Hamburger Konservatorium https://www.tiefgang.net Tue, 08 Jul 2025 14:23:13 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.3 Kontinuität und neue Impulse https://www.tiefgang.net/kontinuitaet-und-neue-impulse/ Fri, 04 Jul 2025 22:33:39 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=12080 [...]]]> Die Kulturszene Hamburgs erlebt in diesen Tagen einen bemerkenswerten Staffelwechsel an einigen entscheidenden Schaltstellen. Und nein, Kultursenator Brosda, der auf dem Bundesparteitag der SPD auch höhere Ämter anstrebte, ist damit nicht gemeint.

In der vergangenen Woche kulminierten mehrere Personalentscheidungen und Würdigungen, die nicht nur individuelle Biografien ehren, sondern auch tiefgreifende Implikationen für die zukünftige Ausrichtung und gesellschaftliche Wirkung der Kunst- und Musikinstitutionen der Hansestadt bergen. Die Stadt verabschiedet sich von prägenden Persönlichkeiten, während gleichzeitig neue Führungskräfte in Position gebracht werden, die das Erbe fortführen und zugleich innovative Akzente setzen sollen.

Im Zentrum des Interesses: die Verabschiedung von Kent Nagano und Georges Delnon von der Spitze der Hamburgischen Staatsoper und des Philharmonischen Staatsorchesters. Über ein Jahrzehnt hinweg, seit August 2015, prägten Generalmusikdirektor Nagano und Intendant Delnon maßgeblich das künstlerische Profil dieser Institutionen und damit auch die Musikstadt Hamburg als Ganzes. Ihr Wirken war gekennzeichnet von einer dezidierten spartenübergreifenden Denkweise und dem Bestreben, die Musik in die Stadtgesellschaft zu öffnen. Dies manifestierte sich in zahlreichen Premieren und Uraufführungen, die internationale Beachtung fanden und Oper stets als „politischen Spiegel unserer Zeit“ verstanden. Senator Dr. Carsten Brosda würdigte die „außergewöhnliche Kreativität“ dieses Leitungsteams, das selbst die erheblichen Hindernisse der pandemischen Phase mit künstlerischer Exzellenz meistern konnte und das Haus für Neues und Innovatives öffnete: „Trotz der erheblichen Hindernisse während der von Corona geprägten Phase hat sich die künstlerische Kreativität unter diesem Team vielseitig entwickelt.“ Die Wertschätzung der Stadt wurde durch Senatsfrühstücke für beide Persönlichkeiten unterstrichen. Kent Nagano selbst reflektierte seine Amtszeit humorvoll mit den Worten: „Die Amtszeit eines Generalmusikdirektors ist im Vergleich zur fast 350-jährigen Geschichte unserer Institution nur ein kurzer Augenblick, und es ist ein außergewöhnliches Privileg, in den Dienst dieser großen Tradition zu treten.“ Georges Delnon zeigte sich dankbar: „Zu allererst bin ich dankbar dafür, dass ich hier in Hamburg so vieles von dem realisieren konnte, was ich mir vorgenommen hatte.“ Sein Abschied erfolgte mit der letzten Opernvorstellung „Le Nozze di Figaro“ am 3. Juli 2025, während Nagano sich mit einer letzten Uraufführung am 30. Juni 2025 in der Elbphilharmonie verabschiedete. Ihr Abschied markiert nicht nur das Ende einer Ära, sondern eröffnet auch den Raum für die kommende Spielzeit unter Tobias Kratzer und Omer Meir Wellber.

Parallel dazu vollzieht sich ein bedeutsamer Wechsel in der Intendanz des Thalia Theaters. Nach 16 Jahren einer prägenden Leitung durch Joachim Lux tritt mit Sonja Anders eine neue Intendantin ihr Amt an. Die Kontinuität in der Geschäftsführung wird jedoch durch die Vertragsverlängerung von Tom Till um weitere fünf Jahre gesichert. Till, seit August 2016 Geschäftsführer, hat das Thalia Theater erfolgreich durch die pandemiebedingten Herausforderungen geführt und die Modernisierung sowie Öffnung des Hauses maßgeblich vorangetrieben. Senator Brosda betont, dass diese Kontinuität eine „feste Basis“ für den Neustart unter der neuen Intendanz bildet: „Die Kontinuität in der Leitung des Hauses verleiht dem Neustart eine feste Basis und wir freuen uns, dass Tom Till die positive Entwicklung des Thalia Theaters weiter so verlässlich voranbringen wird.“ Sonja Anders selbst äußert sich erfreut über die weitere Zusammenarbeit mit Till: „Tom Till hat ein feines Gespür für Prozesse und die dahinterstehenden Menschen.“ Diese Kooperation verspricht eine spannende Transformation in Repertoire und Ensemble sowie die Adressierung von Zukunftsthemen wie Digitalität, Diversität und Nachhaltigkeit. Tom Till blickt gespannt voraus: „Nach neun aufregenden und ereignisreichen Jahren, in denen ich Joachim Lux und sein herausragendes Ensemble begleiten durfte, wird mit Sonja Anders nun alles anders am Thalia.“

Eine weitere Schlüsselposition im Bildungsbereich der Hamburger Kultur wurde ebenfalls neu besetzt: Am Hamburger Konservatorium verabschiedete sich Markus Menke nach 24 erfolgreichen Jahren in den Ruhestand. Unter seiner Führung entwickelte sich ein vielfältiges Bildungsangebot, das soziokulturelle, inklusive und spitzenmusikalische Förderung umfasste. Ein herausragender Erfolg seiner Amtszeit war der Bau der Musik.Werk.Stadt, die seit November 2024 Musikschule, Akademie und eine Kita mit musikalischem Schwerpunkt unter einem barrierefreien Dach vereint. Senator Brosda würdigte Menkes „Weitsicht und leidenschaftliches Engagement“, das die innovative Kraft einer traditionsreichen Institution entfesselte. Markus Menke selbst sprach von einem „großen Privileg“, die Geschicke des Konservatoriums über einen so langen Zeitraum leiten zu können. Menkes Nachfolge tritt Anke Nickel an, die gemeinsam mit Michael Petermann die Leitung übernehmen wird. Nickel bringt Erfahrungen in Musikpädagogik und Kulturmanagement mit und plant, Bewährtes fortzuführen sowie neue Impulse zu setzen. Sie betont die bundesweit einzigartige Struktur des Konservatoriums: „Das Hamburger Konservatorium mit seinem Dreiklang Musik-Kita, Musikschule und Akademie ist bundesweit einzigartig.“ Sie sieht die zukünftige Aufgabe darin, die Attraktivität des Hauses für Musikbegeisterte und Lehrkräfte zu sichern und städtisches sowie bürgerschaftliches Engagement weiter zusammenzuführen. Michael Petermann, der langjährige Weggefährte, hob die Bedeutung der Teamarbeit hervor: „Direktion als Teamwork zu verstehen war und ist unser Leitgedanke.“

Diese Bündelung von Personalwechseln innerhalb weniger Tage in den Top-Ebenen der Hamburger Kulturinstitutionen ist mehr als eine reine Verwaltungsmaßnahme. Sie spiegelt eine bewusste Strategie der Kulturpolitik wider, die sowohl auf Kontinuität und Wertschätzung des Erreichten setzt als auch auf die Notwendigkeit, neue Narrative zu etablieren und die Institutionen zukunftsfähig zu gestalten. Das „Stakeholder-Engagement“ – sei es das Publikum, die Politik oder die Künstler*innen selbst – zieht sich durch fast alle Abschiedsworte und Antrittsbekundungen betont. Die Herausforderung für die neuen Führungspersönlichkeiten wird darin bestehen, die etablierten Stärken zu bewahren und gleichzeitig die kulturelle Infrastruktur Hamburgs mit frischen Impulsen zu versehen, um den sich wandelnden gesellschaftlichen Anforderungen gerecht zu werden. Man darf gespannt bleiben.

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Eröffnung der Musik.Werk.Stadt https://www.tiefgang.net/eroeffnung-der-musik-werk-stadt/ Fri, 22 Nov 2024 23:45:25 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=11320 [...]]]> Am 21. November wurde die Musik.Werk.Stadt, der neue Hauptstandort des Hamburger Konservatoriums im Lilly-Giordano-Stieg 1 in Ottensen, mit einem Festakt feierlich eröffnet.

Musikschule, Akademie, Musik-Kita, ein neuer Konzert- und ein Tanzsaal – das alles gibt es jetzt barrierefrei unter einem Dach für alle Musikbegeisterten von 0 bis 99+. Es geht um individuelle Musikförderung für alle Altersgruppen und Niveaus. Neben dem neuen Hauptsitz in Ottensen unterhält das Hamburger Konservatorium Dependancen im Goßlerhaus in Blankenese und im Haus Flachsland in Barmbek.

Die neu gebaute Musik.Werk.Stadt ist eines der modernsten Musikbildungszentren der Region und ist als gelungenes architektonisches Ensemble aus ehemaligem Fabrikgebäude und Neubau das Herz des neu gebauten Quartiers Kolbenhöfe. Das Gebäude umfasst neben großzügigen Unterrichts- und Proberäumen auch einen Konzert- und einen Tanzsaal, in denen öffentliche Konzerte und Veranstaltungen stattfinden werden. Mit seinem breitgefächerten Dozententeam, dem vielfältigen Kursangebot und den hochwertig ausgestatteten Räumlichkeiten setzt das Hamburger Konservatorium neue Maßstäbe in der musikalischen Aus- und Weiterbildung.

Kultursenator Dr. Carsten Brosda, Hamburgs Generalmusikdirektor und Mentor der Musik-Kita des Hamburger Konservatoriums Kent Nagano sowie Liedermacher und Mentor der Musikschule Rolf Zuckowski engagieren sich seit Jahren für dieses bundesweit einzigartige Projekt.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Mit der Eröffnung des Neubaus des Hamburger Konservatoriums in den Kolbenhöfen in Altona stellt sich die traditionsreiche Institution hervorragend für die Zukunft auf. Die Musik.Werk.Stadt. bietet mit Musik-KiTa, Musikschule, Akademie und Konzertsaal unter einem Dach musikalische Bildung für alle Generationen an. Das Konservatorium steht dafür, dass musikalische Bildung integraler und selbstverständlicher Bestandteil des Heranwachsens bereits ab dem frühen Kindesalter ist und sich durch alle Lebensalter trägt. Diese Teilhabemöglichkeit an kulturellen Bildungsangeboten stärkt unsere Gesellschaft nachhaltig. Das musikalische Herz der Musik.Werk.Stadt strahlt weit über die Grenzen von Altona hinaus in die ganze Stadt. Ich danke allen Beteiligten für ihr Durchhaltevermögen und den unbedingten Glauben an die Kraft der Musik.“

Markus Menke, Direktion des Hamburger Konservatoriums: „Dass es nach einer Bauzeit von 29 Monaten nun im Jahr 2024 möglich ist, ein Gebäude zu eröffnen, in dem Jung und Alt gemeinsam musizieren, wirkt in der heutigen gesellschaftlichen Lage wie ein Wunder. Es ist der große und gemeinsame Beitrag aller an diesem Vorhaben Beteiligten für einen Teil Zukunftshoffnung! Das Hamburger Konservatorium dankt allen Unterstützerinnen und Unterstützern für ihr Engagement. Besonders den Mitgliedern des Deutschen Bundestages und der Hamburgischen Bürgerschaft, der Behörde für Kultur und Medien sowie der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien der Bundesrepublik Deutschland.“

Rolf Zuckowski, Musiker und Mentor der Musikschule des Hamburger Konservatoriums: „Kinder brauchen Musik, daran kann in diesem kreativen Umfeld kein Zweifel sein. Aber die Musik braucht auch Kinder in allen Altersstufen und aus unterschiedlichen kulturellen Lebensumfeldern, damit sie in all ihrer Vielfalt eine Zukunft hat. Ich bin sicher, dass beide Sichtweisen in dieser neuen Musikschule des Hamburger Konservatoriums erkannt und gelebt werden. Darum bin ich gern Mentor dieser beispielhaften Musik.Werk.Stadt und möchte zu einem aktiven Musikleben der Kinder beitragen, wie auch mit meiner Stiftung Kinder brauchen Musik.“

Auf einer Fläche von 4.646 Quadratmetern sind in 29 Monaten Bauzeit 60 Unterrichtsräume, zwei Konzertsäle, elf Kita-Räume und zwei Kita-Außenspielflächen entstanden. Wöchentlich werden künftig 2.300 Musikerschülerinnen und -schüler, 400 Studierende und 89 Kita-Kinder hier ihren Platz finden. Für Kinder und Jugendliche, Studierende, ältere Menschen und Menschen mit Beeinträchtigung ist mit der Musik.Werk.Stadt für Hamburg und über die Region hinaus ein neuer attraktiver Ort für gemeinsames Musizieren entstanden. Die Kosten für Neubau und Ausstattung belaufen sich auf 31,3 Millionen Euro und sind finanziert worden durch Kredite mit einer Absicherung über die Bürgschaft der Freien und Hansestadt Hamburg in Höhe von 20 Millionen Euro, einer Zuwendung des Bundes über 4,489 Millionen Euro sowie Eigenmitteln und eingeworbenen Drittmitteln des Hamburger Konservatoriums.

Weitere Termine an den Eröffnungstagen vom 22. November bis 24. November 2024 zum Kennenlernen der Musik.Werk.Stadt für alle Interessierten:

Freitag, 22. November 2024

19:30 Uhr JazzNight, Eintritt frei

Samstag, 23. November 2024

10:00 – 16:00 Uhr Tag der offenen Tür Musikschule, Musik-Kita und Infotag Studium Akademie

19:00 Uhr Vielfaltskonzert im Lilly-Giordano-Saal, Eintritt frei

Sonntag, 24. November 2024

11:00 Uhr 1. Sonntagskonzert für Familien mit Kindern im Vorlesealter (mit Unterstützung der Haspa Musik Stiftung), Eintritt frei

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MUSIK.WERK.STADT: von der Stahl- zur Kulturschmiede https://www.tiefgang.net/musik-werk-stadt-von-der-stahl-zur-kulturschmiede/ Fri, 24 Jun 2022 22:12:14 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9172 [...]]]> Kulturstaatsrätin Jana Schiedek legt vor wenigen Tagen und zusammen mit dem Hamburger Konservatorium und Vertreterinnen und Vertretern aus Bezirk und Verbänden den Grundstein für den Neubau der Musik.Werk.Stadt.

Der Komplex vereint historische Industriearchitektur und moderne Stadtgestaltung. Ab 2024 soll hier das Hamburger Konservatorium mit Musik-Kita, Musikschule, Akademie und Konzertsaal einziehen.

Jana Schiedek, Staatsrätin der Behörde für Kultur und Medien: „Mit dem Neubau im Quartier der Kolbenhöfe beweist das traditionsreiche Hamburger Konservatorium einmal mehr seine Innovationsfreudigkeit und legt mit der Musik.Werk.Stadt den kulturellen Grundstein für das Quartier Kolbenhöfe. Hier im Herzen von Ottensen entsteht ein neuer Kulturort, der Musikschule, Akademie und soziokulturelles Engagement miteinander verbindet und so Impulse in die ganze Kulturstadt Hamburg setzen wird. Es entsteht ein Ort des Ausprobierens, des Kennenlernens von Musik und Experimentierens damit. Getragen wird die Musik.Werk.Stadt von der Liebe zur Musik und dem Wunsch, diese Begeisterung an den Nachwuchs weiterzutragen. Für dieses Engagement danke ich dem Konservatorium herzlich und wünsche für den Bau alles Gute.“

Markus Menke, Hamburger Konservatorium: „Die Stadt Hamburg setzt in bewegten Zeiten mit ihrer Unterstützung für das Bauvorhaben Musik.Werk.Stadt ein starkes Zeichen. Kunst ist der Kitt in unserer Gesellschaft. Das Hamburger Konservatorium realisiert die Gemeinsamkeit von Musik-Kita, Musikschule und Berufsausbildung in einem Haus. Generalmusikdirektor Kent Nagano, Rolf Zuckowski und Kristin Alheit als geschäftsführende Vorständin des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Hamburg, engagieren sich für dieses einmalige Konzept. Die Architekten Landwehr und Henke (LH-Architekten) gestalten mit der Kombination historischer Baukörper und Neubau, Bewahren und Zukunft städtebaulich mitten in Altona.“

Den Grundstein für den Neubaukomplex im Quartier Kolbenhöfe in Ottensen, direkt am Bahnhof Bahrenfeld, legen Staatsrätin Jana Schiedek, Dr. Sebastian Kloth, Baudezernent Bezirksamt Altona, Kristin Alheit, geschäftsführende Vorständin des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Hamburg, Moritz Thönnessen, Principal Project Manager bei der Rheinmetall Immobilien GmbH, und Anke Nickel sowie Rainer Köncke, Vorsitzende „Freunde und Förderer des Hamburger Konservatoriums e.V.“. Für den musikalischen Rahmen sorgen Musikschülerinnen und -schüler, Studierende und Dozierende des KON. Die Uraufführung „Für Städtebewohner“ für kleines Schlagwerk und Sprecher von Stefan Schäfer, Composer in Residence der Musik.Werk.Stadt, kommt anlässlich der Grundsteinlegung zur Aufführung. Die Partitur wird in der Zeitkapsel im Grundstein für die Nachwelt konserviert.

Ab Frühjahr 2024 sollen auf einem Teil des ehemaligen Kolbenschmidt Areals auf einem 1.454 Quadratmeter großen Grundstück Musikschule und Akademie eine neue Heimat finden sowie eine neue Musik-Kita, zwei Konzertsäle, ein breites sozikulturelles Angebot, Talentförderung, Fort- und Weiterbildungen und digitales Lernen und Lehren. Auf einer Fläche von 4.646 Quadratmeter finden in 60 Unterrichtsräumen, elf Kita-Räumen, auf 550 Quadratmeter Kita-Außenspielfläche und in zwei Sälen wöchentlich 2.300 Musikerschülerinnen und -schüler, 400 Studierende und 115 Kita-Kinder Platz.

Für Kinder und Jugendliche, Studierende, ältere Menschen und Menschen mit Beeinträchtigung entsteht mit der Musik.Werk.Stadt für Hamburg ein neuer attraktiver Ort gemeinsamen Musizierens. Hier können sich junge Menschen im Studium den Wunsch von einem Leben mit und von der Musik erfüllen. Hier wird in Zukunft das kulturelle Herz eines neuen Stadtquartiers schlagen. Als Mentoren für die Musik-Kita und die Musikschule stehen Generalmusikdirektor Kent Nagano und Rolf Zuckowski dem KON zur Seite.

Die neue Adresse Lilly-Giordano-Stieg 1-3 hält die Erinnerung an das Schicksal der jüdischen Klavierpädagogin Lilly Giordano wach, die um 1920 am KON unterrichtete.

Das Bauprojekt mit einem Investitionsvolumen von 28 Millionen Euro wird durch eine Bürgschaft der Stadt Hamburg in Höhe von 20 Millionen Euro ermöglicht und durch die Hamburger Sparkasse kreditfinanziert. Auf dieser Grundlage wird das KON als eingetragener Verein das Vorhaben aus eigener Kraft mit Hilfe weiteren bürgerschaftlichen Engagements realisieren. Weitere Unterstützerinnen und Unterstützer von den Plänen zu begeistern ist das Ziel des Instituts bis 2024 und darüber hinaus.

Das KON wird zudem das Goßlerhaus, seinen Standort in Blankenese, in seiner Kapazität deutlich ausbauen zum „Grünen Hügel der Musik“ im Hamburger Westen. Der jetzige Hauptstandort in Sülldorf wird 2024 aufgegeben.

Gemeinnützig, soziokulturell, integrativ, digital – 114 Jahre Tradition, 11.000 Schülerinnen und Schüler, 240 Dozierende, Angebote in Kooperationen an 100 Standorten. Das Hamburger Konservatorium ist Leben mit Musik! Hier musizieren alle Menschen in Musikschule, Akademie und an Standorten von Wilhelmsburg bis Lurup unabhängig von Alter, Einkommen, Geschlecht, Herkunft und Religion.

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Musikschule übers Smartphone https://www.tiefgang.net/musikschule-uebers-smartphone/ Fri, 30 Aug 2019 22:27:27 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5706 [...]]]> Üben, üben, üben ist auch in Musikschulen oberstes Motto. Doch um beurteilen zu lassen, ob das alles richtig klingt, musste man meist eine Woche oder mehr warten. Je nachdem, wann wieder Unterricht angesagt war. Das soll sich nun ändern. Digitale Technik soll ran.

In der Mitteilung der Behörde für Kultur und Medien heißt es dazu:

„Das Hamburger Konservatorium hat im Rahmen der E-Culture Initiative der Behörde für Kultur und Medien die neue Lernplattform KON-Plugin (KON ist die Abkürzung für das KONservatorium, Anm. d. Red.) entwickelt. Damit geht sie einen wichtigen Schritt in Richtung digitalisierte Lehre weiter. Diese wohl weltweit einzigartige Anwendung ihrer Art für Online-Musikunterricht ermöglicht Schülerinnen, Schülern und Studierenden unabhängig von Zeit und Ort mit ihren Lehrerinnen und Lehrern in Kontakt zu treten. Unterstützt durch neueste Technik ermöglicht dies ganz neue Formen des musikalischen Austausches sowie des weltweiten Lernens und stellt eine einzigartige Ergänzung des analogen Unterrichts dar. Schülerinnen und Schüler schicken Aufnahmen an ihre Lehrenden und können ein direktes Feedback erhalten. Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien, Markus Menke und Michael Petermann, Direktoren des Hamburger Konservatoriums (Musikschule und Akademie), haben die neue Lernplattform und ihre Möglichkeiten nun im Hamburger Konservatorium vorgestellt.

KON-Plugin startet zum neuen Schuljahr für die Schüler am Hamburger Konservatorium sowie für Schüler und Schülerinnen ausgewählter Schulen, die mit dem Hamburger Konservatorium kooperieren. Neben dem wöchentlichen Unterricht bleiben die Schülerinnen, Schüler und Studierenden über KON-Plugin mit ihren Lehrerinnen und Lehrern im Kontakt und können unabhängig von Zeit und Ort weitere Fragen klären. Sie müssen nicht mehr eine Woche warten bis zum nächsten Unterrichtstermin. Ergänzend zum analogen Unterricht schicken die Schülerinnen und Schüler ihre Aufnahmen an ihre Lehrer und erhalten ein direktes Feedback für einen dynamischen und effizienten Lernprozess. So versichern sie sich, dass die einzelnen Lernschritte in die richtige Richtung gehen. Die Anwendung ermöglicht es auch, zum Beispiel während eines Auslandsaufenthaltes den Kontakt zur Schule zu halten oder nach dem Studium in einem geschützten Chat mit den Kommilitoninnen und Kommilitonen weiter an gemeinsamen Projekten zu arbeiten.

Die Anwendung ermöglicht auch einen internationalen Austausch und Unterricht über Grenzen hinweg. Das Hamburger Konservatorium hält mit seiner international aufgestellten Akademie Kontakt unter anderem zu Hamburgs Partnerstadt Shanghai. KON-Plugin wird daher auch Ende des Monats im Rahmen einer Delegationsreise von Hamburgs Erstem Bürgermeister in Shanghai vorgesellt. Für den Austausch zwischen Hamburg und Shanghai wurden unter anderen zwei internetfähige Konzertflügel vernetzt, um an beiden Enden ortsunabhängigen Live-Unterricht abzuhalten. Die jährlich über 150 Studierenden des Konservatoriums aus Asien erhalten mit KON-Plugin und seiner Cloud-Technologie Zugang zu studienrelevanten Informationen wie Audio- und Notenmaterial sowie Veranstaltungen und damit ein starkes Tool für einen lebendigen Kulturaustausch.

KON-Plugin bringt in einer App folgende Komponenten zusammen:

  • Geschützte Chat-Umgebung mit sicherem Datenaustausch/Datenspeicher
  • Mehrspur-Recorder mit vielen professionellen Features
  • Direkter Kontakt zum Lehrer/Online-Unterricht
  • Eigene Aufnahmen sofort anhören und kontrollieren
  • Eigene Aufnahmen erstellen und mit Band oder Orchestermitgliedern teilen
  • Gruppen und Channel Chats für schnellen Informationsfluss
  • Desktop Version mit Übersetzungstool für nahezu alle Sprachen; Sprachbarrieren leichter überwinden
  • Schneller Link zu Hamburgs Kultureinrichtungen wie Bücherhallen, Museen, Archiven

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Die neue Lernplattform KON-Plugin verbindet qualifizierten Unterricht mit moderner Technik, ermöglicht so grenzüberschreitend mehr Freude am Musizieren und fördert den weltweiten Austausch. Mit der App KON-Plugin gehen wir zusammen mit dem Hamburger Konservatorium den Weg in eine vernetzte Zukunft des musikalischen Lernens. Das Projekt zeigt, wie moderne Kommunikationstechnologien auch für die Kultur hervorragend zu nutzen sind. Es ist damit ein spannender weiterer Baustein für unsere Digitalisierungsstrategie.“

Markus Menke, Direktor Musikschule: „KON-Plugin lässt Musikschule neu denken: Die Möglichkeit, mit digitalen Endgeräten im Kontakt mit den Lehrern zu bleiben, bedeutet gerade für den Instrumentalunterricht und unsere Schulkooperationen effektiveres Lernen mit mehr Freude.“

Michael Petermann, Direktor Akademie: „Ein modernes Musikstudium braucht neben dem klassischen Unterricht auch vielfältige Quellen. KON-Plugin ermöglicht unseren internationalen Studierenden im Handumdrehen rasche Feedbacks und Zugang zu relevanten Informationen.“

Die App ist cloudfähig und kann auf unterrichtsrelevante Materialien aus Hamburgs Bibliotheken, Museen und den online zur Verfügung stehenden Audiotheken und Notenarchiven zugreifen. Auch für Studierende aus dem Ausland ist das ein einfacher Weg, sich in neuer Umgebung schnell zurecht zu finden. Das Ganze funktioniert auf dem eigenen Smartphone oder Tablet.

Mit der Veröffentlichung in den App-Stores wird KON-Plugin weltweit mit integrierter Übersetzungsfunktion angeboten. Schülerinnen und Schüler, Studierende und Lehrkräfte vernetzen sich in einem geschützten Raum. Sie erleben neue Wege und Möglichkeiten des musikalischen Austauschs und voneinander Lernens. Jederzeit, an jedem Ort, in allen Sprachen.

Um digitale Zugänge zur Kultur zu schaffen führt die Behörde für Kultur und Medien zusammen mit den Kultureinrichtungen zahlreiche Projekte im Rahmen der „eCulture Agenda 2020“ durch. Diese reichen von freiem Zugang zum WLAN über Digitalisierung der kulturellen Angebote bis zu praktischen Projekten wie zum Beispiel KON-Plugin oder auch Angeboten wie die Kulturpunkte-App oder Speicherstadt digital.“

Weitere Infos: www.hamburg.de/bkm

 

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