Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Fri, 20 Dec 2024 13:47:37 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.3 Wähl die Demokratie! https://www.tiefgang.net/waehl-die-demokratie/ Fri, 20 Dec 2024 23:23:46 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=11393 [...]]]> Demokratie ist mehr als ein politisches System. Daher geht nun die Initiative Go Vote! in Hamburg an den Start!

Hamburgs größtes Bündnis für Demokratie vereint über 100 Organisationen aus Kultur, Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Sport und Kirchen mit der Initiative „GoVote“, um die Demokratie zu stärken und die Wahlbeteiligung zu erhöhen. Gemeinsam setzen sie ein klares Zeichen für gesellschaftliches Engagement und die Bedeutung demokratischer Prozesse. Der Artikel im Hamburger Abendblatt beleuchtet die Hintergründe dieser einzigartigen Kooperation, zeigt die verschiedenen Aktionen der Partner und wie sie Bürgerinnen und Bürger aktiv zum Wählen motivieren.

Die Initiative erklärt:

Die Herausforderung

„Unsere Demokratie ist bedroht – nicht nur durch extreme Parteien, sondern auch durch ihre scheinbare Selbstverständlichkeit. Viele denken, Demokratie bleibe erhalten, auch wenn ihre Abschaffung bereits in Planung ist. Eine plurale, tolerante Gesellschaft braucht das Engagement von vielen! Wahlergebnisse wie in Thüringen, Sachsen und Brandenburg, aber auch in den USA, sind Warnzeichen.

Mit dem Bündnis „GoVote“ vor der Europawahl im Juni 2024 gab es bereits einen erfolgreichen Schulterschluss von Kultur, Zivilgesellschaft und Wirtschaft, um Wählen zum unüberhörbaren Stadtgespräch zu machen. Klar ist aber auch: Demokratie ist mehr als Wählen – sie ist das „Betriebssystem“ einer offenen Gesellschaft, das Kompromisse und Fortschritt ermöglicht.

Die Idee

Demokratie muss sich zeigen: oft, überraschend und prägnant. Wir laden Kultur, Sport, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und engagierte Einzelpersonen ein, Demokratie auf kreative Weise erlebbar zu machen – in Hamburg und darüber hinaus. Mit Humor, Engagement und Ideenreichtum.

Drei Formate im Fokus:

1. Demokratische Zugabe: Wir schaffen demokratische Interventionen, d.h. Störmomente, im Alltag der Menschen, die unprätentiös und mit einem Lächeln auf Demokratie aufmerksam machen – das kann im Theater sein, beim Konzert oder im Sportverein. Alle Beteiligten können kreativ werden!

2. Online-Kommunikationskampagne: Mit einem TikTok-Kanal, unserer aktualisierten GoVote-Website und anderen Social-Media-Plattformen wird unsere Botschaft verbreitet: Demokratie ist nicht selbstverständlich. Parallel sind die beteiligten Organisationen dazu eingeladen, ihre eigenen Social-Media-Accounts oder analogen Kanäle mit Inhalten zu bespielen. Hierfür werden Vorlagen zur Verfügung gestellt, die individuell auf die eigene Institution angepasst werden können. Höhepunkt ist ein digitaler Flashmob kurz vor der Bundestagswahl, bei dem alle teilnehmenden Kanäle das gleiche Posting mit einer Kernbotschaft im gleichen Design posten, um so aufmerksamkeitsstark auf die Demokratie hinzuweisen.

3. Förderfonds: Betreut durch die BürgerStiftung Hamburg können kleinere Organisationen hier finanzielle Unterstützung für ihre Aktivitäten beantragen.

Wie kann ich mich beteiligen?

Engagieren
Gehören Sie einer kulturellen Einrichtung, einem Sportverband, einem Verein oder Bündnis, einer Religionsgemeinschaft oder sonstigen (sozio-) kulturellen oder zivilgesellschaftlichen Ak- teuren an? Bringen Sie sich mit einer demokratischen Intervention ein.

Kommunizieren
Bespielen Sie mit Ihrer Organisation Kommunikationskanäle? Nutzen Sie Ihre Reichweite im analogen und digitalen Raum, um auf die Botschaften der Kampagne aufmerksam zu machen und unterstützen Sie dabei, Tiktok und andere Kanäle demokratischer zu gestalten.

Weitertragen
Ihnen fallen Organisationen oder Persönlichkeiten ein, die unbedingt Teil der Initiative werden sollten? Sprechen Sie darüber und machen Sie gerne auf Möglichkeiten der Beteiligung aufmerksam.“

Um dies breit aufzustellen, wurde sogar ein eigener Fonds zusammengetragen, der Projekte und Ideen auch finanziell unterstützt.

Die BürgerStiftung Hamburg koordiniert den Gemeinschaftsfonds und verwaltet das Antragsverfahren sowie die Mittelbewilligung. In einem niedrigschwelligen Antragsverfahren können Förderungen von bis zu 3.000 € beantragt werden. Fördermittel können für Honorar- und Sachkosten beantragt werden, z. B. für Veranstaltungen, Workshops, Dialogformate, kreativ-künstlerische Beiträge, Vorträge, Ausflüge sowie weitere Aktivitäten, die das Engagement für die Demokratie fördern. Weitere Details entnehmen Sie bitte den Förderkriterien. Der Fonds wird von Hamburger Stiftungen getragen und ist Teil der Aktivitäten des Bündnisses GoVote – einem Zusammenschluss von Kultur, Zivilgesellschaft und Wirtschaft.

Anträge können seti dem 19. Dezember gestellt werden. Das Antragsverfahren ist fortlaufend. Entscheidungen über eine Förderung werden i. d. R. innerhalb von 10 Tagen getroffen (ab Januar 2025).

Förderkriterien herunterladen

 

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Unterstützung für freie Künstler*innen https://www.tiefgang.net/unterstuetzung-fuer-freie-kuenstlerinnen/ Fri, 27 Mar 2020 23:45:25 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6615 [...]]]> Unter dem Motto „Kunst kennt keinen Shutdown“ hat die Hamburgische Kulturstiftung gemeinsam mit weiteren Hamburger Stiftungen einen Hilfsfonds ins Leben gerufen, um Spenden für die Unterstützung freier Künstlerinnen und Künstler in Hamburg zu sammeln.

Wer dazu beitragen möchte, kann unter dem Stichwort „Hilfsfonds“ an die Hamburgische Kulturstiftung spenden (Spendenkonto: Hamburgische Kulturstiftung, IBAN: DE24 2012 0000 0052 7570 28, Stichwort: „Hilfsfonds“).

Mehr als 400.000 Euro sind durch die Zusagen von Stiftungen, Unternehmen und Privatpersonen bereits zusammengekommen, darunter: Alfred Toepfer Stiftung F.V.S., Claussen-Simon-Stiftung, Rudolf Augstein Stiftung, Dorit & Alexander Otto Stiftung, Fischer Stiftung Hamburg, Körber-Stiftung, Klaus und Lore Rating Stiftung, Gabriele Fink Stiftung, Mara und Holger Cassens Stiftung, Stiftung Hamburger Hilfsspende, Quantum sowie Susanne und Michael Liebelt, Berit und Rainer Baumgarten, Carolin und Nikolaus Ditting, Annegret und Claus-G. Budelmann.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Wir müssen die Welle der Neuinfektionen brechen. Das macht weitreichende Beschränkungen des öffentlichen und kulturellen Lebens nötig. Seitdem klar ist, dass die Kultureinrichtungen vorübergehend schließen müssen, geht es auch um die Frage, wie wir die Kultur in unserer Stadt jetzt unterstützen können. Viele sind intensiv und engagiert dabei. Deswegen bin ich sehr dankbar für die Initiative der Hamburgischen Kulturstiftung. Die Spenden kommen direkt Projekten der jungen Kunst und der Kinder- und Jugendkultur zugute und ergänzen sinnvoll die Maßnahmen des Schutzschirms, den der Hamburger Senat aufgespannt hat. Ich freue mich in dieser schwierigen Zeit besonders, dass die Hamburger Stiftungen gemeinsam mit vielen Privatpersonen Verantwortung für unser Gemeinwesen übernehmen und eine lange Tradition des bürgerschaftlichen Engagements fortsetzen. Es ist an uns allen, dafür Sorge zu tragen, dass die Kulturlandschaft unserer Stadt in dieser schwierigen Zeit in ihrer Vielfalt erhalten bleibt. Dank an alle, die das unterstützen.“

Ansgar Wimmer, Vorstandsvorsitzender der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S.: „Schnell, mit Augenmaß und abgestimmt mit den öffentlichen Hilfsangeboten Unterstützung für Kulturschaffende in Hamburg bereitzustellen – das ist das Ziel eines Förderfonds, den nun die Hamburgische Kulturstiftung auf den Weg bringen wird. Im Namen der Toepfer Stiftung, der bereits gefundenen großzügigen Unterstützerinnen und Unterstützer und auch des Bundesverbands Deutscher Stiftungen rufe ich ausdrücklich weitere Hamburger kulturfördernde Stiftungen, aber auch Unternehmen sowie Spenderinnen und Spender auf, nach ihren Möglichkeiten mitzutun. Es gilt jetzt, sich tatkräftig mit den Menschen solidarisch zu zeigen, die unsere Kulturlandschaft in Hamburg so reich machen!“

Gesa Engelschall, geschäftsführender Vorstand der Hamburgischen Kulturstiftung: „Die Künstlerinnen und Künstler sind in Not und brauchen unsere Unterstützung – nicht nur um die Lebenskosten für sich und ihre Familien zu decken, sondern auch um weiter künstlerisch arbeiten zu können. Das tun sie ohnehin meist schon unter prekären Bedingungen, die sich in dieser schwierigen Situation als existenzbedrohend erweisen. Umso ermutigender ist der Einfallsreichtum vieler Kunstschaffender, die uns jetzt zeigen: Die Kunst findet ihren Weg, auch wenn die Menschen zuhause bleiben! In dieser zutiefst verstörenden Zeit brauchen wir Kultur mehr denn je!“

Die Vergabemodalitäten für den Hilfsfonds werden gerade erarbeitet. Ziel ist es, vor allem freien Nachwuchskünstlerinnen und -künstlern durch unbürokratische Förderung die Fortsetzung ihrer Arbeit zu ermöglichen. Von den langfristig noch nicht abzusehenden Auswirkungen des Coronavirus sind viele von ihnen schon jetzt existenziell betroffen: Durch die Absage von Veranstaltungen und Schließung von Kultureinrichtungen ist ihnen von einem Tag auf den anderen ihr Einkommen weggebrochen.

Die Hamburgische Kulturstiftung wurde 1988 als privatrechtliche Stiftung gegründet. Der Schwerpunkt liegt auf der Förderung des künstlerischen Nachwuchses in den Sparten Musik, Theater, Tanz, Performance, Bildende Kunst, Literatur und Film sowie der Kinder- und Jugendkultur. Aufgrund des geringen Stiftungskapitals und der niedrigen Erträge muss die Stiftung ihre Fördermittel laufend neu akquirieren. Als Mittlerin zwischen privaten Förderern, Wirtschaft und Kultur betreibt sie daher aktives Fundraising durch immer wieder neue Formate von Benefizveranstaltungen, einen Freundeskreis, Projektpatenschaften und Kooperationen mit anderen Stiftungen.

Weiterführend: www.kulturstiftung-hh.de

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Freiräume der Stadtgesellschaft https://www.tiefgang.net/freiraeume-der-stadtgesellschaft/ Fri, 01 Feb 2019 23:34:54 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=4791 [...]]]> Die Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. unterhält am Georgshof eine Galerie, wo sie nun Kunst des Fonds „Freiräume“ zeigt. Auch aus Harburg. 

In der Pressemitteilung der Behörde für Kultur und Medien heißt es dazu:

„Noch bis zum 28. Februar 2019 sind in der Galerie am Georgshof künstlerische Ergebnisse und dokumentarische Fotografien aus kulturellen Projekten mit Geflüchteten zu sehen. Die Ausstellung in der Galerie der Alfred Toepfer Stiftung F. V. S. gibt einen Einblick in Aktivitäten, die durch den Fonds „FREIRÄUME!“ ermöglicht wurden. Im Rahmen des Fonds – den die Alfred Toepfer Stiftung F. V. S., die Körber-Stiftung und die Hamburgische Kulturstiftung initiiert sowie die Freie und Hansestadt Hamburg, zahlreiche Stiftungen, Unternehmen und Privatpersonen unterstützt haben – wurden in den vergangenen drei Jahren 100 Kulturprojekte aller Sparten für geflüchtete Kinder und Erwachsene mit insgesamt 755.000 Euro gefördert.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Es freut mich sehr, dass der Fonds ‚FREIRÄUME!‘ von 2015 bis heute Wirkung zeigt und zahlreiche Projekte in der Stadt umgesetzt werden konnten. Ein schönes Ergebnis ist es auch, dass durch die Ausstellung die Arbeiten mit und von Geflüchteten sichtbar und somit ganz selbstverständlich zu einem Teil der Hamburger Kulturlandschaft werden. Die Arbeiten geben uns und unseren neuen Mitbürgerinnen und Mitbürgern Gelegenheit, sich mit den Themen Heimat und unserer gemeinsamen Zukunft auseinanderzusetzen.“

Zur Eröffnung der Ausstellung sagte Gesa Engelschall, geschäftsführender Vorstand der Hamburgischen Kulturstiftung: „Die Exponate zeigen auf sehr berührende Art und Weise, wie wichtig geistige Freiräume und Orte der Begegnung sind und was aus ihnen entstehen kann. Umso dankbarer sind wir für das Engagement der zahlreichen großzügigen Unterstützer, die dies möglich gemacht haben.“ Ansgar Wimmer, Vorstandsvorsitzender der Alfred Toepfer Stiftung F. V. S. betonte: „Unser herzlicher Dank gilt auch den vielen Kulturinitiativen, Künstlerinnen und Künstlern, die sich mit größtem Einsatz der Arbeit mit Geflüchteten verschrieben haben. Der Fonds ‚FREIRÄUME!‘ hat auf beeindruckende Art und Weise gezeigt, was wir als Stadtgesellschaft gemeinsam bewirken können.“

Neben gemalten Bildern, Collagen, gebastelten Erzeugnissen und Fotos aus den Projekten ist ein Trickfilm zu sehen, den geflüchtete Kinder aus einer Bergedorfer Unterkunft gemeinsam mit Profis animiert und eingesprochen haben. Ausgestellt ist außerdem die „Afghan Box“, eine einfache Kamera in Schachtelform aus Holz, die in Afghanistan von Fotografen auf der Straße benutzt wird und von geflüchteten Jugendlichen im Werkhaus Münzviertel nachgebaut wurde. Gemeinsam ist allen Projekten, dass sie sich mit Themen wie Heimat oder Zukunft auseinandergesetzt haben: Wo fühle ich mich zu Hause, wie nehme ich meine neue Umgebung war, wie und wo möchte ich in Zukunft leben?

Die Ausstellung in der Galerie am Georgshof (Georgsplatz 10, 20095 Hamburg) ist bis zum 28. Februar 2019 jeweils Mittwoch und Donnerstag von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Folgende Projekte sind in der Ausstellung vertreten:

  • Mohalla – GWA St. Pauli e. V.
  • Strange at home – fraplab e. V.
  • Stimmen der Zukunft – Hajusom e. V.
  • Wir machen die Welle – Kunstinitiative Brookkehre
  • KunstGrenzgänge – LichtwarkSchule
  • Novaland – Deutsches SchauSpielHaus Hamburg
  • Bauen mit Lehm für Groß und Klein – Bunte Kuh e. V.
  • Ziemlich schöne Aussichten – Jan Köchermann und Karin Haenlein
  • Afghan-Box, Fotoprojekt mit geflüchteten Jugendlichen – Jugendsozialarbeit Schanzenviertel e.V.
  • Künstlergruppe für Flüchtlinge – Ulrike Hinrichs (siehe hierzu auch in ´Tiefgang`)
  • Kulturcafé Alltona – MOTTE e. V.

Der temporäre Fonds „FREIRÄUME!“ wurde 2015 von der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S., der Körber-Stiftung und der Hamburgischen Kulturstiftung in Zusammenarbeit mit STADTKULTUR HAMBURG ins Leben gerufen und von zahlreichen Hamburger Stiftungen, privaten Förderern und Unternehmen unterstützt. Im darauffolgenden Jahr konnten durch dieses einmalige bürgerschaftliche Engagement 42 Projekte mit 355.000 Euro unterstützt werden. 2017 wurde das Engagement weitergeführt. Nach einem Beschluss der Bürgerschaft durch die Freie und Hansestadt Hamburg wurden die von Stiftungen, privaten Förderern und Unternehmen erneut akquirierten Mittel in Höhe von 200.000 Euro um weitere 200.000 Euro aus dem Hamburger Integrationsfonds ergänzt. Somit standen im Jahr 2017 400.000 Euro für kulturelle Projekte mit Geflüchteten zur Verfügung, durch die 58 Projekte gefördert werden konnten. Die Förderentscheidungen traf eine Jury, der jeweils ein/e Vertreter/in der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S., der Körber-Stiftung, der Hamburgischen Kulturstiftung, der Behörde für Kultur und Medien, der LAG Kinder- und Jugendkultur sowie des Dachverbands STADTKULTUR HAMBURG angehörte.“

Quelle: www.hamburg.de/bkm

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Der Gipfel der Schul-Kultur https://www.tiefgang.net/der-gipfel-der-schul-kultur/ Fri, 01 Dec 2017 23:05:18 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=2603 [...]]]> Das war ja wohl der Gipfel, mag mancher sich gedacht haben. Und in der Tat: unter dem Titel »jetzt!« tagten erstmals und gleich 400 Teilnehmer zum Thema Kultur und Schule.

Über 400 Teilnehmer tauschten sich auf dem eintägigen Kongress am 21. November 2017 auf Kampnagel über die Zusammenarbeit von Kultur und Schule aus. (zum Thema siehe auch „Tiefgang“ vom 25. Nov. 2017). ‎Und der Titel versprach und hielt viel: »jetzt!« – 1. Hamburger Kulturgipfel.

In der Nachlese der initiierenden „Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendkultur e.V.“ (LAG) heißt es:

„Erfolgreich initiierte Programme und Projekte zwischen Schulen und Kulturbetrieben, Stiftungen sowie Künstlerinnen und Künstlern standen auf dem Kulturgipfel ebenso im Vordergrund wie die Frage nach neuen Ideen und Kooperationsmöglichkeiten. Hierzu gab es Vorträge, Präsentationen und Mitmachaktionen für Lehrkräfte, Schüler, Kulturschaffende, Behördenvertreter und Interessierte.

Von Kochperformances in der Grundschule bis zum Forschungstheater wurden bereits im Zuge der Eröffnung der Tagung unterschiedlichste Themenbereiche der Zusammenarbeit zwischen Kultur und Schule gestreift, die anschließend bei Kurzpräsentationen, Sofa-Talks, »Speed-Dating«, Filmstationen sowie offenen Diskussionen weiter vertieft werden konnten. Am Abschlusstalk zur zukünftigen Einbettung von kultureller Bildung an Hamburger Schulen nahmen Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien, Schulstaatsrat Rainer Schulz, Ansgar Wimmer, Alfred Toepfer Stiftung F.V.S., Prof. Dr. Anja Dauschek, Altonaer Museum, Liam Zergdjenah, SchülerInnenKammer Hamburg sowie die Kinderbuchautorin Dr. Kirsten Boie teil.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: »Projekte kultureller Bildung und Vermittlung sind für das Lernen so relevant, weil sie einen eigenen – eben künstlerischen – Resonanzraum zu Fragen der gesellschaftlichen Entwicklung und des gesellschaftlichen Zusammenhalts bieten. Das ist für Schülerinnen und Schüler wie auch für die Erwachsenen in gleichem Maße relevant.«

Bildungsstaatsrat Rainer Schulz: »Der Kulturgipfel war ein großer Erfolg und ich freue mich über das enorme Interesse von Seiten der Akteure aus Kultur und Schule. Die Veranstaltung hat gezeigt, dass wir gemeinsam bei der Entwicklung Kultureller Bildung schon viel erreicht haben. Sie hat aber auch die Chancen und das Potential für die weitere Zusammenarbeit bei der Gestaltung dieses für Schülerinnen und Schüler wichtigen Bildungsbereichs gezeigt. Mein Dank gilt in besonderem Maße den Stiftungen, die den Gipfel gefördert und so engagiert gemeinsam mit uns vorbereitet haben.«

Ansgar Wimmer, Alfred Toepfer Stiftung F.V.S.: »Der Kulturgipfel fand genau zum richtigen Zeitpunkt statt: Die ersten Erfahrungen des Ganztags weisen den Weg zu einer intensivierten Zusammenarbeit zwischen Schule und Kultur. Hamburger Stiftungen, aber auch Kultureinrichtungen und freie Träger stehen dafür als Kooperationspartner, Ermutigerinnen und zur Unterstützung bereit.«

Der Hamburger Kulturgipfel wurde initiiert von der Behörde für Kultur und Medien, der Behörde für Schule und Berufsbildung und der Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendkultur e.V. (LAG) in Kooperation mit der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S., der Dürr-Stiftung Hamburg, der Gabriele Fink Stiftung, der BürgerStiftung Hamburg und der Stiftung Mercator. Ihm sollen weitere Veranstaltungen zum Thema folgen.“

Die Dokumentation zur Veranstaltung findet sich hier:

Dokumentation der Gespräche im Rahmen des Sofatalks

Dokumentation des Offenen Diskurses zum Thema »Künstlerische Freiräume in Schulen«

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Kultur macht Schule! https://www.tiefgang.net/kultur-macht-schule/ Fri, 24 Nov 2017 23:07:41 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=2594 [...]]]> Was ist eigentlich jenseits von Schulchor und Kunstunterricht kulturell los an Hamburger Schulen? Diese Frage stellten sich sechs gemeinnützige Hamburger und überregionale Stiftungen. Das Ergebnis macht Mut.

Durchgeführt wurde die Studie vom Institut für Kultur- und Medienmanagement (KMM) an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Und die kulturfördernden Stiftungen wollten es schon deshalb wissen, um Entwicklungsbedarfe zu erkennen und ihre Ressourcen im Bereich der kulturellen Bildung nachhaltiger und zielgenauer platzieren zu können.

In der Pressemitteilung heißt es:

„Das Ergebnis lässt sich sehen: Mehr als zwei Drittel aller Hamburger Schulen in öffentlicher Trägerschaft sind über den Unterricht und die schulischen Regelangebote hinaus in einem oder mehreren Kulturprojekten aktiv, oft in Partnerschaft mit Stiftungen, Vereinen oder freien Kulturschaffenden. Besonders tun sich dabei Stadtteilschulen hervor, aber insgesamt offenbart die Studie, die das KMM und die Stiftungen am Donnerstag der Öffentlichkeit präsentierten, eine breite Palette von kreativen und kulturfördernden Aktivitäten in allen Schulformen.

Über 50 Prozent der angeschriebenen Schulen haben auf die Befragung reagiert, sie ist damit repräsentativ. Zu den Aktivitäten aller anderen Schulen hat ein Team unter Leitung von Kulturwissenschaftlerin Dr. Jenny Svensson Internetrecherchen und Experteninterviews durchgeführt. Neben dem Blick auf erprobte Programme wie „Jedem Kind ein Instrument“ oder den „Kulturschulen“ der Gabriele Fink Stiftung vermitteln die Studie und ihre umfangreichen Anlagen ein anschauliches Bild eines lebendigen Mosaiks von Einzelinitiativen wie auch guten Beispielen strategischer Schulentwicklung durch Kultur.

Ein sichtbarer Schwerpunkt vieler Schulen liegt – in der Musikstadt Hamburg wenig überraschend – auf musikalischen Projekten, viele Vorhaben zeichnet aber ihre interdisziplinäre, die Künste verbindende Herangehensweise aus. Die Einbindung kultureller Bildung in den schulischen Alltag, aber auch die Qualität der Zusammenarbeit der Beteiligten wurden von den Befragten am häufigsten als Gelingensbedingungen genannt.

Die Auftraggeber der Studie bewerten die Ergebnisse, wie auch die gute Zusammenarbeit mit Schul- und Kulturbehörde und der Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendkultur (LAG) bei der Erstellung der Untersuchung, als Ermutigung. „Die Studie hat ergeben, dass bereits mehr als 60 Prozent der Hamburger Schulen mit externen Kooperationspartnern besondere kulturelle Bildungsprojekte für ihre Schülerinnen und Schüler bieten. Dies ist eine sehr solide und vielfältige Basis, auf der sich weiter aufbauen und eine umfassende kulturelle Bildung befördern lässt“, so Dr. Regina Back, Geschäftsführender Vorstand der Claussen-Simon-Stiftung und Mitinitiatorin der Studie. Ansgar Wimmer, Vorstand der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S., der die Erstellung der Studie von Seiten der Auftraggeber betreut hat, ergänzt: „Die Herausforderung bleibt, kulturelle Bildung auch unter veränderten gesellschaftlichen Bedingungen von Zuwanderung und Inklusion im ganztägigen Regelbetrieb als wichtigen pädagogischen Baustein zu verankern. Hieran wollen wir gerne mit unseren Möglichkeiten mitwirken.“

Die Studie, die von der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S., der Claussen-Simon-Stiftung, der Gabriele Fink Stiftung, der Dürr-Stiftung, der BürgerStiftung Hamburg sowie der Stiftung Mercator in Kooperation mit der Hamburger Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB), der Behörde für Kultur und Medien sowie der LAG Kinder- und Jugendkultur beauftragt und erstellt wurde, erschien nun rechtzeitig zum ersten Hamburger Kulturgipfel (www.kulturnetz-hamburg.de/jetzt), zu dem sich am 21. November 2017 über 400 Akteure kultureller Jugendbildung auf Kampnagel trafen.“

Studie ansehen (PDF)

Quelle: kinderundjugendkultur.info

Ein Fazit en detail:

Die vorliegende Bestandsaufnahme der Kooperationen zwischen Schulen und externen Partnern im Bereich kulturellerBildung wurde in drei Arbeitsschritten durchgeführt: Eine Online-Befragung an allen allgemeinbildenden Schulen Hamburgs, eine Internet-Recherche in Form von Überprüfung der  Homepages der Schulen, die nicht an der Befragung teilgenommen haben, sowie drei ergänzende Expert*innen-Interviews.

An der Online-Befragung nahmen insgesamt 50 % der Schulen teil. Von den teilnehmenden Schulen machen 57 % Projekte oder nehmen an Programmen teil, die im Bereich kultureller Bildung anzusiedeln sind und in Kooperation mit außerschulischen Partnern stattfinden. Die Internetrecherche hat darüber hinaus ergeben, dass ca. 60 % der Schulen, die nicht an der Befragung teilnahmen, auch solche Projekte / Kooperationen durchführen. Da diese Prozentsätze nur gering voneinander divergieren, kann davon ausgegangen werden, dass die Ergebnisse der Umfrage, auch wenn sie „nur“ 50 % der Schulen abdecken, repräsentativ  sind und Tendenzen der Kooperationsprojekte zur Kulturellen Bildung gut abbilden können.

Es ist sogar zu vermuten, dass erheblich mehr Projekte in Kooperation mit externen Partnern durchgeführt werden, als dies durch die Bestandsaufnahme gesichert erhoben werden konnte. Einige Stichproben auf den Internetseiten bekannter Programme ergaben, dass Schulen, die angegeben haben, keine Projekte durchzuführen, dies dennoch tun. Wenigstens sind sie als teilnehmende Schulen auf den Internetseiten von  Programmen / Projekten aufgelistet. Als Beispiel sei hierfür das Projekt KLASSEnSÄTZE genannt: An diesem mehrstufigen Schreibwettbewerb beteiligten sich laut Internet-Seite des Projekts  sieben Grundschulen, elf Stadtteilschulen und 15 Gymnasien in Hamburg im Schuljahr 2016/2017. In der Online-Befragung wurde dieses Projekt lediglich ein einziges Mal erwähnt (von der Max-Träger-Schule).

Warum die anderen Schulen das Projekt in der Befragung nicht erwähnt haben, kann mehrere Gründe haben. Vorherrschend wird es am Zeitmangel liegen – bestätigt durch die Anrufaktion, die Ende Juli durchgeführt wurde, um den Rücklauf zu erhöhen. Viele Schulsekretariate gaben dabei an, mit solchen Umfragen überfordert zu sein und wenn diese freiwillig sind, gäbe es keine Zeit sich damit zu beschäftigen – die Schulen würden in diesem Bereich nur erledigen können, was vorgeschrieben ist. Wenn man sich doch die Zeit nimmt, die Umfrage zu beantworten und es länger dauert, weil mehrere  Projekte und Kooperationen an der Schule durchgeführt werden, wird Zeit gespart, indem nur das  Notwendigste ausgefüllt wird und weniger Projekte als tatsächlich in der Schule durchgeführt, beschrieben werden. Ein weiterer Grund kann sein, dass die Person, die den Fragebogen ausfüllte, aufgrund der Größe mancher Schulen oder aus Unkenntnis und Mangel an schulinterner Kommunikation, die jeweiligen Projekte nicht kannte. Es ist auf jeden Fall davon auszugehen, dass die Ergebnisse und die Anzahl an erhobenen Projekten ein Minimum dessen darstellt, was in der Hamburger Schullandschaft an Kooperationsprojekten im Bereich kultureller Bildung lebt. Aufgrund dieser Problematik, stellt sich die Frage, ob eine Umfrage an Schulen die beste Möglichkeit ist, flächendeckend  Projekte und Kooperationspartner zu erfassen. Das Institut KMM empfiehlt, für eine evtl. zukünftige Erhebung über die Projektanbieter zu gehen. Eine Überprüfung sämtlicher Programm – und Projektanbieter war im Rahmen dieser Studie nicht möglich.

Die Befragung hat einige Tendenzen deutlich sichtbar gemacht:

– Die Stadtteilschulen sind besonders aktiv hinsichtlich der Durchführung und Teilnahme an Programmen und Projekten kultureller Bildung in Kooperation mit externen Partnern.

– Schulen, die im Sinne der Erhebung aktiv sind, machen im Schnitt 3,3 Projekte pro Schule in einem Schuljahr.

– Es werden vorwiegend kontinuierliche und im Jahresplan der Schule wiederkehrende Projekte und Programme durchgeführt. Einmalige Projekte sind etwas seltener und ergänzen meistens die kontinuierlichen/wiederkehrenden Projekte an den schon aktiven Schulen.

– Die Schulen kooperieren vorzugsweise mit Freien Kulturschaffenden (Grundschulen, Stadtteilschulen, Sonderschulen) und/oder mit Kulturinstitutionen (Gymnasien). Aber auch hier wurde durch Stichproben festgestellt, dass die Schulen nicht immer Kenntnis über die externen Partner von Projekten haben und dass es durchaus mehr und andere Partner geben könnte, als durch die Schulen angegeben.

– Von den großen Programmen zur kulturellen Bildung dominieren JeKi, TUSCH, Kulturagenten für kreative Schulen sowie The Young ClassX. Noch häufiger kommen aber „Sonstige“ Programme und Projekte vor. Die Palette an einzelnen Kooperationsprojekten ist sehr breit und reicht von Projekten wie „Raus aus dem Haus“ (Kooperationsprojekt zum Thema Digitale Medien mit einem Seniorenheim) über „Fußball trifft Kultur“ hin zu „Schüler führen Schüler“ in Kooperation mit den Bucerius Kunstforum. Die einzelnen Projekte sind der Tabelle in der Anlage E im Anhang zu entnehmen. Die qualitative Auswertung der von den Schulen genannten Gelingensbedingungen für erfolgreiche Kooperationen sowie der Expert*innen-Interviews hat ergeben, dass die Projekte und Programme vor  allem dann erfolgreich sind, wenn sie im Schulleben verankert und curricular eingebunden werden. Weitere Gelingensbedingungen sind die gute Qualität der Kooperationen, die Professionalität der Projekte und Kompetenzen der Verantwortlichen, aber auch, dass die Verantwortlichkeiten  deutlich geklärt sind. Bemerkenswert ist, dass die Rolle der Kulturbeauftragten, die sehr stark in den Interviews hervorgehoben wird, von den Schulen wenig explizite Erwähnung findet (nur vier Mal), wenn es um Gelingensbedingungen geht. In den Expert*innen-Interviews wird die Rolle von Stiftungen bei der finanziellen Ausstattung, aber auch bei der inhaltlichen Gestaltung von vielen Programmen und Projekten hervorgehoben. Auch die Schulen erwähnen in der Umfrage Ressourcen und Finanzierung als eine wichtige Gelingensbedingung, weisen jedoch weniger explizit auf Stiftungen hin. Die Bedeutung der Stiftungen als Kooperationspartner scheint also in den Schulen noch nicht in dem Maße präsent zu sein, wie sie in den Behörden und kulturpolitischen Gremien ist.

Dass mehr als die Hälfte aller Hamburger allgemeinbildenden Schulen größere Programme und Projekte kultureller Bildung in Kooperation mit externen Partnern im Schuljahr2016/2017 durchgeführt haben, ist durch diese Studie eine gesicherte Tatsache. Dieses Ergebnis weist darauf hin, dass das Engagement der zivilgesellschaftlichen Akteure für eine kreative und zukunftsfähige Schule in Hamburg sehr groß ist.

Stiftungen, Vereine, Kulturinstitutionen und freie Kulturschaffende kooperieren mit Schulen, bereichern das schulische Angebot und wirken im besten Falle auch an der Erneuerung von schulischen Strukturen und des curricularen Angebots der Schulen mit.

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Holt Euch die Kunst nachhause! https://www.tiefgang.net/holt-euch-die-kunst-nachhause/ Sat, 05 Aug 2017 04:09:24 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=1732 [...]]]> Die Idee ist so spektakulär unspektakulär, dass es ein Wunder ist, dass es sie in Hamburg noch nicht gibt: eine Artothek. Dies will eine Gruppe Kunstinteressierter der SuedKultur nun ändern …

Und sie bekommt dabei Unterstützung von der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S.. Eine Artothek ist wie eine Biblio-, Audio- oder Videothek eben eine Ausleihstelle für Kunst. Bilder, Skulpturen, Grafiken oder Fotografien meist regionaler Künstler*innen sind für ein geringes Entgelt und inklusive einer Versicherung leihbar, schmücken zuhause den Wohn-, oder im Büro den Arbeitsbereich und fördern unwillkürlich die Auseinandersetzung mit Techniken, Inhalten und dem Kunstschaffenden selbst.

SuedKultur will nun in den kommenden ein bis zwei Jahren eine Expertise einholen und ein Konzept passend für Harburg erstellen, um eben im Bezirk Harburg die erste Artothek in Hamburg aufzubauen. Und für diverse Reise- und Übernachtungskosten hat sie nun die Unterstützung der Toepfer-Stiftung zugesagt bekommen.

Leihe günstiger als HVV-Tageskarte

Artotheken sind vor allem in den 80er Jahren allerorts entstanden. Bundesweit gibt es bereits mehr als 130 ihrer Art und je nach Initiatoren sehr unterschiedlicher Ausprägung. In der Nähe etwa in Buxtehude. Auch dort bezieht sich die Artothek vor allem auf regionale Künstler*innen, die dort leben und arbeiten. Und zu einem geringen Preis von 6 Euro inklusive Versicherung und für ein Vierteljahr stehen dort über 500 Werke zur Ausleihe zur Verfügung. Die Artothek Buxtehude existiert bereits seit mehr als 30 Jahren. Dort können übrigens auch Hamburger entleihen. (siehe hierzu auch den Tiefgang-Artikel vom 18. Mrz 2017).

Regionale Kunst und Kunstschaffende gibt es auch reichlich im Bezirk Harburg. Allein der jährliche Kulturtag lässt die Vielfalt und Quantität erahnen.

„Die Vielzahl der im Bezirk ansässigen Künstler lässt sich leicht aus den Teilnehmern am Harburger Kulturtag ablesen. 2016 waren insgesamt 25 Einzelkünstler und Einrichtungen beteiligt. Dabei muss berücksichtigt werden, dass in vielen Einrichtungen Gruppenausstellungen stattfanden so dass die Anzahl der Einzelkünstler wesentlich höher gewesen ist“, so Anke de Vries, selbst Künstlerin aus Harburg, die vielen durch ihren Kunstverbund „Kobalt Kunst international e.V.“ seit Jahren vertraut ist und die jährlich mit einem offenen Atelier neue Bürger*innen für Kunst zu interessieren schafft.

Und in der Tat: in diesen Jahr findet im Herbst bereits zum 14. Male der Harburger Kulturtag statt, der an einem Samstag jährlich mehrere tausend Besucher in etliche Ausstellungsräume, Galerien und Ateliers in Harburg lockt und damit im Grunde das große Interesse an bildender Kunst vor allem aus dem Regionalen im Bezirk Harburg dokumentiert.

Und damit nicht genug: die Bücherhalle Harburg feiert in diesem Jahr ihr 40jähriges Jubiläum ihrer Galerie, die regelmäßig in der Bücherhalle Harburg in der Eddelbüttlerstraße vor allem regionale Künstler*innen vorstellt. Und das mit großem Zuspruch. Andreas Patommel von der Bücherhalle Harburg und auch Mitinitiator der Artothek Harburg-Idee: „Bis heute hatten wir in der Bücherhalle 451 Ausstellungen mit ca. 11.520 Kunstwerken – Bilder, Skulpturen etc. – und etwa 6.885.000 Besucher. Wir erfassen so etwas ja. Die Galerie war bis heute ununterbrochen belegt –  außer während des Umzugs 1998. Die Nachfrage ist wesentlich höher als das Angebot.“

Die Würdigung regionaler Kunst

Alles Belege, dass auch in Harburg und auch Hamburg eine Artothek auf Nachfrage stößt. Heiko Langanke, Sprecher der SuedKultur: „Wichtig an der Artotheken-Idee ist vor allem, dass regionale Künstler*innen gewürdigt werden. Sie leben und arbeiten hier und verdienen unsere Aufmerksamkeit und Wertschätzung. Auf der anderen Seite ist es aber auch für den Entleihenden der beste niedrigschwellige Zugang zur Kunst. Man schaut zuhause oft auf so ein Bild, lässt es wirken und stellt sich Fragen nach Aussage, Materialien, Wirkungen von Techniken und all das. Wenn man dazu noch weiß, dass die Kunst quasi aus der Nachbarschaft stammt, wird es erst richtig spannend.“

Tolle Idee, aber wer soll das bezahlen?

„Es ist erstaunlich“, so Langanke, „aber ich habe bisher keinen Fall bundesweit gefunden, bei dem eine Artothek wegen finanzieller Schieflagen geschlossen wurde. Das hat – ganz simpel – auch damit zu tun, dass die erworbenen Kunstwerke haushalterisch meist an Wert gewinnen. Das Geld ist also entgegen allen Klischees und üblichen Vorurteile der Kulturpolitik nicht aus dem Fenster geworfen, sondern mehrt sich sogar. Und zwar weil es Kunst ist!“

Kritische Fragen erwünscht

Nun will die Artotheken-Gruppe der SuedKultur-Initiative Nägel mit Köpfen machen. Es sollen die verschiedenen Artotheken der Republik auf inhaltliche Schwerpunkte, kreative Impulse, Erfahrungswerte der Praxis, Finanzierungsmodelle und auch regionalen Bezügen geprüft und begutachtet werden. Experten sollen besucht oder eingeladen werden, um möglichst viel von den bereits anderswo gemachten Erfahrungen für Harburg zu gewinnen. Letztlich sollen aber auch die modernen Mittel der Digitalisierung und Dokumentation ergründet werden. Letztlich immer unter dem Aspekt, was für den Bezirk Harburg am besten geeignet wäre. Dies soll dann in ein Konzept fließen, das Inhalte, Strukturen, Räume aber auch Finanzen abwägt, darstellt und handhabbar macht. „Es kann auch sein, dass wir an irgendeinem Punkt feststellen müssten, dass es nicht geht. Aber ganz ehrlich? Es würde mich sehr wundern“, so Heiko Langanke schließend. Fest steht für SuedKultur aber auch: es ist keine private Initiative. Vielmehr verstehen sich die Initiatoren als Hilfe, um Verwaltung und Politik das vielfältige Spektrum zu erschließen, um es dann in kommunaler Regie umzusetzen. „Kritische Fragen sind erwünscht“, so Langanke.

Und Künstlerin de Vries: „Der Bezirk Harburg wäre der einzige in ganz Hamburg, der die Einrichtung einer Artothek fördert. Damit gliedert er sich in eine Reihe von großen und kleineren Städten ein, die ihre Artotheken betreiben, bis hin zum Bundestag, der über eine eigene Artothek verfügt. Im Bezirk befindet sich vieles im Wandel. Da ist die Zeit reif, ein eindeutiges Zeichen zu setzen und auf die Veränderungen zu reagieren.“

Interessenten an dem Projekt „Artothek Harburg“ können sich gerne per E-Mail unter kontakt(at)sued-kultur.de melden.

 

 

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