gegen die Verbitterung.

Genau diese Diskrepanz ist das elektrisierende Zentrum des Stücks: die himmlische Schönheit von Bach oder Chopin im Angesicht der Hölle. Kann Musik tatsächlich vor dem seelischen Zusammenbruch schützen?

Die Darstellerin, Natalie O’Hara (Produktion zusammen mit Michael Hildebrandt), die von François Camus inszeniert wird und von Matthias Stötzel musikalisch geleitet wird, hat sich tief in diesen Stoff gegraben. Zwei Jahre Recherche, Reisen nach Prag, Theresienstadt und Tel Aviv, Gespräche mit Alices Familie und Schüler*innen – das ist keine oberflächliche Nacherzählung, sondern ein zutiefst persönliches Unterfangen.

Ein-Personen-Stück mit Sogwirkung

Das Format des Ein-Personen-Stücks ist dabei genial gewählt. Es bündelt die ganze Kraft der Biografie, des Klavierkonzerts und des Schauspiels in einer einzigen Darstellerin. Natalie O’Hara muss die ganze Bandbreite von Alices unerschütterlichem Optimismus bis hin zu den Grauen des Ghettos tragen. Eine schauspielerische Herausforderung, die die Wucht des Erlebten direkt ins Publikum transportiert.

Wie gut ihr das gelingt, zeigt eine hochkarätige Anerkennung: Natalie O’Hara war für ihre Leistung bereits für den Deutschen Theaterpreis DER FAUST 2023 in der Kategorie Darsteller*in Schauspiel nominiert. Wer ausgezeichnet wird, weiß, wie man aus einer wahren Geschichte ein emotionales Theatererlebnis formt, das nachhaltig bewegt.

Das Stück feiert seine Premiere in Harburg im Januar und wird insgesamt fünfmal aufgeführt: Am Freitag, den 9. Januar, und Samstag, den 10. Januar, jeweils um 19.30 Uhr, sowie am darauffolgenden Wochenende am Donnerstag, den 15. Januar, und Freitag, den 16. Januar, ebenfalls um 19.30 Uhr. Ein besonderer Termin ist der Sonntag, 11. Januar, um 15.00 Uhr, dem um 13.00 Uhr eine kostenlose Matinee vorausgeht.

Wer also im Januar in Harburg ins Theater geht, bekommt nicht nur ein Stück Zeitgeschichte präsentiert. Man begegnet der tief bewegenden Frage, was Menschlichkeit, Liebe und vor allem Musik in den dunkelsten Stunden des 20. Jahrhunderts zu leisten vermögen. Ein intensiver und wichtiger Abend, der nicht nur die Ohren öffnet, sondern auch das Herz.

Harburger Theater | Museumsplatz 2 | 21073 Hamburg | www.harburger-theater.de

Kartenreservierung: 040 376 394 65

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Harburg wird zum Gerichtssaal der Erinnerung https://www.tiefgang.net/harburg-wird-zum-gerichtssaal-der-erinnerung/ Fri, 17 Oct 2025 22:58:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=12694 [...]]]> In Zeiten, in denen rechtsextreme Netzwerke erneut mit erschreckender Energie um sich greifen, ist die Kultur gefordert, sich zu positionieren. Sie muss mehr sein als nur schöne Fassade. Sie muss laut sein, fordernd, und die Leerstellen der Geschichte mit Wahrhaftigkeit füllen.

Am 6. November wird das im Herzen Hamburgs – genauer gesagt in Harburg – geschehen. Im Rahmen der Harburger Gedenkwochen im November 2025 holt der Harburger Integrationsrat zusammen mit weiteren Partnern wie der Interreligiöse Dialog in Harburg, Harburger Muslime, Omas gegen Rechts Hamburg-Süd das erfolgreiche Theaterstück „NSU-Monologe“ nach Harburg. Die Aufführung der „NSU-Monologe“ der Bühne für Menschenrechte ist nicht einfach nur Theater. Es ist eine hochpolitische Notwendigkeit. Das Stück zieht die Zuschauer*innen direkt hinein in einen der dunkelsten Komplexe der deutschen Nachkriegsgeschichte: den Terror des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) und das erschütternde, langjährige Versagen staatlicher Institutionen.

Das Trauma, das nicht enden darf

Zur Erinnerung: Zwischen 2000 und 2007 ermordete die rechtsextreme Terrorzelle, bestehend aus Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe, zehn Menschen – neun Gewerbetreibende mit türkischem, kurdischem oder griechischem Migrationshintergrund sowie die Polizistin Michèle Kiesewetter.

Das eigentliche, zutiefst verstörende Trauma liegt jedoch im „zweiten Schock“: Über Jahre hinweg ermittelten die Behörden in die völlig falsche Richtung. Statt rechtsextreme Täter*innen ins Visier zu nehmen, wurde das Umfeld der Opfer kriminalisiert. Familien sahen sich plötzlich im Zentrum verdächtiger Nachfragen, ihre Trauer wurde mit Misstrauen beantwortet. Sie mussten das rassistisch motivierte Morden ihrer Angehörigen und die behördliche Demütigung gleichzeitig ertragen.

Der 2018 abgeschlossene, jahrelange NSU-Prozess in München führte zwar zur Verurteilung von Beate Zschäpe und Helfer*innen, ließ aber viele drängende Fragen unbeantwortet: Wer wusste Bescheid? Wie tief reichen die Verstrickungen in die Sicherheitsbehörden? Und warum konnte dieser Terror so lange unentdeckt – und scheinbar unwidersprochen – stattfinden?

Die Bühne als Archiv der Wut und Würde

Genau hier setzt das Konzept der „NSU-Monologe“ an, das so energisch wie notwendig ist. Das Stück basiert auf wortgetreuen Dokumenten und Zeugenaussagen, die in enger Zusammenarbeit mit den Angehörigen der Opfer entstanden sind. Die Bühne für Menschenrechte verzichtet auf fiktive Elemente; sie ist ein neutraler Raum, ein Archiv der Wahrhaftigkeit.

Im Mittelpunkt stehen die Geschichten von Elif Kubaşık, Adile Şimşek und İsmail Yozgat. Es sind die Stimmen der Überlebenden, die nach Jahren des Schweigens und der Anschuldigungen endlich Gehör finden. Sie erzählen von ihrem Kampf um die Rehabilitierung ihrer ermordeten Söhne und Väter, von ihrer unerschütterlichen Willensstärke, die Umbenennung von Straßen zu fordern, und von ihrem Mut, sich öffentlich gegen die von Behörden verbreitete „Döner-Mord“-Lüge zu stellen.

Das Format des Monologs ist dabei so schlicht wie genial: Es gibt den Opfern ihre Individualität und ihre Würde zurück, die ihnen durch rassistische Vorurteile und institutionelles Versagen genommen wurde. Es reißt die Perspektive vom rechten Terror-Trio weg und lenkt den neugierigen und kritischen Blick der Zuschauer*innen auf diejenigen, die zurückblieben und gegen das Vergessen kämpfen mussten. Die monologische Dichte erzeugt einen Sog von Empathie und Wut zugleich, der unter die Haut kriecht.

Dieses Theaterstück ist eine Einladung an uns alle, die Lektion des NSU-Terrors endlich anzunehmen: Es gibt keine Entschuldigung für das Wegsehen, und der Kampf um eine antirassistische und demokratische Gesellschaft ist noch lange nicht gewonnen. Die „NSU-Monologe“ sind somit kein Stück über die Vergangenheit, sondern eine hochaktuelle, drängende Intervention für die Gegenwart.

Die Aufführung der „NSU-Monologe“ in Harburg wird von einer Podiumsdiskussion oder einem Publikumsgespräch begleitet, um die sozialen und politischen Konsequenzen des NSU-Komplexes tiefgehend zu erörtern.

Do., 6. Nov., 18.30 Uhr: NSU-Monologe

Feuervogel – Bürgerzentrum Phönix | Maretstraße 50 | 21073 Hamburg | Eintritt frei!

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Ein Abend voller Leidenschaft und Intrigen https://www.tiefgang.net/ein-abend-voller-leidenschaft-und-intrigen/ Fri, 08 Aug 2025 22:31:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=12230 [...]]]> Ein lauschiger Sommerabend, eine idyllische Kulisse und eine Geschichte voller Tratsch und Intrigen erwartet die Besucher*innen im August im Freilichttheater auf der Kunststätte Bossard.

Die Deutsche Schauspiel-Vereinigung von 1913 e.V. gastiert erneut in Jesteburg und bringt mit Carlo Goldonis Komödie „Krach in Chiozza“ einen Hauch italienisches Lebensgefühl in die historischen Gebäude.

Die Kunststätte Bossard ist ein einzigartiger Ort, an dem sich Architektur, Bildhauerei, Gartenkunst und Malerei zu einem Gesamtkunstwerk verbinden. Geschaffen von dem Künstlerehepaar Johann Michael und Jutta Bossard, ist dieses Ensemble von beeindruckenden Gebäuden und einem verwunschenen Garten der perfekte Schauplatz für ein Theaterstück unter freiem Himmel. Inmitten dieser historischen Atmosphäre, umgeben von kunstvollen Skulpturen und der Ruhe der Natur, entfaltet sich die Geschichte von „Krach in Chiozza“ auf ganz besondere Weise.

Das Stück entführt uns in das kleine Fischerdorf Chiozza, wo die Frauen sich die Zeit mit Klatschen und Intrigen vertreiben, während ihre Männer auf See sind. Als ein Taugenichts auf die verlobte Lucietta trifft, gerät das Dorfleben aus den Fugen. Die Heimkehr der Fischer heizt die Gemüter nur noch weiter an, als sie sich unwissentlich in die Ränkespiele ihrer Partnerinnen verstricken lassen. Ein köstlicher Spaß, inszeniert von Regisseur Remco Berents, der mit spritzigen Dialogen und viel Charme das italienische Temperament auf die Bühne bringt.

Die Deutsche Schauspiel-Vereinigung Hamburg e. V. wurde bereits 1913 gegründet und ist eine feste Größe in der Hamburger Kulturlandschaft. Die Darsteller*innen, die neben ihrem Engagement auf der Bühne den unterschiedlichsten Berufen nachgehen, bespielen das Theater an der Marschnerstraße in Hamburg-Barmbek-Süd mit fünf verschiedenen Produktionen pro Jahr. Ihre Gastspiele auf der Kunststätte Bossard sind eine wunderbare Möglichkeit, die beeindruckende Leistung dieser engagierten Laienschauspieler*innen in einem ganz besonderen Ambiente zu erleben.

Hinweis: Bei kurzen Schlechtwetterphasen wird das Stück unterbrochen.

Deutsche Schauspiel-Vereinigung Hamburg e.V. spielt „Krach in Chiozza“

Sa./So., 16. /17. August jeweils 18.30 Uhr | Eintritt: 20 Euro (Abendkasse oder im Vorverkauf)

Museum Kunststätte Bossard, Bossardweg 100, 21266 Jesteburg

Karten können direkt an der Abendkasse oder dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr an der Museumskasse erworben oder unter der Telefonnummer 04183/5112 oder per E-Mail an info@bossard.de reserviert werden.

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Endlich mal Langfristigkeit bedacht! https://www.tiefgang.net/endlich-mal-langfristigkeit-bedacht/ Fri, 27 Jun 2025 22:03:47 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=12053 [...]]]>

Die Freie Szene Hamburgs lebt von Experimentierfreude und unermüdlichem Engagement. Doch oft hängen große Ideen kurzweiliger Projektförderung, die Planungssicherheit Mangelware bleiben lässt. Nun ein Neustart.

Denn damit ist nun Schluss – zumindest für ausgewählte Kollektive: Die Behörde für Kultur und Medien schafft mit dem Doppelhaushalt 2025/26 eine wegweisende mehrjährige Kontinuitätsförderung und eröffnet damit neue Horizonte für die Freien Darstellenden Künste in Hamburg.

Das Ziel dieser neuen Fördersäule ist klar umrissen und ambitioniert: Etablierten Künstler*innen und Gruppen soll die notwendige Planungssicherheit geboten werden, um kontinuierliche und künstlerisch anspruchsvolle Arbeitsprozesse zu realisieren. Aber nicht nur das: Es geht auch darum, diesen Gruppen eine bessere Präsentation vor einem nationalen und internationalen Publikum zu ermöglichen. Die bestehenden Arbeitsstrukturen in der Freien Szene sollen gestärkt und ausgebaut werden, um eine nachhaltige Entwicklung zu fördern.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien, bringt die Bedeutung dieser Neuerung auf den Punkt: „Mit der Kontinuitätsförderung haben wir ein neues Förderinstrument geschaffen, das etablierten Künstlerinnen und Künstlern die Möglichkeit gibt, ihre Projekte und Ideen auch langfristig zu planen und zu realisieren.“ Er betont weiter, dass dies „notwendige Freiräume für die kreative Arbeit“ schaffe und „auch die Umsetzung von größeren Projekten mit überregionaler Strahlkraft“ ermögliche. Ein wichtiger Schritt weg vom reinen Projekt-Denken hin zu einer strategischen Stärkung der Szene. Die Förderung, mit 100.000 Euro pro Spielzeit über drei Spielzeiten (insgesamt 300.000 Euro pro Kollektiv), wird alle drei Jahre neu ausgeschrieben – ein verlässlicher Rhythmus für Planung und Entwicklung.

Ein unabhängiges, spartenübergreifendes Fachgremium hat nun die ersten drei Kollektive ausgewählt, die von dieser wegweisenden Förderung profitieren werden. Und die Auswahl spiegelt die Vielfalt und den Innovationsgeist der Hamburger Freien Szene wider:

  • MEINE DAMEN UND HERREN: MORE THAN A FEELING (Arbeitstitel), PerformanceDas Kollektiv „Meine Damen und Herren“ ist bekannt für seine mutige und reflektierte Arbeitsweise als inklusives Ensemble. Sie hinterfragen kontinuierlich ihre eigenen Strukturen und entwickeln kollektive Arbeitsformen auf Augenhöhe. In ihrem neuen dreijährigen Projekt „More than a feeling“ werden sie gemeinsam mit Expert*innen Emotionen als gesellschaftlich relevante Erfahrungen erforschen und dabei die Frage stellen, wie Gefühle Zugänge zu politischen Fragen eröffnen können – künstlerisch, zwischenmenschlich und vor allem barrierearm. Ein Projekt, das nicht nur Kunst schafft, sondern auch gesellschaftliche Debatten anstößt.
  • REGINA ROSSI: OUT OF THE BOX, Tanz für junges PublikumDie Choreographin Regina Rossi geht mit ihrem Projekt „OUT OF THE BOX“ direkt in die Quartiere. Mit einem mobilen Dance-Container startet sie ein dreijähriges Community-Dance-Projekt, das Kinder und Jugendliche in Hamburger Schulen, Stadtteilen und sogar in ländlichen Räumen mit professionellen Künstler*innen unterschiedlicher Generationen über die Kunstform Tanz zusammenbringt. Eine wunderbare Initiative, die Tanz als Brücke nutzt, um junge Menschen zu erreichen und ihnen neue Ausdrucksformen zu ermöglichen.
  • BENJAMIN VAN BEBBER: [in]operabilities – Viele Werden, MusiktheaterBenjamin van Bebber und sein Team haben sich im deutschsprachigen Musiktheater eine herausragende Position im Bereich Inklusion erarbeitet. Mit „[in]operabilities – Viele Werden“ werden sie in den kommenden drei Jahren ihr breites Netzwerk nutzen, um insbesondere die Bereiche Publikum, Orchester und Chor in den Fokus zu nehmen. Ziel ist es, die vielsinnlichen Wahrnehmungszugänge im Musiktheater weiter zu erforschen und zu erweitern. Ein Projekt, das zeigt, wie Musiktheater für alle erlebbar und zugänglich gemacht werden kann.

Die Einführung der Kontinuitätsförderung ist ein klares Bekenntnis der Stadt Hamburg zu ihrer Freien Darstellenden Szene. Senator Brosda betont: „Gleichzeitig profitiert die gesamte Szene durch die damit verbundene Festigung von Arbeitsstrukturen und den Ausbau von Netzwerken.“ Die drei geförderten Projekte sind gute Beispiele dafür, wie Kunst aus unterschiedlichen Blickwinkeln wirkt und für ein vielfältiges Publikum erlebbar gemacht wird. Ein echter Meilenstein, der Hamburgs Ruf als lebendige und zukunftsweisende Kulturmetropole weiter festigt und Künstler*innen die Freiheit gibt, ihre Visionen mit der nötigen Ruhe und Sicherheit zu entwickeln.

 

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Münchhausens Abenteuer erobern den Norden https://www.tiefgang.net/muenchhausens-abenteuer-erobern-den-norden/ Fri, 30 May 2025 22:32:13 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=11871 [...]]]>

Die freie Theatergruppe DIE DELIKATEN, bekannt für ihre fantasievollen Inszenierungen, entführt das Publikum im Norden diesen Sommer in die Welt des Barons von Münchhausen.

In ihrem neuen Stück „Baron Münchhausen auf weiter Flur“ erwecken sie die haarsträubenden Lügengeschichten des berühmten Barons zum Leben – und das unter freiem Himmel.

Wer kennt ihn nicht, den Baron von Münchhausen? Keiner vermag so unglaubliche Geschichten mit solch ehrlicher Miene zu erzählen wie er. Doch wie genau kommt er in die Hansestadt Stade? Fliegt er auf einer Kanonenkugel an? Zieht er sich gar selbst am Schopf aus dem Sumpf? Taucht er mit einem Walfisch aus der Schwinge auf? Oder kommt er gar direkt vom Mond oder gar der Hölle? Diesen Fragen und noch viel mehr Unglaublichem und Ungeheuerlichem widmen sich DIE DELIKATEN auf der Museumsinsel in Stade.

„Theater unter freiem Himmel“ – so beschreibt die Gruppe ihre Inszenierung selbst. Das Publikum erwartet ein Picknicktheater für die ganze Familie, das interaktive Spielszenen beinhaltet. Dabei werden sowohl Kinder als auch Erwachsene so in das Geschehen einbezogen, dass es ohne sie kaum denkbar wäre. Die eigens von den Musikern komponierten Stücke laden zum Mitsingen und Mittanzen ein und versprechen ein lebhaftes Theatererlebnis.

Ein kleiner Vorgeschmack auf die Inszenierung gefällig? Münchhausen selbst stellt sich dem Publikum vor: „Darf ich mich vorstellen. Ihr habt sicherlich schon von mir gehört. Ich bin der rastlose Held, der gefürchtete Kavalier mit geistreichem Charme…“ Doch Luise unterbricht ihn: „Es reicht Hieronymus!“. Und auch Leo Läufer mahnt zur Kürze: „Herr Baron, in der Kürze liegt die Würze!“. Woraufhin Münchhausen sich kurz und knapp fasst: „Ach ja, kurz: Hieronymus Carl Freiherr von Münchhausen“.

Die Aufführung dauert etwas mehr als eine Stunde und kommt auch ohne Pause aus.

Ein talentiertes Ensemble erweckt die Figuren zum Leben: Ben Soyka schlüpft in die Rolle des Barons Münchhausen, Oscar Diaz spielt Alfonso, Michaela Lisa Soyka verkörpert Luise, Liudmyla Vasylieva ist Katarina, Ralf Bettinger gibt Leo Läufer, Jurij Kandelja ist Kleinbeethoven, Gudrun Wunderlich spielt Luna und Viola Livera ist Sofia.

Für Buch und Regie zeichnet Viola Livera verantwortlich, die Produktionsassistenz übernimmt Gudrun Wunderlich.

DIE DELIKATEN sind „Das Theater im Norden“. Wer mehr über die Gruppe und ihre Arbeit erfahren möchte, findet auf ihrer Webseite weitere Informationen: https://diedelikaten.de

Die wichtigsten Termine im Überblick:

  • Samstag, 28.06., 15:00 Uhr, Stadtpark Winterhude, Heckengarten hinter der Parkvilla, Otto-Wels-Straße 6a, 22303 Hamburg-Nord

  • Sonntag, 29.06., 15:00 Uhr, Theaterwiese Isebekpark, Kaiser-Friedrich-Ufer 8, 20253 Hamburg-Eimsbüttel

  • Freitag, 04.07., 19:15 Uhr, Lange Nacht in Stade, Museumsinsel, b.d. Insel 1, 21680 Stade

  • Samstag, 05.07., 15:00 Uhr, Jenischpark, Theaterwiese Alte Eiche, Baron-Voght-Straße 50, 22609 Hamburg-Altona

  • Sonntag, 06.07., 15:00 Uhr, Freilichtbühne Harburger Stadtpark, Marmstorfer Weg, 21077 Hamburg-Harburg

 

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„Jekyll & Hyde“ erobert die Burg Seevetal https://www.tiefgang.net/jekyll-hyde-erobert-die-burg-seevetal/ Fri, 09 May 2025 22:26:49 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=11753 [...]]]>

Ein unheilvoller Wind weht dieser Tage durch die beschauliche südliche Region Hamburgs, genauer gesagt, über die altehrwürdigen Mauern der Burg Seevetal.

Doch es ist kein Sturm, der die Blätter der umliegenden Bäume aufwirbelt, sondern die aufregende Ankündigung einer Bühnenproduktion der TMC Maschen (The Musical Company), die das Publikum in ihren Bann ziehen wird: Das mit Spannung erwartete Musical „Jekyll & Hyde“ feiert seine Hamburg-Premiere und verspricht drei Abende voller Drama, Romantik und ungezähmter Leidenschaft.

Für die Musicalbegeisterten in und um Seevetal ist dies eine Nachricht, die das Herz höherschlagen lässt. Statt den Weg in die pulsierende Metropole antreten zu müssen, um hochkarätiges Theater zu erleben, kommt ein international gefeierter Stoff direkt vor die eigene Haustür. Vom 15. bis zum 17. Mai 2025 um jeweils 20 Uhr verwandelt sich die Burg in einen Schauplatz viktorianischer Dunkelheit und psychologischer Abgründe.

„Jekyll & Hyde“ ist kein unbekanntes Werk. Mit über 1.500 Aufführungen am Broadway hat es sich längst einen festen Platz in der Welt der großen Musicals gesichert. Die Mischung aus rockigen Klängen und gefühlvollen Melodien, die das facettenreiche Innenleben des Protagonisten widerspiegeln, hat Kritiker und Publikum gleichermaßen begeistert. Nun also erobert diese Erfolgsgeschichte die Bühne in Seevetal – ein Umstand, der die lokale Kulturszene mit Stolz erfüllt.

Doch worum geht es in diesem fesselnden Stück, das nun die Seevetaler Burg in seinen Bann ziehen wird? Im Zentrum steht der ambitionierte Dr. Henry Jekyll, getrieben von dem revolutionären Gedanken, das Gute und das Böse im Menschen voneinander zu trennen. Ein kühnes wissenschaftliches Unterfangen, für das er keine Genehmigung und somit keine Testpersonen findet. In seiner Verzweiflung trifft Jekyll eine folgenschwere Entscheidung: Er selbst wird zum Objekt seines gefährlichen Experiments.

Und tatsächlich – der Versuch gelingt. Doch die Rechnung hat der idealistische Arzt ohne die unberechenbare Natur des Bösen gemacht. Seine dunkle Seite manifestiert sich in der furchteinflößenden Gestalt des Mister Edward Hyde, einer Kreatur ohne Gewissen, die immer stärker die Kontrolle übernimmt. London wird von einer Reihe grausamer Morde erschüttert, und Dr. Jekyll findet sich in einem verzweifelten Kampf gegen sein eigenes, entfesseltes Ich wieder.

Doch „Jekyll & Hyde“ wäre kein Meisterwerk, würde es sich nur in den düsteren Abgründen der menschlichen Seele verlieren. Zwischen all dem Drama blühen zarte Bande der Liebe und Romantik auf. Der charmante Dr. Jekyll ist verlobt mit der liebenswerten Lisa. Bei seinem Junggesellenabschied begegnet er zudem der geheimnisvollen Lucy, einer Begegnung, die das Leben beider auf unvorhersehbare Weise verändern wird. So entsteht ein Spannungsfeld zwischen Gut und Böse, Liebe und Verlangen, das das Publikum bis zur letzten Minute in Atem hält.

Die Produktion in der Burg Seevetal verspricht, diese vielschichtige Geschichte mit Leben zu füllen. Unter der Regie von Antje Schlaich und der musikalischen Leitung von Jana Gugenheimer wird ein Ensemble agieren, das die emotionalen Höhen und Tiefen des Stücks authentisch auf die Bühne bringt. Die Choreographien von Madeleine Julie Reichert werden die rockigen und romantischen Elemente der Musik visuell untermauern.

Dass dieses ambitionierte Projekt in Seevetal realisiert werden kann, ist auch der Förderung durch das Land Niedersachsen zu verdanken. Dies unterstreicht die Bedeutung kultureller Vielfalt und die Unterstützung regionaler Initiativen, die es ermöglichen, auch außerhalb der großen Zentren hochkarätige Kunst zu erleben.

So richtet sich der Blick der lokalen Kulturszene gespannt auf den 15. Mai 2025, wenn sich der Vorhang für die Premiere von „Jekyll & Hyde“ in der Burg Seevetal hebt. Es sind Abende, die nicht nur Musicalbegeisterte ansprechen dürften, sondern alle, die sich von einer packenden Geschichte, mitreißender Musik und der besonderen Atmosphäre eines historischen Ortes verzaubern lassen wollen. Eine Einladung an die Seevetaler*innen und alle Interessierten, einzutauchen in die düstere und doch faszinierende Welt von Dr. Jekyll und Mister Hyde – direkt vor ihrer Haustür. Karten für diese sicherlich unvergesslichen Vorstellungen sind ab sofort erhältlich. Es heißt: Seien Sie dabei, wenn sich die Burg Seevetal in einen Schauplatz menschlicher Extreme verwandelt.

Die TMC- Maschen ist eine Ausbildungsstätte für Musical-Darsteller*innen und wichtige Kulturinstitution in der Region. In der The Musical Company treffen sich Menschen aller Altersgruppen, Berufe und Herkunft. Eins haben alle gemeinsam: die Liebe zur Bühne, zum Singen, Tanzen und Schauspielen. Von Neueinsteigern über Fortgeschrittene bis hin zu Menschen, für die die Bühne zum Beruf werden soll.

Und dass die Show gut wird, dafür sorgen unsere professionellen Probenleitenden. Ob Chorleitender, Vocal Coach, Orchesterleitung, Bandleader, Choreographin, Regisseurin oder Schauspielcoach: Alle verfügen über eine fundierte Qualifikation, wie sie auch an kommerziellen Bühnen üblich ist. Ebenso professionell inszenieren wir unsere Shows mit aufwändiger Bühnen-, Licht- und Tontechnik – da vergisst das Publikum schon mal, dass es eigentlich Amateur-Produktionen sind.

WANN?
Aufführungen in der Burg Seevetal,
15.Mai 2025 // 20 Uhr (Premiere)
16. Mai 2025 // 20 Uhr
17. Mai 2025// 20 Uhr

Ab 12 Jahren

WO?
Tickets HIER

Dauer: ca. 2 Stunden

WER? 
Musik: Frank Wildhorn
Buch und Songtexte: Leslie Bricusse
Nach dem gleichnamigen Roman von Robert Louis Stevenson
Für die Bühne adaptiert von Steve Cuden und Frank Wildhorn
Deutsche Fassung: Susanne Dengler

Regie: Antje Schlaich
Musikalische Leitung: Jana Gugenheimer
Vocal Coaching: Pascal F. Skuppe
Choreographie: Madeleine Julie Reichert

 

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Ein Fest für Alle(s) https://www.tiefgang.net/ein-fest-fuer-alles/ Fri, 02 May 2025 22:17:35 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=11735 [...]]]>

Der Sommer klopft an die Tür, und mit ihm die Vorfreude auf ein Ereignis, das Harburg in ein pulsierendes Zentrum der Lebensfreude verwandelt: „Sommer im Park“.

Vom 22. bis zum 27. Juli 2025 wird der Harburger Stadtpark zur Bühne für ein facettenreiches Open-Air-Festival, das nicht nur die Ohren mit einem vielfältigen Line-Up verwöhnt, sondern auch Herz und Seele berührt.

„Ein Fest für alle Sinne“ verspricht das Programm, und es scheint, als hätten die Veranstalter alles darangesetzt, diesem Anspruch gerecht zu werden. Musik verschiedenster Genres erfüllt die lauen Sommerabende, von Hip-Hop über Blues und Rock bis hin zu Soul. Namen wie Lotto King Karl & die Barmbek Dream Boys, Inga Rumpf und die Bad News Reunion lassen die Herzen von Musikliebhabern höherschlagen.

Doch „Sommer im Park“ ist weit mehr als ein Musikfestival. Es ist ein Ort der Begegnung, an dem „alle Menschen aller Kulturen, Altersgruppen und Religionen“ eingeladen sind, „gemeinsam unvergessliche Momente mitten im Grünen zu erleben“. Neben den Konzerten gibt es ein vielfältiges Rahmenprogramm mit Workshops, Ferienaktionen, Führungen und Mitmachaktionen, das den Stadtpark in einen lebendigen Treffpunkt für Jung und Alt verwandelt.

Besonders hervorzuheben ist das solidarische Preismodell bei den Tickets: „Pay what you want!“. Die Besucher*innen entscheiden selbst, welchen Beitrag sie leisten können und wollen. „Kultur ist für alle da“, so die Veranstalter, und dieses Motto wird hier auf wunderbare Weise in die Tat umgesetzt. Natürlich sind auch finanzielle Unterstützer willkommen, denn die Realisierung eines solchen Festivals ist mit hohen Kosten verbunden.

Antonia Marmon, Geschäftsführerin des Harburg Marketing e.V., bringt die Essenz des Festivals auf den Punkt: „In diesem Jahr haben wir das bunteste ‚Sommer im Park‘-Programm jemals. Wir freuen uns darauf mit Besucher:innen aus Stadt und Land zu feiern, den Stadtpark zu genießen und zu zeigen was Harburg alles zu bieten hat!“

„Sommer im Park“ ist ein Fest der Vielfalt, der Lebensfreude und der Gemeinschaft. Es ist eine Einladung, den Sommer in vollen Zügen zu genießen und die verbindende Kraft von Musik und Kultur zu erleben. Ein Ort, an dem Unterschiede verschmelzen und unvergessliche Erinnerungen geschaffen werden.

Ab sofort sind die Tickets im Vorverkauf erhältlich – mit dem solidarischen Preismodell „Pay what you want!“, das Kultur für alle zugänglich macht unter:

www.sommer-im-park-harburg.de

 

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Hilfe dem Horror-Theater! https://www.tiefgang.net/hilfe-dem-horror-theater/ Fri, 14 Mar 2025 23:25:12 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=11599 [...]]]> Vergangenen Sonntag brannte das noch recht junge Harburger Miskatonic-Theater vollkommen aus. Hilfe ist gefragt.

Übler hätte es nicht kommen können. Offenbar durch einen Brand der am Haus stehenden Müllcontainer schlugen Flammen auf das Haus in der Buxtehuder Straße 13 über. Letztlich wurde die gesamte Parterre mit dem Miskatonic-Theater (vormals Kulturcafé „Komm du“) zerstört als auch die Wohnung darüber. Genau in die waren das Pärchen Nissan und Lars samt Kind und Katze des Miskatonics kürzlich erst gezogen. So verloren sie nicht nur ihre Bühne sondern auch ihren Wohnraum.

 

Nun gilt es Hilfe zu organisieren. Hier ihr Aufruf

Liebe Freund:innen, Unterstützer:innen und Kulturliebhaber:innen,

wir schreiben euch heute in einer absoluten Ausnahmesituation. Am Sonntag wurde das Miskatonic Theater, unser Zuhause und Lebenswerk, durch einen Brand vollständig zerstört. Alles, wofür wir unser Leben lang gearbeitet haben, ist unwiederbringlich verloren – unsere Bühne, unser Equipment, unsere Requisiten, unsere Studio-Technik, selbst unsere privaten Wohnräume.

Wir kämpfen darum, weiterzumachen – aber wir können es nicht allein. Darum bitten wir euch heute nicht nur um Hilfe, sondern auch darum, dass ihr diese Nachricht an so viele Menschen wie möglich weiterleitet. Wenn ihr Kontakte zu Presse, Kulturschaffenden, Influencern oder Menschen habt, die uns helfen könnten – bitte, schickt ihnen diese Mail!

Wer wir sind – Die Geschichte des Miskatonic Theaters

Nach Jahren in der Hamburger Independent-Filmszene haben wir 2021 als freie Gruppe begonnen, Theater auf der Freilichtbühne im Harburger Stadtpark zu spielen. 2022 wagten wir mit Shakespeare und der König in Gelb erstmals den Schritt ins Horror-Theater – und es hat wunderbar funktioniert!

2023 eröffneten wir das antikyno, ein kleines, unabhängiges Kulturzentrum, ein Hybrid aus Kino, Theater und Tonstudio. Unser Konzept funktionierte so gut, dass wir 2024 in größere Räume umzogen und im September das Miskatonic Theater eröffneten – das erste und einzige Horror-Theater der Welt.

Was das Miskatonic Theater war

Wir waren nicht nur eine Bühne. Unser Theater war Heimat für eine überregionale Community von Kulturliebhabern, Nerds und Horrorfans. Neben den fast immer ausverkauften Vorstellungen gab es bei uns:

🎭 Horror-Theater live auf der Bühne – u. a. Der Ruf des Cthulhu, Dagon, Der Flüsterer im Dunkeln, Mary Shelleys Monster und sogar ein Kindermusical (Kommissar Pferd).
🎲 Pen-&-Paper-Rollenspiel-Runden, die das immersive Erlebnis abrundeten.
🎮 Spiele-Abende, die unsere Lobby mit Leben füllten.
🎙 Hörspiel-Produktionen – u. a. Korridore für die ARD Audiothek, Dämonenjäger Ewald Heine für den WDR, aktuell ein großes Projekt für den SWR, sowie unsere Eigenproduktion Miskatonic High School – eine okkulte TKKG-Version.
📻 Der Podcast „Club Miskatonic“, unser wöchentliches Format über Literatur und Film.

Dann kam der Brand.

Sonntag Mittag brannten Mülltonnen vor unserem Fenster. Die Flammen griffen, so heißt es in der Presse, über den hölzernen Fensterrahmen auf unser Gebäude über. Das über 100 Jahre alte Haus war innen mit Holz ausgekleidet – binnen Minuten war alles zerstört.

🔥 Unsere gesamte Bühne, Technik, Requisiten, Monsterpuppen, unsere gesamte Tonstudio-Ausstattung, unsere wertvolle Bücher- und Spielesammlung – alles verbrannt.
🔥 Unsere Filme, Backup-Festplatten, Kostüme – alles weg.
🔥 Auch unsere privaten Wohnräume (Lars Henriks & Nisan Arikan, Theaterleitung) sind betroffen – wir sind aktuell mit unserer zweijährigen Tochter und unseren zwei Katzen obdachlos.

Was wir jetzt brauchen: Wirkliche Hilfe. Eine Exil-Spielstätte. Eine Zukunft.

Das Miskatonic Theater war eine Institution, ein einzigartiger Ort in der deutschen Kulturlandschaft. Wir wollen kämpfen. Wir wollen nicht aufgeben. Aber ohne Hilfe können wir es nicht schaffen.

Wir brauchen:
🏛 Räume – eine Exil-Spielstätte, eine Bühne, ein Probenraum, eine Möglichkeit, unser Publikum weiter zu erreichen.
💰 Finanzielle Unterstützung – Wir wissen nicht, ob unser Versicherungsschutz ausreicht. Die Kosten für Wiederaufbau oder eine neue Spielstätte sind gewaltig. Jeder Beitrag hilft.
📢 ReichweiteWenn ihr Journalist:innen, Künstler:innen, Influencer oder Menschen kennt, die eine große Öffentlichkeit erreichen – bitte schickt ihnen diese Mail.

Jede Unterstützung bedeutet für uns, dass es weitergehen kann. Dass unser Publikum uns nicht verliert. Dass das einzige Horror-Theater der Welt nicht für immer in Flammen aufgegangen ist.

🙏 Bitte helft uns, dieses Theater zu retten. Wer uns unterstützen kann, meldet sich direkt bei uns – oder spendet hier:

🔗 GoFundMe – Helft uns, das Miskatonic Theater wieder aufzubauen

💬 Wenn ihr Fragen habt oder Ideen, wie ihr uns helfen könnt, schreibt uns direkt! Jede Nachricht, jedes Signal, jeder Hinweis kann etwas verändern.

🙏 Bitte helft uns, diese Nachricht so weit wie möglich zu verbreiten.

Mit hoffnungsvollen, aber tief erschütterten Grüßen,

Eure Miskatonics

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