Kreativgesellschaft Hamburg – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Sat, 23 Sep 2023 11:07:40 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.3 Kreative Zwischennutzung erleben https://www.tiefgang.net/kreative-zwischennutzung-erleben/ Sat, 23 Sep 2023 11:07:40 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=10342 [...]]]> Am 30. September 2023 feiert Hamburg den Jupiter Day. Eine gute Gelegenheit sich Inspiration für das ehemalige Karstadt-Gebäude in Harburg zu holen …

Mit Jupiter – dem größten Projekt des Förderprogramms Frei_Fläche – beweist die Hamburg Kreativ Gesellschaft den Erfolg und das Potential kreativer Zwischennutzung in der Hamburger Innenstadt. Auf den sechs Etagen des ehemaligen Kaufhauses zeigt der Kreativplanet Jupiter alles, was er zu bieten hat: Kunst und Kultur, Café, Bar und Markt, Familienprogramm, DJs und vieles mehr. Und dazu lädt sie nun ein:

  • Jupiter, ehemals Karstadt Sport, ist mit rund 8.000 m2 Fläche die größte innerstädtische, kreativwirtschaftliche Zwischennutzung Deutschlands.
  • Mit dem Förderprogramm Frei_Fläche wurden bereits über 100 Zwischennutzungen ermöglicht und 24.000 mLeerstand belebt.

Seit April ist Jupiter erneut ein spannendes Experimentierfeld: Die Zwischennutzung im ehemaligen Kaufhaus hat sich zum beliebten Anlaufpunkt in der Hamburger Innenstadt entwickelt, der kreativen Konzepten die nötige Sichtbarkeit verschafft und neue Impulse in die Stadt gibt. Dies wird am Jupiter Day mit einem umfangreichen Kunst- und Kulturprogramm zelebriert. Der Eintritt ist frei.

Unter anderem dabei sind: Hanseatische Materialverwaltung, Jupiter Kids mit Galli Theater, Pop Up Art Galerie, Kanal 3 Kollektiv, Hamburger Kunstgalerie, Universität Hamburg, Freelens, Landesverband Hamburger Galerien, International Shopping Space ISS.

Ehemaliges Kaufhaus ist jetzt kreativer Hotspot

Jupiter liegt zentral in der Hamburger Innenstadt: an der bekanntesten Einkaufsstraße der Stadt, in direkter Nachbarschaft zum Hauptbahnhof und vis-à-vis der Elektronik-Kette Saturn. Das Gebäude bietet rund 8.000 m2 Fläche auf sechs Geschossen und eine markante Dachterrasse. Durch das Nebeneinander mehrmonatiger Nutzungen und temporärer Events (Messen, Märkte, Festivals, Ausstellungen und Musikveranstaltungen) ist der Kreativplanet ständig im Wandel begriffen.

Frei_Fläche – Raum für kreative Zwischennutzung

Jupiter ist die größte von bislang 72 zwischengenutzten Flächen des Förderprogramms Frei_Fläche, das im Juni 2021 von der Stadt zur Bewältigung der Corona-Krise gestartet und aktuell bis zum 31. Dezember 2023 verlängert wurde. Frei_Fläche verhindert Leerstand, gibt Kreativen Raum für ihre Konzepte und stärkt die Transformation hin zu einer vielfältigen und lebendigen Innenstadt. Zu den aktuell 41 Standorten gehören namhafte Adressen wie Alter Wall, Colonnaden, Brandstwiete und Baakenhafen – hinzu kommen Flächen in Passagen und Einkaufszentren wie dem Hanseviertel, dem Hamburger Hof oder dem Springerquartier. Auch außerhalb der Innenstadt belebt das Förderprogramm ehemaligen Leerstand – etwa im Mundsburg Center, Wandsbek Quarree und City Center Bergedorf.

Erfolgsmodell: Bereits 24.000 m2 Leerstand in Hamburg verhindert

Damit hat Frei_Fläche seit dem Start bereits rund 24.000 m2 Leerstand belebt und Raum für 106 kreativwirtschaftliche Zwischennutzungen ermöglicht. Die Kreativen erhalten die Flächen zum Quadratmeterpreis von 1,50 Euro im Monat. Eine Miete wird nicht gezahlt, das Programm deckt lediglich die anfallenden Leerstandskosten. Zur Umsetzung des Programms stehen 2023 Haushaltsmittel der Freien und Hansestadt Hamburg in Höhe von 4,3 Mio. Euro zur Verfügung.

Hamburg Kreativ Gesellschaft 

Die Hamburg Kreativ Gesellschaft ist die städtische Einrichtung zur Förderung der Hamburger Kreativwirtschaft. Als direkte Anlauf- und Servicestelle steht sie allen kreativen Akteur*innen und Unternehmen in der Hansestadt offen. Mehr Wissen, Raum, Finanzierung und Innovation für Hamburgs Kreative – das ist der Auftrag, dem sich die Hamburg Kreativ Gesellschaft seit 2010 verschreibt.

Quelle: Hamburg Kreativ Gesellschaft

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Kunst unternehmerisch denken https://www.tiefgang.net/kunst-unternehmerisch-denken/ Fri, 15 Mar 2019 23:17:19 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5015 [...]]]> Erstmals hat die Hamburger Kreativgesellschaft – ein städtischer Ableger der Kulturbehörde zur Unterstützung der Kreativen in der Stadt Hamburg – einen Workshop für bildende Künstler/innen im Angebot, welcher sich über vier Abende erstreckt und bei dem die Teilnehmenden sich an jedem der vier Abende intensiv mit einem Themenblock beschäftigen. Der Workshop heißt Von der Kunst leben und findet ab dem 27. März statt. Als Referent/innen sind Andrea Jacobi und Holger Priess zu Gast und werden zu einigen der wirtschaftlichen Aspekte des Berufs Künster/in befragt.

Frage: Warum hilft es Künstler/innen auch unternehmerisch zu denken? 
Wenn KünstlerInnen von ihrer Arbeit leben wollen, ist es unerlässlich, dass sie sich auch mit den geschäftlichen Aspekten des Künstlerseins beschäftigen.

Frage: Warum bietet ihr den Workshop über mehrere Wochen und über vier Abende an?
Wer als Künstler/in am Kunstmarkt mit seinen vielen Facetten teilhaben möchte, muss diesen besonderen Markt kennenlernen. Und da eine Künstler/in auch immer selbstständige Unternehmer/in ist, ist es genau so wichtig, sich nicht nur mit guter Kunst sondern auch mit einem klugen Marketing ins Geschäft zu bringen. Dabei darf man dann auch steuerliche Aspekte, Urheberrechte und Geschäftsgepflogenheiten nicht außer acht lassen. Das sind die Themenblöcke, die wir intensiv an den einzelnen Abenden vorstellen und bearbeiten. Da der Workshop sich über mehrere Monate erstreckt, haben die Künstler/innen die Möglichkeit, das Gelernte direkt umzusetzen und gegebenenfalls noch einmal nachzufragen.

Frage: Welche Rolle spielt Social Media für den Kunstmarkt? ​​​​​​
Gerade Facebook und Instagram bieten den Künstler/innen interessante Möglichkeiten, neue Werke und Aktivitäten kontinuierlich vorzustellen. Neben der eigenen Homepage sind dies zeitgemäße Marketingtools, um die Bekanntheit zu erhöhen und Kunden und VermittlerInnen zu erreichen.

Tickets für diesen mehrteiligen Workshop erhalten Sie für 210 Euro zzgl. USt und Ticketgebühr über die Webseite: kreativgesellschaft.org

 

 

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Die Kunst vom Darstellen zu leben https://www.tiefgang.net/die-kunst-vom-darstellen-zu-leben/ Sat, 27 May 2017 06:00:04 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=1174 [...]]]> Theater zu spielen, selbst zu machen  – eine tolle Sache. Vom sogenannten „Freien Theater“ zu leben? Ein weiter Weg und zuweilen eine Dramaturgie für sich selbst. Aber es gibt ja Hilfe …

Unter dem Titel „Eigene Ideen, eigenes Projekt? Start ins freie Theater Hamburg“ bietet die Kreativgesellschaft Hamburg am Fr., 30. Juni 2017 einen Workshop an, der Hilfe von Profis verspricht.

Die Infos kompakt:

„Sie haben tausend Ideen für die Bühne? Aber gerade noch keinen Raum, keine Leute, kein Geld? Sie wollen unbedingt frei in der Darstellenden Kunst arbeiten? Aber gerade sind KSK, Versicherung, Selbstorganisation noch echte Hürden?
Dieser Workshop hilft, Ideen zu bündeln, Texte für Konzepte, Kooperationspartner sowie die Öffentlichkeit zu schreiben und alle nötigen Zahlen in den Griff zu kriegen. Hier gibt es einen Überblick über Netzwerke, Strukturen und Institutionen in Hamburg.

Zusammen finden wir den Weg von der eigenen Idee zum eigenen Projekt inklusive Kompass für Bürokratie, PR und Finanzierung.

Was sind die Inhalte und was lerne ich?

  • Selbstmachen: Meine Idee in fünf Sätzen – Der erste Konzepttext
  • Input: Partner finden – Netzwerke in Hamburg
  • Selbstmachen: Verbündete finden – Wer ist mein Publikum?
  • Input: Finanzierung in Hamburg
  • Selbstmachen: Übung zum Kosten- und Finanzierungsplan schreiben
  • Input: Recht und Gesetz – Formales
  • Selbstmachen: Ich als Selbstständiger
  • Input: Was das alles kostet …
  • Selbstmachen: Das kostet meine Arbeit!

Wer ist die Referentin?
Kaja Jakstat ist, zusammen mit Maike Tödter, das in Hamburg ansässige Büro „Zwei Eulen – Büro für Konzeptentwicklung, Organisation und Prozessbegleitung“. Für die Freie Darstellende Kunst übernehmen sie je nach Projekt dramaturgische Aufgaben sowie Projekt- bzw. Produktionsleitung. Für Wirtschaftsunternehmen bieten sie inzwischen Workshops, Seminare und maßgeschneiderte Arbeitsräume an – alles rund um die Themen kreative Kollaboration, Strategieentwicklung, Team-Organisation und Selbstmanagement.

Fr. 30. Juni 2017, 10–14 Uhr,

Hongkongstraße 5, 20457 Hamburg

Referenten: Kaja Jakstat, Dramaturgin und Kulturmanagerin

Zielgruppe: Theater- und Tanzschaffende am Anfang ihrer professionellen Arbeit, die bereits eine Projektidee haben und sich konkrete Hilfestellung wünschen

Kosten: € 47 inkl. 19% USt, zzgl. Eventbrite-Gebühr

(22. Mai 2017, TG)

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Stillstand beim Leerstand https://www.tiefgang.net/stillstand-beim-leerstand/ Sat, 20 May 2017 05:00:50 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=1141 [...]]]> Die Initiative SuedKultur feiert in diesem Jahr ihre 10jährige Existenz – Grund genug, in einer lockeren Folge auf einige Ereignisse zurück zuschauen. So auch auf den Kampf um Räume …

In den 10 Jahren, die es die Initiative SuedKultur nun gibt, ging es immer auch um freie und bezahlbare Räume für Kreative. Auch in Harburg herrscht ein eklatanter Mangel an Ateliers für bildende Künstler*innen, Proberäume für Musik oder Tanz oder Theater. Räume selbst gibt es – aber selbst städtischer Besitz – so die Erfahrung – wird lieber leer stehen gelassen, als ihn – und sei es nur vorübergehend –  als kreative Arbeitszimmer nutzbar zu machen.

2011 war so ein erwähnenswertes Jahr der Leerstandsdiskussion. Vorausgegangen waren einige Preistreibereien, die zu schmerzhaften Verdrängungen künstlerischer Freiräume führten und spektakulär mit der Besetzung des Gängeviertels in der Hamburger City bundesweit für Aufmerksamkeit sorgten.

Einigen Kreative hatten die neue Digitaltechnik geschickt zu nutzen gewusst und erstmals eine Internetplattform geschaffen, in der leerstehende Gebäude gemeldet werden konnten und so wurde schnell die Größe der Misere sichtbar (mittlerweile unter leerstandsmelder.de/hamburg zu finden und selbst heute, im Mai 2017, werden 1.073 (!!!!)  Leerstände konkret benannt).

Nicht nur, dass lieber Gebäude leer stehen gelassen wurden und werden als zu vermieten – im Süden Hamburgs Harburg nicht nur das „Harburg Center“ am Ring sondern auch am anderen Ring-Ende die Gebäude am Lüneburger Tor. Es wurde auch recht augenfällig, wie groß die Zahl städtischer Gebäude dabei ist. Und da erschließt sich nicht wirklich, warum diese nicht zumindest kulturell genutzt werden.

In Harburg waren besonders vier Gebäude in öffentlicher Hand und für eine kulturelle Nutzung attraktiv: die alte Polizeiwache in der Nöldekestraße 17, daneben das ehemalige Gebäude des Freizeitzentrums Nöldeke, der Hochbunker in der Lasallestraße sowie die Schule in der Bunatwiete.

Leerstand für fast 3.000 € im Monat

Ohne lange Diskussion war ein Termin mit Leuten der Kulturbehörde, der noch recht jungen Kreativgesellschaft Hamburg und SuedKulturlern zur Besichtigung gefunden. An einem März-Tag 2011 durchgingen wir die Räume und waren erstaunt. Die Polizeiwache Nöldekestraße war außer Dienst gestellt worden, da ein neu errichtetes Gebäude an der Buxtehuder Straße gebaut worden war. Und so stand es einfach nur leer, wurde aber beheizt, war vollkommen intakt und kostete die Stadt Hamburg so monatlich rd. 2.800,- € statt etwas einzubringen. Und das schon über mehrere Jahre.

… und immer noch gut in Schuss!                    (Foto: S. Schnell)

Der Vertreter der zuständigen städtischen Firma Hamburger Vermögens-Verwaltung GmbH (HVG) teilte uns mit, dass die Handesstadt das Gebäude verkaufen will. Auf die Frage, was es denn kosten solle, wollte er sich aber nicht äußern. Kann man ein Gebäude verkaufen, wenn man den Preis nicht nennt?!? Natürlich nicht. Es war aber vielmehr die typische Einschätzung, dass Kulturschaffende eben eh kein Geld haben und so als Kaufinteressenten nicht infrage kommen. Daher wohl unnötig, ihnen auch nur ungefähre Preise zu nennen.

Wir erstellten dennoch Pläne der immerhin mehr als 2.500 qm Nutzfläche, die ideal als Proberäume für Musik nutzbar wären. Und nicht nur für die berühmte Feierabend-Mucke. Denn bei mehr als 5 Musicals in Hamburg ist das Potenzial an Profimusiker*innen, die Arbeitsräume tagsüber brauchen, groß. Letztlich sind es so etwas wie ihre Büros.

Gut 40 Räume, die – wenn man sie mit einer geschickten Raum-in-Raum-Isolation herrichtete – ein wahres Musik-Mekka bilden könnten. Gute Anbindung über Stadtautobahn wie auch Bahnhof-Nähe, Parkplätze sind vorhanden, Anwohnerbelästigung auszuschließen, ein großes Café im Eingangsbereich sowie 2-3 Räume für Events wie Tanzveranstaltungen oder andere kulturelle Nutzungen, im Keller evtl. noch zwei Tonstudios. Und das zu einem stündlichen Mietpreis von 5-7 € je Raum. Online-Reservierung und Rechnungsstellung heute kein echtes Problem mehr. Das ist bezahlbar – so denn eben kein runtergekommenes Moloch. Immerhin: die Betriebskosten wären locker wieder reingekommen. Aber Unterstützung, wie man diese Immobilie dahin bekommen könnte? Keine.

Nicht ganz, denn immerhin hatte der Eisenbahn-Bauverein Interesse bekundet. Der Kaufpreis wäre zwar nicht so hoch gewesen, aber dafür war angedacht, die kulturelle Nutzung aus eigenen Mitteln zu finanzieren (siehe HAN-Artikel „Leerstand für 2.800 Euro im Monat“). Das Interesse städtischer und auch bezirklicherseits aber war veschwindend gering.

Letztlich kaufte 2012/13 das Gebäude ein Harburger Geschäftsmann, der durchaus an einer kreativen Nutzung Interesse hat. Doch der Zeitlauf sorgte erst einmal dafür, dass die Wache seit einigen Jahren nun als Unterkunft unbegleiteter jugendlicher Flüchtlinge genutzt wird. An eine nachfolgende kulturelle Nutzung wird aber weiterhin gedacht (siehe wache17.de). SuedKultur bleibt dran.

               Innenansichten (Foto: S. Schnell)

Und die anderen Gebäude? Die Schule Bunatwiete wird seit Jahren immer zu als Ausweichquartier renovierbedürftiger Schulen genutzt, der Bunker Lasallestraße wird als Lagerraum vermietet und das ehemalige Freizeitzentrum Nöldekestraße ist zur Musikschule Klangfabrik geworden. Immerhin.

Sechs Jahre sind vergangen. Die Proberäume wurden eher weniger als mehr. Wer jetzt und akut nach Proberäumen sucht, ist leider nach wie vor auf  sich selbst gestellt. Denn ein weiterer Versuch das Thema anzugehen, scheiterte erneut (s. Tiefgang-Artikel „Probt doch in alten Luftschutzräumen“ vom 6. Mai 2017)

Immerhin an- und nachfragen aber kann man beim Verein elbdeich e.V. und auf der Veddel bei Carajo Distorsion Hamburg

Wer Proberäume oder Ateliers zur Verfügung stellen kann, kann sich gerne unter kontakt(at)sued-kultur.de melden. Der Bedarf ist da.

 

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