Dennis Gastmann https://www.tiefgang.net Fri, 12 May 2023 09:09:34 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1 Über Geländer, Elefanten und Teufel! https://www.tiefgang.net/ueber-gelaender-elefanten-und-teufel/ Fri, 12 May 2023 22:54:14 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9968 [...]]]> Die SuedLese Literaturtage bescheren dem Süden Hamburgs wieder reichlich literarischen Stoff. Und die zweite Woche hält einige Prominenz vor!

Über vier Wochen gehen die 8. SuedLese-Literaturtage. Von Winsen bis Wilhelmsburg stehen über 40 „Orte der Worte“ im Zeichen der Literatur.

Die 2. Woche startet am Die., 23. Mai um 10 Uhr im Bürgerhaus Wilhelmsburg, Mengestraße 20, 21107 HH-Wilhelmsburg mit einer multimedialen Lesung der für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominierten Autorin Tanja Esch. In ihrer Geschichte über Boris, Babette und lauter Skelette bittet eine Nachbarin Boris, ihr Haustier Babette in Pflege zu nehmen. Er zögert nicht lange. Die Sache hat nur einen Haken: Boris‘ Eltern wollen keine Tiere in der Wohnung. Er muss Babette also gut verstecken. Aber das ist weniger knifflig als die Frage, WAS für ein Tier Babette eigentlich ist? Sie ist gelb, läuft auf zwei Beinen und steht auf Fernsehen, Flips und Grusel. Das Verrückteste: Babette kann sprechen! Die Lesung ist für 3. und 4. Schulklassen ausgerichtet. Der Eintritt ist frei, aber um Anmeldung wird gebeten unter marentoebermann@buewi.de.

Die Ergebnisse des inklusiven Schreiblabors des Sozialkontors Hamburg-Süd werden bei freiem Eintritt am Die., 23. Mai, 19 Uhr im Sozialkontor Treffpunkt HH-Süd, Knoopstr. 1-3, 21073 HH-Harburg vorgetragen. Dieses Jahr entstanden innerhalb eines Workshops unter dem Motto „Wenn Katzen flögen…“ Texte, die eine eigene Lesung verdienen. Das jährliche Projekt „Schreiblabor“ bringt stets neue Teilnehmende über die Schreiblust zusammen und wusste schon bei vorangegangenen „SuedLesen“ zu überraschen. Da ist wieder für Alle etwas dabei… schaurig, schön, traurig, witzig, skurril!

Die., 23. Mai, 19.30 Uhr, Speicher am Kaufhauskanal, Blohmstr. 22, 21079 HH-Harburg (Hafen)

Christian Redl – Das Leben hat kein Geländer

Eintritt: 5,- €

Schauspieler und Autor Christian Redl hat sein Leben aufgeschrieben – ehrlich, aufrichtig, ungeschönt. Aufgewachsen in den fünfziger Jahren unter der Obhut eines kriegstraumatisierten Vaters, macht er gegen den Willen der Eltern eine Ausbildung zum Schauspieler. Schonungslos gegen sich selbst erzählt er von seiner rastlosen Suche nach Erfolg und Anerkennung, von Triumphen am Theater, fantastischen Auszeichnungen sowie von gefährlichen Beziehungen und der Macht des Alkohols, von tiefer Melancholie, Euphorie und Verzweiflung. Aber auch von einer beglückenden späten Liebe, mit der er nicht mehr gerechnet hatte. Besonders bekannt durch seine Rolle als Kommissars Thorsten Krüger in den Spreewaldkrimis.

Mi., 24. Mai,10 Uhr, Fensterlesung für Kinder ab 4 Jahren am HinZimmer, Hinzeweg 1, 21075 HH-Heimfeld

Am 17. Mai und dann jeden Mittwoch um 10 Uhr starten die „Fensterlesungen“ am HinZimmer der Bürgerstiftung Hamburg. Vorleser*innen aus dem Projekt „LeseZeit“ lesen oder erzählen verschiedene Geschichten aus dem Fenster mit dem Kamishibai vor. Die Kinder und Erwachsenen sitzen draußen auf dem Vorplatz und hören zu (bei Regen im HinZimmer). So entsteht ein tolles Vorleseangebot für Familien oder Kindergruppen aus Schule und Kita in der Heimfelder Nachbarschaft. Kitas und Schulen können sich gerne mit Kindergruppen bis zu 25 Kindern anmelden. Spontanbesuche von Kindern aus der Nachbarschaft sind jederzeit möglich.

Der Eintritt ist frei! Kontakt: hinzimmer@buergerstiftung-hamburg.de

 

Mi., 24. Mai, 19 Uhr, Wasserturm & Feuerteufel, Moorburger Elbdeich 161, 21079 HH-Moorburg

Andreas Schäfer – Du sollst vergessen

Eintritt frei / Spende erwünscht!

Andreas Schäfer ist in Verden /Aller geboren, lebt in Hamburg, promovierte an der Universität Hamburg mit der Dissertation Rolle und Konfiguration. Er trägt einen Psychothriller ganz anderer Art vor: Professor Udo Vorster stellt die Psychoanalyse auf den Kopf. Er predigt das Leben im Augenblick und zieht gegen jede Form der Vergangenheitsbewältigung zu Felde. Der Wissenschaftler wird zum umjubelten Megastar. Er besitzt die seltene Gabe massenwirksam zu beeindrucken. Sein Publikum schenkt ihm nahezu bedingungslos Glauben kraft seiner natürlichen Autorität. Doch was ist von der Lehre des Professors zu halten? Ist er ein Hochstapler oder tatsächlich das begnadete Genie? Wie er die Spannung zwischen seiner Lehre und dem Echo darauf lenkt, gleicht dem Tanz eines Virtuosen auf einem Vulkan. Plötzlich wird Vorster mit einem brisanten Detail seiner Biografie konfrontiert. Seine Bewunderer rücken von ihm ab und allmählich scheint er die Kontrolle über sein Leben zu verlieren. Folgt nun der unaufhaltsame Abstieg oder schafft er ein Comeback?

Mi., 24. Mai., 19.30 Uhr, VERLEGT!!!! Statt Bücherhalle Harburg jetzt in der Buchhandlung am Sand, Hölertwiete 5, 21073 Hamburg-Harburg,

Dennis Gastmann – Dalee; Eintritt: 15,- €,

VVK Buchhandlung am Sand, Bücherhalle Harburg, VHS Harburg

Dennis Gastmann ist vielen bekannt durch die Satiresendung »extra3«. Er bereiste über hundert Länder auf allen Kontinenten. 2011 erschien “Mit 80.000 Fragen um die Welt”, 2012 “Gang nach Canossa”, 2016 “Atlas der unentdeckten Länder” und 2018 “Der vorletzte Samurai”. Nun sein erster echter Roman.

Ein rostiger Dampfer mit einer ganzen Elefantenherde im Bauch sticht in Kalkutta in See und nimmt Kurs auf die Andamaneninseln. An Bord sind auch der junge Bellini, seine Familie und ihr Arbeitselefant, Dalee. Indien ist gerade unabhängig geworden, und die Familie lässt alles hinter sich, um ein neues Leben zu beginnen. Bellini soll das altehrwürdige Handwerk des Mahuts, des Elefantenführers, erlernen. Der Große Graue wird bald zu seinem engsten Gefährten, doch Dalee wird mit dem Alter launenhaft. Er scheint das Gedächtnis zu verlieren – eine Katastrophe für die Familie. Man sagt, ein Elefant vergisst nie, aber was, wenn doch?

Mi., 24. Mai, 19.30 Uhr, Amtshaus Moisburg, Auf dem Damm 5, 2147 Moisburg

Stefan Kruecken – Das Boot muss das abkönnen

Eintritt: 6,- €

Stefan Kruecken arbeitete einst als Polizeireporter für die Chicago Tribune und weltweit für Magazine. Von ihm stammen u.a. die Bestseller „Sturmwarnung“, „Orkanfahrt“ und „Unverkäuflich“.

Sein aktuelles Buch sammelt in Gesprächen mit mehr als 150 Kapitänen Geschichten. Kruecken sammelt die besten Strategien, um die eigene Familie, Firma oder sich selbst durch den Orkan zu bekommen. Denn wir sind mitten in einem Sturm. Krieg in Europa, Corona, Populismus von Rechts wie von Links. Umso wichtiger, einen klaren Kurs ohne Angst zu halten.

In einem Sturm zeigt sich, was wirklich wichtig ist – auf See wie im Leben. Wenn irgendjemand weiß, worauf es in einem Orkan ankommt, dann sind es Kapitäne. Sie brachten Schiff und Crew heil in den Hafen zurück.

Kann man von ihnen etwas lernen?  Ja, das können wir! Mut statt Wut.

Do., 25. Mai, 9 Uhr, Bücherhalle Wilhelmsburg, Vogelhüttendeich 45, 21107 HH-Wilhelmsburg

Jutty Nymphius – Bennos Bestie

Ab 8 Jahren – Eintritt frei, Anmeldung erwünscht!

Seit Benno von einem Dackel gebissen wurde, verändert sich die Welt um ihn herum: Sie wird lauter, bösartiger, gefährlicher! Als dann nebenan auch noch ein Hund einzieht, der immer wild bellend gegen den Zaun springt, traut sich Benno nicht mehr aus dem Haus und weigert sich, zur Schule zu gehen! Dann erfährt er, dass der wilde Hund, Freddie, als Welpe misshandelt wurde und eigentlich nur Angst vor Menschen hat. Doch wenn er weiterhin so laut ist und alle Leute erschreckt, muss er zurück ins Tierheim. Aber keiner kann etwas für seine Angst, das weiß Benno genau! Er beschließt, Freddie zu helfen …

Jutta Nymphius lebt und arbeitet in Hamburg, studierte italienische, spanische und deutsche Literatur in Köln und Florenz, arbeitete als Lektorin in verschiedenen Kinderbuchverlagen. Seit 1997 ist sie als freie Lektorin und Autorin zahlreicher Bücher für Kinder und Jugendliche von 5 bis 15 tätig, die sie engagiert auf zahlreichen Veranstaltungen ihren Leser*innen nahebringt. Im Sommer 2017 gründete sie mit Kolleginnen die „Elbautor*innen“, ein Hamburger Netzwerk, dem inzwischen fast 60 Hamburger Kinder- und Jugendbuchautor*innen angehören.

Am Do., 25. Mai, 20 Uhr geht es dann in die Kneipe Zur Stumpfen Ecke, Rieckhoffstr. 14, 21073 HH-Harburg. Dort liest der alte Harburger Theaterfan und Poetry-Slamer Andreas Prieß – Viele sagen, sie können kein Blut sehen. Eintritt frei!

Viele sagen: „Ich kann kein Blut sehen.“  Wenn Sie auch zu denjenigen gehören, sollten Sie sich zumindest überlegen, ob Sie wenigstens Blut hören können, ohne dass sich Ihnen gleich der Magen umdreht. Denn vom Blut und auch vom Tod handeln einige Gedichte und Geschichten Andreas Prieß Ihnen jedoch äußerst lebendig vorzutragen gedenkt.

Foto: Haufe Ahmels

Am Fr., 26. Mai, 18 Uhr geht es dann nach Neugraben zu einem besonderen Event: der Lesung unterm Kirschbaum, Wulmstorfer Ring 9, 21149 HH-Neugraben,

Fiston Mwanza Mujila – Tanz der Teufel (Spendenempfehlung: 10 Euro)

Gastgeberin Anja Schwennsen empfängt dann den aus Lubumbashi (Demokr. Rep. Kongo) stammenden Autoren, der derweil in Graz lebt und Lyrik, Prosa und Theaterstücke schreibt. Für seinen Debütroman Tram 83 (2016) erhielt er zahlreiche Preise, darunter den Internationalen Literaturpreis – Haus der Kulturen der Welt.

Im Grenzgebiet zwischen Angola und dem Kongo, in den Minen von Lunda Norte und im Zentrum von Lubumbashi tanzen Frauen ohne Alter, Diamantensucher, Gauner und Agenten aus aller Welt den „Tanz der Teufel“. Neben absurden Dialogen und einer Fülle von Erzählsträngen und Abschweifungen ist es vor allem die Musik, die den Rhythmus von Fiston Mwanza Mujilas neuem Roman vorgibt. Und die Ironie des Romans lässt die Auswirkungen von Kolonialisierung, Globalisierung, Raubbau und Bürgerkrieg nur noch deutlicher erscheinen. Mit seinem gefeierten Debüt „Tram 83“ hat Fiston Mwanza Mujila eine völlig neue Art von Roman erschaffen. Sein neues Buch ist noch schillernder, noch virtuoser und dabei noch politischer.

Anmeldung: https://t1p.de/Mujila

Snacks und Getränke: gern mitbringen – ein Gläschen Wein oder Wasser gibt es immer!

Die „Lesung unterm Kirschbaum 2023“ findet mit freundlicher Unterstützung der ZEIT-Stiftung statt.

Fr., 26. Mai, 19 Uhr, Sauerkrautfabrik, Kleiner Schippsee 22, 21073 HH-Harburg,

Autor*innenkollektiv: Verändern wollte ich eine Menge (Aus dem Leben der Internationalistin Ellen Stêrk); Eintritt frei /Spende erbeten

Eine junge Frau kommt im Berlin der Nachwendezeit mit linker Politik in Berührung. Ihre Suche nach politischer Orientierung und Organisierung beginnt, von Anti-Atom-Protesten bis zur kurdischen Frauenbewegung, mit Träumen, Utopien und großen Entscheidungen. Ellen, die in Kurdistan den Namen Stêrk angenommen hat, ist seit ihrer Kindheit eine lebendige, kontaktfreudige Person. Ihre Ausstrahlung begeistert viele Menschen. Vom Erkennen der Widersprüche bis zur Entscheidung für die Revolution: Die tiefgreifenden Fragen, Entwicklungen und vielfältigen Projekte der Internationalistin stehen beispielhaft für die Biografie einer politisch entschlossenen Frau. Mitreißend erzählt durch das Zusammenspiel persönlicher Briefe, emotionaler Erinnerungen und sachlicher Information, ermöglicht es Ellen Stêrk nach ihrem Tod zu begegnen. Ihre Geschichte lädt dazu ein, Utopien zu gewinnen, Internationalismus neu zu leben, sich zu organisieren und weiterzukämpfen.

Das Herausgeber*innenkollektiv sind enge Freund*innen und lange Weggefährt*innen von Ellen, die über mehrere Jahre Interviews mit einer Vielzahl von Menschen aus Ellens Umfeld über deren gemeinsame persönliche und politische Geschichte führten und Teil von „Feministische Organisierung: Gemeinsam kämpfen!

Zum aktiven Mitmachen und selbst Schreiben lädt dann am Wochenende die Wilhelmsburger Volkshochschule.

 Sa./So., 27./28. Jun., 14 Uhr, VHS Wilhelmsburg, Krieterstr. 2a, 21109 Hamburg-Wihelmsburg

Djamila Niklosz: Pfingst-Special: Kreatives Schreiben und Szenisches Erzählen, leicht gemacht, Kursnummer N10935MMW02; Gebühr: 54,- €

Seit nunmehr fünf Jahren leitet die ausgebildete Theaterpädagogin in Hamburg Theaterprojekte für Kinder und Erwachsene. Hierbei vereint sie Methoden aus den vielfältigsten Bereichen des Theaters und dem szenischen Schreiben.

Zur SuedLese:

Die jährlichen SuedLese-Literaturtage sind ein Kooperationsprojekt der Initiative SuedKultur zur Stärkung des literarischen Lebens im Süden Hamburgs. „Orte der Worte“ stellen sich aber auch lokale wie überregionale Autor*innen vor, bieten Kurse oder Mitmachaktionen. Mittlerweile reichen die meist vierwöchigen Lesetage von Hamburg-Wilhelmsburg über den Bezirk Harburg bis in den Landkreis Harburg (Niedersachen) und finden an über 40 Orten statt.

Die SuedLese ist ein offenes Literaturformat, das dieses Jahr von NEUSTART KULTUR des Deutschen Literaturfonds e.V., der Behörde für Kultur & Medien Hamburg, dem Bezirk HH-Mitte und dem Bezirk HH-Harburg gefördert wird.

Programm unter www.suedlese.de

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Eine literarische Schnitzeljagd im Süden Hamburgs https://www.tiefgang.net/eine-literarische-schnitzeljagd-im-sueden-hamburgs/ Fri, 28 Apr 2023 22:29:39 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9902 [...]]]> Die SuedLese hat sich in Hamburgs Süden als großartiges Literaturfest etabliert und ist ein literarisches Manifest der südlichen Metropolregion Hamburg. Nun machen die 8. SuedLese-Literaturtage vom 15. Mai bis zum 18. Juni 2023 Hamburgs Süden erneut zu einer einzigen Buchsafari.

Das Lesefest ist eine umfassende Kooperation vieler „Orte der Worte“ aus dem südlichen Bezirk Hamburg-Mitte, dem Bezirk Hamburg-Harburg und dem zu Niedersachsen zählenden Landkreis Harburg. Dazu gehören zum Beispiel die Gemeindebüchereien in Stelle, Winsen und Jesteburg, das Kiekeberg-Museum oder der KulturPunkt Moisburg. Auch Buchhandlungen sind dabei wie Lüdemann in Wilhelmsburg, die Buchhandlung in Hanstedt oder am Harburger Sand. Die Bücherhallen von Harburg, Wilhelmsburg und Kirchdorf laden ebenso ein wie auch die Volkshochschulen. Neben diesen für Lesungen üblichere Stätten findet die SuedLese 2023 auch an weiteren Kulturorten statt wie Kneipen oder einfach “draußen“. Zudem gibt es auch Angebote für das Selberschreiben wie etwa an einem öffentlichen Bücherschrank.

Nicht nur die „Großen“ kommen auf ihre Kosten, es gibt zahlreiche Angebote für Kinder. Der auch schon für die letztjährige SuedLese spezialverantwortliche Projektleiter Jörn Waßmund betont: „Es ist großartig, wie immer mehr Kulturorte Jahr für Jahr bemüht sind, der Literaturszene ihre angemessene Würdigung zukommen zu lassen. Und vor allem: Mit welch großem Engagement so vielfältige Formate auf die Beine gestellt werden.“

Los geht es am 15. Mai im Speicher am Kaufhauskanal mit einer musikalischen Lesung zu Engelbert Humperdinck, dem Komponisten von „Hänsel und Gretel“. Den Abschluss bildet dann am 18. Juni die Autorin Katrin Seddig mit ihrem Neulingswerk „Nadine“ im Treffpunkthaus Heimfeld.

Neben lokalen Autor*innen wie Conny Schramm, Kathrin Hanke, Ulrich Lubda oder Christoph Rommel kommen dieses Jahr auch Lesegrößen wie der TV- und Bühnen-Schauspieler Christian Redl, Lisa Roy, Dennis Gastmann, Sabrina Janesch oder Katrin Burseg. Für Kinder gibt es Literatur am Fenster, im Bürgerhaus oder am Elbdeich. Mit über 40 „Orten der Worte“, mehr als 60 Terminen mit noch viel mehr Autor*innen, gilt es, den Süden Hamburgs zu einem Paradies des literarischen Geschehens zu machen und zu entdecken. „Es wird eine Art literarische Schnitzeljagd“, freut sich Waßmund und resümiert: „Literatur hat im Süden seinen Platz wie auch die Musik und die Kunst: Diese ungewöhnliche Kooperation in der Kultur findet schon weit über die Stadtgrenzen hinaus Beachtung.“ Und das hat seine Geschichte. Nachdem 2010 das Netzwerk SuedKultur mit der jährlichen SuedKultur Music-Night der Musik als erstem Genre ein Forum gab, folgte 2015 die erste SuedLese für Literatur und 2019 die Kunstleihe Harburg für die Kunst. Die Grundidee ist stets dieselbe: die Akteur*innen des jeweiligen Genres entwickeln die Ideen und Formate zusammen, kooperieren und wandeln Jahr für Jahr Akzente.

Den Blick über den eigenen Tellerrand merkt man auch an den besonderen Formaten: die Sammlung Falckenberg etwa beleuchtet Texte von Bildenden Künstler*innen. In Neugraben wird unterm Kirschbaum gelesen und in Harburg in den Kneipen. Eine Comiclesung findet im Rockclub statt und auf dem Hafenfest lädt der Poetomat zur Poesie im öffentlichen Raum. Und wo man nicht zur Literatur kommt, kommt sie – wie beim Heimfelder Seniorenheim Domicil – eben zum Publikum.

SuedLese-Initiator Heiko Langanke: „Dieser Wille von Kulturorten und Kulturschaffenden etwas gemeinsam auf die Beine zu stellen, ist wirklich ein Alleinstellungsmerkmal des Hamburger Südens. Da kommen Ideen und Macher*innen zusammen, die dafür sorgen, dass mit einem vergleichsweise kleinen Etat das Maximum herausgeholt wird!“

Jedes Jahr bieten sich auch neue Orte an, haben lokale und auch überregionale Autor*innen neue Bücher, Themen und Ideen im Gepäck. „Und es ist schön zu sehen, wie manche Autor*innen ihren Weg gehen, Preise bekommen, Beachtung und ihr Publikum finden“, so Langanke. Denn genau dies ist die Idee der SuedLese – zeigt her was ihr habt, was ihr macht und wo ihr steckt. Und so wird selbst für die angestammten Südelbianer*innen jede SuedLese immer auch eine Bestandsaufnahme des literarischen Lebens im Süden der Großstadt.

Eine Bereicherung für das SuedLese Team und die SuedLese-Neugierigen ist dabei Sebastian Hamel, der als Abschlusspraktikant des Poesie-Studiengangs an der Medical School Hamburg im Harburger Hafen bei einigen Autor*innen und Leseorten mal genauer nachgefragt hat. Die Interviews sind in Kürze im SuedKultur-Online-Feuilleton www.tiefgang.net zu lesen.

Besonderen Dank gilt noch einmal einer Restförderung durch den Fonds NEUSTART KULTUR über den Deutschen Literaturfonds, der uns besonders über die schweren Zeiten half. Dank aber auch an die hervorragende Kooperation zur Förderung der SuedLese mit der Behörde für Kultur Medien Hamburg, den Bezirken Hamburg-Mitte und Hamburg-Harburg aber auch des Kulturlandkreises Harburg in Niedersachsen, die allesamt ein weiteres positives Zeichen gaben, wie Metropolregion funktionieren kann.

Die SuedLese im kommenden Frühsommer ist eine einmalige Chance, die vielfältige Literaturszene im Hamburger Süden kennenzulernen und neue Autor*innen aber auch Orte zu entdecken. Weitere Informationen und das komplette Programm der 8. SuedLese-Literaturtage gibt es unter www.suedlese.de und als Programmbüchlein an den Lese- und vielen anderen Orten.

Das Programm findet sich online hier: suedlese.de/programm

 

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Vorletzter Samurai in Harburg https://www.tiefgang.net/vorletzter-samurai-in-harburg/ Fri, 16 Mar 2018 23:10:46 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=3107 [...]]]> Jedes Jahr zur SuedLese tun sich die Bücherhalle Harburg, VHS Harburg und Buchhandlung am Sand zusammen und gönnen nicht sich, sonder Ihnen, liebe Literaturfans, einen Stargast für Harburg. Dieses Jahr: Dennis Gastmann.

Nach Heinz Strunk mit dem „Goldenen Handschuh“ (2016) und Wladimir Kaminer „Meine Mutter, ihr Katze und der Staubsauger“ (2017) kommt dieses Jahr Dennis Gastmann als Stargast nach Harburg. „Der vorletzte Samurai“ titelt sein neues Buch. Ein vieldeutiger Titel, den wir ergründen wollen ohne die Spannung auf den Abend zu nehmen.

In seinem neuen Buch geht es um Japan. Dennis Gastmann entdeckt das Land der Rätsel, Regeln und Rituale. Die Jahrhunderte der Abschottung liegen weit zurück, und doch wirkt dieses Land bis heute unvergleichlich fremd und geheimnisvoll. Gastmann macht sich auf, es zu erkunden, und seine Frau, die aus einer alten Samurai-Familie stammt, begleitet ihn. Die beiden bereisen den ganzen Inselstaat, von den Seen der Götter auf Hokkaido bis zu den Vulkanen auf Kyushu, und verlieren sich im Lichterrausch von Tokyo, Kyoto und Osaka. Japan, wie es sich der Westen vorstellt, erlebt Gastmann im Neongewitter eines Roboterrestaurants. In den „Höllen“ von Beppu dagegen, das für seine heißen Quellen bekannt ist, sehnt er sich nach Ruhe und begegnet dem Tod, der plötzlich rauchend vor ihm sitzt. Schließlich, auf dem Tempelberg Kuyasan, sucht er nach dem Sinn, um am Ende eines rastlosen Sommers doch noch in den Lotussitz zu finden.
Dennis Gastmanns Reiseerzählung ist ein beeindruckendes Porträt eines Landes zwischen Ordnung und Anarchie, Besessenheit und Zen – und ein sehr persönliches Abenteuer: Kann ein „Gaijin“, ein Fremder, eine Kultur verstehen, die ein Fremder gar nicht verstehen kann?

Zur Person: Dennis Gastmann (Jahrgang 1978) war Autor der Satiresendung „extra 3“, bevor er begann, als Auslandsreporter um den Globus zu reisen. 2011 erschien sein vielgelobter Band „Mit 80.000 Fragen um die Welt“, danach wanderte er von Deutschland über die Alpen nach Italien, um seine Sünden zu büßen („Gang nach Canossa“, 2012). Zuletzt erschienen „Geschlossene Gesellschaft“ (2014), eine Exkursion in die Welt der Reichen, und „Atlas der unentdeckten Länder“ (2016), eine Entdeckungsreise zu den letzten unbekannten Orten unserer Erde.

Stefan Niggemeier vom FAZ.net schrieb über ihn: „Gastmann ist ein außergewöhnlicher Reporter, der uns nicht als Wissender, sondern als Fragender durch die Welt führt. Es sind liebevoll komponierte Reportagen aus fremden Welten – die auch gleich nebenan liegen können.“

Und NDR Kultur beschrieb ihn: „Gastmann ist ein brillanter Beobachter, mit einem Hang zu kleinen Bösartigkeiten.“

Video-Trailer

Der Rowohlt-Verlag befragte Gastmann vorab zu seinem neu erschienenen „Reisebericht“:

Rowohlt-Verlag (RV): «Hajimemashite – Schön, Sie kennenzulernen», lieber Dennis Gastmann. Wie geht’s Ihrem Japanisch mittlerweile? In Hakodate auf Hokkaido haben Sie einmal, statt um die Rechnung (o-kanjo) zu bitten, eine Freundin (o-kanojo) bestellt …

Dennis Gastmann: … und mich daraufhin über den seltsam verstörten Blick der Bardame gewundert, während ein Herr an der Theke an einem plötzlichen Asthma-Anfall zu verscheiden schien. Glücklicherweise konnte Natsumi, meine Ehefrau, die Verwirrung mit einem Lächeln klären. Sie ist ohnehin dagegen, dass ich Japanisch lerne. Es sei ihre Geheimsprache, sagte sie mir einmal, in der sie die wirklich wichtigen Dinge mit ihrer japanischen Mutter kläre.

RV: Sie haben Japan mit Ihrer Frau bereist. Als Halbjapanerin scheint Natsumi ein Faible für klare Ansagen zu haben: «Flieg um die Welt, verschwinde, solange wir keine Kinder haben.» Mittlerweile sind Sie stolzer Vater eines kleinen Jungen. Ist es damit um den Reisereporter Dennis G. geschehen?

Dennis Gastmann: Diese Frage stelle ich mir tatsächlich in «Der vorletzte Samurai», ganz heimlich, still und leise, während wir einen Walhai betrachten, der seine Runden im Meeresaquarium von Kagoshima dreht: Ist es um den Abenteurer geschehen, wenn er sesshaft wird? Die Familie, der ultimative Karriereknick? All diese Ängste konnte ich inzwischen besiegen. Natsumi weiß, auf wen sie sich damals eingelassen hat. «Das Abenteuer ist Dein Job», sagt sie. Ihr Ja-Wort war wohl einer der wenigen irrationalen Moment in ihrem Leben. Rational betrachtet hätte sie einen Investment-Banker heiraten sollen.

RV: Natsumi, schreiben Sie, sei das Resultat einer «weltweiten Suche» nach der einen, der einzig richtigen Frau. Die Pointe: Während Sie durch die Welt vagabundierten, lebte Natsumi zur gleichen Zeit in Hamburg, «keine 500 Meter von meiner Wohnung entfernt». Wie konnten Sie sie nur all die Jahre übersehen?

Dennis Gastmann: Aus irgendeinem schicksalhaften Grund müssen wir uns vorher nicht begegnet sein, sonst hätte ich sie niemals übersehen. Stattdessen habe ich überall nach ihr gesucht – in den steinernen Straßen von Taschkent, unter dem Bananenmond von Mangareva in der Südsee oder am Grünen Meer –  dort, wo des nächtens die Dschinn aus den Wellen steigen, auf der Jagd nach einem Beduinenkind. Letztlich habe ich eine Frau gefunden, mit der ich am Frühstückstisch reisen kann. Etwa dann, wenn sie ein Rührei mit Stäbchen quirlt. Das finde ich zauberhaft.

RV: Vom mythischen Fuji heißt es: Wer ihn niemals besteigt, ist ein Dummkopf; wer ihn mehr als einmal besteigt, ist ebenfalls ein Dummkopf. Wie viel Mut gehört dazu, als Honeymooner den mit gut 3.700 Metern höchsten Berg Japans nicht hoch zu kraxeln?Dennis Gastmann: Erfreulicherweise nahm uns der Morgennebel die Entscheidung ab. «Wenn ich den Berg von hier aus nicht sehen kann», sagte Natsumi, während wir mit dem Schnellzug von Tokyo nach Kyoto unterwegs waren, «warum soll ich ihn dann hinaufklettern? Von oben kann ich den Fuji-san doch erst recht nicht sehen!» Das Problem mit dem Schicksalsberg der Japaner ist, dass er um seine Wirkung weiß, also macht er sich rar. Der Fuji-san ist eine Diva, und dennoch wird er in den Sommermonaten von vielen tausend Pilgern bestiegen. Manche sollen von dieser Wallfahrt so überwältigt sein, dass sie im Sonnenaufgang leise weinen. Die japanische Sprache kennt ein geflügeltes Wort, das diese jähe, bittersüße Empfinden beschreibt, wenn sich Euphorie und sanfte Traurigkeit umarmen: mono no aware – Dinge, die das Herz zerreißen.

RV: Manches in Japan hat Sie doch arg irritiert – die Vorstellung etwa, dass Iesu Kirisuto, also Jesus Christus, im Alter von 106 Jahren in Japan friedlich sterben durfte, weil ja nicht er, sondern sein (uns Bibel-Kennern unbekannter) Bruder Isukiri in Judäa für ihn gestorben ist. Anderes hat Sie in helle Begeisterung versetzt, zum Beispiel die japanische Toilette. Warum?

Dennis Gastmann: Weil die japanische Hygiene nicht zwanghaft, sondern überlegen ist. Ich werde nie verstehen, warum Europäer lieber den Straßendreck in der Wohnung verteilen, anstatt Hausschuhe anzuziehen. Und warum sie sich im Bad auf einem Folterstuhl aus Pressspan niederlassen, um ihre intimsten Stellen wenig später mit rauem Papier zu malträtieren. Wenn ich eine japanische Badezimmertür öffne, stellt sich der Toilettendeckel von selbst hoch. Ein Hauch von Wasserdampf steigt auf, der Deckel ist beheizt, und eine «Geräuschprinzessin» übertönt unangenehme Geräusche mit dem Rauschen des Meeres, bevor sich ein kleines Helferlein daran macht, die gewünschten Körperstellen zu reinigen und anschließen zu trocken. So wird aus einer peinlichen Notwendigkeit ein klinischer, nahezu therapeutischer Vorgang. Das alles erleichtert das Scheißen ungemein.

RV: Es ist schon ein dramaturgisch brillanter Kniff: Man muss bis zur vorletzten Seite lesen, um zu verstehen, wer der titelgebende «vorletzte Samurai» ist. Wollen Sie das Geheimnis für unsere Leser*innen hier und heute schon lüften?

Dennis Gastmann: «Dramaturgisch brillant» ist vermutlich vergiftetes Lob, aber Sie haben recht: Jeder normale Lektor hätte mich dazu zwingen müssen, die Bedeutung des Titels bereits auf der ersten Seite zu erklären:  Klarheit, Struktur, Verständlichkeit. Ich bin froh, dass mein Lektor milde mit mir war. Er hat verstanden, dass es hier nicht um den schnellen Gag, sondern wahrlich um ein Geheimnis geht. Es ist das Resümee einer langen Reise, die bereits vor viele Jahren begonnen hat. Wenn ich es jetzt lüften würde, wäre es keines mehr.

RV: Letzte Frage: Die 4 gilt in Japan als gefürchtete Zahl, die Tod und Verderben bringen kann. Wäre eine Verkaufsauflage von mindestens 44.444 Exemplaren für den «Vorletzten Samurai» also ein Unglück?

Dennis Gastmann: Es gab einen Moment auf unserer Reise, irgendwann in einer Tokyoter Nacht, da stand ich mit Natsumi an einem Hotelfenster. Wir blickten hinunter in tausend Neonlichter, ein Gewitter aus Farben, und sie sagte, ich möge bitte alles vergessen, was ich über Japan gelesen hätte, die Handbücher und all die Ratgeber beiseite legen. «Lass das Land doch einfach auf Dich wirken.» Es war der Schlüssel für meine Reiseerzählung. Mit der Zeit verstand ich, dass nicht alles einen Sinn ergeben muss – und dass die vier nicht nur Tod und Verderben, sondern auch großes Glück bedeuten kann.

Quelle: www.rowohlt.de

Die Lesung im Rahmen der 3. Sued-Lese:

Do., 12. April, 20:00 – 21:30 Uhr, in der Bücherhalle Harburg, Eddelbüttelstraße 47A, 21073 Hamburg, Eintritt: 12,- Euro

Der Kartenvorverkauf läuft seit dem 20. Februar bei den Kooperationspartnern Bücherhalle Harburg, Buchhandlung am Sand in der Hölertwiete und in der VHS Harburg.  Den Getränkeausschank übernimmt der EISKELLER.

Die 3. SuedLese 2018 findet vom 1. bis zum 30. April 2018 an völlig unterschiedlichen Orten und zu unterschiedlichsten Themen und Autor*innen statt. Schwerpunkt aber sind die lokalen Literat*innen. Ein ausführliches Programmheft finden Sie ab Mitte März in den verschiedenen Locations der Initiative SuedKultur oder online auf www.sued-kultur.de. Die 3. SuedLese wirdgefördert und unterstützt von der Behörde für Kultur & Medien hamburg, der ALFRED Toepfer-Stiftung F.V.S., der RISE-Stadtteilentwicklung sowie unseren Anzeigenpartnern.

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