Kunsthaus Stade https://www.tiefgang.net Tue, 13 Jan 2026 11:48:38 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.3 Aufbruch aus dem Schatten https://www.tiefgang.net/aufbruch-aus-dem-schatten/ Thu, 15 Jan 2026 10:55:35 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13111 [...]]]> Lange Zeit blieb dieses Kapitel der Kunstgeschichte im Halbdunkel der Archive, doch nun rückt das Kunsthaus Stade es mit einer energischen Geste ins Rampenlicht. Die Ausstellung Frauen machen Schule.

Wegbereiterinnen der Moderne widmet sich der Pionierarbeit Hamburger Künstlerinnen, die sich um die Jahrhundertwende den Weg in die Professionalität erkämpften. Im Zentrum der Schau steht die private Malschule von Valesca Röver, eine Institution, die 1891 in Hamburg gegründet wurde, als staatliche Akademien Frauen noch konsequent die Türen versperrten. Es ist eine Erzählung über Netzwerke, Selbstbestimmung und den Mut, eine eigene ästhetische Sprache zu finden.

Harriet Wolf, Blick aus der Kunstschule Gerda Koppel auf Glockengießerwall und Ferdinandstor, 1919, Öl auf Pappe, Kunstsammlung Hamburger Sparkasse, Foto Museen Stade, Carsten Dammann

Die Ausstellung präsentiert Werke von über zwanzig Künstlerinnen, darunter namhafte Positionen wie Alma del Banco, Gretchen Wohlwill und Lore Feldberg-Eber. Es geht dabei um weit mehr als eine reine Werkschau; beleuchtet wird das komplexe Geflecht aus Lehrkräften und Schülerinnen, das es diesen Frauen ermöglichte, sich im männlich dominierten Kulturbetrieb zu behaupten. Besonders spannend ist die visuelle Brücke in die Gegenwart: Zeitgenössische Tape Art verbindet die historischen Exponate und schafft einen Dialog zwischen der Pionierarbeit von 1900 und heutigen künstlerischen Ausdrucksformen. Es entfaltet sich ein Panorama gesellschaftlicher und ästhetischer Umbrüche, das die Modernisierung der Kunst als einen aktiven Kampf um Sichtbarkeit begreifbar macht.

Ein umfangreiches Begleitprogramm erweitert die museale Erfahrung um vielfältige Perspektiven. Neben den regelmäßigen Sonntagsführungen um 15 Uhr und den After-Work-Rundgängen an Mittwochabenden bietet das Kunsthaus vertiefende Formate an. So beleuchtet beispielsweise eine Kuratorinnenführung am 14. Februar die Hintergründe der Schau, während Workshops wie das Malen und Sticken auf Leinwand am 15. Februar dazu einladen, handwerkliche Techniken der Moderne selbst zu erproben. Auch literarische Streifzüge und spezielle Angebote für Familien wie die Tour Keine Angst vor großer Kunst sorgen dafür, dass die Themen der Ausstellung auf unterschiedlichen Ebenen erfahrbar bleiben. Online-Seminare zu nordischen Künstlerinnen und fachspezifische Rundgänge für Lehrer*innen ergänzen das Spektrum und machen das Kunsthaus in dieser Zeit zu einem Ort des lebendigen Austausches über weibliche Kunstgeschichte.

Die Ausstellung Frauen machen Schule. Wegbereiterinnen der Moderne ist vom 24. Januar bis zum 25. Mai 2026 im Kunsthaus Stade zu sehen. Das Museum befindet sich am Wasser West 7, 21682 Stade und ist für Rückfragen oder Buchungen telefonisch unter 04141 797730 erreichbar. Weiterführende Details zum Programm sowie Informationen zu den Öffnungszeiten finden sich auf der offiziellen Webseite unter www.museen-stade.de.

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Kunst als Anker der Erinnerung https://www.tiefgang.net/kunst-als-anker-der-erinnerung/ Fri, 11 Jul 2025 22:08:15 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=12103 [...]]]> Inmitten der dynamischen Debatte um die Funktion kultureller Institutionen im 21. Jahrhundert positioniert sich das Kunsthaus Stade mit einer bemerkenswerten Initiative, die exemplarisch die Brücke zwischen kunsttheoretischem Diskurs und konkreter gesellschaftlicher Praxis schlägt.

Unter dem Slogan „Das ist doch der Adenauer!“ bietet das Haus eine speziell konzipierte Führung für Menschen mit Demenz und ihre Begleitpersonen an, die die Beschäftigung mit Kunst und Demenz nicht nur konzeptionell reflektiert, sondern unmittelbar in die Realität des Ausstellungsbesuchs überführt.

Diese innovative Herangehensweise ermöglicht es, die aktuelle Ausstellung des stilprägenden Fotojournalisten Robert Lebeck (1929–2014) in einem eigens adaptierten Rahmen zu erleben. Lebecks meisterhafte Aufnahmen von Persönlichkeiten wie Konrad Adenauer, Romy Schneider und Elvis Presley fungieren hier nicht primär als Objekte der kritischen Kunstbetrachtung, sondern vielmehr als potentielle Schlüssel zu vergangenen Epochen und persönlichen Reminiszenzen. Die dialogische Struktur der Führung, die sich konsequent an den Bedürfnissen und Eindrücken der Teilnehmenden orientiert, zeugt von einem tiefgreifenden Verständnis für die Komplexität kognitiver Prozesse und die evokative Kraft visueller Narrative. Dies transformiert den traditionellen Museumsbesuch von einer rezeptiven Erfahrung in einen aktiven Prozess der gemeinsamen Erinnerungsarbeit und des sozialen Austauschs.

Aus kulturpolitischer Perspektive ist ein solches Angebot von immenser Relevanz. Es adressiert die dringende Notwendigkeit, kulturelle Teilhabe über alle gesellschaftlichen Segmente hinweg zu gewährleisten und etablierte Kulturinfrastrukturen für bislang unterrepräsentierte Gruppen zu öffnen. Die Berücksichtigung eines ruhigen Tempos und das Einräumen von Raum für individuelle Assoziationen sind methodische Adaptionen, die den Grundsatz der Inklusion konkret fassbar machen. Hier offenbart sich eine gelebte Verantwortung, die über das rein ästhetische Erleben hinausgeht und Kunst als Instrument der Lebensqualität begreift. Kritisch anzumerken bleibt jedoch der weiterhin bestehende, strukturelle Mangel der fehlenden Barrierefreiheit des Kunsthauses. Obwohl Sitzgelegenheiten auf den einzelnen Etagen zur Verfügung gestellt werden, illustriert dieser Umstand die fortbestehenden Herausforderungen im Ausbau einer umfassend inklusiven Kulturlandschaft, die das „Stakeholder-Engagement“ auf allen Ebenen fordert.

Für Interessierte bieten sich zwei öffentliche Termine an: am Mittwoch, den 16. Juli, und am Samstag, den 16. August, jeweils um 16 Uhr. Die Teilnahmegebühr beträgt 15 € pro Person (ermäßigt 10,50 €), inklusive Eintritt. Angesichts der sensitiven Natur des Angebots ist eine Anmeldung unter Tel. 0 4141 – 79 773 50 oder per E-Mail an buchung@museen-stade.de obligatorisch, um eine optimale Betreuung gewährleisten zu können.

Die Führung im Kunsthaus Stade, Wasser West 7, 21682 Stade, repräsentiert somit mehr als nur eine spezielle Ausstellungsführung. Sie ist ein paradigmatischer Fall für die Evolution der Kunstvermittlung, die sich den gesellschaftlichen Realitäten stellt und das Potenzial von Kunst als Werkzeug für soziale Inklusion und menschliche Würde auf einzigartige Weise zur Entfaltung bringt. Ein notwendiger Schritt im öffentlichen Diskurs über die Rolle der Kultur in einer alternden und diversifizierten Gesellschaft.

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Wenn Blicke Bände sprechen https://www.tiefgang.net/promis-im-portrait/ Fri, 27 Jun 2025 22:13:29 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=11474 [...]]]> Robert Lebeck – ein Name, der bei Kenner*innen der deutschen Fotografie einen besonderen Klang hat. Jetzt zu sehen in Stade. 

Stade.  Seine Bilder sind mehr als bloße Abbildungen; sie sind Seismografen einer Epoche, Spiegel menschlicher Befindlichkeiten und – nicht zuletzt – Zeugnisse eines außergewöhnlichen fotografischen Talents. Vom 5. Juli bis zum 21. September 2025 öffnet das Kunsthaus Stade seine Türen für eine Hommage an diesen Meister der Reportagefotografie: die Ausstellung „Robert Lebeck. Hierzulande“.

Man könnte ihn als einen Chronisten des Augenblicks bezeichnen, einen Beobachter, dessen Kamera immer dann zur Stelle war, wenn das Leben seine ungestelltesten und wahrhaftigsten Momente offenbarte. Lebeck ((1929–2014) war kein Mann der großen Inszenierungen, sondern des feinen Blicks, der die vermeintliche Normalität in ein aussagekräftiges Tableau verwandelte. Das, was andere vielleicht übersehen hätten, fing er ein: die gestohlene Geste, das unbewusste Detail, das flüchtige Gefühl. Seine Aufnahmen, oft für den „Stern“ entstanden, wurden zu Legenden, weil sie nicht nur informierten, sondern auch tief berührten.

Im Zentrum der Stader Ausstellung stehen Lebecks Porträts, und hier zeigt sich seine Meisterschaft in ihrer ganzen Bandbreite. Er begegnete den Giganten seiner Zeit – Willy Brandt, dessen Augen die Last der Geschichte trugen; Maria Callas, deren Ausdruck die Dramatik ihrer Kunst spiegelte; Alfred Hitchcock, dessen Kauzigkeit auf seinen Bildern eine ganz eigene Pointe erhielt; oder Romy Schneider, in Momenten ungeschminkter Authentizität. Lebeck schaffte es, diesen Berühmtheiten so nahe zu kommen, dass ihre Prominenz in den Hintergrund trat und der Mensch zum Vorschein kam. Er verstand es, ihre Aura einzufangen, ohne sie zu entmystifizieren, sondern sie vielmehr in ihrer Menschlichkeit zu erden.

Doch Lebecks Blick war niemals elitär. Er galt in gleichem Maße den sogenannten „einfachen“ Menschen, denen er mit derselben Neugier und demselben Respekt begegnete. Er fotografierte, wenn die Liebe sich in einem Kuss offenbarte, wenn das Leben ausgelassen gefeiert wurde – sei es beim Trinken oder Tanzen. Aber auch die Schattenseiten des Daseins hielt er fest, immer mit einer spürbaren Empathie: Kriegsheimkehrer aus russischer Gefangenschaft, deren Blicke von unermesslichem Leid zeugten; die raue, doch lebendige Szene von St. Pauli nachts um halb eins; oder die Gesichter von Karnevalsgästen und Straßenmusiker*innen, in denen sich Freude, Melancholie und die Geschichten eines ganzen Lebens spiegelten.

Was Lebecks Werk so einzigartig macht, ist die Verbindung aus tiefem Mitgefühl, unstillbarer Neugier und einem feinen, oft hintergründigen Humor. Seine Fotografien sind ein umfassendes Sittenporträt unserer Gesellschaft, ein visuelles Archiv menschlicher Interaktionen, das über die Jahrzehnte hinweg seine Relevanz behalten hat. Man blickt auf seine Bilder und erkennt: Dies ist das Leben, in all seinen Facetten, eingefangen mit einer Ehrlichkeit, die selten ist.

Dass das Werk Robert Lebecks nun im Kunsthaus Stade gewürdigt wird, ist eine besondere Gelegenheit für das Publikum in der Region. Bereits zu seinem 80. Geburtstag wurde sein Schaffen im renommierten Gropius Bau in Berlin gefeiert – ein Beweis für seine nationale und internationale Bedeutung. Die Stader Ausstellung, die in Kooperation mit dem Kunstarchiv der Sparkassenstiftung Lüneburg und dem Archiv Robert Lebeck entsteht, verspricht, die Besucher*innen tief in die menschliche Seele blicken zu lassen. Ein Muss für alle, die sich für Fotografie, Zeitgeschichte und die kleinen, großen Dramen des Lebens begeistern.

Ausstellung „Robert Lebeck. Hierzulande“ – 05. Juli bis 21. September 2025

Kunsthaus Stade, Wasser West 7, 21682 Stade

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Deutsche und tansanische Perspektiven auf eine koloniale Sammlung https://www.tiefgang.net/deutsche-und-tansanische-perspektiven-auf-eine-koloniale-sammlung/ Fri, 06 Jun 2025 22:24:50 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=11923 [...]]]>

Im Herzen von Stade entfaltet sich derzeit eine Ausstellung, die tief in die Verflechtungen von Kolonialgeschichte, kultureller Aneignung und Forschung eintaucht: „AMANI kukita | kung’oa“.

Diese Schau, die noch bis zum 9. Juni 2025 im Schwedenspeicher und Kunsthaus zu sehen ist, präsentiert die Ergebnisse eines dreijährigen Forschungsprojekts, das in Zusammenarbeit mit dem tansanischen National Institute for Medical Research (NIMR) durchgeführt wurde.

Im Fokus der Ausstellung stehen etwa sechshundert Kulturgüter aus Tansania, die seit über 100 Jahren in Stade lagern. Die zentrale Frage, die sich den Besucher*innen stellt: Warum blieben sie so lange unbeachtet, und wie kamen sie überhaupt nach Stade?

Die Recherche führt zurück zum Botaniker Karl Braun (1870–1935), der die tansanischen Kulturgüter während seiner Tätigkeit für das Kaiserlich Biologisch-Landwirtschaftliche Institut Amani in der ehemaligen Kolonie „Deutsch-Ostafrika“ aneignete. Ab 1921 leitete Braun die Zweigstelle Stade der Biologischen Reichsanstalt für Land- und Forstwirtschaft. Kurz vor seinem Tod übergab er seine Sammlung der Stadt Stade.

Installation „Mbuzi“ – Yvette Kießling (Kunsthaus Stade © Museen Stade 2025, Photo: Carsten Dammann)

Die Ausstellung „AMANI kukita | kung’oa“ präsentiert nicht nur die Forschungsergebnisse, sondern reflektiert auch kritisch die Forschungspraxis selbst. Werkzeuge, Instrumente, Textilien sowie Fotografien, Karten und Dokumente erzählen von kolonialer Besetzung, Ausbeutung und kultureller Aneignung.

Künstlerische Arbeiten von Valerie Asiimwe Amani, Rehema Chachage und Yvette Kießling eröffnen dabei neue Perspektiven auf die komplexen Verflechtungen der deutschen Kolonialgeschichte.

Besonders hervorzuheben ist die Künstlerin Yvette Kießling, deren Schaffen dem „Tiefgang“-Lesepublikum nicht unbekannt sein dürfte. Kießling, die einst als „Künstlerin zu Gast in Harburg“ wirkte, hat sich intensiv mit dem Thema Landschaft auseinandergesetzt. „Seit vielen Jahren beschäftige ich mich ausschließlich mit dem Thema Landschaft,“ verriet sie in einem früheren Interview (Tiefgang, 7. Okt. 2017: „Flüsse sind identitätsbestimmend“) mit diesem Magazin. „Im speziellen mit dem Thema Fluss.“ Für „AMANI kukita | kung’oa“ hat sich Kießling dem Ort Amani im tansanischen Usambara Gebirge gewidmet. Sie malt stundenlang en plein air, um die Landschaft unmittelbar zu erfahren und zu verstehen. Dabei interessiert sie sich nicht nur für die äußere Erscheinung, sondern auch für die „kolonialen Migrationsgeschichten der Pflanzen“, die in Amani ein Eigenleben entwickelten.

Die Finissage der Ausstellung am Montag, den 9. Juni 2025, bietet eine besondere Gelegenheit, tiefer in diese Thematik einzutauchen. Yvette Kießling wird gemeinsam mit der Kuratorin Lea Steinkampf durch das Kunsthaus führen und von der dreijährigen Zusammenarbeit mit den Museen Stade und dem National Institute for Medical Research berichten.

„Ein dialogischer Rundgang zwischen Wissenschaft und Kunst“ erwartet die Besucher*innen, so die Ankündigung. Ein Ansatz, der Kießlings Arbeitsweise widerspiegelt, die Malerei und Reflexion stets miteinander verbindet. „Die verschiedenen Wege und Möglichkeiten, die aus dem Arbeiten im Wechselspiel Malerei – Grafik erwachsen, sind für mich sehr wichtig und fruchtbar,“ erklärte sie einst im „Tiefgang“-Interview.

„AMANI kukita | kung’oa“ ist eine Ausstellung, die zum Nachdenken anregt, die Perspektiven erweitert und die komplexen Beziehungen zwischen Deutschland und Tansania aufzeigt. Sie ist ein wichtiger Beitrag zur aktuellen Debatte über Kolonialgeschichte und kulturelles Erbe.

AMANI kukita | kung’oa | FINISSAGE MIT YVETTE KIESSLING
Montag, 9. Juni 2025 | 16:00–18:00 Uhr | Kunsthaus Stade, Wasser West 7 | 21682 Stade

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Gepflanzt und entwurzelt https://www.tiefgang.net/gepflanzt-und-entwurzelt/ Fri, 31 Jan 2025 23:03:55 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=11471 [...]]]> Der Schwedenspeicher und das Kunsthaus Stade widmen sich dieses Jahr auch der Kolonialgeschichte Stades.

Seit über 100 Jahren lagern fast sechshundert Kulturgüter aus Tansania in Stade. Warum blieben sie so lange unbeachtet? Und auf welchen Wegen sind sie nach Stade gekommen? Welche Bedeutung haben sie für die Menschen in Tansania heute?

Mit der Ausstellung AMANI kukita | kung’oa (gepflanzt | entwurzelt) präsentieren die Museen Stade Prozesse, Ergebnisse und Reflexionen eines dreijährigen Forschungsprojekts, das in Kooperation mit dem tansanischen National Institute for Medical Research durchgeführt wurde. Untersucht wurden Kulturgüter, die sich der Botaniker Karl Braun (1870–1935) in der ehemaligen Kolonie „Deutsch-Ostafrika“ angeeignet hat, während er für das botanische Forschungsinstitut Amani tätig war. Die Ausstellung gibt Einblicke in den Forschungsprozess und lädt Sie ein die damit verbundenen ethischen Fragen kritisch zu reflektieren.

Werkzeuge, Instrumente, Textilien ebenso wie Fotografien, Landkarten und Dokumente erzählen in der Ausstellung von der Ausbeutung der Menschen und der Natur sowie der Aneignung von Kultur im Zusammenhang der Kolonialgeschichte Tansanias. Im Zusammenspiel mit den Forschungsergebnissen zeigt die Ausstellung weiterhin künstlerische Beiträge von Valerie Asiimwe Amani (*1991), Rehema Chachage (*1987) und Yvette Kießling (*1978). In raumgreifenden multimedialen Installationen und Tuschlithografien greifen die Künstlerinnen die verhandelten Themen auf.

Forschung und Ausstellung werden gefördert von:
Deutsches Zentrum Kulturgutverluste, Kulturstiftung der Länder, Stiftung Niedersachsen, Landschaftsverband Stade, Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung, EWE-Stiftung, Freund*innen der Museen Stade, Rotary Club Stade

Ausstellung: 15.02. – 09.06.2025

Museen Stade | Wasser West 39 | 21682 Stade

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Ohne Ziel, aber nie ohne Zweck! https://www.tiefgang.net/ohne-ziel-aber-nie-ohne-zweck/ Fri, 12 Jul 2024 22:45:27 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=11018 [...]]]> Die Performance-Künstlerin Marinella Sentore agiert aktuell in Stade. Nun kommt sie ins Gespräch …

Aktuell läuft noch bis 8. September 2024 die Ausstellung TOGETHER WE STAND der Künstlerin Marinella Sentore im Kunsthaus Stade.
Nun gibt es ein Künstlerinnen-Gespärch mit:

ARTIST TALK | 19. Juli um 19.30 Uhr,  Ort: Kunsthaus, VVK: 12 € | AK: 15 €

Das Gespräch ist eine Live-Online-Zuschaltung der Künstlerin aus ihrem Studio ins Kunsthaus und findet in englischer Sprache statt

Zahlreiche Werke der aus Italien stammenden, international gefeierten Künstlerin Marinella Senatore (*1977) sind aktuell im Kunsthaus Stade zu sehen. Die Ausstellung präsentiert einen umfassenden Einblick in Senatores Schaffen, das sie aus ihren partizipativen Projekten heraus entwickelt: Grafische, skulpturale, filmische und installative Arbeiten stehen in engem Zusammenhang mit ihren öffentlichen Umzügen, Workshops und Langzeitprojekten, für die sie große Gruppen von Menschen, teilweise sogar ganze Orte in mehreren Ländern mobilisiert. Mehr als 7 Millionen Menschen sind seit 2012 weltweit in ihrer bis heute aktiven School of Narrative Dance friedlich zusammengekommen. Die Werke in der Ausstellung sind farbenfrohe Verweise auf die vielfältigen Orte und Begebenheiten, in denen Senatore Menschen zusammenbrachte.

In Senatores Projekten geht es darum, Selbstwirksamkeit zu erleben, für sich einzustehen und als Gruppe vergnüglich zusammen zu kommen. Sie zelebrieren ein Tanzen, Singen, Musizieren und Sichbewegen als eine Zuwendung zu jahrtausendealten Praktiken und stehen für eine neue Verbundenheit ohne alte Doktrinen. Senatore ist Aktivistin, Dozentin und eine der wichtigsten Vertreter*innen einer jungen, weltweiten Bewegung, die sich für einen gesellschaftlichen Wandel einsetzt.

Ausgebildet in Kunst, Orchesterspiel und Filmregie entwickelt sie kollaborative Prozesse, die auf neuen Erfahrungen von Zusammengehörigkeit basieren und über die sie am 19. Juli im Kunsthaus öffentlich spricht. Senatore über ihr Arbeiten reden zu hören, ist außergewöhnlich und für Stade ein einmaliges Ereignis. Ausgehend von ihren jahrelangen Erfahrungen und Erlebnissen in weltweiten Projekten, reflektiert Senatore gesellschaftliche Themen die jede*n von uns betreffen und höchst aktuell sind. Bereits ihr erster Stadebesuch zeigte, dass dies augenöffnend und sehr berührend sein kann. Zugleich vermitteln Senatores Erzählungen ein Zusammengehörigkeitsgefühl und Empowerment. Das offene Gesprächsformat des Abends bietet eine Möglichkeit der Beteiligung.

Der Artist Talk mit Marinella Senatore findet in englischer Sprache statt und wird moderiert von Luisa Fink, Kuratorin der Ausstellung

TOGETHER WE DANCE, Innenstadt, Samstag 20. Juli, 16-21 Uhr, kostenlos

Gleich am nächsten Tag, am Samstag den 20. Juli, findet das nächste Event im Rahmen des Community-Programms zur Ausstellung statt. Für den Zeitraum der Ausstellung sind zahlreiche Aktionen geplant, die unter dem Motto „Together We Stand“ stehen. Inspiriert von den Werken von Senatore laden die Museen Stade mit mehreren großen Veranstaltungen dazu ein, ganz im Sinne der Künstlerin neue Formen von Gemeinschaft zu erleben und zum WIR-Gefühl der Stadt beizutragen. Einladungen in verschiedenen Sprachen und ein freier Eintritt für alle die sich beteiligen, sind Teil des Programms. Die Teilnahme an den Veranstaltungen ist ebenfalls kostenlos.

Stade tanzt

Hast du Lust dich zu bewegen oder Performances von Stader Tänzer*innen zu sehen? Kommt vorbei, um gemeinsam neue Tänze zu lernen oder einfach Spaß zu haben. Alle in Stade sind willkommen, egal welches Level, Alter, ob Paar oder Gruppentanz. Erweckt eure Stadt zum Leben!

MARINELLA SENATORE

Marinella Senatore studierte von 1994 bis 1998 bildende Kunst an der Accademia di Belle Arti in Neapel. Von 1999 bis 2002 studierte sie Kinematografie am Centro Sperimentale di Cinematografia in Rom und beginnt, die Praxis kollaborativer Filmproduktionen für ihre Kunst anzuwenden. Seit 2006 unterrichtet sie u.a. an der Universität von Kastilien-La Mancha, der Universität Complutense Madrid, der Nuova Accademia di Belle Arti in Mailand und bei The Alternative Art School.

Senatore gründet 2012 ihre School of Narrative Dance als langfristiges Projekt. Mit dieser reisenden und kostenlosen Schule entwickelte sie neue Möglichkeiten einer partizipatorischen Kunst. Im Laufe der Jahre wurde die Schule von zahlreichen Institutionen eingeladen, darunter Villa Stuck, München und Museum der Moderne, Salzburg (beide 2023); Palais de Tokyo, Paris (2022); TAAK, Amsterdam (2021); Magazzino Italian Art, New York (2019); Manifesta 12, Palermo (2018); Centre Pompidou, Paris (2017); Faena Forum, Miami (2016); Biennale Venedig (2015); MAXXI, Rom (2014).

Auszeichnungen und Stipendien (Auswahl): ACACIA Prize, Italian Council Award, Art Grant Dresden, MAXXI / AMACI Rom, Castello di Rivoli-Fellowship, American Academy in Rome Fellowship, The New York Prize, Dena Foundation Fellowshi

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Ein Sommer des Kollektivs https://www.tiefgang.net/ein-sommer-des-kollektivs/ Wed, 19 Jun 2024 07:10:36 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=10947 [...]]]> Seit dem 8. Juni ist im Kunsthaus Stade die Ausstellung Together We Stand mit Werken von Marinella Senatore zu sehen. Nicht verpassen aber sollte man ihre Live-Performances!

Die aus Italien stammende, international gefeierte Künstlerin (Jg. 1977) stellt im Kunsthaus ihre Collagen, Zeichnungen, Installationen und Filme vor. Die Werke stehen in engem Zusammenhang mit ihren öffentlichen Umzügen, Workshops und Langzeitprojekten, für die sie große Gruppen von Menschen, teilweise sogar ganze Orte in mehreren Ländern mobilisiert. Auch in Stade gibt es neben der Schau im Kunsthaus ein umfangreiches Community-Programm, das am kommenden Samstag startet.

Für den Zeitraum der Ausstellung sind zahlreiche Aktionen geplant, die unter dem Motto „Together We Stand“ stehen. Der Titel ist einer von Senatores Zeichnungen entlehnt, die eine Demonstration 2014 auf dem Golden Bauhinia Square in Hong Kong zeigt. Tausende Student*innen und Pro-Demokrat*innen setzten sich im Finanzdistrikt der Stadt für den Rücktritt von Leung Chun-ying und offene Wahlen ein. Inspiriert von den Werken von Senatore laden die Museen Stade mit mehreren großen Veranstaltungen dazu ein, ganz im Sinne der Künstlerin neue Formen von Gemeinschaft zu erleben und zum WIR-Gefühl der Stadt beizutragen. Einladungen in verschiedenen Sprachen und freier Eintritt für alle die sich beteiligen, sind Teil des Programms. Die Teilnahme an den Veranstaltungen ist kostenlos.

Marinella Senatores Performance „The School of Narrative Dance“ in Paris 2017 als Teil von MOVE, Centre Pompidou (© Courtesy of the Artist, Foto: Alessandro Manna)

TOGETHER WE PICNIC (im Rahmen der SuedArt24)
Freilichtmuseum auf der Insel, Samstag 22.06.2024, ab 13 Uhr

Entdecke die kulinarische Vielfalt deiner Stadt und genieße ein gemeinsames Picknick. Alle sind eingeladen mit dabei zu sein. Also: Packt euren Picknickkorb, die Lieblingsdecke und freut euch auf einen leckeren Tag mit toller Musik, Outdoor-Spielen und vielen Köstlichkeiten.

TOGETHER WE PAINT
Neuer Hafen, Freitag, 05.07.2024, ab 17 Uhr bis zum Sonnenuntergang

Kommt zusammen und bemalt gemeinsam eure Stadt. Alle sind willkommen die Treppen am Wasser mitzugestalten. Gemalt wird mit Kreide und Sprayfarbe. Neben der Kunst gibt es ein buntes Rahmenprogramm. Die Aktion findet im Rahmen der Langen Nacht in Stade statt.

TOGETHER WE DANCE
Innenstadt, Samstag 20.07.2024, 16-21 Uhr

Marinella Senatore, The School of Narrative Dance, Cold Spring, 2019 (© Courtesy of the Artist und Magazzino Italian Art, Cold Spring, Foto: Alexa Hoyer)

Hast du Lust dich zu bewegen oder Performances von Stader Tänzer*innen zu sehen? Kommt vorbei, um gemeinsam neue Tänze zu lernen oder einfach Spaß zu haben. Alle in Stade sind willkommen, egal welches Level, Alter, ob Paar oder Gruppentanz. Erweckt eure Stadt zum Leben!

TOGETHER WE JAM
Innenstadt, Samstag 03.08.2024, 14-18 Uhr

Stade dreht die Musik auf. Bringt eure Instrumente mit und bereichert eure Stadt mit einer großen gemeinsamen Jamsession. Auf einer offenen Bühne könnt ihr zusammen Musik machen. Verschiedene Gruppen sind an diesem Tag in der Stadt unterwegs, um euch zu inspirieren und mit Musik zu bereichern.

TOGETHER WE PLAY
Bürgerpark, Sonntag 11.08.2024, 11-18 Uhr

Holt die Familie zusammen, ladet eure Bekannten ein! Wir veranstalten gemeinsam für alle ein großes Spielefest im Bürgerpark. Es werden verschiedene Spielstationen mit unterschiedlichen Geschicklichkeiten für Groß und Klein dabei sein. Der Spaß steht im Mittelpunkt!

Einfach vorbeikommen oder anmelden über WhatsApp: 01573 2481531 oder together@museen-stade.de #togetherstade

 

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Der Kunstmarathon kommt auf die Zielgerade! https://www.tiefgang.net/der-kunstmarathon-kommt-auf-die-zielgerade/ Tue, 18 Jun 2024 22:21:15 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=10941 [...]]]> Die einzigartige Kooperation von gut 25 Kunstinstitutionen der südlichen Metropolregion Hamburgs geht am 24. Juni in die letzte der vier Festwochen! Und da geht es nochmal richtig zur Sache!

Schon den ganzen Juni über präsentiert die SuedArt24 gut 25 Kunstinstitutionen, ihre Orte, Geschichte, Ausrichtung und eben aktuellen Künstler*innen in der südlichen Metropolregion Hamburgs. Hunderte Kunstinteressierte zog es schon in Führungen, Ausstellungen und Kursangebote von Stade bis Hamburg-Harburg. Und meist mit der S-Bahn! „Die Resonanz ist schon jetzt großartig“, so Heiko Langanke, Vorsitzender der Kunstleihe Hamburg e.V.“ und Initiatorin der SuedArt. „Kunstorte und ihre Ausstellungen sind ein echtes Gesprächsthema geworden. Der Blick hinter die Kulissen der Kunststätten wie Kunsthaus Stade, Falckenberg-Sammlung, Schloss Agathenburg oder Galerie1565 aber auch die Unterschiedlichkeit der Kunstpositionen auf so dichtem Raum zu erleben, hat Menschen aus der Metropolregion erstaunt und neugierig gemacht. Viele sind von der Menge, Qualität und Vielfalt positiv überrascht. Andere wiederum konnten ihr Blickfeld über die angestammten Interessen hinaus deutlich erweitern.“ Und so lohnt es sich, auch die letzte Woche nochmal intensiv die Kunst des Südens Hamburgs zu inhalieren! Los geht es in der Harburger Lämmertwiete …

Mo., 24. Jun., 13 Uhr: Mayr´sches Haus / Künstler zu Gast in Harburg e.V., Lämmertwiete 14, 21073 Hamburg-Harburg

Atelierbesuch bei Stipendiatin Uzma Sultan

Dass in Harburg jedes Jahr Stipendien für Bildenden Künstler*innen vergeben werden, ist vielen nicht bekannt. Dabei gibt es seit den 80er Jahren gar einen Verein namens „Künstler zu Gast in Harburg e.V.“ und der verfügt sogar über ein eigenes Haus – das Mayr´sche –  samt Atelier und Künstler*innenwohnung an prominenter Stelle. Dieses Jahr etwa ist die eigentlich in London lebende und arbeitenden Künstlerin Uzma Sultan zu Gast. Uzma Sultan lebt und arbeitet in London und ist eine der nominierten Künstlerinnen für den Moth Art Prize 2021, eine Gewinnerin des Newsprint Open 2021 und steht auf der Longlist des Jacksons Painting Prize 2022. Zu den jüngsten Ausstellungen gehören Artspace’23 im Old Pacels Office, Scarborough, Townhouse Open ’23, Stardust, Edition X, Museo Archealogico, Atri, Abruzzo, A Generous Space 3, Huddersfield Art Gallery

Uzma Sultan ist die aktuelle „Künstlerin zu Gast in Harburg“

In ihren Arbeiten spiegeln sich ihre multikulturellen Einflüsse wider. Da Sultan hat in vielen Ecken der Welt gemalt und Materialien und Inspirationen während ihrer Reisen bezogen. Ihre Bilder bestehen aus detaillierten Innenräumen, hellen Farbpaletten und einer großen Aufmerksamkeit für Muster.

Typische Materialien ihrer Arbeit sind Plexiglas, Aluminium und Vinyl bis hin zu traditionellen Leinwand und Leinen. Die Materialien findet sie oft auf den Märkten ihrer Heimatstadt Karachi. In einer Welt, in der Dinge nur noch aus Plastik sind, sieht Uzma Sultan auch die Notwendigkeit Kunst aus ihm zu machen.

www.Uzmasultan.com, www.singulart.com

Die., 25. Jun., 14 Uhr – Harburger Rathausplatz (beim Tubaspieler), 21073 Hamburg-Harburg,

Führung mit Hans-Ulrich Niels

Eintritt frei! Anmeldung erbeten unter: 040 / 42871 2497

Das hat kein anderer Hamburger Stadtteil zu bieten: Einen Kunstpfad, der sich durch die Innenstadt schlängelt und die markantesten 27 Kunstwerke des öffentlichen Raumes miteinander verbindet.

Zu erkennen ist der Pfad an den bronzenen Bodenmarkierungen mit dem Schriftzug „Kunstpfad“. Die klassischen wie auch zeitgenössischen Werke sind nicht nur ein Spiegel der Kunstgeschichte, sie sind vor allem lesbare Stadtgeschichte. Prominente Künstler der Gegenwart reihen sich an die nun vergessenen, aber einst berühmten Künstler vergangener Zeiten – gemeinsam ist ihnen die enge Verbundenheit mit Harburg.

Anlässlich der SuedArt bietet das Stadtmuseum Harburg eine geführte Tour an, die spannende Details und Hintergründe zu den Kunstwerken vermittelt.

Der Harburger Kunstpfad wurde erstmals 1994 als Rundgang zu Kunstwerken im öffentlichen Raum ins Leben gerufen. Nachdem er einige Zeit in Vergessenheit geriet, wurde er 2007 durch die Initiative des einstigen Kulturredakteurs Ernst Brennecke, dem Kulturpolitik Siegfried Bonhagen und dem seinerzeit neuen Museumsdirektor Rainer-Maria Weiss wieder belebt und vergrößerte sich sogar. Mit Unterstützung der „Norddeutschen Affinerie“ (heute Aurubis) wurden tropfenförmige Wegweiser aus Kupfer gegossen und in den Boden gesetzt und führen heute zu knapp 30 Kunstwerken mit eigener Ge-schichte, eigener Position und eigener Zeit.

Eine Broschüre des Museums aber auch eine Kulturrouten-App erläutern Hintergründe zur Kunst und ihren Urheber*innen.

Mi., 26. Jun., 19 Uhr: Altes Rathaus Buxtehude, Breite Str. 2, 21614 Buxtehude: 40 Jahre Artothek Buxtehude

Gespräch mit Torsten R. Lange (Kulturbüro Buxtehude), Marie-Theres Beinroth (Artothek Buchholz i.d.N.), Heiko Langanke (Kunstleihe Hamburg e.V.)

Artotheken: Zeit für Kunst – Kunst auf Zeit

In Buxtehude, Buchholz i.d.N. und Hamburg-Heimfeld gibt es Artotheken, also Kunstverleihe. Die Artothek Buxtehude feiert aktuell gar ihr 40-jähriges Bestehen. Grund genug über die Rolle des Kunstverleihs im allgemeinen Kunstbetrieb mal ausführlicher zu reden.

Collage: Hansestadt Buxtehude

Das Verleihen von Kunst entstammt einer Idee der 1920er Jahre, Kunst zu demokratisieren und allen zur Verfügung zu stellen. Für eine Weile nimmt man die Kunst ins persönliche Umfeld auf, setzt sich ganz individuell mit Technik, Motiv, Position auseinander und erhält zugleich einen Einblick in die meist lokale zeitgenössische Kunstszene. Die Ansätze sind verschieden und reichen vom Aspekt der Würdigung der lokalen Kunstszene bis hin zur niedrigschwelligen Kunstvermittlung. In Zeiten der share economy also ein hochaktuelles Thema.

Das 40jährige Bestehen der Buxtehuder Artothek ist uns Anlass, alle drei Kunstverleihe der südlichen Metropolregion zu Wort und Bild kommen zu lassen, ihre unterschiedlichen Grundlagen und Arbeitsweisen kennen zu lernen und einen tieferen Einblick in ihre ergänzende Rolle zu im allgemeinen Kunstbetrieb bekommen.

Do., 27. Jun., 18:30 Uhr: MSH (Medical School HH), Schellerdamm 22 (3. OG),  21079 HH-Harburg:

Abschlussgespräch mit Sebastian Dannenberg / Michael Ganß zur Kunstaktion „Traces of Human Presence“

Mit „Traces of Human Presence“ loten Michael Ganß und Sebastian Dannenberg die Möglichkeit von bildnerischen Mitteln im Stadtraum aus. Traces of Human Presence ist eine performative Aktion im Stadtraum Harburg, die immer ausgehend vom Campus am Schellerdamm den Stadtraum mit gemalten Pinselspuren vermisst.

Ganß und Dannenberg arbeiten dazu während der gesamten Laufzeit mit Studierendengruppen des Arts and Social Change Campus zusammen und malen ephemere Linien mit Kreide auf Bürgersteige und Wege. Dabei wird der Stadtraum erkundet und sich auf eine ungewöhnliche Weise zeigen gemacht. Die Künstler greifen dabei auf gewohnte Seherfahrungen des Urbanen zurück, allerdings auf eine absurde, spielerische Weise. Die Linie irritiert, sie hat keine Funktion, sie teilt nicht, sie leitet nicht, sie regelt nicht und erfüllt damit keine der Gesetzmäßigkeiten mit den wird im Stadtraum konfrontiert sind.  Seien sie gespannt wo diese Linien erscheinen werden, und fühlen sie sich eingeladen den Spuren ein Stück zu folgen um zu sehen wohin sie führen.

Fr., 28. Jun., 17 Uhr: Alles wird schön e.V., Friedrich-Naumann-Str. 27, 21075 Hamburg-Heimfeld, Vernissage „Zodel-Cut“

Kunst und Fußball-EM – das kann sich auf ungewöhnliche Art und Weise befruchten. „Möge das Beste gut abschneiden“, hat sich also auch Dietmar Schaz alias Willi Zodel gesagt und die Schere zerteilt die Fußballsticker zu langen Schlangen und schafft dadurch Raum. Von der Nasenspitze über die Augenhöhle zum Haarscheitel hin zu uniformierten Nationaltrikots.

Beim Stein: der Stein wird eingeschnitten, mit einer Flex brechen die Einschnitte die Runde Form des Steins gibt dem Stein Gesicht. In wenigen Sekunden schneidet die Trennscheibe die Form der durch Eiszeiten und dem Weg hierher abgerundeten Form, schafft einen neuen Blick wie auf Flusssteine, diese kleinen Findlinge. Dietmar Schaz zerschneidet den Stein und Willi Zodel den Fußballsticker, so dass sich alles wieder zu einer Person fügt: Der Person des Bildhauers.

Die Leichtigkeit in der Arbeit mit Papier und Schere ist für Zodel Erholung und Inspiration zugleich für die Arbeit in Stein. Der Ball schnitt sich seinen Weg zwischen den Gegenspielern ins gegnerische TOR!

Dietmar Schaz alias Willi Zodel lebt und arbeitet in Hamburg als Bildhauer, Steinmetz und freier Künstler. Er wurde 1965 in Tuttlingen/Donau geboren und machte in Meßkirch seien Ausbildung zum Steinmetz. Kunst studierte er erst ab Mitte der 90er Jahre in München und Hamburg. Zuvor initiierte er einige Jahre das Projekt „Walddörfer Wanderwege – WWW“, das Wanderwege mit Findlingen kunstvoll ausschmückte. Er war 2016 Mitbegründer des Comic-Büros Hamburg und stellt seit Jahren regelmäßig an diversen Orten in Hamburg aus.

Während der Ausstellung finden auch Live-Übertragungen der Fußball EM in der Galerie statt und es bietet sich auch die Möglichkeit Panini-Sammelbildchen zu tauschen oder zu zerschneiden. Die Ausstellung ist dann noch bis zum 14. Juli zu sehen.

Sa., 29. Jun., 16 Uhr: MSH, Schellerdamm 22 (3. OG), 21079 Hamburg-Harburg:

KAP – Künstlerische Abschluss Präsentation der Studiengänge der MSH

Die Ausstellung KAP24, Künstlerische Abschluss Präsentation 2024, gibt einen Einblick in die diversen künstlerisch-sozial oder künstlerisch-therapeutischen Studiengänge der Medical School Hamburg in den Räumen des Arts and Social Change Campus im Schellerdamm 22 in Hamburg Harburg. Die Studierenden der Studiengänge EAST BA (Expressive Arts in Social Trans-formation), Kunsttherapie BA, Musiktherapie BA und Intermediale Kunsttherapie MA zeigen im Rahmen dieser Veranstaltung ihre künstlerischen Abschlussarbeiten. Zu erleben sind diverse künstlerische Arbeiten aus den Bereichen Bildender Kunst, Musik, Sound, Poesie, und Performance. Seien sie gespannt mit welchen Strategien und Werken die Student*innen sich dem öffentlichen Diskurs stellen.

Sa., 29. Jun., 18:30 Uhr: Kulturhaus Süderelbe, Am Johannisland 2, 21149 Hamburg-Neugraben:

Führung zur Finissage “Iryna Kogan – Vilnius”

Entdecken Sie die faszinierende Welt von Vilnius in einer Ausstellung, die dem Glanz und der Liebe zur Hauptstadt Litauens gewidmet ist. Die Bilder zeigen Vilnius, eine Stadt, eingebettet in Mythen, Kunst und dem Drang nach Freiheit. Tauchen Sie ein in die Legende um den litauischen König Gedemin und den eisernen Wolf, dessen mystisches Heulen einst den Grundstein für die Gründung Vilnius’ legte.

Die Ukrainerin Iryna Kogan lebt seit 2007 in Deutschland und führt mit der Ausstellung durch ihre persönliche Reise der Verzauberung und Zuneigung zu Vilnius. Als Hausärztin mit einer brennenden Leidenschaft für Kunst und Malerei, schöpft Kogan ihre Inspiration aus der Natur, antiken Städten, Mythologie und Geschichte. Die ausdrucksstarken Ölgemälde der Autodidaktin laden dazu ein, eine tiefe Verbindung zur Stadt Vilnius zu knüpfen. Die Ausstellung endet dann am 30. Juni.

So., 30. Jun., 11 Uhr: Kunstverein Buchholz i.d.N., Kirchenstr. 6, 21244 Buchholz i.d.N.:

Elke Kegel-Judis – Finissage

Elke Kegel-Judis (Jg. 1938) wurde in Berlin geboren, studierte an den Kunsthochschulen Hamburg (Prof. Kurt Kranz, Karl Kluth) und Berlin (Prof. Hann Trier) sowie der Universität Hamburg. Sie leitete von 1973 bis in die 90er Jahre die GALERIE JOLKA in Buchholz, die regionale Künstler mit Ausstellungen im eigenen Wohnraum förderte. Sie war Dozentin für Malerei an der Volkshoch-schule in Hittfeld, Kunsterzieherin am Gymnasium Am Kattenberge, Buchholz hatte seit 1989 ein Sommeratelier in Vissec im franz. Languedoc, lebt und arbeitet in Buchholz.

Der Kunstverein Buchholz ehrt sie mit der Ausstellung „Spuren von Zeit“ für ihr jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement für Kunst und Kultur. Elke Kegel-Judis war Ideengeberin für Kunstausstellungen, für Gründungen von Künstlergruppen oder Buchveröffentlichungen. Ihre eigene Kunst (Öl, Acryl, Aquarell, Radierung) hat sie nie in den Vordergrund gestellt. Vielmehr war ihr daran gelegen, junge aufstrebende Künstler zu unterstützen und zu fördern. Sie war beteiligt an Katalogveröffentlichungen des BBK Hamburg, der SEEVETALER Künstler und am Buch „Kunst in Buchholz“ sowie an weiteren Büchern wie „Bildende Kunst im Landkreis Harburg“ und der Sammlung hit-Technopark Hamburg Kunst verbindet.

Ihre Bilder sind im Besitz der Stadt Buchholz und den Buchholzer Partnerstädten Canteleu und Järvenpää. Seit 2001 ist sie in der Artothek der Stadtbücherei Buchholz vertreten.

Im Kunstverein Buchholz und im Geschichts- und Museumsverein ist Elke Kegel-Judis‘ Rat gefragt und gewünscht.

 Zur SuedArt24:

SuedArt24 ist eine neuartige Kooperation der bedeutendsten Kunstorte im Süden Hamburgs. Sie stellt Künstler*innen und aktuelle Ausstellungen aber vor allem auch die Kunstorte, ihre Geschichte und Entwicklungen vor. Sie wird dabei von der Adalbert Zajadacz- und Claussen-Simon-Stiftung, der Sparkasse Harburg-Buxtehude und der Hamburger Kulturbehörde unterstützt.

Zum Event, das den ganzen Juni über läuft, gibt es neben einer ausführlichen Website www.sued-art.de auch ein gedrucktes Programmheft, das haptisch hochwertig gestaltet auch ein Statement der Kunstregion abgibt. Und auch dies ist online abrufbar. Und wer den einen oder anderen Termin nicht wahrnehmen kann: das Programm gibt auch Hinweise, wann und wie lange welche Ausstellungen wo auch so zu besuchen sind.

Teilnehmende Institutionen: Kunsthaus Stade, Schloß Agahtenburg, Kunststätte Bossard, der Marschtorzwinger und die Artothek Buxtehude, die Buxtehuder Kunstinsel, die kleine Flethphilharmonie wie auch die Kunströsterei Buxtehude, das Neugrabener Kulturhaus Süderelbe, die Heimfelder Hall, die MSH Hamburg, die Kunstinitiative der TUHH, die Kunstleihe Harburg, der Kunstverein „Alles wird schön“ in Heimfeld, die Harburger Galerie 1565, das Mayr´sche Haus Harburg, der Harburger Kunstpfad, das Harburger HabibiAtelier, die Freiluftgalerie Walls Can Dance, das Stadtmuseum Harburg, das Harburger Kulturwohnzimmer, der Kunstverein Harburger Bahnhof, die Sammlung Falckenberg in Harburg, die Artothek und der Kunstverein in Buchholz / Nordheide.

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Depots, Gärten und ein Picnic https://www.tiefgang.net/depots-gaerten-und-ein-picnic/ Thu, 13 Jun 2024 11:55:55 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=10926 [...]]]> Die einzigartige Kooperation von gut 25 Kunstinstitutionen der südlichen Metropolregion Hamburgs geht am 17. Juni in die 2. Woche und es gibt sogar ein Picnic!

Mo., 17. Jun., 12 Uhr: HabibiAtelier: Kunstkursus „Pastell“, Lüneburger Str. 39 (Harburg Arcaden, OG) | 21073 Hamburg-Harburg

Am Montag, den 17.06 wird Luka im Rahmen der “Winter” Ausstellung im Habibi Atelier einen Pastell Workshop anbieten. Sie ist 22 Jahre alt und Meisterschülerin in Malerei. So wie bei dieser Ausstellung hat sie bereits bei der “ArtExpo” im Winter 2023 mitgewirkt und ist Teil des Habibi Ateliers.
Luka malt hauptsächlich mit Pastellkreiden und freut sich darauf, noch mehr Menschen für dieses Medium zu begeistern!

Das Depot (Foto: Deichtorhallen ( Sammlung Falckenberg)

Mo., 17. Jun., 14 Uhr: Sammlung Falckenberg: Führung durchs Depot, Wilstorfer Str. 71 | 21073 Hamburg-Harburg

Eintritt: 10,- €, Anmeldung über post@sued-art.de, begrenzte Teilnehmerzahl!

Die Sammlung Falckenberg umfasst mehr als 2.200 Werke von 450 Künstler*innen. Ihr Schwerpunkt liegt auf deutscher und amerikanischer Gegenwartskunst der letzten 40 Jahre, die nach dem Zweiten Weltkrieg als Aufstand gegen die Eliten und das Kunstestablishment insbesondere in den USA und Deutschland entstanden ist. Die großzügigen Räume machen es möglich, größere Installationen und multimediale Projekte von Künstler *innen wie John Bock, General Idea, Thomas Hirschhorn, Mike Kelley, Jon Kessler, Sarah Lucas, Jonathan Meese und Gregor Schneider zu präsentieren. Neben der Sammlung werden auch hier regelmäßig umfangreiche Wechselausstellungen gezeigt. Ein umfangreiches Rahmenprogramm ergänzt die Ausstellungen.

Die Sammlung ist international mehrfach ausgezeichnet und setzt Akzente auf Querdenker und Außenseiter des Kunstbetriebs, die mit subversiven, oft genug ironischen bis hin zu sarkastisch-zynischen Betrachtungsweisen die traditionellen Vorstellungen einer Repräsentationskunst des Guten, Wahren und Schönen unterlaufen.

Die., 18. Jun., 12:30 Uhr: Galerie 1565: „Franz Kaiser – Oh, schöne Welt““, Harburger Schloßstr. 13 | 21079 Hamburg-Harburg

Führung mit Andreas Winzer durch die Ausstellung.

18.6. Franz Kaiser, Galerie1565 Harburg

Franz Kaiser (1888-1971) war ein vielseitiger Künstler mit einer ungewöhnlichen Biografie. Als kritisch kommen-tierender Zeitgenosse erlebte er zwei Weltkriege, die bewegten zwanziger Jahre, die NS-Zeit und die Jahre nach 1945, in denen sein Hauptwerk entstand. Seine künstler-ische Vielfalt präsentiert sich in Malerei, Collagen, Zeichnungen, Skulpturen, Keramik- und Holz-Arbeiten sowie Textilien. In einigen Sparten entwickelte er spezifische Techniken, um seine Ideen zu vertiefen, z.B. eine Brandtechnik für Collagen. Schon zu Lebzeiten fanden seine Werke interessierte Sammler, die wohl Bekanntesten waren Helmut und Loki Schmidt. Kaisers umfangreiches Werk wurde nach seinem Tod von Dr. Jürgen Winzer in Hamburg bewahrt, der ihm als Freund und Arzt nahestand. Seit 2017 setzt sich der „Freundeskreis Franz Kaiser“ dafür ein, den heute vergessenen Künstler und sein Werk mit über 1500 Arbeiten von Gemälden, Collagen, Reliefs, Stoffmalereien, Zeichnungen, Mischtechniken und Skulpturen zu würdigen.

Zwischenzeitlich befasste sich der Künstler zum Broterwerb mit angewandter Kunst und Kunsthandwerk. Seine selbstgewebten, künstlerisch hochwertigen Teppiche und Wandbehänge wurden zu Lebzeiten in verschiedenen Ausstellungen gezeigt.

Autodidaktisch eignete er sich die Technik der Holzverarbeitung und Keramikherstellung an, schnitzte Dekorationen, baute Möbel, brannte in einer umgebauten Teertonne große Gefäße, künstlerische Objekte und Gebrauchsgeschirr. Sie verhalfen dem asketisch lebenden Paar zum Überleben.

Die Ausstellung ist noch bis zum 31. Aug. 2024 zu sehen

Die., 18. Jun., 14 Uhr – Harburger Rathausplatz (beim Tubaspieler): der Harburger Kunstpfad  | 21073 Hamburg-Harburg

Führung mit Hans-Ulrich Niels, Eintritt frei! Anmeldung erbeten unter: 040 / 42871 2497

Das hat kein anderer Hamburger Stadtteil zu bieten: Einen Kunstpfad, der sich durch die Innenstadt schlängelt und die markantesten 27 Kunstwerke des öffentlichen Raumes miteinander verbindet.

Zu erkennen ist der Pfad an den bronzenen Bodenmarkierungen mit dem Schriftzug „Kunstpfad“. Die klassischen wie auch zeitgenössischen Werke sind nicht nur ein Spiegel der Kunstgeschichte, sie sind vor allem lesbare Stadtgeschichte. Prominente Künstler der Gegen-wart reihen sich an die nun vergessenen, aber einst berühmten Künstler vergangener Zeiten – gemeinsam ist ihnen die enge Verbundenheit mit Harburg.

18.6., Kunstpfad, Aufrechter Gang, Harburg

Anlässlich der SuedArt bietet das Stadtmuseum Harburg eine geführte Tour an, die spannende Details und Hintergründe zu den Kunstwerken vermittelt.

Der Harburger Kunstpfad wurde erstmals 1994 als Rundgang zu Kunstwerken im öffentlichen Raum ins Leben gerufen. Nachdem er einige Zeit in Vergessenheit geriet, wurde er 2007 durch die Initiative des einstigen Kulturredakteurs Ernst Brennecke, dem Kulturpolitik Siegfried Bonhagen und dem seinerzeit neuen Museumsdirektor Rainer-Maria Weiss wieder belebt und vergrößerte sich sogar. Mit Unterstützung der „Norddeutschen Affinerie“ (heute Aurubis) wurden tropfenförmige Wegweiser aus Kuper gegossen und in den Boden gesetzt und führen heute zu knapp 30 Kunstwerken mit eigener Geschichte, eigener Position und eigener Zeit.

Eine Broschüre des Museums aber auch eine Kulturrouten-App erläutern Hintergründe zur Kunst und ihren Urheber*innen.

Mi., 19. Jun., 12 Uhr: Galerie 1565: Führung durch Galerie & Gruppenausstellung, Harburger Schloßstr. 13 | 21079 Hamburg-Harburg

Gruppenausstellung: Elena Bulycheva | Daniel Hörner | Stephanie Jacobs | Sandrine Mahéo

Bei der Führung werden die Galerie wie auch die Gruppenausstellung gleichermaßen vorgestellt und erläutert.

Die GALERIE1565 ist ein Raum für zeitgenössische Kunst, eine der größten privaten Galerien Hamburgs mit über 660qm Ausstellungsfläche. Seit Frühjahr 2023 hat sich die GALERIE1565 mit monatlich wechselnden Ausstellungen zu einem etablierten Ort für zeitgenössische Kunst lokaler und internationaler Künstler in Hamburg gemacht.

Elena Bulycheva (Hamburg) studiert an der HFBK bei Prof. Anselm Reyle. Charakteristisch für ihr Werk sind abstrakte Gemälde, die durch ein Zusammenspiel von lebendigen Farben, Texturen und ungewöhnlichen Formen gekennzeichnet sind. Unkonventionelle Prozesse, zum Beispiel das bearbeiten der Leinwand in einer Waschmaschine, führen zu Rissen und Spalten im Material. So werden die darunterliegenden Farben oder Oberflächen sichtbar.

Daniel Hörner (Hamburg) studierte Kunst an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel bei Prof. Ludger Gerdes. Er malt seine farbintensiven, oft monochromen Bilder mit selbstgemachter Ölkreide, die er in einem aufwändigen Prozess und in beeindruckender Farbvielfalt herstellt. Er zieht präzise Linien, um Kästen und Streifen für die Farbverläufe zu schaffen. Diese Technik ist sein Alleinstellungsmerkmal und beschäftigt Hörner seit über 10 Jahren. Er arbeitet in seinem Atelier in Hamburg und betreibt dort gemeinsam mit anderen Künstlern auch den Ausstellungsraum “Lycra”.

Stephanie Jacobs (Hamburg) studierte an der HFBK in Hamburg bei Prof. Werner Büttner. Jacobs erzählt uns durch ihre Malereien auf Leinwand oder auf Keramiken von rätselhaften Nachtwelten, Giftpflanzen und Körpern in Not. Sie untersucht die Wirkmacht des Symbolismus und dessen Effekt auf den Betrachtenden. Zunächst nähert sie sich ihren Fragen auf theoretischer Ebene an. So beeinflussen kulturwissenschaftliche und anthroposophische Texte, aber auch Werke und Motive aus Popkultur und Kunst Jacobs Oeuvre.

Sandrine Mahéo (Berlin) studierte an der Hochschule für Bildende Künste in Montpellier, Frankreich. Die großformatigen Leinwände der französischen Künstlerin sind eine lebendige Feier der Farbe und des Kontrastes. Wie der Akt der Schöpfung wird die Farbe auf die Leinwand gesprüht, auf eine Weise, die an Künstler wie Hartung und K. Grosse erinnert. Diese Technik, vielleicht beeinflusst von einer Neigung zu weitläufigen Gesten, schafft ein Gefühl von Tiefe innerhalb des Kunstwerks. Dabei werden gewollte Unschärfen genutzt, um diese Tiefenwirkung zu intensivieren.

Die Ausstellung ist noch bis zum 4. Jul. 2024 zu sehen.

Fr., 21. Jun., 17 Uhr: Kulturwohnzimmer: INNENstadtDIALOGE, Lüneburger Str. 1a (Gloria-Tunnel)| 21073 Hamburg-Harburg

Zur SuedArt dreht sich im Kulturwohnzimmer alles um die kreative Ko-Produktion, den Dialog und das Entstehen von Nachbarschaftlichkeit und Zukunftsvisionen.

Zahlreiche in den letzten Jahren entwickelte, getestete und verfeinerte Formate des gemeinsamen künstlerischen Gestaltens liefern spannende Einblicke in das Harburger Stadtteilleben und die Kreativität seiner Bewohner*innen.

Die Ausstellung umfasst sowohl verschiedenste Gemeinschaftswerke und -bilder, gemalt oder gesprüht, kleinformatig, mehrteilig oder riesengroß, als auch Serien und Werke lokaler Künstler*innen, Installationen, Musik und intermediale Jam-Sessions.

Vom Harburger Bahnhof kommend, werden Besucher*innen schon in der Seevepassage, vor dem Gloria-Tunnel und in Richtung Lüneburger Straße blickend, von strahlenden Farben empfangen. Denn der Bauzaun am Neubauprojekt HAR6 ist das jüngste Gemeinschaftswerk und Ausstellungsstück im Sinne der INNENstadtDIALOGE. Geziert werden die rund 80m² von einem großen, vielschichtigen Gemeinschafts-Graffiti, initiiert und umgesetzt vom Kulturwohnzimmer e.V. in Zusammenarbeit mit über 100 Beteiligten, Passant*innen und spontan Entschlossenen.

21.6., WallsCanDance Harburg-Führung, Nevercrew Ansicht 2022_Copyright-NEVERCREW

Am Tag der Vernissage bildet dieser Zaun den Ausgangs-punkt einer Reise in die dialogische Produktion von Gemeinschaftswerken. Der Gloria-Tunnel wird zur Galerie-Passage, verhüllt von riesigen, noch in der Pandemie entstandenen Werken, gemalt mit 1,5m langen Pinsel unter dem Projekttitel “mit-Abstand-Malen”.

Begleitet von Jam Sessions, Licht und Videoinstallationen führt die Ausstellung in das Innere des Stadtteilateliers. In 3 Räumen, bei Getränk, und Gespräch laden wir zum Eintauchen in die verschiedensten Bildwelten früherer Atelier Besucher*innen sowie zum Betrachten der Werke aktuell vor Ort aktiven Künstler*innen.

Fr., 21. Jun., 17:30 Uhr: S-Bahnstation Harburg (Ausgang Moorstraße): walls can dance |21073 Hamburg-Harburg

Mural Walk mit Rudolf Klöckner, Anmeldung: HIER; Teilnahme frei – Spende erbeten

Walls Can Dance will Brücken schlagen: Der Hamburger Stadtteil Harburg steht seit Jahren vor einer großen Herausforderung: Wie lässt sich die räumliche Trennung der zwei zentralen Stadtteile “Innenstadt” und “Binnenhafen” durch eine Bahn- und Autotrasse aufheben? Mit Walls Can Dance entstehen beidseitig der Trasse künstlerische Fassadengestaltungen und schaffen so symbolisch eine Verbindung. Gemeinsam mit den InitiatorInnen von Walls Can Dance geht es im Rahmen der Führung, den Kunstwerken folgend, von der Harburger Innenstadt hinüber in den Binnenhafen. Die Macher*innen berichten dabei über Hintergründe und Wissenswertes zu den einzelnen Kunstwerken und Künstler*innen.

Sa., 22. Jun., 13 Uhr: Wiese am Freilichtmuseum: „Marinella Senatore – together we picnic!“ | Auf der Insel 2 | 21682 Stade

Anlässlich der Ausstellung „together we stand“ wird zur SuedArt24 eine Performance mit dem Titel „together we picnic!“ auf der Wiese am Freilichtmuseum kreiert. Speisen bitte selbst mitbringen, Infos unter: www.museen-stade.de/kunsthaus

Marinella Senatore, THE SCHOOL OF NARRATIVE DANCE, Venedig, 2015, als Teil von The Creative Time, Summit 56th Venice Biennale, Courtesy the artist und Creative Time, New York (Foto: Andrea Samonà)

Die aus Italien stammende Marinella Senatore (*1977) ist international bekannt für ihre öffentlichen Paraden, die Tanz, Musik, Popkultur und Aktivismus verbinden und mit Menschen aus der Bevölkerung vor Ort entstehen. Ihre groß angelegten Umzüge, bei denen bereits über sieben Millionen in 23 Ländern mitgewirkt haben, machen neue Formen von Gemeinschaft erlebbar. Entgegen sich zuspitzender Logiken von Perfektion, Produktion und Erfolg geht es um die Erfahrung eines „gemeinsamen Herzschlags“, wie die Künstlerin sagt, und um eine „Wiedergutmachung auf der Straße“. Die Ausstellung zeigt Werke, die Senatore aus dieser DNA ihrer Paraden heraus entwickelt. Farbenfrohe Zeichnungen, Collagen, Skulpturen, Videos und Installationen befassen sich mit (historischen) Protestkulturen. Im Zentrum steht dabei der Körper als etwas, das immer auch öffentlich ist, individuell und kollektiv. Er ist ein Ort aktueller Krisen und birgt zugleich das Potenzial von Veränderung und Zusammengehörigkeit.

Ein Schlüsselelement in Senatores Werk ist die Überzeugung, dass Kunst als Katalysator für sozialen Wandel fungieren kann. In einer Welt, in der soziale Nachhaltigkeit immer dringlicher wird, trägt sie mit ihrer Kunst dazu bei, eine inklusivere, engagiertere und resilientere Gesellschaft zu gestalten. Diese zentralen Aspekte sozialer Nachhaltigkeit sollen auch im Rahmenprogramm zur Ausstellung zum Tragen kommen.

Ausstellungsdauer: 08. Juni bis 08. September 2024

So., 23. Jun., 12 Uhr: Kunststätte Bossard: das Gesamtkunstwerk | Bossardweg 95 | 21266 Jesteburg

Führung durch das Gesamtkunstwerk Kunststätte Bossard

Der Kunsttempel der Kunststätte Bossard in Jesteburg (Foto: PR)

Das Museum Kunststätte Bossard: Am Rande von Jesteburg errichteten Johann und Jutta Bossard in der Zeit von 1911 bis 1950 auf einem gut 3 Hektar großen Heide-grundstück ein einmaliges Gesamtkunstwerk – die Kunststätte Bossard. In dem heutigen Museum können Sie Architektur, Bildhauerei, Malerei, Kunstgewerbe und Gartenkunst erleben.

Zwischen Jesteburg und Lüllau verwirklichten Johann Michael Bossard und seine Frau Jutta Bossard-Krull ihren Lebenstraum von einer Stätte, an der die verschiedenen Künste Architektur, Bildhauerei, Malerei, Kunstgewerbe und Gartenkunst zu einer Einheit verschmelzen. Sie arbeiteten bis zum Tode Johann Michael Bossards (1950) unermüdlich an diesem Werk. Dabei wurden nicht nur die verschiedenen Stile der Zeit aufgegriffen, sondern auch unterschiedliche und moderne Materialien verwendet.

Die historischen Gebäude der Kunststätte Bossard sind im Originalzustand erhalten. Das Wohn- und Atelierhaus im Heimatschutzstil ist bis in das kleinste Detail künstlerisch ausgestaltet. Neben dem Wohnhaus ist der 1926 in Backsteinexpressionismus errichtete Kunsttempel zu besichtigen. Auf dem Waldgrundstück hat das Künstlerehepaar eine beeindruckende Gartenanlage mit z.B. Baumtempel, Klostergarten, Gemüse- und Obstbaumgärten geschaffen.

Heute ist die Kunststätte Bossard ein einzigartiger Ort, an dem expressionistische Wandmalerei und Raumausstattung im ursprünglichen Zusammenhang erhalten geblieben sind. Zu sehen sind die Ausstellungen im Neuen Atelier, der Kunsttempel sowie der Eddasaal und das Urgebraus im Wohn- und Atelierhaus. Viele Fragen zur Geisteshaltung des Künstlers Johann Bossard und seiner Frau insbesondere im Nationalsozialismus sind noch heute ungeklärt. Im Sommer 2021 beauftragte die Stiftung Kunststätte Johann und Jutta Bossard das Institut für Zeitgeschichte München-Berlin mit der objektiven und wissenschaftlich fundierten Aufarbeitung der Rolle des Ehepaares Johann und Jutta Bossard zur Zeit der nationalsozialistischen Diktatur. Das Forschungsvor-haben wird sich über mehrere Jahre erstrecken. Die Ergebnisse und Zwischenergebnisse dieser Forschung werden regelmäßig im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Reden wir über Bossard“ an der Kunststätte Bossard vermittelt.

Reg. Öffnungszeiten: Mrz – Okt.: Di-So 11-18 Uhr / Nov. – Feb.: Di-So 11-16 Uhr

 So., 23. Jun., 14 Uhr: Kunststätte Bossard: „Lebenswelten“ | Bossardweg 95 | 21266 Jesteburg

Führung durch die Ausstellung “Lebenswelten – das private Leben des Künstlerehepaars Bossard“

Das private Leben des Künstlerehepaars Bossard und das Leben an der Kunststätte stehen im Mittelpunkt dieser Sonderausstellung.

Zwischen 1911 und 1950 verbindet Johann Michael Bossard, ab 1926 gemeinsam mit Jutta Bossard (1903–1996), verschiedene Künste zu einer großen Einheit, zu einem Gesamtkunstwerk. Wichtiger Bestandteil dieser Idee ist auch der Mensch.

Die Bewohnerinnen und Bewohner mit ihren Gästen sind hier jedoch nicht nur künstlerisch tätig, sondern sie bestreiten ihr Leben, ihren Alltag. Selbstversorgung ist aufgrund der ländlichen Lage eine Notwendigkeit. Anzucht von Gemüse und Obst, Tierhaltung, aber auch der Anbau von Getreide oder Buchweizen gehören zum Alltagsleben dazu. Ebenso spielt das Kunsthandwerk eine große Rolle. Neben der Gestaltung von Textilien, wie Teppichen und Kissen für den Eigengebrauch, gestalten Bossards auch Porzellanservice.

Das private Leben, der Alltag an der Kunststätte Bossard, steht im Mittelpunkt dieser Sonderausstellung. Wer waren die Bewohnerinnen und Bewohner der heutigen Kunststätte? Wie sah ihr Leben hier aus? Diesen »Lebenswelten« im Kontext der Entwicklung der Idee von der Wohn- zur Kunststätte spüren wir nach.

Ausstellungsdauer: 02. Jun. 2024 – 10. Nov. 2024

Zur SuedArt24:

SuedArt24 ist eine neuartige Kooperation der bedeutendsten Kunstorte im Süden Hamburgs. Sie stellt Künstler*innen und aktuelle Ausstellungen aber vor allem auch die Kunstorte, ihre Geschichte und Entwicklungen vor. Sie wird dabei von der Adalbert Zajadacz- und Claussen-Simon-Stiftung, der Sparkasse Harburg-Buxtehude und der Hamburger Kulturbehörde unterstützt.

Zum Event, das den ganzen Juni über läuft, gibt es neben einer ausführlichen Website www.sued-art.de auch ein gedrucktes Programmheft, das haptisch hochwertig gestaltet auch ein Statement der Kunstregion abgibt. Und auch dies ist online abrufbar. Und wer den einen oder anderen Termin nicht wahrnehmen kann: das Programm gibt auch Hinweise, wann und wie lange welche Ausstellungen wo auch so zu besuchen sind.

Teilnehmende Institutionen: Kunsthaus Stade, Schloß Agahtenburg, Kunststätte Bossard, der Marschtorzwinger und die Artothek Buxtehude, die Buxtehuder Kunstinsel, die kleine Flethphilharmonie wie auch die Kunströsterei Buxtehude, das Neugrabener Kulturhaus Süderelbe, die Heimfelder Hall, die MSH Hamburg, die Kunstinitiative der TUHH, die Kunstleihe Harburg, der Kunstverein „Alles wird schön“ in Heimfeld, die Harburger Galerie 1565, das Mayr´sche Haus Harburg, der Harburger Kunstpfad, das Harburger HabibiAtelier, die Freiluftgalerie Walls Can Dance, das Stadtmuseum Harburg, das Harburger Kulturwohnzimmer, der Kunstverein Harburger Bahnhof, die Sammlung Falckenberg in Harburg, die Artothek und der Kunstverein in Buchholz / Nordheide.

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Wände, Welten und Winter-Kunst https://www.tiefgang.net/waende-welten-und-winter-kunst/ Tue, 04 Jun 2024 22:53:27 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=10910 [...]]]> Die einzigartige Kooperation von gut 25 Kunstinstitutionen der südlichen Metropolregion Hamburgs geht am 10. Juni in die 2. Woche und startet an einer Betonwand …

Mo., 10. Jun., 15 Uhr: Heimfeld-Hall, S-Bahn Heimfeld (Kirchenplatz) | 21075 Hamburg-Heimfeld

Foto: Brozilla

Der Harburger Graffiti-Künstler Brozilla führt zur und an der Heimfeld Hall vorbei durch die Welt der Hamburger Graffiti-Kunst. Eintritt frei – Spende erbeten!

Graffiti-Kunst nahm in den 1970er Jahren Schwung auf, gilt als klassische StreetArt und hat mit Banksy aktuell wohl den berühmtesten Repräsentanten. Dabei musste Graffiti lange gegen das Vorurteil der Schmiererei ankämpfen.

Die Idee kam 2008 bei einem Spaziergang entlang des Bostelbeker Hauptdeichs. Nandor Olah (Erziehungs-wissenschaftler), Alexander Grieschat (Veranstaltungs-kaufmann) und Stefan Hoch (Grafiker) – allesamt aktiv in subkulturellen Projekten in Harburg – malten sich aus, wie schön eine große, triste und graue Flutschutzwand wirken könnte, wäre sie bunt und voller malerischer Geschichten. Aber wem gehört eigentlich die Wand? Wer verwaltet sie? Wen müsste man fragen?

Man wandte sich an lokale Politiker und dann an den Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) und sandte ein Konzept. Ergebnis: Absage. Farbe könnte den Beton angreifen und die optische Wirkung als Flutschutzwand dürfe nicht verloren gehen.

Zwei Jahre und viele Gespräche und Medienartikel später aber wurde der Idee nachgegeben. Und mit der Gründung des Vereins GroßstadtRaum e.V. wurde dieser dann berechtigt, Künstler*innen zur offiziellen Wandgestaltung einzuladen.

Seither ist der Bostelbeker Hauptdeich zur größten offiziellen Graffiti-Wand Hamburgs geworden. Auf 500 Meter Länge haben seither Künstler*innen aus ganz Deutschland ihre temporäre StreetArt praktiziert. Und weder hat es dem Beton geschadet noch ist es den Ordnungskräften ein Dorn im Auge. Im Gegenteil: in einer Zwischenbilanz wurde attestiert, wie ordentlich und kontrolliert Graffiti dort praktiziert wird.

Und auch wenn die Kunst immer nur temporär zu sehen ist: sie ist steter Ausdruck des Zeitgeistes.

Mi., 12. Jun., 18 Uhr: Alles wird schön e.V.: „Sanna Duschek – Flüchtige Landschaften“,

Friedrich-Naumannstr. 27 | 21075 Hamburg-Heimfeld

Sanna Duschek ist eine finnische Künstlerin und lebt und arbeitet in Hamburg seit 10 Jahren. Sie beschäftigt hauptsächlich in ihren Werken mit Natur, Umwelt, Klimawandeln wie auch Veränderung und Vergänglichkeit. Erinnerungen und Träumen spielen eine wichtige Rolle in ihre Werke. Unsichtbar zu sichtbar machen und umkehrt. Bedeutend in ihren Werken sind Farben und Strukturen.

Sanna Duschek arbeitet hauptsächlich mit Öl, Acryl und Aquarell. Ihr Atelier liegt in der Friedrich-Naumann-Staße 32, das sie zusammen mit dem Bildhauer Dietmar Schaz nutzt.

Sanna Duschek – Abend, 2024

Die „Flüchtigen Landschaften“ der aktuellen Ausstellung bilden sich aus Erinnerungen von Bahnreisen, Wanderungen und Spaziergängen. Flüchtig wie Träume und Wahrnehmungen von außen in Bewegung und Stillstand.

Wie fühlt es sich an in der Bahn zu sitzen mit augenblicklich sich verändernden Landschaften? Aus dem Zugfenster in schneller Fahrt sich verbindende einzelne Punkte zu Linien und einzelne Farben zu etwas Neuem. Verändern wir uns auch dabei? Wie viel unserer gesehenen Landschaften beeinflusst uns? In Gegenwart und in Vergangenheit. Wir leben in unfertigen Gegenden. Die Künstlerin Sanna Duschek ist am 12. Juni vor Ort. Es wird sowohl über die künstlerische Ausrichtung des Vereins „Alles wird schön e.V.“ als auch über Hintergründe der Ausstellung informiert.

Die Ausstellung läuft vom 1. bis zum 15. Juni 2024.

Do., 13. Jun., 17 Uhr: Kunstverein Harburger Bahnhof e.V.: „Noémi Barbaglia – The Hallway“,

Hannoversche Str. 85 (über Fernzuggleis 3) | 21079 Hamburg-Harburg

Eine kostenfreie Führung durch die Ausstellung „The Hallway“: Die junge Bildhauerin Noémi Barbaglia feiert im Kunstverein Harburger Bahnhof ihre erste institutionelle Einzelausstellung. Für die Ausstellung entsteht eine neue Arbeit, die sich mit den Besonder-heiten des Kunstvereins im Bahnhof auseinandersetzt und zugleich die Eigenschaft des Ausstellungsraums als Heterotopie thematisiert. Barbaglias großformatige Skulpturen aus Glasfaser und Kunstharz sind in einem Schwebezustand zwischen Leichtigkeit und Gewicht, Transparenz und Opazität.

typische Arbeit: Noemi Barbaglia: Serious SedictionII,2022 (Foto: Helge Mundt)

Mit seiner gläsernen Eingangstür und dem prinzipiell freien Eintritt scheint der Kunstverein ein durchlässiger und zugänglicher Ort zu sein. Gleichwohl muss man beim Betreten unsichtbare Schwellen übertreten, die den institutionellen Rahmen abstecken und das spezifische Regelwerk eines Kunstortes vom umgebenden Alltag abgrenzen. Michel Foucault hat für solche Orte den Begriff der Heterotopie geprägt, Orte, an denen in besonderer Weise gesellschaftliche Verhältnisse reflektiert, repräsentiert, negiert oder umgekehrt werden. Im Kunstverein Harburger Bahnhof kommt die Architektur des Ausstellungsraumes hinzu, die noch von seiner einstigen Nutzung als Wartesaal der 1. und 2. Klasse spricht – große Pilaster zwischen den riesigen Fenstern, reichhaltige Stuckornamente und eine bemalte Holzkassettendecke. Zugleich liegt dem Saal der Grund-riss einer einfachen Hallenkirche zugrunde, sodass der Raum eine spürbare Sichtachse und Theatralität besitzt. Barbaglia wird sich in einer neuen raumgreifenden Installation mit diesen Eigenheiten des Ortes, seinen Einschreibungen und Regeln auseinandersetzen.

Als zentrale Metapher nutzt Barbaglia den Schleier, der das Innen und Außen, das Davor und Dahinter sowie unsere eigene Position zu ihm thematisiert, was sich in Harburg auf den Ausstellungsraum übertragen wird.

Noémi Barbaglia (Jg. 1993) stammt aus Luxemburg. Sie studierte bei Andreas Smolinski an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg mit Masterabschluss, lebt und arbeitet in Hamburg.

Sie hatte bereits zahlreiche nationale und internationale Ausstellungen, erhielt 2019 den Karl-H.-Ditze-Preis in Hamburg und den Kunstpreis „junger Westen 2023“, Recklinghausen.

Die Objektserien von Noémi Barbaglia beeindrucken durch eine außergewöhnlich feine, konzise Formen-sprache, die sich einer narrativen Auflösung verwehrt. Robust wirkende Körper aus Glasfaser und Epoxidharz sind bei Barbaglia beständig in Auflösung begriffen, zerfasern, fransen aus. Texturen, Flächen und Figuren gehen in präzisen Kompositionen permanent ineinander über und ergeben so ein komplexes Verweissystem.
Barbaglia sagt über ihre Arbeit selbst: Die Frage der Konstruktion von Zugehörigkeit und Verortung ist zentrales Moment meiner künstlerischen Praxis.

Ausstellungsdauer: 01. Jun. – 25. Aug. 2024

Das Depot (Foto: Deichtorhallen ( Sammlung Falckenberg)

 Fr., 14. Jun., 14 Uhr: Sammlung Falckenberg: Depot-Führung der Sammlung Falckenberg,

Wilstorfer Str. 71 | 21073 Hamburg-Harburg

Eintritt: 10,- €; Anmeldung über post@sued-art.de; begrenzte Teilnehmerzahl!

Die Sammlung Falckenberg umfasst mehr als 2.200 Werke von 450 Künstler*innen. Ihr Schwerpunkt liegt auf deutscher und amerikanischer Gegenwartskunst der letzten 40 Jahre, die nach dem Zweiten Weltkrieg als Aufstand gegen die Eliten und das Kunstestablishment insbesondere in den USA und Deutschland entstanden ist. Die großzügigen Räume machen es möglich, größere Installationen und multimediale Projekte von Künstler *innen wie John Bock, General Idea, Thomas Hirschhorn, Mike Kelley, Jon Kessler, Sarah Lucas, Jonathan Meese und Gregor Schneider zu präsentieren. Neben der Sammlung werden auch hier regelmäßig umfangreiche Wechselausstellungen gezeigt. Ein umfangreiches Rahmenprogramm ergänzt die Ausstellungen.

Die Sammlung ist international mehrfach ausgezeichnet und setzt Akzente auf Querdenker und Außenseiter des Kunstbetriebs, die mit subversiven, oft genug ironischen bis hin zu sarkastisch-zynischen Betrachtungsweisen die traditionellen Vorstellungen einer Repräsentationskunst des Guten, Wahren und Schönen unterlaufen.

Fr., 14. Jun., 15 Uhr: HabibiAtelier: Vernissage „Winter Kunst“,

Lüneburger Str. 39 (Harburg Arcaden, OG) | 21073 Hamburg-Harburg

In der Ausstellung “Winter” werden um die 8-10 Künstler*innen des Habibi-Ateliers ihre Werke präsentieren. Im letzten Jahr ist im Habibi-Atelier viel passiert, es fanden mehrere Ausstellungen und Projekte statt. Zudem wurde das Atelier renoviert. Darum hat sich das Team seit Januar neben seinen täglichen Aufgaben zurückgezogen. Jetzt kann die Crew es kaum erwarten, die im Winter entstandenen Projekte zeigen zu können!
Gemalt wurde in Öl und Pastell. Außerdem wird es Collagen zu sehen geben!
Die Ausstellung wird am 14.06 um 15:00 im Habibi Atelier in den Arcaden Harburg eröffnet. Valerie, eine der sogenannten Habibis, wird eine Eröffnungsrede halten und in die Ausstellung einführen und wer will bekommt auch einen Wein. Am Montag, den 17.06, wird Luka einen Pastell Workshop anbieten, der offen ist für alle die teilnehmen möchten. Atelier-Initiator und -Leiter Sly wird der Ansprechpartner für alles weitere sein.
Insgesamt dauert die Ausstellung eine Woche.

Aus dem Habibi-Atelier: Reise von Künstler Sly

Ausstellungsdauer: Fr., 14. Jun. – 20. Jun

Fr., 14. Jun., 17:30 Uhr: S-Bahnstation Harburg (Ausgang Moorstraße):

Mural Walk zu „walls can dance“ | 21073 Hamburg-Harburg

Mural Walk mit Rudolf Klöckner, Anmeldung: HIER; Teilnahme frei – Spende erbeten

Walls Can Dance will Brücken schlagen: Der Hamburger Stadtteil Harburg steht seit Jahren vor einer großen Herausforderung: Wie lässt sich die räumliche Trennung der zwei zentralen Stadtteile “Innenstadt” und “Binnenhafen” durch eine Bahn- und Autotrasse aufheben? Mit Walls Can Dance entstehen beidseitig der Trasse künstlerische Fassadengestaltungen und schaffen so symbolisch eine Verbindung. Gemeinsam mit den InitiatorInnen von Walls Can Dance geht es im Rahmen der Führung, den Kunstwerken folgend, von der Harburger Innenstadt hinüber in den Binnenhafen. Die Macher*innen berichten dabei über Hintergründe und Wissenswertes zu den einzelnen Kunstwerken und Künstler*innen.

Sa., 15. Jun., 15 Uhr: Schloß Agathenburg: Workshop „In die Luft gezeichnet“, Hauptstraße | 21684 Agathenburg

Kunst-Werkstatt mit Anne Dingkuhn, Sa., 15. Juni, 15-17.30 Uhr, Gebühr: 15,- €

Anmeldung unter www.schlossagathenburg.de

Zeichnen ist Vieles: Denken, Träumen und Raumnehmen. Als Spur macht die Zeichnung innere und äußere Be-wegung sichtbar. Als Gebilde ist sie aber auch Trägerin neuer Möglichkeiten, Ideen und Träume. Dazu muss sie nicht klassisch auf das Papier gebannt sein. Sie kann sich von der Fläche lösen, luftig werden oder sich mit Licht und Schatten in den Raum einschreiben…

Anlässlich der Ausstellung LUFTSCHLÖSSER werden wir das Medium Zeichnung experimentell nutzen, um unseren Tagträumen und Luftschlössern Raum zu geben. Licht, Luft und Bewegung sind dabei unsere Gestaltungs-mittel; ebenso wie durchsichtige Folien, auf denen wir zeichnen, oder Fundstücke und mehr, die wir zu hängenden Mobiles verarbeiten. Wer mag, bringt eine Taschenlampe mit!

So., 16. Jun., 11 Uhr: Stadtmuseum HH-Harburg: „Brigitte Nolden – Parallele Welten“,  Museumsplatz 2 | 21073 Hamburg-Harburg

Aus Anlass ihres 80. Geburtstages zeigt das Stadtmuseum Harburg eine große Retrospektive des künstlerischen Schaffens der Hamburger Künstlerin Brigitte Nolden. Als besonderes Erlebnis für Besucher anlässlich der SuedArt24 bietet der geführte Rundgang mit der Künstlerin Brigitte Nolden. Die Künstlerin führt durch ihre Ausstellung „Parallele Welten“, gibt Einblicke in ihre künstlerische Arbeit und lädt Besucher dazu ein, sich mit ihr über ihr Werk auszutauschen.

Kosten: 8 Euro (nur Eintritt) Anmeldung: 040 / 42871 2497

Brigitte Nolden wurde als Tochter des Silhouettisten Harry Nolden 1944 in Celle geboren. Sie besuchte die Werkkunstschule Hamburg (1962-66), hielt sich in Rom und Prag auf und gründete 1969 das ATELIER NOLDEN. 1972 erhielt sie den Lehrauftrag „Farbe und Form“ an der Fachhochschule Hamburg, 1990 besuchte sie Indiana (USA), ab 2002 mehrfach Peloponnes. Seit 2009 lebt sie in Rosengarten. Sie hat seit 1982 zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen in Deutschland, Europa und auch den USA.

Harburg ist die Stadt, in der Brigitte Nolden aufwuchs und der sie bis heute verbunden ist. Die Industrielandschaft dieses Stadtteils faszinierte sie schon als Kind, und ist immer noch eine stetige Inspiration für ihre Arbeit: Der Harburger Hafen mit seiner Industrie- und Maschinenthematik flossen ebenso in ihre Bilder ein, wie mythologische Themen. In der Ausstellung erwartet die Besucherinnen und Besucher ein vielfältiger Bilderkosmos: Gemälde aus der Harburger Frühzeit der Künstlerin werden aktuellen Arbeiten gegenübergestellt.

Brigitte Nolden ist dem Museum seit vielen Jahren eng verbunden und schon 1994 und 2014 wurden in Sonderausstellungen ihre Werke präsentiert. In der neuen Schau „Brigitte Nolden – Parallele Welten“ zeigt das Museum nun auf drei Etagen mehr als hundert ihrer Werke aus über sechs Jahrzehnten.

Die Ausstellung läuft vom 31. Mai bis zum 8. Sept.

Das Beste: fast alle Orte sind leicht mit der S-Bahnlinie 5 erreichbar

Zur SuedArt24:

SuedArt24 ist eine neuartige Kooperation der bedeutendsten Kunstorte im Süden Hamburgs. Sie stellt Künstler*innen und aktuelle Ausstellungen aber vor allem auch die Kunstorte, ihre Geschichte und Entwicklungen vor. Sie wird dabei von der Adalbert Zajadacz- und Claussen-Simon-Stiftung, der Sparkasse Harburg-Buxtehude und der Hamburger Kulturbehörde unterstützt.

Zum Event, das den ganzen Juni über läuft, gibt es neben einer ausführlichen Website www.sued-art.de auch ein gedrucktes Programmheft, das haptisch hochwertig gestaltet auch ein Statement der Kunstregion abgibt. Und auch dies ist online abrufbar. Und wer den einen oder anderen Termin nicht wahrnehmen kann: das Programm gibt auch Hinweise, wann und wie lange welche Ausstellungen wo auch so zu besuchen sind.

Teilnehmende Institutionen: Kunsthaus Stade, Schloß Agahtenburg, Kunststätte Bossard, der Marschtorzwinger und die Artothek Buxtehude, die Buxtehuder Kunstinsel, die kleine Flethphilharmonie wie auch die Kunströsterei Buxtehude, das Neugrabener Kulturhaus Süderelbe, die Heimfelder Hall, die MSH Hamburg, die Kunstinitiative der TUHH, die Kunstleihe Harburg, der Kunstverein „Alles wird schön“ in Heimfeld, die Harburger Galerie 1565, das Mayr´sche Haus Harburg, der Harburger Kunstpfad, das Harburger HabibiAtelier, die Freiluftgalerie Walls Can Dance, das Stadtmuseum Harburg, das Harburger Kulturwohnzimmer, der Kunstverein Harburger Bahnhof, die Sammlung Falckenberg in Harburg, die Artothek und der Kunstverein in Buchholz / Nordheide.

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