40 Jahre STADTKULTUR HAMBURG – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Sat, 31 Oct 2020 11:15:36 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.3 Zeit der Bündnisse https://www.tiefgang.net/zeit-der-buendnisse/ Fri, 29 Dec 2017 23:02:08 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=2810 [...]]]> Kultur in der Stadt und vor allem den Bezirken ist doch selbstverständlich? Dem war nicht immer so. Teil 6: 2010 bis heute.

Der Dachverband STADTKULTUR HAMBURG feiert gerade sein 40jähriges Bestehen und weiß so manches über die Stadt und ihre Kultur zu erzählen. Und wir geben es Euch – mit freundlicher Genehmigung des Dachverbandes – zur Lektüre.

STADTKULTUR Geschichte(n): 2010 bis heute

Als Ergebnis der Strukturdebatte wird 2010 die haftungsbeschränkte Unternehmergesellschaft „conecco – Management städtischer Kultur“ ausgegründet, ein Jahr später zieht STADTKULTUR dann gemeinsam mit conecco in das Büro in der Stresemannstraße. Die neue Webseite Stadtkultur-hh.de geht online.

2012 übernimmt STADTKULTUR die Organisation des Bundesfreiwilligendienstes Kultur und Bildung für Hamburg. Im Folgejahr konzipiert der Dachverband ein Fortbildungsprogramm mit externen Experten für die BFDler und die Mitglieder des Verbands.

Die damalige Kultursenatorin Prof. Barbara Kisseler (links) beim Stadtteilkulturpreis 2014

2014 stellt STADTKULTUR den Hamburger Stadtteilkulturpreis zusammen mit der Kulturbehörde und den Preisgebern konzeptionell neu auf und übernimmt die Durchführung von Bewerbungsverfahren und Preisverleihung.

Im Laufe des Jahres 2015 wird die Kulturarbeit mit, für und von Geflüchteten wird ein zentrales Thema von STADTKULTUR.  Mit Unterstützung der Kulturbehörde geht die Fachplattform www.willkommenskultur-hamburg.de Ende des Jahres online.

2016 übernimmt der Dachverband die Organisation des Bundesfreiwilligendienstes für Geflüchtete, der in Hamburg den Namen „BFD Welcome“ bekommt.

STADTKULTUR Hamburg betreut 2017 gemeinsam mit der Hamburgischen Kulturstiftung den Fonds FREIRÄUME!, der 2016 durch ein Bündnis aus Hamburger Stiftungen, Unternehmern und Bürgern initiert wurde und aus dem kulturelle Projekte mit und für Geflüchtete finanziert werden. In den zwei Antragsrunden werden insgesamt 400.000 Euro an 64 Projekte vergeben.

Ein zentrales Thema wird im Laufe des Jahres die „Offene Gesellschaft“: Der Verband und seine Mitglieder beschäftigten sich auf der Jahreskonferenz mit diesem Konzept und bringen ein stadtkultur magazin zum Thema heraus. Ferner plant der Dachverband im neuen Jahr das BarCamp #KULTURmachtAUF zum Thema.

STADTKULTUR Geschichte(n)

Im Dezember vor 40 Jahren wurde der Dachverband für Lokale Kultur und Kulturellen Bildung unter dem Namen „Arbeitsgemeinschaft Stadtteilkultur“ gegründet. Wir werfen deshalb den Blick zurück in die Verbandsgeschichte: Wir haben Unterhaltsames und Informatives aus alten Aktenordner, verfärbten Zeitungsartikeln, angestaubten Diakästen und mäßig kompatiblen Datenträgern zusammengetragen und präsentieren die Ergebnisse wöchentlich auf unserer Webseite – ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Quelle: www.stadtkultur-hh.de

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Auf den Hund gekommen https://www.tiefgang.net/auf-den-hund-gekommen/ Fri, 22 Dec 2017 23:41:39 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=2806 [...]]]> Kultur in der Stadt und vor allem den Bezirken ist doch selbstverständlich? Dem war nicht immer so. Teil 5: Die Nuller Jahre

Der Dachverband STADTKULTUR HAMBURG feiert gerade sein 40jähriges Bestehen und weiß so manches über die Stadt und ihre Kultur zu erzählen. Und wir geben es Euch – mit freundlicher Genehmigung des Dachverbandes – zur Lektüre.

STADTKULTUR Geschichte(n): Die Nuller-Jahre

Zur Aktion „Frischer Wind aus wechselnden Richtungen“ anlässlich der Bürgerschaftswahl erblickt ein kleiner Dackel 2000 das Licht der Welt auf satt-roten Plakaten. 2001 wird die AG Stadtteilkultur wird zum Landesverband Soziokultur.

Der „Held“ der „Soziokultur: Wow!“-Kampagne

Die „Soziokultur: Wow!“-Kampagne startet 2002: Im Mittelpunkt der Kampagne steht optisch ein kleiner blauer Dackel. Die Kampagne ist umstritten: Witzig finden sie die Einen – inhaltsleer die Anderen. Die Kampagne bleibt aber im Verbandsgedächtnis.

Die Kulturbehörde unter Führung von Dana Horáková kürzt 2003 die Förderung der Geschichtswerkstätten für das Jahr 2004 von 539.000 Euro auf null Euro. Nach öffentlichen Protesten, Widerstand der FDP im Senat und einem Machtwort von Bürgermeister Ole von Beust bekommen die Geschichtswerkstätten im Jahr 2004 doch eine Weiterförderung in Höhe von etwa 75 Prozent (400.000 Euro).

Die Geschichtswerkstätten feiern ihr Weiterbestehen im nächsten Jahr mit dem Rundgang-Programm „Kiek mol“.

2005 präsentieren zehn prominente Künstler*innen „ihr“ Stadtteilkulturzentrum im Hamburger Abendblatt im Rahmen einer neuen Kampagne des Dachverbandes.

Schon 2006 wird der Landesverband Soziokultur wird zu STADTKULTUR HAMBURG. Die Webseite www.kultur-hamburg.de geht online. Der Verband wird auch als Agentur im Bereich Kulturmanagement tätig, akquiriert Aufträge und entwickelt einen neuen Briefkopf: „STADTKULTUR HAMBURG service | impulse | management“.

Aus der Verbandszeitschrift querlight wird das stadtkultur magazin, das Anfang Juli  2007 zum ersten Mal erscheint. Thema der ersten Ausgabe ist „Urbane Kultur“.

Im Verband gibt es 2008 eine große Strukturdebatte zum Thema Agenturtätigkeit vs. Verbandstätigkeit. Soll der Verband Dienstleistungen im Bereich Kulturmanagement anbieten, um Geld zu verdienen? Oder soll der Verband sich auf seine Verbandstätigkeiten konzentrieren?

Die Jahreskonferenz 2009 widmet sich dem Thema „STADTKULTUR 2020“. Der Verband ist in diesem Jahr – als Konsequenz aus der Strukturdebatte – auch damit beschäftigt, seinen Agenturbereich in eine eigenständige Trägerschaft zu überführen.

STADTKULTUR Geschichte(n)

Im Dezember vor 40 Jahren wurde der Dachverband für Lokale Kultur und Kulturellen Bildung unter dem Namen „Arbeitsgemeinschaft Stadtteilkultur“ gegründet. Wir werfen deshalb den Blick zurück in die Verbandsgeschichte: Wir haben Unterhaltsames und Informatives aus alten Aktenordner, verfärbten Zeitungsartikeln, angestaubten Diakästen und mäßig kompatiblen Datenträgern zusammengetragen und präsentieren die Ergebnisse wöchentlich auf unserer Webseite – ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Quelle: www.stadtkultur-hh.de

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Die Brückenbauerin https://www.tiefgang.net/die-brueckenbauerin/ Fri, 22 Dec 2017 23:26:02 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=2684 [...]]]> Der Dachverband STADTKULTUR HAMBURG feiert sein 40jähriges Bestehen. Grund genug mal nachzufragen, ob es wirklich viel zu feiern gibt …

Der Dachverband STADTKULTUR HAMBURG feiert gerade sein 40jähriges Bestehen. STADTKLTUR HAMBURG vertritt die Interessen von zur Zeit 120 Einrichtungen und Akteuren der Hamburger Stadtteilkultur aus dem sogenannten Non-Profit-Bereich. Sie schafft Öffentlichkeit, sorgt für Austausch und Qualifikation, gibt Impulse, stärkt die Arbeit vor Ort und gestaltet die Rahmenbedingungen für die Arbeit der Stadtteilkultur in unserer Stadt mit. Grund genug, dass wir mal die Geschäftsführerin fragen, was es denn so zu feinern gibt …

Tiefgang (TG): 40 Jahre Stadtkultur Hamburg, das ist eine lange Zeit. Seit wann bist Du in der Leitung?

Corinne Eichner: Ich begleite den Dachverband seit Ende 2011.

TG: Was ist in der Zeit an besonders schönen Erinnerungen hängen geblieben?

Corinne Eichner: Einige tolle Stadtteilkulturpreisverleihungen, bei denen einmal diejenigen im Mittelpunkt standen, die sich sonst immer sehr für die Teilhabe anderer an der Kultur einsetzen. Viele interessante Performances und Projekte in Stadtteilkultureinrichtungen. Und die großartige Zusammenarbeit mit den Stiftungen, die zum Fonds FREIRÄUME geführt haben, mit dem die Kulturarbeit mit Geflüchteten gefördert werden konnte.

TG: Und was war in der Zeit weniger schön oder gar „grausam“?

Corinne Eichner: (lacht) Die habe ich alle verdrängt – wenn es denn welche gab.

TG: Richtet sich die Kultur einer Metropole wie Hamburg richtet sich zunehmend nach touristischen Interessen? Zumindest kann man den Eindruck gewinnen. Zählt der Stadtbewohner also immer weniger?

Corinne Eichner: Die Elbphilharmonie überstrahlt natürlich derzeit in Hamburg in der öffentlichen Wahrnehmung alles und wir müssen aufpassen, dass die Vielfalt in der Hamburger Kultur noch gesehen und auch gefördert wird. Die Musicals und Großtheater hingegen scheinen deshalb eine große Rolle zu spielen, weil sie ganz einfach durch sehr viel Werbung auffallen. Sie befriedigen ein ganz bestimmtes Kulturbedürfnis und werden durch kommerziell orientierte Unternehmen betrieben. Aber sie stehen damit nicht in Konkurrenz um Kulturfördermittel.

Das Problem der geringeren Wahrnehmung anderer Kulturformen wie der Stadtteilkultur und der damit verbundenen geringeren Förderung im Vergleich zur hoch subventionierten sogenannten Hochkultur – schon in diesem Wort liegt ja eine deutliche Wertung – ist aber alles andere als neu. Die Stadtteilkultur erhält nur etwa zwei Prozent der Mittel der Behörde für Kultur und Medien – deren Etat mit ebenfalls zwei Prozent ohnehin der kleinste der Hamburger Behörden ist. Hier müsste unbedingt eine Veränderung passieren.

Corinne Eichner (Foto: Stadtkultur HH)

TG: Gab es besondere Persönlichkeiten oder Locations  bzw. Initiativen, die im StadtKultur-Bereich nachhaltig gewirkt haben?

Corinne Eichner: Die Stadtteilkultur arbeitet ja sehr kooperativ und kollaborativ. Die gefeierten Intendanten-Persönlichkeiten oder dergleichen sucht man bei uns vergeblich. Veränderungen werden fast immer von Gruppen angestoßen – auch wenn dahinter natürlich immer Persönlichkeiten stehen.

TG: Wie siehst Du die Entwicklung der Stadtkultur Hamburgs generell? Welche „Player“ sind heute von Relevanz? Was hat sich inhaltlich verschoben?

Corinne Eichner: So lange bin ich ja noch nicht dabei. In den letzten sechs Jahren haben sich Entwicklungen angebahnt, die heute wichtig sind, aber Umwälzungen gab es in dieser Zeit keine. Das wichtigste Thema der letzten Jahre war vor allem die Kulturarbeit mit Geflüchteten. Inzwischen ist es der Kampf um die offene Gesellschaft, die unser aller Mitwirken erfordert.

TG: Was ist heute typischer „Streitpunkt“?

Corinne Eichner: Nach Außen: Die Mittel aus der Rahmenzuweisung Stadtteilkultur sind für den aktuellen Haushalt erhöht worden. Aber leider reicht die Erhöhung nicht einmal aus, um die Defizite, die vorher in den Stadtteilkulturzentren aufgelaufen sind, auszugleichen. Hier muss es ein deutliches politisches Bekenntnis geben, wie wichtig die Kultur für Alle genommen wird, verbunden mit der entsprechenden finanziellen Förderung – sowohl für die Zentren, als auch für viele kleinere und neu aufkommende Initiativen.

Nach Innen: Die knappen Mittel führen mitunter dazu, dass es eine Konkurrenz um Gelder gibt, die die Arbeit eines Verbandes, der für alle Mitglieder da sein soll, erschwert.

TG: Ist Soziokultur als Faktor kulturgesellschaftlichen Ausdrucks denn heute noch wichtig oder ist es mehr eindeutig Kultur oder mehr eindeutig Soziales geworden?

Corinne Eichner: Es gibt immer wieder Versuche, die Soziokultur gewissermaßen in eine „soziale Ecke“ zu drängen. Damit wird man aber dem künstlerischen und kulturellen Anspruch, den sie erhebt, nicht gerecht.

Gerade in der Kultur stecken so viele Möglichkeiten, Einfluss auf die gesellschaftliche Entwicklung zu nehmen. Dies kann man beispielhaft besonders gut ablesen an den vielen tollen Projekten, die in der Stadtteilkultur Hamburgs gemeinsam mit geflüchteten Künstlern entstanden sind. Vielleicht ist die Soziokultur mehr Kultur UND mehr Soziales geworden.

TG: In den Bezirken fällt Kultur nach wie vor in die Bereiche „Sozialraummanagement“? Ist das noch zeitgemäß oder sollten nicht auch Bezirke sich „Kulturbüros“ und „Sozialmanagements“ parallel leisten?

Corinne Eichner: Das wäre ein Traum! (lacht) Leider scheint das bis heute nicht finanzierbar und der kulturelle Sachverstand in den Bezirken ist sehr unterschiedlich. Wir würden uns wünschen, dass es zumindest gute Einweisungen und Fortbildungen für die Mitarbeiter geben würde und seltenere Wechsel des Personals, als wir dies heute mitunter erleben.

TG: Wo liegen die künftigen Hauptaufgaben der Soziokultur Deiner Meinung nach?

Corinne Eichner: Kultur für Alle wird niemals ein abgeschlossener Prozess, sondern immer eine Aufgabe sein, an der zu arbeiten sein wird. Und der Transformationsprozess der Hamburger Gesellschaft zu einer superdiversen Stadtgesellschaft mit gleichen, gerechten Chancen für Alle braucht die Soziokultur dringender als je zuvor. Denn die Soziokultur ist in der Lage, Begegnungen zu schaffen, Brücken zu bauen und kulturelle Teilhabe zu ermöglichen, die zu der Erfahrung von Selbstwirksamkeit führen, die es einem Populismus gleich welcher Richtung sehr schwer machen und arbeitet damit einem Auseinanderdriften der Gesellschaft wirksam entgegen.

TG: Welche Ziele von STADTKULTUR HAMBURG werden Deine vorrangigsten sein?

Corinne Eichner: Die Weiterentwicklung der diversen und transkulturellen Gesellschaft voranbringen durch das Einbringen von Impulsen und das Anregen von Diskursen, das Sichtbarmachen der Leistungen der Stadtteilkultur in Öffentlichkeit und Politik und die Verknüpfung der Digitalisierung mit den Bedürfnissen der Menschen mit den Mitteln der Kultur.

TG: Vielen Dank für das Interview und auf die nächsten 40 Jahre!

Corinne Eichner wurde Anfang Dezember 2017 in den Vorstand der Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren gewählt. Sie wird sich dort insbesondere um die Themen Öffentlichkeitsarbeit, Politikberatung, Digitalisierung und Generationenwechsel kümmern.

Weiterführender Link: stadtkultur-hh.de

Das Interview für ´Tiefgang` führte Heiko Langanke.

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Computer und Nadeldrucker https://www.tiefgang.net/computer-und-nadeldrucker/ Fri, 15 Dec 2017 23:48:47 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=2708 [...]]]> Kultur in der Stadt und vor allem den Bezirken ist doch selbstverständlich? Dem war nicht immer so. Teil 4: Die 90er Jahre

Der Dachverband STADTKULTUR HAMBURG feiert gerade sein 40jähriges Bestehen und weiß so manches über die Stadt und ihre Kultur zu erzählen. Und wir geben es Euch – mit freundlicher Genehmigung des Dachverbandes – zur Lektüre.

STADTKULTUR Geschichte(n): Die 90er Jahre

Die Zentren, Werkstätten und Häuser sind im Aufbau, aber es mangelt überall an Geld. Viele Zentren haben sich über ABM finanziert und fragen sich nun, wie sie die ABMler übernehmen können. Viele fragen sich außerdem, wie sie ihre Häuser ausbauen bzw. erwerben können. Es wird mehr über Geld gesprochen als über Inhalte.

Modernste Technik fürs Büro

Der Verband hat sich gefestigt nach chaotischen Phasen in den 80ern: Er organisiert nach innen beständiges Miteinander und will nach außen stärker auftreten. Die Verbandsarbeit wird anerkannt unter anderem durch einen festen Zuschuss und die Finanzierung zweier Stellen.

In der Geschäftsstelle wird die Umstellung auf Computer debattiert. Einige Kollegen sorgen sich, durch den Einsatz von Computern überflüssig zu werden. Die PC-Befürworter setzen sich durch. Der erste Computer in der Geschäftsstelle wird ein Atari ST – eingesetzt unter anderem, um die Verbandszeitung „Querstreifen“ zu erstellen.

Ab 1991 gibt es zwei Computer in der Geschäftsstelle, ferner Nadeldrucker mit Farbband und ein Faxgerät. Flugblätter werden noch mit Matritzen vervielfältigt. Insgesamt ist die Geschäftsstelle dem Rest der Welt technisch gesehen keineswegs hinterher, sondern mindestens gleich auf.

Die Geschäftsstelle zieht 1994 um in den Neuen Kamp 25. Der Verband freut sich über anregend heterogene Mitglieder: Die Bandbreite reicht von bürgerlichen Dorfvereinen über Studenten bis hin zu einem Singleclub. Der Verband versucht, Gemeinsamkeiten zu finden und zu betonen.

Der Verband beschäftigt sich mit der Bezirksverwaltungsreform und mit der Ausgestaltung einer Erfolgskontrolle, der sich die Häuser unterziehen sollen.

STADTKULTUR Geschichte(n)

Im Dezember vor 40 Jahren wurde der Dachverband für Lokale Kultur und Kulturellen Bildung unter dem Namen „Arbeitsgemeinschaft Stadtteilkultur“ gegründet. Wir werfen deshalb den Blick zurück in die Verbandsgeschichte: Wir haben Unterhaltsames und Informatives aus alten Aktenordner, verfärbten Zeitungsartikeln, angestaubten Diakästen und mäßig kompatiblen Datenträgern zusammengetragen und präsentieren die Ergebnisse wöchentlich auf unserer Webseite – ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Quelle: stadtkultur-hh.de

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Arbeits- oder Frei-Zeit? https://www.tiefgang.net/arbeits-oder-frei-zeit/ Fri, 08 Dec 2017 23:33:25 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=2657 [...]]]> Kultur in der Stadt und vor allem den Bezirken ist doch selbstverständlich? Dem war nicht immer so. Teil 3: Was ist eigentlich Soziokultur?

Der Dachverband STADTKULTUR HAMBURG feiert gerade sein 40jähriges Bestehen und weiß so manches über die Stadt und ihre Kultur zu erzählen. Und wir geben es Euch – mit freundlicher Genehmigung des Dachverbandes – zur Lektüre.

STADTKULTUR Geschichte(n): Die 80er Jahre

Anfang der 80er Jahre überlegen die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Stadtteilkultur, wie sie die Stadtteilkultur den Bürger*innen näher bringen können. Der Vorstand der AG findet, Freizeit sei Voraussetzung und Grundlage aller stadtteilkultureller Aktivitäten. Die Mitglieder sehen das zu einem großen Teil anders: Kulturelle Stadtteilarbeit sei mehr als nur ein Ausfüllen freier Zeit. Viel mehr ginge es um die Kultivierung des Miteinanderlebens und – in ferner Zukunft – darum, dass sich die Arbeit so verändert, dass es das Gegensatzpaar „Arbeitszeit – Freizeit“ nicht mehr braucht.

Das „Stadtteilkultur-Dschungelbuch“ von Dagmar Fohl

Es geht „ums Geld“ in der AG Stadtteilkultur, unter anderem um die Frage: Staatsknete – ja oder nein? Darf man Geld vom Staat nehmen? Soll man es sogar? Oder ist der Staat als Geldgeber schlecht, falsch oder unmöglich?

Die Mitarbeiter*innen in den Stadtteilkulturzentren möchten, dass die Stadtteilkultur von Politik, Öffentlichkeit und Verwaltung als relevanter Arbeitsbereich anerkannt wird. Eine Hürde dabei: Noch gibt es keine Ausbildung für die Arbeit in den Häusern. Erste Versuche, eine Ausbildung an den Universitäten zu implementieren, finden im Fachbereich Freizeitpädagogik statt.

Diskussion im Vorstand der AG: Machen wir „Soziokultur“ oder „Stadtteilkultur“? Welcher der beiden Begriffe ist besser? Niemand weiß zu der Zeit, was „Soziokultur“ genau bedeuten soll.

Die Geschäftsstelle befindet sich mittlerweile in der Bornstraße. Es ist ein Souterrain-Büro mit einem Abfluss vor der Tür. Ein starker Regen verstopft den Abfluss mit Blättern und sorgt für eine Überschwemmung im Büro. Das Team beschließt, neue Räumlichkeiten zu suchen, und zieht 1989 um in den Herrengraben um.

Die Geschichtswerkstätten erleben Ende der 1980er Jahre einen Aufschwung und debattieren erneut: „Staatsknete – ja oder nein?“.

Dagmar Fohl veröffentlicht für den Dachverband Ende der 1980er das „Stadtteilkultur-Dschungelbuch“ – ein Anleitungsbuch, wie man Gelder beantragt. Das Buch wird auch an Stadtteilkulturzentren außerhalb Hamburgs geschickt.

STADTKULTUR Geschichte(n)

Im Dezember vor 40 Jahren wurde der Dachverband für Lokale Kultur und Kulturellen Bildung unter dem Namen „Arbeitsgemeinschaft Stadtteilkultur“ gegründet. Wir werfen deshalb den Blick zurück in die Verbandsgeschichte: Wir haben Unterhaltsames und Informatives aus alten Aktenordner, verfärbten Zeitungsartikeln, angestaubten Diakästen und mäßig kompatiblen Datenträgern zusammengetragen und präsentieren die Ergebnisse wöchentlich auf unserer Webseite – ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Quelle: stadtkultur-hh.de

 

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Die Jugend und die Drogen … https://www.tiefgang.net/die-jugend-und-die-drogen/ Fri, 01 Dec 2017 23:23:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=2660 [...]]]> Kultur in der Stadt und vor allem den Bezirken ist doch selbstverständlich? Dem war nicht immer so. Teil 2: die Anfänge.

Der Dachverband STADTKULTUR HAMBURG feiert gerade sein 40jähriges Bestehen und weiß so manches über die Stadt und ihre Kultur zu erzählen. Und wir geben es Euch – mit freundlicher Genehmigung des Dachverbandes – zur Lektüre.

STADTKULTUR Geschichte(n): Die ersten Jahre 1979 und 1980

Wir befinden uns im Jahre 1979: Die für die „Arbeitsgemeinschaft Stadtteilkultur“ zuständige Abteilung in der Kulturbehörde heißt „Stadtteilkultur und Freizeit“. Kultursenator Tarnowski bezeichnet die Stadtteilkultur in der Presse als wichtigsten Bestandteil seiner Kulturpolitik. In der Kulturbehörde wird eine Referentin für Stadtteilkultur installiert.

Gründungsprotokoll des Vereins

Die AG Stadtteilkultur bezieht ihr erstes Büro in der Poppenhusenstraße 12. Das Büro ist zweimal pro Woche für vier Stunden besetzt. Für ihre zukünftigen Mitglieder veröffentlicht sie die Handreichung: „Hinweise zur Gründung einer kulturellen Vereinigung“.

Am 17. Januar 1980 wird die Arbeitsgemeinschaft ein eingetragener Verein mit 73 Mitgliedern. Auf einem Treffen der AG wird diskutiert, wie damit umzugehen sei, wenn in einer Einrichtung Drogen konsumiert wurden. DIE WELT titelt: „Blüht in den Jugendtreffs der Drogenkonsum?“ und problematisiert die öffentliche Förderung der Einrichtungen.

Die AG beantragt für das Jahr 1980 einen Zuschuss von 30.700 DM bei der Kulturbehörde und bekommt 25.000 DM. 1980 gibt es damit 18.000 DM Personalmittel für drei bis vier nebenamtliche Mitarbeiter*innen und 6.850 DM Sachkosten-Budget.

Tätigkeitsbericht für 1980

Im Tätigkeitsbericht der AG steht: „Das Büro ist versehen mit einer Telefonanlage und einem Anrufbeantworter. Zwei elektrische Schreibmaschinen stehen für alle anfallenden Schreibarbeiten zur Verfügung. Eine Adrema (Adressiermaschine) wird bisher in Handarbeit vervielfältigt. Drei Büroschränke dienen der Aufnahme einer umfangreichen Registratur und der verschiedenen Karteien und Akten. Eine fachbezogene Bibliothek befindet sich im Aufbau.“ (Tätigkeitsbericht 1980)

STADTKULTUR Geschichte(n)

Im Dezember vor 40 Jahren wurde der Dachverband für Lokale Kultur und Kulturellen Bildung unter dem Namen „Arbeitsgemeinschaft Stadtteilkultur“ gegründet. Wir werfen deshalb den Blick zurück in die Verbandsgeschichte: Wir haben Unterhaltsames und Informatives aus alten Aktenordner, verfärbten Zeitungsartikeln, angestaubten Diakästen und mäßig kompatiblen Datenträgern zusammengetragen und präsentieren die Ergebnisse wöchentlich auf unserer Webseite – ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Quelle: stadtkultur-hh.de

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„Verwaltung ist für die Bürger da“ https://www.tiefgang.net/verwaltung-ist-fuer-die-buerger-da/ Fri, 24 Nov 2017 23:14:05 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=2558 [...]]]> Kultur in der Stadt und vor allem den Bezirken ist doch selbstverständlich? Dem war nicht immer so. Teil 1: die Anfänge.

Der Dachverband STADTKULTUR HAMBURG feiert gerade sein 40jähriges Bestehen und weiß so manches über die Stadt und ihre Kultur zu erzählen. Und wir geben es Euch – mit freundlicher Genehmigung des Dachverbandes – zur Lektüre.

STADTKULTUR HAMBURG vertritt die Interessen der Einrichtungen und Akteure der Hamburger Stadtteilkultur, schafft Öffentlichkeit, sorgt für Austausch und Qualifikation, gibt Impulse, stärkt die Arbeit vor Ort und gestaltet die Rahmenbedingungen für die Arbeit der Stadtteilkultur in unserer Stadt mit. Unter dem Motto „Kultur für alle von allen“ gründeten sich vor gut 40 Jahren die ersten Stadtteil- und Soziokulturzentren. Engagierte Menschen traten für eine Erweiterung des Kulturbegriffs ein und brachten Kultur und Gesellschaft zusammen. Im Jahr 1977 schlossen sich diese Gruppen zu einem Dachverband zusammen. Heute hat STADTKULTUR HAMBURG e.V. gut 120 Mitglieder aus dem Non-Profit-Kultur-Bereich.

„Die Anfänge 1977 und 1978

Im Dezember vor 40 Jahren wurde der Dachverband für Lokale Kultur und Kulturellen Bildung unter dem Namen „Arbeitsgemeinschaft Stadtteilkultur“ gegründet. Wir werfen deshalb ab heute den Blick zurück in die Verbandsgeschichte: Wir haben Unterhaltsames und Informatives aus alten Aktenordner, verfärbten Zeitungsartikeln, angestaubten Diakästen und mäßig kompatiblen Datenträgern zusammengetragen und präsentieren die Ergebnisse nun wöchentlich auf unserer Webseite. Starten wir nun mit den Anfängen in den Jahren 1977 und 1978.

Morgenpost-Artikel vom 31. Januar 1978

Am 8. Dezember 1977 gründet sich die „Arbeitsgemeinschaft Stadtteilkultur“. Als treibende Kraft wird in der Lokalpresse Adam Reitze, Leiter von MAGNET 52, Kultur-Forum des Bürgervereins Flottbek-Othmarschen, genannt. Die AG hat bei ihrer Gründung 28 Mitglieder. Ihre Ziele: Belebung der Stadtteile, vornehmlich der Randbezirke. Der Etat zur „Förderung der Laienbetätigung und kulturellen Aktivitäten in den Stadtteilen“ soll „angezapft“ werden. In dem Etat befinden sich 60.000 DM.

Die Mopo berichtet über die AG-Gründung unter dem Titel: „Stadtteil-Kultur – eine gute Sache“. 1978 kündigt der Senat an, er wolle „Animation zum kulturorientierten Freizeitgebrauch“ leisten. Die Zeitung DIE WELT titelt: „Kulturkonfetti für den Freizeitgebrauch“. Kultursenator Tarnowski sagt dem Abendblatt: „Ich möchte gern in den Stadtteilen Kulturzentren bilden.“

Die AG Stadtteilkultur veröffentlicht eine Handreichung für ihre Mitglieder mit dem Titel: „Über den Umgang mit Behörden“. Der erste Satz lautet: „Auch wenn dies vielfach nicht so erscheint – es ist so: Die Verwaltung ist für uns Bürger da – nicht etwa umgekehrt.“

Quelle: https://www.stadtkultur-hh.de/

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