Museum der Arbeit – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Fri, 18 Oct 2024 08:02:07 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 #seeforfree 2024 https://www.tiefgang.net/see-for-free-2024/ Fri, 18 Oct 2024 22:45:43 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=11263 [...]]]> Am diesjährigen Tag der Reformation öffnen 47 Museen und Ausstellungsorte ihre Türen bei freiem Eintritt – das sind mehr Häuser als in den Jahren zuvor.

Für den Aktionstag haben die Museen, Ausstellungshäuser, Lern- und Gedenkorte wieder ein umfangreiches Programm mit Führungen in verschiedenen Sprachen, Veranstaltungen für Kinder und Familien oder Mitmachaktionen zusammengestellt, um am Tag der Reformation alle Hamburgerinnen und Hamburger einzuladen und ihnen ein besonders vielfältiges Angebot zu machen. Die Bürgerschaft hatte den freien Zugang zu den Museen am Tag der Reformation beschlossen, um eine Brücke zwischen Religionen und Weltanschauungen zu schlagen und allen Menschen ein spannendes Kulturerlebnis zu ermöglichen. Das Achilles-Stiftung Glasmuseum, das FC St. Pauli Museum, das Film- und Fernsehmuseum Hamburg, das WasserForum in Rothenburgsort sowie das Woods Art Institute sind zum ersten Mal dabei.

Alle Informationen zu den teilnehmenden Häusern und dem Begleitprogramm gibt es unter www.seeforfree.de. Eine individuelle Museumstour für den Tag der Reformation kann man sich unter www.seeforfree.de/meine-tour zusammenstellen.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „seeforfree 2024 wird mit freiem Eintritt in 47 Museen, Ausstellungshäusern und Gedenkstätten der bisher umfangreichste Aktionstag seit seiner Einführung werden: Fast doppelt so viele Häuser wie zum Beginn im Jahr 2018 können in diesem Jahr am 31. Oktober bei freiem Eintritt besucht werden. Das zeigt, wie erfolgreich sich die Idee von seeforfree entwickelt hat. Die Hamburger Museen und Ausstellungsorte bieten am Tag der Reformation besonders vielfältige Anlässe zum Entdecken, zum Austausch und zur Auseinandersetzung mit verschiedensten Themen. Ob auf der ‚Peking‘ zurück in die Vergangenheit reisen, mit Pippi Langstrumpf die Kolonialgeschichte verstehen oder queere Blickwinkel auf die Kunstgeschichte entdecken – seeforfree bietet Inspiration und neue Perspektiven bei freiem Eintritt für alle.“

Neben den ständigen Sammlungen der Museen können auch aktuelle Sonderausstellungen wie zum Beispiel „Flowers Forever“ im Bucerius Kunst Forum, „Isa Mona Lisa“ in der Kunsthalle, „Pippis Papa“ im MARKK oder „Deutschland um 1980“ im Altonaer Museum besucht werden.

Neu dabei sind diese Häuser:

  • das Achilles-Stiftung Glasmuseum, das in Barmbek seit 2022 zeitgenössische Glaskunst präsentiert,
  • das FC St. Pauli Museum im Millerntor-Stadion, das sich mit Dauer- und Sonderausstellungen ganz der Geschichte und Gegenwart des Hamburger Fußballvereins widmet,
  • das Film- und Fernsehmuseum Hamburg, in dem spannende Ausstellungsstücke zur Geschichte des Films und des Fernsehens in Hamburg und Umgebung ausgestellt werden,
  • das WasserForum, das im ehemaligen Pumpenhaus in Rothenburgsort aus dem Jahr 1848 Norddeutschlands größte Ausstellung zur heutigen Wasserversorgung und Abwasserentsorgung zeigt, sowie
  • das Woods Art Institute, in dem Arbeiten aus der Sammlung Reinking zu entdecken sind, von klassischen Positionen der Gegenwartskunst bis hin zu Beiträgen der jüngsten Künstler- und Künstlerinnengeneration.

Einzigartig am Tag der Reformation ist das umfangreiche Sonderprogramm:

So bietet die Kunsthalle ein buntes Programm mit Führungen über queere Perspektiven in der Kunstgeschichte und mit verschiedenen Welcome-Führungen für Geflüchtete in verschiedenen Sprachen. In der KZ-Gedenkstätte Neuengamme gibt es eine Führung für Menschen mit Lernschwierigkeiten in einfacher Sprache und das WasserForum hat ein vielfältiges Programm für Kinder und Familien. Auch das Deutsche Hafenmuseum spricht insbesondere Familien mit einem Programm unter dem Motto „Genuss im Hafen“ an. Im Museum der Arbeit gibt es viele Vorführungen, Mitmachaktionen und Führungen durch die Sonderausstellung „Dein Paket ist da. Shoppen auf Bestellung“, das Universitätsmuseum bietet Formate wie „Fakt oder Fiktion?“, „Campus Schnipseljagd“ und „Beats, Rhymes & History“. Im Woods Art Institute gibt es Führungen, kreative Mitmachformate und Blicke hinter die Kulissen.

Neben Führungen auf Deutsch werden Führungen auf Englisch, Spanisch, Arabisch, Farsi, Ukrainisch, Russisch, Plattdeutsch und in Deutscher Gebärdensprache angeboten.

Seit dem Bürgerschaftsbeschluss aus dem Jahre 2018 bieten die staatlichen Museen in Hamburg am Tag der Reformation grundsätzlich kostenfreien Eintritt an. Der Feiertag soll somit dazu dienen, gesellschaftlichen Debatten nachzuspüren und in den gemeinsamen Austausch zu treten. In den letzten Jahren haben sich immer mehr private Museen der Initiative angeschlossen.

Der Museumsdienst Hamburg koordiniert im Auftrag der Behörde für Kultur und Medien diesen Aktionstag.

Folgende Museen bieten am Tag der Reformation freien Eintritt:

  • Altonaer Museum
  • Archäologisches Museum Hamburg und Stadtmuseum Harburg
  • Bargheer Museum
  • Bergedorf Museum
  • Bucerius Kunst Forum
  • Computer-Museum der Universität Hamburg
  • Deichtorhallen Hamburg
  • denk.mal Hannoverscher Bahnhof
  • Deutsches Hafenmuseum (im Aufbau) – Standort Schuppen 50A
  • Deutsches Zollmuseum
  • Deutsches Zusatzstoffmuseum
  • FC St. Pauli Museum
  • Film- und Fernsehmuseum Hamburg
  • Freilichtmuseum Rieck Haus
  • Gedenkstätte Bullenhuser Damm
  • Gedenkstätte Fuhlsbüttel
  • Gedenkstätte Plattenhaus Poppenbüttel
  • Gefängnismuseum Hamburg
  • Geschichtsort Stadthaus
  • Gipsabgusssammlung der Universität Hamburg
  • Hamburger Genossenschafts-Museum
  • Hamburger Kunsthalle
  • Hamburger Schulmuseum
  • Helmut-Schmidt-Forum
  • HSV-Museum
  • Informationszentrum Energieberg Georgswerder
  • Jenisch Haus
  • KomponistenQuartier Hamburg
  • Kunsthaus Hamburg
  • Kunstverein Harburger Bahnhof
  • Kunstverein in Hamburg
  • KZ-Gedenkstätte Neuengamme
  • Medizinhistorisches Museum Hamburg
  • MONTBLANC HAUS
  • Museum am Rothenbaum. Kulturen und Künste der Welt (MARKK)
  • Museum der Arbeit
  • Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
  • Museum Mahnmal St. Nikolai
  • Retro Spiele Club
  • Sammlung Falckenberg
  • Stiftung Hamburg Maritim
  • Universitätsmuseum Hamburg
  • vor—gänge. museum für alternative stadt
  • WasserForum
  • Woods Art Institute
  • Zaubermuseum Bellachini

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8.422,66 Tonnen Fußabdruck https://www.tiefgang.net/8-42266-tonnen-fussabdruck/ Fri, 03 Feb 2023 23:22:04 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9690 [...]]]> Über 8.422 Tonnen CO2-Belastung – das ist die Zahl für 2019, mit der sich 11 Hamburger Institutionen nun herumschlagen müssen …

Unter dem Motto „Elf zu Null – Hamburger Museen handeln“ startete im Sommer 2022 die bundesweit einmalige Initiative von elf Hamburger Museen, Ausstellungshäusern und Gedenkstätten, um gemeinsam das Thema Nachhaltigkeit und Betriebsökologie anzugehen. Jetzt werden die ersten Ergebnisse vorgestellt: Die CO2-Bilanzierung der elf Häuser hat ergeben, dass der gemeinsame Fußabdruck sich auf 8.422,66 Tonnen jährlich beläuft (Referenzjahr 2019). Der mit 90,4 % überwiegende Anteil der Emissionen resultiert dabei aus den Strom- und Wärmeverbräuchen der Häuser. Dies entspricht etwa der Klimawirkung von neun vollbesetzten Großraumflugzeugen, die von Hamburg nach New York und zurück fliegen. In einer erweiterten Bilanz wurde auch die Gästemobilität berücksichtigt, wobei diese teilweise auf Schätzwerten beruht. Inklusive Gästemobilität steigt der CO2-Fußabdruck der elf Häuser auf knapp 40.000 Tonnen, also das Viereinhalbfache. Durch die Einbeziehung der Gästemobilität in den Bilanzierungsprozess nimmt Elf zu Null eine Vorreiterrolle im Kulturbereich ein. Die Bilanzen bilden nun eine belastbare Datengrundlage für ein strategisches Umweltmanagement.

Darüber hinaus erhalten 17 Transformationsmanagerinnen und Transformationsmanager ein Zertifikat über den erfolgreichen Abschluss ihrer Fortbildung. Sie verfügen nun über methodische und fachliche Kompetenzen für die Umsetzung von Nachhaltigkeitsstrategien in ihren Häusern. Die Behörde für Kultur und Medien Hamburg wird die erfolgreiche Initiative auch in 2023 und 2024 unterstützen, um die praktische Umsetzung in den Häusern zu gewährleisten und die Vernetzung weiter zu fördern.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Elf zu Null ist ein hervorragendes Beispiel, wie Kultureinrichtungen die Herausforderungen der Zukunft annehmen. Erstmals liegt eine belastbare Klimabilanz vor, auf der die Häuser nun konkrete Einsparmaßnahmen aufbauen können. Dank der guten Zusammenarbeit können dabei alle von den besten Ideen lernen. Im Rahmen des Mieter-Vermieter-Modells sind wir bei der energetischen Sanierung der Einrichtungen schon einen großen Schritt voran gekommen. Mit den Ergebnissen von Elf zu Null können wir nun den Betrieb der Museen und Ausstellungshäuser nachhaltiger gestalten und beim Schutz des Klimas weiter vorankommen. Der Senat wird dies weiterhin unterstützen, indem er unter anderem Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs fördert.“

Alexander Stockinger, Kaufmännischer Geschäftsführer Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg: „Wir sind mit großem Tempo ins Handeln gekommen: Innerhalb von wenigen Monaten haben wir ein hochmotiviertes Team aus versierten Kolleginnen und Kollegen gebildet und mit den Klimabilanzen eine solide Datengrundlage geschaffen. Daran kann nun die langfristige Arbeit an der Transformation unserer Häuser anknüpfen. Ich danke der Behörde für Kultur und Medien, dass wir unseren Weg im Schulterschluss fortsetzen können und unsere Initiative für zwei weitere Jahre unterstützt wird. Bereits jetzt wird Elf zu Null bundesweit als Good Practice wahrgenommen – unser handlungsorientierter Ansatz und unser geschlossenes Vorgehen inspirieren andere. Das motiviert uns!“

Jacob Sylvester Bilabel, Geschäftsleiter des Aktionsnetzwerks Nachhaltigkeit in Kultur und Medien: „Für mich eine Sensation: Die elf Hamburger Museen legen den ersten deutschen Standard zur Klimabilanzierung der Häuser samt Publikumsverkehr vor und dokumentieren diesen transparent für alle. So etwas gab es bis jetzt noch nicht. Ich bin mir sicher, dass viele in Zukunft von der Vorarbeit des Projektes werden profitieren können. Denn: Der datenbasierte Blick der Hamburger Museen auf die eigenen CO2-Emissionen und die Ursachen dafür schafft Transparenz und ermöglicht so einen strategischen Umgang mit steigenden Energiekosten.“

 Ergebnisse CO2-Bilanzierung

Die CO2-Bilanzierung macht deutlich, an welchem Punkt die Museen ökologisch stehen und bilden den Handlungsrahmen für die künftige Einsparung von Emissionen. Dafür werden nun pro Haus passgenaue Strategien zur Verbesserung der Umweltwirkung entwickelt und in Nachhaltigkeitskonzepten zusammengefasst.

Bereits jetzt wurden zahlreiche Maßnahmen entwickelt oder umgesetzt, so zum Beispiel die Installation smarter Heizkörperthermostate, die Durchführung hydraulischer Abgleiche und die Umrüstung auf LED-Beleuchtung in fast allen Häusern; erweiterte Klimakorridore; großflächige Fenstertausche im MK&G, dem Archäologischen Museum und der Hamburger Kunsthalle; sowie die Nachrüstungen der Gebäudeleittechnik und Anlagensteuerung in mehreren beteiligten Häusern. Auch die Installation von Photovoltaik-Anlagen ist in Planung, so zum Beispiel auf dem Altonaer Museum. Weitgehend finden diese Arbeiten in Zusammenarbeit mit der Sprinkenhof GmbH als Vermieterin der städtischen Kulturimmobilien statt.

Die CO2-Bilanzen wurden einheitlich nach ISO 14064 erstellt und sind damit international vergleichbar. Für den Bereich der Gästemobilität wurde ein eigener Elf zu Null-Standard entwickelt. Dieser legt fest, zu welchem Anteil Emissionen aus der An- und Abreise des Publikums berücksichtigt werden.

Fortbildung erfolgreich abgeschlossen

17 Personen aus den beteiligten Häusern wurden im Rahmen einer Weiterbildung als „Transformationsmanagerinnen und Transformationsmanager für nachhaltige Kultur“ qualifiziert und unterstützen nun ihre Institutionen mit Fachwissen und Methodenkompetenz. Sie fungieren dabei als Übersetzerinnen und Übersetzer, Fürsprecherinnen und Fürsprecher, Ideengeberinnen und Ideengeber und Macherinnen und Macher, um Nachhaltigkeit in allen Prozessen zu verankern und den Veränderungsprozess in die Teams zu vermitteln.

 Wie geht es weiter?

Die Arbeit erfolgt in zwei Strängen: Zum einen werden die Häuser individuell Steuerungsmaßnahmen zur Reduktion von Emissionen entwickeln und umsetzen. Zum anderen wird die erfolgreiche Arbeit in der Elf zu Null-Community fortgesetzt. Dort liegt der Fokus auf Wissenstransfer, Kompetenzaufbau und Vernetzung. Geplant sind Weiterbildungs- und Informationsveranstaltungen, öffentliche Angebote und Publikationen, ein regelmäßiger Austausch und Exkursionen. Außerdem sollen zusätzliche Mittel für gemeinsame Projekte eingeworben werden. So wird die Transformation gestärkt und beschleunigt. Um die elf Häuser in den kommenden zwei Jahren bei diesem Programm zu unterstützen, wird mit Hilfe der Förderung der Behörde für Kultur und Medien eine Stelle als Netzwerkmanagerin bzw. Netzwerkmanager geschaffen.

 Allgemein „Elf zu Null“

Die Federführung der Initiative „Elf zu Null – Hamburger Museen handeln“ liegt beim Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MK&G), die weiteren beteiligten Häuser sind das Altonaer Museum, das Archäologische Museum Hamburg und Stadtmuseum Harburg, das Bucerius Kunst Forum, die Deichtorhallen Hamburg, das Deutsche Hafenmuseum, die Hamburger Kunsthalle, die KZ-Gedenkstätte Neuengamme, das Museum am Rothenbaum. Kulturen und Künste der Welt (MARKK), das Museum der Arbeit und das Museum für Hamburgische Geschichte.

Elf zu Null kooperiert mit dem bundesweiten Aktionsnetzwerk Nachhaltigkeit in Kultur und Medien und wird durch die Behörde für Kultur und Medien Hamburg gefördert.

 

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Arbeiten am Museum der Arbeit https://www.tiefgang.net/arbeiten-am-museum-der-arbeit/ Fri, 25 Feb 2022 23:26:03 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=8787 [...]]]> Im Torhaus des Museums der Arbeit in Barmbek entsteht ein attraktiver zusätzlicher Museumsbereich.

Der neue Bereich beinhaltet eine neue Gastronomie und ein offenes Forum, in dem die Fragen zur Zukunft der Arbeit behandelt werden können. Die Umbauarbeiten haben jetzt begonnen und sollen 2023 beendet sein. Die Erweiterung ist ein wichtiger Schritt im laufenden Modernisierungsprozess des Museums, das vor 25 Jahren eröffnet wurde.

 Finanziert durch Mittel der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien in Höhe von 3,82 Millionen Euro und weiteren 2,85 Millionen Euro von Seiten der Freien und Hansestadt Hamburg kann passend zum 25-jährigen Jubiläum der Eröffnung des Museums der Arbeit mit der denkmalgerechten Sanierung am Torhaus des ehemaligen Fabrikensembles begonnen werden. Im Rahmen des Hamburger Mieter-Vermieter Modells (MVM) setzt die Sprinkenhof GmbH als Realisierungsträgerin die Baumaßnahmen um. Nach Abschluss der Umbauarbeiten wird in der zweiten Jahreshälfte 2023 in den frisch sanierten Räumen eine neue Gastronomie eröffnen und mit dem „Forum Zukunft gestalten“ neue sogenannte Kompetenzwerkstätten entstehen, in denen die Besucherinnen und Besucher die Zukunft der Arbeit selber ausprobieren können. Für die konzeptionelle und inhaltliche Gestaltung des neuen Torhaus bekommt das Museum 250.000 Euro aus Mitteln der Innovationsoffensive Museen der Kulturbehörde.

Im Jahr 2014 hatte der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages die Mittel für die Sanierungsarbeiten des Gebäudes zur Verfügung gestellt. Auf Grundlage der architektonischen Entwürfe des Büros SIBYLLE KRAMER ARCHITEKTEN BDA wird mit dem neuen Torhaus ein weiterer attraktiver Ort für besondere Vermittlungsprogramme in den historischen Industriegebäuden des Museums der Arbeit geschaffen.

Claudia Roth, Staatsministerin für Kultur und Medien: „Es ist für mich ein Grund zur Freude, dass die Arbeiten am Torhaus des Museums der Arbeit in Hamburg jetzt begonnen haben und der Bund dazu einen wichtigen finanziellen Beitrag leistet. In diesem Projekt verbinden sich die Verantwortung für historische Industriekultur mit den Möglichkeiten einer behutsamen denkmalgerechten neuen Gestaltung, die Raum für Begegnungen schafft. Die Modernisierung des Barmbeker Museums reiht sich ein in eine Vielzahl erfolgreicher gemeinsamer Projekte in enger Kooperation zwischen dem Bund und der Freien und Hansestadt Hamburg.“ 

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Mit der Erweiterung des Museums der Arbeit um das historische und denkmalgeschützte Torhaus öffnet sich das Haus weiter in die Stadtgesellschaft. Inhaltlich nimmt das Museum die Zukunft der Arbeit verstärkt in den Fokus. Damit leistet das Haus auch einen wichtigen Beitrag zur Debatte, wie wir künftig arbeiten wollen. Hamburg bekommt einen attraktiven Ort, an dem wir darüber diskutieren können, wie unterschiedlich sich die Folgen auf einzelne Branchen und Berufe auswirken und welche Antworten wir als Gesellschaft auf diese Umbrüche finden wollen und finden können. Darauf freue ich mich!“

Prof. Dr. Hans-Jörg Czech, Direktor und Vorstand der Stiftung Historische Museen Hamburg (SHMH): „Mit der jetzt startenden Neugestaltung des Torhauses nimmt die Modernisierung des Museum der Arbeit erstmals sichtbar Gestalt an. Parallel zu den anderen Haupthäusern unserer Stiftung macht sich auch dieses Museum auf den Weg, um durch sensible Erneuerung und Innovationen weiterhin für die Besucherinnen und Besucher ein attraktives Ziel zu bleiben. Dabei freut es mich besonders, dass mit dem Torhaus und dem ‚Forum Zukunft gestalten‘ gleich auch schon Maßnahmen verwirklicht werden können, die auf eine verstärkte Öffnung für das Publikum zielen, hier konkret durch das Angebot eines niedrigschwellig zugänglichen, sozialen Raumes für Austausch, Begegnung, Kreativität und vieles andere mehr. Mit einer charakteristischen thematischen Prägung reiht sich das Museum der Arbeit ein in den Kreis der Museen in Hamburg und in der SHMH selbst, die mit vergleichbaren neuen räumlichen und inhaltlichen Angeboten schon erfolgreich sind.“

Prof. Dr. Rita Müller, Direktorin des Museums der Arbeit: „Mit der denkmalgerechten Sanierung des Torhauses wird der Erhalt des letzten unsanierten Gebäudes eines für Hamburg wichtigen Fabrikensembles und Industriedenkmals gesichert. Die Verlagerung der Museumsgastronomie, das Schaffen neuer Kompetenzwerkstätten und des ‚Forums Zukunft gestalten‘ ist dabei der erste Schritt einer umfassenden Modernisierung der Museumsgebäude und seiner Dauerausstellungen. Mit dem ‚Forum Zukunft gestalten‘ schaffen wir einen Ort der Kommunikation und des Diskurses, einen Raum, der zur Mitgestaltung der Zukunft der Arbeit motivieren soll.“

Martin Görge, Geschäftsführer Sprinkenhof GmbH: „Der Sanierungsbeginn des Torhauses in den historischen Industriegebäuden des Museums der Arbeit stellt einen wichtigen Beitrag im Rahmen der Beibehaltung der Geschichte und Kultur Hamburgs dar. Mit dem neuen Torhaus soll ein weiterer attraktiver Ort für besondere Vermittlungsprogramme geschaffen werden. Ob Kreativworkshops, Gesprächsrunden oder After Work Clubs – der Erweiterungsbau soll für die unterschiedlichsten Veranstaltungsformate Platz bieten und Raum und Gelegenheit für kreatives Arbeiten schaffen. Wir freuen uns, dieses bedeutende Projekt realisieren zu können.“

Die Umbaumaßnahmen am Torhaus des Museums der Arbeit

Mit der Sanierung wird die ehemalige Kubatur des Torhauses wiederhergestellt, um damit den historischen Kontext im gesamten Gebäudeensemble deutlich zu machen. Auf diese Weise erhält das Gebäude durch die Rekonstruktion des früheren Dachbereiches ein Obergeschoss, das für besondere Formate der pädagogischen Vermittlungsarbeit genutzt werden kann. Darüber hinaus soll das Torhaus zukünftig direkt über einen verglasten Übergang von den Ausstellungsräumen des Museumsgebäudes erreichbar sein.

Im Erdgeschoss des Torhauses wird neben der Gastronomie das „Forum Zukunft gestalten“ einziehen. Die dort installierten Themeninseln, an denen sich neben Objekten aus der Sammlung auch Innovatives aus der Arbeitswelt und digitale Medienstationen befinden werden, sollen regelmäßig wechseln, um immer wieder neue Fragestellungen zu thematisieren. Durch die direkte Nähe zur Gastronomie öffnet sich das Haus auch noch stärker nach außen. Die neu gestalteten Räumlichkeiten sollen auch für Veranstaltungs-formate wie Kreativworkshops, Gesprächsrunden oder After Work Clubs genutzt werden.

Das durch die Umbauten neu entstehende Obergeschoss soll für die Einrichtung von zwei sogenannten Kompetenzwerkstätten genutzt werden. In den Kompetenzwerkstätten „Technik“ und „Kreativität“ werden Kinder, Jugendliche und Erwachsene die Möglichkeit haben, sinnliche Erfahrungen mit unterschiedlichen Techniken und Materialien zu machen. Ein dritter Raum wird für dialogische Formate zur Verfügung stehen, so dass in den Räumen an den Vormittagen ein Programm für Schulklassen, an den Nachmittagen offene Programme für verschiedenste Nutzerinnen und Nutzer und an den Wochenenden Kurse oder Kindergeburtstage stattfinden können. Damit ergänzen die neuen Kompetenzwerkstätten das bisher sehr erfolgreiche Format der offenen Werkstätten im Museum der Arbeit.

Das „Forum Zukunft gestalten“ und das „Startup Torhaus“

Mit dem „Forum Zukunft gestalten“ entsteht im Torhaus ein neuer, interaktiver Denk-, Handlungs- und Erfahrungsraum. Unter der Leitfrage „Wie soll sich die Arbeit in Zukunft verändern?“ soll an einem offenen Ort über Ideen zu zukünftigen Formen und Konzepten von Arbeit gedacht und diskutiert, verhandelt, gespielt und gebaut werden. Das thematische Spektrum soll von den Feldern Ökonomie und Gerechtigkeit über Ökologie und Nachhaltigkeit bis zu Diversität und Teilhabe sowie Digitalität und Technik reichen. Mit dem entsprechenden Programm wurde bereits vor den Umbaumaßnahmen von August bis November 2021 unter dem Titel „Startup Torhaus“ begonnen. Die Veranstaltungsreihe war eine erste Plattform, um neue Formate zu testen, ein Netzwerk aufzubauen und Menschen, Organisationen und Initiativen zusammenzubringen, die die Zukunft der Arbeit aktiv mit gestalten wollen. Es wurden neue Diskussionsformate und Workshops ausprobiert und erste Kreativ-Werkstätten mit Kinder und Jugendlichen initiiert. Während der Sanierung wird der Planungsprozess fortgeführt mit der Reihe „Torhaus goes…“. Dann ist das Museum mit einem Programm zur Zukunft der Arbeit an weiteren Orten in Hamburg zu Gast, unter anderem im Freiraum des Museums für Kunst und Gewerbe und im Säulensaal des Altonaer Museums.

Das Torhaus und der Standort Museum der Arbeit

Das Museum der Arbeit ist in den Gebäuden auf dem ehemaligen Fabrikgelände der New-York Hamburger Gummi-Waaren Compagnie (NYH) untergebracht. Die Wahl des Standortes für das Museum fiel mit der ehemaligen Produktionsstätte der NYH in Barmbek auf eines der ältesten noch existierenden Fabrikensembles Hamburgs, das dort seit 1871 aufgebaut und ständig erweitert wurde. Wie kein anderer Standort in Hamburg veranschaulicht das denkmalgeschützte Ensemble die Industrialisierung Hamburgs anhand von „Alter Fabrik“ und „Neuer Fabrik“, Fabrikhof, Kesselhaus, Zinnschmelze und Torhaus. Seit 1992 wurden die Fabrikgebäude zum Museum umgestaltet. Das erste Ausstellungsgebäude, die „Neue Fabrik“, wurde 1996 fertig gestellt. Dort befindet sich seit 1997 die ständige Ausstellung des Museum und in der 3. Etage die Fläche für die wechselnden Sonderausstellungen. Im Oktober 1999 konnte das renovierte Erdgeschoss der „Alten Fabrik“ in Nutzung genommen werden. 2006 wurde ein weiterer Teil der „Alten Fabrik“ fertig gestellt. Im Sommer 2013 erfolgte die Sanierung des Museumshofes.

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Grenzenlos https://www.tiefgang.net/grenzenlos/ Fri, 02 Oct 2020 22:24:27 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=7298 [...]]]> Wer denkt schon bei einem Hartgummi-Kamm an Plantagen in Kamerun? Sollte man aber. Eine Ausstellung sensibilisiert nun dafür.

Seit dem 30. September und noch bis April 2021 leistet das Museum der Arbeit in Barmbek nun mit einer Ausstellung zum Thema „Kolonialismus, Industrie und Widerstand“ einen wichtigen Beitrag zum Umgang auch mit Hamburgs oder gar erst Harburgs jüngerer Geschichte.

Hamburg war eines der wirtschaftlichen Zentren des europäischen Kolonialismus. Viele der Waren und Rohstoffe aus Kolonien, die über den Hafen in die Stadt gelangten, wurden in der hiesigen Industrie verarbeitet – auch auf dem Gelände des Museums der Arbeit, einer ehemaligen Gummifabrik. Die übrigens eine weitere Fabrik der zuerst in Harburg entstandenen Hamburg New Yorker Gummiwaarenfabrik (Nartenstraße) war.

Einige Hamburger Unternehmen waren deutschland- oder auch europaweit führend in der industriellen Verarbeitung von Kautschuk, tropischen Ölen und Fetten, Kakao und Elfenbein. Insbesondere seit dem 19. Jahrhundert konsumierten zahlreiche Menschen in Europa die daraus hergestellten Produkte. Doch wer denkt bei einem Hartgummi-Kamm schon an Plantagen in Kamerun, wer sieht in der Margarine oder der Christbaumkerze eine Verbindung zu Nigeria, wer erkennt in der Seife einen Bezug zu Samoa? Unsichtbar sind auch das Wissen und die Arbeit der Menschen in den Kolonien sowie die koloniale Gewalt und das mit ihr verbundene Leid.

Die Menschen in den Kolonien gewannen Kautschuk, Öle, Kakao und Elfenbein für Hamburgs koloniale Industrie unter den Bedingungen einer rassistischen Gewaltherrschaft. Sie wurden versklavt, zur Arbeit auf Plantagen und in Karawanen gezwungen, ihrer Existenzgrundlage beraubt und vertrieben. Sie leisteten individuell und kollektiv Widerstand, sei es in Protesten oder Petitionen, durch Flucht, Sabotage oder mit der Waffe.

Mit seiner Sonderausstellung möchte das Museum der Arbeit einen Beitrag zur aktuellen Debatte über den Umgang Hamburgs mit seiner kolonialen Geschichte und zur Diskussion über die langfristigen Folgen kolonialer Herrschaftsstrukturen leisten.

Museum der Arbeit, Öffnungszeiten: Montag 10 – 21 Uhr; Dienstags geschlossen; Mittwoch bis Freitag 10 – 17 Uhr; Samstag bis Sonntag 10 – 18 Uhr

shmh.de/de/grenzenlos-kolonialismus-industrie-und-widerstand

 

Das Bookazine zur Ausstellung

Das Bookazine „grenzenlos“, das eine Mischung aus Magazin und Buch ist, bringt unterschiedliche Stimmen und Perspektiven von BIPoC in Deutschland zusammen. In Essays, Interviews, Gedichten, Collagen und Fotografien, bildet die Publikation die vielfältigsten Lebensrealitäten ab. Die Autor*innen führen dabei den Diskurs um die Ausstellungsinhalte selbstständig und kritisch fort. Das Bookazine möchte insbesondere BIPoC erreichen und bietet zugleich durch seinen diversitätssensiblen, diskriminierungskritischen und inklusiven Ansatz allen Leser*innen produktive Lernräume.

Mit Beiträgen u. a. von: Lahya Aukongo, Olenka Bordo Benavides, Elliot Blue, Nikita Dhawan, Diana Ejaita, Natasha A. Kelly, Isaiah Lopaz, Sandrine Micossé-Aikins, Alok V. Menon, Movain, Candice Nembhard, Kofi Shakur, Moro Yapha.

Herausgeber*innen: Josephine Apraku, Rita Müller, Christopher Nixon

170 Seiten, zahlreiche Abbildungen, KOCMOC-Publishing Space, ca. 17 €, erhältlich im Museumsladen

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Die Stadt im Foto https://www.tiefgang.net/die-stadt-im-foto/ Fri, 04 Oct 2019 22:20:24 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5916 [...]]]> Im Herbst 2018 wurde mit dem „Georg Koppmann Preis für Hamburger Stadtfotografie ein neuer Fotopreis aus der Taufe gehoben. Der nach dem Hamburger Fotografen Georg Koppmann (1842-1909) benannte Preis ehrt Dokumentationen von Hamburgs Entwicklung als Großstadt.

In Form eines Stipendiums in Höhe von 8.000 Euro wird der Fotopreis jährlich für eine künstlerisch-dokumentarische Auseinandersetzung mit dem Stadtbild Hamburgs und seinen Veränderungen vergeben und richtet sich an professionelle Fotografinnen und Fotografen bzw. an Absolventen von Fotostudiengängen an Hochschulen, Universitäten und Akademien. Das jeweilige Projekt soll eine eigenständige fotografische Perspektive auf die Stadt Hamburg als Lebensraum und Wohnort einer vielfältigen Stadtgesellschaft dokumentieren und sich mit ihren verschiedenen Veränderungsprozessen auseinandersetzen.

Seit dem 1. Oktober 2019 läuft nun die Bewerbungsfrist für den „Georg Koppmann Preis für Hamburger Stadtfotografie“ des Jahres 2020. Bis zum 31. November 2019 können Fotografinnen und Fotografen ihre Projektideen einreichen. Die Stipendienzeit beginnt mit der Verkündung der Juryentscheidung Ende Januar 2020 und läuft bis zum Juli des nächsten Jahres. Die Stipendiatin bzw. der Stipendiat sollen sich zur Realisierung ihres Projekts mehrere Wochen in Hamburg aufhalten. Die Ergebnisse werden nach Abschluss des Projekts auf der Webseite der Stiftung Historische Museen Hamburg und in Form einer gedruckten Broschüre präsentiert. Sämtliche Informationen zum Bewerbungsverfahren können nachgelesen werden unter: georg-koppmann-preis

Als erster Preisträger wurde in diesem Jahr der Hamburger Fotograf Axel Beyer mit dem „Georg Koppmann Preis für Hamburger Stadtfotografie“ ausgezeichnet. Mit seinem Zyklus „Temporäre Einsichten“ ermöglicht Beyer besondere Einblicke in aktuelle bauliche Veränderungen der Stadt Hamburg, deren Motive nur von temporärer Dauer sind. Er hat in seinen Arbeiten, in den zahlreiche urbane Situationen der Elbmetropole wie Teile eines Bühnenbildes erscheinen, Sichtachsen entdeckt und festgehalten, die oft bald wieder verschwunden sind.
Begleitet von einem Grußwort von Dr. Dorothee Stapelfeldt, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, einem Vorwort von Prof. Dr. Hans-Jörg Czech, Vorstand und Direktor der Stiftung Historische Museen Hamburg, und einem Einführungsessay der PHOTONEWS-Chefredakteurin Anna Gripp sind Beyers Arbeiten in einer 50-seitigen Broschüre versammelt, die in den Museumsläden der Stiftung Historische Museen erhältlich ist.

Der „Georg Koppmann Preis für Hamburger Stadtfotografie“ wird vergeben von der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen in Kooperation mit der Stiftung Historische Museen Hamburg.

Zum Bewerbungsverfahren:

Gesucht wird eine Fotografin/ein Fotograf, deren herausragende Arbeiten und eine interessante Projektidee ihn bzw. sie zur Stipendiatin/Stipendiat qualifizieren.

Folgende Unterlagen müssen innerhalb des Bewerbungszeitraums vom 1. Oktober bis 31. November 2018 eingereicht werden:

  •  eine Projektskizze über ein selbst gewähltes, künstlerisch-dokumentarisches Thema, das die Bewerberin/der Bewerber in Hamburg fotografisch verwirklichen möchte (ca. 1-2 Seiten)
  •  5-10  Bilder, die die Projektidee verdeutlichen können (jpg, lange Seite 2500 px)
  •  Lebenslauf mit Ausstellungen, Publikationen, Auszeichnungen.

Der Bewerbungszeitraum: 1. Oktober bis 30. November 2019

Bewerbungsunterlagen per E-Mail oder per Post an: Stiftung Historische Museen Hamburg, Museum der Arbeit, Stefan Rahner (Wissenschaftlicher Mitarbeiter), Wiesendamm 3, 22305 Hamburg, stefan.rahner@mda.shmh.de

Die Jury

  • Dr. Dorothee Stapelfeldt, Präses der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen
  • Dipl.-Ing. Franz-Josef Höing, Oberbaudirektor der Freien und Hansestadt Hamburg
  • Prof. Dr. Hans-Jörg Czech, Direktor und Vorstand der Stiftung Historische Museen Hamburg
  • Stefanie Grebe, Leiterin des Fotoarchivs Ruhr Museum Essen
  • Anna Gripp, Chefredakteurin der Zeitschrift PHOTONEWS
  • Prof. Vincent Kohlbecher, Professor für Fotografie an der HAW Hamburg
  • Stefan Rahner, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Museum der Arbeit, Stiftung Historische Museen Hamburg

 

Quelle: Stiftung Historische Museen Hamburg

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Wer arbeitet für wen? https://www.tiefgang.net/wer-arbeitet-fuer-wen/ Fri, 02 Nov 2018 23:10:44 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=4429 [...]]]> „Künstliche Intelligenz“ sei das nächste große Ding, prophezeien viele Technik-Freaks. Aber macht  sie die Arbeit sinnvoller, leichter oder ersetzt sie uns? Das Museum der Arbeit sucht Antworten.

In der Mitteilung der Stiftung Historische Museen Hamburg heißt es:

„Die Arbeitswelt der letzten Jahrzehnte war bereits von vielfältigen Prozessen der Automatisierung geprägt. Mit der Digitalisierung halten nun auch Algorithmen, Robotersysteme und künstliche Intelligenzen Einzug in mehr und mehr Bereiche unserer Arbeit. Die damit verbundenen Prognosen für die Zukunft der Arbeit führen zu Diskussionen über das Pro und Contra dieser Veränderungen.

Für manche stellt das Modell „Arbeit 4.0“ eine radikale und unabwendbare Bedrohung breiter Berufsfelder dar, für andere liegt in der zunehmenden Automatisierung keineswegs ein blinder Automatismus, sie plädieren vielmehr für eine aktive Gestaltung einer neuen Arbeitswelt, bei der gesellschaftliche, politische und soziale Lösungen mitgedacht werden müssen. Was machen wir also, wenn zukünftig Roboter und Künstliche Intelligenzen (KI) große Teile unserer Arbeit erledigen? Lassen wir die Arbeitswelt, wie wir sie kennen, für immer hinter uns und finden wir neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine? Beschert uns die zunehmende Automatisierung und Digitalisierung ein freieres und selbstbestimmteres Arbeiten oder bedrohen die prognostizierten Szenarien unser Verständnis vom existenzsichernden und sinngebenden Arbeitsleben?

Die Sonderausstellung „Out of Office“, die im Museum der Arbeit in Zusammenarbeit mit dem Bucerius Lab der ZEIT-Stiftung ab 7. November 2018 zu erleben ist, setzt sich mit diesen Zukunftsfragen auf interaktive Weise auseinander. An elf thematisch spezifizierten Stationen wird den Besuchern gezeigt, welche fundamentalen Umbrüche durch Roboter und Künstliche Intelligenz in der Arbeitswelt bereits stattfinden und welche uns unter Umständen noch bevorstehen. Vor dem Hintergrund des gegenwärtigen Wandels der Arbeitswelt bzw. der Prognosen und Visionen von zukünftigen Prozessen diskutiert die Ausstellung zusammen mit den Besuchern, wie wir als Gesellschaft mit den kommenden Veränderungen umgehen wollen, welche Chancen wir ergreifen können und mit welchen Risiken wir uns befassen müssen.

Grafik: MdA

Ziel der Ausstellung ist es, die Dimension der mit der Digitalisierung der Arbeitswelt verbundenen Veränderungen zu erkunden und den Besuchern eine Orientierung in der aktuellen Diskussion zu geben. Dabei möchte die Ausstellung zum einen für die Frage sensibilisieren, was wir eigentlich unter „Arbeit“ verstehen, und zum anderen Wissen darüber vermitteln, wovon wir eigentlich reden, wenn wir Schlagwörter wie „KI“ oder „Robotik“ benutzen. Anhand von Animationen, Info-Grafiken, Experten-Interviews, Filmsimulationen, Virtual-Reality-Stationen, den kreativen Ergebnissen einer KI und natürlich von Robotern möchte die Ausstellung zur Diskussion einladen, welche Möglichkeiten der Zukunftsgestaltung von verschiedenen Akteuren ins Spiel gebracht werden. In einem partizipativen Forum werden die Besucher dazu eingeladen, an Touch-Screens ihren individuellen Blick auf die Zukunft der Arbeit zu gestalten und zu bewerten.

OUT OF OFFICE

Ein Ausstellungsprojekt des Museums der Arbeit und des Bucerius Lab der ZEIT-Stiftung.
Dauer: 07.11.2018 – 19.05.2019 während der Öffnungszeiten des Museums.
Eröffnungsfestival zur Ausstellung: Warum arbeiten Sie noch?
am Samstag,  dem 10. November 2018 von 11 bis 20 Uhr, Eintritt frei.
mit Kuratorenführungen, Vorträgen, Workshops, Diskussionsrunden, Filmen und mehr.

Museum der Arbeit, Wiesendamm 3, 22305 Hamburg, direkt am U-/S-Bahnhof Barmbek

Quelle: Stiftung Historische Museen Hamburg

 

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Reinigende Kräfte der Kultur https://www.tiefgang.net/reinigende-kraefte-der-kultur/ Fri, 06 Jul 2018 22:07:41 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=3848 [...]]]> In den letzten Wochen schauten viele mit großen Augen auf die Politik in Berlin. Die einen waren entsetzt (Asyl). Die anderen froh und erstaunt (Kultur). Eine verrückte Woche.

Um Politik zu verstehen, wurden ganze Wissenschaften begründet, Bibliotheken gefüllt und Hirne zermartert. Dabei kann man es auch ganz pragmatisch handhaben und einfach ungenutzte Gelder umlenken.

So ist ein Haushaltsausschuss immer wieder mal damit befasst, zugeteilte aber nicht abgerufene Gelder anderen Bestimmungen zuzuweisen. Wo der normale Bürger noch über dem Slogan grübelt, „spare in der Zeit, so hast Du in der Not“ ist man in der Politik regelmäßig dabei die berühmten Wahlgeschenke zu verpacken und auszugeben. Und ein bisschen wie Weihnachten mag es manchen Kulturschaffenden vorgekommen sein. Denn in der sogenannten „Bereinigungssitzung“ des Haushaltsausschusses wurde abseits von Seehofers Geschrei dem musischen Gesang der Kultur genüge getan. Doch der Reihe nach …

Als erste Meldung erreichte uns dies:

Bundestag erhöht Förderung von Pop, Rock und Jazz:

Zaster, der rockt!

In der Pressemitteilung hieß es:

„Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags hat in seiner Bereinigungssitzung eine Aufstockung der Musikförderung beschlossen. Darin enthalten sind zusätzliche 4,15 Millionen Euro, die der Bund der Initiative Musik für die Jahre 2018 und 2019 bereitstellt. Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters: „Mit den zusätzlichen Geldern für die Initiative Musik wollen wir vor allem die vielen kleineren Clubs im ganzen Land stärken. Diese begeistern mit ihren Programmen jenseits des wirtschaftlich erfolgreichen Mainstreams, indem sie künstlerisch herausragende sowie junge Musikerinnen und Musiker auf die Bühne holen. Mit der Stärkung des APPLAUS und dem Start eines neuen Programms für Kleinstkonzerte wollen wir dieses wichtige kulturelle Engagement fördern sowie Künstlerinnen und Künstler bei ihren ersten professionellen Auftritten honorieren.“ Ina Keßler, Geschäftsführerin der Initiative Musik: „Damit setzt der Bund ein wichtiges Statement für eine lebendige wie vielfältige Rock-, Pop- und Jazzlandschaft in Deutschland. Wir bedanken uns – auch im Namen der LiveKomm und BKJazz – bei den Mitgliedern des Deutschen Bundestages, ganz besonders bei Kulturstaatsministerin Monika Grütters.“

Die Initiative Musik fördert seit 2008 Künstlerinnen, Künstler und Musikunternehmen. Eines der Kernziele der Initiative Musik ist es, bundesweit den Nährboden für künstlerische Kreativität unterschiedlichster Musikgenres, wie zum Beispiel Rock, Hip-Hop, elektronischer Musik, experimenteller Popmusik oder Jazz, zu erhalten und auszubauen. Zwei Millionen Euro jährlich für Musikpreis APPLAUS Für den Spielstättenprogrammpreis APPLAUS werden 2018 und 2019 jeweils zwei Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Die Initiative Musik realisiert den Bundespreis seit 2013 unter Einbeziehung der Bundeskonferenz Jazz und der Live Musik Kommission, Verband der Musikspielstätten in Deutschland e.V. Kornelia Vossebein, Bundeskonferenz Jazz: „Als Bundeskonferenz Jazz begrüßen wir die Erhöhung der Bundesmittel für APPLAUS auf insgesamt zwei Millionen Euro pro Jahr. Spielstätten aktueller Musik sind bedeutende Kulturträger und wichtige Repräsentanten eines neuen, oftmals auch jüngeren Kulturverständnisses. Sie sind Katalysator für neue Projekte, sie fördern und fordern Newcomer genauso wie sie oft jenseits kommerzieller Interessen hochwertige und innovative Musikerinnen und Musiker unterstützen und unter angemessenen Bedingungen präsentieren. Sie sind Schnittstelle zu Publikum und Medien, und sie tragen eine wichtige gesellschaftliche Rolle als weltoffene und tolerante Orte des künstlerischen Austausches, der kulturellen Bildung und der interkulturellen Begegnung. APPLAUS ist deshalb ein wichtiger Beitrag zur Pflege der kulturellen Zukunft unseres Landes. Wir danken dem Deutschen Bundestag und der Bundeskulturstaatsministerin für ihren Einsatz!“ Ausgezeichnet werden Clubbetreiber und Veranstalter für ihre Programme aus allen Genres der Popularmusik. Mit ihren Konzerten prägen und bereichern die Musikclubs unser Kulturleben, sowohl in den Metropolen als auch im ländlichen Raum. Diese kulturellen Einrichtungen stehen für eine außergewöhnliche Qualität und Programmatik des deutschen Musiklebens von Pop bis Jazz. Zwei Millionen Euro für Kleinstkonzerte und 150.000 Euro für Clubstudie Karsten Schölermann, 1. Vorsitzender der LiveKomm: „Die Entscheidung des Bundestages zeigt uns, dass unsere Themen auf bundespolitischer Ebene ernst genommen werden und dass sich die Verbandsarbeit, wie zuletzt beim Musikwirtschaftsgipfel Agenda 2018, auszahlt. Die Bereitstellung der Gelder für die Kleinstkonzertförderung, wodurch wir uns einen nachhaltigen und leichteren Zugang für Nachwuchskünstlerinnen und -künstlern zu den Clubbühnen erhoffen, ist ein Meilenstein in der Clubförderung für den wir lange gekämpft haben. Das wir darüber hinaus eine eigene, wissenschaftlich fundierte, Clubstudie auf den Weg bringen dürfen rundet das Förderpaket ab, denn wir wissen noch viel zu wenig über die kulturellen und ökonomischen Rahmenbedingungen in unserer vielfältigen Clublandschaft.“

Für das Programm zur Förderung der Kleinstkonzerte erhält die Initiative Musik im Jahr 2018 insgesamt zwei Million Euro aus dem Bundeshalt. Dazu werden für die Clubstudie 150.000 Euro zur Verfügung gestellt. Beide Projekte werden in Zusammenarbeit mit der LiveKomm als Partner realisiert.“

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an: Initiative Musik gGmbH, Friedrichstraße 122, D-10117 Berlin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Michael Wallies +49 (0)30 – 531 475 45 – 14 michael.wallies@initiative-musik.de www.initiative-musik.de

Hintergund:

Die Initiative Musik gemeinnützige Projektgesellschaft mbH ist die zentrale Fördereinrichtung der Musikwirtschaft und Bundesregierung für Rock-, Pop- und Jazzmusik in Deutschland. Die Initiative Musik fördert die Präsentation und Verbreitung von Musik aus Deutschland im In- und Ausland. Sie unterstützt den musikalischen Nachwuchs aus Deutschland, Musiker mit einem Migrationshintergrund sowie Livemusik-Spielstätten. Sie wird getragen von der Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten (GVL) und dem Deutschen Musikrat. Finanziell wird sie unterstützt von der Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechen (GVL) und der Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA). Fördergeber sind u.a. die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und das Auswärtige Amt.

Quelle: initiative-musik.de 

Die Dynastie Kahrs (SPD) und Kruse (CDU) lenken wieder Bundesgelder nach Hamburg:

18 Mio. für Hamburgs Museen

In der Mitteilung der Stiftung Historische Museen hieß es:

„Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat in seiner heutigen Sitzung die finanzielle Unterstützung in zweistelliger Millionenhöhe für zwei weitere wichtige Modernisierungsprojekte der Stiftung Historische Museen Hamburg bewilligt: Die bauliche und inhaltliche Neugestaltung des Museums der Arbeit wird vom Bund mit 10 Millionen Euro und die des Jenisch Hauses mit 8 Millionen Euro unterstützt. Johannes Kahrs (SPD), Haushaltspolitischer Sprecher, und Rüdiger Kruse (CDU), Mitglied im Haushaltsausschuss, haben sich in Berlin maßgeblich für die Finanzierung eingesetzt.

Insgesamt werden für die Sanierung und Modernisierung der beiden Museen 36 Millionen Euro veranschlagt. Der Rest der benötigten Mittel soll bei der Freien und Hansestadt Hamburg eingeworben werden.

Das Museum der Arbeit ist in den ehemaligen Gebäuden der New-York Hamburger Gummi-Waaren Compagnie in Barmbek beheimatet. In diesem in Hamburg einmaligen und unter Denkmalschutz stehenden Fabrikensemble, widmet es sich seit 1997 den gesellschaftlichen, technischen und sozialen Fragen von Arbeit und ihrer Veränderung. Mehr als 20 Jahre nach Eröffnung der Dauerausstellung ist es notwendig, deren Konzept und Präsentation zeitgemäß zu erneuern. Mit den bewilligten Mittel will das Museum die gesellschaftlichen Veränderungen, die die Arbeitswelt insbesondere durch die Digitalisierung und Globalisierung prägen, aufgreifen. Diesen Themen will es sich künftig mit modernen Präsentationsformen und Vermittlungs-formaten widmen und zu einem Ort des gesellschaftlichen Diskurses über die Zukunft der Arbeit werden.
Das Jenisch Haus, in den Jahren 1831 bis 1834 im klassizistischen Stil als ehemaliger Landsitz des Hamburger Kaufmanns Martin Johan Jenisch d. J. erbaut, zählt zu den schönsten historischen Gebäuden Hamburgs. Mit Blick auf die Elbe im Jenischpark gelegen, zeigt das Museum in mehreren repräsentativen Sälen Gemälde, Mobiliar und Skulpturen aus dem Empire und Biedermeier. In der oberen Etage werden regelmäßig wechselnde Sonderausstellungen zu Themen aus der Kunst- und Kulturgeschichte insbesondere des 19. Jahrhunderts präsentiert. Die dringend notwendige Modernisierung umfasst neben der denkmalgerechten Ertüchtigung des Gebäudes und der Herstellung von behindertengerechten Zugangsmöglichkeiten auch die Überarbeitung der Dauerausstellung, in der die Bedeutung des Hamburger Bürgertums als eine der wichtigsten gesellschaftlichen Einflussgrößen Deutschlands und Europas zum Tragen kommen soll.

Mit der grundlegenden Erneuerung der beiden Museen können zwei weitere wesentliche Schritte in der Entwicklung der Stiftung Historische Museen Hamburg zu einem modernen und für breite Bevölkerungsschichten attraktiven Museumsverbund unternommen werden, der sich mit der Geschichte Hamburgs aus der Perspektive aktuell und zukünftig relevanter Fragestellungen auseinandersetzt. Nachdem im Jahr 2015 vom Bund bereits 18 Millionen Euro für die Neukonzeption und bauliche Erneuerung des Museums für Hamburgische Geschichte zur Verfügung gestellt wurden, kann nun der  Entwicklungsprozess der Stiftung mit der Modernisierung von zwei weiteren Standorten  fortgesetzt werden.

Rüdiger Kruse, CDU, Mitglied im Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages:

„Insbesondere das Jenisch Haus war mir im aktuellen Haushaltsjahr ein Herzensanliegen. Es stellt ein Zeitzeugnis dar – einzigartig nicht nur für die Sammlung der Stiftung Historische Museen Hamburg, sondern für das Hamburger Stadtbild überhaupt. Der Bau repräsentiert den Einfluss des Hamburger Bürgertums über die eigenen Stadtgrenzen hinaus, so dass wir den Bund von der gesamtdeutschen Relevanz überzeugen und zu einer entsprechenden finanziellen Anerkennung bewegen konnten.“

Johannes Kahrs, Haushaltspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion:

„Ich bin stolz, dass wir das Geld für das Museum der Arbeit und das Jenisch Haus im Bundeshaushalt durchsetzen konnten. Die beiden Häuser sind nicht nur für ihre jeweiligen Stadtteile identitätsstiftend, sondern bereichern unsere ganze Hansestadt. Die Bundesförderung ist nicht zuletzt ein Zeichen der Wertschätzung der hervorragenden Arbeit der Stiftung Historische Museen Hamburg.“

Börries von Notz, Alleinvorstand der Stiftung Historische Museen Hamburg:

„Beide Sanierungsmaßnahmen sind von größtem Wert für die Weiterentwicklung der Museumslandschaft in Hamburg und natürlich im Besonderen für die SHMH. Wir freuen uns enorm, damit wesentliche Bausteine in der Modernisierung der Angebote der Stiftung abschließend in Angriff nehmen zu können. Vor allem das Museum der Arbeit mit seinen innovativen Ansätzen in Präsentation und Vermittlung kann zu einem ganz besonderen musealen Ort entwickelt werden, der sich sämtlichen Gesellschaftsschichten gerade im Zusammenhang  von Arbeit und Zukunft öffnet. Das Jenisch Haus mit seiner einzigartigen Lage und Architektur kann in seinem historischen Bestand nachhaltig gesichert werden und auch hier wird eine breitere museale Öffnung erfolgen, so dass ein höchst attraktiver Ort für Hamburger, Touristen und Fachinteressierte entstehen wird.“

Quelle: Historische Museen Hamburg

Und als wäre es nicht genug, kam noch dies dazu …

Bundesetat für Kultur um rund 100 Mio. Euro aufgestockt:

Der Beitrag zur Vielfalt

„In der Bereinigungssitzung des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages sind deutliche Erhöhungen der finanziellen Mittel für den Bereich Kultur und Medien beschlossen worden. Rund 100 Millionen Euro wurden in den Haushaltsberatungen zusätzlich für den Kulturetat bereitgestellt, der damit auf 1,78 Milliarden Euro erhöht wurde. Mehr als 5 Millionen Euro fließen in den nächsten beiden Jahren in die Kulturförderfonds des Bundes, u.a. den Musikfonds.

Hierzu Prof. Martin Maria Krüger, Präsident des Deutschen Musikrates: „Der Deutsche Musikrat gratuliert der Staatsministerin für Kultur und Medien, Prof. Monika Grütters, zur nochmaligen Steigerung des Gesamtetats für Kultur und Medien gegenüber dem Regierungsentwurf. Sie unterstreicht die zentrale Bedeutung unseres vielfältigen Kulturlebens in Deutschland. Die zusätzlichen Mittel leisten einen wesentlichen Beitrag dazu, die Kulturelle Vielfalt in unserem Land zu erhalten und weiter zu fördern. Gerade die Aufstockung der finanziellen Mittel für den Musikfonds bietet eine gute Grundlage, sich weiterhin verstärkt für die Förderung der zeitgenössischen Musikkultur in Deutschland einzusetzen. Der Dank gilt den Abgeordneten des Haushaltsausschusses für diesen weitsichtigen Beschluss.“

Quelle: Deutscher Musikrat

 

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Kunst nur gegen cash? https://www.tiefgang.net/kunst-nur-gegen-cash/ Sat, 07 Jan 2017 08:00:15 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=380 [...]]]> Seit das Essener Folkwang-Museum seine Pforten für die dauerhafte Ausstellung im Sommer 2015 gänzlich eintrittsfrei öffnete, entbrach nicht nur ein Publikumsansturm. Das hatten viele Museen im unterhaltungsgeschwängerten Multimediazeitalter gar nicht mehr für möglich gehalten: Ein Museum für zeitgenössische Kunst als Hotspot und Frequenzbringer? Quasi Mainstream? Geht das überhaupt? Oder besser noch: darf es das überhaupt?

Es entfachte aufs Neue eine Diskussion, der Kulturinteressierte sich durchaus stellen sollten. Vielleicht sogar müssen. Denn es geht um nichts anderes als eben genau die Wertbestimmung der Museumsinhalte – also um den „Wert der Kultur“ selbst.

Doch eins nach dem anderen. Nach dem Ansturm auf das Essener Museum wurde alsbald und eher rhetorisch gefragt, ob das Essener Folkwang Museum denn überhaupt ein Maßstab in der Museumslandschaft sei oder nicht doch ein spezieller Fall. Und wenn, welcher und für was? Und – klar woraus es letztlich hinauslief – wer solle das alles überhaupt bezahlen? Im Fall des Folkwang-Museum sei es ja die das Museum betreibende Krupp-Stiftung. Und die könne es sich eben leisten.

Ein detaillierter Blick zeigt: so einfach ist es nicht.

Doch bleiben wir zunächst beim Folkwang-Museum. Die Besucherzahlen des Folkwang-Museums hatten sich nach Wegfall des Eintrittspreises binnen einem Jahr verdoppelt. 200%! In Zahlen übrigens ging es offenbar um ziemlich genau 100.000 Menschen. Auch das muss man benennen, denn es ist in etwa die Zahl, die jährlich das Archäologische Museum Hamburg besuchen. Die Kunsthalle Hamburg zählte jährlich drei Mal so viele Menschen – und kostete (fast) immer Eintritt.

Das Wunder von Hamburg

Kostete. Denn dann wurde sie auf Kosten der privaten Geldgeberin Familie Otto von Grund auf saniert. Und es geschah etwas Außergewöhnliches, was aber ebenso zählenswert ist. Denn als Clou zur Wiedereröffnung hatte man sich 2016 entschlossen, einen Monat lang die Türen kostenfrei zu öffnen. Als „Appetizer“ quasi. Und siehe da: vom 30. April bis 31. Mai des Jahres 2016 kamen sage und schreibe 206.588 gezählte Personen. Offiziell eine Steigerung um 600%. (siehe Drucksache 21/6263 Hamburger Bürgerschaft)

Daraufhin fragte die Hamburger Bürgerschaftsabgeordnete Dora Heynn in einer „kleinen Anfrage“ an den Senat, ob dieser sich zwischenzeitlich mal mit der Frage beschäftigt habe, wie der Verzicht auf Eintrittsgelder zu bewerten sei. Und es folgte ein klares „nein“. Plus: „Dazu bestand bisher keine Veranlassung“.

Sollte aber. Denn das Phänomen ist nicht ohne.

In London, Paris und auch anderen europäischen Metropolen und Ländern gibt es das Phänomen schon lange: sowohl des freien Eintritts für Dauerausstellungen als auch des vermehrten Zustroms von Besuchenden.

Derweil werden ähnliche Tests in Frankfurt durchgeführt und der Effekt ist stets dergleiche: die Besucherzahlen schnellen nach oben. Presseberichten zufolge sind es vor allem Schulen und Familien mit Kindern, die sich freuen und davon profitieren. Kein Wunder, denn in vielen Hamburger Museen müssten erst Besuchende ab 18 Jahren Eintritt zahlen. Aber zum einen sind die Preisstrukturen je Museum ein intensiveres Studium wert und Kaffee, Kuchen und Eis sind gewohnheitsgemäß auch immer einzurechnen. Kein Eintritt wäre eine klare Botschaft. Und offenbar ein Schlüssel zur Senkung der Hemmschwelle.

Und die Museumsmacher aus Essen bringen ihre Erfahrungen im Grunde gut auf den Punkt: „Der freie Eintritt wirkt“, freut sich Direktor Tobia Bezzola. „Die kostenfreie Öffnung unserer Sammlung ist ein entscheidender Faktor, um Schwellen abzubauen und immer mehr Menschen für Kunst und Kultur zu begeistern.“

Ein Besucher sagte wohl treffend: „Die Kunst ist so großartig, dafür würden wir auch bezahlen“. (Der Westen, 16.06.2016). Andere nutzen das ruhige Flair offenbar, um mal abseits der Smartphone-Chats und Multimedia-Berieselung zur Ruhe zu kommen. Wieder andere kommen erst so recht auf den Geschmack und nutzen dann auch die kostenpflichtigen Sonderausstellungen. Wäre das dann also das Ende der vermeintlich bildungsfernen Schichten? Denn worum geht es eigentlich bei einem Museum?

Der Begriff Museum ist dem Lateinischen entlehnt und bedeutet im Grunde „Musensitz“ oder „Ort für Kunst und Gelehrsamkeit“. Das ist die wahre Bestimmung eines jeden Museums – eben ganz gleich, ob es das Archäologische, das Hamburgische, Altonaer, Maritime, Schul-, Polizei-, Medizinische, Kinder-Museum oder auch der Arbeit ist. Der Name bestimmt im Grunde den eigentlichen Wert. Eben die Auseinandersetzung mit unserem archäologischen, hamburgischen etc. Erbe, Brauchtum und so fort. Nur gemessen wird dieser Wert daran nicht.

Bemessen wird vielmehr, woher die Besucher stammen (sie kennen das mit der Frage nach der Postleitzahl, die ja immerhin der Musiker „Der Weiherer“ zu einem Song verführte mit der Postleitzahl von Brunsbüttel … ? Seither sind Brunsbütteler vermeintlich allerorts vertreten.) Und wer hätte es gedacht? Ein  Großteil all unserer Museumsbesucher in Hamburg stammt aus Hamburg. Aber gut, dass man das besser nochmal prüft.

Mehr Besucher – weniger Zuschuss

Und es wird ebenso genau gelistet und inventarisiert, wieviele Zuschüsse geflossen sind (2015 z.B. 15 Mio Euro für die Hamburger Kunsthalle, kein Euro aber für das Schul-, Polizei- oder medizinische Museum). Und weil es vermutlich so schön ist, öffentliche Zuschüsse (für öffentliche Aufgaben – siehe Begriffsbestimmung „Ort für Kunst und Gelehrsamkeit“) als milde Gabe regierender Politik feiern zu lassen, wird natürlich auch nachgehalten, wieviel Zuschuss dann je Besucher geflossen ist: im Jahr 2015 für die Kunsthalle Hamburg 34,49 € je Besucher, Museum für Kunst und Gewerbe 31,79€, Völkerkun-demuseum 45,74€. Klingt viel, nicht wahr?

Aber drehen wir es mal um: je mehr Besucher, je geringer der Zuschuss. Gingen also letztlich 600% mehr Besucher in dem Monat freien Eintritts in die Kunsthalle, wäre der Zuschuss durchschnittlich auf ein Sechstel reduziert – als etwa bei 5,75 €. Das wäre doch ein Jubel wert. Mehr Bildung für mehr Leute bei geringeren Pro-Kopf-Kosten.

Und noch viel wichtiger: die Kosten reduzieren sich um ein Vielschichtiges: Mehrwertsteuer entgeht dem Fiskus eh nicht, denn – auch mal wissenswert! – sie wird für Museen eben wegen ihres Bildungsauftrages explizit gar nicht erst erhoben – auch nicht vermindert. Hier also ein Nullsummenspiel. Der Gesetzgeber für Steuern scheint hier also weiter zu sein und weiß um den Bildungsauftrag.

Es müssten aber auch keine Eintrittskarten gedruckt, verteilt und gezählt werden. Keine Kasse, keine Buchhaltung für Bargeld (außer im Accessoireshop, der übrigens auch schon von der Mehrwertsteuer befreit ist), keine komplizierte und teils entwürdigende Differenzierung nach Erwachsen, Kind, Behindert, Sozialleistungen empfangend etc. Kein Bildungsgutschein, Schulklassenanmeldung. Eintritt eben einfach frei.

Nun gut, bliebe noch manche Befürchtung, das ein oder andere Museum sei dem Ansturm räumlich nicht gewachsen. Dem könnte man nachgehen. Aber auch ein Parkhaus – ohne Personal geführt – soll das ja bereits meistern können.

Aber auch all das beschreibt den „Wert“ dieser Kultur nicht wirklich umfänglich. Es wäre wieder nur ein Abheben auf Besucherzahlen. Fast wie eine Rechtfertigung für die Existenz eines Museums.

Aber WAS ist denn dort in den Museen zu erleben? Und siehe da! Natürlich gibt es auch hier Zahlen: nämlich über das Vermögen an „Sammlungsgegenständen“ im jeweiligen Museum – in Euro bemessen. Ganz wie man es in einem bilanzierenden Unternehmen zu erwarten hätte. Und siehe da, was wir an Werten haben! Und diese werden nur wenigen Eintrittszahlenden vorhalten. Die Kunsthalle Hamburg alleine zählt ein Sammlungsvermögen in Höhe von über 2o Mio. Euro! Das Museum für Kunst und Gewerbe sogar über 21.Mio. Euro!

Und nun mal zusammengerechnet: im Jahr 2015 waren in der Kunsthalle, im Museum für Kunst und Gewerbe, im Völkerkundemuseum, dem Hamburger und Altoaner wie dem Museum der Arbeit insgesamt und exakt 1.031.846 Besucher, die sich gegen Eintritt ein Sammlungsvermögen im Wert von insgesamt und exakt 46.406.631 Euro ansahen. 1 Mio Besucher sehen sich also 46 Mio Wert an Kunst und Kultur an. Lassen wir da nicht vielen vieles entgehen? Oder anders herum gefragt: können und wollen wir uns leisten, solche Schätze dem breiten Volk vorzuenthalten? Man sollte zumindest auch darüber reden.

 

(06. Jan 2017, HL)

 

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