Open-Air-Veranstaltungen https://www.tiefgang.net Fri, 10 Feb 2023 10:33:36 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.3 Kein Raum für Kultur https://www.tiefgang.net/kein-raum-fuer-kultur/ Fri, 10 Feb 2023 23:20:59 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9726 [...]]]> Der Kampf um kulturelle Räume nimmt neue Dimensionen an. Das verdeutlichte eine öffentliche Anhörung im Kulturausschuss der Hamburger Bürgerschaft …

Im Mai 2022 veröffentlichte das Clubkombinat unter dem Titel #wirbrauchenräume ein Manifest, das sechs konkrete Maßnahmen für eine kultur-integrierte Stadtentwicklung skizziert und an vorherige Diskussionen und Initiativen zur Stadtentwicklung anknüpft. Dem Aufruf zur Erstunterzeichnung folgten etliche Institutionen, Initiativen und Einzelpersonen aus Hamburg – darunter u. a. der Denkmalverein Hamburg, das Gängeviertel, die Mundhalle und die Band Meute. Das Papier wurde auf der Sitzung des Kultur- und Medienausschusses am 31. Mai 2022 (siehe Protokoll Nr. 22/15) den Abgeordneten der Hamburgischen Bürgerschaft überreicht und dort erstmals debattiert. Bis Januar 2023 unterzeichneten 75 Unterstützer*innen das Anliegen, langfristig die Strukturen für eine kultur-integrierte Stadtentwicklung in Hamburg anzupassen.

Am vergangenen Mittwoch nun kamen rund 100 Vertreter*innen verrschiedenster Kulturinstitutionen zur Anhörung in den Kulturausschuss der Bürgerschaft. 20 von ihnen verdeutlichten auf unterschiedlichste Art und Weise, dass es neue Räume nicht gibt und selbst die bestehenden Räume oft gefährdet sind.

Inzwischen sind durch weitere Gespräche mit Akteur:innen aus Politik, Behörden und der Zivilgesellschaft 13 Maßnahmen in einer Stellungnahme zur öffentlichen Anhörung vom Clubkombinat identifiziert. Zentrale Forderung ist die Errichtung und Etablierung einer festen Austauschplattform zwischen Politik, Behörden und Zivilgesellschaft für ein „Bündnis für kulturelle Freiräume“.

Die Stellungnahme #wirbrauchenräume – Wege für eine Struktur zur kultur-integrierten Stadtentwicklung in Hamburg untergliedert sich in drei Handlungsfelder:
I. Bestandssicherung & Bestandsschutz
II. Neue Perspektiven für Flächenansiedlungen in neuen Stadtteilen
III. Open Air

Die Stellungnahme vom Clubkombinat (Stand: Januar 2023), kann unter diesem Link (PDF, 202 KB) abgerufen werden.

Im April 2023 soll das Thema im Kulturaussschuss weiter behandelt werden.

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Das Recht auf Club! https://www.tiefgang.net/das-recht-auf-club/ Fri, 22 Dec 2017 23:15:38 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=2770 [...]]]> Letzte Woche veröffentlichten wir den Aufruf #FutureCityHH. Darin werden bessere Bedingungen für Musikclubs in der wachsenden Metropole gefordert. Heute zeigen wir die konkreten Bedingungen.

Hamburg wächst rasant, die Mieten steigen und der Verdrängungswettbewerb wird von einkommensstarker Klientel bestimmt. Hamburger Musikclubs kämpfen daher massiv mit Lärmbeschwerden, Mietsteigerungen, wachsenden Behördenauflagen und auch steigenden GEMA-Aufwendungen. In dem Aufruf des Hamburger Branchenverbandes (´Tiefgang`berichtete letzte Woche zum Start der Petition: „Völker hört die Musikclubs!“) heißt es daher: „Wenn wir jetzt nichts tun, gibt es Deinen Lieblingsclub vielleicht bald nicht mehr und die Ausgehviertel werden geprägt von Musik aus der Konserve oder wandern ab an den Stadtrand, wo Mieten eventuell noch bezahlbar sind. Das willst Du nicht? Wir auch nicht! Wir wollen Musikclubs in Hamburg eine Zukunft geben, in der Musikvielfalt das Herzstück bildet. Eine Zukunft, in der sich junge KünstlerInnen auf kleinen, kreativen Bühnen ausprobieren, Neues wagen können und in der Du Abend für Abend und Nacht für Nacht durch die Stadt ziehen und immer wieder etwas Besonderes entdecken kannst.“

Aber wie genau soll das funktionieren? Was genau könnte Politik tun, um der Lage Herr zu werden?

„Kultur(frei)räume“ etablieren

Das Clubkombinat fordert etwa: „Kultur(frei)räume“ und meint damit, dass bestehende Kulturräume besser geschützt und neue Freiräume leichter nutzbar gemacht werden müssten. Ein Abriss wie vor einigen Jahren beim Molotow auf der Reeperbahn jedenfalls wäre vielleicht ebenso verhinderbar gewesen wie die Schließung des Harburger Traditionsclubs ´Consortium`, das zum Hebammen-Café werden sollte. Benötigt würde, so der Verband, eine referatsübergreifende Arbeitsgruppe “Kultur(frei)räume” mit Vertretern aus der Behörde für Stadtentwicklung, Umwelt und Energie, Gesundheitsbehörde, Kultur und Medien, Finanzbehörde, Kreativgesellschaft, Bezirksämtern, den Bauämtern und eben des Clubkombinats. Diese soll dann die vielen Handlungsfelder Stück für Stück und konstant voranbringen. In akuten Fällen soll mit der Task-Force auch schnell und behördenübergreifend Hilfestellung geleistet werden. Im Dialog sollen so auch Verfahren für neue Flächenakquisen, die Einrichtung eines Club-Katasters wie in Berlin, Lösungen für ein Beschwerdemanagement, effizientere Genehmigungsprozesse im Bau- und Gewerberecht und eine Vereinfachung von Sonder- und Zwischennutzungen erarbeitet werden. „Eine Folge dieses Austausches sollte auch eine reichhaltige und lebendige Free Open Air-Szene sein, die von vereinfachten Genehmigungsverfahren und vielfältigen Flächenangeboten profitiert“, heißt es.

Mehr Open Air-Flächen für Musiknutzungen

Und so zielt eine weitere Forderung auf mehr Open Air-Flächen für Musiknutzungen. So wollen Hamburgs Musikclubs in einer Gemeinschafts- und Solidaraktion unter dem Arbeitstitel FutureMusicPlaza die wachsenden Umsatzlücken des jährlichen Sommerlochs verkürzen und gleichzeitig das Kulturangebot ausweiten. „Die langfristige Überlassung geeigneter Freiluftveranstaltungsfläche/n mit einem symbolischen (Erbbau)Pachtvertrag zur Selbstverwaltung durch das Clubkombinat ist dafür erforderlich“, so die Forderung.

Fonds für Lärmschutz & grüne Energie

Ja und auch ökologisch verträglich sollen die Musikclubs werden, können es aber aus eigener Kraft kaum stemmen. So solle die Hamburger Politik Zuschüsse in Höhe von jährlich 2 Mio. EUR für zwei niedrigschwellige Förderprogramme gewähren, die eine Landesförderung für dringende Bedarfe von Musikspielstätten für Lärmschutz- und Ressourceneffizienzmaßnahmen vorsehen. Als Abwicklungsstelle könne die Stiftung zur Stärkung privater Musikbühnen Hamburg dienen, die bereits Erfahrungen beim Sanierungsfonds Hamburg 2020 gesammelt hat.

Möglichkeiten, Gewerbeleerstände kreativ zu nutzen

Hamburg benötige, so die Clubmacher, als Stadt mit hoher Bevölkerungsdynamik ein stetiges Monitoring-Verfahren, das die räumlichen Verfügbarkeiten und Entwicklungen von Musikclubs, Bandübungsräumen, Studios und Open Air-Flächen kontinuierlich dokumentiert und in Berichtsform jährlich aufbereitet. „Hierfür erscheint uns die Einrichtung eines „Kultur(Frei)räume-Katasters“ geeignet. Ein derartiges Planungsmonitoring ist erstrebenswert, um Angebote und Nachfrage zu verknüpfen und neue standörtliche Entwicklungstendenzen frühzeitig zu erkennen. Nach Errichtung einer solchen Plattform ließe sich ein Verfahren zur aktiven Flächenausweisung (z. B. durch die Finanzbehörde, LIG und SpriAG) implementieren, das nutzbare Veranstaltungsflächen (Langzeit- und temporäre Zwischennutzungen) auflistet. Zudem erhielten die Behörden auf Bezirksebene für Neubauvorhaben ein Tool, um nach dem Rücksichtnahmegebot umliegende Kulturbetriebe abzuprüfen.“

Radiobeitrag: Thore Debor, Geschäftsführer vom Clubkombinat Hamburg im Gespräch mit Mascha Drost im Deutschlandfunk

Als Beispiele solcher Monitoringverfahren werden das Berliner Clubkataster, die Londoner Grassroot Music Venues, die Initiative OpenBerlin oder auch der Leerstandsmelder angeführt.

Bezahlbare Werbeflächen

Auch um die Werbung und Wahrnehmung von Musikclubs sorgt sich der Aufruf. „Musikclubs benötigen als Kleinstkulturveranstalter mehr bezahlbare Plakatierungsflächen – hauptsächlich in den Szenevierteln Hamburgs. Die Bereitstellung von Finanzmitteln aus dem laufenden Stadtvertrag, u.a. für zusätzliche Kulturflächen durch die Vergrößerung bestehender bezirklicher Werbeanlagen, wäre ein erster Schritt.“ Und auch die Änderung der Hamburger Bauordnung, welche Brückenwerbung für Kultur im Gegensatz zu anderen Städten wie Hannover, Bremen oder Kiel verbiete, sei ein weiteres Ziel.

Keine Pflichtgebühren für unnötige Parkplätze

Ein immer wiederkehrendes Thema ist auch die sogenannte Stellplatzabgabe, die auch Musikclubs an die Bezirke abführen müssen, so sie nicht ausreichend Parkplätze vorhalten können. Konkret: „Clubgänger kommen in den seltensten Fällen mit dem Auto. Fast alle Clubs sind problemlos mit dem ÖPNV zu erreichen. Daher fordern wir – analog wie jüngst beschlossen beim Wohnungsbau – die generelle Abschaffung der Stellplatzabgabe für kulturelle Musikclubs bis zu einer Größe von 1.000qm.“

Ausbau der Strukturförderung für Musikspielstätten & Veranstalter

Und da das Clubkombinat schon in mehreren Bereichen durchaus kulturpolitisch Erfolge aufweisen kann – etwa mit dem „Live Concert-Account“ zur Förderung von Live-Konzerten, wollen die Petitionsinitiatoren dies gewürdigt und ausgebaut wissen. „Die in Hamburg etablierte Infrastrukturförderung für private Musikclubs – der jährliche Live Concert Account (LCA) – gilt es, als Sockelförderung von aktuell 150.000 € auf 1 Million € pro Jahr aufzustocken. So kann künftig in einem Future Music Fonds auch die Förderung für kleine Nachwuchskonzerte und experimentelle Tanzveranstaltungen erreicht und stark ausgeweitet werden. Zielgröße ist eine Fördersumme als Produktionskostenzuschuss von 200 € pro förderfähiger Veranstaltung, um Künstler und Veranstalter gleichwertig zu unterstützen. Damit würden sich die Förderquoten an jahrzehntelange Förderpraxis von Einzelprojekten (z.B. von ca. 3,60 EUR pro Besucher) angleichen und eine gerechtere Verteilung ergeben. Gegenwärtig liegt der Vergleichswert im Live Concert Account für alle beantragenden Musikspielstätten bei ca. 0,20 € pro Besucher.“

Videobeitrag: Thore Debor, Geschäftsführer vom Clubkombinat Hamburg im Gespräch mit Verena Vorjohann von HH1.

Durchaus also alles Forderungen, die zu diskutieren der Stadt Hamburg gut stünde. Und vermutlich kommt man auch dauerhaft nicht drumherum. London, Amsterdam und Paris als ähnliche europäische Metropolen jedenfalls sehen bereist akuten Handlungsbedarf. Wachsen will eben – auch als Metropole – gelernt sein.

Die gesammelten Unterschriften der Petition sollen letztlich dem Ersten Bürgermeister Olaf Scholz übergeben werden. „Es geht um den gesellschaftlichen Wert von Musikclubs als soziale und kulturelle Orte. Wie wollen wir bestehende musikalische Bühnen für Freiräume, Experimente, Kreativität und musikalische Innovationen zu erschwinglichen Preisen erhalten, wie neue Räume schaffen?“, so die entscheidende Frage, die nicht nur von den Clubs beantwortet werden kann.

Weiterführender Link: clubkombinat.de  – zur Petition: openpetition.de/futuremusiccity

 

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„Ich bin mal kurz kompostieren!“ https://www.tiefgang.net/ich-bin-mal-kurz-kompostieren/ Fri, 08 Sep 2017 22:19:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=2003 [...]]]> Bei einem Festival aufs Klo zu müssen, kann widerlich sein. Zwei Jungs aus Hamburg bieten nun Holz statt Plastik und Bio statt Chemie. Und das fühlt sich sogar richtig gut an …

Es ist ein ausnahmsweise warmer Sommertag im August und in Buxtehude ist Kunstfest. Adrettes Publikum schlendert zwischen den Kunstständen umher. Man plaudert, genießt ein Glas Wein oder sinniert über das Bild vor Augen. Am Fleth auf einmal staune ich: drei wahrlich schön anzusehende Holzhäuschen rücken in mein Blickfeld. Keine Kunststände, kein Imbiss – nein: Klosetts. „Na da schau her“, denke ich. „Selbst die Dixi-Klos haben sie nett eingepackt.“ Von wegen! Auch innen alles aus Holz. Das ist doch mal eine Hausnummer. Kaum reingeblickt, schon im Test. Urinal und Abfluss aus Metall, sonst alles aus Holz. Accessoires: Klopapier aber auch Sägemehl. Daneben ein Schild: statt Wasser einfach Sägemehl drauf und gut.

Schnell wird klar: hier vollzieht man nicht das gemeinhin als „Stuhlgang“ bezeichnete Ritual. Nein. Modern und politisch korrekt „kompostiert“ man hier. So zu lesen an den „Ökojen“ – aus Öko und Koje. So nennen sie sich. Außen dann ein Spültisch – ebenso aus Holz. Das Wasser zum Handreinigen pumpt man mit dem Fuß.

Einladende Innenansicht (Fotos (5): Ökoje)

„Geht doch!“, denke ich. Und wir alle kennen dieses erleichternde Glücksgefühl das einen durchfährt, wenn man merkt: „das wurde aber auch Zeit, dass da mal jemand drauf kommt!“

Ich muss gestehen, dass ich als Mann nicht sonderlich hohe Ansprüche an das übliche Urinieren bei solchen Stadtfesten stelle. Frau wollte ich allerdings auch nie sein.

Nun also haben sich endlich Leute aufgemacht, Publikum und Veranstalter in einem der häufigen wenn auch nebensächlichen Eventthemen zu verwöhnen.

Harmonische Außenansicht

 

 

 

 

 

 

 

Die Fakten:

Die ökologischen Toiletten benötigen kein Wasser, keine Chemie, keinen Strom und werden ohne Anschluss an die Kanalisation genutzt. Die vermeintlichen Abfälle werden durch natürliche Kompostierung zu Humuserde und schließen so den Nährstoffkreislauf. In der Konzipierung der Ökotoiletten steht wirklich die Benutzerfreundlichkeit an oberer Stelle. Ein Lüftungsrohr und die Zugabe von Holzspänen sorgen für Geruchsneutralisierung. Das ausgeklügelte Konzept im Innenraum setzt Maßstäbe in Hygiene und Gemütlichkeit. Oder anders gesagt: da kann man es aushalten. Man kann sie mieten – wie man es von den Plastik-Schwestern kennt. Oder auch kaufen.

„Durch die Verwendung nur bester Holzmaterialien überzeugen unsere Produkte in Robustheit und halten bei ordnungsgemäßer Pflege ein Leben lang. Gern konzipieren wir auch individuelle Lösungen speziell für Ihren Gebrauch“, ist zudem auf der website zu lesen.

Aber wie und wann kam die Idee auf?

Ich frage nach bei Julian Smitter, neben Christian Liese einer der Firmengründer aus Hamburg und zuständig fürs Marketing, PR und Nachfragen wie von mir.

 „Die Idee schwirrte uns bereits längere Zeit im Kopf herum. Im Sommer 2010 besuchten wir ein alternatives Musikfestival in Portugal. Dort wurden den Besuchern größtenteils Komposttoiletten zur Verfügung gestellt. Die Toiletten waren recht funktional und einfach gebaut, dennoch bereits um einiges angenehmer als die klassischen Chemietoiletten. Wir haben uns damals die Frage gestellt: ‚Warum nutzen nicht alle Veranstaltungen Komposttoiletten als mobile Sanitäranlagen?‘“

Die „Macher“: Julian Smitter und Christian Liese (v.l.)

Und in der Tat – die ´Ökojen` sind hell und im ganzen Wirken und Nutzen eine echte Überraschung. Man muss sie ja nicht gleich beim immer nassen Hurricane-Festival in Scheeßel oder in Wacken einsetzen. Aber Veranstalter mit „gehobenem Publikum“ wie etwa bei einem Wein- oder Nachbarschaftsfest sind gut beraten, sich mit diesen ´Ökojen` allein wegen ihrer Nutzerfreundlichkeit zu befassen.

Selbst dem Künstler Andreas Slominski glückte 2016 nur bedingt, den Plastikhäuschen eine Ästhetik abzuringen. (Foto: deramag.de)

„Als Christian und ich Anfang 2016 eine längere Zeit gemeinsam in Indonesien reisen waren, haben wir den Entschluss gefasst, das Projekt ÖKOJE zu starten. Die grundsätzliche Idee ist nachhaltige Sanitärsysteme in ansprechender Art zu entwickeln und dadurch bekannter machen“, so Smitter weiter. Und jetzt kommt der Bonus-Punkt oben drauf. Denn wo genau geht denn der „Mist“ danach hin?

„Aus den vermeintlichen Abfällen, die normalerweise mit viel Wasser weggespült und aufwendig mit Chemie gereinigt werden müssen, werden durch die Ökotoilette nutzbare Nährstoffe. Die Hinterlassenschaften sind vollständig kompostierbar und werden zu nährstoffreicher Humuserde. Der natürliche Kreislauf wird so aufrechterhalten.“ 

Fürs Händewaschen pumpt man mit dem Fuß den Wassertank.

Kurzum: was wir von Rindviechern als „Gülle“ nutzen, können wir fortan auch mit uns selbst verwerten.

Ganz günstig ist der Bio-Stuhlgang allerdings nicht. „Der direkte Preisvergleich zur klassischen Plastik-Chemietoilette hinkt etwas, da unsere Toiletten neben der Umweltfreundlichkeit auch in puncto Benutzerfreundlichkeit viel anspruchsvoller sind. Dennoch würde ich schätzen, dass eine ÖKOJE für ca. 30% mehr zu haben ist“, so Julian Smitter. Die herkömmlichen werben mit Preisen ab etwa 30,- € je „Örtchen“ am Tag. Allerdings sind immer auch Anlieferung und Abholung einzukalkulieren. Alles Kosten, die zum einen sich bei Events nicht verhindern lassen. Aber wenn sie schon notwendig sind, ist der Aufpreis samt Aha-Erlebnis und Dankbarkeit der Besucher mehr als eine Kalkulation wert.

Und? Wird es angenommen? „Unsere derzeitigen Kunden sind Veranstalter von kleinen bis mittelgroßen temporären Events, die die Wichtigkeit von benutzerfreundlichen Toiletten verstehen und ihre Veranstaltungen ökologisch sinnvoll aufbauen wollen. Unsere Erfahrung zeigt, dass äußerst viele Veranstalter eine große Affinität zur nachhaltigen Eventkultur mitbringen und auch bereit sind, dafür etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen. Sobald die Toiletten einmal gemietet bzw. genutzt wurden, ist die Resonanz durchweg positiv.“

Fazit: liebe Veranstalter, die nächste Open-Air-Saison kommt und dann wird es Zeit, mal einen echten Komposthaufen zu setzen!

Weiterführende Links: www.oekoje.de, facebook.com/oekoje und pinterest.com/oekojetoilet

Oder einfach den Beitrag von „Buten un Binnen“ schauen …

 

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