KOBALT-Kunst international https://www.tiefgang.net Fri, 01 Feb 2019 13:42:31 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1 Entdecke Dich durch Kunst https://www.tiefgang.net/entdecke-dich-durch-kunst/ Fri, 25 Jan 2019 23:05:05 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=4805 [...]]]> Was ein Auflauf! Vergangenen Mittwoch lud die Initiative SuedKultur zur Einweihung der Kunstleihe für Harburg und ganz Hamburg und der Andrang war groß! Ab Sonntag darf dann jeder leihen.Im Obergeschoss des Kulturprojektes „3falt – Kunst, Kultur, Kreativität“ der ehemaligen Dreifaltigkeitskirche Neue Str. 44 im Harburger Zentrum wurde es kurz nach 18 Uhr sichtlich eng. Das Team vom Irish Pub „The Old Dubliner“ aus der Nachbarschaft reichte Sekt und Häppchen, ein Quartett der Akademie für Musik und Kultur aus Harburgs Hafen spielte auf und knapp hundert Menschen tummelten sich inmitten von Kunst verschiedenster Machart. SuedKultur  im wahrsten Sinne.

v.l. Metin Hakverdi, Heiko Langanke, Dr. Jenny Svensson, Ansgar Wimmer (Foto: Muammer Kazanci)

Unter den Gästen fanden sich neben den sich für die Kunstleihe engagierten Institutionen Stiftungen Alfred Toepfer Stiftung, Ansgar Wimmer, Dr. Jenny Svensson von der Claussen Simon Stiftung , Joachim Bode vom Eisenbahner Bauverein wie auch Anke de Vries vom einstigen Kunstverein Kobalt Kunst international auch Prominenz wie der SPD-Bundestagsabgeordnete Metin Hakverdi.

Aus der örtlichen Bezirkspolitik glänzten Heinke Ehlers und Jürgen Marek von den Grünen, aus der Bürgerschaft kam Norbert Hackbusch von der Linken. Für die Verwaltung kam stellvertretend für die Bezirksamtsleiterin Sonja Fredenhagen die auch für Kulturfragen zuständige Sozialdezernentin Dr. Anke Jobmann, vom Berufsverband der Bildenden Künste der Vorsitzende Alfred Stephan Mattes und auch das Präsidium samt Mitgliedern der dort aktiven Kunstinitiative der Technischen Universität Hamburg mit Dr. Ralf Grote oder auch Jens Brauer vom Stadtmuseum Harburg waren zugegen. Aus Buxtehude kam die Leiterin der Artothek Buxtehude, Susanne Wiegel und vom Landesverband der Artotheken Schleswig-Holstein kam Stephan Tresp. Und etliche Kunstinteressierte mehr kamen zusammen.

Jürgen Marek und Jürgen Havlik

Und am Sonntag (27. Januar) von 12 bis 17h ist nun die Kunstleihe erstmals der allgemeinen Öffentlichkeit zugänglich und wer will kann dann „Kunst auf Zeit“ für Zuhause, das Büro, die Kanzlei oder andere Orte entleihen.

Besonders wichtig ist den Initiator*innen der bildungsrelevante Ansatz. Mit Kunst seine persönlichen Erfahrungen zu machen, sie einfach mal in den eigenen vier Wänden, in KiTas, im Büro, der Arztpraxis oder Anwaltskanzlei über eine längere Zeit „wirken“ zu lassen, rufe bei den meisten ganz automatisch Veränderungen hervor. War es bei der spontanen Auswahl vielleicht noch die passende Farbe zum Sofa, ist es wenige Tage später doch vielleicht die Vieldeutigkeit des Motivs, die Technik oder Wirkung in unterschiedlichen Launen oder Lichtern.

Die Kunstleihe Harburg legt den Schwerpunkt dabei vor allem auf die zeitgenössische Kunst und auf die regionalen Künstler*innen. Denn so wie die Kunstvermittlung auf der einen Seite wirke, ist es zugleich eine Würdigung der lokalen Akteur*innen auf der anderen Seite. Im Bezirk Harburg, so ergab u.a. die einjährige Recherche der Initiator*innen, gibt es rund 100 Künstler*innen , die hier leben und / oder arbeiten und ausstellen. Ihnen mehr Wahrnehmung zu verschaffen und abseits der ohnehin statt findenden Einzelausstellungen Hilfestellung bei der Präsentation ihrer Kunst zu geben, ist eines der Ziele der Kunstleihe.

Dr. Ralf Grote (rechts) vom Präsidium der TUHH überreicht ein Werk für die Kunstleihe.

Denn Harburg kann auf eine große Kunsttradition pochen. Es sind nicht allein die bundes- oder landesweiten relevanten Kunstorte wie die Falckenberg-Sammlung, der Kunstverein Harburger Bahnhof oder die Reihe „Kunst verbindet“ des hit-Technologieparks in Harburg, die das Kunstleben von Hamburgs Süden bestimmen. Es gibt auch etliche Ausstellungen und recht regelmäßige Orte auf lokaler Ebene. Ob vom Kunst- und Kulturverein „Alles wird schön“, die seit 40 Jahren stattfindenden Ausstellungen in der Bücherhalle Harburg, seit 15 Jahren der Harburger Kulturtag, das Atelier Seils, Kunst im Kulturhaus Süderelbe, Kulturcafé komm Du, der Kulturwerkstatt Harburg, der Fischhalle, des Ateliers Malrausch, im AKH Krankenhaus Harburg, der Kunstinitiative der Technischen Universität TUHH, den Moorburger Vereinen eldbeich e.V. oder Moorburger Art e.V.  oder der Initiative wattenbergArt – sie alle präsentieren alltäglich Kunstwerke vornehmlich lokaler Künstler*innen und haben auch ein Publikum dafür. Die Recherche ergab, dass über 70.000 Menschen jährlich allein deren Ausstellungen aber auch Kunstkurse frequentieren. Und umso größer die Wahrnehmung dieser Kunst, um so eher ist natürlich auch gegeben, dass diese Kunst gekauft wird.

Kunstleihen – meist als Artothek bezeichnet – gibt es seit den 80er Jahren in der ganzen Bundesrepublik. Als Pendant zu Biblio-, Video- oder Mediatheken kann man bei ihnen Kunst leihen. In Hamburg gab es das bisher nicht, was die Initiative SuedKultur über die Kunstleihe HH-Harburg nun ändert.

Zu leihen sind vorwiegend Werke lokaler Künstler*innen und in Formaten, die eben leihbar sind. Ob Drucke, Fotos, Stiche, Acryl- oder Ölbilder oder auch kleinere Plastiken – die Vielzahl ist nicht nur in den Techniken als auch in den Motiven und Stilisten breit aufgestellt. Und die Kunstleihe startet mit rund 100 Werken.

Das ist auch bei der zu den Ausstellungen ergänzend startenden Kunstleihe ein wünschenswerter Effekt, damit Kunst eben nicht brotlos bleibt. Ihr vorrangiges Ziel ist es aber nicht. Es ist wirklich die Auseinandersetzung mit Kunst auf Zeit. Immer mal etwas anderes an der Wand hängen zu haben, ist immer eine neue Auseinandersetzung. Und wenn es mal nicht gefällt, tauscht man es einfach schnell gegen ein anderes.

Impuls & Vorgeschichte:

Der Impuls zur ersten Hamburger Kunstleihe kam im Januar 2017 in einer Sitzung des bezirklichen Kulturausschusses. Dort lag eine Anfrage eines Verwaltungsmitarbeiters vor. Dieser hatte in den Verwaltungsgebäuden ein ihn offenbar beeindruckendes Werk gesehen, das aber leicht beschädigt war. Da er nicht wusste, wem es überhaupt gehört, ließ er auf dem Amtsweg nach Eigentümer und der Möglichkeit der Reparatur fragen. Es stellte sich heraus, dass es dem Harburger Verein „Künstler zu Gast in Harburg“ gehört, der jährlich Stipendiaten als „artists in residence“ nach arburgHarburg einlädt. Zum Ende ihrer Arbeitsphase erwirbt der Verein von ihnen zudem eines der zu der Zeit geschaffenen  Werke und überlässt sie dem Bezirk, um etwa Büroräume aufzuwerten. Eine Art interne Artothek. Aber warum nur für Behörden? Und schon war die Idee geboren.

Stephan Tresp übermittelt Glückwünsche.

Entwicklung:

Es bildete sich so im Frühjahr 2017 von der Initiative SuedKultur, in der sich rund 50 Kulturinstitutionen des Hamburger Südens vereinen, schnell eine mehrköpfige Arbeitsgruppe, die das Thema genauer ergründete. Recht bald stand auch fest: offenbar hatte seit den 80er Jahren in den wenigsten Fällen eine Artothek aus Kostengründen wohl aber aufgrund mangelnder Leidenschaft der Akteur*innen geschlossen. Andererseits gibt es viele Arten von Kunstleihen und –ansätzen. Wie würde es also am besten für Hamburg passen?

Ein Antrag im bezirklichen Kulturausschuss, von dem man sich erhoffte, das Thema zumindest mit ein wenig Reisekosten unterstützt zu bekommen, lief ins Leere; Doch die Hamburger Alfred Toepfer Stiftung FVS zeigte sich dem Thema gegenüber offen und bewilligte einstweilen 2.000,- €. Und so wurde alsbald Norbert Weber vom Landesverband der Artotheken Schleswig-Holstein eingeladen, um weitere Möglichkeiten, Probleme aber auch Aspekte der Kooperation sowie inhaltliche Facetten zu beleuchten. Es folgten ein Besuch der Stadtgalerie und Stadtbilderei Kiel, die erfolgreich und enthusiastisch eine Kunstleihe auch für Firmen und ihre Büros betreibt. Ein Besuch in der nahegelegenen Artothek in Buxtehude schärfte die Perspektive für die lokalen Künstler*innen und die fundamentale Vermittlungsarbeit für die Kunst. Die Jahrestagung der Schleswig-Holsteinischen Artotheken im süddänischen Apenrade folgten wie auch der Besuch des Kunst- und Kulturzentrums sowie ihrer Artothek in Sonderburg. Am Ende standen nicht nur eine Vielzahl an Eindrücken sondern auch konkreter Austausch, Möglichkeiten der Ausrichtung sowie der Machbarkeit zur Verfügung.

Die Harburger Kunstgruppe wurde 2017 zudem auf die leerstehende Kantine des Rathauses Harburg aufmerksam gemacht, die aber dann 2018 auf einmal nicht mehr zur Verfügung stand, da dort auf Dauer Akten gelagert werden.

In dem Umwidmungsprojekt „3falt“ der ehemaligen Dreifaltigkeitskirche in Harburg Neue Str. 44 kam dann im Sommer 2018 plötzlich ein Raum in Betracht, der hinsichtlich Lage, Größe und Möglichkeiten nahezu ideal scheint und auch schnell von weiteren Bildenden Künstler*innen für Kunst-Workshops und –Kurse adaptiert wurde.

Volles Haus zur Einweihung.

Alsbald ergab auch der Austausch mit der Kunstinitiative der TUHH, dass diese selbst auch Kunstwerke ihrer Ausstellungen erwirbt und ihren Studierenden und Mitarbeitenden für ihre Arbeitsräume zur Verfügung stellen will. Eines brachte Dr. Ralf Grote vom Präsidium der TUHH auch gleich mit. „Die Kunstleihe ist eine wunderbare Aktion, die wir liebend gerne unterstützen“, so Grote bei der Einweihung. „Auch wir haben ja jede Menge Kunstausstellungen in unseren Institutsräumen und meist behalten wir von den Künstlerinnen und Künstlern eines bei uns“. Und so übergab er eine Fotoarbeit von Monika Vollmer, die Ende letzten Jahres mit der Ausstellung „Wandel – Verwandlung“ sich mit dem aktuellen Thema Braunkohle und Klimawandel beschäftigte. Ebenso als Eröffnungsgabe hatte Jens Brauer, Leiter des Stadtmuseums Harburg einen Druck des Merians mit einer Harburger Stadtansicht des 17. Jahrhunderts mitgebracht. Darauf besonders schön zu sehne, die einstige Dreifaltigkeitskirche, in der die Kunstleihe nun eröffnet.

Ein persönlicher Kontakt von Toepfer-Stiftungs-Vorstand Ansgar Wimmer führte dazu, dass ein privater Sammler sich von der Idee angetan zeigte und bei der altersbedingten Verkleinerung seines Haushaltes einen beträchtlichen Teil seiner Sammlungen zeitgenössischer und teils bundesweit renommierten Kunst ebenso als Leihgabe an die Kunstleihe abtrat. „Es gibt sicher viele bürgerliche Haushalte, die kaum noch wissen, wohin mit all der Kunst! Vielleicht eine gute Anregung, Kunst allen zugänglich zu machen!“

Andreas Patommel v.d. Bücherhalle Harburg (links) und Prof. Michael Ganß im Diskurs.

Der Kontakt wiederum zur renommierten Claussen-Simon-Stiftung Hamburg, die in verschiedenen Kulturgenres jährlich Stipendien vergibt, ergab eine Schenkung der Stiftung von insgesamt acht Werken aktueller Stipendiat*innen. Von denen stammt der Photograf Philipp Meuser direkt aus dem Bezirk Harburg. Zwei weitere Künstlerinnen (Linda Hollkott und Simone Karl) wiesen zumindest durch ihre Kunst einen starken regionalen Bezug auf, da sie beispielsweise in den Phoenixhallen schon ausstellten.

Ein weiterer Austausch mit der benachbarten Dependance „arts & change“ der Medical School Hamburg will sich künftig zudem einem Kursangebot an. Unter Federführung von Prof. Michael Ganß soll elementare und erlebbare Kunstvermittlung für Kleinkinder über Schulen bis hin ins hohe Alter erarbeitet werden und anhand der Kunstleihe-Werke direkt vor Ort erfahrbar machen, welche Wirkung Kunst in vielen Belangen des Alltags hat.

Und das war den ganzen Abend über zu spüren: angeregte Gespräche vor allem über Kunst aber auch das Kulturprojekt 3falt, über Harburg und sein kulturelles Miteinander allerorten.

Ziele:

Aus all den recherchierten und erfahrenen Eindrücken kam die Arbeitsgruppe zu der Überzeugung, dass es in einer Millionenstadt Hamburg am Sinnvollsten ist, die Kunstleihe bezirklich zu organisieren. Damit wäre ein unmittelbarer Bezug in die Nachbarschaft gegeben, der Austausch über Kunst wäre konkret und nahbar und die Vermittlung demnach vermutlich individueller und vor allem leidenschaftlicher. Um aber die Kunstleihe zum keinen politischen Strömungen und Wechseln auszusetzen, zum anderen optional auf ganz Hamburg ausweiten zu können, soll der Kunstfundus sowie Ausleihebetrieb alsbald in eine kleine, unabhängige Stiftung eingebracht werden. Eine renommierte Hamburger Anwaltskanzlei (Rose & Partner) war von der Idee angetan und erarbeitete alsbald pro bono die rechtliche Konstruktion.

Die Stiftung wird die Kunst selbst als Kapitalstock vorhalten und kann aber auch durch öffentliche Zuwendungen gefördert werden. Abhängig sollte sie aber von eben diesen nicht werden. Unter dem Dach der Stiftung könnte dann aus jedem Bezirk eine weitere Kunstleihe entstehen, die sich unabhängig organisieren, aber die Struktur der Stiftung nutzen kann.

Unterstützer:

Bisher waren es also allen voran die Alfred Toepfer-Stiftung, die nicht nur durch die erste Unterstützung zur Recherche sondern auch dem Voranbringen bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht genug gedankt werden kann, aber auch die Eisenbahnbauverein Genossenschaft sowie der lokale und nun  leider aufgelöste Kunstverein „Kobalt Kunst international e.V.“ sowie die Claussen-Simon-Stiftung, ohne die das Projekt nicht zur Verwirklichung gekommen wäre. Aber es sind auch die zahlreichen Künstler*innen vor Ort gewesen, die die Idee immer weiter trieben, die unzähligen Gespräche, die die Leidenschaft und die unzähligen Aspekte von Kunst bereichernd einbrachten und bringen. Und letztlich alle Partner der Initiative SuedKultur, die seit nunmehr 12 Jahren besteht und nun neben einer jährlichen Music-Night für Musik und den Literaturtagen Suedlese nun auch einen weiteren Schwerpunkt für die Bildenden Kunst in Hamburgs Süden setzen konnte. 

Plakat zur Kunstleihe

Die Ausleihe

Erste offizielle Öffnungstage:

So., 27. Jan in der Zeit von 12-17 Uhr sowie Sonntag, der 3. Februar ebenso von 12-17h.

Wer Kunst dann direkt entleihen möchte, möge daran denken, seinen Personalausweis, 12 € einmalige Erfassungsgebühr sowie die Entleihgebühr in Höhe von 6,- €  je Werk und für ein ganzes Vierteljahr dabei zu haben.

Um ein Werk zu leihen, bedarf es nämlich nicht viel: einen gültigen Personalausweis und eine einmalige Gebühr für die Erstellung des Kunstleihe-Ausweises in Höhe von 12,-€. Die Leihgebühr für ein Werk und für ein Vierteljahr beträgt 6,- € und liegt damit unter dem Preis eines Tagestickets der Hamburger Verkehrsbetriebe.

Die Werke werden in eigens erstellten Kartons handlich und gut transportabel mitgegeben.

Gerne würde die Kunstleihe schon jetzt weitere Entleihtage – etwa auch in der Woche – anbieten. Da aber bisher all diese Arbeit noch unentgeltlich ehrenamtlich erfolgt (Entscheidungen über Anträge zur kommunalen Unterstützung sind noch nicht gefallen), bittet die Kunstleihe um die arg eingeschränkte Leihe um Verständnis. Ebenso ist der bisherige Internetauftritt bislang nur rudimentär unter www.sued-kultur.de/kunstleihe.

weiterführend siehe auch: Hamburger Abendblatt vom 25. Januar 2019

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Ciao, Kellerdrucker! https://www.tiefgang.net/ciao-kellerdrucker/ Fri, 14 Dec 2018 23:10:29 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=4629 [...]]]> Mit Trauer vernahmen wir, dass der Harburger Künstler und Fotograf Theo Stenzel  am vergangen Wochenende nach langer Krankheit verstarb.

Theo Stenzel wurde 1946 geboren, lebte in Hamburg und war Mitbegründer und Mitglied der in Harburg ansässigen Gruppe „Kobalt – Kunst international“ und der Fotogruppe in der Kulturwerkstatt Harburg. Er arbeitete mit Heliogravuren, Siebdruck, Radierungen und Zeichnungen.

Seit 1972 hatte er zahlreiche Ausstellungen, Beteiligungen und Mitwirkungen bei Performances im In- und Ausland, beschäftigte sich mit Schwarzweiß -Fotografie und Dunkelkammerarbeit, die er jährlich beim Tag des offenen Ateliers in der Dempwolffstraße einem breiten Publikum erklärte.

Er hatte bis 1973 Mathematik, Physik, Philosophie und Pädagogik an der Universität Hamburg studiert und war von 1975 bis 2008 als Lehrer am Lessing–Gymnasium in Harburg tätig. Seit 1985 war er Koordinator für das Studium und Staatsexamen im Fach Informatik an der Universität Hamburg.

1976 begründete er die Künstlergruppe „Kellerdrucker“ mit. In den 90er Jahren hatte er mehrere Studienaufenthalte im Kaukasus.

Als Künstler hatte er eine Vielzahl nationaler und internationaler Ausstellungen – teils mit seiner Frau Anke de Vries, ebenfalls Künstlerin.

Noch 2018 brachte er die Ausstellung „30 Jahre Fotografie“ in der Kulturwerkstatt Harburg fertig: Schwarz-weisse Analogfotografien auf edlem Barytpapier – ein Querschnitt durch die letzten Projekte.

Die Initiative SuedKultur verliert damit nicht nur einen großartigen und inspirierenden Künstler, sondern auch humorvollen, engagierten und stets sehr reflektierten und bereichernden Mitstreiter.

Theo, wir vermissen Dich!

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Holt Euch die Kunst nachhause! https://www.tiefgang.net/holt-euch-die-kunst-nachhause/ Sat, 05 Aug 2017 04:09:24 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=1732 [...]]]> Die Idee ist so spektakulär unspektakulär, dass es ein Wunder ist, dass es sie in Hamburg noch nicht gibt: eine Artothek. Dies will eine Gruppe Kunstinteressierter der SuedKultur nun ändern …

Und sie bekommt dabei Unterstützung von der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S.. Eine Artothek ist wie eine Biblio-, Audio- oder Videothek eben eine Ausleihstelle für Kunst. Bilder, Skulpturen, Grafiken oder Fotografien meist regionaler Künstler*innen sind für ein geringes Entgelt und inklusive einer Versicherung leihbar, schmücken zuhause den Wohn-, oder im Büro den Arbeitsbereich und fördern unwillkürlich die Auseinandersetzung mit Techniken, Inhalten und dem Kunstschaffenden selbst.

SuedKultur will nun in den kommenden ein bis zwei Jahren eine Expertise einholen und ein Konzept passend für Harburg erstellen, um eben im Bezirk Harburg die erste Artothek in Hamburg aufzubauen. Und für diverse Reise- und Übernachtungskosten hat sie nun die Unterstützung der Toepfer-Stiftung zugesagt bekommen.

Leihe günstiger als HVV-Tageskarte

Artotheken sind vor allem in den 80er Jahren allerorts entstanden. Bundesweit gibt es bereits mehr als 130 ihrer Art und je nach Initiatoren sehr unterschiedlicher Ausprägung. In der Nähe etwa in Buxtehude. Auch dort bezieht sich die Artothek vor allem auf regionale Künstler*innen, die dort leben und arbeiten. Und zu einem geringen Preis von 6 Euro inklusive Versicherung und für ein Vierteljahr stehen dort über 500 Werke zur Ausleihe zur Verfügung. Die Artothek Buxtehude existiert bereits seit mehr als 30 Jahren. Dort können übrigens auch Hamburger entleihen. (siehe hierzu auch den Tiefgang-Artikel vom 18. Mrz 2017).

Regionale Kunst und Kunstschaffende gibt es auch reichlich im Bezirk Harburg. Allein der jährliche Kulturtag lässt die Vielfalt und Quantität erahnen.

„Die Vielzahl der im Bezirk ansässigen Künstler lässt sich leicht aus den Teilnehmern am Harburger Kulturtag ablesen. 2016 waren insgesamt 25 Einzelkünstler und Einrichtungen beteiligt. Dabei muss berücksichtigt werden, dass in vielen Einrichtungen Gruppenausstellungen stattfanden so dass die Anzahl der Einzelkünstler wesentlich höher gewesen ist“, so Anke de Vries, selbst Künstlerin aus Harburg, die vielen durch ihren Kunstverbund „Kobalt Kunst international e.V.“ seit Jahren vertraut ist und die jährlich mit einem offenen Atelier neue Bürger*innen für Kunst zu interessieren schafft.

Und in der Tat: in diesen Jahr findet im Herbst bereits zum 14. Male der Harburger Kulturtag statt, der an einem Samstag jährlich mehrere tausend Besucher in etliche Ausstellungsräume, Galerien und Ateliers in Harburg lockt und damit im Grunde das große Interesse an bildender Kunst vor allem aus dem Regionalen im Bezirk Harburg dokumentiert.

Und damit nicht genug: die Bücherhalle Harburg feiert in diesem Jahr ihr 40jähriges Jubiläum ihrer Galerie, die regelmäßig in der Bücherhalle Harburg in der Eddelbüttlerstraße vor allem regionale Künstler*innen vorstellt. Und das mit großem Zuspruch. Andreas Patommel von der Bücherhalle Harburg und auch Mitinitiator der Artothek Harburg-Idee: „Bis heute hatten wir in der Bücherhalle 451 Ausstellungen mit ca. 11.520 Kunstwerken – Bilder, Skulpturen etc. – und etwa 6.885.000 Besucher. Wir erfassen so etwas ja. Die Galerie war bis heute ununterbrochen belegt –  außer während des Umzugs 1998. Die Nachfrage ist wesentlich höher als das Angebot.“

Die Würdigung regionaler Kunst

Alles Belege, dass auch in Harburg und auch Hamburg eine Artothek auf Nachfrage stößt. Heiko Langanke, Sprecher der SuedKultur: „Wichtig an der Artotheken-Idee ist vor allem, dass regionale Künstler*innen gewürdigt werden. Sie leben und arbeiten hier und verdienen unsere Aufmerksamkeit und Wertschätzung. Auf der anderen Seite ist es aber auch für den Entleihenden der beste niedrigschwellige Zugang zur Kunst. Man schaut zuhause oft auf so ein Bild, lässt es wirken und stellt sich Fragen nach Aussage, Materialien, Wirkungen von Techniken und all das. Wenn man dazu noch weiß, dass die Kunst quasi aus der Nachbarschaft stammt, wird es erst richtig spannend.“

Tolle Idee, aber wer soll das bezahlen?

„Es ist erstaunlich“, so Langanke, „aber ich habe bisher keinen Fall bundesweit gefunden, bei dem eine Artothek wegen finanzieller Schieflagen geschlossen wurde. Das hat – ganz simpel – auch damit zu tun, dass die erworbenen Kunstwerke haushalterisch meist an Wert gewinnen. Das Geld ist also entgegen allen Klischees und üblichen Vorurteile der Kulturpolitik nicht aus dem Fenster geworfen, sondern mehrt sich sogar. Und zwar weil es Kunst ist!“

Kritische Fragen erwünscht

Nun will die Artotheken-Gruppe der SuedKultur-Initiative Nägel mit Köpfen machen. Es sollen die verschiedenen Artotheken der Republik auf inhaltliche Schwerpunkte, kreative Impulse, Erfahrungswerte der Praxis, Finanzierungsmodelle und auch regionalen Bezügen geprüft und begutachtet werden. Experten sollen besucht oder eingeladen werden, um möglichst viel von den bereits anderswo gemachten Erfahrungen für Harburg zu gewinnen. Letztlich sollen aber auch die modernen Mittel der Digitalisierung und Dokumentation ergründet werden. Letztlich immer unter dem Aspekt, was für den Bezirk Harburg am besten geeignet wäre. Dies soll dann in ein Konzept fließen, das Inhalte, Strukturen, Räume aber auch Finanzen abwägt, darstellt und handhabbar macht. „Es kann auch sein, dass wir an irgendeinem Punkt feststellen müssten, dass es nicht geht. Aber ganz ehrlich? Es würde mich sehr wundern“, so Heiko Langanke schließend. Fest steht für SuedKultur aber auch: es ist keine private Initiative. Vielmehr verstehen sich die Initiatoren als Hilfe, um Verwaltung und Politik das vielfältige Spektrum zu erschließen, um es dann in kommunaler Regie umzusetzen. „Kritische Fragen sind erwünscht“, so Langanke.

Und Künstlerin de Vries: „Der Bezirk Harburg wäre der einzige in ganz Hamburg, der die Einrichtung einer Artothek fördert. Damit gliedert er sich in eine Reihe von großen und kleineren Städten ein, die ihre Artotheken betreiben, bis hin zum Bundestag, der über eine eigene Artothek verfügt. Im Bezirk befindet sich vieles im Wandel. Da ist die Zeit reif, ein eindeutiges Zeichen zu setzen und auf die Veränderungen zu reagieren.“

Interessenten an dem Projekt „Artothek Harburg“ können sich gerne per E-Mail unter kontakt(at)sued-kultur.de melden.

 

 

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Die Faszination der ständigen Auseinandersetzung https://www.tiefgang.net/die-faszination-der-staendigen-auseinandersetzung/ Mon, 12 Jun 2017 05:41:50 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=1313 [...]]]> Am Wochenende gibt es im „Offenen Atelier“ der Künstlergruppe de Vries und Stenzel in Harburg wieder vieles zu entdecken. Wir haben schon mal vorab die Spur aufgenommen …

Am kommenden Wochenende (17./18. Juni) findet auch dieses Jahr das „offene Atelier“ des  Künstlerpaares Anke de Vries und Theo Stenzel in der Harburger Dempwolffstraße statt. Diesjähriges Thema: “Von Kinderträumen verborgen in Bäumen“. Zu sehen sind Arbeiten der Künstler Anke de Vries, Hendrik Doose, Werner Conradi und Theo Stenzel. Sie sind selbst auch vor Ort und erklären ihre Arbeiten und Arbeitsweisen. Ein immer wieder guter Anlass, sich mit der Kunst und ihren Akteuren intensiver zu befassen. Und wir haben mal vorab nachgefragt …

Tiefgang (TG): Anke und Theo, seit Jahren öffnet Ihr einmal jährlich Eure Atelier-Räume, um Eure Arbeiten aber auch Euer Arbeitsumfeld öffentlich zugänglich zu machen. Wie lange gibt es Euer Atelier in der Dempwolffstraße und wie lange macht Ihr das?

Anke de Vries: Das Atelier wurde 1996 mit Unterstützung vieler Freunde und mit einem plötzlich aufwallenden Wohlwollen der Kulturbehörde in Form einer finanziellen Förderung fertig gestellt und gleich darauf für das Publikum geöffnet. Schon während der Bauzeit wurden die Besucher zur Besichtigung an die Baugrube geführt, wo ihnen in den herrlichsten Farben ausgemalt wurde, wie das Atelier eines fernen Tages aussehen würde.

TG: Welche Schwerpunkte hast Du, Anke, Du Theo und Hendrik Doose?

de Vries: Als diesjähriger Gast hat sich Hendrik Doose ganz der Fotografie verschrieben. Für ihn sind die Wahrnehmung und die Wiedergabe des Alltäglichen bis hin zum Außergewöhnlichen sein persönliches Anliegen.

Theo Stenzel hat sich zusammen mit Werner Conradi auf die Präsentation von Kupfertiefdruck konzentriert. Vorlagen sind teils Fotografien und teils Zeichnungen, die in einem Heliogravür-Verfahren vervielfältigt werden.

Theo Stenzel: Anke de Vries stellt sich wie immer in ihrer ganzen Vielfältigkeit vor. Über Außenmontagen und -installationen führt sie ihre Besucher im Atelier hin zur Malerei.

TG: Gibt es einen thematischen Zusammenhang?

de Vries: Die Gemeinsamkeit von uns vier Künstlern lässt sich weniger in der Thematik finden als vielmehr in der Faszination, die sich aus der ständigen Auseinandersetzung mit künstlerischen Medien ergibt.

TG: Können Besucher die Werke auch erwerben?

Stenzel: Ja klar, sie können, dürfen und sollen. In diesem Jahr wird erstmals ein Wettbewerb veranstaltet. Der Gewinn besteht aus einer kostenlosen Arbeit der eigenen Wahl von Anke de Vries.

TG: Seid Ihr auch beim jährlichen Kulturtag in Harburg zu sehen?

de Vries: Ja, wir werden daran als „KOBALT Kunst international“ teilnehmen, Voraussichtlich werden sich Sabine Schnell, Theo Stenzel, Anke de Vries und als Gast Werner Conradi beteiligen.

TG: Gemeinhin wird von Künstler*innen beklagt, dass die Arbeitsbedingungen schlecht sind? Wie stellt sich Euch die Situation?

de Vries: Seit Jahren wird darüber diskutiert, dass es notwendig ist, Künstlern ein Ausstellungshonorar zu zahlen. Dabei ist zu bedenken, dass es einen künstlerischen Vorlauf gibt, während dem die Ausstellungsobjekte erarbeitet werden. Schon dieser Vorlauf erfolgt unbezahlt oder wenn Gelder fließen, dann nur als Projektförderung. Daher sollten Ausstellungsorte, die von der künstlerischen Arbeit profitieren, ein angemessenes Honorar vorsehen.

TG: Ihr seid in der glücklichen Situation, dass Ihr über eigene Räume zum kreativen Arbeiten verfügt? Wie ist die Situation generell?

de Vries: Die generelle Situation kann nicht schlechter sein. Es fehlt an bezahlbaren Räumen. In Eigeninitiative gelingt es Künstlergruppen manchmal, sich Arbeitsräume zu verschaffen. Meistens befinden sich diese Ateliers in aufgegebenen Fabriken, sind schlecht geheizt und vermodert. Natürlich werden auch andere, attraktivere Ateliers genutzt. Voraussetzung ist aber die Möglichkeit horrende Mieten zu zahlen.

TG: Ihr seid beide auch die führenden Köpfe des Vereins „Kobalt Kunst international“. Was macht die Vereinigung aus Eurer persönlichen Sicht aus und wie viele Kreative sind in ihr vereint?

de Vries: „Kobalt Kunst international“ ist ein Folgeverein von „Kobalt Frauen Kunst und Medien“, in dem ausschließlich Künstlerinnen Mitglied werden konnten. Mit der Umbenennung hat sich der Verein auch für künstlerisch tätige Männer geöffnet. Das bedauern wir nicht, sondern halten die Entscheidung nach dem Motto „eine Chance für Alle“ für ganz richtig. Zur Zeit setzt sich der Verein aus elf kreativ tätigen Menschen zusammen, die aus den Kunstsparten bildende Kunst, Musik und Wort kommen. Dadurch wird die spartenübergreifende Arbeit möglich, es werden gegenseitige Einblicke vermittelt und so das Verständnis innerhalb und außerhalb der eigentlichen Gruppe verstärkt.

TG: Wenn Ihr drei Wünsche an die Kunst-Fee frei hättet? Was würdet Ihr je einfordern?

de Vries: Da weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll. Okay, das erste Anliegen besteht in der Integration von Kunst und Kultur in den Alltag der Allgemeinheit, weil die tägliche Begegnung mit Kunst dazu beiträgt, sich seiner selbst zu vergewissern und sich einen andersartigen Einblick in Lebenssituationen zu verschaffen. Dann wäre es schön, wenn kulturelle und künstlerische Leistungen eine öffentliche Anerkennung erfahren würden. Und letztendlich sollte es möglich sein, von der künstlerischen Arbeit leben zu können, ohne dass daneben noch Brotjobs das Überleben absichern.

TG: Vielen Dank für die Einblicke und viel Erfolg!

Das „offene Atelier“ in der Dempwolffstraße 24, 21 073 Hamburg, ist am Samstag und Sonntag (17./18. Juni) von 13 bis 18h geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Weiterführende Links:

deVries-Stenzel.de

kobalt-kunst-international.de

(12. Jun. 2017, Das Interview für ´Tiefgang` führte Heiko Langanke)

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Aus- und dargestellt: TRANSIT https://www.tiefgang.net/aus-und-dargestellt-transit/ Wed, 04 Jan 2017 12:35:17 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=363 [...]]]> „TRANSIT“ – ein Wort, das aktueller kaum sein kann, seit das Thema Flüchtlinge in aller Munde kam. Aber das wäre doch zu monokausal. Denn wie lässt sich „TRANSIT“ überhaupt begreifen? Was lässt sich darunter verstehen, wie lässt sich der Begriff darstellen?

Diesem Thema hat sich die in Harburg ansässige Künstlergruppe „KOBALT Kunst International e.V.“ gestellt und präsentiert einige Ergebnisse in einer Vernissage samt Performance am Sa., 14. Januar im 18h im Kulturcafé „Komm Du“ in der Buxtehuder Str. 13.

Zu Beginn des Transit-Prozesses haben sich die Künstler eine unverbindliche Sammlung von Gedankenverbindungen erstellt. So kann Transit viele Bedeutungen erzielen. Etwa unterbrochene Bewegung, Koffer mit Erinnerungen, Veränderung, Übergang, zwischen Aufbruch und Ankunft, Rückblick – Ausblick, sic transit gloria mundi (lateinisch: So vergeht der Ruhm der Welt), Transitzonen, Orpheus und Eurydike, Innehalten, das ganze Leben ein Transit, Durchgang in der Fremde, die Gene der Vorfahren und vieles andere mehr.

Daraus entstanden nachfolgend nicht nur individuelle Arbeiten der bildenden KünstlerInnen, sondern man entschloss sich auch, in einem laufenden Prozess die Bewegung des „TRANSIT“- Themas bildnerisch umzusetzen. So erstellten sie gleichformatige Arbeiten in schwarz/weiß und Sepia und gaben ihre Entwürfe zur mehrfachen Weiterbearbeitung durch andere KOBALT-Künstler frei. So entstanden Mehrfachbewegungen im, am und um das Bild, entwickelten sich Mehrfachveränderungen der Blätter und wurden so auch Zeichen selbst für Veränderung und Bewegung – von „TRANSIT“.

Die zu betrachtenden Werke sind also selbst stetes TRANSIT, Prozess und zeugen von Ursprung, Entwicklung und Richtung hin zu einem Punkt, einer Gestalt.

Ein ureigenes Thema der Künstlergruppe, die sich zusammenschloss, um den künstlerischen Horizont durch interdisziplinäre Vorhaben und Gemeinschaftsprojekte mit Mitgliedern und befreundeten Künstlern anderer Nationalitäten in der Erweiterung des künstlerischen zu erweitern. In diesem Projekt durchaus gelungen und bildhaft nachvollziehbar.

Mit kulturübergreifenden Kunstprojekten will KOBALT Sprachbarrieren überwinden und dazu beitragen, dass Lebensentwürfe wie auch künstlerische Standorte aus dem europäischen und außereuropäischen Raum wahrgenommen werden. Die Ausstellung zeigt hierzu Werke zu den Stichworten Selbstdefinition, Flüchtlinge, Übergang, Übertragung und Verschmelzung von künstlerischen Positionen.

Im Anschluss an die Vernissage findet zudem eine Performance mit Kunst, Literatur und Musik statt. Das Künstlertrio Ele Grimm, Anke de Vries und Volkmar Hoffmann beschreiben sie:

„Wenn das ICH in ein fremdes Land kommt, kriegt´s manchmal weiche Knie.

Wenn die Menschen in diesem fremden Land auch noch anders reden, dann wird’s dem ICH oft schwindelig.

Aber das ICH stolpert nicht nur auswärts: Zuhause schon ist es ständig am Gucken, ob alles auch zusammenpasst. Ob die Hose sitzt, die Schuhe sauber sind und die Gedanken auch so denken, dass früher und jetzt und morgen sich auch nicht in die Quere kommen.

Was macht das ICH also, um sich wieder zu finden?

Es spielt Es Spiegelt Es erträgt. Es bleibt. Es verändert sich.“

Die Ausstellung ist im Kulturcafé „Komm Du“ nachfolgend noch bis zum 10. März 2017 zu sehen.

Beteiligt sind Künstler des Vereins KOBALT-Kunst international:

Voula Doulgeri / Ute Flemming / Mandy Hilse-Thürmer / Ilona Hoffmann / Heike Rolshoven / Sabine Schnell / Theodor Stenzel / Bodo Thürmer / Anke de Vries

und die Künstler der Performancegruppe: Volkmar Hoffmann / Ilona Hoffmann / Ele Grimm / Anke de Vries

Der Eintritt zur Vernissage wie Performance ist frei – „Hutspenden“ sind aber wie gewohnt gerne gesehen.

Zum Verein KOBALT Kunst international

(04. Jan. 2017, TG)

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