Harburger Kulturtag https://www.tiefgang.net Fri, 29 Oct 2021 14:37:32 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1 Trauma braucht Großzügigkeit – Die Kunst hilft heilen https://www.tiefgang.net/trauma-braucht-grosszuegigkeit-die-kunst-hilft-heilen/ Fri, 29 Oct 2021 22:31:16 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=8544 [...]]]> Trauma braucht Großzügigkeit, dem anderen zuhören, da sein, den Schmerz bezeugen. Bei kollektiven wie individuellen Traumata passiert aber oft das Gegenteil, es wird eng.

von Ulrike Hinrichs

Ein Thema, das vor allem in Deutschland noch unter der Oberfläche brodelt, sind kollektiv unverarbeitete Kriegserlebnisse, die auch durch transgenerartionale Weitergabe auf die Nachfolgegenerationen wirken. Wir allen sind betroffen! Hinzu kommen Geflüchtete, die aktuell von Gewalt und Krieg traumatisiert sind.

Das hat mich veranlasst, im letzten Jahr ein Kunstprojekt „Kriegskinder – Die Schatten der Vergangenheit“ zu initiieren. (vgl. Kriegskinder). Die Idee war, dass wir aktuell von Krieg und Flucht betroffene Menschen mit Kriegskindern und Kriegsenkeln zusammenbringen und uns künstlerisch zum Thema ausdrücken.

Corona-bedingt  mussten wir die Ausstellung im letzten Jahr absagen. Nun präsentiert die Gruppe ihre Werke auf dem Harburger Kulturtag.

Kollektive Traumata funktionieren wie ein individuelles Trauma. Ein auslösendes Ereignis stellt eine Verbindung zum traumatischen Ereignis her. Das geschieht unbewusst. Dabei erwachen Emotionen, die in der traumatischen Situation gefühlt wurden. Für so einen Auslöser reicht es, dass einzelne Fragmente des Traumas wie etwa Gerüche, Klänge, Bilder oder Gefühle in der aktuellen Situation anklingen.

„Du fühlst dich wie ein Astronaut im eigenen Körper“

Traumata bedingen einen schwerwiegenden Kontrollverlust bis hin zur Ohnmacht. Das führt zur Dissoziation, der Abtrennung vom kollektiven und individuellen Fühlen. Durch Kontrolle des Lebens und der Umstände, versuchen Betroffenen und auch Gesellschaften die Wiederholung traumatischer Ereignisse zu vermeiden. Die Hamsterkäufe von Toilettenpapier im ersten Lockdown der Corona Pandemie 2020 in Deutschland sind symptomatisch für einen solchen irrationalen Kontrollversuch.

Auch die Flüchtlingszuwanderung in 2015 hat bei vielen alte, ins Unbewusste verdrängte Ängste erweckt. Wenn ein kollektives Trauma aktiviert wird, dann wird es eng, indifferent und überreaktiv. Es gibt eine Mangel-Reaktion. Im Gemeinschaftskunstprojekte „Kriegskinder – Die Schatten der Vergangenheit“ haben wir unterschiedlichste Menschen, von jung bis alt, von alteingesessen bis zugewandert, zusammengebracht. Über den Ausdruck der Kunst können wir Erfahrungen der Betroffenen und ganzer Kollektive wahrnehmen und nachfühlen. Der Schmerz, die Widersprüche, das Unaussprechliche dürfen sichtbar werden. Über die Kunst kommen wir in einen fühlenden Dialog, was bei diesem Thema besonders wichtig ist. Trauma braucht Großzügigkeit, dem anderen zuhören, da sein.

Die Werke werden am 7.11.2021, 12 bis 18 Uhr, in der St. Johanneskirche (Bremer Straße 9, 321073 Hamburg) präsentiert. Um 17 Uhr gibt es einen Gottesdienst unter Einbeziehung der Ausstellung.

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Harburg bekommt eigenen Kulturausschuss! https://www.tiefgang.net/harburg-bekommt-eigenen-kulturausschuss/ Fri, 20 Sep 2019 22:30:26 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5873 [...]]]> Diese Woche es soweit: die neue Koalition aus SPD und Grünen in Harburg hatte sich geeinigt und setzt für die kommende Legislatur 2019-2024 die Ausschüsse fest. Neu: ein ganz eigener Kulturausschuss!

Das hat es lange nicht oder gar überhaupt schon gegeben: Harburg wird im neu gewählten Bezirksparlament einen Ausschuss nur für Kultur bekommen. Bisher war Kultur neben Freizeit und Sport in einem Ausschuss abgefeiert und noch davor gar mit Bildung und anderem. Dass nun also ein Ausschuss sich nur mit dem Thema Kultur befasst, könnte ein gutes Zeichen sein. Und schaut man sich an, welche Aufgaben dem Ausschuss zugewiesen werden, zeigt sich: da kommt allerhand zusammen.

Auszug zum Thema Kultur im Koalitionsvertrag:

„Die große Anzahl von Aktiven, die sich in Kulturinitiativen und Sportvereinen, sei es ehren- oder hauptamtlich, engagieren, prägen das Zusammenleben in unserem Bezirk maßgeblich. Die Möglichkeit der gemeinsamen Freizeitgestaltung, sei es beim künstlerischen Gestalten oder in der Musik oder auf dem Sportplatz, ist wichtiger Standortfaktor für einen lebenswerten Bezirk. Die Koalition begrüßt die vielfältige Landschaft der Initiativen, Vereinen, Kulturzentren und Kulturschaffenden im Bezirk.

Urbane Stadtteilentwicklung beinhaltet die Berücksichtigung von Erfordernissen kultureller (Frei)Räume, damit das städtische Wachstum mit wachsender Lebensqualität einhergeht.

Räume für Kultur schaffen

  • Räume für kulturelle Nutzungen müssen frühzeitig in die Stadtentwicklung implementiert werden. Die Koalitionspartner sind sich darüber einig, dass die räumliche Kulturentwicklungsplanung für jedes Gebiet angepasst und eine Berücksichtigung der Interessen der Kulturschaffenden an der Errichtung und dem Betrieb von Kulturräumen/flächen von der ersten Planung bis zur Realisierung gewährleisten soll.
  • Die Koalition begrüßt die Errichtung und den Betrieb eines Kulturkatasters zur räumlichen Erfassung der bestehenden kulturellen Vielfalt (Parameter u.a. Lage, Art der Nutzung/en, Flächengröße, Indoor/Outdoor, Programmangebote, Förderungsstatus der FHH) durch die Kulturbehörde. Diese Bestandserfassung dient auch zur Früherkennung von Problemlagen bei Ausschreibungen und zukünftigen Bauplanungen in Hinblick auf vor Ort ansässige Kulturstätten.
  • Für den Bezirk soll eine Plattform für die Raumerfassung entstehen, analog zu der vorhandenen Plattform für die Sporthallen- und Sportplatznutzung, die sich an den Bedürfnissen der Nutzer und Nutzerinnen orientiert.
  • Die Kreativgesellschaft wird aufgefordert, gemäß ihrem Auftrag, auch für den Bezirk Harburg für Kulturschaffende zur Verfügung zu stehen. Besonders für die Zwischennutzung leerstehender Ladenlokale ist die Kreativgesellschaft für die Vertragsgestaltung ein wichtiger Kooperationspartner für Mieter und Vermieter.
  • Das neu entstehende Areal „Harburger Höfe“ bietet ideale Voraussetzungen, urbanes Leben und kulturelle Nutzung zu vereinen. Die Koalition wird sich beim Investor für ein Konzept einsetzen, dass diese Idee weiterentwickelt wird.
  • Die Koalition wird sich dafür einsetzen, dass im Zuge der Entwicklung der Stadtteilkultur im Bezirk, auch die Möglichkeiten für die Schaffung eines weiteren Kulturzentrums geprüft werden.

Stadtteilkultur fördern

Die Koalition setzt sich dafür ein:

  • Dass die kulturellen Einrichtungen bedarfsgerecht und auskömmlich finanziert
  • Dass erfolgreiche Formate, wie z.B. Suedlese, Wall of Fame, Music Night, Kunstleihe, Kulturtag, Sommer im Park, u.a. gesichert und gefördert werden.
  • Dass Stadtteilkulturzentren, wie z.B. der Riekhof und das Kulturhaus Süderelbe ihre Potentiale entwickeln können und Raum für neue Konzepte haben.
  • Dass die Stadtteilkulturmittel der wachsenden Bevölkerung im Bezirk Harburg angepasst werden
  • Dass die Sammlung Falkenberg in Harburg erhalten bleibt und eine Ausweitung der Öffnungszeiten in Richtung eines regulären Museumsbetriebs geprüft wird.
  • Dass bestehende Kunstwerke, z.B. das „Mahnmal gegen den Faschismus“ und der „Harburger Kunstpfad“, im öffentlichen Raum angemessen präsentiert und kommuniziert werden. Dazu gehören u.a. neue Hinweisschilder im Straßenraum.
  • Dass temporäre Kunstprojekte, z.B. das Projekt „Hamburg/Maschine“ der Stadtkuratorin auch in Harburg stattfinden
  • Dass der Jugendkulturpreis erhalten bleibt und weiterentwickelt wird

 Stadtteilkultur braucht Kommunikation und Mitbestimmung

  • Wir begrüßen die Zusammenschlüsse lokaler Netzwerke von Kulturschaffenden, wie z.B. Suedkultur.
  • Die Koalitionspartner werden veranlassen, dass zukünftig zur besseren Vernetzung von Kultur, Politik und Verwaltung für den Kulturausschuss, analog zum Integrationsbeirat oder Seniorenbeirat, beratende Mitglieder benannt werden.
  • Zusätzlich wird ein „Runder Tisch“ zur Entwicklung von Handlungsfeldern, Zielen und Maßnahmen der Kulturentwicklung im Bezirk eingerichtet. Dieser „Runde Tisch“ besteht aus Mitgliedern der Fraktionen, der Verwaltung und Kulturschaffenden im Bezirk. Der Runde Tisch soll an der Erstellung eines Kulturentwicklungsplans für den Bezirk mitwirken.
  • Für eine Verbesserung in der Zusammenarbeit von den vielen Aktiven aus Kultur und Sport mit der Harburger Bezirksverwaltung ist es notwendig, auch dort die Ressourcen zu stärken. Die steigenden Anforderungen und die wachsende Bevölkerungszahl haben sich bisher nicht im Stellenplan wiedergefunden. Die Koalition wird sich dafür einsetzen, dass im Bezirksamt eine Stelle geschaffen wird, die sich u.a. mit dem Einwerben von Drittmitteln für den Bezirk und auch mit der Unterstützung von Ehrenamtlichen in der Mittelbeschaffung befasst.“

So sollen konkret im Kulturausschuss in den kommenden Jahren folgende Themenbereiche behandelt werden:

  • Stadtteilkultur / Stadtteilkulturmittel
  • Kunst- und Kultureinrichtungen
  • Bürgerhäuser / Stadtteilkulturzentren
  • Kunst
  • Kunst im öffentlichen Raum
  • Museen (auch Hanne Darboven)
  • Kunstvereine
  • Harburger Schloss (soweit nicht RISE)
  • Kulturpfad
  • Geschichtswerkstatt
  • Geschichtspfad
  • Kulturbeirat
  • Denkmalschutz (soweit nicht SPA)
  • Kinder- und Jugendkulturpreis
  • Stadtfeste und öffentliche Veranstaltungen

Nun: Pläne sind das eine und deren Umsetzung das andere. Aber die Liste an Themen und Arbeitsfeldern zeigt: die Arbeit aller Aktiven in der Initiative SuedKultur wurde endlich wahrgenommen und erkannt. Raumnot, Unterfinanzierung und mangelnde Präsenz im Raum und Bewusstsein – es gibt viel zu tun.

Die erste Sitzung des Ausschusses für Kultur ist für den Mo., 7. Oktober angesetzt. Man darf gespannt sein.

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Bilder bei die Fische! https://www.tiefgang.net/bilder-bei-die-fische/ Fri, 28 Sep 2018 22:58:43 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=4281 [...]]]> Sie lebt in Neugraben, hat im letzten Jahr sehr erfolgreich am Harburger Kulturtag teilgenommen und bereitet gerade ihre fünfte große Ausstellung vor: Annette Wiese. Ein Portrait einer Künstlerin, bei der die Namen ihrer Bilder ebenso bemerkenswert sind wie die Werke selbst.

 „Am Ende wird die Kunst uns alle retten.“ Dieser Satz im Programmheft des Harburger Kulturtags zieht sofort meine Aufmerksamkeit auf sich. Es ist der Titel einer Ausstellung der Neugrabener Malerin Annette Wiese, die im November letzten Jahres einen Monat lang in der Harburger Fischhalle zu sehen war. Ich frage mich: Vor wem? Oder vor was? Vor Donald Trump vielleicht? Das bringt mich direkt zur nächsten Frage: Sind wir eigentlich noch zu retten? Diese Gedanken gehen mir durch den Kopf, während ich an einem eisig kalten aber trockenen Novembermorgen durch den Harburger Binnenhafen zu unserem Gespräch in die Fischhalle fahre.

Zum Nachdenken anregen, das ist genau ihre Absicht. Die Leute sollen sich selbst Gedanken machen, was die Titel ihrer Bilder bedeuten. Stoff dafür gibt es genug: „Herr K. im Zustand einer partiellen Erleuchtung“, „Der Wolf und die sieben Tulplein“, „Stillleben mit Biofrüchten“ oder „Das reparierte Meer“. Ist das jetzt Gesellschaftskritik? Sarkasmus? Eine Parodie auf die Gutmenschen? Oder alles zusammen? Das kann wohl jeder interpretieren, wie er mag. Annette Wiese jedenfalls hält sich mit Deutungsvorschlägen zurück. Über die „Explosion eines Flamingos nach unsachgemäßem Gebrauch“ könnten wohl ganze Jahrgänge von Kunst- und Germanistik-Studenten ihre Abhandlungen schreiben, die einen über das Bild, die anderen über den Titel.

Erkennerin von Kunstfälschungen

Doch wer ist die Frau hinter dem Flamingo? Annette Wiese, geboren 1964, wohnt schon ihr Leben lang in Neugraben. Im Alter von drei Jahren begann sie zu malen, inspiriert durch ihre Großmutter. Ein Jahr später kam sie zu einer Malschule in Neuwiedenthal, in der sie ganze Wände gestalten konnte. Motiviert durch ihren Kunstlehrer in der Oberstufe begann sie, Kunstkurse zu besuchen. Das macht sie bis heute. Seit nunmehr 10 Jahren ist sie in der Hamburger Kunsthalle aktiv, malt dort bei verschiedenen anderen Künstlern. Im letzten Jahr hat sie sich zudem als Gasthörerin an der Uni Hamburg eingeschrieben, erst für Kunstgeschichte, derzeit für Kulturanthropologie und Volkskunde. Besonders fasziniert haben sie die Vorlesungen zum Thema ‚Erkennen von Kunstfälschungen‘.

Tanz im Abendgrauen

Dabei hat sie beruflich zunächst ganz andere Wege eingeschlagen. In der Schule lernte sie neben Englisch auch Russisch, machte 1983 sogar ihre mündliche Abiturprüfung in dieser Sprache, die sie bis heute beherrscht. Ihr Berufsziel war es damals, Dolmetscherin zu werden. Stattdessen landete sie als Quereinsteigerin in einer Werbeagentur, wurde dort Texterin. Diese Tätigkeit liegt zwar schon mehr als 25 Jahre zurück, bisweilen kommt die Prägung aber auch heute noch bei Ihren Bildtiteln zum Vorschein, etwa bei „Tanz im Abendgrauen“ oder „Welle der Vernunft“.

Die nächste Wende kam, als sie ihren heutigen Ehemann kennenlernte, der Inhaber eines Malereibetriebs ist und mit dem sie drei Kinder hat. Sie stieg in den Betrieb ein und ist dort heute eine Art Mädchen für alles. Naja, fast alles: „Wände streichen überlasse ich lieber anderen“, sagt sie und lacht. Nichts desto trotz ist der Betrieb eine gute Materialquelle, z.B. für besondere Pinsel. Eine weitere wichtige Quelle ist die Firma Kremer Pigmente im Allgäu, wo ihre Schwester lebt: In einer zur Farbmühle umfunktionierten ehemaligen Getreidemühle werden dort besondere Pigmentfarben hergestellt, mit denen sie sich ihre Farben selbst anmischen kann. Ansonsten malt sie hauptsächlich mit Acryl.

Harburgerin aus Leidenschaft

Aber sie probiert auch viel aus, eine Zeit lang hat sie zum Beispiel häufig mit Spachteln gearbeitet. Außerdem bezieht sie gerne Zeitungsausschnitte in ihre Bilder mit ein. Aber nur ausländische Zeitungen, vorwiegend englische, russische, italienische und polnische. Warum polnische? Weiß sie auch nicht, das hat sich einfach so entwickelt. Inspirationen für neue Bilder holt sie sich vor allem beim Besuch von Ausstellungen. Ihr Lieblingsmaler ist Neo Rauch, einer der einflussreichsten Vertreter der sogenannten Neuen Leipziger Schule. Aber sie geht auch gerne in Expositionen eher unbekannter Künstler.

Es ist diese große mentale Offenheit, die sie auszeichnet. Offenheit gegenüber neuen Themen, Ideen und Menschen. So entsteht im Gespräch schnell eine vertraute Atmosphäre, obwohl wir uns erst seit einer Stunde kennen. Wir sprechen über Kunstgalerien auf Kreuzfahrtschiffen, Street Art in Rom und eine Fahrradreise von Neugraben zum Gardasee, die sie im letzten Jahr mit ihrem Mann unternommen hat. Und über Harburg. Viele schimpfen immer nur über diesen Stadtteil, aber sie fühlt sich wohl hier. Gerade den Binnenhafen findet sie sehr inspirierend. Wer mit ihr spricht merkt schnell: Annette Wiese ist Harburgerin aus Leidenschaft.

Zweifelsohne ist auch die Fischhalle ein Highlight in der Harburger Kulturszene. Sie wurde erst vor einigen Monaten wiedereröffnet. Die neuen Betreiber haben die über hundert Jahre alte und vormals etwas heruntergekommene Halle am Lotsekanal in ein gemütliches Bistro mit maritimem Flair und einer kleinen Bühne für Veranstaltungen verwandelt. Als Annette Wiese auf diese Location aufmerksam wurde, entstand im Spätsommer 2017 die Idee, hier im Herbst ihre Bilder auszustellen, ihre vierte große Ausstellung. Es folgte ein Anruf bei ihrer Freundin Gitte Lansmann, der Harburger Citymanagerin, um zu klären, ob der Termin für die Vernissage am 3. November mit irgendwelchen Straßensperrungen für Laternenumzüge oder ähnliches kollidiert. Das nicht, so erfuhr sie, aber einen Tag später fände der Harburger Kulturtag statt; ob sie sich daran nicht auch beteiligen wolle. So ist sie eher zufällig in diese Veranstaltung geraten – und vom Erfolg begeistert. Die Halle war voll, der Kuchen schon um 14 Uhr ausverkauft.

„Explosion eines Flamingos nach unsachgemäßem Gebrauch“

Wir kommen auf ihre Kunden zu sprechen. Annette Wiese berichtet mir von einigen interessanten Beobachtungen: Frauen kaufen eher die abstrakten Bilder, Männer die abstrusen. Außerdem suchen sich Frauen meistens Bilder aus, die sich dezent in die Einrichtung ihrer Wohnungen einpassen. Viele Männer hingegen wollen mit den Bildern auffallen.

Ihr bisher größtes Bild maß ca. 2×1,40 Meter; gerade so groß, dass es noch in ihren VW-Bus passte um zur Ausstellung transportiert zu werden. Ich frage sie, ob es ihr schwerfällt, die verkauften Bilder abzugeben. Eher nicht, so sagt sie mir. Sie müsse die Bilder nach der Fertigstellung zwar erst eine Weile behalten, aber dann könne sie sie gut weggeben. Zum einen hänge sie nicht so sehr an ihren eigenen Bildern, zum anderen sei es ihr lieber, wenn sie irgendwo hängen als wenn sie bei ihr herumliegen. In ihrem Privathaus habe sie nur ein einziges, aber das wird auch nicht verkauft.

So habe ich Annette Wiese als eine vielseitige und vor allem total sympathische Künstlerin erlebt, die es schafft, mit abstrakten Bildern und tiefgründigen Titeln zum Nachdenken anzuregen. Ihre Ausstellungen sind sicher immer einen Besuch wert. Aber nicht vergessen: „Wer Elfen ärgert, darf sich nicht wundern!“

Termin Vernissage:

Fr., 19. Okt. 2018,  19 Uhr, Vernissage Annette Wiese – „Das Bild hängt schief“, Fischhalle Harburg, Kanalplatz 16, 21079 Hamburg, fischhalle-harburg.de

Abstraktes, Figürliches, gemalt mit dem Pinsel, den Händen oder gespachtelt.
Im Hochformat, im Querformat und mit Bildtiteln, die zum Nachdenken und Philosophieren anregen…

An der Gitarre: Michael Schindler, an der Leinwand: Annette Wiese

Eintritt frei!

 

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„Ich bin in Harburg, weil …“ https://www.tiefgang.net/ich-bin-in-harburg-weil/ Fri, 21 Sep 2018 22:48:49 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=4213 [...]]]> Harburger sind auch ein Stück weit bekannt dafür, stets zu meckern und zu nörgeln. Und doch bleiben sie. Was also treibt sie um?  Eine Aktion unserer Museen geht dem nun nach.

In der  Pressemitteilung des Archäologischen Museums Hamburg und Stadtmuseums Harburg, der Lokalen Partnerschaften Harburg des Bezirksamtes Harburg heißt es:

„Ich bin in Harburg, weil…“: Unter diesem Motto können Bürger von September bis Dezember 2018 im Archäologischen Museum Hamburg und Stadtmuseum Harburg dokumentieren, warum sie „Harburger“ sind und was sie nach Harburg führte.

Harburg – das bedeutet Zusammenleben in Vielfalt. Viele Menschen aus über 150 Nationen haben in Harburg schon längst ihren Platz in der Gesellschaft gefunden. Aus unterschiedlichen Gründen kommen Menschen nach Harburg: Die Suche nach einem Arbeitsplatz, die Hoffnung, als Flüchtling aufgenommen zu werden, die Liebe oder ganz einfach der Zufall der Geburt führen sie hierher und machen sie zu Harburgerinnen und Harburgern.

Erzählen Sie uns Ihre persönliche Geschichte!

Unter dem Motto „Ich bin in Harburg, weil…“ können Interessierte vom 25. September bis 30. Dezember 2018 im Archäologischen Museum Hamburg und Stadtmuseum Harburg ihre persönliche Geschichte erzählen. Die Beiträge können im Museum an einer Mitmach-Station aufgeschrieben und abgegeben werden. Die Geschichten werden im Rahmen des Projektes im Museum ausgestellt und archiviert sowie über die Onlinemedien des Museums und des Bezirksamtes Harburg veröffentlicht.

Die Mitmach-Station „Ich bin in Harburg, weil…“ ist im Museum dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. An besonderen Aktionstagen wie in der Interkulturellen Woche vom 25. bis 30. September 2018 oder am Harburger Kulturtag, dem 4. November 2018, können die Erfahrungen und Migrationshintergründe auch zusätzlich im Migrationsarchiv auf Landkarten dokumentiert werden. Zudem erfahren die Besucher bei Führungen durch die Archäologische Ausstellung viel über die spannende Welt der Archäologie und welche Spuren die verschiedenen Migrationsereignisse der Menschheitsgeschichte in Norddeutschland hinterlassen haben.

Das Projekt wird durch die Lokalen Partnerschaften Harburg des Bezirksamtes gefördert.

Ziel ist es Partizipation zu fördern, Zusammenhalt zu stärken und Chancen zu nutzen, damit Harburg ein lebendiger und vielfältiger Bezirk bleibt, in dem alle gemeinsam leben.“

25. September bis 30. Dezember 2018: Archäologisches Museum Hamburg und Stadtmuseum Harburg, Harburger Rathausplatz 5, 21073 Hamburg-Harburg

Dienstag-Sonntag, 10-17 Uhr

Aktionstage:

  • Dienstag, 25.9. bis Sonntag, 30.9.2018 | Interkulturelle Woche

Migrationsarchiv: 11-16 Uhr

  • Führungen durch die Archäologische Ausstellung: Dienstag-Freitag 13, 14, 15 Uhr / Samstag und Sonntag 11, 12, 13 Uhr
  • Samstag, 13.10.2018: Migrationsarchiv: 11-16 Uhr; Führungen durch die Archäologische Ausstellung: 11, 12, 13 Uhr
  • Sonntag, 14.10.2018: Migrationsarchiv: 11-16 Uhr; Führungen durch die Ausstellung: 11, 12, 14 Uhr
  •  Sonntag, 4.11.2018: Harburger Kulturtag; Migrationsarchiv: 12-20 Uhr; Führungen durch die Archäologische Ausstellung: 12, 14, 15, 17, 18 Uhr
  • Sonntag, 2.12.2018: Migrationsarchiv: 11-16 Uhr; Führungen durch die Archäologische Ausstellung: 11, 12, 13 Uhr

Die Teilnahme an dem Projekt „Ich bin in Harburg, weil…“ ist kostenfrei.

Anmeldung für Gruppen: 040 42871 2497 (Di-Fr 10-17 Uhr)

Informationen: www.amh.de | #harburgsvielfalt

Weitere Informationen zu den Lokalen Partnerschaften Harburg: hamburg.de/harburg/soziales-lokale-partnerschaften

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Das Weltfest der Götter https://www.tiefgang.net/das-weltfest-der-goetter/ Fri, 20 Jul 2018 22:17:43 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=3935 [...]]]> Der Harburger Kulturtag zum Jahresende bringt immer wieder neue Stilblüten des Südens hervor. Dieses Jahr wird es zuweilen wahrlich mystisch. Denn es geht um Götter.

Der Harburger Kulturtag fällt dieses Jahr auf einen Sonntag, nämlich den 4. November. Schon jetzt planen etliche Kunstgruppen dafür Präsentationen. Die Künstlergruppe Kunstwohnzimmer und die Künstlergruppe für Flüchtlinge etwa arbeiten gemeinsam an ihrem Projekt ´Götter`. Ein Schwerpunkt ist die griechische Mythologie. Aber auch andere Götter der Welt, etwa aus dem Buddhismus, Hinduismus, Christentum, u.v.m. sind vertreten. Denn sie verstehen die Götter als universelle Kräfte. Die künstlerische Umsetzung ebenso wie die Werkbetrachtung setzt dabei ungeahnte Ressourcen frei.

Das integrative Kunstprojekt wurde von  Ulrike Hinrichs initiiert. Die Kunsttherapeutin leitet seit drei Jahren die Künstlergruppe für Flüchtlinge in Harburg (Link www.heimat-harburg.de) und hat mit der Gruppe bereits einige Kunstprojekte durchgeführt. (siehe auch ´Tiefgang`„Von der Integration zur Transklusion“ oder „Wir sind Harburg“ )

„Ich verstehe die Kunst als eine Form der intuitiven Sprache“, so die Projektleiterin. „Dazu wird auch Ende 2018 mein Fachbuch ´Kunst als Sprache der Intuition` erscheinen. Symbole, wie die Götter oder auch unsere Krafttiere aus dem Tierprojekt mit Geflüchteten (Link www.krafttier.reisen und „Die Kraft der Tiere“) setzen Ressourcen frei.  Die Götter verstehen wir daher auch als universelle Kräfte“, erklärt Hinrichs. Mit einer Ausstellung auf dem Harburger Kulturtag (am So., 4. November) kann so nun auch der Besucher die Kraft des Göttlichen tanken. Und als Ort dieser metaphysischen Begegnung hat sich Hinrichs keinen geringeren Ort als die ehemalige Dreifaltigkeitskirche in der Neuen Straße 44 ausgesucht, die derzeit als  „3 falt – Kunst, Kultur, Kreativität“ von der Initiative SuedKultur für eine mögliche kulturelle Umnutzung erprobt wird. Die übergeordnete Sinngebung ist also mehrfach gegeben.

„Wir haben Profikünstler ebenso dabei wie Laien. Die Umsetzung des Themas ist frei. Jeder kann seine Ideen frei ausleben. Eine Idee dazu ist die griechische, nordisch-keltische und ägyptische Mythologie. Die antiken Griechen nahmen an, dass im Universum zunächst Himmel und Erde und dann die Götter entstanden. Am Anfang der Zeit war ein dunkler, klaffender Raum, das Chaos, in dem die Bestandteile des Lebens waren. Daraus entstand Gaia, die Urmutter Erde, aus der zahlreiche Haupt- und Nebengötter hervorgingen. Aber auch andere Götter und Symbole interessieren uns, etwa aus dem Buddhismus, Hinduismus, Christentum usw. Teufel und Dämonen sind ebenso erlaubt, wie Engel und andere Symbole“, erklärt Hinrichs.

Termin: Harburger Kulturtag, So., 4. Nov., „3falt“, Neue Straße 44, 21073 Hamburg. Um 16.00 Uhr gibt es zudem arabische Musik zu den Göttern von Omar Abazied.

Weitere Projektinfos unter www.götter.online

Links bei SuedKultur:

von-der-integration-zur-transklusion; kunst-und-harburg-verbindet; die-kraft-der-tiere

 

 

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Staubkörner als Inspiration https://www.tiefgang.net/staubkoerner-als-inspiration/ Fri, 16 Mar 2018 23:18:59 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=3314 [...]]]> Über Jahre hat Alexandra Seils wesentlich zum künstlerischen Schaffen in Harburg beigetragen. Nun verabschiedet sie sich mit einem Wochenende und einigen Überraschungen.

„Zeichnen ist Sprache für die Augen, Sprache ist Malerei für das Ohr.“ Diese Worte von Joseph Joubert waren Inspiration und Antrieb zu einem Wochenende voller Kunst und Kultur, das die Künstlerin Alexandra Seils Harburg zum Abschied schenkt. Seils hatte jahrelang ihren künstlerischen Mittelpunkt in ihrem Atelier am Reeseberg und war ebenso jahrelang fester Bestandteil des Harburger Kulturtages. (´Tiefgang` berichtete).

„Die Inspiration lauert überall.“ Das ist das Credo von Ute Olk. So kann das morgendliche Staubkörnchen sie bereits in lyrische Hochstimmung versetzen. Sie rezitiert ihre Gedichte gekonnt und facettenreich. Wer sie einmal erlebt hat, möchte sie das zweite Mal nicht verpassen.

Die Gedichte von Ute Olk sind voll mit Träumereien und klugen Gedanken. Manche beschreiben das Alltägliche, manche das wunderbare. Sie entlocken dem Leser viele Facetten zwischen Schmunzeln und Nachdenken.
Alexandra Seils haben diese Worte zu neuen Zeichnungen inspiriert. Mit Kreide und Tusche wandert sie durch die Gedichte und gibt kleine stille und fröhliche Momente wieder

Am Freitag 23. März um 19.30 Uhr wird Lyrik zum Anfassen in Malerei und Musik (Hajo Troch, Gitarre) eingebettet. Ute Olk trägt neue und beliebte Gedichte vor.
Eintritt 9,- €, ermäßigt 4,50 € (für Schüler, Studenten und Geringverdiener)
Am Samstag, 24. März zwischen 11 und 18 Uhr ist dann die Ausstellung pur mit neuen Zeichnungen und Malarbeiten von Alexandra Seils zu sehen.
Am Sonntag, 25. März ab 11 Uhr gibt es eine Matinee mit „Lyrik zum Anfassen“ von Ute Olk eingebettet in Malerei von Alexandra Seils.
Eintritt 9,- €, ermäßigt 4,50 € (für Schüler, Studenten und Geringverdiener)
Ab 13 Uhr ist dann die Ausstellung bei freiem Eintritt zu besuchen.
Die Eintrittskarten für Lyrik zum Anfassen können Sie per Mail unter kunst@alexandraseils.de oder per Telefon 040/764 32 55 bestellen.
Lyrik zum Anfassen findet in einem kleinen, persönlichen Rahmen statt. Daher ist es ratsam, rechtzeitig Karten zu bestellen.

Ort: Atelier Alexandra Seils, Reeseberg 3, 21079 Hamburg

Und was macht Alexandra Seils?

Sie wurde im schleswig-holsteinischen Wesselburen geboren, arbeitete von 1994 bis 2011 freiberuflich als Grafikerin, Webdesignerin und Illustratorin. 2005 kam zudem die Tätigkeiten als freiberuflich arbeitende Künstlerin und Leiterin von Kinder- und Erwachsenenmalkursen im eigenen Atelier dazu.

Arbeitsaufenthalte führten sie u.a. nach Dänemark, in die USA und Frankreich. Seit 2011 ist hauptberuflich als Künstlerin tätig und lebte und arbeitete in Hamburg. Nun zieht es sie weg. Einer der Gründe: sie fand mit Ihrem man ein passendes Wohnhaus in Lübeck zu Preisen, die in Hamburg nicht mehr denkbar sind. Und: sie wird künftig Malreisen anbieten.

„Abstand zu nehmen tut gut – nicht nur im Alltag. Übertragen auf die eigene Malerei heißt das, wenn es mal nicht weiter geht, stelle ich mein Bild weit entfernt auf oder schaue es ein paar Tage gar nicht an. Dann weiß ich meistens weiter“, so Alexandra Seils. Auf den Malreisen gibt Seils Einblicke in ihr Schaffen und über die Herangehensweise ihrer Malerei. Sie bestärkt die Teilnehmer einen eigenen Ausdruck zu finden und begleitet sie durch die kreative Auszeit. Infos und Termine zu den Kursen, die in Deutschland aber auch der Antarktis oder Dänemark statt finden: www.artistravel.eu

Aber noch eine Überraschung für die Kunstszene Harburgs hat sie. Denn sie wird das Atelier nicht gänzlich auflösen. Und so macht sie der Kunstszene ein Geschenk, denn sie bietet es nun zur Untermiete an.

Das Atelier hat eine Größe von ca. 25qm, das gesamte Objekt hat ca. 60qm. Interessierte haben nun die Chance, sich am Wochenende die Räume vor Ort anzuschauen und/oder aber direkt bei Alexandra Seils anzufragen: 040-7643255, www.AlexandraSeils.de, kunst@AlexandraSeils.de

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Die Ästhetiken des Virtuellen https://www.tiefgang.net/die-aesthetiken-des-virtuellen/ Sat, 12 Aug 2017 05:56:18 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=1791 [...]]]> Er gilt als „Chronist des irren Amerika“: Superman am Klo, Pinselstiel im Auge – Peter Sauls Bilder sind so schrill wie absurd. Zum Kulturtag ist er in Harburg zu sehen …

Der US-ameri­ka­ni­sche Maler PETER SAUL, geboren1934 in San Fran­cisco, hat ab den späten 50er Jahren ein Cross­over aus Pop Art, Surrea­lis­mus, Abstrak­tem Expres­sio­nis­mus, Chicago Imagi­nism, San Fran­cisco Funk und Cartoon Culture entwi­ckelt, in dem er es versteht hoch­kom­plexe Themen der poli­ti­schen und sozia­len Wirk­lich­keit anzu­spre­chen.

Verletzung des guten Geschmacks

Lange bevor »Bad Painting« ein zentrales Anliegen der zeitgenössischen Kunst wurde, verletzte PETER SAUL ganz bewusst den guten Geschmack. In seiner unverwechselbaren Sprache hat der Maler ein Cross-over aus Pop-Art, Surrealismus, Abstraktem Expressionismus, San Francisco Funk und Cartoon Culture entwickelt, in dem er politische und soziale Themen aufgreift. Mit der Pop-Art teilt er das Interesse am Banalen, an der Konsumgesellschaft und den heiteren Bildwelten des Comics in leuchtenden, ansprechenden Farben.

Schatten des American Dreams

Abseits von großen künstlerischen Schulen hat Saul ein äußerst eigenwilliges Œuvre entwickelt. Nie wirklich zu einer Gruppe oder Bewegung gehörend, malt er seit mehr als 50 Jahren auf seine Weise gegen die wechselnden künstlerischen Moden an. Sauls Bilder erzählen Geschichten, neigen zur Übertreibung und wehren sich gegen eindeutige Lesarten.

Nicht zuletzt ist sein Werk aber auch mit den ästhetischen Strategien der Gegenkultur in Kalifornien verbunden. Eine fast zornige Malerei zeigt sich, wenn Saul die Schattenseiten des American Dream thematisiert. Hier offenbart sich die Gleichzeitigkeit von überbordendem Humor und spielerischer, aber doch harscher Systemkritik. Erstmals in Europa präsentiert die Ausstellung einen umfassenden Überblick über den bislang zu selten beachteten, bedeutenden »artist’s artist«.

Die Ausstellung zeigt rund 50 Arbeiten Peter Sauls, die durch eine umfängliche Präsentation mit Werken aus der Sammlung Falckenberg ergänzt wird.

Die Deichtorhallen zeigen vom 30. September 2017 bis 28. Januar 2018 in Kooperation mit der SCHIRN Kunsthalle Frankfurt einen umfassenden Überblick über das Werk des US-amerikanischen Künstlers PETER SAUL.
Am Harburger Kulturtag am Sa., 4. November: „Peter Saul“ und „Ästhetiken des Virtuellen“ mit stündlichen Kurzführungen durch die Sonderausstellungen und Sammlung.

Um 15 Uhr findet ein Künstlergespräch in der Ausstellung des Graduiertenkollegs „Ästhetiken des Virtuellen“ der HFBK statt.

Weiterführender Link:

deichtorhallen.de

schirn.de/magazin

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