Heimo Rademaker – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Wed, 15 May 2024 07:44:29 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.5 Der neue Mann bei SuedKultur https://www.tiefgang.net/der-neue-mann-bei-suedkultur/ Fri, 17 May 2024 22:40:13 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=10850 [...]]]> Das Netzwerk SuedKultur für Kunstschaffende aus dem Süderelberaum hat einen neuen Sprecher – Musiker und Ur-Harburger Jan Schröder übernimmt den Posten.

Im Office vom Marias Ballroom treffen sich Heimo Rademaker und Jan Schröder zur Übergabe. Heimo Rademaker, Geschäftsführer des Harburger Musik-Clubs Marias Ballroom und langjähriger Sprecher von SuedKultur hat das Netzwerk mit viel Kraft und Engagement durch die Pandemie gebracht. Nun will er sich wieder mehr seinem eigenen Club widmen.

„Das war eine tolle, manchmal aber auch anstrengende Zeit, die viel Energie gekostet hat“, sagt Heimo Rademaker, und man merkt es ihm an, dass er den Posten schweren Herzens aufgibt. „Aber ich bleibe SuedKultur natürlich erhalten und werde Jan weiterhin intensiv in allem unterstützen“, wirft er ein, als das Gespräch auf die Zukunft bei SuedKultur kommt.

Jan Schröder ist zwar erst seit 6 Jahren bei SuedKultur dabei, hat aber schon vor dem Wechsel viele Themen gemeinsam mit Heimo Rademaker vorangetrieben. „Wir hatten die letzten Jahre ein tolles Team und so ist es irgendwie folgerichtig, dass Heimo, der nun einen Schritt zurücktritt, mir den Staffelstab weitergibt. So wie das ganze Netzwerk funktioniert, ist man eh in den verschiedenen Projekten immer im Team unterwegs und versucht Kunst und Kultur voranzubringen“, erklärt Jan Schröder die Zusammenarbeit beim Netzwerk.

„Wir hatten und haben schwere Bedingungen in der Kultur. Harburg als Bezirk ist auf absehbare Zeit in Hamburg das Schlusslicht. Wir erhalten mit Abstand die niedrigsten Fördersummen. Allein deswegen ist es wichtig, dass sich Kulturschaffende zusammentun und sich gegenseitig unterstützen“, spricht Jan Schröder weiter, der seit seiner Geburt in Harburg lebt. Er hat die wilden 80ger erlebt, mit einer funktionierenden Kneipenkultur, mit viel Live-Musik und einer intakten Innenstadt. „Und auch wenn manche es nicht verstehen – ich liebe Harburg. Ich mag die Menschen hier. Mag den Humor, und dass man sich selbst nicht als den Nabel der Welt empfindet.“ Und genau daraus entsteht ein gutes Miteinander aller Kulturschaffenden im Bezirk Harburg.

Projekte wie die SuedLese und die SuedKultur Music-Night sind nur die Speerspitzen. Aber vor allem in der Kommunikation mit Politik und Bezirk fungiert SuedKultur als Rat- und Ideengeber, fordert Räume für die Kunst und Kultur und versucht koordinierend Kunst- und Kulturschaffende zusammen zu bringen, um sich z.B. bei Förderanträgen oder Veranstaltungsplanungen zu unterstützen.

2007 gründete Heiko Langanke, der ehemalige Club-Besitzer des Stellwerks und heutiges Bezirksversammlungsmitglied, das Kulturschaffenden-Netzwerk SuedKultur. Der Zusammenschluss ist in Hamburg einzigartig und wird in anderen Bezirken sehr positiv bewertet.

Auf die Frage, was er als neuer Sprecher anders machen möchte, antwortet Jan Schröder: „Anders ist der falsche Ausdruck. Ich hoffe, dass wir noch mehr Projekte mit höherer Strahlkraft entwickeln können. Vor allem aber hoffe ich, dass wir unser Netzwerk noch viel stärker erweitern können, verjüngen und dabei noch viel mehr Personen bei SuedKultur einbinden können, die heute noch gar nichts von uns wissen. Und natürlich wollen wir die Zusammenarbeit mit der Politik und dem Bezirksamt deutlich intensivieren, damit alle am gleichen Strang ziehen können.“

Themen wie die SuedArt im Juni dieses Jahres stehen genauso auf der Agenda wie eine völlig überarbeitete Webseite mit vielen Tipps für den Süderelbe-Bereich. Und natürlich will Harburgs Kunst- und Kulturszene gerne auch bei der Zwischen- oder Endnutzung des soeben von der Stadt erworbenen Karstadt-Hauses mitwirken und ihre Ideen in den Entscheidungsprozess mit einbringen.

Wünsche, die man nur unterstützen kann und die umso wichtiger sind, in einer Zeit, in der Menschen immer weniger kulturelle Angebote nutzen.

Mehr über SuedKultur und Kontaktinformationen auf der Webseite des Netzwerks: www.sued-kultur.de

 

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7. SuedLese – Bücher und ungewöhnliche Orte der Worte https://www.tiefgang.net/7-suedlese-buecher-und-ungewoehnliche-orte-der-worte/ Fri, 13 May 2022 22:47:31 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9020 [...]]]> Der gesamte Juni wird in Hamburgs Süden dieses Jahr im Zeichen der Literatur stehen. Denn: sie sind wieder da – die 7. SuedLese – Literaturtage in Hamburgs Süden.

Und vor allem wo: gelesen wird am Fenster, mit dem Rad, unterm Kirschbaum, auf dem Sandberg, Flohmarkt oder einem Laster, auf dem Bauernhof, am Kneipentresen und im Musikclub.

Fast 60 Literaturtermine mit gut 80 Autor*innen an gut 30 Orten laden ein, sowohl die Vielfalt des aktuellen literarischen Lebens als auch die spannenden „Orte der Worte“ kennen zu lernen.

Und es ist wieder eine Kooperation von Kulturschaffenden aus dem Landkreis wie dem Bezirk Harburg – ganz unter dem Motto „Stadt – Land – Harburg“.

„Neben spannenden klassischen Lesungsformaten gibt es wie immer auch außergewöhnliche Veranstaltungen wie Slam-Poetry am Kulturkiosk und Poetry-Slam im Stellwerk, Fensterlesungen für Kinder im HinZimmer, den Poetomaten auf dem Flohmarkt am Kanalplatz und viele mehr“, führt Projektleiterin Anne Lamsbach aus und fährt fort: „In der Kneipe ´Zur Stumpfen Ecke` stellt die Geschichtswerkstatt e. V. die wilden Harburger Kneipen der 60er und 70er Jahre vor und in Moisburg können Familien sich märchenhaft mit Hexe, Wassermann & Co auf den Spuren Otfried Preußlers erschließen.“

Lamsbach selbst studierte an der im Harburger Hafen ansässigen Medical School Hamburg „Poesie“ und stieß bereits letztes Jahr zum SuedLese-Team. Am Studiengang entstand dadurch auch das Forschungslabor <<LitLab>>, das auch dieses Jahr die Literaturtage begleitet und künstlerische wie wissenschaftliche Arbeiten beiträgt.

„Zum Abschluss des Semesters stellen Studierende ihre Arbeiten und Erfahrungen, die sie unter der Themenüberschrift ‚Poesie im sozialen Raum‘ gemacht haben vor, berichten dabei von ihren künstlerischen Arbeiten und verknüpfen diese mit theoretischem Kontext. „Motherhood and writing“ etwa ist ein weiteres LitLab-Projekt, welches wir im Rahmen einer SuedLese-Veranstaltung vorstellen.“

Die Aufteilung der Lesungen ist wieder so angelegt, dass an fast jedem Juni-Tag eine oder mehrere Lesungen zu erleben sind. Mit der Kneipe „Zur Stumpfen Ecke“, dem Kulturlaster der Buchholzer Agentur „Waldinsel“, dem Marias Ballroom, dem Moorburger „Wasserturm & Feuerteufel“ aber auch dem Popup Store des Harburg Marketings kommen dieses Jahr etliche neue Orte auf die Literaturlandkarte des Südens Hamburgs. Möglich wurde dies durch eine erneute Unterstützung im Rahmen des Förderprogramms „Neustart Kultur“ der Bundesbeauftragten für Kultur sowie der Stiftung Sparkasse Harburg-Buxtehude.

„Zu den ungewöhnlichen Formaten dieses Jahr zählt sicher die Lesung des Punk-Magazin-Herausgebers Dolf Hermannstädter (9.6.) auf einem Laster, der Nahe der Buchholzer Empore steht“, sagt Lamsbach. Trashig ist aber auch die Buchvorstellung des bekannten Chaos-Autoren Jan Off im Marias Ballroom (16.6.). Für Kinder und ältere Märchenfans zählt sicher die Moisburger Otfried Preußler Huldigung (12.6.) zu den Highlights und für Krimi-Liebhaber geht es am 18. Juni zur Ladies Crime Night nach Neugraben. Die Kunstleihe Harburg zeigt den ganzen Juni über eine poetische Installation der Künstlerin frankhaleesi und auf einem Sandberg an der alten Trasse der Wilhelmsburger Reichsstraße wird kritisch auf die letzten 15 Jahre Stadtentwicklung und dem Schlagwort „Not in our Name“ geschaut. Und auch der sich am Harburger Hafen neu etablierende monatliche Flohmarkt nimmt die Literatur mit auf und hat am 4. Juni unter all den Stöber-Ständen den „Poetomaten“ platziert, der individuelle Poesie ausspuckt.

Kurzum: Die Literatur ist zurück im Süden der Elbmetropole und lässt an Fantasie und Überraschungen kaum etwas aus. Zudem wurde das Internetportal www.suedlese.de weiter strukturiert und soll nun nach Wunsch des SuedLese-Teams zu einem ganzjährigen Literaturportal werden. Neben den aktuellen Lesungen finden sich dort auch viele Funktionen, die die Orientierung vereinfachen. So kann man sich mit einem Merk-Button ausgesuchte Lesungen direkt in seinen Online-Kalender stellen lassen, Bekannte zu Terminen einladen oder auf diese aufmerksam machen und das „Bücherregal“ ist eine Buchhandlung nachempfunden. Unter Rubriken wie Heide-Kimi oder Sachbuch lassen sich schnell bei der SuedLese gelesene oder neu erschienene Harburger Bücher ausfindig machen. Und das Regal ist schon reichlich gefüllt.

Heimo Rademaker, Sprecher des Kulturnetzwerkes SuedKultur: „Trotz Pandemie wurde im Hintergrund unentwegt gearbeitet und nach Wegen aus der kulturellen Zwangspause gesucht. Nach dem fulminanten dreiwöchigen SuedKulturSommer letztes Jahr gilt es nun wieder in eine Art Normalität zu kommen. Die SuedLese ist der literarische Teil davon. Im Herbst wird es auf jeden Fall auch die SuedKultur Music-Night wieder geben und so wie es aussieht, wird im Spätsommer auch ein zweites Harburger Kunstfest stattfinden. Daneben arbeiten wir in monatlichen Workshops aber auch hinter den Kulissen, um zu sehen, wie wir den Süden Hamburgs auch für die Zukunft kulturell fit machen. Da sind wir dankbar, dass auch dieses Jahr noch Bundesgelder für die Wiederbelebung der Kultur bereitstehen.“

Das terminliche Programm und vieles mehr ist wieder in einem gut 80 Seiten dicken Programmheft als Wegweiser zu finden. Darin sind auch die „Orte der Worte“ erklärt. Auf der aktualisierten Homepage www.suedlese.de werden zudem Hintergrundinformationen zu den Locations, den Macher*innen, den Autor*innen aber auch den Büchern gegeben.

Im Online-Feuilleton ´Tiefgang` der Initiative SuedKultur wird es darüber hinaus begleitende Interviews und Porträts der Autor*innen und ihrer Bücher geben.

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Vom Rock- zum neuen klangClub https://www.tiefgang.net/vom-rock-zum-neuen-klangclub/ Fri, 27 Aug 2021 22:21:19 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=8307 [...]]]> Während manche sich nichts sehnlicher wünschen als das wieder zu haben, was sie vor der Pandemie hatten, setzte sie bei manchen auch neue Kreativität frei. So auch im Marias Ballroom, der nun vom Rock- auch zum klangClub wird. 

Das Marias Ballroom ist seit mehr als zehn Jahren die Adresse Nr. 1 für erdige Rücksounds in Hamburgs Süden. Inmitten des Phoenix-Viertels gelegen, geben sich in normalen Zeiten meist schwarz- und lederbekleidete Rockmusiker die Klinke in die Hand. Jetzt aber startet Betreiber Heimo Rademaker eine neue Musikreihe, die mehrfach aufhorchen lässt: nicht nur musikalisch, wenn Geigen- oder Ariengesangstöne den Saal füllen, sondern auch schon bei den Kooperationspartnern. Denn unter dem Titel „klangClub“ starten das Marias Ballroom, der Landesmusikrat Hamburg sowie der Hamburger Komponistenverband eine gemeinsame Reihe, die in Hamburg seines gleichen sucht. Komponierter Punk? Verrockte Klassik? „Warum nicht?“, so Ludger Vollmer, Präsident des Landesmusikrates Hamburg. „Wir sind ein Dachverband für alle Musikliebhabenden in Hamburg, haben jede Menge kreative Leute unter unserem Dach, die ständig an neuen Wegen des Musikmachens tüfteln und auch neue Orte dafür brauchen!“ Und Karsten Gundermann aus dem Vorstand des Hamburger Komponistenverbandes ergänzt: „Wir werden oft als ´Ernste Musik` tituliert, was nicht ganz den Punkt trifft. Denn auch Komponist*innen sind ja zuweilen mit Lebensfreude und Spaß bei der Sache und im Grunde ist unsere Musik oft nur von der Herangehensweise, vom Konzept her anders aufgebaut, klingt aber fürs Ohr doch vertraut und gar nicht so ernst.“ Und Clubbetreiber Heimo Rademaker? „Wir haben uns in der Pandemie kennen und schätzen gelernt. Schon beim SuedKulturSommer in Hamburgs Süden waren viele Ensembles aus dem Verbund des Landesmusikrates und haben uns mit klassischen oder jazzigen Tönen bereichert. Die Kulturkrise schafft dort auch neue Allianzen. Und da ich mit dem Bundesförderprogramm ´NEUSTART Kultur` für das Marias Ballroom bis zum Jahresende etwas finanzielle Unterstützung für Konzerte mit beschränkter Besucherzahl erhalte, wollte ich es auch und zugleich nutzen, um einen Neustart in andere musikalische Gefilde zu starten. Wir sind allesamt sehr gespannt, auf das, was sich dort auftut.“

„Komponisten wie Brahms, Händel, oder Telemann haben in Hamburg schon lange die Tradition begründet, die Freiheit des Komponierens über marktübliche Regularien zu stellen und dabei erstaunliche und doch gesellschaftlich breit anerkannte Werke geschaffen“, freut sich Ludger Vollmer auf das Experiment.

Und so wird am Fr., 17. September die Reihe „klangClub“ auch gleich von der Formation „Sam Panda and The Teeth“ eröffnet. Kopf der Formation ist niemand Geringeres als der aus Australien stammende Musiker und Komponist Samuel Penderbayne, der seit 2012 in Deutschland lebt und arbeitet. Er studierte Komposition bei Prof. Moritz Eggert (München), Prof. Frederik Schwenk (Hamburg) und Michael Smetanin (Sydney). In 2015 schrieb er eine Doktorarbeit an der Hochschule für Musik und Theater, Hamburg, deren Titel lautet: Richtlinien für Genre-übergreifende Komposition – Die Verbindung moderner Musik-Genres mit der klassischen Kompositionstradition.

Mit einem Schwerpunk auf Musiktheater und Bühnenmusik hat er unter anderem am Schauspielhaus Frankfurt, Theaterhaus Jena, Theater Bremen und Trier, am Prinzregententheater  (München) und am Sydney Opera House als Komponist und Performer gearbeitet. 2018 wird seine erste Oper „Ithaka“ (Libretto: Helmut Krausser) an der Hamburger Staatsoper uraufgeführt. 2017 übernimmt er gemeinsam mit Alexander Strauch die künstlerische Leitung des aDevantgarde Festival in München.

Beim „klangclub“ kommt er mit seinen „Teeth“ – Musiker mit unterschiedlichstem musikalischen Background: Rock, Klassik, Elektro, Jazz, Folk etc. „Die Grenzen der Genres sind dazu da, überschritten zu werden, Risse und Brüche sind Ziele musikalischer Interaktion. Die Band ist viele Bands, denn sie tritt in unterschiedlichen Formationen auf und nimmt den Zuschauer mit auf eine parforce-Tour durch klassisch anmutenden Liedgesang, harmonisches Klangrauschen, modalem Jazz, pulsierenden Grooves, Rock und Elektro-Club-Sounds“, so Pernderbayne zum Konzept. Und wenn man es hört, ist einem nach allem, aber sicher nicht nach „Ernster Musik“!

Besetzung: Vocals (Samuel Penderbayne), E-Piano (Henriette Zahn), Geige (Anna Neubert), Cello (Maya Fridman), E-Schlagzeug (Lin Chen)

Am Do., 30. September heißt es dann ´When I fall in love` und geht dann weiter mit dem Duo René Mense und Thorsten Kuhn.  Die beiden Hamburger Musiker kennen sich seit gemeinsamen Studientagen an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg, wo sie 1995 ihren Abschluss im Fach Komposition machten. Sie sind seitdem u.a. auch als Arrangeure der gehobenen Unterhaltungsmusik tätig und geben Konzerte in verschiedenen Genres. Sie werden im Marias Ballroom mit ihrem Programm ´When I fall in love ` das Publikum mit auf eine Reise in die zauberhafte Welt amerikanischer Broadway- und Filmsongs der Swing-Ära bis in die späten 60er Jahre von so namhaften Autoren wie u.a. George Gershwin, Kurt Weill oder Burt Bacharach nehmen. Der Titel deutet an, dass es – natürlich – um das Verliebtsein geht; die Songtexte erzählen aber nicht nur von dem Verliebtsein in Menschen, sondern auch von Dingen, die einem lieb und teuer sind, von Träumen, Landschaften, Jahreszeiten, kurz: den schönen Seiten des alltäglichen Lebens eben…

Am 15. Oktober kommt das Projekt „Blue Note Bach“, bei dem Pianist Jens Schöwing Bach modern und auf einem elektronischen Fender Rhodes interpretiert. Am 28. Oktober gastiert die in Hamburg weit bekannte „UKW Band“ ihr Programm „weltklang“ und am  18. November ist das Projekt CELLO LOOP des Cellisten Stephan Schrader zu erleben.

Jens Schöwing präsentiert mit CELLO LOOP ein halbes Orchester ganz alleine

Neben der Möglichkeit eines Präsenzbesuches hält Clubbetreiber Heimo Rademaker aber noch ein weiteres Schmankerl bereit: denn ausgestattet mit neuer Kamera- und Stream-Technik wird er eine regelrechte Broadcasting-Station ins Leben rufen und so sind im Rahmen des Konzertes auch Interviews mit den Künstler*innen vorgesehen und die Konzertmitschnitte auch eine Zeitlang im Internet als Videomitschnitt zu erleben.

Es wird sich also auch für jene lohnen, die mal den gediegenen Konzertsaalbesuch in einen Clubbesuch der anderen Art tauschen wollen. Sollte die Reihe ausreichend Anhänger finden, denkt Heimo Rademaker jedenfalls daran, die Reihe auch in den nächsten Jahren zu verstetigen und auch weiteren Nachwuchskomponisten und -musikern eine Bühne zu bieten.

Ort: Marias Ballroom, Lasallestr. 11, 21073 Hamburg-Harburg

Website und Tickets unter  mariasballroom.de

mit frdl. Unterstützung der Initiative Musik im Rahmen der NEUSTART-Förderung

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Das war mal ein KultUrLaub! https://www.tiefgang.net/das-war-mal-ein-kulturlaub/ Fri, 13 Aug 2021 22:36:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=8276 [...]]]> Vom 9. Juli bis 8. August ist das Netzwerk SuedKultur im südlichen Hamburger Bezirk Harburg dem Aufruf des Kultursenators Brosda gefolgt und veranstaltete einen riesigen SuedKulturSommer. Die Bilanz: „Wir leben noch!“

 Anfang Mai stellte die Behörde für Kultur und Medien die Idee eines Hamburg weiten Kultursommers vor. Veranstaltende sollten sich mit Ideen für Kulturprogramme zur Urlaubszeit bewerben und mit einer millionenschweren Finanzierung der Kulturbehörde zum einen möglichst viele Kreative in Open-Air-Events kurzfristig in Beschäftigung bringen. Zum anderen sollte ein Programm entstehen, dass viele Daheimgebliebene mit Kulturangeboten die Urlaubszeit versüßt.

Das Netzwerk SuedKultur nahm die Einladung an, bewarb sich und erhielt zu Anfang Juni eine Finanzierungszusage, die schon wenige Wochen später ihre Umsetzung fand.

So gab es vom 9. Juli bis 8. August über vier Wochen auf drei verschiedenen Plätzen in Harburg ein Kulturspektakel, dass es so in Harburg noch nicht gegeben hatte. Beteiligt hatten sich Marias Ballroom, das Komm du, der Old Dubliner, das Stellwerk, das Kulturhaus Süderelbe, der Rieckhof, die Fischhalle, der Kulturverein Alles wird schön, die Kunstleihe Harburg, die Genossenschaft Dreifalt eG, die Kulturwerkstatt Harburg, das KulturWohnZimmer, der Kulturverein ContraZt, das Habibi Atelier, die Kunstkarawane, dem Sozialkontor Hamburg-Süd und die Kunstgruppe wattenbergART. Heraus kamen 214 Stunden Live-Kulturprogramm jeder Couleur und mit knapp 350 Künstler*innen – dabei viele direkt aus Harburg, manche gar in Kooperation mit dem Landesmusikrat Hamburg.

Nun ist der KultUrLaub vorbei und der Netzwerksprecher und Hauptakteur von SuedKultur, Heimo Rademaker zieht Bilanz: „Wir sind alle platt und brauchen eine Pause vom Festivalleben. Zeit zum Genießen hatten wir noch nicht, aber von allen Künstler*innen aber auch dem Publikum und gar den beteiligten Gewerken durchweg positive Resonanz. Und alle diese Leute wieder zu sehen und nun zu wissen, wer noch bei der Stange ist aber auch leider, wer nicht, ist für alle wichtig gewesen.“ Denn letztlich sei es eine Aktion solidarischer Kulturarbeit gewesen. „Es galt, Geld gegen Kulturarbeit in den Markt zu schießen, die Sommerzeit produktiv zu nutzen und die eigene Attitüde hinten anzustellen! Und das ist fast durchweg geglückt!“

Das Programm enthielt so ziemlich alles von Klassik, Rock, Punk, Ska, Reggea, Jazz, Folk oder Klezmer, über Kinderprogramm, Kino, Kabarett oder Klamauk, von Flamenco, Tanz und Kunst bis Kino und Shanties. Der nötige Sicherheitsdienst sorgte für die Einhaltung der Corona-Verordnung und bliebt dennoch oft unbemerkt, der Eintritt war mehr als moderat, die Licht- und Tontechniker*innen verhalfen jedem Klang zum fetten Sound, Öko-Toiletten für das abbaubare Nebengeschäft und so konnte das letztlich mehr als wechselhafte Wetter keinen Veranstaltungstag in Gefahr bringen. „Das war logistisch eine absolute Herausforderung! Und wenn es auch üblicherweise immer mal etwas stressiger wird – die Zusammenarbeit unter all den Playern sucht seinesgleichen und es zeigt: SuedKultur kann, wenn sie darf! Und so wurde es wie eine Art ´Klassentreffen` und wir denken für viele Künstler*innen von nördlich der Elbe eine gute Werbung für den kultursonnigen Süden der Stadt!“, so Heimo Rademaker. Nebenbei könne er auch anmerken, dass es zu keinem Zeitpunkt der vier Wochen irgendwo ernst zu nehmenden Ärger, Komplikationen oder bemerkenswerte Störungen gab. „Selbst ein Hubschrauberpilot wartete bis zum Ende eines Songs einer Band bevor er wieder seine Rotoren zum Start anwarf. Respekt und Rücksicht sind also noch da!“

Und was kommt als nächstes? „Ich selbst bin schon wieder in den Vorbereitungen des „Sommers im Park“, habe noch jede Menge Abrechnungen und Nachweise zu erledigen, plane aber auch schon eine neue  Clubreihe in meinem Club Marias Ballroom zusammen mit dem Landesmusikrast Hamburg. Mal etwas ganz Neues“, so Rademaker. Vom 1. Harburger Kunstfest habe er mitbekommen, dass sich fast alle Künstler*innen wünschten, dieses Outdoor-Format auch 2022 zu wiederholen und die Inklusionsband „Station 17“, die am letzten Tag fürs Sozialkontor HH-Süd auftrat spielte, habe auch viele Veranstalter der SuedKultur so nachhaltig begeistert, dass auch hier unbedingt weitere Ideen gefragt seien. „Vor allem wollen wir hoffen, dass auch wir im Süden Hamburgs unseren Beitrag leisten konnten, dass die Kultur nicht vor die Hunde geht und wir diese grausame Zeit der Pandemie irgendwie durchstehen und uns unsere Lust auf Kreativität erhalten bleibt!“  

Einige Fotos mit Eindrücken der vier Kulturwoche sind auf der SuedKultur-Facebook-Gruppe hinterlegt und jede Menge Videomitschnitte finden sich auf YouTube unter SuedKulturSommer!

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Harburgs großes Kunst- & Kulturfinale! https://www.tiefgang.net/harburgs-grosses-kunst-kulturfinale/ Fri, 30 Jul 2021 22:41:55 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=8251 [...]]]> Vom 3. bis 8. August startet die vierte und somit letzte Woche des SuedKulturSommers im Süden Hamburgs. Und das Finale wartet noch einmal alles auf!

 Die Kulturkarawane der Initiative SuedKultur, die von Mitte Juli bis 8. August ein regelrechtes KultUrLaub-all-in-Programm organisierte, zieht am kommenden Montag (2.8.) vom Kanalplatz im Harburger Hafen auf den Schwarzenbergplatz gegenüber der Technischen Universität. Und dort wird nicht nur wieder eine große Bühne für Musik, Kinderprogramm und  Kabarett aufgebaut sondern auch eine digitale Kinoleinwand sowie ein sechstätiges eigenständiges besuchbares Harburger Kunstfest.

„Wir warten nochmal einiges mehr und Neues auf“, so Heimo Rademaker, Sprecher der Initiative SuedKultur, die mit 12 Unterorganisationen an diesem Kunst- & Kulturspektakel beteiligt ist. Mehr als 5.000 Quadratmeter Eventfläche wird dafür auf dem Schwarzenbergplatz genutzt.

Und schon gleich am Dienstag (3. Aug.) um 12h startet so das 1. Harburger Kunstfest, das von der Kunstleihe Harburg und dem Kulturverein Alles wird schön e.V. organisiert wurde. Neben Kunstgruppen wie eben von Alles wird schön, der Kunstliehe, der Kunstkarawane Harburg, dem Habibi Atelier und der Gruppe „wattenbergArt“ werden auch täglich wechselnd mehr als 50 Künstler*innen in Pavillons ausstellen und Teile ihrer Arbeiten präsentieren. Darunter der derweil international renommierte Neuwiedenthaler Fotograf Philipp Meuser, der Skulpturenkünstler Kalle Maukel, die Malerin Tanja Bartnitzki oder auch der in Buxtehude agierende Sven Brauer. Es wird nicht nur viel Kunst zu sehen sein sondern auch Platz für Gespräche und Informationen zur vielfältigen Kunstszene des Hamburger Südens.

Der Eintritt zum Kunstfest per Tagesticket kostet gerade einmal 2,- € und dient dazu, vorab und online die nötigen Corona-Kontaktdaten zu erfassen. Tickets für die einzelnen Tage sind unter www.sued-kultur.de zu finden.

Auf der großen Veranstaltungsbühne findet am Dienstag (3.8. ab 15h) ein Kinder- und Kurzfilmfestival statt. Mehr als elf Filme sind dabei zu sehen. Aber auch live gibt es eine kleine Attraktion, den die auch durch Gerburg Jahnkes Ladynight bekannte Kabarettistin Andrea Bongers tritt um 17h mit ihrem Programm „Bis in die Puppen“ auf, zu der auch ihre bekannte Figur „Herr Sattmann“ zählt. Und ein letztes Mal wird am Dienstag (3.8.) den ganzen Tag über der mit Begeisterung aufgenommene Poetomat bedienbar sein. Man gibt ein Wort und 2 € ein und bekommt schnell ein persönliches Gedicht heraus.

Klassik gibt es am Mittwoch( 4.8., 13.40h) mit Car & Bruker und ihrem Programm „Von Schubert bis Schmäh“. Kinderprogramm gibt es auch am, Donnerstag (5.8. ab 12h) mit der Heimfelderin Heike Rolshoven , einem Mitmachkonzetr von Oliver J. Ehmsen und abends (19.45h) tritt dann auch die „Millerntor Brigade“ auf. Reggae und Ska findet sich am Freitag (6.8. ab 15h) mit dem Harburger Marcus Genard oder der Band Reggaedemmi (22.30h). Am Sonnabend (7.8.) ist der Kabarettist Kerim Pamuk mit seinem neuen Programm „Selfies für Blindschleichen“ (15h) ebenso live vor Ort als auch die Skaband Skampie (17.45h) oder Polkageist (22.15h).

Am letzte Tag und in Zusammenarbeit mit dem Sozialkontor Hamburg-Süd ist die renommierte Handicap-Formation „Station 17“ gleich um 11h  live auf dem Schwarzenberg. Es folgt Jazz mit dem Leo Volsky Trio (12h) und der Formation „Tribute  tot he Blue Note Era“ (13.15h), als eines von gut 14 Konzerten, die in Kooperation mit dem Landesmusikrat Hamburg e .V. stattfinden. Und den Abschluss bilden dann die Lokalmathadoren der “Geilen Partyvirtuosen“ (17.30h) und der Delta Doppelkorn Bluesband (19h).

Als Zwischenbilanz ist Hauptakteur und Sprecher der Initiative SuedKultur, Heimo Rademaker schon jetzt zufrieden: „Die Eile, in der die Kulturbehörde den Kultursommer ausrief und man nur wenige Wochen zur kompletten Umsetzung hatte, setzte ein verdammt gutes Netzwerk voraus. Das ist zum Glück mit SuedKultur in Hamburgs Süden gegeben. Es ist Spitze, zu sehen, wie schnell alle Akteur*innen ein an Vielfalt kaum zu überbietendes Programm mit mehr als 100 Acts auf die Beine und Bühne stellten. Bisher waren alle Künstler+innen sehr positiv von unseren Abläufen und der Betreuung vor und hinter der Bühne überrascht und ich denke es ist neben der guten Werbung für Hamburgs Süden wohl und vor allem ein gutes Zeichen an unsere Hamburger Künstler*innen, dass Sie uns wichtig und wertvoll sind. Gemeinsam werden wir auch die letzten Meter dieses langen Pandemiemarathons durchstehen!“

In der Woche kostet ein Ticket für die Große Bühne und für den ganzen Tag gerade einmal 3,62€, wochenends 6,25€. Das passt auch für die ganze Familie.

Für Snacks und Getränke ist ebenso gesorgt als auch alle Erfordernisse der Corona-Verordnung gesichert werden. Am besten aber man erwirbt zuvor das Ticket m Online-Vorverkauf über www.tixforgigs.com und hat damit dem Team der SuedKultur bereits die Kontaktdaten vorab übermittelt und sich Plätze gesichert.

 Programmhefte zur Orientierung sind aktuell beim Info-Point des Citymanagements in der Hölertwiete  als auch der Buchhandlung am Sand erhältlich oder können hier runtergeladen werden: www.sued-kultur.de/Programmheft

Der Preis für ein Tagesticket liegt zwischen 3,75 bis 6,75€ – muß aber eben online vorab gekauft werden. Das Programm findet sich in Kürze unter www.sued-kultur.de oder www.kultursommer.hamburg und dann Stichwort SuedKulturSommer.

Zudem: wer sich einen Eindruck verschaffen will, was bisher alles beim SuedKulturSommer präsent war: auf dem Videokanal Youtube finden sich unter dem Stichwort „SuedKulturSommer“ bereits zahlreiche Mitschnitte unzähliger Auftritte der letzten Wochen.

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Klezmer, Kästner, Kabarett! https://www.tiefgang.net/klezmer-kaestner-kabarett/ Fri, 23 Jul 2021 22:03:49 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=8241 [...]]]> Nachdem die erste volle Woche des SuedKulturSommers auf dem Harburger Rathausplatz erst recht Kulturappetit machte, geht es kommende Woche auf dem Harburger Kanalplatz weiter.

Ob Klassik, Jazz, Rock oder Shantys – auf dem Harburger Rathausplatz wurde vielen Kulturinteressierten erst recht Appetit auf mehr gemacht. Und es kommt mehr. Nachdem am Montag auf dem einen Platz ab und auf dem Kanalplatz aufgebaut wird, folgt ab Dienstag (27. Juli) wieder eine bunte Mischung aus diversen Kulturgenres.

Denn neben dem gut angenommenen „Poetomaten“ („Wort rein – Gedicht raus“), der von der Harburger Initiative KulturWohnZimmer auch kommenden Dienstag den ganze Tag lang nutzbar ist, kommen in der zweiten SuedKulturSommer-Woche nun auch Kabarett und Kinderprogramm hinzu.

So ist das „Waschlappentheater“ am Mittwoch (28.7, 12.15h) zu Gast als auch der Musikkabarettist Axel Burkhardt als „Bass-Poet“ (13.30h). Mit Latin-Jazz geht`s der Sängerin Norma Madrid am Donnerstag (29.Juli, 12h) los, gefolgt von einem klassischen Flöten-Trio „Flautissimo“ (13.15h) und dem Ensemble Aetheria (14.30h), das Barockmusik als open-Air bietet. Dann geht der in Moorburg beheimatete Kabarettist Johannes Kirchberg auf eine musikalische Lesetour zu Erich Kästner(15.45h). Etwas zu lachen gibt es auch am Freitag (30.Juli) um 17h mit dem Komödianten Bätz und seinem Programm  “Alles gut ist auch scheiße”. Und jiddische Lieder mit guter Laune bietet die Gruppe Mischpoke um 21 Uhr.

Am Sonnabend (31. Juli) ist auch die Bildende Kunst erstmals vertreten im Kunstkaufhaus. Dort gibt es den ganzen Tag über Objekte, Malereien und Grafiken verschiedener Harburger Künstler*innen zu sehen und zu kaufen. Psychodelisches bietet um 21h die Harburger Band Voodoo Diodes. Die Harburger Pantomime Alexander Heinze startet am Sonntag (1. Aug.) um 11h und die bekannte Rückröhre mit Gitarre „Feli“ ist um 12.15h zu erleben. Die Wohe am Kanalplatz klingt letztlich um 18.30h mit dem Fusion-Jazz-Quintett Alf Baben der Erde aus. Dann geht es ab dem 3. August auf dem Schwarzenbergplatz weiter.

In der Woche kostet ein Ticket für den ganzen Tag gerade einmal 3,62€, wochenends 6,25€. Das passt auch für die ganze Familie.

Für Snacks und Getränke ist ebenso gesorgt als auch alle Erfordernisse der Corona-Verordnung gesichert werden. Am besten aber man erwirbt zuvor das Ticket m Online-Vorverkauf über www.tixforgigs.com/SuedKultursommer und hat damit dem Team der SuedKultur bereits die Kontaktdaten vorab übermittelt und sich Plätze gesichert.

Heimo Rademaker, Sprecher der Initiative SuedKultur: „Die Auftaktwoche war schon klasse und hat gar im Fernsehen einige Aufmerksamkeit erregt. Dennoch blieb alles entspannt und locker. So soll es sein und eben einfach Lust auf mehr und anderes machen. Den Künstler*innen merk man an, wie sehr sich was aufgestaut hat und die Lust an der Performance ist stets kurz vor dem Explodieren!“

Programmhefte zur Orientierung sind aktuell beim Info-Point des Citymanagements in der Hölertwiete  als auch der Buchhandlung am Sand erhältlich oder können hier runtergeladen werden: www.sued-kultur.de/Programmheft

Der Preis für ein Tagesticket liegt zwischen 3,75 bis 6,75€ – muß aber eben online vorab gekauft werden. Das Programm findet sich in Kürze unter www.sued-kultur.de oder www.kultursommer.hamburg und dann Stichwort SuedKulturSommer.

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Auf in den SuedKulturSommer! https://www.tiefgang.net/auf-in-den-suedkultursommer/ Fri, 16 Jul 2021 22:59:59 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=8219 [...]]]> Ab kommenden Dienstag (20.7.) gibt es drei Wochen am Stück einen SuedKulturSommer im Süden Hamburgs. Und es ist wirklich für jeden und zum kleinen Preis was dabei!

Seit dem 15. Juli hat Hamburg den Kultursommer ausgerufen und ab Dienstag (20. Juli, Harburger Rathausplatz) sorgt SuedKultur, der Zusammenschluss Kulturschaffender im Süden Hamburgs, gemeinsam für Kultur pur in Harburg.

Bereits zum Auftakt (Die., 20.7. ab 12h) finden sich die lokalen Helden wie Jimmy Cornett oder Dennis Adamus ein. Aber es gibt auch Jazz mit der brillanten Sängerin CLEO (18.30) oder Reggea und Pop mit dem bekannten Duo „Nervling“ (14.30h).

Klassisches findet sich am Mittwoch (21.7., Rathausplatz) mit dem Duo „Die mit der Wolf tanzt“ (15.30h) sowie dem Hamburger Pianoensemble, das mit acht Händen zwei Klaviere zum Klingen bringt (17h) und auch Flamenco mit der lange in Harburg tätig gewesen Gundula König und ihrem „FlamenCoranzon“-Team (20h).

Donnerstag und Freitag gibt es einen irischen Einschlag mit Dudelsackmusik (MacPiet, 22.7., 18h) oder der No-Shanty-Band „Veermaster“ (23.7., 22h).

Samstag (24.7.) treffen sowohl Schlager (Peter Sebastian, 14.15h) als auch Rock und Soul (Van Wolfen Trio/ 20.20h, Lord Bishop Trio ,22.20h) aufeinander und Sonntag (25.7.) gibt es ab 11h auch Kindertheater mit Charlotte & Ralf als auch Irish Folk mit Stew´n´Haggis (18.30h).

Allein in der ersten Woche sind so ab Mittags mehr als 30 Acts zu erleben und das beste: in der Woche kostet ein Ticket für den ganzen Tag gerade einmal 3,62€, wochenends 6,25€. Das passt auch für die ganze Familie.

Für Snacks und Getränke ist ebenso gesorgt als auch alle Erfordernisse der Corona-Verordnung gesichert werden. Am besten aber man erwirbt zuvor das Ticket m Online-Vorverkauf über www.tixforgigs.com und hat damit dem Team der SuedKultur bereits die Kontaktdaten vorab übermittelt und sich Plätze gesichert.

Montags wird die Bühne und Technik dann abgebaut und zieht direkt weiter an den Kanalplatz im Harburger Hafen, an dem es dann am darauffolgenden Dienstag (27.7.) gleich 11.30h weitergeht. Die letzte Woche (3.-8.8.) zieht die Kulturkarawane dann an den Schwarzenbergplatz, wo neben der Live-Bühne auch noch das 1. Harburger Kunstfest mit über 50 verschiedenen lokalen Künstler*innen zur Entdeckungstour einlädt.

Heimo Rademaker, Sprecher der Initiative SuedKultur: „Ich kann mich als Ur-Harburger nicht daran erinnern, wann wir mal so viel und so viel verschiedenartige Kultur in Harburg hatten. Wir sind alle selbst sehr gespannt auf unser Programm und hoffen, dass trotz der Umstände der Pandemie wir alle viel Spaß und Inspiration bekommen werden“.

Programmhefte zur Orientierung sind aktuell beim Info-Point des Citymanagements in der Hölertwiete  als auch der Buchhandlung am Sand erhältlich oder können hier runtergeladen werden: http://www.sued-kultur.de/wp-content/uploads/2021/07/Suedkultursommer-2021-Programmheft.pdf

Der Preis für ein Tagesticket liegt zwischen 3,75 bis 6,75€ – muß aber eben online vorab gekauft werden. Das Programm findet sich in Kürze unter www.sued-kultur.de oder www.kultursommer.hamburg und dann Stichwort SuedKulturSommer.

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„Kulturpolitische Eiszeit“ https://www.tiefgang.net/kulturpolitische-eiszeit/ Fri, 25 Jun 2021 22:00:59 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=8123 [...]]]> Letzte Woche geriet die berechtigte Übergabe von Petitionsunterschriften im Bezirk Harburg zum Eklat. Für einige SuedKultur-Aktive ist das leider längst Gewohnheit.

Als vergangene Woche über 2.300 Unterschriften zum Erhalt des bisherigen Rieckhofs an Bezirksamtsleiterin Fredenhagen übergeben wurden, geriet die Situation zum Eklat: Pressevertreter sollten nicht zugelassen werden, die Anwesenheit des Rieckhof-Geschäftsführers wurde als respektlos diffamiert und  wiederholt behauptet, die neuen Förderrichtlinien machten die Einleitung eines regelmäßigen Interessensbekundungsverfahren regelrecht notwendig. Die Situation ist festgefahren und leider für Kulturschaffende nichts Neues.

„Als wir schon im vergangenen Sommer, im Mai 2020, in einem Offenen Brief bemängelten, dass die vielen ungeförderten Kulturschaffenden im Bezirk Harburg erst recht in der Pandemie im Stich gelassen wurden, wurden wir prompt und regelrecht vorgeladen. Man sagte uns, dass wir nicht einfach einen offenen Brief versenden könnten. Der müsse vorab abgestimmt werden“, so Heimo Rademaker, Sprecher der Initiative SuedKultur. „Das wäre ja aber entgegen jeden Sinnes eines offenen Briefes!“

Und leider sei man es auch gewohnt, immer wieder nur hingehalten und mit teils falschen Behauptungen abgeschoben zu werden. „Dass kein Geld da sei, kennen alle aus Harburg – auch wenn der Stadtteilkulturetat seit Jahren nie ausgeschöpft wurde. Dass Verfahren unterschiedlich gehandhabt werden, wird auch schon mal abgetan, es gäbe eben unterschiedliche Verfahren. Und weil ich anmerkte, dass ich unsere Unzufriedenheit auch gegenüber der Kulturbehörde kundtat – denn an wen soll man sich denn sonst noch wenden? – wurde mir regelrecht klar gemacht, dass ich das gar nicht dürfe“, so erinnert sich Rademaker weiter. “Es ist echte Eiszeit im Dreigestirn von Kultur, Politik und Verwaltung und ich sehe nach wie vor keine gute Basis etwas zu entwickeln. Die Art und Weise wie Kultur hier in autoritäre Standards gezwungen werden soll, erinnert an tiefe 80er Jahre, als Stadtteilkultur im Grunde auch aus Protest ihre Geburtsstunde erlebte. Damals sagte man gerne: „Geh´ doch rüber, wenn es dir hier nicht passt“ und das Thema war erledigt. Ich habe meine Zweifel, dass man so heute noch agieren kann. Einfach miteinander reden macht so im Moment keinen Sinn!“

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4 Wochen SuedKulturSommer! https://www.tiefgang.net/4-wochen-suedkultursommer/ Fri, 18 Jun 2021 22:17:07 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=8072 [...]]]> Kultursenator Brosda rief Anfang Mai eine Ausschreibung aus, um Hamburg während der Sommerferien Kultur an der frischen Luft anzubieten. Die Harburger Initiative hat sich beworben und was nun kommt, dürfte alles da gewesene sprengen: der SuedKulturSommer! 

Seit gut 15 Jahren besteht die freie Initiative SuedKultur, einst angetreten, um die Kultur auf der „falschen Seite vom Fluss“ zu stärken. In der Pandemie waren ihre Mitstreiter auf sich allein gestellt und die Netzwerker*innen halfen sich so gut es ging durch die existenzgefährdende Zeit. Etwa durch das Festival „Fight for Live“ in 2020 oder die gerade meist digital zu erlebenden Literaturtage SuedLese. Jetzt hat SuedKultur einen weiteren Zuschlag zur Teilnahme am Hamburger Kultursommer 2021 bekommen und stellt einmal mehr heraus: sie ist bestens aufgestellt!

Heimo Rademaker, seit 2019 Sprecher der Initiative und selbst Betreiber des Rockclubs Marias Ballroom: „Bei der Ausschreibung und der Kürze der Zeit war schnell klar: entweder zerreiben wir uns im Kleinklein und stehen uns regelrecht selbst im Wege oder wir halten zusammen, planen ein großes Ganzes und jede*r bringt seinen Teil ein,  um ein großes kulturelles Feuerwerk zu entfachen.“ Und so hat man sich schnell für Letzteres entschieden.

Denn worum geht es? Die Kulturbehörde stellt mehrere Millionen Euro für den Hamburger Kultursommer bereit und mit dem Ziel, dass alle kulturellen Genres aber auch zuarbeitende Gewerke bedacht werden. Gagen, Organisation, Bühnenbau, Techniker, Werbung und betreuende Kräfte – eine riesige Branche soll nach gut eineinhalb Jahren wieder belebt werden. Eine riesige Finanzspritze in einen breit aufgestellten Veranstaltungssektor.

„Das klingt erstmal großartig. Aber wenn nun alle einzeln nach Bühnentechnik, Platznutzungen, Veranstaltungslogistik bis hin zu WCs und Security-Kräften anfragen, ist außer selbst gemachtem Stress und Chaos wenig geklärt“, so Rademaker. „Und wenn ich auf den Kalender schaue und in vier Wochen die ersten Konzerte, Lesungen und Theaterszenen aufgeführt werden sollen, ist der Stressfaktor ja auch ohnedies hoch genug.“19

Also hatten sich die Netzwerker*innen von SuedKultur kurzgeschlossen und einen Plan gemacht, der alle Kräfte mobilisiert aber auch braucht und Kräfte schonend  sein soll. Denn ab dem Wochenende vom 8. Juli an wandern große Bühnen in Harburg vier Wochen lang von Platz zu Platz und werden bis um 8. August mehr als 100 Auftritte auf die Bühnen bringen: von acapella, über Klassik bis Hardrock, von Kabarett, Lesung, über Kindertheater bis Klamauk und selbst das 1. Harburger Kunstfest stehen auf dem Programm.

Kurzum: wer zu dieser Zeit in Urlaub fährt, verpasst Kultur pur der Superlative!

„Wir werden so ziemlich alles mobilisieren, was südlich der Elbe das Wort kreativ kennt und auch Dinge auf die Bühne bringen, für die Harburger*innen sonst weite Wege in Kauf nehmen mussten. Das Schmanckerl obendrauf: das alles wird bezahlbar bleiben!

Es geht diesmal mal nicht um Geld im Sinne von Eintritten. Dafür zum Glück springt die Kulturbehörde ein. Was wir aber andenken, ist ein Obolus zu nehmen, um die nötigen Hygienemaßnahmen samt Distanzen gewähren zu können. Eine Aufgabe für sich!“, so  Heimo Rademaker, der bei aller Veranstaltungserfahrung in der Dimension komplettes Neuland betritt. „Na und? Es wird Zeit, dass wir alle wieder in Übung kommen und mit der SuedKultur Music-Night oder gerade erst den SuedLese-Literaturtagen ist unsere Initiative belastbarer als man denkt. Wird auch mal Zeit, dies unter Beweis zu stellen!“

So möglich, wird es ein umfangreiches Programmheft zur Orientierung geben, in dem von Kinder- über Familienangeboten, Tanz, Theater, Literatur, Kabarett, Kino, Kunst und Klassik bis Rock kein Wunsch offenbleiben soll und alles vorwiegend mit Hamburger und vor allem Harburger Künstler*innen bestückt.

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Ich bat selbst zu schließen https://www.tiefgang.net/ich-bat-selbst-zu-schliessen/ Sun, 03 Jan 2021 08:55:59 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=7524 [...]]]> War 2020 einfach nur für die Tonne? Wir haben bei Kulturschaffenden nachgefragt. Heute der Harburger Clubbetreiber und SuedKultur-Sprecher Heimo Rademaker.

 Wie hat sich die Pandemie im Arbeitsalltag 2020 bemerkbar gemacht?

Der Arbeitsalltag seit der Pandemie hat sich in allen oder fast allen Bereichen komplett geändert. Nichts ist mehr wie vor Corona. Der Alltag musste neu erfunden werden und blieb bis heute dynamisch, schlecht koordinier- und planbar. Aus dem gewohntem Schaffen wurde teils sehr einsames über Wasser halten, aber das betrifft uns ja alle.

Wie weit werden die Nachwirkungen nachhallen?

Das wird „was“ dauern befürchte ich, die Angst sitzt bei vielen tief, um selbst mit Impfstoff wie vor Corvid 19 weiterzumachen.

Was waren 2020 die gravierendsten Entwicklungen?

Der erste Lockdown war bereits gravierend, die Lockerungen ab Juni verschafften etwas Zuversicht, aber seit Mitte Oktober war dann klar, dass es sich wieder, wie angekündigt, verschlechtert. Gravierend ist es auch, die Kontakte nicht wie gewohnt pflegen zu können. Gravierend war auch, dass ich meinen gesamten Getränkebestand veräußern musste, bevor das Haltbarkeitsdatum ablief. Die leeren Lager und Kühlschranke geben das dann auch traurig wieder.

Was hat 2020 an neuer Kreativität hervorgebracht?

 Außer bei den vielen Anträgen, die es zu stellen galt und gilt, war nicht allzu viel Kreativität gefragt. Durch die Corona-Schutzmaßnahmen blieb ja auch vieles eingeschränkt. Treue Fans und Musiker waren da schon kreativer, so wurde eine 100er CD Auflage mit 14 Marias Ballroom Bands aufgelegt und Retter T-Shirts zu unseren Gunsten veräußert.

Was war das persönlich einschneidendste Erlebnis in 2020?

Als ich Anfang März das Gesundheitsamt darum bat, meinen Betrieb offiziell zu schließen, da ich mich außerstande sah für die Sicherheit meiner Gäste zu garantieren. Ein paar Tage später kam dann der Offizielle Lock Down. Ich bat selbst darum unseren Club schließen zu lassen, das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.

Was ist für 2021 absehbar?

Ein Licht am Ende des Tunnels kann im Moment wohl nur der Impfstoff bringen, so er wirkt und die meisten Menschen mitmachen. Vorher sehe ich zur Zeit keine wirkliche Besserung für unsere Branche.

Was wäre in 2021 wünschenswert?

Das wir ab Herbst bestenfalls wieder mit dem regulären Programm starten können und es möglich sein wird über den Sommer im Freien zu veranstalten. Starthilfen für den Wiederanfang wären auch prima.

 Was wird von 2020 bleiben?

2020 wird in die Weltgeschichte eingehen, soviel ist sicher, das wir erleben dürften…….daran werden wir uns noch sehr lange erinnern. Weltweites Leid wird bleiben, etwas das uns alle traurig verbindet.

 Heimo Rademaker

www.sued-kultur.de / www.mariasballroom.de

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