Ratgeber – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Wed, 25 Oct 2017 06:58:31 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.5 Was, wenn der Vorhang fällt? https://www.tiefgang.net/was-wenn-der-vorhang-faellt/ Fri, 20 Oct 2017 22:57:38 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=2284 [...]]]> Bei aller Leidenschaft ist ein Kulturbetrieb eben auch ein Betrieb. Und was, wenn der Chef*in ausfällt?

Unglücke passieren. Und in der Regel unvorbereitet und aus heiterem Himmel. Unfälle oder Krankheiten lassen sich in aller Regel nicht vorhersagen. Aber wer kann und soll sich bei einem solchen Schicksalsschlag eigentlich um den Betrieb kümmern? Denn auch wenn es ein Szene- oder Kultur-Betrieb ist: es ist eben auch ein Betrieb. Wer nimmt dann – und sei es nur vorübergehend – die wichtigsten Aufgaben wahr? Wenn es ganz dumm läuft, stehen sonst erstmal alle Räder still. Und dann ist das Ende des Betriebs oft schon näher als nötig.

Klar, es ist besser solche Gedanken zu verdrängen. Wer rechnet schon gern mit dem Schlimmsten? Aber es kann durchaus auch mal sinnvoll sein, zumindest darüber nachzudenken. Ein „Notfall-Handbuch für Unternehmen“ der Handelskammer Hamburg hilft dabei und gibt gar gute Strukturen vor, mit denen man ohne Angst und Schrecken gute Sicherheitsleistung betreiben kann.

Ein Mitglied der SuedKultur hat uns darauf aufmerksam gemacht. Also haben wir mal Kontakt zur Handelskammer aufgenommen und schwupp: man kann das Handbuch auch kostenfrei herunterladen.

Die Fragen, die recht früh aufgeworfen werden, zeigen, wie nah das Unbedachte sein kann. Aber auch wie Praxisbezogen das Handbuch ist

  • „Wer könnte im Notfall vorübergehend oder dauerhaft das Unternehmen weiterführen?
  • Gibt es einen Familienangehörigen, einen Mitarbeiter oder einen Externen, der diese Funktion vertrauensvoll wahrnehmen könnte?
  • Muss eventuell die Unternehmensführung auf mehrere Personen verteilt werden?
  • Wer weiß über aktuell anstehende Aufträge Bescheid? Wer kennt die Kunden? Wer dieLieferanten? Wer ist mit den wichtigsten Projekten vertraut? 
  • Wer hat Bankvollmachten? Gibt es Personen, die schon einen Überblick über die Konten haben? Wer kennt die entsprechenden Passwörter vom PC oder Codes? Wer kommt an Schlüssel heran?
  • Steht ein Unternehmensnachfolger bereit? Muss er eingearbeitet werden? Oder kann in der Übergangszeit auch ein anderer das Unternehmen führen?
  • Gibt es im Unternehmen einen Beirat? Soll ein solches Gremium eingerichtet werden?“

Nun, man muss ja nicht gleich zum/r Perfektionst*in mutieren und sollte durchaus die Kirche im Dorf lassen. Aber die Unterteilung in ein betriebliches und privates Notfallbuch  wie auch in den Teil „Weisungen, Vollmachten und Verfügungen“ ist durchaus praxisorientiert und wenn einem z.B., der Fortgang des Kulturbetriebes am Herzen liegt, so macht es Sinn, mal Lieferanten, Vertraute, Mitentscheider zu notieren und so Klarheit über Delegationsverfahren zu schaffen. Und: es kann ja auch selbst im Alltag dienlich sein, wenn man mal Lieferanten, wichtige Ansprechpartner oder Versicherungspolicen zugeordnet hat und weiß, wo sie sich befinden.

Ein Teil lässt auch Platz, um z.B. Passwörter auch für social medias zu notieren, was auch schon bei einem PC-Absturz hilfreich sein kann, es physisch zur Hand zu haben.

Kurzum: sich mit den Fragen und ihren Antworten zu beschäftigen, macht Sinn. Man muß es ja nicht übertreiben. Und da es kostenfrei zu haben ist, liegt es an Dir, sich dem Thema zu stellen.

Hier zum Download des Handbuchs

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Registrierkasse: Pflicht oder nicht? https://www.tiefgang.net/registrierkasse-pflicht-oder-nicht/ Fri, 06 Oct 2017 22:18:40 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=2266 [...]]]> Sie wickeln Geschäfte mit Ihren Kunden bar ab? Dann müssen Sie in Ihrem Betrieb auch eine Registrierkasse haben. So lautet die Devise und viele sind völlig verunsichert. Dem wird jetzt abgeholfen …

Viele Kulturschaffende haben ganz automatisch mit Gastronomie und Verkauf zu tun. Denn durch deren Gewinne wird meist die Kultur finanziert. Doch die Auflagen für Gastronomie werden stetig höher. Auch weil das meiste über Bargeldverkehr läuft. Ob unter dem Namen der Terrorismusbekämpfung oder im Rahmen der Digitalisierung des Fiskalwesens – am liebsten hätte der Fiskus allerorten eine digitale Registrierkasse stehen. Und auf die würde er am besten auch gleich online zu greifen. Doch so einfach ist es nicht und sollte es vielleicht auch nicht werden.

Der Mittelstandsverlag „markt intern“ aus Düsseldorf, der seit über vier Jahrzehnten anzeigenfrei dem Mittelständer – und so auch vielen Einzelhandelsgeschäften – mit Brancheninformationen oder auch zu steuerlichen Aspekten zur Seite steht, sieht den angedachten Zwang zur Registrierkasse seit langem kritisch. Und das nicht nur aus libertären Gründen.

„Eine Pflicht gibt es nicht“

„Das neue ‚Gesetz zum Schutz vor Manipulationen an digitalen Grundaufzeichnungen‘, das Ende des Jahres 2016 in Kraft getreten ist, hat viele Händler verunsichert. Allein schon der allgegenwärtige Begriff ‚Registrierkassenpflicht‘ ist irreführend. Denn eine Pflicht, mit einer Registrierkasse zu arbeiten, gibt es nämlich nach wie vor nicht“, lässt der Verlag zum Thema verlauten und hat nun einen sehr leicht verständlichen, zugleich praxisorientierten aber auch kritischen Ratgeber herausgebracht.

„Unser Ratgeber gibt eine anschauliche Übersicht über die derzeit geltenden Regelungen und einen Ausblick, welche Maßnahmen Händler künftig umsetzen bzw. im Auge behalten müssen, um keine Probleme mit den Finanzbehörden zu bekommen.“

Was kommt auf einen zu?

Und in der Tat: wer sich mit dem Thema beschäftigen muss oder aus technischen Gründen will, eine hat oder beabsichtigt anzuschaffen, ist hier gut beraten. Denn er geht sowohl der Frage nach, warum es ein neues Gesetz zu Registrierkassen überhaupt braucht. Und für die, die eben eine solche Kasse bereits haben: Was gilt denn jetzt eigentlich? Denn manche alte Modelle müsse man aufrüsten, so die einen. Andere behaupten, Hauptsache Kasse. Kann man da dem Anbieter oder Kassen-Händler trauen oder ist bald alles schon wieder anders?  Der Ratgeber gibt hierzu einen guten und verständlichen Überblick über geltende und auch künftige gesetzliche Regelungen. Denn so eine Anschaffung geht schnell in den oberen vierstelligen Bereich. Da sollte man wissen, auf was man sich einlässt.
Da man ja aber auch eine Kasse nicht nur für den Fiskus kaufen will: was ändert sich denn künftig durch das neue Gesetz? Was regelt die Kassensicherungsverordnung und wie setze ich es um?
All dies wird im Ratgeber gut und klar besprochen und es mangelt wahrlich nicht an Kritik am neuen Gesetz und den geltenden Regelungen. Dafür ist der Verlag gewohnheitsgemäß zu nah am Ohr seiner Leserschaft. Und die kennt die Lücken und Tücken sowohl von Technik als auch Gesetz. Erkenntnisbringend findet sich im Anhang ein gesondertes Expertendossier: „Was ist zu tun?“

Wer bereits zur Leserschaft des Verlages gehört, kann sich den Ratgeber kostenfrei online bestellen. Sonst ist er über den Verlag unter markt-intern.de für 11,- € erhältlich.

Quelle: www.markt-intern.de

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KSK: Gute Sache – wenn man´s weiß https://www.tiefgang.net/ksk-gute-sache-wenn-mans-weiss/ Sat, 08 Jul 2017 06:05:38 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=1536 [...]]]> 400 Berufe fallen in den Bereich der Künstlersozialkasse. Warum oder auch nicht, versteht man nach dieser Lektüre besser.

Dieser Ratgeber hat es in sich und ist sein Geld wahrlich wert. Er ist vor allem für jeden von hohem Nutzen, die entweder die Aufnahme in die Künstlersozialkasse (KSK) andenken als auch jene, die bereits drin sind. Schon deshalb, weil die berufliche Tätigkeit sich immer mal wieder ändert, die Einkünfte schwanken und damit aber auch der Status in der KSK sich ändert oder gar verlustig geht.

Ebenso von Nutzen ist er aber auch für all jene, die in irgendeiner Form mit künstlerisch Tätigen zu tun haben: Veranstalter, Kursanbietende, Vereine oder auch Bandleader. Sie werden nämlich gerne zur Kasse gebeten, um einen Teil der Kranken-, Alters- und Pflegeversicherung mit zu tragen. Dabei ist es oft nicht die Summe, die ärgert, sondern  der Aufwand der Prüfungen.

Tipps mit Background

Der Ratgeber ist eben nicht nur Ratgeber im praktischen Sinne, sondern der Autor und auf KSK-Recht spezialisierte Anwalt Andri Jürgensen geht zum besseren Verständnis auf die Vorgeschichte der KSK ein. Eine gute Idee, die leider recht schlecht umgesetzt ist. Das Künstlersozialversicherungsgesetz ist nämlich in seiner Auslegung vor allem Sache der Sozialgerichte und der Bundesknappschaft, die die KSK „verwaltet“. Und der Zahn der Zeit gibt immer wieder Rätsel auf, was nun Kunst ist und was nicht. Und dabei ist nicht der kunsttheoretische Begriff gemeint, sondern rein hinsichtlich der Tätigkeit.

Ist Kunst Zweck oder Mittel?

Und gerade in Zeiten, in denen Kunst und Kultur gerne zu Zwecken der Inklusion oder Integration genutzt wird, fragt die KSK insbesondere, ob die Kunst und Kultur eher Zweck oder Mittel ist. Besser, wenn Auftragnehmende und Auftraggebende beiderseits informiert sind. Hiermit können sie es.

Der Ratgeber gibt alles, was nötig ist, um mit der KSK klarzukommen. Und für alle: vom A wie Akrobat über K wie Karnevalist bis Z wie Zeichner und Zauberer. Erkenntnis bringend und für 17,90 € eine gute Anschaffung.

Tipp: das Verständnis ist immer besser gewonnen, bevor man bereits in rechtliche Fragestellungen involviert ist. Heißt: erst lesen, dann handeln.

Und leicht verständlich ist er auch noch: RA Jürgensen.

Andri Jürgensen: Ratgeber Künstlersozialversicherung für selbständige Künstler und Publizisten, 3. Auflage 2012. 140 Seiten. Broschur. 24×17 cm. 17,90 €, Verlag Kunst Medien Recht. ISBN 978-3-937641-04-1

hier online bestellbar

(01. Jul. 2017, hl)

 

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Im Schatten des Rampenlichts https://www.tiefgang.net/clubfibel/ https://www.tiefgang.net/clubfibel/#respond Mon, 28 Nov 2016 16:34:59 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=67 [...]]]> Der Interessensverband der privaten bzw. ungeförderten Hamburger Musikclubs, das „Clubkombinat Hamburg“, hat im Frühjahr 2016 eine überarbeitete Ausgabe der „Clubfibel für Frischlinge – Leidfaden/Leitfaden für Clubbetreiber, Veranstalter und Behörden“ herausgegeben, die für 5,- € dort erhältlich ist.

In dem Handbuch im DIN A 4 Format geben gestandene Clubbetreiber und andere Aktive der Hamburger Musikwirtschaft hilfreiche Tipps und Hinweise rund um Clubs mit Live-Musik. Chronologisch startet es beim Türsteher, handelt von der Getränkebar, der Bühne, dem Backstage-Bereich bis zur Buchhaltung. Vorschriften, Genehmigungsverfahren, Auflagen, Gagen, Abgaben, Abrechnungen oder andere Alltäglichkeiten werden einfach, oft ironisch bis satirisch und so auf jeden Fall hilfreich dargestellt und abgehandelt. Die Fibel soll Neulingen helfen, die gröbsten Fehler zu vermeiden und den Elan in geordnete Bahnen zu lenken. Unter den Autoren finden sich erfahrene Clubbetreiber wie Karsten Schölermann (Knust, Logo, Stellwerk), Konzertveranstalter Karsten Jahnke, Andrea Rothaug (Musikerverein Rockcity) oder Tino Hahnekamp (Uebel&Gefaehrlich). Erhältlich ist der über 100seitige Band beim Clubkombinat Hamburg www.clubkombinat.de.

(25. Nov. 2016, hl)

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