SuedLese-Projektleiterin Anne Lamsbach https://www.tiefgang.net Fri, 01 Jul 2022 13:00:51 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1 Die Nachlese zur SuedLese https://www.tiefgang.net/die-nachlese-zur-suedlese/ Fri, 01 Jul 2022 22:52:20 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9181 [...]]]> Der Juni stand im Süden Hamburgs ganz im Zeichen der Literatur. Die nunmehr 7. SuedLese-Literaturtage waren mehr als ein Neustart nach der Pandemie …

Mehr als 60 Termine, 80 Autor*innen, 30 Orte der Worte und über 1000 Besuchende sind die zahlenmäßige Bilanz des diesjährigen Sprachspektakels. Und es zeigt: die Kultur ist auch in Sachen Literatur wieder und immer noch da.

Und trotz spürbarer Zurückhaltung des Publikums zu sonst besuchsstarken Veranstaltungen, die auch andere Kulturgenres gerade erleben, ist die Projektleiterin Anne Lamsbach mit den inhaltlichen Ergebnissen mehr als zufrieden: „Der Ideenreichtum zu Leseorten war schon bemerkenswert: ob auf dem Rad, unter einem Baum, auf einem Laster, einem Sandberg, einem Flohmarkt, einer Kneipe, einem Club, einem Schlossgewölbe oder am Fenster – die Literatur war an Orten zu finde, wo man sie wohl kaum erwarten würde. Und auch die Zusammenarbeit von Bezirk und Landkreis Harburg, die letztes Jahr ihren Anfang nahm, hat ihr Potenzial gezeigt.“ Denn in Winsen, Buchholz, Moisburg oder Stelle wurde ebenso der Literatur gehuldigt wie in Neugraben oder Harburg, Heimfeld, im Hafen oder in Wilhelmsburg.

Konzertlesung in der Kneipe Zur Altstadt in Harburg (Foto: PR)

Und auch Literatur und Inklusion war deutlich präsent durch das Schreiblabor des Sozialkontors Hamburg-Süd aber auch im Heimfelder HinZimmer und gar im Popupstore des Harburg Marketings im Phoenixcenters.

Märchenhaft mit der „kleinen Hexe“ ging es Moisburg zu. (Foto: PR)

Allein zum Otfried Preußler-Märchentag in Moisburg kamen 200 Besucher*innen jeglicher Altersklasse und erfreuten sich an der kleinen Hexe, dem Räuber Hotzenplotz oder dem kleinen Gespenst. „Es war für uns, dem Verein Kultur Punkt Moisburg, wieder eine schöne Gelegenheit, Kultur mal auf anderen Wegen zu vermitteln“, so die erste Vorsitzende Angelika Fröhning. „Und die Einbindung ins Netzwerk SuedKultur hilft dabei natürlich und macht einfach Spaß.“ Das bestätigt auch Musikclubbetreiber und SuedKultur-Sprecher Heimo Rademaker: „Bei der diesjährigen SuedLese war mein sonst als Rockclub agierende Club auch erstmals als Literaturort dabei. Mit dem Trashautoren Jan Off hat es richtig Spaß gemacht und wir werden uns sicher auch weiter anderen Kulturgenres gegenüber offen zeigen.“ Und auch Anke Zumdohme der Bücherhalle Harburg stellt fest: „Unsere SuedLese-Kooperation mit der Buchhandlung am Sand und der Harburger Volkhochschule läuft eh schon sehr gut. Nun kommen noch weitere Kooperationen mit dem Heimfelder HinZimmer und auch der Lesereihe „Die Insel liest“ in Wilhelmsburg hinzu.“ Und Anne Lamsbach weiß auch zu berichten, das durch die SuedLese eine Seniorenresidenz Kontakt zum Literaturteam suchte und nun regelmäßig auch Lesungen für eine Zielgruppe veranstaltet, die selten in der Lage ist, Otte der Lesungen aufzusuchen. „Also kommt die Literatur nun zu denen.“

Die SuedLese ist also trotz Pandemie weiter ein festes kulturelles Highlight im Süden Hamburgs und eine Fortsetzung ist geplant.

Die 7. SuedLese-Literaturtage wurden vor allem möglich durch die Förderung NEUSTART der Bundesbeauftragten für Kultur sowie des Bundesverbandes Soziokultur.

Infos auch auf www.suedlese.de

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7. SuedLese – Bücher und ungewöhnliche Orte der Worte https://www.tiefgang.net/7-suedlese-buecher-und-ungewoehnliche-orte-der-worte/ Fri, 13 May 2022 22:47:31 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9020 [...]]]> Der gesamte Juni wird in Hamburgs Süden dieses Jahr im Zeichen der Literatur stehen. Denn: sie sind wieder da – die 7. SuedLese – Literaturtage in Hamburgs Süden.

Und vor allem wo: gelesen wird am Fenster, mit dem Rad, unterm Kirschbaum, auf dem Sandberg, Flohmarkt oder einem Laster, auf dem Bauernhof, am Kneipentresen und im Musikclub.

Fast 60 Literaturtermine mit gut 80 Autor*innen an gut 30 Orten laden ein, sowohl die Vielfalt des aktuellen literarischen Lebens als auch die spannenden „Orte der Worte“ kennen zu lernen.

Und es ist wieder eine Kooperation von Kulturschaffenden aus dem Landkreis wie dem Bezirk Harburg – ganz unter dem Motto „Stadt – Land – Harburg“.

„Neben spannenden klassischen Lesungsformaten gibt es wie immer auch außergewöhnliche Veranstaltungen wie Slam-Poetry am Kulturkiosk und Poetry-Slam im Stellwerk, Fensterlesungen für Kinder im HinZimmer, den Poetomaten auf dem Flohmarkt am Kanalplatz und viele mehr“, führt Projektleiterin Anne Lamsbach aus und fährt fort: „In der Kneipe ´Zur Stumpfen Ecke` stellt die Geschichtswerkstatt e. V. die wilden Harburger Kneipen der 60er und 70er Jahre vor und in Moisburg können Familien sich märchenhaft mit Hexe, Wassermann & Co auf den Spuren Otfried Preußlers erschließen.“

Lamsbach selbst studierte an der im Harburger Hafen ansässigen Medical School Hamburg „Poesie“ und stieß bereits letztes Jahr zum SuedLese-Team. Am Studiengang entstand dadurch auch das Forschungslabor <<LitLab>>, das auch dieses Jahr die Literaturtage begleitet und künstlerische wie wissenschaftliche Arbeiten beiträgt.

„Zum Abschluss des Semesters stellen Studierende ihre Arbeiten und Erfahrungen, die sie unter der Themenüberschrift ‚Poesie im sozialen Raum‘ gemacht haben vor, berichten dabei von ihren künstlerischen Arbeiten und verknüpfen diese mit theoretischem Kontext. „Motherhood and writing“ etwa ist ein weiteres LitLab-Projekt, welches wir im Rahmen einer SuedLese-Veranstaltung vorstellen.“

Die Aufteilung der Lesungen ist wieder so angelegt, dass an fast jedem Juni-Tag eine oder mehrere Lesungen zu erleben sind. Mit der Kneipe „Zur Stumpfen Ecke“, dem Kulturlaster der Buchholzer Agentur „Waldinsel“, dem Marias Ballroom, dem Moorburger „Wasserturm & Feuerteufel“ aber auch dem Popup Store des Harburg Marketings kommen dieses Jahr etliche neue Orte auf die Literaturlandkarte des Südens Hamburgs. Möglich wurde dies durch eine erneute Unterstützung im Rahmen des Förderprogramms „Neustart Kultur“ der Bundesbeauftragten für Kultur sowie der Stiftung Sparkasse Harburg-Buxtehude.

„Zu den ungewöhnlichen Formaten dieses Jahr zählt sicher die Lesung des Punk-Magazin-Herausgebers Dolf Hermannstädter (9.6.) auf einem Laster, der Nahe der Buchholzer Empore steht“, sagt Lamsbach. Trashig ist aber auch die Buchvorstellung des bekannten Chaos-Autoren Jan Off im Marias Ballroom (16.6.). Für Kinder und ältere Märchenfans zählt sicher die Moisburger Otfried Preußler Huldigung (12.6.) zu den Highlights und für Krimi-Liebhaber geht es am 18. Juni zur Ladies Crime Night nach Neugraben. Die Kunstleihe Harburg zeigt den ganzen Juni über eine poetische Installation der Künstlerin frankhaleesi und auf einem Sandberg an der alten Trasse der Wilhelmsburger Reichsstraße wird kritisch auf die letzten 15 Jahre Stadtentwicklung und dem Schlagwort „Not in our Name“ geschaut. Und auch der sich am Harburger Hafen neu etablierende monatliche Flohmarkt nimmt die Literatur mit auf und hat am 4. Juni unter all den Stöber-Ständen den „Poetomaten“ platziert, der individuelle Poesie ausspuckt.

Kurzum: Die Literatur ist zurück im Süden der Elbmetropole und lässt an Fantasie und Überraschungen kaum etwas aus. Zudem wurde das Internetportal www.suedlese.de weiter strukturiert und soll nun nach Wunsch des SuedLese-Teams zu einem ganzjährigen Literaturportal werden. Neben den aktuellen Lesungen finden sich dort auch viele Funktionen, die die Orientierung vereinfachen. So kann man sich mit einem Merk-Button ausgesuchte Lesungen direkt in seinen Online-Kalender stellen lassen, Bekannte zu Terminen einladen oder auf diese aufmerksam machen und das „Bücherregal“ ist eine Buchhandlung nachempfunden. Unter Rubriken wie Heide-Kimi oder Sachbuch lassen sich schnell bei der SuedLese gelesene oder neu erschienene Harburger Bücher ausfindig machen. Und das Regal ist schon reichlich gefüllt.

Heimo Rademaker, Sprecher des Kulturnetzwerkes SuedKultur: „Trotz Pandemie wurde im Hintergrund unentwegt gearbeitet und nach Wegen aus der kulturellen Zwangspause gesucht. Nach dem fulminanten dreiwöchigen SuedKulturSommer letztes Jahr gilt es nun wieder in eine Art Normalität zu kommen. Die SuedLese ist der literarische Teil davon. Im Herbst wird es auf jeden Fall auch die SuedKultur Music-Night wieder geben und so wie es aussieht, wird im Spätsommer auch ein zweites Harburger Kunstfest stattfinden. Daneben arbeiten wir in monatlichen Workshops aber auch hinter den Kulissen, um zu sehen, wie wir den Süden Hamburgs auch für die Zukunft kulturell fit machen. Da sind wir dankbar, dass auch dieses Jahr noch Bundesgelder für die Wiederbelebung der Kultur bereitstehen.“

Das terminliche Programm und vieles mehr ist wieder in einem gut 80 Seiten dicken Programmheft als Wegweiser zu finden. Darin sind auch die „Orte der Worte“ erklärt. Auf der aktualisierten Homepage www.suedlese.de werden zudem Hintergrundinformationen zu den Locations, den Macher*innen, den Autor*innen aber auch den Büchern gegeben.

Im Online-Feuilleton ´Tiefgang` der Initiative SuedKultur wird es darüber hinaus begleitende Interviews und Porträts der Autor*innen und ihrer Bücher geben.

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„Kultur nicht per Knopfdruck wieder angeschaltet“ https://www.tiefgang.net/kultur-nicht-per-knopfdruck-wieder-angeschaltet/ Fri, 13 May 2022 22:36:30 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9015 [...]]]> In Kürze starten die vierwöchigen Literaturtage in Hamburgs Süden. Wir haben mal nachgefragt, was uns erwartet. Ein Interview mit Anne Lamsbach, Projektleiterin der 7. SuedLese-Literaturtage in Hamburgs Süden …

Tiefgang (TG): Was ist anders?

Anne Lamsbach: Dieses Jahr findet die SuedLese wieder live und vor Ort statt. Literatur wird an unterschiedlichsten Stellen in Harburg und Umgebung „live“ erlebbar sein – das ist für uns alle eine Freude. Die VHS bietet aber wie im letzten Jahr auch weiterhin Onlinekurse an. Dieses Angebot hat sich mittlerweile etabliert und kann von Menschen in ganz Deutschland (theoretisch sogar weltweit) in Anspruch genommen werden.  

TG: Welche Formate erwarten die Literatur-Interessierten?

Anne Lamsbach: Neben spannenden klassischen Lesungsformaten gibt es wie immer auch außergewöhnliche Veranstaltungen wie Slam-Poetry am Kulturkiosk und Poetry-Slam im Stellwerk, Fensterlesungen für Kinder im HinZimmer, den Poetomaten auf dem Flohmarkt am Kanalplatz und viele mehr. In der Kneipe „Zur Stumpfen Ecke“ stellt die Geschichtswerkstatt e. V. die wilden Harburger Kneipen der 60er und 70er Jahre vor und in Moisburg können Familien sich märchenhaft mit Hexe, Wassermann & Co auf den Spuren Otfried Preußlers erschließen.

TG: Letztes Jahr wurde auch eine Werkstatt für Literatur am Poesie-Studiengang der in Harburg ansässigen Medical School Hamburg im Rahmen der SuedLese gegründet. Was passiert im <<LitLab>>?

Anne Lamsbach

Anne Lamsbach: Das an der Medical School verortete <<LitLab>> lädt in diesem Jahr auf dem Campus Arts and social Change zu einem „Werkstattgespräch“ ein. Zum Abschluss des Semesters stellen Studierende ihre Arbeiten und Erfahrungen, die sie unter der Themenüberschrift ‚Poesie im sozialen Raum‘ gemacht haben vor, berichten dabei von ihren künstlerischen Arbeiten und verknüpfen diese mit theoretischem Kontext. „Motherhood and writing“ etwa ist ein weiteres LitLab-Projekt, welches wir im Rahmen einer SuedLese-Veranstaltung vorstellen. Dieser Programmpunkt findet sich nicht im gedruckten Programmheft, aber in Kürze auf der Website www.suedlese.de. Das Schreiben als Mutter birgt eine ganz besondere Qualität, die nicht selten aus Schmerz und Sehnsucht, Leidenschaft, aber auch aus Gefühlen der Machtlosigkeit oder Wut erwachsen kann. Im <<LitLab>> führen wir Interviews mit schreibenden Müttern, um mehr zu erfahren über dieses ganz eigene literarische Genre.

TG: Wie war das kollektive Miteinander?

Anne Lamsbach: Was wir beibehalten haben, sind die monatlichen online-SuedLese-Besprechungstreffen. Es ist eine einfache Möglichkeit für die Verantwortlichen der LeseOrte sowie für Autor*innen, sich untereinander auszutauschen, zu vernetzen und dabei die im Kultursektor oft geringen zeitlichen Ressourcen zu schonen. Ich erlebe diesen Austausch als bereichernd für die Literaturszene in Harburg und im Kreis. Ich selbst hätte ohne diese Besprechungstreffen viele Akteur*innen der Literaturszene in Harburg und Umgebung gar nicht persönlich kennengelernt.

TG: Welche Potenziale schlummern Deiner Meinung nach noch in der SuedLese?

Anne Lamsbach: Die SuedLese hat sicherlich wie jede andere Kulturveranstaltung das Potenzial sich weiterzuentwickeln. Ich halte es für wichtig, dass immer wieder auch eine Evaluation unserer Arbeit stattfindet. Was kann besser laufen, was war gut, wo gab es Schwierigkeiten, wo und wie können wir auch durch öffentliche Einrichtungen und Institutionen Unterstützung finden? Zwei Jahre Pandemie haben ihre Spuren hinterlassen. Die Kultur kann nicht per Knopfdruck wieder „angeschaltet“ werden und dann erstrahlt alles wieder in hellem Licht. Dazu braucht es mehr, vor allem wahrscheinlich ein kollektives Bewusstsein darüber, dass wir uns alle als Kulturschaffende begreifen dürfen und darüber nachdenken können, was jeder Einzelne zu einer blühenden Kulturlandschaft beitragen könnte. Die SuedLese bietet Kultur für alle. Kulturelle Teilhabe ist für uns ein sehr wichtiges Thema. Auch hier ist das <<LitLab>> der Ort, an welchem wir erforschen wollen, wie Literarische Kulturangebote für noch mehr Menschen zugänglich gemacht werden können.

TG: Was hat dich dieses Jahr besonders gereizt?

Anne Lamsbach: Für mich persönlich ist es immer eine Freude, wenn ich Autor*innen und Leseorte vernetzen kann. Die Überlegung, was zueinander passen könnte und welche Rahmung eine Lesung haben kann, das finde ich sehr spannend. Das Zweite Thema was mich begeistert ist, Autor*innen zu ermutigen „vom Schreibtisch auf die Bühne“ zu gehen. Im Harburger Stadtteilmagazin habe ich dazu einen Artikel verfasst mit dem Titel „Ich könnte Bücher schreiben!“. Autor*innen zu fördern, das ist für mich das Schönste.

TG: Vielen Dank!

 

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Kirsten Boie nimmt sich dem Nationalsozialismus an https://www.tiefgang.net/kirsten-boie-nimmt-sich-dem-nationalsozialismus-an/ Fri, 18 Jun 2021 22:53:27 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=8111 [...]]]> Die 6. SuedLese-Literaturtage im Süden Hamburgs gehen ins letzte Drittel und trotz des Sommer-Wetters und EM kommt vielen Harburger*innen das Buch nicht zu kurz.

Zu den Highlights der 3. Etappe zählt sicherlich die Lesung von Kinderbuchstar Kirsten Boie, die in „Dunkelnacht“ sich dem Thema des Nationalsozialismus annimmt.

 Am Mo., 21. Juni, wird die für das Bürgerhaus Wilhelmsburg aufgezeichnete Lesung mit Boie über www.suedlese.de ausgestrahlt und zeigt berührende und mahnende Aspekte auf. Denn Kirsten Boie geht teils aus eigenen  Lebenserfahrungen auf soziale Zwänge und Vorurteile ein, die auch heute noch Gültigkeit zeigen. Thematisch passend geht Rainer Engelmann am Fr., 25. Juni in seiner Lesung „Der Fotograf von Auschwitz“ auf das Leben von Wilhelm Brasse ein, der in Auschwitz zum unfreiwilligen Dokumentar von menschenverachtenden Experimenten wird. Über jüdisches Leben über die Jahrhunderte hingehen handelt die Lesung  von Rosa Hipp („Die Gondel mit dem magischen Schwert“) am Do., 24. Juni.

Die meisten Lesungen finden online im Internet statt und wurden teils zuvor aufgezeichnet. „Das hat eine Menge Mehrarbeit gemacht aber auch dazu geführt, dass die Konzentration der Lesenden höher ist, Ton und filmische Darstellung angenehmer den Inhalt rüberbringen und durch die wiederum Einbettung in Videokonferenz-Formate es den Zuhörer*innen dennoch möglich ist, direkt mit den Autor*innen sich auszutauschen, ins Gespräch zu kommen“, so resümiert SuedLese-Projektleiterin Anne Lamsbach die Erfahrungen der ersten SuedLese-Wochen. „Klar hätten wir alle die Lesung vor Ort bevorzugt – die es ja auch hin und wieder und zum Glück gibt“, so Lamsbach weiter. „Aber mit der Herangehensweise haben wir schon jetzt teils erstaunliche Ergebnisse erzielt, die weit über die klassischen Leseformate hinausgehen, wie etwa die dichterische Lesung von Elif Saydam und Vera Palme aus dem Kunstverein Harburger Bahnhof oder der Beitrag von Jens Böttcher, dem Träger des Landkreis-Preises Blauer Löwe. Auch nutzen recht viele Zuhörende unsere Möglichkeit des freiwilligen Eintrittes, was die Wertschätzung gegenüber unserer Literaturszene verdeutlicht.“

Und auch der Schulterschluss mit Kulturschaffenden aus dem Landkreis Harburg zeigt sich schon jetzt als Riesenerfolg. „Ohne es vorweg nehmen zu wollen – aber es schreit regelrecht nach einem weiteren Aufschlag im kommenden Jahr.“

Alle Termine und auch Direktlinks zu den Online-Lesungen über www.suedlese.de und etliche Lesungen sind dort auch als Wiederholungen bis Ende der SuedLese zu finden

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Mehr Worte auch ohne Orte https://www.tiefgang.net/mehr-worte-auch-ohne-orte/ Fri, 14 May 2021 22:59:50 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=7902 [...]]]> Ein Slogan der fast schon traditionell gewordenen Literaturtage „SuedLese“ sind die „Orte der Worte“. Auch wenn man die wohl kaum besuchen kann, scheint es die Worte kaum zu kümmern. Ein Literaturfest der Superlative kündigt sich an.    Das kulturelle Leben liegt weitestgehend brach und immer wieder angekündigte Veranstaltungen werden meist ebenso wieder abgesagt. Nicht so in Hamburgs Süden. Die fast schon tot geglaubten Literaturtage SuedLese machen dank Bundesförderung gar einen Sprung nach vorne.

„Es ist unglaublich, was sich an Ideen, Kreativität und Engagement aufgestaut hat“, so Projektleiterin Anne Lamsbach zu den laufenden Planungen. „Gut 100 Lesungen, Workshops und Diskussionen erwarten Literaturfreunde den ganzen Juni über. Das zeigt den Hunger nach Kultur bei den Kulturschaffenden und wir hoffen, mit unserem vielfältigen Angebot auch bei den Kulturinteressierten zumindest in Teilen die literarisch-kulturellen Entbehrungen des letzten Jahres ausgleichen zu können!“ 

Projektleiterin 2021: Anne Lamsbach

Und wie es die Zeiten erfordern, wird vieles anders und neu:

  • Erstmals und unter dem Motto „Stadt – Land – Harburg“ sprengt die SuedLese die kulturellen Grenzen des Landkreises Harburg in Nordniedersachsen und dem Bezirk Harburg der Hansestadt Hamburg. Bisher waren aus politisch-administrativen Abgrenzungen keine gemeinsamen Kulturaktivitäten möglich
  • Dadurch sind „Orte der Worte“ wie der Kulturpunkt Moisburg, der Marstall in Winsen, die Empore in Buchholz oder auch das Freilichtmuseum Kiekeberg ebenso dabei wie die Wilhelmsburger Deichdiele oder der Speicher am Kaufhauskanal und viele, viele andere
  • Erstmals findet eine offizielle Kooperation mit der Hamburger Autor* innenvereinigung statt, die in einem Sonderformat einen großen Querschnitt des literarischen Schaffens in und um Hamburg bietet
  • Es gibt bald eigens eine Website für die Literaturtage, die aber auch ganzjährig Lesehungrigen ein Wegweiser für Lesetermine oder Neuerscheinungen sein wird: suedlese.de.
  • Es wurde eine eigene Literaturwerkstatt <<LitLab>> gegründet als Kooperation der Initiative SuedKultur und dem Fachbereich Poesie der Medical School Hamburg. Hier sollen dauerhaft neue Wege und Formen der Darstellung von Literatur erforscht und befördert werden. Dazu werden in einem Blog auf der Seite suedlese.de regelmäßig Ergebnisse veröffentlicht, die Autor*innen aber auch Lesefans gutes Handwerkszeug geben werden.
  • Die gut 100 (!) Termine für Lesungen, Schreib- und Kreativworkshops, Diskussionen und Besprechungen im Rahmen der 6. SuedLese geben einen direkten Verweis auf die Online-Adressen per Link, die meist über das Videokonferenz ZOOM abgewickelt werden. Das reduziert ständig wechselnde Formate und soll auch weniger internetaffinen Literaturfreunden die Teilhabe und Teilnahme vereinfachen
  • Es werden brauchbare und leicht verständliche Hinweise gegeben, wie man den Genuss der online-Lesungen per Flachbildschirm-Fernseher oder Kopfhörer erhöhen kann
  • Die haptisch hochwertigen Programmhefte der 6. SuedLese aber auch persönlich signierte Bücher der Lesungen können in Bälde direkt über das Portal suedlese.de bestellt und auch der Online-Zahlungsverkehr dort abgewickelt werden. Die Gelder werden dann zentral an Autor*innen oder den lokalen Buchhandel weitergegeben und der postalische Versand organsiert. Ein Rund-um-Lese-Paket der besonderen Art!
  • Da Lesungen für die Leseorte als auch Literat*innen stets auch eine Einnahmequelle sind, wird dem Publikum nahegelegt, auch einen Eintritt zu zahlen, wenngleich er nicht Bedingung ist, um sich zu den Lesungen zuzuschalten. Die üblichen Eintritte bzw. Spenden zwischen 5,- und 15,- € können ebenso direkt über das SuedLese-Portal abgewickelt werden

Das Literaturangebot im Rahmen der SuedLese reicht von Kinderlesungen über Poesie, Prosa, Sachbuch, Kabarett, Krimi bis zu szenischer Lesung. Mit dabei sind lokale Matadoren wie Ute Holst oder Sonja Alphonso der Harburger Schreibwerkstatt von „Alles wird schön e.V.“ und der wiederbelebte „Club der lebenden Dichter“ aus Wilhelmsburg. Auch literarische Größen wie die vielfach ausgezeichnete Kinderbuchautorin Kirsten Boie, der Preisträger des Blauen Löwen, Jens Böttcher, der Hamburger Literaturpreisträger aus Harburg, Benjamin Maack, sind bei der diesjährigen SuedLese vertreten und nicht zuletzt bereichern die Kabarettisten Kerim Pamuk, Lutz von Rosenberg-Lipinsky und Johannes Kirchberg mit ihren szenischen Lesungen den Literatursommer im Hamburger Süden und dem Landkreis Harburg in Niedersachsen.

Das Programm wird zurzeit unter Hochdruck fertig gestellt und ist bis zur SuedLese dann vollumfänglich auf dem Portal www.suedlese.de zu finden. Das gedruckte Programmheft kann ab sofort und für 2,50€ Schutzgebühr und Versandkosten unter post@seudlese.de  vorbestellt werden und wird zugestellt sobald es aus dem Druck ist.

Über die einzelnen Programmpunkte und Inhalte, Orte der Worte und Diskussionen rund um das Buch und Hamburgs literarischen Süden informiert das SuedLese-Team zeitnah.

Die 6. Suedlese – Literaturtage im Süden Hamburgs werden gefördert durch NEUSTART Kultur sowie die Behörde für Kultur und Medien Hamburg.

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